Wenn das Eis bricht - Chiara Janach - E-Book

Wenn das Eis bricht E-Book

Chiara Janach

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Beschreibung

Das Leben scheint so unbekümmert, doch ein einzelner Moment reicht, um all dies zu zerstören, als wenn das Eis bricht. Das muss die 17-jährige Kira am eigenen Leibe erfahren, als sie durch einen solchen Moment aus dem ihr bekannten Leben gerissen wird. Mit ihrem Freund Aiden wird sie in das eiskalte Wasser eines Abenteuers voller Geheimnisse geschmissen, von dem sie einfach so bald wie möglich wieder in ihr altes Leben zurückkehren möchte. Was wird sie erwarten? Welche Geheimnisse erschließen ihr sich?

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Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Wenn das Eis bricht

TitelseiteDas Knacken unter meinen FüßenDer Geruch nach DesinfektionsmittelWenn Vergangenheit einen einholtBeginn der ReiseSchneesturm der Erinnerungen„Wer ist das?“VertrauenSchmerz und LeidPhoenix – meine RettungIch war schon lange nicht mehr hierEine erfreuliche BegegnungDer Maskenball – die geheimnisvolle FürstennichteAlte WundenEpilogNachwort/DanksagungImpressum

Wenn das Eis bricht

Chiara Janach

Das Knacken unter meinen Füßen

Hätte ich damals etwas dagegen gesagt, wäre das nie passiert... Naja, dann hätte ich aber auch nie erfahren, wer ich wirklich bin! Ihr fragt euch, was damals geschah - was meine Geschichte ist? Dann hört mir gut zu, denn ich erzähle sie euch!

Es war der Tag meines Geburtstages. Der Schnee knirschte unter meinen Winterstiefeln, unser Atem verlor sich als kleine Wolke in der Luft. Wir waren gerade am Weg zurück zu unseren Häusern, um erstens, ins Warme zu kommen, zweitens, weil wir uns wie wandelnde Eiszapfen vorkamen und drittens, da ich sowieso schon nach Hause musste – der Wille meiner Mum und ebenso gefiel mir der Gedanke, ein wenig Zeit alleine oder mit meinem Freund zu verbringen. Tja, also gingen wir den mit Schnee bedeckten Weg entlang - entlang des Sees, der mir erst dieses "Abenteuer" und diese Geschichte ermöglichte. Ohne es zu merken, war ich stehen geblieben und starrte hinaus auf den gefrorenen See - diese glitzernde Oberfläche dank des Eises, die blattleeren Bäume mit Schnee, die Weiden mit Frost überzogenen, langen Ästen wie Arme, die schlaff herunterhingen, und die leuchtenden Häuser am anderen Ufer des Sees, die uns entgegen strahlten. Es war zwar noch nicht wirklich dunkel - auch noch nicht wirklich abends -, aber man sah deutlich, dass sie beleuchtet und bewohnt waren. In einem dieser Häuser wohnte ich, in einem dieser Häuser saß meine Familie und wartete vergebens darauf, dass ich heute noch nach Hause kam.

"Kira? Kira!", rief eine sanfte, hohe Stimme immer wieder, weshalb ich nun endlich aus meiner Starre und meinen Gedanken gerissen wurde und überrascht meine Freunde - Jess, Paul, Mike, Irina, Olive, Tina und Aiden - ansah, woraufhin alle außer Aiden lachten - er grinste mich so wie oft versonnen und glücklich an, wobei er zu mir trat und mit seiner samtig weichen, dunklen Stimme hauchte: "Wo hat sich denn meine Freundin hingeträumt?" "Wenn sie es weiß, wird sie es dir sagen", flüsterte ich fröhlich, wonach er mir nur durchs Haar strich und einen Kuss auf die Nasenspitze drückte, bevor wir mit unseren Freunden weitergingen. Der Weg vor uns war noch weit und würde viel Zeit brauchen, worauf unsere Freunde so viel Lust hatten, wie manche Katzen sich aufs Baden freuten - gar nicht! Paul blieb plötzlich direkt vor uns stehen und sah mit einem wissenden, für mich beängstigend durchtriebenen Blick hinaus auf die Eisfläche über dem stillen, darunter liegenden See. Wenn ich ehrlich sein darf, hatte dieser meist nichts Gutes zu bedeuten, auch wenn manchmal ein paar gute Vorschläge daraus hervorgingen, aber dieser war sicher kein Guter - damals wusste ich auch nicht, wie recht ich doch mit meinem Gefühl hatte! "Leute, ich hab' eine Abkürzung gefunden!", erklärte er und fuhr fort: "Wir gehen einfach übers Eis und somit quer über den See! So sparen wir uns total viel Zeit!" Nervös und mit einer total schlechten Vorahnung strich ich mir über den linken Arm und argumentierte vor mich hin, wie "Das Eis schaut aber total bruchgefährdet aus", "Ich weiß nicht so recht... Was, wenn uns jemand erwischt?" oder so. Um mein erstes Argument zu untergraben, ging Paul ein Stückchen aufs Eis und sprang darauf herum, aber selbstverständlich brach es nicht – noch nicht einmal ein Knacken ertönte. Leider halfen all meine anderen Argumente wenig bis gar nicht, weshalb ich letztendlich nun doch mitgehen wollte - ich wollte nicht alleine den See umrunden und außerdem: Wer hält sie sonst von weiterem Blödsinn ab?

