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Die Jahrhunderte alte Prophezeiung erfüllt sich! Die Kinder des Lichts sind auf dem Weg zur Erde und mit ihnen die Hoffnung des gesamten Planeten. Doch der dunkle Dämonenanführer Dykerius versucht das mit allen Mitteln zu verhindern, da seine Existenz und die des Schattens durch dieses Vorhaben bedroht wird. Ein spannendes und spirituelles Abenteuer beginnt und führt uns in die größte Schlacht zwischen Licht und Schatten aller Zeiten. "Wir alle sind aufgerufen uns zu erinnern, wir alle sind ´´Wächter des Lichts ´" Eva-Maria Mora
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Seitenzahl: 366
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Für Leonie und Felix
Vorwort
Einführung
Der Rat des Waldes
Der Aufbruch
Der Spion
Das erste Hindernis
Die Macht der funkelnden Steine
Der Tag beginnt
Die Flucht der Tiere
Unverhofft
Den Menschen ganz nah
Irrlichter
Getrennte Wege
Die Wächter des Lichts
Im Reich der Zwerge
Die Armee des Bösen
Die Verwüstung
Hoffnungsschimmer
Das Tor
Im Reich der Elfen
Die Ältesten
»Lemra luria debala Darian«
Ungewollte Enthüllung
Der König der Bergzwerge
Der Rat der Elfen
Aus höheren Sphären
Die schwarze Magie der Dämonen
Aufbruch der Elfen
Hilfreiche Schneeelfen
Das große Wiedersehen
Zurück zu alten Wurzeln
Die Waldzwerge brechen auf
Nachts am Feuer
Die Nacht der Elfen
Der Sturm
Die Menschen
Die Wächter des Lichts auf der Suche
Vom Winde verweht
Die Höhle der Schatten
Heldenhaft
Die Schar des Bösen
Die Erzengel des Wassers
Der Plan
Das verlassene Dorf
Die Magie der Zwerge
Im Schein des Feuers
Der stumme Berg
Der Hinterhalt
Der Duft der Freiheit
Kampflüstern
Das Licht ist kampfbereit
Die größte Schlacht aller Zeiten zwischen
Keiner bleibt zurück
Ein Totgeglaubter kehrt zurück
Das rettende Feuer
Der Drache
Licht am Ende des Tunnels
Das Licht offenbart sich
Den meisten Menschen bleibt die geistige Welt verborgen, selbst bei einem Spaziergang in der Natur nehmen sie nicht wahr, wer oder was um sie herum ist: Naturgeister, Zwerge, Einhörner, Gnome, Kobolde, Trolle, Elfen, Nymphen, Sylphen, Drachen, Schwarzalben, Dämonen, Engel, Erzengel usw. Es sind keine erfundenen Fantasie oder Fabel- wesen, sie sind real und haben einen klaren Auftrag: Die Menschheit an ihre eigentlichen Aufgaben zu erinnern. Durch die Krankheit des Vergessens, haben diese Menschen jedoch ihre feinstoffliche Wahrnehmung und die natürliche Gabe der Hellsichtigkeit verloren.
Lediglich die Lichtkinder der neuen Zeit haben diese Fähigkeiten behalten und versuchen mit ihren Botschaften, in Büchern wie diesem, die Herzen der Menschen zu erreichen. Diese Kinder, die zum Teil schon im Erwachsenenalter sind, sind etwas ganz Besonderes. Sie verfügen über altes Wissen und haben die Fähigkeit das gedimmte Licht der Menschen wieder zum Strahlen und Leuchten zu bringen. Sie sind unsere Zukunft und in der Lage diese Welt von ihrem zerstörerischen Kurs zurück zu bringen in die Energie der Liebe, der Freude und des Friedens. Mit großem Engagement unterstütze ich meine Lichtgeschwister bei ihrem Auftrag und freue mich über die Transformation und Heilung für alle, die dadurch möglich ist.
In diesem Buch kann der Leser wieder Zugang finden zu den geistigen Wesen, sie in ihren Eigenheiten und Besonderheiten erleben und ihre wichtige Mission verstehen. In einer spannenden Erzählung nimmt die Autorin ihre Leser mit auf die magische Reise der Wächter des Lichts, die gegen die mächtigen Wesen der Dunkelheit kämpfen, im Krieg zwischen Gut und Böse, der seit Anbeginn der Zeit besteht.
Es ist die Geschichte von sechs Gefährten die mutig die herausfordernden und zum Teil gefährlichen Aufgaben auf ihrem Weg meistern. Es gibt dabei Höhen und Tiefen, Lachen und Tränen doch auch enge Freundschaften und Zusammenhalt, was nötig ist, denn nur gemeinsam kommen sie ans Ziel. Die inspirierenden Erlebnisse dieser unterschiedlichen Freunde machen dem Leser Mut, auf dem eigenen Weg weiterzugehen, egal wie schwierig manche Lebenskrisen auch sein mögen. Die Wesen aus der positiven geistigen Welt unterstützen die Menschen sehr gern, doch sie können nicht ungefragt eingreifen. Wenn man sie aber um Hilfe bittet, erscheinen sie sofort. Das Bewusstsein für ihre Lebensräume wird in diesem Buch ebenso geschärft, denn durch Unachtsamkeit und Verschmutzung der Erde ist das Zuhause der Naturwesen – und somit auch das der gesamten Menschheit - in Gefahr.
Wir alle sind aufgerufen uns zu erinnern, wir alle sind „Wächter des Lichts“, wir alle sind eins.
Herzlichst
Eva-Maria Mora
Es begab sich zu einer Zeit, in der auf der Erde Kriege herrschten und in der die Macht Einzelner Vorrang hatte, vor dem Wohlergehen der gesamten Menschheit. In der Religion als Manipulation Hilfesuchender sowie als Druckmittel und lediglich als Machtmittel zur Unterdrückung missbraucht wurden und ihr eigentlicher Nutzen, nämlich Hoffnung zu spenden, in Vergessenheit geriet. Zu dieser Zeit traten die Mächtigen des Himmels zusammen, um diesem Zustand ein Ende zu setzen. Anwesend waren, das Oberhaupt des Lichts, auch Gottvater genannt, die mächtigen Erzengel und Gaia, die Mutter Erde, die am meisten litt. Denn sie war es, die den Schmerz der Menschen, der Tiere und der Natur am eigenen Leibe spürte. Also schmiedeten sie einen Plan, der das Leben aller Lebewesen auf dem Planeten Erde drastisch ändern sollte. Das Oberhaupt des Lichts rief Tausende von Seelen zu sich und verkündete ihren soeben gefassten Entschluss. Ihre Aufgabe sollte sein, auf die Erde zu gehen und die Menschheit an ihre eigentlichen Aufgaben zu erinnern, die der Selbstfindung und der Verbreitung von Liebe entsprachen. Jede einzelne Seele entschied nun selbst, in welche Familie sie hineingeboren würde, damit die Erfüllung des Auftrages gewährleistet wäre. Daher beobachteten sie eine ganze Weile ihre potentiellen Eltern von der Seelenebene aus, um sicherzustellen, dass ihre Mission von Erfolg gekrönt sein würde. Bevor sie dann in ihren menschlichen Körper traten, besiegelten sie einen sogenannten Inkarnationsvertrag unter der Aufsicht von Erzengel Raziel. Sie versprachen, ihr Bestes zu geben, und ihre Reise begann. Das Oberhaupt des Lichts rief ihnen noch nach, dass sie sich vor der Krankheit des Vergessens in Acht nehmen sollten. Doch nicht jede Seele erhielt diese Botschaft, und so geschah es, dass sich viele kurz nach der Geburt damit infizierten. Nur wenige blieben bis zu ihrem fünften Lebensjahr resistent gegen die tückische Krankheit. Die Erzengel waren stets bemüht, nun auch die Letzten davor zu bewahren, doch am Ende waren es zu wenige, die verschont blieben. Die Mission drohte zu scheitern, und wieder traten die Mächtigen des Himmels zusammen und berieten sich.
