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Anleitung zum Lesen dieses Buches: Die Realität ist eine Auslegungssache. Rufen Sie sich das immer wieder ins Gedächtnis. Sie haben die Wahl: Glauben Sie der rationalen Erklärung? Oder einem eher weniger erklärbaren Weg? In dieser Geschichte werden Sie unterschiedliche Wahrheiten entdecken. Es ist Ihnen Überlassen, Wem oder Was Sie trauen. Sein Sie mutig, und hören Sie auf ihren Instinkt. Der Spiegel, so einseitig er ihnen erscheinen mag, hat immer zwei Seiten. Ist es immer das vertraute Gesicht, in das sie schauen? Oder hoffen Sie nur, dass Sie immer in dieselben Augen blicken? Holen sie ihren Kaffee und lehnen sich zurück. Hinterfragen Sie die Worte, die versuchen ihre Meinung zu manipulieren. "Herzlich willkommen in Granite Falls" Die kleine Stadt am Rande von Washington, wirkt auf den ersten Blick, wie ein Ort des Friedens. Wirkt... denn unter dem Deckmantel eines freundlichen Städtchens, schlummern Geheimnisse. Oder sollte man behaupten, sie seien dort begraben? Wo niemand eine Wahrheit sucht, wird immer nur eine Wahrheit existieren. Aufgezogen auf eine Puppe? Wie passend. Zerschnitten von Scherben? Wie schneidend. Zwei Morde. Zwei Orte. Zwei Vergangenheiten
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Seitenzahl: 651
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Theresa A. Beraldi
Walker 27
Wendigo
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel
Kapitel 0
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 14
Kapitel 16
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 35
Kapitel 37
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 45
Kapitel 49
Kapitel 53
Kapitel 57
Kapitel 58
Impressum neobooks
Ich möchte allen Danken, die mir durch meine schwere Zeit halfen. Besonders meiner Mum. Du bist die stärkste Frau die ich kenne. Ohne die Unterstützung, wäre ich nicht hier.
Und ein danke an den Notfallsanitäter Benny.
Ich konnte mich nie bedanken. Ich hoffe es geht dir gut.
Chris, danke das du mein Partner bist.
Du weißt, das Leben ist wie ein Krieg.
Mit dir, werde ich ihn mit weniger
Schrammen überstehen.
Es waren die schwarzen Perlenaugen, in dem Herold blickte. Auf die durchsichtigen Scherben, die Zähne sein sollten.
,,Ihr bekommt mich nicht!“ Ein Lachen. Es war ein wahnsinniges Lachen, das nur von jemanden stammen konnte, der die Kontrolle verloren hatte.
Die Kreaturen in Kindsgestalt schrien auf, und griffen mit ihren deformierten Händen nach ihm.
Sie krochen über sein Sofa, über den Boden und zogen eine lange Blutspur hinter sich. Ihre kreischenden Mäuler weiteten sich unmenschlich, übertönten denn Song Beyoud the Sea.
,,Das ist nicht die Wirklichkeit!“ Schrie er und rannte zum Badezimmer. Wieder griffen tausend kleine Hände nach ihm und versuchten ihre kleinen spitzen Glaszähne in sein Fleisch zu rammen.
Sie sind da um mich zu holen! Nein nein nein.
,,Ihr bekommt mich nicht!“ rief er, und erkannte wie wahnsinnig es sich anhörte.
Ich drehe durch ..ich..
Herold knallte die Badezimmer Tür hinter sich zu und schloss sie ab. Schnell schob er denn schweren Schrank gegen die Tür.
Ich brauche..
Herold erschrak, als er vor dem Spiegelschrank stand. Aus seiner Nase lief eine dunkelrote Linie.
Andächtig und mit zitterten Fingern, strich er über das Blut. Aber als er auf seine Hand blickte, war kein Blut zu sehen.
Der Spiegel scherzt mit mir... Er ist nicht wirklich da.. NICHT DA!!
Herold öffnete denn Spiegelschrank, warf alle Medikamente raus, bis er mit zitternden Händen die silberne Box in den Händen hielt. Mit wahnsinniger Ungeduld, riss er sie auf.
Darin die Spritze und die Ampullen. ,,Das habt ihr jetzt davon! Herold ist nicht dumm, ihr seid gleich weg! Gleich WEG!“ mit nervösen Fingern steckte er die Ampulle in die Spritzen Pistole. Die Kleinen schlugen gegen die Tür, machten Herold noch verrückter. Er sank zu Boden, rammte sich die Nadel in den Arm. Das Mittel pulsierte durch seinen Körper und er spürte wie es sein Verstand beruhigte. Das Hämmern die Kleinen hörte auf und er atmete erleichtert auf. Er lehnte sich gegen die Kommode, und zog die Nadel heraus. In Sicherheit wiegend fing er an zu lachen. Doch etwas heißes und Schmerzhaftes breitete sich in seinem Magen aus. Mit der Hand vor seinem Mund versuchte er seinen Inhalt zu behalten. Doch die schwarze Masse spritze auf dem Boden. Aus seinem Mund tropfte Blut.Als er unter Tränen aufblickte, schaute er in mitten der großen schwarzen Augen eines der Biester. Es keckerte vor sich hin, so als würde es sich lustig über seinem Versuch machen, zu entkommen. Es hing halb aus der Brühe und packte ihn an seinen Hals. Die kalten Finger zerrissen an seine Kehle, als er sich mit aller Kraft gegen den Boden drückte, um nicht ins Loch gezogen zu werden.
Wie ein Wasserfall schoss das Blut aus seiner Kehle, spritze zu allen Seiten. Er konnte sehen wie die Dinger aus den neuen Flecken herauskrochen. Herold schrie tonlos, was aber die Schatten für ihn übernahmen. Mit vereinter Kraft zogen sie ihn endgültig ins schwarz Nichts. Das Letzte was Herold vernahm, war die Stimme von Bobby Darin, wie er denn Refrain sang. ,,Somewhere Beyoud the Sea, somewhere waiting for me...“
Granite Falls WA
7:45 AM
Die rostige Tür des alten Jeeps, viel langsam ins Schloss.
Es war schon ewig her, dass sie ihren Vater besucht hatte. Das Medizinstudium beanspruchte viel Zeit. Im Großen und Ganzen musste Melissa feststellen, dass es fast nichts gab, wofür sie noch Zeit hatte. Weder für ihren Vater, der seitdem alleine lebte, noch für ihren Freund Brad.
Du verdammter Mistkerl...
Schon lange, ohne dass Sie es bemerkt hatte, verschwanden seine Sachen aus ihrem Wohnheimzimmer. Bis nicht einmal mehr die kaputten stinkenden Turnschuhe vor ihrer Tür standen. Die seitdem sie zusammen waren, jeden Morgen Melissa mit ihrem signifikanten Geruch begrüßten. Schnaubend dachte sie an die Streitereien. ,,Ich nehme sie weg, Okay!“
Brummelte er immer vor sich hin.
Aber am nächsten Tag tauchten die Schuhe auf mysteriöser weise
wieder auf. Gleicher Ort, gleiche Stelle.
Ich wünsche mir sogar deine kaputten Turnschuhe zurück...
Melissa atmete tief ein. Es war noch früh am Morgen, die Luft trug denn Geruch von Tannen und Laub. Sie schaute in Tal und sah die Stadt die immer noch durch ihre Nachtlichter erhellt wurde. Hier aber, erstreckte sich bereits das pink rote schimmern der Sonne.
Angesichts dieser Schönheit, vergaß Sie ihren Kummer und musste
lächeln.
,,Schön wieder zuhause zu sein...“
Mit einer Tüte warmen Brötchen ging sie die Straße hoch. Das kleine Häuschen lag in mitten des Waldes. Abgeschieden und im
Winter nur schwer zu erreichen. Aber Peter ließ sich nicht davon abbringen es zu verlassen. Auch wenn Sie sich sorgen machte, weil Er ja nicht mehr der Jüngste war und alleine lebte. Peter hielt nicht viel vom Stadtleben, ebenso war er nur in den seltensten Fällen unten. Alles was Er brauchte, stellte Er selber her. Für viele war Peter ein verbitterter und vereinsamter Mann, der keine Freunde hatte. Und oft in ihrer Kindheit flüsterten die anderen Kindern hinter ihrem Rücken ,,Da ist Melissa.. und der Grinch..“.
Dennoch konnte Melissa bezeugen, dass Peter weder unfreundlich noch grünes Haar unter seiner Kleidung trug.
Nun gut. Ich bin nun wieder hier. Mal sehen was er wieder ausgeheckt hat.
Nach einem klicken des Schlosses, stand Melissa in der Haustür.
,,Dad? Ich bin´s deine verlorene Tochter.“ rief Sie und schloss schnell wieder die Tür, um der Kälte keine Chance zu lassen rein zu kommen. So wie auch damals, war die Luft von Waffen Öl durchdrängt. Ein so intensiver Geruch, der sogleich die Erinnerungen zurückbrachte. Die ihrer Kindheit, Jugend. Es hatte sich nicht viel geändert seit ihrem letzten Besuch.
,,Bist du da?“ Rief Sie, als Sie keine Antwort hörte.
Schauen ob der Kamin an ist..
Melissa hängte ihre Jacke auf dem Harken und betrat das Wohnzimmer, das gleich längs denn Flur lag. Sie blickt sich um.
Aber die einzigen Augenpaare die Sie ebenfalls anschauten, waren die der Ausgestopfte Köpfe der Tiere an der Wand. In den schwarzen Glasaugen züngelte das Feuer, das friedlich im Kamin brannte. Durch den rotorangen Schein, warfen die Tiere lange Schatten. Sie bewegten sich wie Tänzer. Hin und her, so als würde das Feuer ihnen neues Leben einhauchen.
