Verführ mich trotzdem, Liebling! - Kat Cantrell - E-Book

Verführ mich trotzdem, Liebling! E-Book

Kat Cantrell

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Beschreibung

Um ihre Kosmetikfirma zu retten, würde Trinity Forrester alles tun - und den gut aussehenden Logan vor laufenden Kameras zu küssen, scheint ihr kein großes Opfer zu sein. Wenn ihr Plan aufgeht, bekommt sie damit genau die PR, die sie so dringend braucht. Womit sie nicht gerechnet hat: Aus dem Kuss für die Kamera wird eine leidenschaftliche Affäre. Verblüfft stellt Trinity fest, dass sie sich in Logan verliebt hat. Dabei sind sie beide wie Feuer und Wasser. Und sie wollte nie wieder ihr Herz an einen Mann verlieren …

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Seitenzahl: 200

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IMPRESSUM

BACCARA erscheint in der HarperCollins Germany GmbH

Redaktion und Verlag: Postfach 301161, 20304 Hamburg Telefon: +49(0) 40/6 36 64 20-0 Fax: +49(0) 711/72 52-399 E-Mail: [email protected]
Geschäftsführung:Thomas BeckmannRedaktionsleitung:Claudia Wuttke (v. i. S. d. P.)Produktion:Jennifer GalkaGrafik:Deborah Kuschel (Art Director), Birgit Tonn, Marina Grothues (Foto)

© 2017 by Kat Cantrell Originaltitel: „From Enemies to Expecting“ erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto in der Reihe: DESIRE Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BACCARABand 1989 - 2017 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg Übersetzung: Susann Rauhaus

Abbildungen: Harlequin Books S. A., alle Rechte vorbehalten

Veröffentlicht im ePub Format in 08/2017 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 9783733723859

Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten. CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, MYSTERY, TIFFANY

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1. KAPITEL

Logan McLaughlin hasste es zu verlieren. Deshalb war es auch kein Wunder, dass das Schicksal gerade ihn mit dem schlechtesten Team in der Geschichte der Major League Baseball bedacht hatte. Die Dallas Mustangs hatten das Verlieren zur Kunstform gemacht, und sie schienen gewillt, darin Meister zu werden. Logan wusste einfach nicht mehr, wie er seinem Club aus dem Tief heraushelfen konnte.

Besitzer und Manager des Teams zu sein, war eigentlich genau das Richtige für ihn. Logans Vater hatte dreißig Jahre lang ein Millionen-Dollar-Unternehmen mühelos und geschickt geführt. Logan hatte den Geschäftssinn von ihm geerbt – zusammen mit der Liebe zu Baseball und einem beträchtlichen Vermögen.

Aber die Ticketverkäufe für die Heimspiele der Mustangs sprachen eine andere Sprache. Und weil die Niederlagen nicht abrissen, hatte er schließlich der lächerlichen Idee seines Pressesprechers zugestimmt. Sonst hätte er niemals bei einer Reality-Gameshow mitgemacht. Es war sozusagen der letzte Versuch.

Am Set von Exec-ution wimmelte es nur so von Leuten. Logan stand in einer Ecke und hielt einen Becher mit miserablem Kaffee in der Hand. Er hätte auf dem Weg ins Studio beim einem Coffeeshop anhalten sollen. Aber wer konnte schon ahnen, dass es bei einer Sendung, die bereits um fünf Uhr morgens anfing, keinen guten Kaffee gab? Im Moment konnte er daran jedenfalls nichts ändern.

„Logan McLaughlin.“ Die hübsche Regieassistentin mit Clipboard unter dem Arm ließ den Blick über die anderen Teilnehmer gleiten, bis sie an ihm hängen blieb. „Würden Sie sich bitte hinsetzen? Wir fangen gleich an zu drehen.“

„Nein danke, ich stehe lieber“, erwiderte er freundlich lächelnd.

