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Seltsame Dinge geschehen in der Siedlung, in der Lizzy wohnt. Zuerst tauchen bunte Wäschekörbe für eine Kleidersammlung auf und dann verschwindet Lucy, die Katze ihrer Freundin Mia. Haben die beiden Ereignisse etwas miteinander zu tun? Lizzys Bauch blubbert auf jeden Fall Alarm, und das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier ein neuer Fall auf Wanda, die Meisterdetektivin wartet! Ein spannender Krimi zum Vorlesen und Selberlesen für Kinder ab 6 Jahren. Mehr Informationen finden Sie auf jfkreigenfeld.de
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Seitenzahl: 133
Veröffentlichungsjahr: 2022
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für K. K.
Prolog
Schatzsuche im Wald
Die kleine Tiffy
Lucy ist weg
Wandas geheimer Ort
Gartengespräche
Die Klingel-App
Ein besonderer Flohmarkt
Schon wieder Wäschekörbe
Eine unglaubliche Entdeckung
Kalli hat ein Geheimnis
Wanda hat eine Idee
Das fremde Mädchen
Bei der Tierärztin
Im Tierheim
Der Beginn einer langen Nacht
Eine verrückte Verfolgungsjagd
Verdächtigungen
Ein wilder Traum
Die Drohne
Endlich die richtige Spur?
Eine große Überraschung
Ein wertvolles Geschenk
Eine Gestalt ging über die Straße der Siedlung und schaute an der Häuserreihe entlang. Puh, noch ganz schön viele Wäschekörbe warteten darauf, hier verteilt zu werden. Als Nächstes war ein blauer Wäschekorb dran, danach ein roter.
Geschafft! Die Gestalt drehte sich um und in diesem Moment sah sie einen Mann mit einem blonden Mädchen die Straße hinunter Richtung Maisfeld gehen. Sie verschwanden rechts hinter den Häuserreihen. Wahrscheinlich wollten sie einen Ausflug machen und gingen Richtung Wald.
Die Gestalt streckte ihren Rücken durch und schnaufte leise. Zum Glück war diese Straßenseite erledigt. Trotzdem hieß es jetzt weitermachen und sich nicht ablenken lassen, die Wäschekörbe verteilten sich schließlich nicht von allein.
Plötzlich strich eine kleine Katze um die Beine der Gestalt. Wie süß! Die Gestalt hockte sich sofort hin und streichelte sie. Das Kätzchen mit dem grau-weißen Fell war einfach zu niedlich. Es ließ sich sogar hochheben und in einen Wäschekorb setzen. Das war eine Ablenkung, gegen die sicher niemand etwas einzuwenden hatte. Das Kätzchen würde sie einfach beim Verteilen der Wäschekörbe begleiten. Es waren ja nicht mehr viele und so machte es gleich viel mehr Spaß.
Endlich stand vor jedem Hauseingang ein Wäschekorb. Die Gestalt hob das Kätzchen aus dem letzten Korb und streichelte es, bevor sie zu dem weißen Lieferwagen ging, der schon auf sie wartete, um endlich loszufahren.
»Kannst du mir noch mal erklären, was für einen Schatz genau wir suchen?«
Lizzy sah zu, wie Papa mit dem Finger auf seinem Handy herumwischte. Sie standen auf einem schattigen Waldweg, die Vögel zwitscherten und in der Ferne war das hohle Pock-Pock-Pock eines Spechts zu hören.
»Hier in dieser App«, erklärte Papa und hielt Lizzy das Handy so hin, dass sie alles genau sehen konnte, »kann man kleine Schätze auf der ganzen Welt suchen. Die wurden von Leuten versteckt und hier in der App markiert. Jeder Schatz hat einen bestimmten Namen wie zum Beispiel ›unsichtbare Spuren‹. Und der Name oder Hinweis hat oft etwas mit dem Schatz und seinem Fundort zu tun.«
Lizzy machte große Augen und sog die Luft ein.
Papa sah sie schmunzelnd an. »Das sind natürlich keine richtigen Schätze«, erklärte er.