Doch nicht jede Kreatur auf der Welt hatte das Bestreben, dass Frieden und Harmonie auf der Erde herrschten. Die dunkle Seite fürchtete bei jeder menschenrettenden Handlung des Lichts um ihre Existenz. Denn die traurigen, angstvollen und bösen Gedanken nährten sie und hielten sie am Leben. Positive und freudige Gedanken konnte sie nicht ertragen, aus Angst, sie müsste sich zurückziehen, was ihren sicheren Tod bedeuten würde. Auch jeder dunkle Gedanke eines Menschen erschafft eine neue düstere Kreatur, die sich in das Kollektiv der Dunkelheit eingliedert und versucht, die Menschheit von ihrem Glück fernzuhalten. So also kam es, dass sich der dunkle Dämonenanführer Dykerius auf den schwarzen Thron der Angst setzte und mit allen Mitteln versuchte, jeden Plan des Lichts zu durchkreuzen. Also war er auf der Hut und sandte seine Spione aus, die überall auf der Welt zugegen waren. Teils waren es Dämonen, negative Elementale und Söldner. Aber auch Naturgeister, die einst der Seite des Lichts angehörten, doch aus Wut und Verzweiflung dem Menschen gegenüber auf die dunkle Seite gewechselt waren. Ihre Beweggründe waren weniger bösartiger Natur zu dem Zeitpunkt des Wechsels, sie wollten lediglich dem Menschen den Rücken kehren und ihnen nicht länger hilfreich zur Seite stehen, während diese gedankenlos ihren Wohnraum zerstörten. Doch die dunkle Seite ist tückisch und voller dunkler Magie, also wurde in kürzester Zeit ihr Verstand vernebelt. Sie wurden gefügig und vor allem gehorsam. Sie hinterfragten nichts und taten wie ihnen geheißen.
Mit diesem Gefolge war sich Dykerius seines Sieges sicher, ihm entging nichts, seine Augen und Ohren waren überall auf der Welt offen.
Das Licht hingegen fürchtete Dykerius nicht, seit Anbeginn der Zeit bestand Krieg zwischen Gut und Böse, doch waren sich seine Anhänger diesmal nicht bewusst, an welcher Macht sich Dykerius bediente …
Vor Hunderten von Jahren lebte das Zwergenvolk eng verbunden miteinander in den Wäldern und in den Bergen, sie lebten im Einklang mit der Natur und allen Lebewesen. Doch plötzlich wurden einige von ihnen raffgierig und strebten eine höhere Macht an. Sie entwickelten Technologien, die ihnen den täglichen Arbeitstag erleichterten und vor allem beim Bergabbau dienlich waren. Doch aber sehr zum Leidwesen der Natur. Die Mehrheit der Zwerge verabscheute diese Entwicklung und versuchte sie vollständig zu unterbinden. Doch die Gier der anderen Zwerge war größer, und eine tiefe Kluft entstand zwischen ihnen. Und so kam es, dass die gierigen, uneinsichtigen Zwerge verbannt wurden und sich in die Berge zurückzogen. Die naturliebenden Zwerge wiederum blieben in den Wäldern, um sich dort um die Tiere und Pflanzen zu kümmern. So entstanden die verschiedenen Zwergenvölker. Doch die Bergzwerge lernten nicht daraus, die Sucht nach Gold und Edelsteinen überkam sie, und sie bauten Höllenmaschinen, die ganze Berge und ihre Bewohner zerstörten. Wichtige Lebensräume wurden genommen, Tiere starben aus, denn nur wenigen gelang rechtzeitig die Flucht und eine Anpassung an die neuen Lebensräume. Das Elfenvolk konnte diesen Verrat an der Natur nicht dulden und lehnte sich als einziges Volk gegen das Zwergenvolk auf. Es verwarnte sie mehrfach, stieß aber auf taube, starrsinnige Ohren. Folglich begann der große Krieg zwischen diesen beiden Völkern. Viele mussten ihr Leben lassen, doch auch hier blieb eine Einigung aus. Lediglich die Erkenntnis, dass Meinungsverschiedenheiten nicht durch Gewalt gelöst werden können, gewannen sie dadurch. Da aber dem Blutvergießen ein Ende gesetzt werden musste, trafen sich die Obersten der beiden Völker und handelten einen Waffenstillstand aus. Doch eine Freundschaft zwischen Elf und Bergzwerg war völlig ausgeschlossen, zu tief saß der Hass, der sogar noch heute stark zu spüren ist. Nun zogen sich die Bergzwerge noch tiefer in die Berge zurück und bemächtigten sich der Magie. Ihre Technologien jedoch gaben sie nicht auf, führten diese nur noch still und heimlich in der Tiefe der Erde durch. Sie wurden immer griesgrämiger und vergraulten jeden Gast, bis keiner mehr Interesse an ihnen hegte. Doch genau das hatten die Bergzwerge auch im Sinn, denn nur so gab es keine Zwischenfälle durch anders denkende Völker. So dachten sie jedenfalls. Nach einiger Zeit der vollkommenen Abgeschiedenheit wurden sie unvorsichtig, und Dykerius hatte leichtes Spiel, einen Teil von ihnen, die sich im stummen Berg niedergelassen hatten, zu überwältigen. Ihr Zurückziehen von den anderen Völkern wurde ihnen zum Verhängnis, denn nun blieben die Hilfeschreie ungehört und Rettung blieb aus. Auch der Bergzwergenkönig erhielt erst eine lange Zeit später die schockierende Nachricht, denn auch den Sylphen, dem Nachrichtendienst der Natur, blieben seine Tore verschlossen. Welche Ausmaße die Starrsinnigkeit dieses Volkes haben wird, sollte ihnen noch gewahr werden.