Denn die Stühle schienen nur für kleine Leute gemacht zu sein, zu denen Logan nicht gehörte. Außerdem liebte er es, den Überblick zu behalten.

Ein mittelalter Mann mit weichem Gesichtsausdruck nickte ihm zu. „Ich dachte doch, dass ich Sie kenne. Bin ein alter Yankee-Fan von früher. Hab Sie immer spielen sehen, so vor … etwa zehn Jahren?“

„Ja, das kommt hin“, stimmte er ihm zu.

Die Yankees hatten ihn vor acht Jahren gehen lassen. Eine gescheiterte Operation beendete damals seine Karriere, in die er sein Herz und seine Seele investiert hatte. Der Ellbogen schmerzte gelegentlich immer noch, aber das war nicht das Einzige, was ihn daran erinnerte, dass seine Tage auf dem Spielfeld vorbei waren.

„Mann, Sie waren super! Das mit dem Arm tut mir leid.“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Schade, dass Sie keinen Ihrer Stammspieler in Form bringen. Die Mustangs könnten jemanden wie Sie gut gebrauchen.“

Na klar. Logan nickte ihm dankend zu. Er warf seinen Becher in den Abfalleimer und verschränkte die Arme vor der Brust. Nicht einmal der Besitz eines Baseball-Teams hatte diese innere Leere füllen können. Es wurde von Tag zu Tag schwieriger, sich selbst davon zu überzeugen, dass seine guten Zeiten noch nicht vorbei waren.

Spiele zu gewinnen, Tickets zu verkaufen, Merchandising-Artikel zu vertreiben: Das würde sicher helfen. Und wenn er Exec-ution gewann, würden die Sportzeitschriften endlich etwas Positives über ihn berichten, statt seinen Namen in den Schmutz zu ziehen.

Die Regieassistentin bat weitere Teilnehmer, sich an den Konferenztisch zu setzen. Ein Fotograf der Dallas Skyline spähte durch die Fenster-Attrappe hinter dem Tisch. Crew-Mitglieder wuselten um die Kameras herum, und ein paar Techniker mit Kopfhörern warteten in einem Kontrollraum hinter Glas. Der Moderator saß am Kopfende des Tisches. Er hielt die Hände im Schoß verschränkt, hatte eine sorgfältig gestylte Frisur und setzte sein TV-Lächeln auf.

„Auf eine gute Show!“ Die Mitarbeiterin verschwand, und der Moderator fing an zu sprechen:

„Hallo, Leute. Ich bin Rob Moore, Ihr Moderator für die heutige Ausgabe von Exec-ution. Bei uns treten Manager in Zwei-Personen-Teams gegeneinander an. Es geht darum, eine unternehmerische Herausforderung zu meistern, die zeigen wird, wer von beiden besser qualifiziert ist, eine Firma zu führen. Dem Gewinner winken einhunderttausend Dollar für wohltätige Zwecke. Verlierer? Werden exekutiert!“

Logan verdrehte die Augen, als der Moderator seine berühmte Geste machte, wie er jemandem die Kehle durchschnitt. Das Ganze war einfach unglaublich peinlich.

In diesem Moment bahnte sich eine dunkelhaarige Frau den Weg zum Tisch, gefolgt von einer hübschen Produktionsmitarbeiterin.

Er vergaß sofort den schmierigen Moderator und den künstlichen Konferenzraum, weil ihn die echte Show mehr faszinierte: wie die dunkelhaarige Frau sich bewegte und allein damit für Aufregung sorgte. Ein unglaublicher Auftritt.

Je näher sie kam, desto interessanter wurde sie. Durch ihr Haar verlief links ein pinkfarbener Streifen, auf der rechten Seite waren die Haare asymmetrisch geschnitten, was ihn ziemlich umhaute. Aber vielleicht lag das auch an ihrem schwarzen Cleopatra-Augen-Make-up, das wesentlich sexyer war, als es hätte sein sollen.