,,Dad?“ Melissa trat weiter in die Stube. Aber selbst hier war er nicht. Sofort suchte Sie in jedem Zimmer nach ihm, in denn
glauben dass er doch tief und fest schlief.
Nichts.
Melissa war wieder in der Stube angelangt.
Er würde nie das Feuer unbeaufsichtigt lassen..
Die Gardinenschienen quietschten auf, als Melissa sie zu Seite zog, um in den Garten zu blicken.
Wo kann er denn sein? Vielleicht...
Der Keller.
Sie mochte denn Gedanken jetzt schon nicht, hinunter zu steigen.
Finster, kalt, das Blut der Felllosen Geschöpfe, die an dem Haken hingen. Dieser Geruch, der sich in jeden Stoff schier rein fraß wie gierige Killerbakterien.
Als kleines Mädchen hatte Sie sich gehütet, hinunter zu gehen. Was aber nicht bedeutete, das sie nie da unten war.
Einmal.
Ein einziges Mal war Sie da unter gewesen. Von kindlicher Neugier gepackt, war sie nach unten geschlichen, um zu sehen was ihr Vater so oft da tat. Hatte sie zuvor immer nur das schneidende Geräusch gehört...
Melissa reichte damals nur knapp an dem Türknauf. Sie stockte aber, als ihre Kinderaugen vor Schock, weit aufgerissen, die blutigen Körper sah. Das Blut und die nackten Körper, die schlaff am Harken hingen. Wie das Beil hoch über seinen Kopf runter sauste, das Geräusch das es dabei produzierte. Metall und das splittern der Knochen. Wie im Takt einer Symphonie. Einer grausamen dumpfen Melodie.
Bis sich ihr Vater umdrehte, Sie mit kalten wütenden Augen anschaute und schrie. Melissa aber verstand nicht, hörte nicht. Zu sehr war Sie von diesen armen felllosen Dingern gefangen. Diese rosafarbenen, hell leuchteten Adern durchzogenen Geschöpfe. Seitdem war Melissa nie wieder im Keller gewesen.
Bis jetzt.
,,Hey , Dad bist du da unten?“ rief Melissa in die Dunkelheit hinein. An der Decke flackerte das Licht. Es war aber nur so hell, um zu erahnen, wo die Treppenstufen waren.
Eigentlich müsste er mich hören... ich sollte..
Eine geschlagene Zeit blieb Melissa stehen, in der Hoffnung das er sich doch noch meldete. Außer dem surren der Glühbirne geschah nichts. Kein Mucks, rein gar nichts.
Vielleicht ist er nicht unten..
Melissa musste grinsen, weil Sie erkannte, dass sie immer noch Angst vor dem Schlachttempel ihres Vaters hatte. Ihr Verhalten kam ihr kindisch vor, so nahm Sie allen Mut und machte einen Schritt nach den anderen. Unten angelangt, ertasteten ihre Finger denn kleinen Lichtschalter neben der Treppe. Viermal ein Aufflackern, dann ein Surren und schon durchflutete ein Neon weißes Licht denn langen schmalen Gang. Es nahm die Dunkelheit, aber nicht die Angst. Mit diesem Licht, das scharfe Schatten warf, wirkte alles nur noch unheimlicher.
Sofort erkannte sie, das Peter ihn vergrößert hatte. Er besaß jetzt noch 3 andere Räume mit Folienvorhängen. Schon damals war der Keller groß gewesen. Natürlich wirkte in Kinder Augen alles riesig.
Aber jetzt..
Die Kälte zog sich an ihren Beinen hoch, wie leblose Hände.
Trotz ihren Widerwillen der Angst nachzugeben, beschlich sie ein Ungutes Gefühl. Etwas war hier..
O Gott, warum mache Ich mir so einen Kummer?
Melissa erkannte im letzten Abteil der linken Seite, Licht.
Wieder rief sie. Keine Antwort. Innerlich stöhnend sah sie ein, dass sie schon denn Flur entlang gehen musste. An den anderen Abteilen vorbei, die nur mit einer reinen Finsternis erfüllt waren. Es kam Melissa so vor, als wäre Sie in einem schlechten Horrorfilm gefangen.
Melissa stell dich nicht so an.
Die Hände zu Fäuste geballt, trotzte Sie ihre kindliche Angst und ging zum letzten Raum. Durch den durchsichtigen Vorhang erkannte sie die schemenhaften Kreaturen, die wie von ihrer Erinnerung konserviert, dort hingen.
Ihre Hände zitterten, als Sie die schweren Streifen des Vorhangs beiseiteschieben wollte.
Doch dann ein knirschen.
Melissa zuckte zusammen.
Knack...
Ihr Blick wanderte zu Decke. Feiner Staub rieselte ihr ins Gesicht.
Dann..
Das Licht erlosch, schneller als ein Schuss. Melissa war umfangen von der Dunkelheit. Der einzige Lichtstrahl kam aus der Tür zum Keller.
Was..
Mit einem lauten Knall flog die Tür ins Schloss. Jemand kam die Treppe hinunter. Das leichte Knirschen verirrt es ihr. Es kam ganz langsam herunter. Und eines wusste Melissa nun.
Es war nicht ihr Vater.
Eine Welle von Panik packte sie. Es gab keinen anderen Ausweg.
Ganz ruhig Liss..
Wie von einer fremden Hand geleitet, trat sie in den Raum, vor dem Sie jetzt keine Angst mehr hatte. Immer noch hörte Sie das knurren der Treppen. Melissa wusste, dass sie jetzt noch die Chance hatte denn Schein ihres Handys zu benutzen, um entweder eine Waffe oder ein Versteck zu finden. Das Erste worauf das leichte Licht fiel, war der gehäuteten Kopf eines ehemaligen Hirsches. Augenlos, fleischig.
Ihre Hand sauste zum Mund, um den Schrei zu unterdrücken.
Nein nein nein..
Hecktisch suchte Sie denn Raum ab. Bedacht keinen großartigen Lärm zu veranstalten. Schon nach kurzen hatte Melissa keine Schritte mehr ausmachen können. Dieser Jemand würde bald bei ihr sein.
Es muss doch hier etwas geben..!!
Melissa spürte wie ihr Gesicht sich verkrampfte. Durch ihre immer stärkere Hilflosigkeit, bahnten sich Tränen ihren weg.
Hoffnung.
Vor ihr schimmerte ein Hackebeil in den Rippen eines der Biester. Mit einem festen Ruck zog daran.
Ein dunkles, abartiges Kichern raunte hinter ihren Rücken. Sie wollte mit dem Beil herumwirbeln. So einfach würde Sie es denn Fremden nicht machen.
Zu spät. Der Schlag traf sie.
Melissa spürte nur noch ein heißes brennen und wie in den letzten Sekunden ihr Bewusstsein von der ebenfalls dunklen Schwärze umfangen wurde, die bereits in diesem Raum existierte.
Ein Pfeifen.
Der warme Schien des Feuers lag auf ihr Gesicht. Als Melissa die Augen öffnete, sah sie alles verschwommen. Nur die schemenhaften Konturen eines Schattens trat um Sie herum. Das Pfeifen verklang schlagartig. Sie war zu verwirrt um ihren Kopf zu drehen, um zu sehen wer es war.
,,Hilfe..“ Formten ihre Lippen ohne Ton. Je mehr sie um Hilfe bettelte, beschlich sie das Gefühl, das es doch kein guter Schatten war. Die Erkenntnis ließ mehrere Tränen über ihr Gesicht laufen, sodass der Teppich sie aufsog wie ein Schwamm. Alles war so unwirklich.
Ein Tröstendes tss tss tss erklang. Bis ein Glucksen daraus wurde.
In ihren betäubten Ohren klag es dämonisch.
,,Weine nicht um ihm.“ sagte der Schatten. Diese Stimme klang nicht wie von dieser Welt.
Es war kein Mann, keine Frau. Es war das blanke Böse was zu Melissa sprach.
Ein metallisches Klicken.
,,If you're going to San Francisco
Be sure to wear some flowers in your hair
If you're going to San Francisco
You're gonna meet some gentle people there....
All across the nation, such a strange vibration
People in motion
There's a whole generation with a new explanation
People in motion, people in motion...“
Der Song der vollerer Harmonie war, war nun die Hymne des Todes.
Seattle
0:13 AM
Überall...
Egal wo Helary hinblickte.
Finsternis.
Sie hörte ihr Herz schlagen.
Spürte wie ihre Kehle zugedrückt würde. Ihr Blick richtete sich zum dem finsteren Himmel. Keiner würde sie hören, keiner würde ihr helfen. Zuschreien würde nur noch mehr das Monster zwingen fester zu drücken.
Sie spürte es unter sich.
Sein Atem an ihrem Ohr.
,,Du wirst jetzt sterben, so wie die anderen Huren.“
Seine Stimme hallte in die Leere. Ein Prickeln durchfuhr sie.
Kein Herzschlag, kein Muskel der sich bewegte.
Die Zeit war stehen geblieben. Immer noch war ihr Blick zum dunklen Himmel gerichtet.
Alle Angst war fort. Keine Angst vor dem Tot, keine Angst vor Himmel oder Hölle. Würde sie sterben, würde sie ihn Frieden gehen. Sie blickte zurück in ihre Vergangenheit.
Es gab keinen Kampf denn sie nicht zu Ende gebracht hatte. Aus Glauben und Überzeugung hatte sie gekämpft. Hat versucht jene Frieden zu bringen, die nicht mehr dran glaubten. Hat Mitleid empfunden für jene die sie hassten.
Aber Mitleid gab es nicht mehr.
Nicht in ihr.
Nicht jetzt..
Die Zeit begann sich langsam zu bewegen. Ihr Verstand begann wieder sich zu bewegen. Und der Dämon denn sie in die Zelle gesperrt hatte, lachte nun auf.
Lass mich raus.
