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Ein Paket taucht aus dem See auf und bringt den deutschen Meister im Wasserskifahren zu Fall. Im Paket befindet sich dieLeiche von Gangolf Huber. Wie er in den See kam,versucht Lukas Ertl mit seinem Team zu klären..Dabei muß erweitin die Vergangenheit zurück und in dasGymnasium eintauchen.
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Seitenzahl: 135
Veröffentlichungsjahr: 2023
Es war ein wunderschöner Samstag im Juli, die Sonne verwandelte ihn in ein Juwel. Er hatte für Lukas zwei Glanzlichter: er konnte mit seiner Partnerin einen ruhigen uns erholsamen Tag am See verbringen. Die Kollegen hatten Dienst; sollten sie doch die bösen Buben und Mädchen fangen, von denen es in Augsburg reichlich gab. Er hatte frei und nur Augen für Sabine, seinen Schatz. Sie war im privaten Bereich das Zentrum seiner Gedanken und seines Tuns. Er liebte und verehrte sie und er konnte dies auch zeigen. Vor drei Jahren hatte es zwischen Ihnen gefunkt und seitdem sind sie zusammen und genießen ihre gegenseitige Liebe. Heute blieb auch deine Dienstwaffe, eine Heckler und Koch SFP9 im Tresor. Den Tresor hatte er in seine Wohnung einbauen lassen, damit die Waffe nach Vorschrift ordnungsgemäß gelagert wird. Heute war das für den KHK Lukas Ertl alles nebensächlich, heute stand Sabine im Mittelpunkt seiner Gedanken und seines Handelns.
Er schlug ihr vor, diesen Tag am See zu verbringen und mit dem Essen im Seerestaurant zu beginnen. Das Restaurant führte ein Italiener und damit war die Speisekarte in ihren Grundzügen schon bekannt. Lukas liebte die italienische Küche und besonders die Pizza in allen Variationen und bei Sabine kam er damit immer gut an. Er summte ein Lied von den Comedian Harmonists “Wochenend und Sonnenschein“. Es war ein besonders schöner Tag, Lukas überlegte, ob es der richtige Tag für die Frage aller Fragen an seine Freundin Sabine sein könnte. Er hatte in seinem Beruf nicht oft die Möglichkeit, das Wochenende zu genießen. Umso mehr freute er sich auf dieses Wochenende ohne Verhöre, ohne Leichen, ohne Rechtsmedizin, ohne Spurensicherung, ohne die Nörgelei des Vorgesetzten. Das Leben könnte so schön sein. Diese Vorfreude führte dazu, dass er sehr beschwingt mit seiner Partnerin das Lokal betrat.
Heute hatte er besonderes Glück, er bekam einen Tisch auf der
Terrasse in der ersten Reihe, ganz nah am Wasser mit bester
Aussicht auf den See. Und sie genossen beide diese Aussicht. Zahllose Schwimmer und einige Ruderboote waren im bzw. auf dem See. Es sind nur zwei Motorboote auf dem See zugelassen, das Rettungsboot der Wasserwacht und das Boot des Wasserskiliftes, das bei Stürzen zur Wasserrettung eingesetzt werden muss. Ansonsten sind nur Ruderboote und Paddler auf dem See unterwegs. Am Wasserskilift, der Attraktion des Friedberger See, war viel los, alle Stellen waren besetzt und am Steg warteten viele darauf, dass jemand stürzte und so eine Zugstelle am Seil frei wurde.
Beim Wasserskilift wurde ein Doppelseil um fünf Masten mit
Umlenkrollen gezogen. In diesen Seilen waren besondere Punkte eingearbeitet, an denen ein Zugseil von einer Person vom Steg eingehakt wurde und diese Person dann um den Lift zog. Die Geschwindigkeit des Liftes war so eingestellt, dass man immer noch Figuren oder kleine Spielereien mit dem Zugseil machen konnte, die Länge des Liftes betrug 900 m. Die Kunststückchen der Sportler amüsierten natürlich die Besucher des Seehaus, zumindest diejenigen, die einen guten Platz auf der Terrasse hatten wie Lukas und Sabine.