»Schau mal, hier sind ein paar Fotos. Es können kleine Kisten sein oder einfach nur Röhrchen, in denen ein Zettel steckt.«
»Deshalb haben wir was zu schreiben mit«, erwiderte Lizzy und klopfte auf die Bauchtasche, die sie sich extra umgebunden hatte.
»Genau. Wir können unsere Nutzernamen auf der Liste beim Schatz eintragen. Die Leute, die den Schatz nach uns finden, sehen dann, dass wir ihn auch entdeckt haben.«
Lizzy nickte. Den Nutzernamen hatten sie sich extra vorher überlegt, er war: »Wanda, die Detektivin«.
»Und wie heißt der Schatz genau, nach dem wir jetzt suchen?«, fragte sie.
»Der heißt ›Leitplanke im Wald‹ und der Hinweis auf den Schatz lautet ›magnetisch‹.«
Lizzy sah auf das Stück der alten Leitplanke, vor der sie standen. Sie begrenzte den Waldweg an der einen Seite wie ein kleiner Zaun. »Der Schatz muss also hier irgendwo sein«, stellte sie fest.
Papa nickte. »So viele Leitplanken gibt es in der Gegend ja nicht.«
»Dann lass uns suchen!«, sagte Lizzy und ging in die Hocke. Mit zusammengekniffenen Augen musterte sie das graue Metall, dann kniete sie sich hin und versuchte, unter die Leitplanke zu schauen. Nichts. Sie richtete sich wieder auf und sah zu Papa.
»Vielleicht sollte ich in den Wanda-Modus wechseln«, sagte sie.
Papa nickte. »Das könnte helfen.«
Lizzy nahm ihre blonden Haare zusammen und drehte sie zu einem Dutt, dann zog sie die Kapuze ihres schwarzen Pullis über den Kopf und rückte ihre Bauchtasche zurecht.
Immer wenn Lizzy einem Geheimnis auf der Spur war, wurde sie mit dieser kleinen Verwandlung zu Wanda, der Meisterdetektivin. Im Wanda-Modus war es viel einfacher, mutig zu sein und schwierige Rätsel zu lösen. Bestimmt würde sie als Wanda den Schatz schneller fi nden.
Sie zog den Reißverschluss ihrer Bauchtasche auf und holte die kleine Lupe heraus, die sie neben ein paar anderen wichtigen Dingen für die Detektivarbeit immer bei sich trug. Sie kniete sich wieder hin und prüfte noch einmal ganz genau jeden Knick und jede Schraube an der Leitplanke. Auch von unten schaute sie noch einmal sorgfältig nach.
Nein, da war nichts. Wanda runzelte die Stirn. Der Schatz musste aber hier irgendwo sein. Vorsichtig steckte sie eine Hand unter die Leitplanke und spürte, dass da eine Kante war. Also gab es doch einen Hohlraum, den hat te sie zuerst nicht gesehen. Langsam tastete sie weiter.
»Iiieeehh!« Mit einem kleinen Quieken zog sie die Hand weg und schaute auf ihre Finger. Glück gehabt, es waren nur Spinnweben.
»Was ist los? Hast du was gefunden?«, fragte Papa und beugte sich zu ihr herunter.
Wanda schüttelte den Kopf, dann atmete sie einmal tief durch und steckte die Hand erneut unter die Leitplanke, dabei rutschte sie langsam vorwärts.
»Ich glaube, hier ist was«, ächzte sie, als sie mit den Fingerspitzen an einen Gegenstand stieß. »Das lässt sich aber nicht bewegen.«
Sie tippte noch einmal dagegen. Das Ding saß bombenfest.
Moment, wie lautete der Hinweis zum Schatz? Natürlich! Sie griff kräftig um den Gegenstand und zog ihn mit einem Ruck aus dem Kanal.
»Könnte das unser Schatz sein?« Sie stand auf, den kleinen Kasten in der Hand.
Papa nickte begeistert. »Ja, schau mal, der Kasten hat zwei Magneten an der Unterseite. Damit war er an der Leitplanke befestigt. Mach ihn mal auf!«
Wanda öffnete den Deckel und zog eine kleine Tüte heraus. Darin lag ein Zettel, auf dem eine Menge Namen und Daten standen.