Er sagte es. Immer und immer wieder. Seine Stimme wurde lauter.
Sie schloss die Augen.
Ihr Kopf fühlte sich so an als würde er gleich explodieren.
Er zog sich an ihr hoch. Bewegte sein Körper über ihren. Ihr Gestalt angenommener Hass war über ihr.
,,Glaubst du, du kannst mit deiner heile Welt Denken hier weiter kommen? Glaubst du, deine guten Taten werden dich retten? Kein Krieg wird mit Frieden gewonnen. Du weißt das. Gott wird dich nicht retten Helary. Niemand wird das tun. Helary lass mich ihn zerreißen, lass uns ihn in seinem eigenen Blut ertränken.“ Seine Augen schwarz, sein Gesicht mit leuchteten violetten Adern überzogen.
Helary sagt nichts, schaute nur in die seelenlosen Augen.
Sie musste nichts sagen. Er wusste was ihre endgültige Antwort war.
Er lächelte. Ein breites Lächeln.
Der Teufel legte seine Lippen auf ihre. In jenen Moment verlor sie jeden moralischen Gedanken. Verlor Glauben und den Verstand.
Nur noch seine Rache existierte.
Sie war nicht mehr Helary.
Sie war der Fleischgewordene Sensenmann.
Ihre Lungen füllten sich mit Luft. Erschrocken blickte Helary sich um.
Alles gut… Nur ein Traum..
Erleichtert ließ sie sich wieder zurückfallen.
Dieser Traum kam selten, jedoch verlor es nie an Intensität. Die Bilder einer schon lang zurückliegenden Vergangenheit griffen nicht mehr an. Sie wühlten Helary nur auf, und ließ sie für einige Sekunden denn Druck an ihrer Kehle spüren.
Um sich aus dem Strudel der Taubheit zu befreien, blickte sie zu den Fensterfronten.
Immer noch waren die Neonschilder das dominierendes Licht an diesem Herbst Morgen. Sie versprühten ihr blaugrünen Schein in Helarys Loft. Selbst die Regentropfen, schimmerten wie Diamanten.
,,….Sie fickten und Prügelten. Ihre Abartige Sucht findet immer ihren weg…“ Es war ihre Stimme die das sagte.
Okay.. Ich war Feiern... aber ich habe kein Fernseher geguckt… nicht das ich wüsste...
Verwundert stand sie auf und trat in die Wohnstube. Der große Flachbildfernsehr zeigte ihr ernstes Gesicht, das mit einer gelassenen Stimme, Studierende die Psyche von verkrüppelten Seelen nahelegte. Sie rieb sich die Augen und erkannte, eine Frau auf dem Sofa..
Weniger trinken..
,,Entschuldige..“
Die rothaarige Frau blickte zu ihr. ,,Auch schon wach Hell?“ Unterbrach sie sie und lächelte. ,,Das ist sowas von cool! An besten gefällt mir die Stelle, wo du sagst : Erst ertrinken sie in Selbstmitleid, und dann richten sie auf dem Spielplatz ein Massaker an.“ Die Frau imitierte ihre Stimme.
Und ich finde es super cool, dass du meine Sachen durchwühlst. Kein benehmen?
Genervt war ein zu schwacher Ausdruck denn Helary überfiel.
Schön, das man nackt meine Vorlesungen anschaut. Wer bist du eigentlich?
Die Erinnerungen an den gestrigen Abend waren schleierhaft und wenig Aufschlussreich.
Wohl nicht das erste Mal, wenn Helary recht überlegte. Kurz musterte sie die Frau. In diesem Licht, lagen ihre Gesichtszüge in einem scharfen Kontrast von Schwarz und Weiß. Trotz dessen, war es gut zu erkennen, dass sie über und über Tätowiert war. Nur ihr Gesicht blieb von der Tinte frei. Ihre Augen waren fixiert auf ihre Präsentation. Dass die wahre Helary vor ihr stand, ließ sie kalt.
Sie ist unverschämt, aber hübsch. Wenigstens eine Sache die ich betrunken gut mache.
,,Entschuldige, aber kannst du mir sagen, wer du bist?“ sagte Helary, die ihren genervten Unterton versuchte runter zu würgen. ,,Du kannst dich nicht erinnern? Lara. Wir waren im Black Swan und haben wild getanzt.“ Sagte sie beiläufig.
Black Swan..
Denn in dieser selbsternannten Grauzone von Washington, gab es allerhand abstrakter Gestalten. Drogensüchtige, Prostituierte, Unterweltbosse. Alles, was der gute F.B.I Agent mied und doch suchte.
Helary fand ihre Ruhe in der Masse, der unendlichen Gedanken und ihrer ehemaligen Heimat. Einer Heimat, die Sie so akzeptierte wie Sie war. Und das bindende Glied zur ihrer Vergangenheit und dem „Hier und jetzt“ murmelte Bobby einst.
Helary schüttelte den Kopf und akzeptierte den merkwürdigen Moment.
In meiner Wohnung sitz eine nackte Lara und schaut meine Berichte. Ich brauche einen Kaffee.
Als sie Kaffeekochte, sah sie, das sie ebenfalls nackt war. ,,Wilde Nacht.“ Ein schnauben.
,,Bist du Psychologin?“
,,Ja sowas in der Art. Wie alt warst du nochmal?“
Sie kicherte. ,,17.“ Der Schluck Kaffee klang laut. ,,Gott nein. Ich bin 22. Und schön, dass du dich an mich erinnerst. Wir hatten eine.. Wow tolle Nacht.“ Lara schenkte ihr ein verführerisches Lächeln und trat zu ihr. Nun war ihr Körper im hellen Licht der Küche getaucht. Sie war groß und schlank. Die lockigen roten Haaren fielen sanft auf ihre Schultern.
,,Hast du auch einen für mich gemacht…“ Lara lehnte sich provokant gegen die Küchenzeile.
So groß hatte ich sie nicht in Erinnerung.
,,Klar..“
,,Ich liebe diese Mörder Serien. Es ist abgefahren, das du..“ Sie verstummte abrupt und Helary wusste warum. Jeder der das sah, verschlug es die Sprache. ,,War das..?“ auch wenn sie mit dem Rücken zu ihr gewandt stand, merkte Helary, wie die Hände sich zu ihren Naben bewegten. Die Wärme die ihre Finger ausstrahlten...
Fass sie an, und ich drehe dir denn Hals um.
,,Ja war es. Und tu dir ein gefallen, und fass sie nicht an.“ Die Bettgeschichte schluckte. Es war die Stille, die einen verriet, welche Fragen die andere Person mühsam zurückhielt.
,,Tut mir leid. Ich habe sie gestern Abend nicht gesehen.“
Selten das man sowas hört. Sie sind ja nicht zu übersehen.
Zwei breite Narben zogen sich von ihrem Genick bis hinunter zur ihrem Steißbein. Die Beiden besaßen denn gleichen Abstand zu ihrer Wirbelsäule. Seine Hand hatte nicht gezittert, als er Helary in ihr Fleisch schnitt. Keine einzige Abweichung zerstörte die perfektionierten Linien.
Sie waren nicht glatt wie andere Narben, sie hoben sich ab. Dafür hatte sein Kampfmesser gesorgt, dass sie weder leicht verblassten noch gleichmäßig mit der Haut eine Symbiose eingingen. Sie waren wulstig, schimmerten leicht Rot.
In ihren Augen brannte Interesse und Ehrfurcht. Sie war jedoch klug genug, nicht nachzufragen.
Lara nahm denn Kaffee und blickte sie immer noch wie ein wertvolles Relikt an.
Sie ist auch eine von diesen Psychos.
Helary kannte die Art Personen. Es waren jene, die High werden, wenn sie sich Bildern von Mördern kauften, die aus Scheiße oder Blut gemalt wurden. Es war das Zeugnis einer düsteren Sucht, dem Bösen nahe zu sein.
,,Also.. und als was arbeitest du?“ Ein plumper Versuch, die Stille zu brechen.
,,Ich arbeite an der Börse.“
Sie sieht nicht so aus... Naja verrückter kann der Morgen nicht werden.
Sie lächelte wieder und ihre grünen Augen gleich mit. ,,Ich hasse peinliche Stille, vielleicht sollten wir auf das zurückkommen, wo wir aufgehört haben.“
,,Vielleicht sollten wir das tun..“
Gerade, als die roten Locken ihr Gesicht kitzelten und ihre Lippen einander berührten, klingelte das Telefon. ,,Muss das sein? Ich habe dir ja auch schon verziehen, dass du dich gar nicht an mich erinnerst...“ schnurrte sie und ließ ihre Hände an Helarys Hüfte runtergleiten.
Ja.. ja.. halt den Mund und ich will dich…
Ein prickeln durchfuhr ihrem Körper.
Ich verzeihe dir, das du eine durchgeknallte Person bist…
Emsig klingelte das Telefon weiter und Helary seufzte.
,,Hier Rule… Aua!“ Ihre Bekanntschaft hatte sie gebissen und blickte unverschämt drein. Herausfordern packte Helary sie an der Kehle. Es schien sie nur noch mehr anzutörnen.
,,Alles gut bei dir?“ es war die bekannte Stimme ihres Partners. ,,Ja.. ich habe mich nur gestoßen.“ Lara grinste. ,,Verstehe. Kannst du dich in 20 Minuten fertigmachen?“ Er klang ernst und Helary war nicht begeistert. ,,Ich habe Urlaub Scott…“
,,Und ich weiß, dass ich dich störe, aber kannst du nicht eine Ausnahme machen? Für deinen Scotti..?“ Sie seufzte. Ob es wirklich so dringend war, wie ihr Partner behauptete, wusste sie nicht.
An dem einen Ohr die Geliebte und an dem anderen den Partner.
Die Entscheidung war gefallen.