Also folgte ich ihnen mit Aiden im sicheren Abstand zu den anderen, die übers Eis spazierten, als wäre es Beton und würde niemals brechen können. Langsam tastete ich mich immer weiter über den See, den anderen hinterher, während Aiden ziemlich normal, aber doch irgendwie vorsichtiger neben mir herging. Irgendwann knapp nach der Mitte ertönte das warnende, mich mit Angst erfüllende Geräusch –Krack! Ein Knacken unter meinen Schuhsohlen, das die anderen auch hörten. Ich atmete ruhig weiter, mein Herz schlug jedoch von null auf hundert schneller. Keinen Schritt traute ich mich weiter, nicht einmal eine Bewegung oder eine Gewichtverlagerung. Während Aiden auf mich einredete, meinte, ich solle ruhig stehen bleiben, mich nicht bewegen und dass alles gut werden würde, verfiel ich innerlich in Panik.Alles wird gut?! Ich stehe hier am Eis, das Eis bricht langsam unter mir und er meint, alles würde gut werden?!, konnte ich nur panisch und wütend denken, denn als ich es aussprechen wollte, wurde das Knacken noch ein Stück lauter und das Eis - Tja, das Eis gab unter mir nach....

Mein Schrei ertönte noch kurz, bevor ich von dem eiskalten Wasser umspült wurde und für einen Moment untertauchte. "Hil-", schrie ich, als ich ein paar Sekunden an der Oberfläche war, aber mitten im Wort tauchte ich schon wieder unter - immer wieder auf und ab, auf und ab. Immer, wenn ich kurz an der Oberfläche war, schrie ich - keine Worte oder so, sondern einfach aus Panik und Angst schreien. Ich versuchte hin und wieder zwar mich am Rand des Loches festzuhalten, aber entweder rutschte ich ab oder ein Eck brach ab und ließ mich zurück ins Wasser gleiten. Diese Kälte umfing mich, während ich unter Wasser die gedämpften, immer leiser werdenden Schreie und Rufe meiner Freunde hörte.Wie lange war ich jetzt schon in dem Wasser? Fünf Minuten? Eine Viertelstunde? Oder noch viel länger?Ich wusste es nicht, aber ich spürte die Müdigkeit, die Kälte die sich in meinen Muskeln und Knochen ablagerte, wie meine Muskeln sich wehrten weiterzumachen und sich verkrampften und wie ich langsam den Mut und die Kraft verlor, mich an der Wasseroberfläche zu paddeln. Ich hörte auf, mich gegen das Wasser zu wehren und sank, sank unter die nun fast ruhige Oberfläche, die ich von unten sah - wie auch das auch unter Wasser funkelnde Eis, dass um das Loch herum größtenteils heil geblieben war. Dunkle Schatten - Schuhsohlen und Personen - waren dort oben zu erkennen, irgendjemand lang neben dem Loch am Boden, dachte ich erkennen zu können. Auch meine platinblonden Haare traten in wellenförmigen Locken in mein Gesichtsfeld - sie waren fast weiß und das schon, seit ich geboren wurde. Ich hatte vorm letzten Untertauchen zum letzten Mal tief Luft geholt und nun... Nun ging sie mir langsam aus, ich spürte meine Lungen förmlich nach Luft schreien, wollte am liebsten atmen, doch ich wusste, dass das nicht möglich war. Leise, ganz leise hörte ich plötzlich das Sirenengeheule von irgendeinem Fahrzeug, bevor ich noch ein kleines Stückchen sank und nur noch die Stille und Kälte mich umfing. Leise ertönte in meinem Kopf der SongSkyfallvonAdele.War der nicht in einem "James Bond"-Film die Titelmelodie gewesen? James Bond 007 - Skyfall... War er am Anfang nicht auch wie ich im Wasser und schwebte dort? Genau, er war damals knapp dem Tod entronnen...