Alle Aufmerksamkeit war auf sie gerichtet, genau wie sie es wollte. Sie trug ein pinkfarbenes Kostüm mit einem tiefen Ausschnitt, das ihr spektakuläres Dekolleté zur Geltung brachte

„Tut mir leid, dass ich mich verspätet habe“, sagte sie zum Moderator. Ihre raue, leicht heisere Stimme ging Logan durch und durch. So etwas hatte er schon lange nicht mehr erlebt, zuletzt vielleicht als Spieler, als ihm die Baseball-Groupies noch hinterhergelaufen waren – ein Umstand, den er mehr hätte ausnutzen können, als er es tatsächlich getan hatte.

Diese Dame in Pink war wirklich der Hammer.

Aber Logan mied diesen Typ Frau, allzu oft hatten sich solche Bekanntschaften als Enttäuschung entpuppt. Er bevorzugte eine einfache, ungekünstelte und offene Begleiterin – eine jüngere Version der besten Frau der Welt, nämlich seiner Mutter.

Aber das hieß nicht, dass ihm ihre Kurven und ihre sexy Stimme nicht gefallen hätten.

Die Dame in Pink stellte sich neben ihn, und erst jetzt bemerkte er ihre schwindelerregend hohen Schuhe.

„Ich habe ihr gesagt, dass wir schon drehen“, erklärte die Regieassistentin dem Moderator mit gedämpfter Stimme. „Sie ließ sich nicht abwimmeln.“

„Schon gut“, erwiderte dieser lächelnd. Er stand auf und ging auf die beiden zu.

„Also, ich muss schon sagen, das gefällt mir“, sagte er wohlwollend. „Das Bad Girl trifft den All-American-Boy. Unseren Zuschauern wird das gefallen.“

„Was wird Ihnen gefallen?“, fragte Logan und blickte an sich herunter, auf sein blaues Mustang T-Shirt und die Jeans, und dann auf die dunkelhaarige Frau neben sich. „Sie wollen, dass wir ein Team sind? Wohl kaum.“

Nein, das würde nicht passieren. Aber Moore war bereits zum nächsten Paar weitergegangen, das offenbar sehr zufrieden mit der Partnerzusammenstellung war.

Logan wurde bang ums Herz, während seine Nachbarin die Arme vor ihren spektakulären Brüsten verschränkte.

„Haben Sie etwas dagegen, mit mir in einem Team zu sein?“, begehrte sie auf. „Glauben Sie etwa, ich habe keinen Geschäftssinn, nur weil ich ein Zungenpiercing habe? Das ist Unsinn, und das wissen Sie auch.“

Ein Zungenpiercing? Sofort hatte er ein Bild vor sich, was sie damit wohl anstellen könnte. Darauf war sie nackt und bedeckte seinen Körper mit Küssen.

Sofort verbannte er die Vorstellung. „Ist mir gar nicht aufgefallen“, erwiderte er. „Meine Einwände haben nichts mit Ihnen zu tun.“

Das war natürlich gelogen. Die Frau war die Ablenkung in Person. Er würde sich eine neue Team-Partnerin suchen müssen.

Aus unerfindlichen Gründen lachte sie laut auf, und erneut ging ihm der Klang durch Mark und Bein.

„Schauen Sie sich um“, sagte sie. „Alle anderen sind schon vergeben. Können wir nicht einfach loslegen?“

Logan sah in ihre verstörend blauen Augen. Eisblau, um genau zu sein, was durch ihr Augen Make-up noch betont wurde.