Denn Dykerius heuerte einen jungen Waldtroll an, der sich in der alten Sprache verstand, um ihm die alten Schriften zu übersetzen. So gelangte Dykerius an die Magie und Technologie der Zwerge. Seine Macht wuchs und drohte die Welt in Dunkelheit zu stürzen. Doch dass er sich der Magie bemächtigt hatte, wusste er zu verheimlichen, denn auch er war auf der Hut und er wusste, dass bald der Zeitpunkt gekommen war, um der Welt seine unbändige Macht zu offenbaren.
Dass der Zeitpunkt einer Wendung gekommen war, spürten auch die Naturgeister. Also riefen sie ihren Rat zusammen, denn ihre Existenz war stark bedroht, da die Menschen auch sie vergaßen. Sie zerstörten die Natur, holzten ganze Wälder ab, vergifteten die Luft und vor allem das für alle Lebewesen so wichtige Wasser. Die Menschheit war bereits dabei, sich und alles Leben auf der Erde auszulöschen.
Die letzten Sonnenstrahlen scheinen durch das dichte Geäst des Waldes, Mücken tummeln sich freudig und tanzen gemeinsam im zarten Licht. Eine leichte Brise weht durch die bunten Blätter und verteilt die Düfte der Umgebung in jede Richtung. Es raschelt auf dem Boden, ein kleiner feuchter Frosch erkämpft sich seinen Weg durch die heruntergefallenen Blätter auf der Suche nach dem nächsten Tümpel. Eichhörnchen springen von Ast zu Ast und genießen die noch warme Sonne. Kaninchen erweitern fleißig ihr unterirdisches Höhlensystem, die Ameisen tragen gewissenhaft ihre frisch gesammelte Nahrung in ihre Vorratskammern. Jedes Waldwesen verrichtet seine täglichen Aufgaben und erfreut sich des Lebens. Es ist ein Tag wie immer, ohne besondere Vorkommnisse, doch soll er noch einer der bedeutendsten Tage der Geschichte der Erde werden.
Plötzlich erzittert der ganze Wald und ein herzzerreißendes Wehklagen ist von überall zu hören, Vögel fliegen aufgeschreckt gen Himmel.
Eine tiefe Stimme murmelt: »Es ist schon wieder passiert, wir müssen den Rat einberufen!«, seine Augen blicken traurig zu Boden und er nickt seinem Weggefährten zu.
»Ich werde mich darum kümmern«, er erwidert das Nicken und macht sich sofort auf den Weg.
Lauron lehnt sich an eine Eiche, seine kleine, aber starke Hand streicht vorsichtig über die harte Rinde, bewundert dieses Wunder der Natur, diese Präzision.
Traurig blickt er hoch in den Wipfel, die Äste tanzen im Wind. Sonnenstrahlen lassen die Blätter hell funkeln und zaubern ihnen eine leuchtende Umrandung. Der Duft von feuchter Erde und Moos steigt ihm in die Nase, hier fühlt er sich wohl, denn hier ist sein Zuhause.
»Wir müssen dem ein Ende setzen, lange halten wir nicht mehr durch.«
Er streicht nachdenklich über seinen langen weißen Bart, atmet tief durch, derweil setzt sich ein Zitronenfalter auf seine Schulter. Ihre Blicke tauschen sich aus und Lauron weiß, was zu tun ist.
Schnell wirft er sich wieder seinen Umhang über und läuft in Richtung Waldlichtung, dort wo der Rat stattfinden wird.
Viele traurig blickende Tiere kreuzen seinen Weg, er schluckt schwer, streicht wieder über seinen Bart und setzt seinen Weg mit schwerem Herzen fort. Immer wieder hat er gehofft, dass sich ihre Situation bessern wird, aber statt sich zu bessern, verschlimmerte es sich zusehends.
An der Lichtung angekommen, inmitten einer Reihe von Linden, die zu einem Kreis zusammengewachsen sind, schürt er das Feuer, das er in der Mitte gezündet hat, und wartet auf die Anderen.
Inmitten der Linden befinden sich Steine, die den Ratsmitgliedern als Sitzplätze dienen. Schon seit vielen Jahrhunderten wird dieser Ort genutzt, um Naturgeister aus der ganzen Umgebung zusammenzuführen. Aber meist waren es freudige Ereignisse, sogar große Feste wurden hier abgehalten.
Lauron streicht die Erde von seinem Stein und setzt sich mühselig darauf. Aus seiner Tasche holt er seine aus Kirschbaumholz handgefertigte Pfeife und einen kleinen Lederbeutel hervor. Das Mundstück platziert er zwischen seine Lippen und hält es mit seinen Zähnen fest. Aus dem Beutel nimmt er, schwer atmend, spezielle Kräuter heraus und stopft diese in das Tabakloch. Mit einem kleinen Stöckchen zündet er die Kräuter an und zieht fest an der Pfeife. Sie beginnen zu glühen, und es duftet nach frischem Zitronengras, Minze und Äpfeln. Auf seinem Haar thront eine rote Zipfelmütze und sein langer weißer Bart fließt über seine rote Latzhose, in die ein grünes Hemd gesteckt ist. In seinen kleinen Knopfaugen spiegelt sich das Feuer.
Er ist der Älteste der Zwerge, Vertreter des Elements Erde, daher wurde er in den Rat gewählt, um die Interessen der Zwerge, Kobolde, Trolle, Kabauter, Heinzelmännchen, Gnome und der Waldtiere zu vertreten.
Das heutige Thema der Versammlung betrifft den ganzen Wald, jedes Tier, jedes Lebewesen, ja sogar jede Pflanze. Heute ist ein entscheidender Tag in der Geschichte der ganzen Naturgeister und Waldbewohner.
Die ersten Zuhörer treffen ein, Lauron nickt ihnen freundlich zur Begrüßung zu. Neugierig und voller Erwartungen setzen sie sich auf die Erde.
Nun erscheinen auch die anderen obersten Ratsmitglieder. Eine Elfe, die nicht nur für die Elfen, sondern auch für die Blumen und Pflanzen des Waldes spricht, ein Baumgeist, Vertreter der Baumgeister und Bäume, eine Wassernymphe, Vertreterin der Nymphen, Undine und des Elements Wasser und eine Sylphe, Vertreterin der Luft.
Gespannt nehmen sie Platz, doch warten sie noch auf den letzten Teilnehmer. Das Feuer in der Mitte schlägt plötzlich starke Funken und flackert wild umher. Jetzt ist auch das letzte Mitglied eingetroffen, der Feuersalamander, Vertreter der Drachen und des Elements Feuer, tritt aus den lodernden Flammen. Sein Körper ist übersät mit Feuer, doch als er den Waldboden betritt, nimmt er die Gestalt eines normalen Feuersalamanders an, wie wir ihn kennen, leicht rauchend, aber dennoch kalt. Er setzt sich auf einen Stein und begrüßt jeden Teilnehmer freundlich mit einem Nicken.
Lauron ergreift das Wort.
