Was Jungs wollen - Pete Hautman - E-Book

Was Jungs wollen E-Book

Pete Hautman

4,4
8,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Freundschaft, Liebe – und der ganze andere Kram

Lita und Adam sind nur Freunde. Wenn überhaupt. Auf jeden Fall ist Adam für Lita absolut durchschaubar. Die Erfahrungen, die sie täglich mit ihm sammelt, verwendet die scharfzüngige Lita frech in ihrem Blog, in dem sie Tipps und Tricks zum Umgang mit dem geheimnisvollen anderen Geschlecht preisgibt. Litas Interesse an Adam ist also rein beruflicher Natur, und dass sie nebenbei versucht, ihn und Blair auseinanderzubringen, ist schließlich nicht persönlich gemeint: Die eingebildete Blair, der alle Jungs hinterhergaffen, hat einfach einen Denkzettel verdient. Doch dann erfährt Lita, dass Adam das ein oder andere Geheimnis verbirgt, und sie kommt ins Grübeln. Vielleicht sind ihre Gefühle für ihn ja ebenso wenig berechenbar wie er selbst …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 336

Veröffentlichungsjahr: 2013

Bewertungen
4,4 (18 Bewertungen)
10
5
3
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Das Buch

Lita und Adam sind nur Freunde. Wenn überhaupt. Auf jeden Fall ist Adam für Lita absolut durchschaubar. Die Erfahrungen, die sie täglich mit ihm sammelt, nützt die scharfzüngige Lita in ihrem Blog, in dem sie Tipps und Tricks zum Umgang mit dem geheimnisvollen anderen Geschlecht preisgibt. Litas Interesse an Adam ist also rein beruflicher Natur; und dass sie nebenbei versucht, ihn und Blair auseinanderzubringen, ist schließlich nicht persönlich gemeint: Die eingebildete Blair, der alle Jungs hinterher gaffen, hat einfach einen Denkzettel verdient. Erst als Lita erfährt, dass Adam doch das ein oder andere Geheimnis verbirgt, kommt sie ins Grübeln: Vielleicht sind ihre Gefühle für ihn ja ebensowenig berechenbar wie er selbst …

Der Autor

Pete Hautman, geboren 1952 in Berkeley, Kalifornien, hat sein Studium abgebrochen und weiß jetzt »nichts richtig, aber zu allem ein bisschen was«, eine Eigenschaft, die ihm beim Schreiben ungemein hilft. Für seine Romane im Bereich der Erwachsenen- und Jugendliteratur wurde er bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er lebt mit Frau und Hund in Golden Valley, Minnesota, und Stockholm, Wisconsin.

Pete Hautman

Was Jungs wollen

Roman

Aus dem Amerikanischen

von Stefanie Lemke

Die Originalausgabe erscheint unter dem Titel

What boys really want bei Scholastic Press, New York

Copyright © 2012 by Pete Hautman

Copyright © 2013 der deutschsprachigen Ausgabe

by Wilhelm Heyne Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Redaktion: Christina Neiske

Umschlaggestaltung: t.mutzenbach design, München,

unter Verwendung eines Fotos von © Bloomimage/Corbis

Satz: KompetenzCenter, Mönchengladbach

ISBN: 978-3-641-10275-3

www.heyne-fliegt.de

Zur Erinnerung an Rene,

einen Jungen, der immer ganz genau wusste,

was er wollte.

Kapitel eins

DER TUSSEN-FAKTOR

Miz Fitz,

mein Freund sagt ständig blöde Sachen. Wie kann ich ihn erziehen?

– Angie

Miz Fitz rät:

Schaff dir einen Hund an. Hunde sind einfacher zu erziehen.

ADAM

Die Idee mit dem Buch kam mir an einem schönen, sonnigen Tag am letzten Wochenende der Sommerferien, als wir uns mit ein paar Leuten auf vollgepumpten Lkw-Schläuchen den Apple River runtertreiben ließen. Lita hatte sich mit den Beinen an meinen Lkw-Schlauch geklammert und quatschte die ganze Zeit davon, wie besessen Emily Vernon von Dennis Long wäre. Sie wollte wissen, was ich darüber dachte, und ob Emily ihn wohl fragen sollte, ob er mit ihr ausgeht, und bla, bla, bla.

»Emily pinkelt gegen den Wind«, war mein Kommentar.