„Von mir aus gern“, erwiderte er. „Ich bin schließlich nicht derjenige, der zu spät gekommen ist.“

„Fünf Uhr morgens ist eine unmögliche Zeit, und ich war nur eine Viertelstunde zu spät. Das können Sie mir nicht vorwerfen.“

Oh doch, das hätte er durchaus tun können. Schließlich waren alle anderen pünktlich gekommen. Aber gut, es hatte ja keinen Zweck. Seufzend erwiderte er: „Okay, ich verzeihe Ihnen. Aus welcher Branche kommen Sie noch mal?“

„Das habe ich Ihnen noch gar nicht gesagt. Wie war Ihr Name?“

Schuldbewusst sah er sie an und streckte die Hand aus. „Logan McLaughlin. Ich bin der Besitzer und Manager der Dallas Mustangs.“

„Ah, aus der Sportbranche, verstehe. Deshalb sind Sie auch so lässig gekleidet.“

Sie streckte ihm die Hand entgegen, und im nächsten Moment passierte etwas Unerwartetes. Die Berührung fuhr Logan direkt in den Unterleib. Verdammt, so etwas war ihm seit Jahren nicht mehr passiert! Er versuchte, den Schock so gut wie möglich zu verbergen.

„Ich besitze durchaus Anzüge“, erwiderte er und zog seine Hand so schnell zurück, als ob er sich verbrannt hätte. „Aber ich wäre lieber nackt, als einen zu tragen.“

Was, zum Teufel, machte er da nur?

Reiß dich zusammen, McLaughlin. Diese Frau war überhaupt nicht sein Typ, und mit ihr zu flirten, würde nur in die Katastrophe führen, zumal sie sich ja darauf konzentrieren sollten zu gewinnen.

„Oh, nackt habe ich Männer auch am liebsten“, erwiderte sie, ohne mit der Wimper zu zucken. „Ich heiße Trinity Forrester. Trinity, ja, wie in der heiligen Dreifaltigkeit. Wenn Sie wollen, können Sie gleich anfangen, mich zu verehren.“

Ach, das würde ihr also gefallen? Logan kniff die Augen zusammen.

Wenn sie wirklich ein Team sein wollten, musste er von Anfang an etwas klarstellen. Flirten kam nicht infrage. Er würde Regie führen und hoffte nur, dass sie mit ihm Schritt halten konnte. Bei diesen High Heels war das allerdings fraglich.

Jedes Wort ihres Dialogs war aufgezeichnet worden. So weit, so gut.

Denn je länger sie im Bild war, desto öfter würde auch ihr Name und der Name ihrer Firma, Fyra Cosmetics, eingeblendet werden. Eine bessere Werbung als diese gab es nicht, und Fyra brauchte eine gute Presse.

Trinity Forrester wollte diese gute Presse bekommen, egal was passierte. Nichts durfte ihrer Firma zustoßen, die sie und ihre drei besten Freundinnen aus der College-Zeit zusammen aufgebaut hatten. Wegen eines Verrats von Betriebsgeheimnissen war Fyra jetzt in Gefahr, und als Chefin der Marketing-Abteilung nahm Trinity das persönlich. Es war ihr Job, etwas dagegen zu tun. Und da war die Einladung zu Exec-ution genau richtig gekommen.

Denn sonst säße sie jetzt in ihrem Büro und würde an der Werbestrategie für die Formel 47 sitzen, ihr neuestes Produkt, das demnächst auf den Markt kommen sollte.

Sie lächelte Logan wohlwollend an. Der Moderator hatte recht gehabt. Mit dem halblangen braunen Haar und seinen lässigen Klamotten wirkte er wie der Junge von nebenan. Jemand, den man auf Anhieb mochte.

Aber Trinity wusste aus Erfahrung, dass nette Jungs oft etwas verbargen, was nicht so nett war. Sie hatte diese Lektion gelernt. Als sie Anfang zwanzig und schwanger war, hatte so ein Good Boy sie sitzengelassen. Und seit der Fehlgeburt war sie davon überzeugt, dass sie nicht für das Mutterdasein geschaffen war.

Die Show begann, und die beiden bekamen vom Moderator einen versiegelten Umschlag in die Hand gedrückt. Dann begaben sie sich in eine Ecke des Raums, wo eine Staffelei mit einem Papierblock stand, um ihre Ideen zu skizzieren.

