Verlag: Ebozon Verlag Kategorie: Religion und Spiritualität Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

Weihnachten - Drei Geschichten in einem Band E-Book

Seidel Heinrich  

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E-Book-Beschreibung Weihnachten - Drei Geschichten in einem Band - Seidel Heinrich

Ein Sammelband mit den schönsten Weihnachtsgeschichten und Märchen von Heinrich Seidel. Ein Weihnachtsmärchen, Band 1 Das Weihnachtsland, Band 2 Eine Weihnachtsgeschichte, Band 3

Meinungen über das E-Book Weihnachten - Drei Geschichten in einem Band - Seidel Heinrich

E-Book-Leseprobe Weihnachten - Drei Geschichten in einem Band - Seidel Heinrich

Heinrich Seidel

Weihnachten

Drei Geschichten

in einem Band

Ein Weihnachtsmärchen

Band 1

Das Weihnachtsland

Band 2

Eine Weihnachtsgeschichte

Band 3

Ebozon Verlag

2. Auflage Weihnachten 2015

Veröffentlicht im Ebozon Verlag

www.ebozon-verlag.com

Copyright © 2013 by Ebozon Verlag

Alle Rechte vorbehalten.

Covergestaltung: Ebozon Verlag

Layout / Satz / Konvertierung: Ebozon Verlag

Urheberrechtsfreie Ausgabe

ISBN 978-3-95963-017-7 (PDF)

ISBN 978-3-95963-015-3 (ePUB)

ISBN 978-3-95963-016-0 (Mobipocket)

Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors/Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Veröffentlichung, Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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Band 1

Heinrich Seidel

Ein Weihnachtsmärchen

Ein Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein armer Student, der war recht einsam und allein und hatte keinen Menschen auf der weiten Welt, der sich um ihn gekümmert hätte. Und er hätte doch so gerne jemanden gehabt, den er so recht innig hätte lieben können.

Manchmal saß er wohl in den schönen Sommernächten, wenn der Mond schien, am offenen Fenster seiner kleinen Dachstube und schaute hinaus über die Dächer der großen Stadt, wie sie im Monden-lichte dalagen, und dann dachte er: ob wohl unter diesen Dächern ein Herz noch einmal für ihn schlagen möge, ob er in dieser großen weiten Stadt noch einmal jemand finden werde, der ihn so recht lieb habe, und den er so recht lieb haben könne vom Grunde seines Herzens. Und der Mond schien ihm voll ins Antlitz, und die Sterne blitzten hell hernieder. Ferne standen dunkel und schweigsam die hohen Kirchentürme, und das Rollen und Brausen der großen Stadt drang zu ihm herauf, der großen Stadt, darin er so ganz allein war.

Er war sehr fleißig und arbeitete wohl den ganzen Tag. Wenn dann der Abend kam, eilte er durch das Drängen und Treiben der Stadt ins Freie und freute sich an den lustigen Spielen der Kinder und über die fröhlichen Spaziergänger oder suchte sich eine einsame Stelle, um ungestört seinen Gedanken nachzuhängen.

Eines Tages im Sommer, als er so in der Dämmerung durch die Straßen ging, begegnete ihm ein Mann mit einem Hundekarren. Das war ein recht sonderbarer Mann. Er war nicht groß und etwas buckelig und trug einen langen, grauen Rock mit großen Taschen darin. Ein großer schwarzer Hut mit breiter Krampe verdeckte sein kleines grau-bärtiges Gesicht, so dass, wenn er mit seinen tiefliegenden, dunklen Augen jemanden ansehen wollte, er den Kopf ganz in den Nacken legen musste. Er sah mit dem zugeknöpften langen Rocke und dem breitkrempigen Hute beinahe wie ein riesiger Pilz aus.

Sein Hund war grau und langhaarig, hatte krumme Beine und einen zottigen Kopf mit klugen Augen. Der Mann ließ seinen Wagen auf der Straße stehen und ging in die Häuser, denn er kaufte Lumpen, Knochen und alle solche Dinge, welche kein Mensch mehr gebrauchen konnte. Hermann sah dem grauen Mann eben nach, wie er in ein Haus ging, als ein Straßenjunge ankam und den armen grauen Hund, der sich nicht wehren konnte, mit einem Stocke neckte. Als der Hund knurrte und bellte und nach dem Stocke schnappte, fing er sogar an, ihn zu prügeln, indem er sich an dem Gewinsel des armen Tieres ergötzte. Hermann geriet in gewaltigen Zorn darüber, riss dem Jungen den Stock aus der Hand und, indem er ihn herzhaft damit prügelte, sagte er: »Warte nur, du sollst auch einmal fühlen, wie das tut.« Der graue Mann war eben wieder aus der Tür getreten und bat Hermann einzuhalten. »Lassen Sie den Jungen nur laufen, er wird es gewiss nicht wieder tun«, meinte er. Hermann ließ den brüllenden und ganz verdutzten Jungen los und streichelte den Hund, der ihm dankbar die Hand leckte. Der alte Mann sah aber den armen Studenten recht freundlich an, drückte ihm die Hand und sagte: »Das will ich Ihnen gedenken . . . komm Bello.«

Hermann hörte noch, wie der alte Mann und sein Bello weiter fuhren, daß er vor sich hinmurmelte: »Das will ich ihm gedenken.« Und Bello wedelte dazu mit dem Schwanze, als wolle er dasselbe sagen.