»Ich grüße euch, ihr alle wisst sicher, warum wir uns heute hier zusammengefunden haben. Schon wieder ist es passiert, und dies war nicht das einzige Mal. Immer wieder zerstören solche Ereignisse unsere Welt. Wir müssen dringend eine Lösung finden, lange werden wir es nicht mehr aushalten können, wir gehen zugrunde.«
Methitia, eine wunderschöne Elfe, mit langem roten Haar, strahlend schönen blauen Augen, einem Kleid aus Blättern und einer Rosenblüte auf dem Kopf, ist die Sprecherin der Blumenelfen: »Was hast du vor? Es ist nicht das erste Mal und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Wir haben schon vieles versucht, aber sie hören einfach nicht zu.«
Lauron unterbricht sie, indem er seine Hand erhebt, »Meine Teure, du irrst, früher war es anders, früher haben sie Rücksicht auf uns genommen. Damals, vor einigen hundert Jahren, waren wir Bestandteil ihres Lebens, sie haben uns geachtet und respektiert, ja teilweise sogar angebetet. Sie hielten Rituale für uns ab, fragten uns, bevor sie Häuser bauten, und achteten unsere Meinung. Nun fragt uns keiner mehr, nun wird einfach gebaut, unsere Wohnräume werden zerstört und durch Menschenhäuser und Straßen ersetzt.
Heute bietet uns keiner mehr einen schönen Wohnplatz an.
Fragen wir Betroffene, vielen von uns ist der Ernst der Lage gar nicht bewusst. Tritt vor!«
Lauron winkt einen kleinen Zwerg in die Mitte, er nimmt seine Mütze in die Hand. Tränen steigen in seine Augen und er spricht: »Das Heim meiner Familie wurde zerstört, wir wurden nicht gewarnt. Ich habe meine geliebte Frau verloren und meinen Sohn. Sie kamen, als ich gerade unterwegs war, plötzlich rissen sie unser Heim ab, zusammen mit meiner Familie, die sich dort aufhielt. Ich kam nach Hause, in Gedanken biss ich schon in das herrlich zubereitete Essen meiner Gattin und da sah ich es! Dort, wo mein Haus einst stand, war nur noch ein riesiges Loch, und daneben stand ein gewaltiges grünes Ungeheuer mit riesengroßen Rädern. Meine Lieben wurden nicht gewarnt, wieso haben sie das getan? Wieso war ich nicht da, um ihnen zur Hilfe zu eilen? Wir haben ihnen nie etwas getan, ganz im Gegenteil, wir sind doch diejenigen, die Tag für Tag für ihr Wohl sorgen.«
Lauron legt seine Hand auf die Schulter des verzweifelten Zwerges, spricht ihm sein Bedauern aus und bittet ihn, wieder Platz zu nehmen.
Eine kleine Elfe tritt in die Mitte, »Auch wir haben schwere Verluste ertragen müssen, wir sind die Hüter der Glockenblumen auf der großen Wiese.«
Jeder der Anwesenden weiß sofort Bescheid, welche Wiese gemeint ist, und alle blicken sie mit großen Augen an.
»Ich bin die einzige Überlebende. Alle meine Schwestern haben ihre Schützlinge verloren und mussten somit auch von uns gehen. Dort wo diese wunderschöne grüne, mit Blumen überfüllte Wiese einst war, ist nun ein riesiges Einkaufscenter. Hätten sie uns vorher gewarnt, dann hätten wir eine Umsiedlung vornehmen können, aber die Bagger kamen unvorhersehbar und zerstörten unsere Wiese in Windeseile.«
Sie setzt sich wieder hin und gibt dem Baumgeist das Wort, der schon aufgeregt wartet. Er ist ein knorriges altes Wesen, mit vielen Blättern im Gesicht und Ästen, die aus seinem Kopf ragen und wie Haare aussehen. Er tritt gemächlich in die Mitte, seine Bewegungen sind langsam und wirken schwerfällig. Mit tiefer Stimme spricht er:
»Ich bin Boran, der Sprecher der Baumgeister. Wie ihr wisst, erfahren wir im Moment den größten Schmerz von allen.
Die Kinder finden Vergnügen daran, den Bäumen, somit auch uns Schmerz zuzuführen. Wir sind allerdings Wesen, die jeden Schmerz und den Kummer des Baumes auch an unserem Leibe spüren. Wenn der Baum krank ist, dann sind auch wir es, wenn der Baum Schmerzen hat, dann auch wir. Wenn der Baum stirbt, dann müssen auch wir Baumgeister diese Welt verlassen. In der letzten Zeit werden vermehrt Bäume aus der Erde gerissen, Menschen ritzen ihre Namen in die Rinde, Äste werden willkürlich abgebrochen, wir werden ausgetauscht und durch Steine ersetzt. Nur weil die Bäume einigen Menschen in ihrem Garten zu groß werden oder angeblich im Weg stehen, werden sie wahllos gefällt oder verbrannt. Wir Baumgeister haben nie die Zeit, neue Unterkünfte zu suchen, daher finden wir, zusammen mit den getöteten Bäumen, den Tod.«
»Ich spreche für alle Wesen und Geister, die im Wasser leben«, Warena, eine wunderschöne, anmutige Wassernymphe steht auf. Ihre Augen leuchten so blau wie das Wasser. Ihr grünes, fast algenartiges Haar und ihr blaugrünes Kleid sind mit verschiedenfarbigen Muscheln und Schneckenhäusern geschmückt.
Die kleinen zierlichen Schuppen ihrer Haut funkeln in der Sonne, und ihre Stimme erklingt den anderen fast, als würde sie singen, so leicht und zart spricht sie, nahezu melodisch, »Wir haben schon lange um Hilfe gebeten. Ihr könnt eure Heimat verlassen und weiter ziehen, tiefer in den Wald, dort wo die Menschen schon lange nicht mehr hinkommen. Aber wir leben in den Gewässern. Die großen Meere sind überfüllt mit Müll und Gift, die Tiere sterben. Wasser ist der Grundbaustein des Menschen. Er kann ohne das Wasser nicht überleben! Der Mensch besteht zum größten Teil selbst aus Wasser und doch nimmt er keinerlei Rücksicht und handelt ohne Verstand. Nein, ganz im Gegenteil, in den letzten hundert Jahren hat er es auf die Spitze getrieben. Sie wissen, wie dringend sie Wasser benötigen, aber handeln trotzdem falsch.« Warena schlägt ihre Hand auf ihre Brust, »Wenn wir sterben, dann stirbt auch der Mensch.« Sie wischt sich eine Träne aus dem Gesicht, ihre Stimme wirkt zittrig und voller Trauer. »Warum gehen sie bloß so mit uns um? Die Gewässer sind verschmutzt! Und ich spreche von allen Gewässern, von dem kleinsten Bach und dem kleinsten Tümpel. Bäche werden trockengelegt, Tiere, die dort vorher gelebt haben, verschwinden, da ihr natürlicher Lebensraum zerstört wird. Moore werden trockengelegt, die Tiere und Geister müssen flüchten, wenn sie es überhaupt schaffen, meist verenden sie elendig. Die Menschen sprechen von Umweltschutz, aber wo? Es bringt doch nichts, wenn nur ein Land den Umweltschutz betreibt. Wenn, dann die ganze Welt. Das Massenbewusstsein muss angesprochen werden. Jeder Mensch auf dieser Welt muss verstehen, was er uns antut und somit auch sich selbst.«
Linja steht auf und legt ihre Hand auf Warenas Schulter, »Ich spüre euren Schmerz, meine Schwester, auch wir Luftgeister haben schwer zu kämpfen. Der Mensch benötigt nicht nur dringend das Wasser, sondern auch die Luft zum Atmen.« Sie nickt Warena zu, die sich langsam auf ihren Platz setzt.