Die Kamera folgte ihnen, was Trinitiy mit Befriedigung zur Kenntnis kam. Großartig, ihr Plan schien zu funktionieren.

Logan riss den Umschlag auf und überflog schnell den Inhalt. „Wir sollen einen Limonadenstand im Klyde Warren Park betreiben. Das Team, das am meisten Umsatz macht, gewinnt und entgeht so der Hinrichtung.“

„Prima.“ Trinitiy griff nach einem Stift und skizzierte ihre Vorstellung des Verkaufsstands mit schnellen Strichen. „Ich denke, Orange ist die beste Farbe dafür. Sie wird sich auch toll gegen das Grün des Parks abheben.“

Logan stand direkt hinter ihr, sie konnte seinen Atem in ihrem Nacken spüren. „Was ist das?“, fragte er und zeigte auf ein Detail des Bildes.

„Ein Symbol. Es bedeutet Trinity’s Lemonade.“

Warum roch er nur so … männlich? Der frische Duft von Zitronen betörte ihre Sinne und stimulierte sie, was schon lange nicht mehr passiert war.

Aber sie machte sich keine Illusionen – er war der Besitzer einer Baseball-Mannschaft, was bedeutete, dass sich seine Gesprächsthemen wahrscheinlich auf Sport beschränkten. Obwohl … ihre Fingerspitzen kribbelten noch immer von der kurzen Berührung seiner Hand.

„Und warum soll es Trinity’s Lemonade heißen?“, fragte er. „Logan’s Lemonade klingt doch viel besser. Es fängt schließlich beides mit L an.“

„Sie wollen sagen, das ist eine Alliteration? Nein, nein, ich verstehe sehr viel mehr von Marketing als Sie. Deshalb schlage ich vor, wir konzentrieren uns auf unsere jeweiligen Stärken.“

Sie fügte ihrer Skizze noch ein paar Striche hinzu und stieß dann einen spitzen Schrei aus, als ihr Partner ihr die Hände auf die Schultern legte und sie zu sich umdrehte. Sein Mund war zu einem dünnen Strich verzogen, und er kam ihr plötzlich sehr viel größer vor als vorher.

„Aber bisher haben Sie mir von Ihren Stärken ja noch gar nichts erzählt“, sagte er grimmig. „Ich leite ein Millionen-Dollar-Sportunternehmen. Und was machen Sie, Ms. Forrester?“

„Ach, habe ich Ihnen das noch nicht erzählt?“, gab sie zurück und klimperte unschuldig mit den Wimpern. Das war natürlich Absicht, denn sie wusste genau, wie ein solcher Mann auf das Wort Kosmetikfirma reagieren würde.

„Ich bin die Marketing-Chefin von Fyra“, erklärte sie.

Überrascht sah er sie an. „Der Kosmetikkonzern?“

„Genau. Daher kenne ich mich mit Marketing bestens aus. Ihr Job ist es, den Sportler auszuwählen, der den Ball am härtesten trifft. Wenn wir eine Aufgabe bekommen sollten, in der es um einen Ball geht, habe ich kein Problem damit, Ihnen das Kommando zu überlassen.“

Diese Zeichnung für den Limonadenstand war der erste gute Entwurf, den sie seit vielen Wochen gemacht hatte. Zurzeit hatte ihre Muse sie verlassen. Und in den nächsten neunzig Tagen plante Fyra die Markteinführung eines neuen Produkts. Glücklicherweise hatte bisher noch niemand herausgefunden, dass Trinitys Kreativität versiegt war. Und sie konnte ihren Geschäftspartnerinnen auch nicht erzählen, dass sie in Bezug auf die Formel 47 mental blockiert war. Denn schließlich zählten sie auf sie.

Logan lächelte amüsiert. „Falls Sie das schon vergessen haben sollten, wir sind Partner. Lassen Sie es uns also zusammen angehen.“

Wie nett. Er hatte ja recht. Und deshalb trat sie einen kleinen Schritt nach links und bot ihm Raum vor der Tafel.