»Jetzt können wir unseren Namen dazuschreiben. Unser erster Fund!«, sagte sie stolz und drückte Papa den Zettel in die Hand. Hastig zog sie den Reißverschluss ihrer Bauchtasche auf, um ihren kleinen Bleistift daraus hervorzukramen.
Nachdem sie den Nutzernamen »Wanda, die Detektivin« auf den Zettel geschrieben hatten, legten sie ihn zurück in den Kasten und versteckten ihn wieder in der Leitplanke.
»Das hat Spaß gemacht! Weiter. Wo ist der nächste Schatz?« Wanda zupfte aufgeregt an Papas Ärmel.
Der schaute auf sein Handy. »Ui, der ist ein ganzes Stück in den Wald hinein. Er heißt ›Floras Geburtstag‹ wir müssen da lang.« Er zeigte den Weg hinunter.
»Dann los, komm schon.« Wanda lief voraus, Papa folgte ihr.
Sie gingen den Weg entlang etwas tiefer in den Wald hinein. Wie gut, dass Wanda den Kapuzenpulli angezogen hatte, es war ziemlich kühl im Schatten.
»Gibt es eigentlich wieder einen Hinweis für den Schatz?«, fragte sie.
»Ja.« Papa schaute nachdenklich auf sein Handy. »Der ist aber ein bisschen ungewöhnlich. Da steht: ›Hier gibt es eine merkwürdige Frucht‹.« Er zuckte mit den Schultern. »Was soll man davon halten?«
Wanda tippte sich an die Nase, dann beugte sie sich ein wenig nach vorn und ging geduckt vorwärts, dabei versuchte sie jede Kleinigkeit auf dem Waldboden zu beachten, aber von einer Frucht war hier keine Spur. Papa suchte ein paar Meter entfernt von ihr den Boden ab.
Der Waldboden war jetzt von Farn und kleineren Ästen bedeckt. Rechts von Wanda wuchs ein kleiner Strauch. Sie umrundete ihn ein paar Mal und prüfte jede Lücke. Plötzlich stolperte sie über einen Ast und taumelte in die Zweige.
Aua! Irgendetwas Hartes hatte sie am Kopf getroffen. Sie rieb sich die Stelle und schaute hoch.
»Ich glaube, ich hab was gefunden!«, rief sie.
Da hing doch tatsächlich eine dunkelgrüne Dose zwischen den Blättern. Wieso hatte sie die nicht eher gesehen?
Wanda zog sie herunter und schraubte den Deckel auf.
»Wo genau war denn jetzt die Frucht?«, fragte Papa und kratzte sich am Kopf.
Wanda zeigte nach oben. »Sie hing da in dem Strauch. Ich bin ständig drum herumgelaufen.«
Papa drehte die Dose in seiner Hand. »Tja, in der grünen Farbe war sie natürlich gut getarnt. Manchmal ist das so, da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, dabei liegt das Gesuchte direkt vor einem.« Er stupste Wanda gegen die Nasenspitze.
Wanda lachte. Es machte so viel Spaß, hier nach Schätzen zu suchen.
Fast den ganzen Tag streiften sie noch durch den Wald, unterbrochen nur durch ein kleines Picknick. Am späten Nachmittag waren sie so müde, dass sie beschlossen, nach Hause zu gehen. Doch das dauerte ein Weilchen, weil sie ganz schön tief im Wald waren.
»Mir tun die Beine weh«, jammerte Wanda und schob sich die Kapuze ihres Pullis vom Kopf. Sie war viel zu erschöpft, um jetzt noch Rätsel zu lösen, deshalb löste sie auch den Dutt wieder auf und schüttelte kurz ihre Haare auseinander.
Papa nickte. »Wir sind ja bald da«, sagte er und fügte augenzwinkernd hinzu: »Lizzy.«
Sie gähnte und reckte die Arme nach oben.
»Guck mal, dahinten ist schon das Maisfeld«, munterte Papa sie auf. »Danach kommt gleich unser Haus.«
»Kannst du mich nicht tragen?«, fragte Lizzy, obwohl sie wusste, dass sie dafür längst zu groß war.