Die Sylphe wirbelt über die Lichtung, ihr weißes Gewand weht im zarten Abendwind. Aufgrund ihres weißen Haares und ihrer weißen Haut wirkt sie fast durchsichtig. Linja ist sehr groß und hat die Statur ähnlich eines Menschen, nur filigraner und blasser. Wenn sie durch die Lüfte fliegt, dann sieht es aus, als würde eine Wolke vorbeiziehen.
Sie streicht ihr Haar aus den blassen Augen. Anmutig spricht sie, während die anderen Wesen von ihrer Schönheit ganz hingerissen sind.
»Fabriken, Autos und Maschinen verschmutzen unsere Luft, die Menschen verpesten sie durch ihr ständiges Rauchen. Aus den Schornsteinen steigen schwarze Rauchschwaden empor, wir haben in den letzten Jahrhunderten noch nie so viel zu tun gehabt wie in den letzten Jahren. Bald können wir die Luft nicht mehr reinigen. Durch unsere Stürme, Tornados und andere Naturkatastrophen haben wir versucht, die Menschen auf ihre Vergehen aufmerksam zu machen, aber leider hören sie uns nicht mehr.
Nur einige Menschen können unseren Ruf hören, aber es sind noch zu wenige! Das Massenbewusstsein muss erreicht werden. Die Elfen können sicher berichten, dass auch Tiere der Luft sterben. Schmetterlinge werden weniger, einzelne Arten sind schon lange ausgestorben. Vögel verschwinden, nun gut, das liegt sicher nicht nur an der Luftverschmutzung, sondern auch an der Zerstörung der Natur. Bäume und Sträucher werden herausgerissen, Wiesen mit wunderschönen Wildblumen werden vernichtet und durch Pflastersteine ersetzt. Allgemein werden Wildblumen, sie nennen es Unkraut, vergiftet, herausgerissen oder verbrannt. Dass andere Wesen, wie Insekten, diese Pflanzen benötigen, daran wird gar nicht gedacht. «Sie schaut zu den Elfen, die ihr nickend zustimmen.
Methitia springt auf, »Du hast Recht, unsere Blumen und Pflanzen sind angeblich in der Pflege zu aufwendig, werden umgegraben und einfacher Rasen wird gesät, damit nur noch der Rasen gemäht werden muss. Ja, und dann warnen sie uns auch nicht mehr. Früher haben sie uns vorher Bescheid gegeben, wenn sie mit der Sense kamen, da hatten wir noch genug Zeit, diese Fläche zu verlassen. Nun kommen sie einfach überraschend mit dem Rasenmäher und wir werden von ihnen verletzt. Schaut!« Methitia holt eine kleine rosafarbene Elfe aus der Menge, »Seht sie euch an!« Sie weist die kleine Elfe an, sich umzudrehen und ihre Flügel zu zeigen. Die Zuschauer sind entsetzt. Zwergenfrauen halten ihre Hände vor den Mund, ihre Augen weiten sich und sie schluchzen leise.
Die kleine Elfe zupft an ihrem Kleid aus Blättern. Mit großer Anstrengung versucht sie ihre Tränen zu unterdrücken, aber es gelingt ihr nicht. Ein Kobold streicht sie ihr liebevoll aus dem Gesicht. Ihre wunderschönen Flügel sind verletzt, ein Rasenmäher hat einen der Flügel gekürzt, und somit kann diese kleine Elfe nie wieder fliegen. Sie ist noch sehr jung und stand gerade kurz davor, ihre eigene Blume zu bekommen, die sie behüten und pflegen sollte. Elfen sind die Hüter der Pflanzen, die Beschützer der Natur. Sie sorgen dafür, dass die Wiesen so herrlich blühen, die Blumen in unseren Gärten so fantastisch duften und so vielfältig in den schönsten Farben schillern. Aber sie haben noch weitere Aufgaben, zusätzlich sind sie die Schutzengel der Tiere. Sogar jedes Haustier hat eine Elfe als Schutzengel, gerade bei ihren waghalsigen Abenteuern, die sie tagtäglich erleben, ist es schön zu wissen, dass sie immer beschützt werden.
Die kleine Elfe begibt sich wieder zu ihrem Platz in der Menge und wird von den kleinen weiblichen Wesen in den Arm genommen.
Methitia aber setzt sich noch nicht.
Sie hat noch jemanden, den sie in den Kreis bittet. Eine grau-weiß getigerte Katze setzt sich in die Mitte, ruhig blickt sie auf die Zuschauer.
Methitia deutet auf das verletzte Ohr.
»Die Kinder haben das dieser Katze angetan, wie kommen sie darauf, so etwas zu tun? Was geht nur in ihnen vor?«
Lauron streichelt die Katzenpfote und blickt zu den anderen Ratsmitgliedern. »Und aus diesem Grunde haben wir diesen Rat heute zusammengerufen. Diese Ratssitzung wird heute nicht nur in diesem Wald stattfinden, sondern auf allen Plätzen dieser Welt. Lange haben wir es herausgezögert, aber nun müssen wir alle zusammen mit vereinten Kräften etwas unternehmen. Die Menschen müssen wieder auf uns aufmerksam gemacht werden. Es ist so leicht für sie, uns wieder etwas zu achten, es nimmt nicht mal viel Zeit in Anspruch! Das Einzige, was sie zu tun haben, ist, sich unserer zu erinnern. Wenn es ihnen bewusst wird, dass wir noch immer existieren, dann brauchen wir nicht mehr zu leiden. Und sie auch nicht. Wenn wir zusammenarbeiten, dann können wir so viel erreichen. Wir müssen sie erinnern, dass wir ihnen Schmerz und Kummer nehmen und liebevolle Dinge in ihr Leben bringen können. Die Menschen müssen wieder lernen, im Einklang mit der Natur und mit uns zu leben, und müssen erkennen, dass es uns allen ungemein nützt.«
Warena erhebt sich erneut: »Lauron, deine Idee ist leider nicht neu. Viele Jahre haben wir es versucht, immer wieder! Und dennoch sind wir zu keinem Ergebnis gekommen.
Nie haben die Menschen wirklich versucht, mit uns zu leben, wir waren immer getrennt von ihnen. Sie verschmutzen unser Wasser, nur ist es ihnen noch nicht bewusst, dass es ebenso ihr Wasser ist. Auch sie benötigen Wasser zum Leben. Sie verschmutzen die Luft, auch sie benötigen die Luft zum Leben. Die Erde, die ihnen Nahrung liefert, wird verschmutzt, was geht in diesen Köpfen vor?«
Die anderen Ältesten nicken, und alle Anwesenden stimmen lautstark zu.