Daraufhin sagte Lita erst einmal nichts mehr.

»Wahrscheinlich musst du ein Typ sein, um das zu verstehen«, ergänzte ich.

Sie verdrehte die Augen und zog gleichzeitig die Brauen zusammen. Lita Wold hat ein ziemlich bewegliches Gesicht. Mit ihren großen braunen Augen, den recht markanten Gesichtszügen und braunen Locken sieht sie aus wie eine strenge Elfe. Sie ist das genaue Gegenteil von einem Riesen mit glatten, blonden Haaren. Also von mir.

»Keine Sorge, ich verstehe es.« Mit einem Tritt befreite sie sich von meinem Schlauch, was uns beide in entgegengesetzte Richtungen davontanzen ließ.

Ich dachte noch, dass sie dem Drang bestimmt nicht widerstehen könnte, unsere Unterhaltung später fortzusetzen, und wie sich herausstellte, hatte ich recht. Nach einer Minute kam sie schon wieder angepaddelt.

»Mag Dennis Emily überhaupt nicht?«, fragte sie.

»Er steht auf die Neue. Auf Blair.«

Dann gerieten wir in einen Strudel und wirbelten herum; jetzt blickte ich flussaufwärts.

»Nicht Blair Thompson!«, rief sie.

»Doch. Genau die.«

»Ist die nicht total die Tusse?«

»Ich werde es rausfinden«, antwortete ich und befreite mich von Litas Schlauch.

»Hey«, rief Lita, als sie auf das Ufer zutrieb, während ich zurück zu Bob Glaus und Robbie Conseco paddelte, die sich einen riesigen Traktorschlauch und ein Sixpack Bier teilten. Robbie bot mir eins an, aber ich mag warmes Bier nicht besonders. Und kaltes eigentlich auch nicht.

»Hey, Robbie«, sagte ich. »Wie schätzt du Blair Thompson ein?«

»Auf was für einer Skala?«

»Tussen-Faktor, auf einer Skala von eins bis zehn.«

»Und was steht für was?«

»Eins steht für die Jungfrau Maria. Zehn für sexy, aber dumm wie Brot.«

»Ich geb ihr ’ne Sechs«, sagte Robbie. »Ein kleines bisschen tussig.«

Woraufhin Bob sagte: »So ein Quatsch! Sie ist mindestens ’ne Neun.«

Ich kannte Blair nicht wirklich, aber neun fand ich doch etwas übertrieben.

»Danke.« Ich paddelte wieder Lita hinterher.

»Sieben Komma fünf«, sagte ich, als ich sie erreichte.

»Sieben Komma fünf was?«, fragte sie.

Ich erklärte ihr die Tussen-Skala.

»Und wie kommt ihr auf ›sieben Komma fünf‹?«

»Das ist der Durschnitt von Robbies und Bobs Antworten. Sieben Komma fünf.«

»Was ist mit dir?«

»Mit mir?«

»Wie schätzt du sie ein?«

Irgendetwas an ihrer Stimme sagte mir, dass ich aufpassen musste. »Ich kenne sie nicht wirklich«, sagte ich ausweichend.

»Und ich? Mich kennst du. Wo bin ich auf eurer Tussen-Skala?«

Oh-oh, dachte ich, als ich ihre zusammengekniffenen Augen und aufeinandergepressten Lippen sah. Wenn Lita lauter horizontale Linien im Gesicht bekam, war Vorsicht angesagt.

»Ich glaube nicht, dass sich die Skala auf dich anwenden lässt«, antwortete ich.

»Ich bin noch nicht mal ein ganz klein wenig tussig?« Ihre Augenschlitze wurden sogar noch schmaler.

Doppel-oh-oh. Auf einmal war ich mir gar nicht mehr so sicher, was das Wort Tusse überhaupt bedeutete. Und wenn Lita diesen Gesichtsausdruck aufsetzte, wusste ich irgendwie nie, ob sie gerade so sauer war, dass sie mir am liebsten die Augen auskratzen würde, oder ob sie bloß Spaß machte. Ich hatte keine Ahnung, was gerade der Fall war.