Papa lachte. »Als ich dich noch getragen habe, warst du ein bisschen kleiner und bestimmt halb so schwer. Erinnerst du dich daran, dass ich dich einmal durch den ganzen Zoo getragen habe?«
Lizzy strahlte. »Ja, das war schön. Auf deinen Schultern hatte ich immer eine tolle Aussicht. Weißt du noch, dass mich da fast die Giraffe geküsst hätte?«
»Natürlich.« Papa machte einen langen Giraffenhals und große Augen, dann beugte er sich ein wenig zu Lizzy herunter, die kichernd losrannte. Plötzlich kam ihr der Weg gar nicht mehr so lang vor und schon bald standen sie vor ihrem Haus.
»Guck mal, da hat jemand einen Wäschekorb vor unsere Tür gestellt. Da liegt auch ein Zettel drin.« Lizzy beugte sich herunter und reichte ihn gleich an Papa weiter. Sie war viel zu müde, um jetzt noch komplizierte Texte zu lesen.
»Legen Sie uns bitte bis Montagabend nicht mehr benötigte Wäsche in den Korb«, las Papa vor. »Wir nehmen Ihre alte Kleidung kostenlos mit und sammeln sie für hilfsbedürftige Menschen.« Er runzelte die Stirn.
»Na, wer das glaubt.« Dann schloss er die Tür auf.
Lizzy schaute in den Korb und gähnte schon wieder. Der Korb war aus Plastik und sah fast so aus wie der, in dem ihre kleine Katze Tiffy so oft schlief. Sie starrte auf die Plastikgriffe und runzelte die Stirn, denn plötzlich begann es in ihrem Bauch zu grummeln und zu blubbern.
Dieses Alarmblubbern spürte sie immer, wenn irgendetwas nicht in Ordnung war und Wanda, die Meisterdetektivin, gebraucht wurde. Aber was sollte an einem Wäschekorb für die Kleidersammlung schon ungewöhnlich sein?
Papa hatte inzwischen die Tür geöff net und Lizzy folgte ihm ins Haus. Sogleich kam ihnen Tiffy entgegen gelaufen.
»Komm, Lizzy, wir schauen mal, was wir in der Küche zu essen finden. Ach, Mama ist auch schon da, wie schön!« Papa legte den Zettel aus dem Wäschekorb auf den Tisch.
Lizzy lief zu ihrer Mama und umarmte sie.
»Na, ihr beiden, hattet ihr einen tollen Papa-Lizzy-Tag?«, fragte sie.
Lizzy nickte eifrig. »Wir haben ganz viele Schätze gesucht.« Und dann erzählte sie Mama alles haargenau. Nebenbei aß sie zwei belegte Brote und trank etwas Früchtetee. Zum Schluss lehnte sie sich auf dem Stuhl zurück und streckte sich.
»Ich glaube, ich gehe gleich ins Bett.«
»Mach, das nur. Ihr seid ja richtig weit gewandert«, sagte Mama und strich ihr über den Kopf.
Lizzy stand auf, dabei fiel ihr Blick auf den Zettel der Kleidersammler, den Papa vorhin auf den Tisch gelegt hatte. Sie kniff kurz die Augen zusammen, weil ihr Bauch sich plötzlich wieder mit einem Alarmblubbern meldete. Komisch. Ihr Bauch täuschte sich eigentlich nie, aber jetzt war sie viel zu müde, um sich darüber Gedanken zu machen. Sie würde sich morgen darum kümmern.
Lizzy umarmte Mama und Papa. »Das war ein toller Tag.«
Papa zwinkerte ihr zu, dann sprang er auf und rief: »Wer als Erster oben ist!« Schon nahm er Anlauf.
Dafür reichte Lizzys Kraft auf jeden Fall, sie sauste hinterher. Auf der Treppe zwängte sie sich rechts an Papa vorbei und erreichte mit einem Sprung das Bett knapp vor ihm.
»Erste!«, rief sie und ließ sich auf die Decke plumpsen. Am liebsten wäre sie einfach liegen geblieben, aber Papa kitzelte sie, bis sie wieder vom Bett rollte und ins Bad flüchtete.