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Sie nahmen Platz und bestellten ihre Getränke, für Sabine einen Eistee und für Lukas ein alkoholfreies Bier. Er liebte den Geschmack von Bier und die Entwicklung der letzten Jahre, die immer mehr alkoholfreie Biere auf den Markt brachte, kam ihm sehr entgegen. Er hatte ein geschmackvolles Getränk und nahm keinen Alkohol zu sich. Heute war das noch nicht von Belang, aber er hatte sich das alkoholfreie Bier so sehr angewöhnt, dass er es auch am freien Wochenende bestellte.
Sie genossen die Aussicht auf den Friedberger See und die gegenüber liegenden Wochenendhäuser und nebenbei studierten sie die Speisekarte, die beide von früheren Besuchen beinahe auswendig kannten. Er bestellte für sie beide “Insalata caprese“. Dieses Gericht aus Tomaten und Mozzarella war für sie beide das klare Anzeichen :“Es ist Sommer“. Als Weiteres entschieden sie sich beide für eine Pizza, der Koch -
Giulelmo-zauberte die besten Pizzen weit und breit auf den
Teller und so machte er für sie jeweils seine Pizza dello Chef (scharfe Salami, Gorgonzola, Büffelmozzarella), seine Eigenkomposition.
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Während sie sich nun den Insalata caprese schmecken ließen, beobachteten sie die Wasserskifahrer, die sie mit allerlei Kunststücken unterhielten. Einer - er trug eine einfarbig gelben Neoprenanzug - tat sich dabei besonders hervor. Durch einen unendlichen Slalom und dauerndes Wechseln der Fahrtrichtung, vorwärts – rückwärts, erregte er die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Viele hielten das nur für Angeberei, aber es war konsequentes und hartes Training. Später hatte Lukas nämlich erfahren, dass dies der amtierende deutsche Meister war. Er drehte seine Runden und trainierte dabei sein Programm für den nächsten Wettkampf – auch am Wochenende. Plötzlich kam unmittelbar vor ihm ein Paket an die Wasseroberfläche. Es war etwas Längliches - in Plastik verpackt und verschnürt. Die Skispitzen verfingen sich in dem Paket und er flog in hohem Bogen über das Paket und kam ohne seine Ski auf dem betonharten Wasser auf. Er hatte die Zugschnur losgelassen und so weitere Verletzungen vermieden. Seine
Überraschungsschreie wurden überall gehört, keiner konnte glauben, dass gerade er, der deutsche Meister, bei einer geradezu harmlosen Geradeausfahrt stürzen könnte. Die Ursache des Sturzes war von großer Entfernung nicht zu erkennen. Der Liftbetreiber sprang sofort in sein Motorboot und fuhr zum Unfallort. Der gelbe Neoprenanzug wurde wieder an der Wasseroberfläche sichtbar; er tauchte auf und schnappte nach Luft, ein paar tiefe Atemzüge und der trainierte Sportler war wieder leistungsfähig und wuchtete sich ins Boot. Nachdem der Wasserskifahrer geborgen war, versuchten beide, auch das Paket zu bergen, was sich schwierig darstellte, letztendlich aber doch gelang. Etwa in der Mitte des Paketes hing eine Stück Seil, das abgerissen erschien. Nachdem sie das Paket im Boot hatten, entwich ihm ein fürchterlicher Gestank, der bei allen Anwesenden heftige Übelkeit hervorrief. Verwesungsgeruch machte sich breit. Sie fuhren zur Liftstation zurück und luden das Paket dort aus.
Als Lukas das Paket, das einem verschnürten Menschen sehr nahe kam und die Bemühungen beim Bergen sah, machte sich bei ihm eine sehr sorgenvolle Stimmung breit. Sabine spürte es auch, dass ihr gemeinsames Wochenende nun ein jähes Ende finden könnte.