Dabei berührten sich ihre Ellbogen, denn er nahm sich mehr Platz, als sie ihm hatte zugestehen wollen. Der Mann schien nur aus Muskeln zu bestehen, hatte breite Schultern und schmale Hüften, und seine engen Jeans betonten die Kurve seines Pos. Kein Zweifel, Logan McLaughlin war ein Geschenk für die Frauen dieser Welt.

Wortlos griff er nach seinem eigenen Marker und strich Trinity’s Lemonade aus. Dann schrieb er McLemonade auf das Schild. Oh Gott! Das war perfekt. Wie konnte er es wagen, sich das einfallen zu lassen?

Stirnrunzelnd verschränkte Trinity die Arme vor der Brust und stieß Logan dabei bewusst den Ellbogen in die Rippen. Doch dessen Muskulatur war so fest, dass ihr Ellbogen sofort zu schmerzen begann.

„Na gut“, gab sie nach. „Wir nehmen Ihren Entwurf. Aber der Stand wird in Orange sein.“

Er zuckte die Achseln. „Damit habe ich kein Problem.“

Der Mann war unerträglich. Überhaupt nicht der nette Typ, wie sie gedacht hatte. Wenn er seinen Mund aufmachte, fand Trinity ihn sogar noch schlimmer. Wenigstens versuchte sie sich das einzureden.

„Ach ja? Womit haben Sie denn dann Probleme?“ Eigentlich sollte es nicht so schwierig sein, Haltung zu bewahren. Doch seine Nähe verunsicherte sie ein wenig.

Doch anstatt sie anzufunkeln, holte er nur tief Luft.

„Lassen Sie uns noch einmal von vorn beginnen“, sagte er und streckte seine Hand aus.

Sie schlug ein, und kleine Wellen der Erregung durchrieselten ihren Körper.

„Ich bin Logan McLaughlin. Ich leite ein Baseball-Team, und leider verkaufen wir zurzeit zu wenig Tickets. Daher hat meine Pressesprecherin vorgeschlagen, dass ich in diese Gameshow gehe. Es geht um mehr Aufmerksamkeit für unsere Mannschaft. Jede Hilfe, die ich für dieses Ziel bekomme, ist mehr als willkommen.“

Trinity hielt seinem Blick stand, und seine unvermittelte Ehrlichkeit ließ ihren Puls schneller schlagen. Verdammt.

„Hi“, sagte sie, denn mehr bekam sie nicht heraus, als sie sich anstarrten. Die Luft vibrierte geradezu vor Intensität. „Ich bin, äh, Trinity Forrester. Ich verkaufe Kosmetika, zusammen mit drei Frauen, die ich über alles liebe. Unsere Firma hat gerade schlechte Publicity, deshalb trat meine Pressesprecherin mit der brillanten Idee an mich heran, mich in eine TV-Show zu bringen. Ich … nun, ich bin mir nicht ganz sicher, dass das eine gute Idee war.“

Das brachte Logan zum Lachen, und sein Lachen löste eine Wärme in ihr aus, die ihr so wohltat, dass ihre Knie weich wurden. Aber diese Art von Schwäche durfte sie nicht zulassen. Doch sich gegen ihn zu wappnen, kostete sie mehr Energie, als ihr lieb war.

Aber war es denn wirklich so falsch, sich von einem Mann berühren zu lassen? Okay, er war unerträglich, stur und viel zu tugendhaft für ihren Geschmack. Doch er hatte einen fantastischen Körper, ein schönes Lächeln und längeres Haar, das geradezu dazu einlud, es mit der Hand zu verwuscheln. So schlecht konnte er also nicht sein.

„Komischerweise habe ich gerade genau dasselbe gedacht“, gab er zu, und kleine Lachfältchen zeigten sich um seine Augen. „Aber ich habe meine Meinung geändert. Ich glaube, wir können uns gegenseitig helfen, wenn wir zusammenarbeiten. Wollen Sie es versuchen?“

Er wollte also nett sein statt ein stures Arschloch.