,,Ich gehe unter die Dusche… komm mit…“
Flüsterte die Schöne, während Helary dem Beast am Hörer lauschte. ,,Es wird dich interessieren. Versprochen.“
,,Ja ich komme.“ Wem die Antwort galt, konnte sie nicht deuten. ,,Lass dein Opfer nicht so lange unter der Dusche…“ Scott legte auf.
Der hört auch alles…
,,Dann wollen wir mal die Pflicht erfüllen..“
Nasse Haut an nasser Haut. Die Wassertropfen auf ihre Tintenhaut ließen ihre Tattoos lebendig erscheinen. ,,Du bist vom F.B.I..“ Stöhnte sie.
Höhnisches Lachen. ,,Jetzt gerade nicht…“
Nachdem beide für Sauber genug hielten, verabschiedete sich Helary von ihrer Bekanntschaft, mit der Versicherung das Sie zurückrufen wurde. Was Natürlich eine Lüge war. Besonders nachdem sie einfach an ihre Sachen ging, war das Thema Lara für sie Geschichte.
Mit den letzten Minuten zog Sie sich rasch einen Anzug an. Band ihre Haare zurück und betrachtete sich im Spiegel. Sie war nicht mehr Hell. Die die guten Orte zu Nacht mied, um ihr Inneres Chaos mit dem der Unterwelt zu ertränken.
,,Willkommen zurück.. Wieder einmal geschafft…“
Stark , Pflichtbewusst und Verschwiegen. Worte den denn amerikanischen Geist beschrieben, wie auch Special Agent Scott Brix. Ein Mann der 10 Jahre der Army verschenkt hatte, um dann der F.B.I zu dienen. Das Perfektionieren der Army und das Soldaten leben, hatte seine Spuren hinterlassen. Seine Haltung, Schritt und sogar Blicke, waren wie Automatismen, die dafür dienten ihn Ernst und Kraftvoll wirken zu lassen. In seinen Gesichtszügen spiegelte sich ebenso diese Eigenschaft. Markante Nase, wie auch starke Kieferknochen, mandelförmige Augen in denn die Farben eines schmutzigen Bernsteines innewohnten. Die oft hart und intelligent dreinblickten. Kurz geschorene dunkelblonde Haare, die trotz seines Alters, ihre Dichte behielten. Hochgewachsen und sportlich.
Und Scott Brix war noch etwas.
Der wohl ehrlichste und liebste Mensch, denn Helary in ihren Leben kennenlernen durfte.
7 Jahre Zusammenarbeit... 7 Jahre in dem Ich und du weder wirklich gewonnen, noch einen triftigen Grund gefunden haben, dem todbringenden Job endgültig den Rücken zu kehren. Bei dir schaffte es nicht einmal Rebecca.
,,Eisprinzessin Scott stand angelernt am Auto und grinste schelmisch. Der Rauch seiner geliebten Marlys, wurde von dem seichten Wind davongetragen. Die Morgenröte fiel auf Scotts Gesicht, tauchte es in denn ganz eigenen hellen Farben.
Wie immer frisch und erholt, blickte er Sie mit einem Lächeln an.
Anstatt ein Soldat zu sein, hättest du in einem Film ein Soldat spielen sollen.
,,Hat ziemlich lange gedauert.“ Die Spitze seiner Zigarette glimmte auf. Helary versuchte in beherztes Lächeln aufzulegen und stieg in den Wagen. ,,Ich du glaubst gar nicht, was heute Morgen los war. Selten sowas erlebt…“
Er lachte. ,,Hat mit der Farbe Rot zu tun, was?“
Helary musste sich einen ertappten Blick verkneifen. ,,Nicht nur das Scott.. Danke für den Kaffee.“ Sie nahm einen Schluck. ,,Ich habe noch nie jemanden gesehen, der Nackt meine Präsentationen angeschaut hat.“ Ein dunkles lachen folgte. ,,Dein Problem ist, das du dir immer Personen aussuchst, die du leicht abscheulich finden kannst. Such dir mal einen ordentlichen Kerl, der nicht unbedingt in dem Schuppen von deinem Freund Bobby zu finden ist.“ Auch wenn Helary nie einen Vater gehabt hatte, wusste sie, dass Scott jetzt wie einer sprach.
,,Hast du mich nur aus dem Urlaub geholt, um über meine Beziehungsgewohnheiten zu sprechen?“ Er zwinkerte. ,,Wenn du eine Ansage brauchst? Ich bin ein guter Partner.“
Das Seufzen ließ sich nicht unterdrücken.
,,Ein alter Freund hat mich angerufen. Er fragte mich, ob ich Zeit hätte für einen interessanten Fall.“
,,Du weißt aber schon, das du Scott Brix heißt und nicht Spucky Mulder? Ist das wieder ein inoffizieller Fall? .. Ich glaube es gibt in diesem Auto eine Person, die ein viel größeres Problem mit deinem Privatleben hat.“
,,Bin ich wirklich so schlimm?“ Ein stiller Blickkontakt wurde ausgetauscht.
,,Der Fall wird in unsere Zuständigkeit fallen. Da bin ich mir sehr, sehr sicher.“ sagte Er nach einem tiefen Schnauben.
Alter Freund? Fall?
,,Also gut Scott.. Wo fahren wir hin?“ Helary sah, das Scott auf die Schnellstraße zur Brücke fuhr. ,,Also ich weiß auch nicht so viel. Spender sagte nur, dass Er meine Hilfe bräuchte. Der Ort? Hmm Granite Falls. Schöne Gegend.“ Helary atmete tief durch. ,,Es geht aber um einen Fall? Oder geht es dir nur darum, mit einen anderen alten Sack.. entschuldige... alten Agent, Kaffee zu trinken und über alte Tage zu reden?“
,,Natürlich, Eisprinzessin. Eine Leiche gibt es. Und du wirst dich wundern. Spender ist kein alter Sack. Ich genau so wenig. Oder siehst du ein weißes Haar?“ Als Antwort lächelte Helary und nahm ein Schluck Kaffee.
Das Meer unter der Brücke schimmerte schwarz, orange. Es beruhigte Helary.
,,Woher kennst Spender? Wenn schon er nicht alt und knochig ist?“
Scott holte tief Luft, als würde er wieder protestieren wollen, beließ es aber bei einem noch lauteren ausatmen. ,,Spender lernte ich kenne, als er noch ein Kind war. Ich werde dir aber nicht erzählen, welche Gründe dies hatte.“ Helary fragte nicht weiter nach. Wie sie es in 7 Jahren Zusammenarbeit gelernt hatte, erzählte Scott nichts, was nicht gerade zur Sache tat. Oft hatte Sie es ihm abgewöhnen wollen, denn es trieb Helary auch bei den Fällen zur Weißglut.
Prinzipien wie diese, machten ihn aus und das würde sich niemals ändern.
,,Granite Falls.. Klingt wie nach einem Dorf, für eine Mörder Sekte.“ murmelte Helary, die in weiter Ferne ihren Blick im Meer verlor.
Scott drehte das Radio auf.
,,The Poet and the Muse, there goes to a magic Lake...“
Granite Falls
08:25
Das Nichts aus Bäumen und Steppe verschluckte die Straße, bis es
Helary und Scott am Rande von Washington wieder ausspuckte.
Doch kaum, als Sie an der Tankstelle vorbeifuhren, die gleich nach dem Schild ,,Granite Falls“ ihren Platz hatte, streckte der Nebel seine langen Hände nach dem Auto aus.
Die Stadt lag in einem Tal, das bedeckt von einem sich lichtenden Nebel war. Bei diesen weißen Fäden fragte sich Helary, wie anstrengend es sein musste, mit diesen Schleier zu leben. Wie auch Nacht und Früh, seine Hand vor lauter Neben nicht zu sehen.
Die Schritte der Frühaufsteher und Arbeiter zerriss und wirbelte ihn auf.
,,Afghanistan Nebel.“ wisperte Scott, zwischen seinen Lippen eine Zigarette die aufglimmte. Bevor Helary nachfragen konnte, griff er nach seinem Telefon.
,,Hay Rick. Ja wir sind hier. Kannst du mir sagen, wie wir zum Haus kommen?“ Scott befolgte denn Anweisungen. Er navigierte sie durch die schmalen bewaldeten Straßen, führte sie immer weiter fort von der Stadt und ihrem weißen Schleier. An einer Stelle ließen die Bäume einen Blick hinab zu.
Ein wirklich schöner Ausblick. Wie weit oben wir schon sind...
,,Ein einsamer Mann..“ murmelte sie und betrachtete denn roten Jeep an dem Sie vorbei fuhren.
Roter Jeep?
Helary wandte gerade ihren Kopf fragend nach Scott um, als Sie einen jungen Mann vor einer Lichtung sah. Er stand vor dem Abhang, der sich genau vor einem alten Holzhaus auftat.
Es war wohl das zufallende Geräusch der Autotüren, die den Mann namens Rick, aus seinen Gedanken riss.
,,Hey Scott!“ rief er und trat in entgegen.
In Ricks dunkelbraunen Augen funkelte nicht nur eine überschwängliche Freundlichkeit, sondern auch die Tannen und Wichten der Wälder hinter ihnen. So dunkel wie seine Augen, waren seine üppigen kurzen braunen Haaren. Er war ein hübscher, junger Mann.
Zu niedlich für meinen Geschmack...
,,Scott, danke dass du Zeit hattest.“ Wie lang nicht mehr gesehene Freunde, umarmten sich die beiden Männer. Helary blieb weiterhin verblüfft über seine Jungendlichkeit. ,,Kein Problem.“ Scott wirkte eurofisch, als er ihn von oben bis unten musterte. Ein seltenes Schauspiel, was sie sobald hinterfragen würde, wenn sie wieder alleine mit Scott wäre. ,,Das ist Dr. Helary Rule. Ich habe dir von ihr erzählt.“ Spender reichte ihr die Hand.