Xzanon steht auf: »Ich spreche als Einziger für die Wesen, die schon unsere Erde verlassen mussten. Nur noch wenige erinnern sich an diese Zeit, alte Geschichten erzählen uns von ihnen, von diesen prachtvollen Wesen. Gejagt, gefoltert, gedemütigt, getötet, nahezu ausgerottet über Jahrhunderte. Sie haben den schlimmsten Schmerz ertragen müssen. Auch ihre Qualen begannen harmlos, bis der Mensch ihrer überdrüssig wurde. Ihr Martyrium begann und nahm seinen Lauf. Ihr alle wisst, von wem ich spreche, eure Mythen und Sagen erzählen von ihnen. Und sie existierten wahrhaftig. Die Drachen waren die Ersten, die sich entschieden, die Erde zu verlassen, dicht gefolgt von den Einhörnern. Wollen wir so lange warten, bis auch wir gehen müssen? Ich für meinen Teil nicht. Ich sage, wir müssen endlich handeln.«
Lauron wirft ein: »Und deswegen müssen wir schnellstmöglich eine Lösung finden!«
Seine Stimme verstummt, die einzelnen Gespräche nehmen schlagartig ein Ende. Alle Blicke wenden sich einer alten Eiche zu.
Ein gleißendes Licht erhellt den Wald.
Langsam kommt eine strahlend weiße Gestalt auf die Versammlung zu.
Die Anwesenden beginnen, zu tuscheln. Das Licht scheint auf die Gesichter der kleinen Zuschauer, Stille und Zufriedenheit machen sich breit, gespannt blicken sie hoch. In ihren Augen spiegelt sich der Lichtschein und verfestigt sich langsam zu einer atemberaubenden Gestalt. Das Licht strahlt weiß mit einem silbernen Funkeln. Es ist die leuchtende Silhouette eines mächtigen Engels, der nun in voller Gestalt vor den blinzelnden Wesen steht. Alles schweigt und tausende kleine Augen starren ihn erwartungsvoll an.
Der Engel ergreift das Wort, seine stattliche Gestalt lässt alle den Atem anhalten. Nicht jeder der Anwesenden hat schon einen Engel gesehen und schon gar nicht in dieser Größe. Alle wissen, dies ist kein gewöhnlicher Engel, es ist ein ganz besonderer.
Er lächelt und beginnt mit seiner durchdringenden, aber angenehmen Stimme zu sprechen. Einen kurzen Moment sind alle Probleme vergessen, dieser wunderschöne Engel scheint sie ihnen einfach genommen zu haben.
»Ich grüße euch, ich bin Erzengel Gabriel, der kristallweiße Lichtstrahl des Oberhaupts des Lichts. Ich bin sein Bote und ich möchte euch sagen, dass uns euer Problem wohl bewusst ist.
Eure Sorgen sind auch unsere Sorgen, wir sind alle eins. Wir alle sind geboren aus der Liebe Gottvaters, das verbindet uns, das macht uns alle zu Brüdern und Schwestern, wir Elementargeister, Naturgeister und die Menschen.
Die Menschen erinnern sich daran nur teilweise, meist gar nicht. Aber das Bewusstsein der Menschen ändert sich, nun sind wir an der Reihe, ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Die alte Legende der besonderen Kinder ist jedem von euch wohl bekannt. Viele haben sie einfach für eine nette Gutenacht- Geschichte für ihre Nachkommen gehalten. Doch sie ist wahr und sie wird sich erfüllen. Und das jetzt! Vertraut darauf! Es werden nun besondere Kinder geboren, Kinder mit ganz außergewöhnlichen Fähigkeiten.
Zuvor waren es die Indigokinder, diese haben die Vorarbeit geleistet, das Bewusstsein hat sich erhöht. Wenn unser Ziel erreicht werden soll, dann über die Kinder. Denn sie sind die neuen Erwachsenen, sie sind neugierig, intelligent und wissensdurstig. Die Kinder sind in der Lage, die ganze Welt zu verändern und die Liebe Gottes wieder in die Herzen der Menschen zu bringen. Sie sind unsere Zukunft! Nahezu unsere Hoffnung!«
Lauron steht auf. »Habt ihr einen Plan entworfen?«
Liebevoll lächelt Erzengel Gabriel den kleinen Zwerg an und spricht weiter: »Zieht los! Die Seelen haben bereits die Reise zur Erde angetreten. Begleitet sie von Anfang an, erinnert sie stets an ihren Auftrag. Verhindert, dass auch sie der Krankheit des Vergessens zum Opfer fallen.
Zieht in Gruppen los, lasst euch in ihrer unmittelbaren Umgebung nieder.«
Methitia springt auf: »Wer soll losziehen?« Gabriel breitet seine Hände aus, hält sie hoch in den Himmel und spricht mit lauter Stimme:
»Bildet Gruppen, sendet sie in die ganze Welt aus. Es sind viele Kinder. Ich spreche gleichzeitig zu allen Räten, die heute weltweit einberufen wurden. Schickt die Gruppen noch heute Nacht los. Findet alle Kinder, die auf der ganzen Welt geboren werden. Die Zeit ist reif. Bildet sinnvolle Gruppen und lasst euch von eurem Herzen führen.«
Lauron sieht fragend durch die Reihen: »Aber wie sollen wir sie finden?«
Erzengel Gabriel lächelt, »Auch daran ist gedacht. Deshalb haben Gottvater und die lichtvollen Einhörner entschieden, dass die Einhörner wieder auf die Erde zurückkehren. Sie haben bereits Vorarbeit geleistet, denn sie haben jede einzelne Seele der besonderen Kinder mit einem Stern in der Aura versehen. Die Einhörner sind in der Lage, diese wiederzufinden und zu erkennen. Daher wird auf jede Gruppe ein Einhorn treffen. Sie sind bereits auf dem Weg zu euch. Beginnt eure Reise und sie werden zu euch stoßen und euch weiterleiten. Die Einhörner zeigen euch den Weg, sie leiten euch zu den Kindern, die eure Hilfe benötigen. Lasst nicht zu viel Zeit verstreichen. Die ersten Kinder sind schon auf dem Weg in diese Welt. Erzählt jedem Tier, jedem Geschöpf, das euren Weg kreuzt, von diesem Vorhaben, jeder soll es erfahren und seinen Teil dazu beitragen.«
Die Menge beginnt zu flüstern, Lauron fragt den großen, weiß strahlenden Engel: »Warum muss es nun so schnell gehen? Warum habt ihr uns nicht eher Bescheid gegeben?«
