Viel Trubel um Suzie - Kaye Kaiser - E-Book

Viel Trubel um Suzie E-Book

Kaye Kaiser

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Beschreibung

Ein lustiges Sommerabenteuer für alle, die ein Herz für Tiere haben. "In unserem Dorf passiert nie etwas!", beklagt sich Annika. Doch da hat sie sich gründlich getäuscht: In diesem Sommer geht es in Grottenstein drunter und drüber – und schuld daran ist nicht zuletzt ihr geliebtes Schweinchen Suzie. Dabei fangen die Ferien so gut an: Während die Eltern im Urlaub sind, kümmert sich Onkel Helmut um Annika und die Gäste der kleinen Familienpension. Und dann lernt Annika – dank Schweinchen Suzie – am Badesee auch noch den netten Benni kennen. Doch bevor sie mehr über den geheimnisvollen Jungen erfahren kann, passieren lauter schlimme Sachen: Ein neues Hotel eröffnet im Dorf und schnappt der Familienpension die Gäste weg. Kurz danach verkracht sich Annika mit Benni – und schließlich büxt auch noch ihr Schweinchen aus und verläuft sich im Wald. Ein Glück, dass es dort diese komisch stinkenden Knollen ausgräbt... Empfohlen ab 8 Jahren.

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Seitenzahl: 86

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Kaye Kaiser

Viel Trubel um Suzie

Eine Geschichte mit ganz viel Schwein

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1 – Annika, die Frühaufsteherin

Kapitel 2 – Suzie geht baden

Kapitel 3 – Die netten Friedels

Kapitel 4 – Die Meerschweinchen

Kapitel 5 – Putzaktion

Kapitel 6 – Ein neues Hotel

Kapitel 7 – Annika ist sauer

Kapitel 8 – Schreck beim Baden

Kapitel 9 – Eine Einladung

Kapitel 10 – Jagd auf Suzie

Kapitel 11- Stinkende Knollen

Kapitel 12 – Benni heult

Kapitel 13 – Die Geheimwaffen

Kapitel 13 – Viel Trubel

Kapitel 14 – Grottenstein ganz groß

Epilog – Ein rosa Schweinchen

Impressum neobooks

Kapitel 1 – Annika, die Frühaufsteherin

Annika war wieder einmal vor allen anderen wach. Sie öffnete ihr Dachfenster hoch über dem Marktplatz von Grottenstein und lugte hinaus. Ein paar Spatzen nahmen ein frühes Bad in den Pfützen, die vom Regen noch übrig waren. Alle anderen Bewohner von Grottenstein schienen noch tief und fest zu schlafen.

»Gott sei Dank, das schlechte Wetter ist vorbei«, dachte sie und blinzelte in die Sonne. Die Aussicht auf ein schönes Wochenende würde vielleicht wieder ein paar Gäste nach Grottenstein locken. Und das hatte die Pension Trudel, die Annikas Eltern gehörte, dringend nötig.

An der kleinen Familienpension gab es eigentlich nichts auszusetzen: Die Gästezimmer waren zwar klein, aber liebevoll und gemütlich eingerichtet. Die Badezimmer waren frisch renoviert und alles blitzte nur so vor Sauberkeit.

Auch das Frühstück ließ keine Wünsche offen: Es gab frisches Brot, fünf Sorten selbstgemachte Marmelade und frisch gepressten Orangensaft. Und geradezu legendär war der Trudelstrudel – täglich frisch gebacken von Oma Trudel nach einem geheimen Familienrezept.

Doch trotzdem übernachteten viel zu wenige Gäste in der Pension. Das Problem war, dass es nichts – aber auch gar nichts – gab, was einen Touristen nach Grottenstein locken konnte.

Grottenstein war ein durchschnittliches kleines Dorf an durchschnittlich schöner Lage, umgeben von einem durchschnittlichen Wald, in dem ein durchschnittlicher Badesee vor sich hindümpelte. Manche Besucher warfen auch einen Blick in das Grottensteiner Mühlstein-Museum, in dem sage und schreibe fünf Mühlsteine ausgestellt waren. Aber das war’s auch schon mit Attraktionen.

Annika warf einen letzten Blick auf die Spatzen und schloss das Dachfenster. Sie beschloss, die Sorgen für heute zu vergessen. »Sommerferien und schönes Wetter, was will man eigentlich mehr?«, sagte sie zu sich selbst. Sie schnappte sich ihre Badetasche und lief leise vorbei an den Türen der Gästezimmer die Treppen hinunter.

Dieser Sommer war für sie etwas ganz Besonderes: Ihre Eltern waren für drei Wochen verreist – zum ersten Mal ohne Annika. Sie waren nach England geflogen, um bei der Hochzeit ihrer Tante dabei zu sein, die einen Engländer heiratete.