,,Scott hat mir viel von ihnen erzählt. Keine Sorge, nur gute Dinge.“
Das will ich doch hoffen.
Ihr Blick wanderte kurz zu Scott. Er schaute unschuldig drein.
,,Deswegen Eisprinzessin.“ flüsterte Scott ihm zu.
Seine Lippen kräuselten sich kurz. Mit einem Räuspert, wurde seine Miene steinhart. ,,Wegen Peter Simmens.“
Langsam traten die 3 zum Holzhaus.
,,Wie war Simmens?“
,,Peter war ein.. wohl der Grinch von Granite Falls.“
,,War er denn auch entsprechend grün?“
,,Nein Ms. Rule. Aber er ließ sich in der Stadt nicht oft blicken und mied denn Kontakt zu andere.“
Ein typischer alter Sack.
,,Hätte seine Tochter ihn nicht gefunden, dann wäre sein tot nie aufgefallen.“
Sie traten die Treppe hinauf zur Veranda.
,,Gegen 8 kam ein Anruf von Melissas Handy bei der Notfallstelle ein. Als wir eintrafen, versuchte Melissa Simmens wie besessen, ihren Vater wiederzubeleben. Melissa selber wurde angegriffen. Derzeit befindet sie sich in einem Krankenhaus in Arlington.“ Rick löste behutsam das Siegel von der Tür. ,,Konnte sie schon nähere Angaben zum Täter machen?“ fragte Helary. ,,Nein. Sie war in einem hysterischen Zustand. Einige Männer waren Nötig, um sie von Peter loszureißen.“
Er öffnet die Tür.
Eine Welle aus Wärme und schwerer Luft stieß Helary entgegen.
Ein bekannter Geruch, denn Sie sofort mit Schusswaffen in Verbindung brachte.
Pinien Waffen Öl.
Und etwas Anderes schwängerte die Luft. Es war der Geruch vom Tot, von der sie aber glaubte, dass es von dem Ausgestopften Tieren kam, die überall herumlagen und hingen.
Es durchfuhr ein Kribbeln Helary, die nie Geschmack an Pelzen oder ähnlichen gefunden hatte. Sowieso kam es ihr ungewöhnlich vor, dass Menschen sich mit dem Tod schmückten. Es auszustopfen.
Reichte ihr doch schon die Erinnerung an das Blut an ihren Händen.
Ich vergesse wohl, das sind Tiere. Keine Menschen. Das ist wohl ein Unterschied.
,,Ihr könnt euch schon mal umschauen, ich bin gleich wieder bei euch.“
,,Er ist doch ganz nett.“ sagte Scott und schaute zufrieden drein, wie ein Vater. Helary lächelte kurz zur Antwort und ließ ihren Blick schweifen. ,,Sieht sehr jung aus, für ein Polizisten.“ Ihr Blick viel auf den Teppich. Er war alt, und trug die Farben von Staub und Nikotin.
Und einen Roten kleinen Fleck.
Simmens oder seine Tochter?
,,Er ist 24.“
Schritte.
,,Hier sind die Fotos. Ich dachte mir, bevor wir weitermachen...“ Spender legte sie feinsäuberlich auf dem Tisch. Eines nach dem anderen.
,,Es sieht nach nichts aus, ich weiß. Aber schauen sie genau hin.“
Murmelte Spender, der ebenso die Bilder studierte.
Alles hätte Helary erwartet, aber nicht das.
Der Tote sah nicht nach einem Mordopfer aus. Keine Einstiche, kein Blut, kein gematschter Schädel und keine schmutzige Kleidung. Nichts.
Alles sah danach aus, als wäre er einfach verstorben. Sie nahm die Nahaufnahme, des faltigen Halses von Peter.
Warum hat man davon ein Foto..?
Helary wollte ihre Gedanken gerade äußern, als sie es sah.
Nähte.
Ein Faden, der sich durch zwei Löcher am Hals seitlich durchzogen. Sie führten zum Kragen, und verschwanden dort unter denn Klamotten.
Scott schaute sie irritiert an. Sein Atem streichelte ihre Wange, als er hinter Ihr stand, um das zu sehen was sie sah. Doch Helary nahm die weitere Aufnahme, wo zwei Finger die Naht spreizten.
Es war kein Fleisch, auch wenn das unter der Haut weiß war, war es kein Knochen.
Was ist dort unter? Papier ?
,, Die Rettungskräfte waren verwundert, weil er so hart war. Ich.. wir hatten auch nicht gleich erkannt, was passiert war. Bis mir die Naht aufgefallen ist.“
,,Und was befindet sich darunter? Stoff, Papier?“ Rick reichte ihr ein Bild.
Man hat seine Haut abgeschält und auf eine Puppe gezogen...
,,Eine Schaufensterpuppe.“ flüsterte Scott und ließ dabei eine Strähne in Helarys Nacken tanzen.
Das Foto zeigte eine Schaufensterpuppe, mit Thorax, Beinen und Armen. Nur der Kopf fehlte. Sie war durch das Tragen von Peter leicht bräunlich verfärbt. Schuld war der Rest seines Blut.
„Ich frage mich, wo sein Innenleben ist.“ Spender zuckte mit den Schultern. ,,Das wissen wir auch nicht. Noch nicht.. Tamara.. Ich meine mein Deputy lässt denn Wald mit Hunden durchsuchen.“
Im Angesicht dessen, das Peter Simmens als Kleidungstück endete, unterfragte Helary wiedermal das Menschliche denken.
Warum züchten Dörfer immer diese komplett kranken Matschbirnen?
,,Ich glaube nicht das man ihm Wald finden wird. Die meisten Täter gehen pragmatisch mit ihren Abfällen um.“ raunte Scott und nahm selbst ein Foto in die Hand.
,,Da, siehst du denn Einstich?“ Über der Stickerei des Halses war ein verkrustetes Loch. ,,Ausgeblutet. Hier schon einmal nicht. Dazu ist das hier zu sauber. Die Klamotten sehen auch noch gut aus. Ausgezogen, dann die Haut abgetrennt und wieder angezogen. Oder neue Klamotten gekauft? Nein, dazu sind sie schon zu abgewetzt. Soweit es die Fotos erkennen lässt.“
,,Er roch nicht einmal.“ fügte Spender hinzu. Eine kurze stille trat ein.
Plötzlich kam Helary ein seltsamer Gedanke. Simmens könnte jetzt platznehmen inmitten seines Zoos. Zufall? nein..
,,Rick, hast du denn Bericht der Obduktion?“ Helary schenkte ihrem Partner einen unmissverständlichen Blick.
Wir sind hier auf dem Doof. Die bekommen ihren Bericht in 2 Jahren frühestens.
,,Dr. Baumfeld hat uns versichert, den Bericht so schnell wie möglich zu senden. Die Bilder sind das einzige was wir gerade haben… Es ist ja gestern auch erst passiert…“
,,Hat er irgendwas gesagt?“ Rick schaute ihn mit großen Augen an.
,,Hmm nein.. Auch nicht, seit wann Peter tot ist.“
,,Mehr habt ihr nicht?“ Ein verzweifelter Blick war vom seinem Gesicht abzulesen, als er ihrem auswich. ,,Als Erstvermutung war Melissa. Aber ich hatte mit ihrer Mitbewohnerin gesprochen. Sie sagte, dass Melissa denn Tag vorher ein Examen schreiben musste und gleich darauf sich auf dem Weg machte. Sicherheitshalber sprach ich auch mit den Professoren der Universität. Sie bestätigten das Sie an dem Examen teilnahm... Sie war auch Tage zuvor nicht bei ihrem Vater.“
,,Was studiert Sie und wo?“ fragte Helary.
,,Sie studiert Medizin. Wenn ich mich recht erinnere, ist sie im 6then Jahr. Das Ganze in San Francisco. Das sind 850 Meilen von hier. Was für eine Strecke.“
Ja weit weg, für jemanden der hier aufgewachsen ist. Aber gut. Ich war ja nicht anders. Massachusetts.. Alex.
,,Und vermutlich weiß sie bestimmt auch nicht, was ihr Vater in der letzten Zeit tat oder mit wem er was tat.“ murmelte Scott. ,,Warum?“
,,Draußen gibt es kein Telefonanschluss. Ein Handy wird er auch nicht haben.“ Helary betrachtete Scott leicht verblüfft. Jedes Mal musste Sie darüber staunen was Scott beim ersten Blick auffiel.
Ganz vergessen, du siehst ja alles.
Spenders Miene war ebenso verblüfft. ,,Das habe..“
,,Officer Spender.. Officer Spender, bitte melden.“ dröhnte es aus der Funke. ,,Spender hier..“ Er verschwand in einem anderen Raum. ,,Na was meinst du?“ fragte Scott und stütze sich am Tisch ab.
,,Siehst du die Anzahl von Tieren? Ist schon ein ungewöhnlicher Zufall oder?“
,,Ich glaubst doch nicht, das es Tierschutz Hippies waren? Vielleicht Peacemaker Huppi Fluppis? Aber du hast recht....“
Seine Augen schweiften kurz zu den ausgestopften Wesen an der Wand. ,,Es ist außergewöhnlich. Da häutet jemand denn Mann, hat ihn womöglich gewaschen und wieder angezogen. Was sagt dir das?“ Helary musste nicht lange überlegen. ,,Er hat ein Problem.“ Scott schnaubte theatralisch. ,,Darf man keine Schmerze mehr machen? Ich denke mal, das wir es mit jemand sehr schlauen zu tun haben. Einen Mord zu planen ist schon eine große Herausforderung, wenn es Perfekt sein soll. Das hier ist mehr eine gezielte Entkernung. Das braucht mehr Zeit und mehr Verständnis. Du hast ja gesehen wie gut die Täuschung war.“
Sie hinterfragte das Wort Täuschung. Es kam zu schnell über ihre Lippen.