Gabriel spricht, »Ihr habt uns gerufen, die Erde weint, auch sie hat uns gerufen sowie auch die Menschen. Sie haben sich entschieden, ihr Leben zu verändern. Sie haben endlich bemerkt, dass dieses Leben, das sie führen, kein erfüllendes Leben ist. Sie machen Dinge, die ihnen zuwider sind, sie leben ihr Leben gefühllos und kalt. Die Lichtarbeiter, die ersten besonderen Kinder, die wir auf die Erde geschickt haben, haben ihnen aufgezeigt, dass ein Leben mit Liebe und Freude so viel erfüllender ist. Doch sind es nicht genügend, die dem »Vergessen« entkommen konnten, um die ganze Erde zu verändern. Daher haben wir entschieden, weitere besondere Kinder auf die Erde zu senden, die ihr unsere Welt lehrt und vor allem sie unentwegt an ihren Auftrag hier auf Erden erinnert, der darin besteht, Frieden und Liebe auf diesen Planeten zu bringen. Diese Kinder sind etwas ganz Besonderes, sie haben alle das uralte Wissen im Gepäck, das jeden Menschen glücklich machen kann. Sie sind unsere Zukunft, und nur sie sind in der Lage, diese Welt zu retten. Sie sind noch kostbarer, als ihr zu träumen wagt, denn sie sind mit ihren Herzen in der Lage, jeden Menschen an seinen eigentlichen Auftrag hier auf der Erde zu erinnern und sein inneres Licht wieder zum Leuchten zu bringen. Wir möchten, dass die Menschen Freude am Leben und an ihrer Umgebung haben und an dem, was sie tun. Das Bewusstsein hat sich verändert, und daher haben wir uns entschieden, nun zu reagieren und zur Tat zu schreiten. Wir dürfen erst eingreifen, wenn wir darum gebeten werden, wie ihr wisst. Die Menschen haben den freien Willen, wenn sie uns nicht rufen, dann stehen wir ohnmächtig daneben. Immer wieder hoffen wir, dass sie uns rufen, aber meist müssen wir zusehen, wie sie in ihr Unglück laufen. Das aber ändern wir nun, da uns genügend Menschen die Erlaubnis erteilt haben, endlich zu agieren. Ihr habt euch vor eurem jetzigen Leben, genau wie die Menschenkinder, dazu entschieden, mit uns diese Welt zu verändern. Deswegen ist der Plan gar nicht so neu, wir wussten es schon seit langer Zeit und wir wissen, dass ihr es schaffen werdet, auch in dieser kurzen Zeitspanne. Gottvater steht euch bei. Bei allem, was ihr tut. Lasst euch von ihm führen, dann kann euch nichts passieren, wir sind immer bei euch und begleiten euch. Hört auf euer Herz.« Erzengel Gabriel senkt seinen Kopf, wendet sich ab in Richtung der alten Eiche und lässt eine Menge kleiner fragender Augen zurück.
Unbemerkt im dunklen Dickicht regt sich langsam und vorsichtig eine Gestalt, die lauernd auf dem Boden gelegen hat. Rückwärts krabbelnd tastet sie sich fort. Die kleine haarige Hand ergreift vorsichtig Äste, die sich ihr in den Weg stellen, und schiebt sie beiseite. An einer geeigneten Stelle, an der er sich wieder unbemerkt aufrichten kann, reckt und streckt sich Tambol erst einmal in Ruhe.
Lauron klettert einen Stein hinauf: »Ihr habt es gehört, versammelt euch in Gruppen! Zwerge, Elfen, Baumgeister und die Kobolde, die Kinder sollen uns alle kennenlernen.
Den Naturwesen, die ihr auf eurem Weg trefft, verkündet ihr die Botschaft, auch sie sollen in die Welt ziehen und Kinder aufsuchen. Die Kinder der neuen Zeit.«
Er fasst sich mit seiner kleinen Hand auf sein Herz, »Wir haben eine Mission!«
Flink und voller Eifer bilden sich viele kleine Grüppchen. Die Zwerge reisen in Pärchen in den Gruppen. Da die meisten bereits einen Partner haben, werden diese nicht getrennt und können gemeinsam dieses spannende Abenteuer meistern.
Auch der Zwerg Belrig schließt sich zusammen mit seiner Frau Litzia einer Gruppe an. Er möchte ebenfalls einen wichtigen Teil zu dieser Mission beitragen. Jedes der Wesen ist sich seiner großen Aufgabe wohl bewusst.
Schnell sind die wichtigsten Sachen gepackt, und die Reise kann beginnen. Jede Gruppe mit jeweils fünf Wesen und jede in eine andere Richtung, aber alle mit dem gleichen Ziel, die Kinder der neuen Zeit zu finden. Darian, der junge Kobold in der Gruppe, der auch Belrig und Litzia angehören, klatscht in die Hände und hüpft vergnügt umher, dabei klingeln die Glocken an seinen Schühchen und sein rotes Haar weht im Wind, »Endlich ist hier mal was los!«
Servina, eine kleine Glockenblumenelfe, schüttelt den Kopf und streicht sich ihr braunes Haar aus dem Gesicht. Sie ahnt schon, was ihr während dieser Reise bevorsteht. Kobolde haben immer Schabernack im Sinn, sie sind für jeden Scherz und Streich zu haben. Die Reise wird sicher noch so einige Überraschungen bringen, dafür wird Darian sorgen.
Der Baumgeist Dambert bewegt seinen noch jungen Körper grazil über den Boden, beobachtet währenddessen die Bäume und lauscht ihren Gesprächen.
Für einen kurzen Moment bleibt er stehen. Servina fragt besorgt: »Dambert, ist alles in Ordnung?«
Er lächelt, »Ja, ich habe nur gerade zugehört. Die Bäume unterhalten sich über unser Vorhaben, sie sind sehr gespannt auf unseren Erfolg.«
Darian lacht, »Worüber können sich Bäume denn schon unterhalten, die erleben doch nichts.«
Dambert stellt sich entrüstet vor den kleinen Kobold, der mit seinen Knopfaugen zu ihm hochsieht. »Mein lieber Darian, die Bäume sind die ältesten und weisesten Wesen, sie sind über Hunderte von Jahren alt.« Er stemmt seine Hände in seine knorrigen Hüften, »Sie haben mehr gesehen und gespürt, als du dir in deinen jungen Koboldjahren vorstellen kannst. Sie haben die Kriege miterlebt, sie haben die Wandlungen der Menschen kennengelernt. Sie erinnern sich noch an eine Zeit, in der sie von den Menschen geachtet wurden.« Darian setzt sich auf einen Stein und verdreht seine Augen, Kobolde haben ihren eigenen Kopf und lassen sich ungern belehren.
Dambert fährt fort: »Die Bäume verfügen über uraltes Wissen, sie sind weiter entwickelt als die Menschen, und sie durchleben genau wie diese und wie wir auch ihre Erfahrungen, nur auf eine andere Art und Weise.«
Servina und das Waldzwergenpärchen, Belrig und Litzia, hören ihm gespannt zu, schauen gleichzeitig voller Bewunderung zu den sich würdevoll im Wind wiegenden Bäumen.