»Äh … soll ich Robbie und Bob fragen?«

»Nein, du sollst nicht Robbie und Bob fragen, du Depp. Ich will einfach nur wissen, wo ich deiner Meinung nach auf eurer Tussen-Skala stehe.«

»Wo würdest du denn gerne stehen? Ich meine, worüber würdest du dich freuen? Eine zwei? Oder drei?«

Lita starrte mich böse an, aber ihre Mundwinkel zuckten dabei, was mir verriet, dass sie es wohl doch nicht ernst meinte, also redete ich weiter.

»Elf Komma drei? Minus sechs?«

Ihre Gesichtszüge entspannten sich wieder und sie lachte. Ich kam jetzt richtig in Fahrt.

»Zero? Null? Nada?«

»Schon okay«, antwortete sie. »Aber verrate mir mal eins, Adam – was wollt ihr eigentlich?«

»Wir?«, fragte ich, um etwas Zeit zu gewinnen.

»Ihr im Sinne von ihr Jungs. Junge Männer. Die ganze Sippschaft.«

Zumindest hatten wir die Tussen-Skala hinter uns gelassen.

»Schnelle Autos, schnelle Frauen und ein geiles Sound-System«, sagte ich.

»Das glaube ich nicht«, erwiderte Lita und sah mich mit ihrem Verarsch-mich-nicht-Blick an.

»Das ist die Wahrheit«, sagte ich. »Ich würde tausendmal lieber einen Ferrari mit ’ner heißen Braut drin fahren als diesen bekloppten Fluss hier runterzutreiben.«

»Na, vielen Dank auch.« Lita löste die Beine von meinem Schlauch und kickte sich weg von mir. »Erst bezeichnest du mich als Tusse, und dann bin ich auch noch bekloppt.«

»Ich habe nichts dergleichen gesagt!«

»Ich weiß ganz genau, was du gesagt hast.«

Lita ist so ziemlich die cleverste Person, die ich kenne, aber manchmal ist sie auch ganz schön unlogisch. Ich habe sie nie als Tusse bezeichnet, ich habe sie nur gefragt, ob sie gerne so gesehen werden würde. Und ich habe sie auch nicht als bekloppt bezeichnet. Ich habe gesagt, der Fluss ist bekloppt. Aber mit Lita zu streiten ist ungefähr so, wie ein Eis in der Waffel von unten zu essen. Eine ziemlich schwierige Angelegenheit.

Kapitel zwei

SELEKTIVES GEDÄCHTNIS

Mädchen beschweren sich gerne darüber, dass Jungs rücksichtslos, unhöflich und egoistisch sind. Das stimmt auch manchmal. Aber Mädchen sollten trotzdem daran denken, dass Jungs manchmal auch rücksichtsvoll, höflich und großzügig sein können. Denn das ist das Geheimnis einer glücklichen Partnerschaft – konzentriere dich auf die positiven Dinge.

– aus Was Jungs wollen

LITA

Ich habe Adam Kaufman im Kindergarten kennengelernt, als er einen riesigen Frosch aus seinem Ninja-Turtles-Rucksack holte und ihn mir ins Gesicht schleuderte. Ich glaube gar nicht, dass er mich damit erschrecken wollte. Es war einfach seine Art, nett zu sein. Aber damals habe ich es nicht so aufgefasst. Ich weiß gar nicht mehr, was genau ich gedacht habe. Vielleicht hatte ich gerade kurz vorher ein paar gewalttätige Cartoons gesehen oder so. Jedes normale fünfjährige Kind, das Angst vor Fröschen hat, hätte wahrscheinlich rumgekreischt oder losgeheult, aber ich schlug Adam mit meiner Pokémon-Lunchbox einfach mitten ins Gesicht. Überall war Blut, und das Geheule war groß. Die Narbe auf seiner Stirn kann man heute noch sehen, wenn er braun wird.

Wir waren noch kleine Kinder, von daher war es nicht weiter erstaunlich, dass wir am nächsten Tag die besten Freunde wurden. Und wir sind es noch immer.

Damit will ich nicht sagen, dass Adam ohne Fehler ist. Weit gefehlt. Er hat beispielsweise ein selektives Gedächtnis. Wahrscheinlich ist er deswegen die ganze Zeit so unerträglich gut gelaunt. Ich wäre auch immer gut drauf, wenn ich mich genau so an die Dinge erinnern würde, wie ich sie gerne hätte. Und wäre es nicht großartig, jedes Mal, wenn jemand anders eine gute Idee hat, zu denken, dass man selbst es war, der diese Idee hatte?