Sollte es wirklich eine Täuschung sein? Eher wie eine Darstellung einer Maske im Museum.
Scott nickte, was nicht bedeutete das er ihrer Meinung war. Er selbst bildete sich gerne einen eigenen Eindruck. Helary wusste, dass sie Scott als bessere Brille diente, die mehr sah, als er. Das keine Gegenargumente ausgesprochen wurden, war nur ein Zeichen davon, das Scott überlegte.
Das gegenseitige aussieben hatte noch nicht begonnen.
,,Wir sollten uns umschauen. Ich frage ihn gleich mal, was mit Peters Frau passiert ist.“ Scott wirkte wie in sich selbst gefangen, als er denn Raum verließ. Seine Eigenart, sich einen Reim zu machen.
Nachdem Helary sich an den Bildern satt gesehen hatte, wandte sie sich zu der Wand mit den ausgestopften Köpfen zu. Wölfe, Rehe und so manch anderes Getier war an die Holzwand genagelt. Besonders fiel der Kopf eines schwarzen Wolfes auf, der sein Mund weit aufgerissen hatte. Bedrohlich waren seine Lefzen gehoben, die die weißen langen Zähne nur noch länger machten. In den gelben Glasperlenaugen spiegelte sich der Raum. Wie ein Panoramen, konnte sie darin alles erkennen.
Ob das Tier, auch so einen weiten Blick hatte? So Majestätisch... warum tötet man so ein wunderschönes Tier? Stopft es aus und hängt es hierhin... Von Maden zerfressen zu werden, ist doch selbst für ein Tier schöner... Warte... Sah es der Mörder auch so? War es für den Mörder ein schöneres Fick dich, Peters innere Werte herauszuschneiden, bis außer seiner Haut nichts übrig bleib? Anstatt ihn nur zu erstechen oder zu erschießen? Ist es wirklich so?
Ihre Hand bewegte sich wie automatisch zur Trophäe. Mit den Latexhandschuhen fühlte sich das Fell noch befremdlicher an, als sie es mit bloßer Hand an Pelz gewöhnt war. Jedes Mal fühlte es sich anderes an, totes Haar anzufassen. Nie hatte Helary erfahren warum.
Haar ist doch Haar... Oder ist es ein Unterschied ob es noch mit
Leben bestückt ist?
,,Helary?“ Sie zuckte, zugleich zog der Ruf sie aus ihrem Gedankenstrom.
Sie entdeckte Scott im Schlafzimmer. Seine Statur verbarg das, was er in aller Stille betrachtete.
Er drehte sich und machte den Blick frei. Auf dem Nachtisch stand eine Art Altar. Ein großes Foto mit einem schwarzen Bildrahmen umschlossen. Davor eine halb niedergebrannte Kerze und Schmuck der geordnet in einer Reihe lag. Seine Finger spielten mit einem goldenen Ring. ,,1974. Die Liebe Stirbt nie, Samantha“ Raunte Scott , und legte ihn wieder vor dem Bild.
Sie müssen jung geheiratet haben.
Samantha hatte lange blonde Haare, die vom Wind gebürstet waren. Dunkelblaue Augen und ein weiches Gesicht.
Hinter ihr war das Grün der Bäume. Sie machte auf Helary einen freundlichen Eindruck, denn das Lächeln dieser Frau war ehrlich.
,,Eine hübsche Frau.“ Formte Scott ihre Gedanken zu Worte.
Schritte. ,,Es tut mir leid. Vor dem Ghostleave passieren viele verrückte Sachen bei uns. Betrunken, die Elche reiten und so weiter...“ er lächelte kurz. ,, Rick, wie ist seine Frau gestorben?“ Spender schaute bedrückt drein. ,,Das war keine schöne Sache. Ein Landstreicher hatte das Haus angezündet. Samantha verbrannte beim lebendigen Leib. Ich war 11 gewesen, als das passiert ist. Also 1994.“
Verbrannt...
,,..Die Lokal Zeitung berichtete lange über den Vorfall. Und wie ihr
wahrscheinlich ahnt, schmückten sie es übertrieben aus. Falsche Fotos über den Leichnam. Erst waren es Monster, dann eine Gruppe von Satanisten. Ich hatte Mitleid mit Melissa. Wir beide gingen zusammen auf die Middle School... Ich kann mich daran erinnern, das einige der Schüler sagten: das passiert mit Hexen. .. Kinder sind grausam.“
Kann ich mir gut vorstellen.
,,Danke..“ sagte Scott und schien zu überlegen. ,,Ich möchte euch eines nicht vorenthalten. Es gibt einen Keller, hinter der Küche. Vielleicht seht ihr mehr, als wir.“ ,,Willst du? Dann gehe ich nach draußen. Ich möchte mich noch mal umsehen.“ Helary nickte.
Die Küche grenzte gleich an die Wohnstube. Sie war sauber, kein Fleck trübte das Bild. Dann machte Helary eine Entdeckung. Die eine Schublade war mit einem Schloss versehen, wie sie es aus Wohnungen mit Kindern kannte. Das Schloss war neu, die Küchen Einrichtung wiederum nicht.
Weshalb ein Schloss? Melissa ist doch..
,,Und Mr. Simmens hatte keine anderen Kinder?“ Er schüttelte mit
dem Kopf. ,,Fällt ihnen denn nichts auf? Das Schloss?“ Helary machte Spender platz, der sich das Schloss genauer ansehen wollte. ,,Ist neu. Aber ist das so wichtig?“ Er richtete sich wieder auf. ,,Wenn er keine geisteskranke Mitbewohner hatte oder Kinder. Warum wegsperren? Haben sie dafür ein Schlüssel?“
,,Nein, aber ich kann es anders öffnen.“ Seine Hände glitten in eine kleine Tasche an seinem Gürtel. Heraus holte er ein Etui mit Einbrecher Werkzeug.
Weswegen hat er so was?
Helary beobachte wie seine Hände flink arbeiteten.
Seine Handgelenke...
So wulstig und breit ihre Narben längs ihrem Rücken waren, so waren es seine Narben an den Handgelenken. Sie schaute auf das konzentrierte Gesicht.
Was für ein Geheimnis hast du...
Klick...
Wie von selbst rollte die Schublade Helary entgegen. Es befanden sich nur Messer darin. Sofort öffnete sie alle anderen Schubladen. Entweder waren sie leer, oder mit Gegenstände wie Löffeln bestückt, die nicht so ein Schaden anrichten konnten, wie Messer.
,,Danke..“ wisperte sie. Was sie mit der Erkenntnis anfangen könnte,
wusste Helary noch nicht. War es doch ungewöhnlich, als dass es Zufall sein könnte. ,,Kein Problem. Hmm.. der Keller ist da.“ Neben der Küche, gab es noch zwei Türen. Eine führte zu einem Jungendzimmer, von dem Helary glaubte, dass es Melissa gehört hatte. Die andere zu einem Vorraum der nach Helarys Einschätzung 1 Quadratmeter betrug. Platz genug die Hintertür zu öffnen und die zum Keller. Licht blitzte auf. ,,Sonst sehen sie nicht die Treppen...“ sagte Rick mit Unbehagen. Sie schob die Tür auf und ein unglaublicher abartiger Gestank schlug ihr ins Gesicht. Eine Mischung aus Nässe, Feuchtigkeit und geronnen Blut brannte sich schlagartig in ihrer Nase.
Und da war ein Summen. Ein ganz leises Summen, was nur eines erahnen ließ.
Fliegen.
Helary schnappte ruckartig nach Luft nach dem sie denn Geruch eingeatmet hatte. ,,Fuck!“ Ihre Kehle fühlte sich auf mal trocken an von diesem Geruch. Weshalb sie keuchte. Spender erging es nicht besser.
Mist, ich habe mein Tiger Jalm nicht dabei... Zusammenreißen und durch den Mund atmen.
Der Pegel der Taschenlampe fiel auf den steilen Weg nach unten.
Der Gestank wurde immer intensiver, die Dunkelheit auch.
,,Eisprin... Agent. Warten Sie.“ Helary drehte sich um und sah zu ihm hoch. Festgekrallt am Geländer, ließen seine Hände es erzittern. ,,Wenn Sie wollen, bleiben Sie doch oben.“ sagte Helary und drehte sich wieder um.
Hat er Angst vor der Dunkelheit?
,,Da gibt es ein Lichtschalter.“
Tatsächlich war ein kleiner Lichtschalter neben der Treppe installiert. Er klickte zwar, als Helary ihn betätigte, aber Licht kam keines.
Ein lautes Stöhnen. ,,Ich komme gleich zu ihnen..“
Sie ging weiter.
Der Keller ist größer als das Haus.. Wahrscheinlich ausgebaut.
Der Beton.. kein Wasserfesten. Billig..
Das Summen wurde lauter.
Sie trat in den anschließenden Flur, der nach der ersten Beobachtung 4 Abteilungen hatte. Vor dem ersten Raum blieb sie stehen, wo sie anderes surren wahrnahm.
Kühlschränke? Warum so viele Kühlschränke?
Es standen in der Reihe 5 Kühlschränke. Alle summten sie monoton. Sie ging zu einem und öffnete ihn.
Fleisch.
In jedem Regal lag zerteilendes Fleisch, eingeschweißt in Folie.
Komischerweise Musste Helary an einen Horrorfilm denken, der erst letztens lief.
Er handelte von einer Mörderin, die das Fleisch von ihren Opfern aufbewahrte. Zwischen Erbsen und Bohnen. Es überkam ihr ein kurzes Grinsen.
Weniger Horrorfilme..
In den anderen Schränken war ebenfalls dasselbe zu finden.
So viel... Vielleicht hat er verkauft...?
Helary ging aus dem Abteil und schritt den Flur zur der zweiten Abzweigung. Es roch nach Blut.