»Eine richtige englische Sommerhochzeit! Drei Tage auf einem schönen Landsitz, jeden Nachmittag Tee und Gebäck, Spaziergänge im Rosengarten…«, hatte die Mutter geschwärmt, als die Einladung eingetroffen war. »Nur schade, dass wir nicht gehen können. Im Sommer gibt es hier in der Pension immer am meisten zu tun.«

»Aber nein, ihr müsst unbedingt da hinfahren!«, hatte Oma Trudel gerufen, denn sie wusste, wie sehr ihre Tochter für die englische Lebensart schwärmte.

»Ja, ihr müsst gehen!«, hatte auch Annika gesagt, denn sie wusste, wie sehr ihr Vater seine kleine Schwester mochte. Er konnte doch nicht ihre Hochzeit verpassen!

Schließlich hatte sich auch noch Onkel Helmut, Mutters Bruder, eingemischt, der gerade zu Besuch war: »Ihr geht und damit basta. Wenn sich jemand einen Urlaub verdient hat, dann ihr. Für ein paar Wochen geht es auch ohne euch. Es sind Sommerferien, also kann Annika kann beim Frühstück für die Gäste helfen – sie steht ja sowieso immer so früh auf. Oma Trudel kann den Strudel backen. Und Frau Knogge ist ja eh jeden Tag da, um die Zimmer zu aufzuräumen.«

Doch Annikas Vater hatte protestiert: »Das ist zwar toll, aber es gibt doch noch viel mehr zu tun: die Reservationen und die Rezeption und die Wäsche und das Einkaufen...«

»Stopp, stopp!«, hatte Onkel Helmut dazwischen gerufen. »Auch dafür habe ich eine Lösung – das übernehme ich. Ich wechsle sowieso meine Stelle und habe den ganzen Sommer frei. Also komme ich für ein paar Wochen hierher und spiele Manager, Hausmann und Mädchen für alles.« Zufrieden grinsend hatte er sich auf dem Sofa zurückgelehnt.

Natürlich hatten die Eltern noch tausend andere Einwände gefunden, doch gemeinsam hatten sie es schließlich geschafft, sie zu überreden. Sie beschlossen sogar, nach der Hochzeit noch ein paar Tage Wanderferien an der englischen Küste dranzuhängen.

Und so waren ihre Eltern waren also tatsächlich vor einigen Tagen abgereist – natürlich nicht ohne einen ganzen Stapel an Anweisungen zu hinterlassen. Doch bisher hatte alles prima geklappt: Die wenigen Gäste waren gut versorgt und zufrieden. Annika verstand sich super mit Onkel Helmut und freute sich, dass er einmal länger zu Besuch war.

Vor allem aber liebte sie das Essen, das er für sie kochte. Ihr Onkel war nämlich gelernter Koch und hatte schon in Restaurants auf der ganzen Welt gearbeitet. Nach den Sommerferien wollte er eine neue Stelle als Chefkoch in einem großen Familienhotel in Österreich antreten. Deshalb nutzte er jetzt die Zeit, um neue familienfreundliche Rezepte an Annika zu testen.

»Gott sei Dank gehe ich fast jeden Tag schwimmen«, dachte Annika. »Mit Omas Strudel und Onkel Helmuts Testessen wäre ich am Ende der Ferien sonst so dick wie eine Dampfnudel.«

Sie öffnete die Hintertür der Pension, holte ihr Fahrrad aus dem Schuppen und ging zum Schweinegehege, wo sie von Suzie schon mit einem fröhlichen Quieken begrüßt wurde.

Kapitel 2 – Suzie geht baden

Suzie saß gemütlich auf dem großen Badetuch im Körbchen am Lenker und streckte fröhlich ihr Schnäuzchen in den Wind. Das freute Annika. Es schien Suzie richtig gut zu gehen, obwohl es erst zwei Wochen her war, dass Onkel Willi gestorben war.

Onkel Willi war nicht nur Suzies Onkel, sondern auch ihr bester Gefährte gewesen, aber leider um einiges älter. Nun war Suzie ein Einzelschwein und das war gar nicht gut, denn Minipigs sind sehr gesellige Tiere.

Glücklicherweise war Abhilfe in Sicht. Suzies Schwester, die auf einem Bauernhof in der Nähe wohnte, war trächtig und die Bäuerin hatte Annika versprochen, dass sie sich eines der Ferkel aussuchen durfte. Doch noch war es nicht soweit. Damit Suzie nicht schwermütig wurde, hatte Annika sich vorgenommen, jetzt in den Sommerferien besonders viel Zeit mit dem Schweinchen zu verbringen.

Zum Suzie-Beschäftigungsprogramm gehörte bei schönem Wetter ein morgendliches Bad im Waldsee, denn Suzie war – wie fast alle Minipigs – eine begeisterte Schwimmerin.