Er wollte jedoch nicht voreilig zur Anlegestelle gehen, sondern warten bis man ihn rief. Zuerst kamen die Polizisten der örtlichen Wache, die schon wegen des Gestankes die Ermittlung sehr schnell an die Kripo weitergaben. Die ihm zugeordnete Kriminalkommissarin, Caroline Brettschneider hatte Bereitschaft für dieses Wochenende und sie würde sicherlich auch nicht lange zögern, bis sie ihn anrief. Caroline war Oberkommissarin mit einem sehr guten Abschluß der Kriminalausbildung, der ihr bei der Kripo Tür und Tor geöffnet hat. Sie war in Kühbach geboren und aufgewachsen und nach ihrer Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei war sie in verschiedenen Dienststellen in und um München, bevor sie ihre Ausbildung zum höheren Dienst für die Kripo begann. Danach war sie bei der Kripo in Erlangen und Nürnberg. Als sich dann eine Möglichkeit bot, wieder näher an ihre kulturelle und menschliche Heimat zu kommen, hat sie diese sofort ergriffen und sich für die Stelle bei der Kripo Augsburg beworben. In das Team von Lukas Ertl kam sie zufällig, fühlte sich dort jedoch schon nach kurzer Zeit sehr wohl und wollte nie mehr in ihrem Leben woanders arbeiten. Caroline arbeitete bereits seit 3 Jahren mit Lukas zusammen und sie kannte seine Ermittlungsmethoden besser als er selbst. Sie genoß auch sein Vertrauen, da sie in seinem Stil ermittelte. Es hatte sich ein Verhältnis entwickelt, das man schon fast als Freundschaft bezeichnen konnte.
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Der Wasserskiliftmitarbeiter versuchte, den Plastiksack zu öffnen. Er schnitt mit einer Schere ein großes Loch in den Sack und riß die Öffnung weiter auf. Lukas verfolgte interessiert das Geschehen an der Liftstation. Er sah das Erschrecken von Tom, dem Liftmitarbeiter, nach dem Öffnen des Sackes. Er musste erkannt haben, wer da in dem Sack eingepackt war.
Irgendjemand musste die Polizei gerufen haben, denn nun fuhr ein Streifenwagen vor und zwei Beamte, eine Frau und ein Mann, stiegen aus und erkundigten sich, was den geschehen sei. Auch die beiden traten an den Sack heran und hielten die Öffnung auf, um den Inhalt besser zu erkennen. Sie schraken zurück und hielten sich entsetzt die Hand vor den Mund. Die Kollegin trat etwas zur Seite und telefonierte. Lukas kannte den Inhalt dieses Gespräches ohne dabei zu sein.
Etwa 10 Minuten später klingelte das Handy von Lukas Ertl und Caroline war am anderen Ende der Leitung.
„Hey Lukas, ich muss dich leider an deinem freien Wochenende stören. Wir haben eine Leiche in Friedberg am See. Da brauchen wir dich. Die Leiche ist in einem Plastiksack verpackt und schwamm vermutlich mehrere Tage im See.“
„Ich bin schon fast am Bergungsort. Wir haben im Seehaus gegessen. Nein, wir wollten essen und nun ist mir zunächst der Appetit vergangen. Ich komme.“ Er nahm noch einen kräftigen Schluck von seinem alkoholfreien Weißbier und machte sich auf den Weg zum Anlegesteg des Wasserskiliftes. Es tat sich in seinem Herzen ein großes Problem auf: Sollte er nun Sabine allein lassen oder seine Dienstpflicht verletzen und nicht zum Ort der Tat gehen. Er war sehr froh, Sabine gefunden zu haben; sie ist das Ziel seiner Träume und die gegenseitige Liebe war berauschend. Diese Traumfrau sollte er nun allein lassen. Sie hatte jedoch Verständnis für ihn, für seinen Beruf, für den er brannte, und nickte ihm verständnisvoll zu, als er aufstand und sich verabschiedete. Sie kannte das Schicksal einer Polizisten- ehefrau aus ihrer eigenen Familie. Nie wollte sie einen Polizisten als Partner oder als Ehemann und nun kam die Liebe und hat alle diese Gedanken einfach über den Haufen geworfen und weggeweht wie nichts. Sie nahm dieses Schicksal glücklich an und war froh, Lukas kennengelernt zu haben. Sie genoß dieses Glück in vollen Zügen.