Bevor die Dunkelheit und die Kälte mich komplett umfingen, spürte ich plötzlich eine Wonne - als würde ich mich in dieser Kälte wohlfühlen, als wäre die Kälte wie die Wärme für ein Kind. Meine neue Geborgenheit... Das war mein letzter Gedanke, bevor ich komplett und schwerelos in der Dunkelheit versank, die nicht kalt, aber auch nicht warm war...

Der Geruch nach Desinfektionsmittel

Piep... Piep... Piep…

Ja, das war der erste Ton, den meine Ohren vernahmen. Ein regelmäßiges, nerviges Piepsen, das an meine Ohren drang, aber wie konnte das sein? War ich nicht im Eiswasser gewesen? Hatte mich jemand aus dem Wasser gerettet?

Als wären meine Augenlider aus Glas und zerbrechlich, öffnete ich nur langsam und fast träge die meeresblauen Augen, die Lider fühlten sich langsam wieder leichter an. Nach und nach nahm ich die Umgebung mehr wahr, das Piepsen war das erste Geräusch gewesen, so folgten nun die anderen Eindrücke. Eine schlichte, einfache Neonröhrenlampe über dem Bett an deiner langweilig-weißen Decke, der schwache Geruch nach Desinfektionsmittel und einem schwachen Hauch von Seewasser – wahrscheinlich ging es von meinem inzwischen halbwegs trockenen Haar aus, der Geruch hatte sich noch nicht daraus gelöst. Gemächlich begann ich mich zu regen, rutschte ein kleines Stück höher, um aufrechter zu sitzen, während mich noch immer Wärme und die Decke umhüllten. Mein Kopf fühlte sich noch ganz schwach danach an, als würde dieser im Wasser schwimmen, doch er brauchte nur ein bisschen Zeit, um sich wieder zu klären. Mir wurde klar, wo ich mich befand, ließ die Details und Erkenntnisse auf mich einfließen. Ich war in einem dieser durch Schlichtheit betonten, nicht überall farbreichen Krankenhäuser, das Piepen kam vom Herzschlagmesser und ich wurde wahrscheinlich vor noch nicht langer Zeit aus dem Wasser gefischt - zumindest kam es mir noch nicht so lange her vor!Vielleicht ist doch noch mehr Zeit vergangen, als ich jetzt denke?

"Mein Schatz, wie geht es dir?", ertönte die aufgeregte, von mütterlicher Sorge durchtränkte Stimme meiner Mutter neben mir und das Quietschen eines Stuhles, als sie ihn verschob. "Ich-ich glaube, es geht...", antwortete ich vorsichtig, als gerade ein Arzt dazu kam, der sanft lächelnd die Tür hinter sich schloss. "Schön, dass Sie aufgewacht sind, Miss Brook! Wie fühlen Sie sich?", fragte mich dieser. Ich hörte in mich hinein und erwiderte dann schlussendlich und einfach: "Den Umständen entsprechend gut..."

Er grinste mich an, schüttelte über meine Worte nur den Kopf und teilte mir auf meine Frage hin, seit wann ich schon hier läge - eine selbstverständliche Frage für jemanden wie mich - mit, dass ich gestern hier eingeliefert wurde. Als wäre nicht ich die Patientin, wandte er sich an meine Mutter, die abwartend zum Arzt sah - sie wollte wissen, was der Einbruch ins Eis mit sich gebracht hatte.