Annika musste lachen, als sie daran dachte, wie sie das Schweinchen im letzten Sommer das erste Mal mit zum See genommen hatte. Das war nicht am frühen Morgen, sondern am Nachmittag gewesen. Suzie hatte sich, ohne einen Moment zu zögern, ins Wasser gestürzt und war fröhlich zwischen den Schwimmern und den planschenden Kindern herumgepaddelt.

Leider waren die Menschen von dem Schweinchen nicht so begeistert wie das Schweinchen von den Menschen: Noch am gleichen Abend hatte die Bürgermeisterin persönlich bei den Trudels angerufen und gebeten, in Zukunft das Baden von Schweinen zu unterlassen.

Schließlich wäre der Badesee (neben dem Mühlstein-Museum) die größte Touristenattraktion von Grottenstein und man könne sich nicht leisten, die Gäste wegen einer solchen Schweinerei zu vergraulen. Gerade als Inhaber der einzigen Pension vor Ort sollten die Trudels doch wissen, wie wichtig der Tourismus für Grottenstein sei!

Annikas Eltern hatten sich zwar beim Anruf der Bürgermeisterin das Lachen kaum verkneifen können, baten Annika aber dann doch, Suzie künftig vom Baden mit Touristen fernzuhalten.

Seitdem kam Annika immer frühmorgens mit Suzie an den Badesee, lange bevor sich die anderen Badegäste dort blicken ließen. Annika, die sowieso von Natur aus eine Frühaufsteherin war, machte das nichts aus. Im Gegenteil, inzwischen genoss sie die ruhigen Momente.

Am See angekommen sprang Suzie sofort aus dem Körbchen und rannte ins Wasser. Während Annika das Badetuch ausbreitete und sich auszog, schwamm das Schweinchen schon in Richtung Schilf. Sie liebte es, bei der Entenfamilie, die dort lebte, etwas Unruhe zu stiften.

Mit eingezogenem Bauch lief auch Annika ins Wasser. Trotz der heißen Sommertage war es noch ziemlich kalt. Doch bald war sie ganz drin und schwamm hinüber zum Schilf, von wo lautes Planschen und aufgeregtes Schnattern zu hören war.

»Suzie!«, rief sie, »Suzie, komm her und lass die armen Enten in Ruhe!« Doch das Schweinchen ließ sich nicht blicken und das Planschen hinter dem Schilf wurde nur noch wilder.

Als Annika um das Schilf herum schwamm, stockte ihr der Atem. Suzie spielte gar nicht mit den Enten, sondern hatte sich offensichtlich im Schilf verfangen. Sie zappelte und strampelte verzweifelt, um sich zu befreien!

So schnell wie möglich schwamm Annika zwischen den schnatternden Enten hindurch zu Suzie. Sie packte das Schweinchen um den Bauch und zog zuerst vorsichtig, dann immer fester. Doch was auch immer die Beinchen festhielt, es löste sich nicht.

Mit der einen Hand hielt Annika Suzies kleinen Kopf über Wasser, mit der anderen tastete sie unter Wasser herum. O weh, irgendeine Schnur oder ein Netz hatte sich um die Vorderbeine gewickelt!

Je mehr das Schweinchen strampelte, umso schlimmer verhedderte es sich. Annika versuchte die Schnur abzustreifen oder durchzureißen, doch es gelang ihr einfach nicht.

Mittlerweile gingen ihr wie auch Suzie die Kräfte aus. Was sollte sie nur tun? Sie musste Suzie über Wasser halten und konnte nicht weg, um Hilfe zu holen.

»Haaallo! Hilfe!«, rief sie laut, obwohl sie wusste, dass niemand sie hören konnte. Um diese Zeit war ja nie jemand am See außer ihr. Sie schluchzte verzweifelt.

Plötzlich sah sie eine Bewegung neben sich: ein brauner Haarschopf, eine Hand, in der ein Messer blitzte. Der Haarschopf tauchte unter und wenige Sekunden später spürte sie, wie sich die Beine des Schweinchens wieder bewegten. Sie zog nochmal mit aller Kraft und Suzie war wieder frei!

Prustend tauchte der Junge, zu dem der Haarschopf gehörte, wieder auf und klappte sein Taschenmesser zusammen. Gemeinsam schoben und zogen sie das erschöpfte Tier zum Ufer.

Dort angekommen, nahm der Junge das Schweinchen geschickt in die Arme und trug es zu Annikas Badetuch. Er legte es vorsichtig hin und begann es sanft abzutrocknen.

Annika war so erschöpft, dass sie nur zitternd daneben stand und stumm zuschaute. Schließlich stammelte sie: »Danke, danke, danke!«