Oft noch begegnete Hermann dem Lumpensammler auf der Straße; dann nickten sie sich einander freundlich zu und Bello sprang und bellte vor Freude. Der Sommer verging, es ward Herbst, bald fielen die ersten Schneeflocken, und dann kam die schöne Weihnachtszeit.

Der arme Student hatte aber keinen Menschen, der ihm etwas geschenkt hätte, keinen Menschen, der an diesem Abend seiner gedachte.

Am heiligen Abend, als es dunkel wurde, wanderte er durch die Straßen der Stadt, durch das Treiben und Drängen des Weihnachtsmarktes und war recht traurig und allein.

Er bog in eine dunkle Gasse, es wurde ihm so weh in dem bunten Treiben; da hörte er sich plötzlich angerufen und sah den alten grauen Mann m der Tür eines verfallenen Hauses stehen. Bello sprang ihm fröhlich entgegen. »Kommen Sie herein«, sagte der Mann. »Heute will ich Ihr Weihnachtsmann sein.« Er führte ihn in ein kleines warmes Stübchen. Eine Lampe stand auf dem Tische, davor lag eine aufgeschlagene Bibel. An den Wänden waren auf Borten allerlei Gegenstände aufgestellt, brauchbare und nicht brauchbare Dinge: Bücher und Gläser, Kochgeräte und alte Bilder, zerbrochene Töpfe und tausend andere Gegenstände, wie sie im Laden eines Trödlers sich finden.

Hermann und der alte Mann setzten sich an den Tisch. Dieser setzte eine große Hornbrille auf und las mit zitternder Stimme das Weihnachtsevangelium. Andächtig saß Hermann und hörte zu, und Bello spitzte seine Ohren und sah seinen Herrn so klug an, als ob er alles verstände. Die zitternde Stimme des Alten aber hob sich mehr und mehr, und klar und deutlich schloss er mit dem Spruche der Engel: »Ehre sei Gott in der Höh' und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.«

Dann kramte er in einem Auszuge herum und brachte eine Flasche Wein und einen großen Kuchen herbei. »Jetzt wollen wir Weihnacht feiern, sagte er, und Kuchen essen und Wein trinken. Heut isst alle Welt Kuchen, und Bello bekommt auch welchen . . . das soll uns schmecken, nicht Bello?« Er schenkte den Wein in zwei funkelnde geschliffene Kristallgläser und forderte Hermann auf zu trinken. Wie duftete das. Wie feurig rollte ihm das Blut durch die Adern; es war ihm, als verdufte der Wein ihm auf der Zunge, er glaubte, lauter Geist zu trinken. Wie anders erschien ihm jetzt das ärmliche Gemach des Trödlers. Kostbare Vasen und herrliche Glasgefäße, die er zuvor für zerbrochene Töpfe gehalten, schimmerten an den Wänden. In den Ecken und Winkeln raschelte und huschte es geheimnisvoll; zuweilen schien es ihm, als sähen bärtige Zwergenköpfe hinter den mächtigen, goldverzierten Büchern hervor oder guckten aus den bunten Vasen heraus. Aber, wenn er schärfer hinsah, war nichts Ungewöhnliches zu sehen. Der Alte hatte sich einen bunten Schlafrock angezogen und eine hohe, spitze Mütze aufgesetzt, so dass er aussah wie ein Zauberer.

»Jetzt besehen wir Bilder«, sagte er und legte einen großen Folianten auf den Tisch. Dann schlug er das Buch auf und berührte die Bilder mit einem bunten Stäbchen. Da war es, als würde alles lebendig.

Wie das lebte und wimmelte; das war ein Weihnachtsmarkt. Da waren Läden mit Spielsachen und bunten Pyramiden. Wie die Lichter schimmerten! Die Menschen gingen und kauften.

Dort standen auch Tannenbäume. Eine arme Frau hatte sich einen ganz kleinen Tannenbaum gekauft. Ihre beiden kleinen Kinder hatten sie ans Kleid gefasst und waren sehr glücklich; nun bekamen auch sie einen Tannenbaum. Hermann glaubte, das Rufen der Verkäufer und die klagenden Töne der Drehorgel zu hören. Gingen nicht die Leute durcheinander? Das war ja kein Bild, das lebte alles und war wirklich . . . »Umschlagen!« befahl der alte Mann; und Hermann glaubte, einen Zwerg unter dem Blatte zu bemerken, welcher rasch umschlug und dann verschwand, als wäre er in das Bild hinein gekrochen.

Das war ein Seesturm. Wie die Wellen wogten und schäumten! Ein Schiff tanzte auf den Wellen; das Wasser spritzte über das Deck hin.