»Katzenwäsche«, rief sie, bevor sie die Tür hinter sich zuzog.
Was für ein lustiges Wort dachte sie, während sie Zahnpasta auf ihre Zahnbürste drückte. Mama hatte das mal so gesagt, als es ganz schnell gehen musste. Für die Katzenwäsche reichte ein Waschlappen und ein bisschen Wasser – anders machten es Katzen ja auch nicht, wenn sie sich sauber leckten.
Kurz darauf lag Lizzy endlich im Bett und griff nach ihrem Kuschelhasen Wuschel, anschließend zog sie sich die Decke bis unters Kinn. Wie jeden Abend kam Mama noch zu ihr und gab ihr einen Gute-Nacht-Kuss, dann schlief Lizzy auch schon ein und träumte von der Schatzsuche im Wald. Auch die Wäschekörbe tauchten dabei auf, sie standen zwischen Bäumen oder Sträuchern und enthielten jedes Mal ein Rätsel oder einen Hinweis auf den nächsten Schatz.
Sogar im Traum grummelte ihr Bauch, wenn sie auf einen solchen Wäschekorb stieß. Was hatte es nur damit auf sich?
»Schau mal, Lizzy. Wir haben heute Morgen die Klingel an der Tür umgebaut. Sie hat jetzt eine Kamera.«
Lizzy stand im Flur neben der Haustür. Sie hatte ein bisschen Muskelkater und war in Gedanken noch bei der Schatzsuche und den seltsamen Wäschekörben. Ob Papa den Zettel aus dem Korb aufgehoben hatte? Sich musste sich das alles noch einmal in Ruhe anschauen.
»Und hier auf dem Tablet«, fuhr Papa fort und hielt es ihr auffordernd hin, »kannst du immer sehen, wenn etwas an der Tür passiert. Ich habe hier eine App installiert, die sich meldet, wenn eine Bewegung im Bereich des Vorgartens aufgenommen wird.«
Lizzy bekam große Augen, sie nahm das Tablet, und tatsächlich, die Kamera erfasste genau den Weg zu ihrer Eingangstür. Huch, da fuhr ein Auto vorbei. Das war ja wie geschaffen für die Detektivarbeit!
»Jetzt kannst du immer sehen, was sich vor der Tür tut, und vor allem, wer klingelt. Du kannst auch später noch nachgucken, die App zeichnet alle Bewegungen auf, die hier in der Nähe passieren. Hier, schau. Das ist passiert, kurz nachdem wir die Kamera angebracht haben.«
Auf dem Tablet sah sie, wie der Briefträger mit seinem Fahrrad ankam, es abstellte und dann langsam zu ihrem Haus ging. Er steckte etwas Weißes in den Kasten und ging wieder weg.
»Das ist ja cool, Papa. Oder wie Manuel sagen würde: guay!«
Papa grinste. Manuel hatten sie vor Kurzem in Spanien kennengelernt. War das wirklich erst ein paar Tage her?
»Das Tablet lassen wir hier im Haus.« Papa ging nach nebenan und legte es auf den Wohnzimmertisch. Er wollte gerade weiter erklären, als aus dem Garten lautes Rufen zu hören war.
»Schnell, kommt, Tiffy … Sie hängt fest!«
Das war Lizzys Mama. Was war da los?
Vor wenigen Monaten hatte Lizzy die kleine Katze bekommen, denn Lizzy war nachmittags oft allein zu Hause und dann hörte sie manchmal merkwürdige Geräusche. Deshalb war sie froh, nun eine Wachkatze an ihrer Seite zu haben. Sie konnte zwar keinen bellenden Hund ersetzen und ihr Miauen würde sicherlich niemanden in die Flucht schlagen, aber wenn sie schnurrend an ihrer Seite lag, beruhigte Lizzy das und die Geräusche klangen gar nicht mehr so unheimlich.
»Wo ist sie?« Papa erreichte als Erster den Garten.
»Da oben.« Mama zeigte in den hohen Baum, auf dem es laut miaute. »Ich habe hier auf dem Stuhl gesessen und ein bisschen gelesen, da habe ich plötzlich das Maunzen gehört.«