Okay.. Achtung Fliegen...
An einer Stange hingen 4 Rehe über einer Wanne. In ihren Augen tanzten die Maden. Als die Taschenlampe darauf fiel, summten die Fliegen wütend und schimpften mit ihrem Flügelgerassel. Sie musste sich auf die Lippen beißen, um nicht zu würgen.
Die kleinen Madenschwänze und Köpfe reckten sich aus dem Fleisch, als würden sie sie begrüßen. Sie schüttelte sich kurz und war froh, dass niemand da war der Sie sah, wie sie sich ekelte.
Die Wanne war fast am überlaufen. Das dunkle Tierblut spiegelte denn Lichtpegel und die Tiere. Ein Tropfen brach die perfekte Oberfläche. Eine schmale Kette führte in das rote Lebenselixier. Diese Brühe roch erbärmlich.
Und einige schmieren sich mit solcher Scheiße ein..
Helary war versucht denn Stöpsel zu ziehen, streckte schon die Hand danach aus. Doch dann begann das Licht von der Decke zu flackern und Schritte waren zu hören. Über ihr.
Unheimlich... Ob Peter hier unten war und wusste das er geholt wird?
,,..Ich wollte nur Licht machen damit wir besser .. unsere Arbeit nachgehen können.“ sagte Rick verschmitzt und rieb sich Handgelenke.
Merkwürdiger Kerl..
,,Nett.. Danke. Officer , haben ihre Leute auch den Keller untersucht?“
Er schüttelte mit dem Kopf.
,,Ich und zwei Officer waren hier unten, aber
wir fanden nichts das Verdächtig war. “
Helary ging in den nächsten Raum.
Gerade weil er gehäutet wurde, ist doch die Vermutung nahe, dass es hier passiert ist, oder nicht? Hmm..
Weitere Kühlschränke. ,,Spender, hat Peter verkauft? Fleisch?“ Sie nahm eines der Pakete raus. Es war etikettiert.
-29.09.2006 Reh-
,,Ich kann das nicht sagen. Aber ich kann mich erkundigen...“
Beide traten in den nächsten Raum. Sie wollte so schnell wie möglich alles gesehen haben, weil der Gestank immer scher schlimmer wurde.
Der Schlachtraum war weiß gekachelt. Gegenüber ein Tisch, worauf Tiere zum Zerkleinern warteten. Messer, und alles was ein Schlachter brauchte.
Tiere.. Kein Todeszeitpunkt... wenn er nicht hier getötet wurde.. Er konnte nicht zu Ende arbeiten...
Etwas Anderes nahm ihre Aufmerksamkeit in Beschlag. Es war ein Bett. Eines, was man in Fernseher sah, wenn es um Krankenhäuser aus den 50 ging. Der Zahn der Zeit und die wohl herrschende Nässe, hatte an diesem genagt. Es war Rostig und lud nicht zum Schlafen ein.
Das Laken war verschmiert. Bei näherer Betrachtung, schien es Erde zu sein. Jedoch gab es da noch andere flecken. Ihr Ton war wie der des Rosts.
Blut?
,,Warum steht da ein Bett ?Warum sollte Peter hier schlafen?“ fragte sie.
Vielleicht war es nicht Peter der hier schlief. Warum ist es ihm nicht aufgefallen.
,,Vielleicht hat er darauf seine Tiere gelegt.“ wandte Spender mit einem nüchternen Ton ein.
Plötzlich erwachte eine Idee.
,,Hat sich jemand die Tiere angeschaut?“
Spenders Augen weiteten sich, als er ihre Idee ebenfalls verstand. Er schnippte mit den Fingern.
,,Vielleicht kann man Anhand der Maden herausfinden, wie lange Peter nicht mehr hier unten war. Das würde bedeuten, wir hätten eine Zeitangabe über sein verschwinden. Ich meine, warum sollte er inmitten seiner Arbeit aufhören?“
Spender wandte sich euphorisch zu dem Kadaver auf dem Tisch zu.
Eine weitere Eingebung machte sich breit. Es war ein dunkler und abartiger Gedanke. Sie wollte ihm nicht lauschen, aber er wollte erhört werden.
Spender brabbelte Munter einher, aber Helary hörte ihm nicht zu.
Geruch und Töne wurden in einem Vakuum gesogen, das Luft zum Sprechen brauchte.
Bett, Maden, Hackebeil , Kühlschränke ...Bett , Maden..
,,Helary.. ich weiß das du mich hörst…“
Der Gedanke sprach zu ihr.
,,Der Mann der hier lebte, ist nicht nur ein Witwer. Nicht nur ein Witwer, der sich eine Mauer baute, um in seinen eigenen Sumpf aus Trauer zu ersaufen. Voller Stolz, sich seinem Schicksal hinzugeben…“
Sie war ruhig diese Stimme. Laut und schneidend. Ihre Worte konnten alle anderen verstummen lassen.
In ihren Gedanken, trat sie abermals in jeden Raum.
,,Es ist etwas Falsch hier. Falsch mit der Leiche und Falsch mit den vorherigen Annahmen. Höre zu Helary.. Du schmeckst es und kannst es riechen.“
.,,Kommen Sie Rule, bevor unsere beider Nasen abfallen. Sie haben mir schon ungemein geholfen. Weshalb ich ihnen gerne einen warmen Kaffee anbieten möchte.“ Spenders Berührung an ihrem Arm, löste die Starre. Die Eingebung, damit auch.
Die Idee hatte sich jedoch so festgebissen, das ein Pochen zurückblieb. Ein Gift aus Misstrauen der Gegebenheiten war in ihr gelangt. Und es würde nicht aufhören sich zu verbreiten, bis Agent Rule die Wahrheit herausgefunden hatte
Seattle, FBI Hauptquartier
10:21 PM
Die Nacht hatte bereits die Sonne über Seattle vertrieben. Und der Wind zog an den letzten bunten Blättern, die die Bäume nur widerwillig hergaben.
Es waren wohl die nagenden Bilder aus Granite Falls, die Sie wieder hierhertrieb.
Und das Interesse an dem jungen Polizist Rick Spender, denn Scott so behandelte, wie einen Sohn. Zwei Dinge, die nicht ungewöhnlicher sein konnten.
Nachdem Sie und Scott Granite Falls denn Rücken gekehrt hatten, war ihr Partner so freundlich gewesen, sie wieder bei ihrer Wohnung abzusetzen.
,,Du hast ja Urlaub.“ Seine Stimme war dabei ernst gewesen. Alle Freude und Witz war verschwunden, als wäre etwas passiert. Was es genau war, verschwieg er. Wie immer.
Manchmal legte Scott eine merkwürdige Art an den Tag, konzentriert und doch abwesend. Es kam oft vor, und irgendwann machte es Helary keinen Kummer mehr.
Sie schloss das Büro auf, welches sonst von schallenden Blues erfühlt war.
Es war still und leer.
Helary bemerkte, das der Fernseher verschoben war . Als Sie ihre Hand darauflegte, fühlte er sich noch warm am.
Hat er wieder eines seiner Horror-Videos geschaut? Hatte erwartet das du hier bist.. nun gut. Jagst wohl wieder Geister.
Eine Kassette schob sich aus dem uralten Abspieler. Sie las auf dem Einband: Das Burben Experiment
Whisky hat das wohl weniger zu tun.
Die Videos, die Scott zu Hauff besaß, zeigten Experimente mit Drogen. Grausame und nicht ansatzweise Episch korrekte Experimente der 50ger Jahre. Manchmal war sie dabei gewesen, wenn Scott wieder eines der Bänder schaute. Jedes Mal war er wie weg, als die Schwarzweiß Misshandlungen Stück für Stück denn Wahnsinn dokumentierten. Er war süchtig danach. Weshalb blieb Helary ebenfalls verborgen.
Heute aber siegte die Neugier. Die VHS Kassette wurde von dem Rekorder aufgesaugt und verschlugt. Sie nahm platz und schaltete nebenbei ihren Computer ein.
Eine Akte mit roten Umschlag lag vor ihr.
,,Das Burben Experiment, von Dr. Gorden Shan.“ Murmelte ein Brillenträger, der krampfhaft sein Klemmhefter hielt. Sein Gesicht lag durch die Schwarzweiß-Aufnahme in einem tiefen Kontrasten. Das Bild schleuderte kurz hin und her, bis es wieder stehen blieb. Auf einem Bett lag ein Mann. Sein Brustkorb senkte und hob sich stark.
,,Ich verabreiche Subjekt 5 LSD...“ Der Doktor redete mit einer wahnsinnigeren Langsamkeit.
Verwundert öffnete Helary die Akte.
Peter Simmens…
Scott hatte einen Vermerk darauf geschrieben.
,,Spender schickte mir das. Schau rein. Ist keine Fundgrube, aber ein Ansatz.“
Peter Simmens Männlich ,
62 Jahre Alt.
Die Sektion findet dem 03then. September .2006 und wird von Dr. med. Julius Baumfeld durchgeführt. In Granite Falls.....
Vorbericht:
Der direkte Todeszeitpunkt von Mr. Simmens ist nicht bekannt. Gefunden wurde Er von der Polizei
des Staates Washington im Ort Granite Falls.
Die Sektion erfolgte am selben Tag des Auffindens. Der Mann wurde enthäutet. Der anorganische Gegenstand befindet sich auf einem anderen Tisch. Der Kopf ist unberührt.
Helary überlas die Zeilen, bis sie auf etwas stieß.
...die Häutung wurde nicht Post Mortem zugefügt... Demnach liegt die Vermutung nahe, das das Opfer in Folge von Blutverlust und dem darauffolgenden Volummangelschock verstarb...
Die Vorstellung, das Simmens lebendig gehäutet wurde, ließ sie frösteln.