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Wenige Minuten später war KHK Ertl an der Anlegestelle des Wasserskiliftes. Er hatte für sein Alter schon viel Erfahrung gesammelt, war er doch an verschiedenen Brennpunkten der Kriminalität eingesetzt.Nun hatte es ihn nach Augsburg in heimatliche Gefilde verschlagen, wobei die meisten seiner Fälle in Friedberg auf ihn warteten. Da war es nebenbei sehr günstig, daß er sich in eine Friedbergerin verliebt hatte und diese Liebe einen sehr dauerhaften Eindruck machte
.Auch er schreckte zurück, als er den Geruch der Leiche in die Nase bekam. In solchen Momenten war er dem Schicksal dankbar, dass er sich für den Polizeiberuf entschieden hatte und nicht Medizin studierte. Hier die rechtsmedizinische Untersuchung durchführen. Nein, nichts für Lukas Ertl.
„Kennt jemand den Toten“ rief er in die Runde der neugierig Umherstehenden. Gezückte Handys wurden von den Polizisten sofort eingesammelt. Das Fotografieren war verboten. Aber es gab immer wieder Neugierige, die auch von so grausigen Situationen Bilder zur Erinnerung und zum stolz Herzeigen machen wollten. Der einzige zu gelassene Photograph war ein Angehöriger der kriminaltechnischen Untersuchung (KTU), die inzwischen eingetroffen war und sofort ihre Arbeit aufnahm.
„Ja, ich kenne ihn.“ rief eine junge Frau und Lukas wandte sich sofort zu ihr. „Und, wer ist es?“
„Das ist Gangolf Huber, der technische Leiter von der
Friedberger Wasserwacht, die da gegenüber ihr Haus mit der
Wachstation hat. Er ist fast täglich dort, um die Technik in
Ordnung zu halten“
„Kennen Sie ihn ? Sind Sie auch bei der Wasserwacht ?
„Ich bin auch bei der Wasserwacht, da kennt jeder jeden. Aber ich hatte nicht viel mit ihm zu tun. Er ist für die Geräte zuständig, das ist vor allem das Tauchmaterial, Sauerstoff, Atemgeräte, das Motorboot und so weiter. Ich bin für den
Schwimmunterricht für Kinder zuständig, der jeden Montag im Stadtbad stattfindet.“
Da kam Caroline, die geschäftig an der Anlegestelle umherlief, zu ihm und berichtete :“Chef, wir haben die Aussage, wer das sein soll. Es soll der technische Leiter der Wasserwacht Gangolf Huber sein. Wir verifizieren dies durch das Zahnschema und einen DNA- Vergleich. Ich informiere nun die Witwe und besorge die Vergleichsproben. Da wir nur das Gesicht sehen konnten, gibt es keine Angaben oder Vermutungen zur Todesursache“
Der Wasserskilift war inzwischen geschlossen worden und das Ufergelände mit dem allgemein bekannten rotweißen Band weiträumig abgesperrt. Es gelang den Polizeibeamten, die Neugierigen vom Anlegesteg und dem Grundstück des Liftes abzudrängen.
Lukas stimmte dem Vorgehen seiner Mitarbeiterin zu und zog sich zurück. Der Tote wurde zur Rechtsmedizingebracht und dort aus dem Plastiksack ausgepackt. Hier konnte er nichts mehr erfahren. Die KTU musste die gefundenen Spuren zuerst sichten und diese einordnen ehe sie ihm etwas Konkretes mitteilen konnte. Außerdem hatte Caroline die Situation fest im Griff; ihr entging nichts und niemand und sie kannte die Arbeitsweise von Lukas besser als er selbst. Lukas fuhr zur Wasserwacht- Station, die am Südende des Sees lag.
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Er betrat das Haus und war nach einem kurzen Flur im
Aufenthaltsraum, der mit einem Tisch, Stühlen und einer
Kochecke ausgestattet war. Die Wasserwachtstation war am Hang gebaut, im Untergeschoß war die Garage für das Boot, das ebenerdig ins Wasser geschoben werden konnte. Daneben war der Raum für die Tauchausrüstungen und die Neoprenanzüge. Im Erdgeschoß war ein großer Aufenthaltsraum mit Küchenzeile, die Toiletten und ein Raum für Verwaltungsmaterial. Man konnte vom Aufenthaltsraum den großen über die ganze Hausbreite reichenden Balkon betreten. Der lag nach Norden, damit die meiste Zeit des Tages im Schatten und gab so eine hervorragende Möglichkeit, den See zu beobachten.