Wie zum Beispiel an diesem Tag auf dem Apple River. Der Tag, an dem eine ganze Horde von uns trotz miesen Wetterberichts noch ein letztes Mal, bevor der Sommer zu Ende war, den Apple River runtertuben wollte. Adam behauptet felsenfest, dass es warm und sonnig und wunderbar war und wir alle einen Riesenspaß hatten. Pah!

In Wirklichkeit war es nämlich so: Zunächst einmal haben Robbie und Bob schon angefangen, Bier zu saufen, noch ehe wir überhaupt die Tubes ausgeliehen hatten, und es gab eine kleine Rangelei auf dem Parkplatz, als ich Bob den Autoschlüssel abnehmen wollte, weil ich wusste, dass er ihn, wenn er erst einmal betrunken war, niemals rausrücken würde. Und als wir dann fünf Minuten später im Wasser waren, fiel die Temperatur plötzlich um ganze fünf Grad und es fing an zu nieseln.

Der Apple River ist nicht besonders tief. An den meisten Stellen kann man einfach hindurchwaten. Noch nicht einmal die Stromschnellen sind besonders gefährlich. Die Steine sind glatt, es gibt keine tödlichen Strudel und nur ab und zu ertrinkt mal jemand. Das Problem an dem Fluss ist: Sobald man sich erst einmal mit den Tubes aufs Wasser begeben hat, gibt es kein Zurück mehr. Die Ufer sind voll von Brennnesseln und stacheligen Büschen, und wenn das Wetter umschlägt und es auf einmal gewittert und hagelt, muss man trotzdem die ganze Strecke bis zum Schluss runtertreiben. Eine stundenlange Odyssee, ohne Möglichkeit, das Ganze zu beschleunigen.

Und es war wirklich kalt.

Aber Adam blendet das alles aus.

Zweites Beispiel: Adam denkt immer noch, er hätte die Idee für das Buch gehabt, als wir den Apple River runtergetubt sind. Tatsache ist aber, dass die Idee schon zwei Wochen eher aufkam, als wir auf dem unglaublich kleinen Fernseher seiner Eltern Herr der Ringe gesehen haben. Während einer der langweiligen Stellen (und davon gibt es einige) meinte Adam, wenn er einmal reich wäre, würde er für jedes Zimmer im Haus einen Plasma-Fernseher kaufen.

»Ich könnte jede Menge Geld verdienen, wenn ich so ein Buch wie Der Herr der Ringe schreiben würde. Und das kann ja nicht besonders schwer sein. Ich muss mir nur irgendwas ausdenken.«

»Ganz so einfach ist es leider nicht«, sagte ich, denn das wusste ich aus Erfahrung. Ich hatte selbst schon eine ganze Weile an einem Buch geschrieben, einem pikanten Liebesroman, der in einer Parallelwelt spielte. Der Titel war immer mal wieder ein anderer, aber die Worte Wut und/oder Begierde waren eine Konstante darin. Wenn mein Vater das Buch bei einem Filmstudio pitchen würde (nicht, dass ich es ihm jemals zeigen würde), könnte er es vielleicht als eine Mischung aus Stolz und Vorurteil, Gossip Girl und Harry Potter beschreiben. Nur würde er wahrscheinlich den Stolz-und-Vorurteil-Teil weglassen. Ich hatte mir ein paar tolle Charaktere ausgedacht, aber mit der Handlung hatte ich so meine Probleme. Eigentlich hatte ich schon seit Monaten nicht mehr an dem Roman gearbeitet. Ziemlich genau, seit ich mit dem Bloggen angefangen hatte, was ganz schön süchtig machen kann.

Adam spulte ein paar der langweiligen Szenen vor.

»Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie du dasitzt und Hunderte von Stunden an etwas schreibst«, sagte ich. »Du lässt dich doch viel zu schnell ablenken.«

»Wieso nicht? Klar kann ich das«, behauptete Adam, wie immer vollkommen von sich selbst überzeugt. »Elfen auf fliegenden Besen und intelligente Dinosaurier. Und ein paar Zombies würde ich auch noch mit reinpacken.«

»Wenn du richtig viel Geld verdienen willst«, sagte ich, »solltest du besser einen Ratgeber schreiben. Erzähl den Leuten, wie sie abnehmen können oder glücklich werden oder so. Ist dir schon mal aufgefallen, dass in diesem Film so gut wie niemand fett ist? Die Mittelerde-Diät – Warum Elfen nicht dick werden. Ein todsicherer Bestseller.«