„Bis auf die Unterkühlung wurden keine Schäden festgestellt, Madam! Sie muss sich nur gut aufwärmen. Da hat Ihre Tochter großes Glück gehabt, dass so schnell Hilfe zur Stelle war und sie lange genug durchgehalten hat! Da gehört schon ein Schutzengel dazu. Sie wird noch so bis morgen Mittag zur Beobachtung bleiben, fürchte ich, und dann muss sie noch ein paar wenige Tage ausruhen, was sie zuhause auch tun kann", erklärte er ihr genau, woraufhin sie immer wieder mal nickte, als wäre nicht ein Nicken am Ende ausreichend. Ich verdrehte nur die Augen, als er noch kurz was mit meiner Mutter besprach, bevor er Richtung Tür schritt und dort, mit der Hand am Türgriff liegend, stehen blieb. "Ah, und ein junger Herr und noch drei weitere Personen warten darauf, zu Ihnen zu dürfen. Wollen Sie sie sehen?" Ich überlegte ehrlich, ob ich das wollte, weshalb ich erst nach kurzer Stille meine Antwort übermittelte - "Ja..." Er nickte kurz - fast nicht zu bemerken, dann lehnte er die Tür an, durch die dann später zögerlich meine Freunde und mit eiligen Schritten Aiden kam – mein geliebter Aiden, nach dem ich mich gesehnt hatte! Er legte wirklich ein Tempo hin, um als Erstes in dieses Zimmer zu gelangen, wo er nach meiner inzwischen etwas aufgewärmten Hand griff und mir einen Kuss auf meine Fingerknöchel hauchte, was mich leicht lächelnd zurückließ. Als meine anderen Freunde dazu kamen, verließ meine Mutter das Zimmer, da sie mir etwas Privatsphäre gönnen wollte – nur Jess, Olive und Mike waren mit Aiden hier bei mir, von Irina, Tina und Paul war nichts zu sehen und beide wurden nicht erwähnt. Genau Paul tauchte nicht auf, obwohl es doch sein Vorschlag gewesen war, wegen ihm lag ich hier… Interessierte es ihn nicht oder hatte er einfach zu sehr Angst nach dem Geschehenen mir gegenüber zu treten?

Diese Fragen zerstreuten sich, als ich meine Freunde genauer betrachtete – reumütige Mienen bei allen dreien, Aiden sah mich sehr besorgt an und da sah ich in Mikes Hand einen kleinen Strauß Blumen, den er samt einer Vase - hatte er die vom Empfang? - auf das Nachtkästchen abstellte. „Wie geht’s dir?“, fragte Aiden fürsorglich und sichtlich besorgt, musterte mich, ob er vielleicht irgendeine Verletzung oder so erkennen könnte, während er sanft und vorsichtig mit seiner Hand mir eine Strähne aus dem Gesicht strich – so vorsichtig, als wäre ich nach dem Einbruch ins Eis eine Porzellanpuppe, die bei jeder zu starken Berührung zerbrechen könnte – und ließ sich neben mich auf die Bettkante sinken.

"Den Umständen entsprechend gut...", murmelte ich - die exakt gleiche Antwort wie für den Herrn Arzt.  „Kira?“, begann Mike leicht zögernd, ich blickte ihn direkt an, den zerknirschten Jungen. „Es tut uns wirklich leid, dass du ins Eis eingebrochen bist, wirklich – wir hatten darauf vertraut, dass es stabil wäre, weil Paul es getestet hat mit seinem Hüpfen und… Und wir hätten schlauer sein müssen, nicht wegen so etwas Dummes und einer kleinen Abkürzung das tun…“, verkündete er im Namen meiner drei Freunde, während die beiden Mädchen eifrig und zustimmend nickten. „Danke, ich-… Ich verzeihe euch, ich hätte auch nicht mitgehen müssen, also bin ich doch auch mitschuldig“, stellte ich fest, worauf eine Zeit lang Stille folgte, die durch ein „Wir müssen gehen“ unterbrochen wurde. Immerhin waren sie gekommen und hatten sich entschuldigt, haben nach mir gesehen. Irgendwie konnte ich ihnen auch verzeihen, meinen Freunden, auch wenn sie manchmal ein klein wenig verrückt waren!