Sie wusste, dass er recht hatte. Von einer Zusammenarbeit würden beide profitieren. Daher biss sie sich auf die Lippe und entzog ihm ihre Hand. „Okay, ich bin dabei.“

Sie steckten ihre Köpfe zusammen, und tatsächlich hörte Logan sich ihre Ideen an. Trinity war begeistert, als er über ihre Witze lachte. Aber das musste ja niemand erfahren.

Am Ende des Nachmittags hatten sie vierhundert Dollar mit ihrem Limonadenstand eingenommen. Der Himmel wusste, wie sie das geschafft hatten. Denn sie hatten sich über jeden einzelnen Punkt gestritten: den Standort des Kiosks, die Größe des Bechers, den Preis der Limonade …

Schließlich forderte sie der Producer auf, alles zusammenzupacken und zurück ins Studio zu fahren, damit sie den Dreh für heute beenden konnten. Sie fuhren in getrennten Autos und trafen sich schließlich in dem nachgebauten Konferenzraum wieder.

Diesmal setzte Trinity sich hin. Den ganzen Tag in High Heels rumzustehen, forderte seinen Tribut.

„Willkommen zurück!“, rief Rob Moore, und die Teams versammelten sich um den Tisch herum.

Logan stand hinten im Raum. Trinity tat so, als würde sie den leeren Stuhl rechts von sich gar nicht bemerken. Alle anderen Teams saßen zusammen, aber das war für sie in Ordnung. Sie und ihr Partner vertrugen sich wie Öl und Wasser. Sie hatten nur deshalb so gut zusammengearbeitet, weil sie keine andere Wahl hatten.

„Wir haben alle Einnahmen zusammengezählt, und ich muss sagen, Sie haben fantastisch gearbeitet.“ Der Moderator schenkte ihnen ein strahlendes Lächeln. „Aber die Gewinner sind Mitch Shaughnessy und John Roberts!“

Enttäuscht klatschte Trinity höflich, als das Gewinner-Team sich High Five gab und nach vorn ging, um den Scheck für das St.-Jude-Kinderkrankenhaus in Empfang zu nehmen. Das war natürlich das Allerwichtigste – das Geld war für einen guten Zweck bestimmt.

„Die Einnahmen des Gewinner–Teams belaufen sich auf …“ Rob Moore machte eine kleine dramatische Pause, „vierhundertachtundzwanzig Dollar. Wirklich sehr beeindruckend!“

Oh Gott! Sie hatten den Preis nur um ein paar Dollar verpasst. Am liebsten hätte Trinity den Kopf auf den Tisch geschlagen, doch der Gedanke an die Kameras hielt sie davon ab. Andererseits – würde das ihre Publicity nicht vielleicht sogar vergrößern? Darüber dachte sie nach, während der Moderator zum Ende der Show kam.

„Heizt den elektrischen Stuhl an, Jungs“, rief er den Technikern zu. „Denn wir müssen ein paar Hinrichtungen vollziehen.“

Das war der geschmackloseste Teil der Show, den sie eigentlich hatte vermeiden wollen. Plötzlich hatte sie eine gute Idee, wie sie das schaffen und gleichzeitig die Kameras auf sich ziehen konnte.

Sie schob ihren Stuhl zurück, sprang auf und stürzte auf ihren Partner zu. Dann stieß sie ihm gegen die Brust – etwas heftiger, als sie beabsichtigt hatte, aber die Kameras waren auf sie gerichtet, und mehr hatte sie nicht bezwecken wollen.