,,Das Subjekt reagiert normal. Wie nicht anderes zu erwarten. Ich werde ihm nun W Injizieren.“ Helary blickte zur Flimmerkiste, sah denn Arzt der dem jungen Mann eine Spritze gab. Das Versuchs Kaninchen reagierte nicht einmal, als die zu große Nadel in seinem Arm steckte. ,,Ich hoffe, das der wiederkehrende Wirkung vor 46 Stunden eintritt.“
Helary las den Bericht weiter, fand aber keine weiteren Anhaltspunkte.
Es ist bestimmt mehr zu finden … Würde Knoxx sich denn Fall ansehen... Ist es nicht unser Fall.
Sie legte die Akte weg, und begab sich in die unendliche Welt des Wold Wide Web. Ihre Neugier zwang Sie zwei Wörter zu schreiben. Als erstes Meldete sich Wikipedia bei der Angabe, Granite Falls. Ein Klick, und das ganze Wissen spiegelte sich auf dem Monitor.
,,Bevor die Europäer das Land betraten, war Granite Falls der Heimatort der Indianer. Er war zu jener Zeit ein Fanggrund für Fische.“
Helary las sich alles durch was Wikipedia von sich gab. Wie beschrieben, war Granite Falls darum bemüht, die Tiere des Waldes zu schützen.
Ha. Dann hat Scott vielleicht recht, dass Peter durch Hippies starb.
Tatsächlich befand sich unter einigen Hyperlinks, die zu dem Police Departements. Auf der Seite befand sich nicht nur Informationen über die Polizei. Sondern zahlreiche Sehenswürdigkeiten die die Stadt ausmachten. Bilder von Gebäuden und dem Wald. Ausgeschmückte Paraden.
Was hat das auf der Seite der Polizei zu suchen? Haben die denn überhaupt keinen Geschmack?
Kopf schüttelnd musterte sie die Bilder und ließ das Bild von Tamara Chammingway laden.
Dunkle wellige Haare, die stilvoll zu einem Militärzopf zusammengebunden waren. Dezente Schminke. Ihre Augen waren dunkelbraun, mit einem seltenen Faktor. Sie waren hellblau gesprenkelt.
Ihre Lippen umschmeichelte ein Politiker Lächeln, das freundlich aber auch herrisch wirkte.
,,So wie über Generationen erhalten, folgt die weit zurückreichende Familie Chammingway ihrer polizeilichen Laufbahn. Schon in Zeiten der Siedler, war ein Chammingway zur Stelle um Recht und Ordnung walten zu lassen. So wie ihr Vater Ridly Chammingway, folgte die hier abgebildete Tamara Chammingway dieser Tradition. Seit 5 Jahren verwaltet sie das Departement und versucht denn Frieden in Granite falls aufrecht zu erhalten...“
Helary gab sich nicht weiter die Blöße, dem schwulstigen Text zu lesen. Der im Grunde nur aussagte, welchen Rechtsschafenden Lenden Tamara entsprungen war.
,,Wie beim erstmaligen Versuch, befindet sich Nummer 5 in einem Delirium, das ohne Anzeichen zu einem hysterische Anfall schwenkt. Durch Versuche an anderen Subjekten, will und kann ich ausschließen das diese Anfälle im Zusammenhang der Räumlichkeit steht. Ich testete zuvor alle erdenklichen Ebnen von Räumen und der freien Natur. Damit will ich vermuten, dass es mit der Unwirklichkeit zusammensteht, weshalb die Patienten so reagieren. 5 Reagiert nicht auf äußerlichen Einflüsse, Laute und Berührungen nimmt er nicht war. In dem hysterischen Anfallen zeigt der Patient kein Wachzustand. Mein menschlicher Eindruck dazu ist, das Nummer 5 versucht zu flüchten. Anzeichen sind die unkontrollierten Bewegungen. Wie es jetzt der Fall sind.“ Helary sah es. Der Mann riss seine Beine in die Höhe, als würde er sprinten. Das Bett wackelte dadurch, als würde es gleich zusammenklappen. Der Arzt und seine Assistenten, waren bemüht ihn festzuhalten. Es gelang ihnen aber nicht, Nummer Fünf ruhig zu halten. Mit dem Kopf voraus knallte er zu Boden. Es war wie das Geräusch eines nassen Waschlappens, der fest gegen etwas flog. Nass und krachend. Seine Augen waren aufgerissen, als er halbnackt über dem Boden kroch. Eine Hand nach der anderen schnellte flach über dem Boden, um sich voran zu ziehen. Die Ärzte wollten ihn wiederaufrichten, aber er wehrte sich mit aller Kraft dagegen. Dann verebbte seine Bewegung urplötzlich und seine Augen hatten keine Bewegung mehr. Sein Körper wurde schlaff. Wenn Helary es nicht besser wusste, war Nummer 5 verstorben. Der Arzt fluchte Arme fuchteln. ,,Das ist schon der 23 .. Wir müssen besseres Material besorgen.“ Fauchte er und trat gegen den Verstorbenen. ,,Mit so fehlerhaften kann ich nicht Arbeiten!“ seine Assistent bleiben stumm. ,,Schafft ihn weg und macht die Scheiß Kamera aus!“ Sie zuckten bei der lauten Stimme zusammen, und liefen hektisch herum. Das Bild flimmerte, bis nur noch ein schwarzer Hintergrund zu sehen war.
,,Scott, was findest du bloß an diesen Aufnahmen..“ Murmelte Helary.
Das Unaussprechliche Warum kursierte in Helary.
Die Frage, warum man solchen Menschen andere Menschen gab, um mit ihnen zu experimentieren.
Sie starben ohne Namen, ohne Vergangenheit und Zukunft. Ihre Atemzüge waren so bedeutungslos, wie dessen Schmerzen.
Zwischen Ende und Endlos zu schwenken, um doch nur als Asche zu enden. Als graue Asche, auf der man ein Fundament der Medizin baute.
,,Wurdest du je vermisst?“ Ihre Stimme war ein Hauch, als sie an dem Mann dachte.
Wurdest du von deiner Mutter vermisst? Von deiner Frau? Wussten sie je, wohin du gingst?
Das traurige Gefühl versuchte sie zu verschlingen, also schaltete sie denn Fernseher ab. Innerlich verfluchte sie denn Doktor um dann einer weiteren Frage nachzugehen.
Die IAFIS war einer der wichtigsten Werkzeuge der F.B.I. Schon lange nicht mehr, war das eine Suchmaschine die nur Fingerabdrücke verglich. Sie besaß neben dem, noch andere Funktion. Wenn man signifikante Elemente eines aktuellen Falles angab, bestand die Chance, dass es bereits einen anderen Fall gab, der eine Parallelen aufwies.
Mal sehen was du verbirgst Rick Spender..
Schnell getippt, gab Helary seinen Namen ein und wartete geduldig auf die Rückmeldung.
0 Treffer?...
Helary versuchte es nur mit dem Nachnamen wie Vornamen. Treffer dazu gab es, aber keinen der auf Rick deutete.
Seine Narben. Selbst kann er es nicht gewesen sein. Dazu waren beide zu gleichmäßig.
,,Kinder, Narben an den Handgelenken...“ wisperte Helary als sie es währenddessen tippte.
Ungenau geht es nicht, aber wie soll man das sonst Formulieren?
Es verging eine halbe Stunde des Suchens, der sämtliche Variationen von Kindesmisshandlung zeigte. Kinder mit aufgeschnittenen Stirnen, aufgeschlitzten Bäuchen. Es gab keine festgelegte Grenze. Unter all diesen Grausamkeiten fand Helary ein Bericht aus dem Jahr 1990 in den Kindern Wochenlang in einer Kiste unter der Erde gefangen gehalten wurden. Sie wurden Sexuell Missbraucht und unterschiedlich verletzt. Darunter waren Narben von Fesselungen und scharfen Geständen entstanden. Dass Alles passierte in dem Staat South Dekota an der Grenze zu Nebraska.
Die Kistengefängnisse, die meistens 2 Quadratmeter groß waren, befanden sich in der Nähe des Flusses Massurie Lake, der beide Staaten miteinander verband.
Die meisten Kinder ertranken, weil ihre Gefängnisse zu nah am Wasser gebaut waren...
Weiter las Helary, das beide Täter ein Boot besaßen, das sie dazu nutzten, die am Fluss befindlichen Dörfer anzufahren. Um dann Jungen zu verschleppen, die zwischen 6 und 12 waren. Bei den Angaben zu der Opferzahl waren 16 Kinder verzeichnet. Neben dem stand in Klammer ein Möglicherweise, da einer der Täter aussagte, mehr verschleppt zu haben.
,,Der Polizei verhaftete nur einen Täter namens Jeams Blair. Der Verbleib von Robert Shay ist nicht bekannt.“
Von den 16 Kinder starben 13 durch Ertrinken. Die Anderen wurden erwürgt..
Helary schaute unter denn Überlebten Kindern nach Fotos. Zwei von ihnen konnte Sie ausschließen, sie besaßen keine Ähnlichkeit mit Spender. Bei den letzten konnte sie es nicht bestimmen.
Vielleicht mute ich Spender zu viel zu. Außerdem ist Scott als Ermittler aufgelistet. So wie ich ihn kenne, würde er auch ohne Auftrag sein Senf
dazu geben. Wenn Spender wirklich eines der Kinder war, muss er in ein Zeugenschutzprogramm gekommen sein. Aber warum ist es hier nicht aufgeführt? Neuerdings nehmen wir das doch nicht mehr so eng...
Helary seufzte und beließ es fürs erste. Gerne hätte sie mehr erfahren, aber wie Scott es angedeutet hatte, würde Sie es wohl nur aus Spenders Mund hören.
Aus dem Fenster blickend, dachte Helary an die Wohnung von Peter Simmens. An den unheimlichen Keller, der Geruch und eine Form besaß, die mehr vermuten ließen.