"Wann darfst du nach Hause? Was hat der Arzt für eine Diagnose?", fragte er zärtlich und sichtlich besorgt um mich wie ein Beschützer, der mir immer zur Seite stand, nachdem meine drei Freunde den Raum verlassen hatten. "Höchstwahrscheinlich morgen erst – so morgen Mittag, wenn nichts mehr passiert, hat der Arzt gesagt! Außerdem hat er gemeint, dass ich echt total viel Glück gehabt habe und vielleicht noch einen Schutzengel dazu, weil ich nur mit einer Unterkühlung davongekommen bin..." Er nickte und strich mir über die Wange, während er mich so liebevoll und wärmend ansah mit seinen warmen, herzlichen, bernsteinfarbenen Augen, die für mich schon immer wie Feuer wirkten. Sanft zog ich sein Gesicht zu mir, so dass er seine Hand neben mir abstützen musste, und küsste ihn behutsam und erleichtert, bis wir uns lösten. Liebenswürdig - und wirklich verdammt süß von ihm! - lehnte er seine Stirn an meine und hauchte: "Es tut mir soooo leid, was da draußen auf dem See geschehen ist! Ich hätte mir nie verzeihen können, wenn du... wenn du gestorben wärst!" "Bin ich aber nicht, oder?", flüsterte ich ein bisschen erschöpft und schloss die Augen, als er, während ich langsam davondriftete in den Schlaf, flüsterte:" Ich habe mir versprochen, auf dich aufzupassen und ich halte es auch... Meine süße Prinzessin..."

Der Morgen des darauffolgenden Tages war schnell vergangen – das Frühstück, bestehend aus einem weichen, mit Marmelade gefülltem Brötchen und einer Tasse Erdbeertee, war schnell erledigt, genauso wie die letzte Untersuchung und dann ging es auch schon ans Umziehen. Die Mittagszeit war erreicht und ich konnte endlich nach Hause – zurück in mein Zimmer, zurück in die vertrauten Gänge, endlich! Gestern war meine Mutter so lieb gewesen und hatte mir für heute etwas Kleidung mitgebracht, die ich nun an hatte - ein türkis-blauer Hoodie, eine schwarze, warme Jogginghose, ein einfaches Paar Socken und meine Winterstiefel. Als ich mich so im Spiegel betrachtete und meine Haare kämmte, fiel mir erst jetzt auf, dass meine Mum mir keine Jacke und keine Mütze hiergelassen hatte. Auch wenn ich nur kurz in der Kälte draußen sein würde, wollte ich erst mal nichts von der Kälte draußen spüren. Vorsichtig tappte ich zu meinem Bett zurück und ließ mich darauf sinken, wo ich aus dem Fenster starrte, während ich wartete – konnte kaum erwarten, dass ich abgeholt werden würde.

Sie ließen nicht lange auf sich warten, bis meine Mum sachte an die Tür klopfte und dann langsam eintrat, während Aiden lächelnd nach ihr folgte und gleich zu mir kam. "Wir sind hier, um eine Schönheit zurück nach Hause in ihr Schloss zu holen! Sind wir hier richtig?", scherzte er, wonach er mir beim Anziehen meiner Jacke half und meine Lieblingskappe mir aufsetzte. Lachend witzelte ich: "Ja, ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, dass mein Prinz mich zurück nach Hause trägt!" Obwohl ich es eher scherzhaft gemeint hatte, schob er seine Arme unter meine Knie und meinen Rücken und hob mich im Brautstil hoch. "Ich glaube, daran kann ich mich gewöhnen", murmelte ich an seine Brust auf den Weg zum Auto, auf dem uns alle möglichen Leute anstarrten und nachsahen, als wären wir Aliens und gerade erst mit unserem Raumschiff gelandet. Aber so war es eben, wenn man von seinem Traumprinzen zu seinem Ross getragen wird und es dann nach Hause geht...

Wenn Vergangenheit einen einholt

Die vergangene Zeit kam mir so lange vor, doch waren es nur zwei Tage, die seit meiner Rückkehr vergangen waren. Zwei Tage, nachdem ich das eintönige, trotz der anderen Leute doch einsame Krankenhaus verlassen durfte und an der Seite meiner Familie nach Hause zurückkehrte. Es fiel mir leichter, mich zu entspannen und in Ruhe zu genesen, denn hier hatte ich alles was ich doch gewohnt war.

Ich hatte den Geruch nach Desinfektionsmittel mit gebackenen Keksen ausgetauscht, statt den Unbekannten hatte ich mein geliebtes Umfeld um mich, wozu auch mein Zimmer gehörte. Wie schön es doch war zurückzukehren!