„Das ist allein Ihre Schuld, McLaughlin. Wir hätten gewinnen können, aber Sie haben es verhindert.“

Logan kniff die Augen zusammen und nahm ihre Hand weg. „Worüber reden Sie da? Das Problem begann damit, dass man uns zusammengeführt hat. Bad Girl trifft All-American-Boy? Ich bitte Sie! Stattdessen hätten sie uns das Katastrophenteam nennen sollen.“

Das war eine so perfekte Zusammenfassung ihres Tages, dass Trinity am liebsten laut gelacht hätte. Aber sie konnte seinen Witz auch später noch genießen, bei einem guten Glas Wein. Dann würde sie auch den Umstand feiern, dass sie ihn nie wieder sehen würde. „Wissen Sie eigentlich, was Ihr Problem ist?“

„Nein, aber ich bin sicher, Sie werden es mir sagen“, erwiderte er und verschränkte die Arme vor der Brust. Dabei trat sein Bizeps unter seinem Hemd hervor, als ob er sie auffordern würde, ihn zu berühren. Das hätte sie auch gern getan, verkniff es sich aber.

„Ja, und das scheint auch nötig zu sein. Denn sonst würden Sie weiterhin mit ihrem Buch voller Regeln herumwandern und … wissen Sie, was? Von mir aus können Sie sich das irgendwohin stecken. Denn manche Regeln sind einfach nur dazu da, um gebrochen zu werden. Deshalb haben wir auch verloren. Von mir aus können Sie gern den Heiligen spielen, aber bitte ohne mich.“

Logan lief rot an. „Wollen Sie etwa behaupten, ich wäre ein Saubermann?“

„Wenn Sie es so nennen wollen, ja“, erwiderte sie. „Doch das ist nicht einmal Ihr größtes Problem.“

Er rollte mit den Augen, sein Blick war feurig, und sie wäre fast vor ihm zurückgewichen, weil er wirklich bedient war. Und auch wenn Trinity die Aufmerksamkeit der Kameras auf sich gerichtet haben wollte, war ihr nicht wohl dabei, dass sie ihn angriff. Andererseits – wenn er so in Rage geriet, war er nur noch auf sie konzentriert, und das gefiel ihr.

„Oh, das muss ich unbedingt hören. Bitte erleuchten Sie mich.“

„Sie fühlen sich zu mir hingezogen, und das gefällt Ihnen nicht.“

Logan starrte sie an. „Entschuldigung, wie war das?“

„Sie haben mich gehört.“

Erneut stieß sie ihm gegen die Brust. Ups! Sie war hart und solide, und es machte sie heiß, wie stark er war.

„Ich habe Sie in der Tat gehört“, grollte er. Doch anstatt ihre Hand wegzunehmen, zog er sie an seine Brust. „Was ich damit gemeint habe, ist … nun, das ist das Verrückteste, was Sie mir heute gesagt haben.“

Der Kameramann zoomte auf die beiden. Trinity sah die Linse aus den Augenwinkeln und hätte fast gelächelt.

Eine solche Publicity konnte man nicht kaufen. Spätestens morgen würde dieser Clip im Netz auftauchen: Zwei Unternehmer kriegen sich am Set einer Realityshow in die Haare. Die Zuschauer würden eine starke Frau sehen, die sich von ihrem männlichen Partner nichts bieten ließ. Solange sie Fyra richtig buchstabierten, konnte es ihr egal sein.

„Nun, dann machen Sie sich mal auf noch mehr Verrücktheit gefasst. Denn Sie fühlen sich nicht nur zu mir hingezogen, sondern Sie können auch nicht aufhören, darüber nachzudenken, wie es sein würde, mich zu küssen. Geben Sie’s ruhig zu! Sie sind neugierig auf mein Zungenpiercing.“

„Natürlich bin ich das“, gab er überraschend zurück.

Ach, wirklich? Sie musterte ihn skeptisch. Tatsächlich, er hatte anscheinend die Wahrheit gesagt. Logan McLaughlin, der Besitzer eines Baseball-Teams der Major League, hatte noch nie eine Frau mit einem Zungenpiercing geküsst. Und er wollte es tun.

„Nun, ein Weg, um das herauszufinden, ist …“