Die Treppe führte zum ersten Stock, wo ein großer Raum für
Versammlungen und Partys war. Diese gesamte Anlage war nach den Bedürfnissen der Wasserwacht konzipiert und gebaut worden.
Carola, die Schichtführerin für diesen Tag, war damit beschäftigt, den Rucksack für die Erste Hilfe aufzufüllen. Sie hatte an diesem Tag bereits mehrere Einsätze hinter sich, die sich auf der Liegewiese in der unmittelbaren Nachbarschaft abspielten und bei denen viel Material verbraucht wurde, das nun ersetzt werden musste.
Auf dem Balkon war ein Wächter damit beschäftigt, mit dem Fernglas den See abzusuchen, ob er etwas Verdächtiges sehen konnte. Da die Wasserwachtstation im Süden des Sees lag, konnte man mit den Fernglas den See nach Auffälligkeiten absuchen, ohne versehentlich in die Sonne zu blicken und sich zu verblenden. Zwei weitere freiwillige Helfer der Wasserwacht patroullierten über die Liegewiese neben dem Wasserwacht- haus. Kleine Verletzungen behandelten sie vor Ort, bei größeren Problemen wurde die Mannschaft in der Wache verständigt.
Lukas trat ein und fragte nach seiner Vorstellung : „Wir haben ihren technischen Leiter Gangolf Huber vor einer Stunde tot aus dem See geborgen, kennen Sie Gangolf Huber? Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen ?“
„Den kennt hier jeder. Aber das Kennen beschränkt sich bei den meisten Mitgliedern auf die Aufgaben der Wasserwacht.“
Carola unterbrach nun ihre Tätigkeit und setzte sich an den Tisch. Sie bot Lukas eine Cola an, die dieser dankend annahm.
Er erhoffte sich, hier noch einige Hintergrundinformationen zu bekommen. In der Zeitung hatte er gelesen, dass die letzte Wahl des Vorsitzenden nicht ohne Probleme verlief. Es gab offensichtlich viele verschiedene Interessen, Gruppen und Grüppchen, die sich nicht grün waren.
„Erzählen sie etwas über Gangolf Huber. Was ist das für ein Typ? Gibt es irgendwelche Liebschaften? Waren die Kameraden mit seiner Arbeit zufrieden? Ist der technische Zustand der Geräte gut? “
Carola war von den Fragen, die wie aus der Pistole geschossen bei ihr einschlugen, fast übermannt, doch sie sortierte Fragen und Antworten und begann.
„Der Zustand der Geräte war immer einwandfrei, die Atem- geräte und Sauerstoffflaschen waren immer einsatzbereit und perfekt in ihrer Funktion; das Boot ebenso. Das ist auch kein Wunder, denn Gangolf war ein sehr genauer Mensch, manche bezeichneten ihn als Korinthenmenschen oder Pingel. Die Kameraden und Kameradinnen waren mit seiner Arbeit mehr als zufrieden, von Liebschaften innerhalb und außerhalb der Wasserwacht ist mir nichts bekannt.“
Lukas ging nun auf den Balkon und sprach den Fernglasgucker an „Hallo“
„Ich bin nicht der Hallo, ich heiße Uwe.“
„Entschuldigung, also Hallo Uwe. Kennst du den Gangolf ? Was ist das für ein Typ ?“ Kannst Du mir etwas über ihn und seine Arbeit erzählen.
„Der größte Korinthenkacker, den ich kenne. Der war bei der Pflege und Wartung unserer Atemgeräte nicht nur genau, sondern penibel und supergenau. Kennst du die Leute, die ihren Rasen mit der Nagelschere schneiden ? So ein Typ war der Gangolf. Uns war das nur recht, denn wir konnten uns darauf verlassen, dass unsere Atemgeräte in einem einwandfreien Zustand waren. Man konnte bei einem Einsatz die Geräte aus dem Schrank nehmen, anlegen und mit einem absolut sicheren Gefühl tauchen.“