Darian flitzt währenddessen vor und erkundet die Landschaft, versteckt sich hinter einem Baum und wartet voller Ungeduld auf seine Weggefährten. Als diese den Baum erreichen, springt er lauthals schreiend auf den Weg, den jungen Wesen direkt vor die Füße. Auf dem Rücken liegend hält er sich den Bauch vor Lachen fest. »Ihr hättet eure Gesichter sehen müssen, zu komisch.«
Belrig ermahnt den jungen Kobold: »Ich bitte dich, wir haben eine wichtige Mission. Nimm das bitte ein wenig ernst, Darian.«
Darian zupft sich beleidigt ein paar Blätter aus seinem wirren Haar, »Was seid ihr langweilig«, stampft mit seinen Füßen auf den Boden, wobei die Glocken wieder laut klimpern, und folgt ihnen murmelnd. Um sich die Zeit zu vertreiben, sammelt er eine Eichel auf und trennt den Deckel ab. Diesen platziert er vor seinen Mund und beginnt munter, drauflos zu pfeifen. Die anderen lachen über den kleinen Kerl, der scheinbar keine Erschöpfung kennt.
Frohen Mutes spaziert die kleine Gruppe durch den Wald. Servina unterhält sich währenddessen mit Litzia über die verschiedenen Kräuter, die auf ihrem Weg wachsen. Kräuter, die früher von den Menschen gerne gesammelt wurden, um Krankheiten vorzubeugen oder sie zu heilen.
Während er sein schwarzes Haarbüschel am Ende seines Schwanzes von feuchtem Moos befreit, malt er sich voller Freude aus, wie er mit seiner Belohnung von dannen ziehen wird. Für diese Information wird ihm Dykerius sicher ein ganz besonders großes Säckchen geben. Seine nasse Zunge läuft über seine Lippen und er beginnt, bei dem Gedanken zu schnalzen. Schnell macht er sich auf den Weg, um seine Botschaft persönlich zu übermitteln. Seine kleine schwulstige Hand, mit nur vier Fingern, fährt über seine spitzen Ohren und beendet ihren Weg auf seiner dicken Nasenspitze.
»Was bin ich doch wieder ein Glückspilz. Immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.« Als er beim Sammeln seines Abendessens die vielen Naturgeister zusammen gesehen hat, dachte er sich schon, dass es einen besonderen Anlass für diese Zusammenkunft geben musste. Aber dass es solche Ausmaße hat, daran hat er in seinen kühnsten Träumen nicht gedacht.
Schnell tragen ihn seine dicken haarigen Füße über den feuchten Waldboden. Ein kleiner Imbiss kreuzt seinen Weg. Eine grüne Raupe, die mit braunen stacheligen Haaren bedeckt ist, erklimmt einen Baum. Schnell biegt er ab, um sie mit seiner schleimigen Zunge zu erhaschen.
Zufrieden kauend setzt er seinen Weg fort.
Am Ziel angekommen, klettert er den Hügel hoch, der, aber bewachsen mit Efeu und Moos, nicht einfach zu erklimmen ist. Immer wieder rutschen seine nackten Zehen von den feuchten Steinen. Als er den Eingang zur Höhle sieht, sammelt er noch einmal seine ganze Kraft zusammen und zieht sich hinauf. Seine Hände reibend, die Zunge hängt in seinen Mundwinkeln, zieht er seine herauslaufende Spucke immer wieder hoch. Das passiert ihm immer, sobald er an seine Belohnung denken muss.
Er betritt einen Raum mit dunklen feuchten Wänden. Hinter dieser Höhle befindet sich ein großer Wasserfall, was der Grund ist, dass die Höhle modrig riecht und feucht ist. Von der Decke tropft Wasser und die Wände sind grün und mit kleinen Pflanzen bewachsen, die hier auch ohne Licht überleben können. Seine Füße klatschen auf dem feuchten Steinboden, während er hindurchläuft.
Eine große schwarze Gestalt steht am Ende des Raumes an einem Tisch und durchforstet alte Schriftrollen. Als er Tambols Schritte hört, dreht er sich geschwind um.
Das Gesicht ist verhüllt von der schwarzen Kapuze seines Umhangs, die knochigen Finger falten sich, und er beginnt mit heiserer Stimme zu sprechen: »So Tambol, mein guter Freund, welch eine Freude dich zu sehen. Was bringst du mir?«
Tambol beginnt zu stottern und zu sabbern, seine Stimme überschlägt sich, als er der dunklen Gestalt von seinem Erlebnis im Wald erzählt.
Die Stimme des Dämonenanführers wird tiefer: »Was sagst du da? Das müssen wir unbedingt verhindern! Diese Mission darf nicht von Erfolg gekrönt sein. Unsere Existenz hängt davon ab!« Er ruft zwei seiner Untergebenen, zwei kleine, düster dreinblickende Kerle mit dünnen Armen und Beinen. Ihre Augen sind leer und fallen tief in ihre Gesichter ein, auch sie tragen Kapuzen, ein leichter Flaum schwarzer Haare lässt sich erahnen.
Ihre Körper sind krumm und ihre Köpfe hängen tief, fast bis auf den Boden. »Ja Herr,« zischt der eine, »wie können wir euch dienen?«
Dykerius zieht seine Kapuze von seinem Kopf, »Das Licht hat ein Vorhaben, das unseren Tod bedeuten könnte. Wir müssen alles daransetzen, dass dies ein Misserfolg wird. Schickt Boten aus, es muss alles sehr schnell gehen. Es wurden Gruppen von verschiedenen Naturgeistern gebildet, um die neuen Kinder zu finden. Wir werden ebenso Gruppen bilden und aussenden. Wir müssen die Kinder vor ihnen finden. Wenn ihr den Naturgeistern begegnet, haltet sie auf. Egal wie! Ihr habt freie Hand, es muss verhindert werden, dass sie die Kinder vor uns finden. Habt ihr verstanden?« Seine Augen leuchten rot und feurig, »Zieht die Kinder auf unsere Seite!«
Tambol zuckt zusammen, »Aber ihr habt immer gesagt, dass niemand Schaden nehmen wird. Was passiert, wenn eine Gruppe Naturgeister euren Weg kreuzt?«
Dykerius hebt seine Hand und hält ihn an zu schweigen. »Das, mein lieber Tambol, soll nicht mehr deine Sorge sein. Was haben die Naturgeister jemals für dich getan? Haben sie dir das gegeben, wonach deine Seele sich sehnt? Ganz im Gegenteil, sie haben dich verstoßen. Warum solltest du nicht nun an dich denken und uns vertrauen? Wir machen dich glücklich und geben dir das, wonach du dich so sehr verzehrst. Sieh dich nun an, ich habe hier etwas für dich, deine Belohnung für deine Dienste. Du kannst dich uns anschließen. Zu Deinesgleichen kannst du nach diesem Verrat nicht mehr zurück. Es erwartet dich eine noch größere Belohnung, wenn du in meine Dienste trittst.«
Tambol hält seine Hand auf, und hineingelegt wird ein schwarzes Säcklein. Sabbernd streicht er sich dieses durch sein Gesicht.