Adam drückte den Pausenknopf auf der Fernbedienung. »Echt?«

»Klar. Oder besser noch: Schreib ein Buch darüber, warum Jungs solche Idioten sind.«

Er lachte, und genau das war der Moment, in dem die Idee, ein Bestsellerautor von Ratgebern zu werden, sich in Adams berechnendem Kopf herauskristallisierte. Natürlich hat er nie darüber nachgedacht, dass ich eigentlich diejenige war, die dafür bestimmt war, eine berühmte Autorin zu werden, oder dass ich zuerst die Idee für das Buch gehabt hatte.

Aber wenn er unbedingt glauben wollte, dass alles an einem warmen, sonnigen Tag auf dem Apple River begann, dann wollte ich ihm diese Illusion nicht nehmen. Mit Adam Kaufman zu streiten, war ungefähr so sinnlos wie eine Rolltreppe abwärts in entgegengesetzter Richtung hochlaufen zu wollen. Es ist vielleicht machbar, aber es ist superanstrengend, denn die Rolltreppe läuft einfach immer weiter.

ADAM

Wir trieben mit unseren Schläuchen den Fluss hinunter, Lita war ein paar Meter von mir entfernt, und wir hatten noch einen knappen Kilometer vor uns.

»Was denkst du denn, was Jungs wollen?«, fragte ich sie. Lita nach ihrer Meinung zu fragen ist immer eine gute Möglichkeit, sie aufzuheitern. Es gibt nichts, was sie lieber mag.

Sie dachte für einen Augenblick nach. Lita kann in wenigen Sekunden ganz schön viel nachdenken.

»Tja«, sagte sie schließlich, »Jungs hören gerne, wie großartig und witzig sie sind.«

»Ich weiß bereits, dass ich großartig und witzig bin.«

Lita zog eine Augenbraue hoch und sah mich zweifelnd an.

»Du lachst über meine Witze«, sagte ich.

»Ha! Mädchen lernen von klein auf, über dumme Jungs-Witze zu lachen. Gleich nachdem sie aus den Windeln raus sind.«

»Schon klar. Hey, weißt du, was ein toller Ratgeber wäre? Ein Buch darüber, was Jungs und Mädels denken. Statt die ganze Zeit nur zu spekulieren, könnte man es einfach nachschlagen.«

»Und wer soll das schreiben? Du? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass …«

Lita wurde plötzlich durch einen Schrei von Robbie unterbrochen. Ungefähr zwanzig Meter vor uns stand der Traktor-Schlauch von Robbie und Bob fast senkrecht in der Luft.

»Stromschnellen!«, rief Lita.

Mein Schlauch tauchte kurz unter, bäumte sich auf und drohte zu kippen; die Strömung riss an meinen Beinen und wirbelte mich herum, während Lita kreischte, als wäre sie kurz davor zu sterben, und unsere Schläuche gegeneinanderprallten und wieder auseinandergestoßen wurden. Wir lachten beide hysterisch, und als unsere Schläuche das nächste Mal gegeneinanderprallten, glitt mein Schlauch über ihren und unter mir hinweg, sodass ich wild mit den Armen rudernd im tosenden Wasser landete.

»Lita!«, schrie ich und schluckte Wasser.

Doch bereits ein paar Sekunden später fühlte ich den sandigen Grund unter den Füßen. Ich stand bis zum Oberschenkel im Wasser, ein Stück hinter der Stromschnelle, und sah meinem Schlauch hinterher, der auf dem Fluss hinwegtanzte. Lita hielt sich ein paar Meter weiter immer noch an ihrem Schlauch fest und lachte so heftig, dass ich für ganze zwei Sekunden dachte, sie würde heulen.

LITA

Ich habe gelernt, meine wahren Gedanken für mich zu behalten. Meistens schaffe ich das auch ganz gut, nur gelegentlich platze ich mal mit etwas heraus. An jenem Tag auf dem Apple River habe ich mir wirklich Mühe gegeben, Adam wegen dieser Buchgeschichte nicht herunterzuputzen, obwohl ich dachte, dass a) die Idee bescheuert war, b) Adam nicht schlau genug war, ein Buch zu schreiben, und c) es sowieso meine Idee gewesen war.

