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Wie analysiert man ein Gedicht? Zahlreiche OberstufenschülerInnen stellen diese Frage im Laufe ihrer Schulzeit. Dieser Band gibt einen kompakten Überblick zur Gedichtanalyse. Dabei werden zunächst die Basisbegriffe der Lyrik erläutert, an Beispielen vorgeführt und anschließend selbstständig geübt und vertieft. Anschließend wird ein Analyseschema vorgestellt, welches durch zahlreiche Anmerkungen und Fragen an den Text aufbereitet wurde. Neben zahlreichen praktischen Tipps zur Gedichtanalyse enthält der Band auch Formulierungshilfen, die vor allem für Klausuren und Abiturprüfungen nützlich sein dürften. Abgerundet wird der Band durch eine Übungsklausur mit Erwartungshorizont, sowie zahlreichen weiteren Übungen, die alle mit Lösungen versehen wurden. Aus dem Inhalt des Praxishandbuches mit vielen praktischen Übungen, Erläuterungen und Lösungen (inkl. einer ausführlichen Einführung in die Metrik): I. Basisbegriffe: Ausführliche Einführung in alle Basisbegriffe der Lyrik, dazu Übungen zu jedem einzelnen Fachwort Reim Metrum Auftakt und Kadenz Stilmittel Gedichtformen etc. II. Analyse: Schritt für Schritt zur Analyse mit einem umfangreichen Raster und zahlreichen Formulierungshilfen III. Übungsklausur mit Erwartungshorizont IV. Lösungen
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Seitenzahl: 28
Veröffentlichungsjahr: 2018
Ein Praxishandbuch mit vielen praktischen Übungen, Erläuterungen und Lösungen (inkl. einer ausführlichen Einführung in die Metrik)
Basisbegriffe (Ausführliche Einführung in alle Basisbegriffe der Lyrik, dazu Übungen zu jedem einzelnen Fachwort)
Reim
Metrum
Auftakt/Kadenz
Stilmittel
Gedichtformen
Analyse (Schritt für Schritt zur Analyse mit einem umfangreichen Raster und zahlreichen Formulierungshilfen)
Übungsklausur mit Erwartungshorizont
Lösungen
Lyrische Texte nennt man Gedichte. Sie bestehen aus Versen und verfügen zumeist über (mehrere) Strophen.
Der Sprecher im Gedicht wird lyrisches Ich genannt. Er darf nicht mit dem Autor gleichgesetzt werden. Das lyrische Ich kann im Gedicht wiederrum weitere Personen ansprechen (gemeinhin: lyrisches Du).
Viele Gedichte haben einen Endreim.
Gemeinhin unterscheidet man:
Paarreim (aa, bb,…)
Haus
A
Maus
A
Kind
B
Rind
B
Kreuzreim (ab,ab,….)
Haus
A
Rind
B
Maus
A
Kind
B
Umarmender Reim (abba, cddc…)
Haus
A
Rind
B
Kind
B
Maus
A
Haufenreim (aaa…..) [variiert je nach Darstellung zwischen mind. drei bzw. mind. vier Komponenten]
Haus
A
Maus
A
Laus
A
raus
A
Schweifreim (aabccb) [das b schweift aus]
Haus
a
Maus
a
Rind
b
Bild
c
Schild
c
Kind
b
Verschränkter Reim (abc, abc, …)
Haus
A
Rind
B
Bild
C
Maus
A
Kind
B
Schild
c
Ferner unterscheidet man zwischen reinen und unreinen Reimen, sowie zwischen Anfangs- und Binnenreimen.
Bestimmen Sie das Reimschema (Gedichtauszüge)!
A) Wie er wolle geküsset sein, Paul Flemming
Nirgend hin auf den Mund,
da sinkt’s in des herzen Grund.
Nicht zu frei, nicht zu gezwungen,
nicht mit gar zu fauler Zungen.
B) Der Knabe im Moor, Anette von Droste-Hülshoff
O schaurig ists übers Moor zu gehen,
Wenn es wimmelt im Heiderauche
Sich wie Phantome die Dünste drehen
Und die Ranke räkelt am Strauche.
C) Die Rosen im Süden, Friedrich Hebbel
Aus den Knospen, die euch deckten,
Süße Rosen mein Entzücken,
Lockte euch der heiße Süd;
Doch die Gluten, die euch weckten,
Drohen jetzt zu ersticken,
Ach, ihr seid schon halb verglüht!
D) Abendlied, Mathias Claudius
Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen,
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar
E) Der Spinnerin Nachtlied, Clemens Brentano
Es sang vor langen Jahren
Wohl auch die Nachtigall,
Das war wohl süßer Schall
Da wir zusammen waren
F) Ankündigung, Mathias Claudius
Ich bin ein Boote und nicht mehr
Was man mir gibt das bring‘ ich her
Gelehrte und ploit’sche Mär
Von Ali bei und seinem Heer.
Gedichte verfügen über einen Sprechrhythmus, diesen nennt man Metrum. Um das Metrum zu bestimmen, geht man bestenfalls so vor:
Man bestimmt die Anzahl der Silben. Eine Silbe wird als X dargestellt.
Man bestimmt die Anzahl der betonten Silben. Damit liegen die Hebungen fest.
Anschließend betrachtet man die übrigen Silben. Sie sollten dann unbetont sein (prüfen, ob nur einfache Senkungen, oder Doppelsenkungen vorliegen).
Die eingezeichneten Hebungen und Senkungen einem Metrum zuordnen.
Beispiel: Ich wandle in der Stille.