Ich will damit nicht sagen, dass Adam nicht intelligent wäre. Er ist längst nicht so dumm wie die meisten Jungs, also etwas intelligenter als der durchschnittliche Schimpanse. Aber er ist eben nicht das, was man belesen nennt. Lesen und Schreiben sind meine Stärke. Adam hat ganz klar ADS. Einmal hat er mich gebeten, ihm zu helfen, einen Aufsatz über den Fänger im Roggen zu schreiben.

»Hast du das Buch gelesen?«, fragte ich ihn.

»Den größten Teil.«

»Wie viel ist ›der größte Teil‹?«

»Fast das ganze erste Kapitel«, sagte er.

»Du hast noch nicht mal das erste Kapitel zu Ende gelesen?«

»Dieser Holden Caulfield hat mir irgendwie zu viel rumgejammert.«

Deswegen kam mir die Vorstellung von Adam, der ein ganzes Buch schreiben wollte, reichlich grotesk vor. Obwohl er definitiv auch seine guten Seiten hat. Adam ist einer der wenigen Typen, die jemals versucht haben, es mit mir auszuhalten. Wenn ich irgendwie gereizt bin oder so, und andere Typen sich längst davonschleichen oder schmollen würden oder sich auf die Brust trommeln und vollkommen testosterongesteuert reagieren würden, dann hört er mir weiter zu und redet mit mir. Außerdem ist er auch ganz nett anzusehen, wenn man große, blonde, blauäugige Typen toll findet. Seine Vorfahren waren wahrscheinlich Wikinger oder so. Ich könnte mir vorstellen, dass er mit einem Helm mit Hörnern ziemlich gut aussehen würde. Er ist das genaue Gegenteil von mir mit meinen wilden Locken und meinem anorektisch mageren Körper. Nicht dass ich magersüchtig wäre. Ich bin einfach von Natur aus außergewöhnlich dünn. In der Tat könnte ich ein paar Kurven gebrauchen. Meine seltsamerweise vollbusige Mutter erzählt mir immer, ich würde noch in mich hineinwachsen. In mich hineinwachsen? Wie soll das bitte gehen? Wie ein eingewachsener Fußnagel? Hört sich irgendwie komisch an.

Obwohl wir von zwei verschiedenen Planeten stammen, haben Adam und ich ein paar Dinge gemeinsam. Wir sind beide Einzelkinder, wir haben beide das Glück, Eltern zu haben, die noch am Leben und miteinander verheiratet sind, wir leben in netten Häusern und wir leiden keinen Hunger. Wahrscheinlich kann man sagen, wir sind privilegiert, oder zumindest sind wir nicht unterprivilegiert. Wir wollen beide einmal reich und berühmt werden und, was das Allerwichtigste überhaupt ist: Wir haben den gleichen Humor. Nicht viele Typen können mich so zum Lachen bringen wie Adam.

Aber leider sind manche seiner Laster so groß wie ein 14-Tonner.

Kapitel drei

BESESSEN

Miz Fitz, Hilfe!

Vor ein paar Monaten habe ich mit dem besten Freund von meinem Freund geschlafen. Es war nur eine einmalige Sache, aber die Schuldgefühle bringen mich noch um. Soll ich es ihm beichten?

– Schuldig

Miz Fitz rät:

Halt bloß deinen dreckigen Mund!

LITA

Die Klamotten, die man am ersten Schultag trägt, können entscheidend für das gesamte folgende Jahr sein. Ich hatte mir schon seit Wochen Gedanken darüber gemacht, was ich anziehen sollte. Dabei gebe ich gar nicht so viel auf Mode; es ist nur so, dass die Leute einen anhand der Klamotten in bestimmte Schubladen stecken, und es war schließlich das erste Jahr an der Highschool, wahrscheinlich das wichtigste Jahr in der gesamten Schulzeit.

Ein paar Tage vor Schulanfang legte ich die Sachen, die ich überlegt hatte anzuziehen, aufs Bett und Emily kam vorbei, um sie zu begutachten.

»Mit Schwarz bist du immer auf der sicheren Seite«, sagte sie, als sie die schwarze Jeans und den schwarzen Baumwollpulli sah, und nickte.

»Ja, das habe ich mir auch gedacht. Aber zu viel darf es auch nicht sein. Ich will mich schließlich nicht in eine Blair Thompson verwandeln.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!