Wie ich plötzlich reich wurde und dachte, alles wird cool - Stephanie Polák - E-Book

Wie ich plötzlich reich wurde und dachte, alles wird cool E-Book

Stephanie Polák

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Beschreibung

Macht Geld cool? Und glücklich? Theo kriegt die Krise: Seit Tante Britta ihren Job verloren hat, wohnt er mit ihr und seiner Mutter zusammen und jetzt planen die beiden ernsthaft, Theos Zimmer zur Hälfte in ein Kosmetikstudio umzuwandeln! Geht's noch?! Dass Theos Schwarm Kim mit Danny zusammen ist, toppt das Ganze. Klar, der gehört eben zu den Coolen. Ob sich das ändern würde, wenn Theo reich wäre? Und dann hat Tante Britta die Chance 500.000 Euro in einer TV-Show zu gewinnen …

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Originalcopyright © 2017 Südpol Verlag

Corinna Böckmann und Andrea Poßberg GbR, Grevenbroich

Autorin: Stephanie Polák

Illustrationen: Corinna Böckmann

E-Book Umsetzung: Leon H. Böckmann, Bergheim

ISBN: 978-3-943086-57-7

Alle Rechte vorbehalten.

Unbefugte Nutzung, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung,

können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

Mehr vom Südpol Verlag auf:

www.suedpol-verlag.de

Inhalt

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

»Das ist ja wohl ein schlechter Scherz!« Fassungslos sehe ich meine Mutter an. Ich möchte ihr meine Zim­mertür vor der Nase zuknallen, aber das geht leider nicht. Im Türrahmen steht ein riesiger weißer Schmink­tisch mit Spiegel und hässlichen Holz­ver­zie­rungen.

»Aber Schnuppelchen«, sagt sie und versucht mir über den Schminktisch hinweg die Schulter zu streicheln. Schnell weiche ich ein Stück zurück.

»Nenn mich nicht so! Ich bin 14 und nicht vier! Und das hier …«, ich gebe dem Schminktisch einen Tritt, »hat in meinem Zimmer nichts zu suchen!«

»Theo«, versucht Mom es erneut. »Die Zeiten sind schlecht, da müssen wir alle ein wenig zusammenrücken.«

»Die Zeiten waren schon immer schlecht. Solange ich mich erinnern kann. Das hast du mir auch erzählt, als ich zehn war und Britta bei uns eingezogen ist.« Mit den Fingern male ich Gänsefüßchen in die Luft. »Nur für ein paar Wochen.« Fakt ist, dass meine Tante Britta bis heute bei uns wohnt. Auf der Ausziehcouch im Wohnzimmer – und das schon über vier Jahre, seit sie ihren Job verloren hat.

Meine Mutter, die bis eben noch im Flur stand, quetscht sich nun an dem Schminktisch-Monster vorbei in mein Zimmer und lässt sich auf mein Bett fallen. »Du weißt doch, dass es damals nicht leicht war. Dein Vater hatte sich aus dem Staub gemacht und ich musste den ganzen Tag arbeiten. Da war ich froh, dass Britta sich ein wenig um dich kümmern konnte. Und ihr versteht euch doch gut, oder?«

Ich seufze tief. Klar, ich mag meine Tante, aber sie ist kein Ersatz für einen Vater. Und als Junge in einem reinen Weiberhaushalt aufzuwachsen, kann übelst nerven. So wie jetzt, wenn Mutter und Tante auf die total bescheuerte Idee kommen, ein Kosmetikstudio in unserer Wohnung zu eröffnen – genauer gesagt in meinem Zimmer!

»Na ja, seit ich nur noch halbtags bei Regina arbeiten kann, muss ich eben sehen, wie ich uns über die Runden kriege. Ich habe schon mit einigen Kundinnen gesprochen. Die wären bereit, auch zu uns nach Hause zu kommen. Augenbrauen zupfen, schminken, Frisuren stecken, Pediküre – das können wir alles hier machen. Britta überlegt sogar, ob sie einen Kurs zur Nageldesignerin macht, das würden wir dann auch noch anbieten. Wär doch toll, oder?«

Mom schaut mich hoffnungsvoll an, aber ich kann diese Begeisterung nicht teilen.

»Und wie soll das dann ablaufen? Wie soll ich hier meine Hausaufgaben machen, wenn du einen Meter neben mir alten Frauen die Hornhaut vom Fuß hobelst?« Alleine bei der Vorstellung krieg ich die Krise.

»Schau mal.« Meine Mutter erhebt sich wieder und schreitet eine imaginäre Linie in meinem Zimmer entlang. Mit den Armen fuchtelt sie in der Luft herum. »Wir trennen hier einen kleinen Bereich ab. Deinen Bücherschrank schieben wir einfach ein bisschen mehr in den Raum rein, dann ist Platz für den Schminktisch und unser ganzes Zubehör. Da kommt noch ein Vorhang hin und schwupp, ist von unserem kleinen Kosmetikstudio nichts mehr zu sehen. Warte, ich zeige dir mal den Stoff, den ich dafür gekauft habe.« Wieder schiebt sie sich an dem Schminktisch vorbei und läuft ins Wohnzimmer. Keine fünf Sekunden später ist sie zurück. Mir fallen beinah die Augen aus dem Kopf, als ich den Fetzen sehe, den sie stolz in die Höhe hält.

»Ich hatte mir das so gedacht.« Sie faltet den Stoff auseinander, greift mit jeder Hand ein Ende und zieht die Arme so hoch und so weit auseinander, wie es nur geht.

Ich schüttele den Kopf. Das sieht Mom natürlich nicht, weil sie hinter diesem Stofffetzen steht, und so plappert sie munter weiter: »Wir machen oben an der Decke eine Leiste dran und dann kann man den Vorhang ganz praktisch beiseite schieben. Den Stoff nähe ich nachher noch um. Ich borge mir Frau Kowalskis Nähmaschine und dann …« Endlich lässt sie die Arme samt Stoff wieder fallen und sieht mein entsetztes Gesicht. »Theo? Was ist? Gefällt es dir nicht?«

»Mom«, schnaube ich, »der Stoff ist gelb!«

»Ja, den habe ich extra für dich ausgesucht. Britta wollte einen rosafarbenen Stoff kaufen. Wegen dem Ambiente, du weißt schon, aber da habe ich gesagt, das können wir dir nicht antun und so haben wir Gelb genommen. Wenn wir die Wand hier noch Blau streichen und eine Zimmerpalme hinstellen, bekommt die Ecke so richtiges Karibikflair. Ist doch schön, oder?«

»Nein!«, ist alles, was ich über die Lippen bringe.

Meine Mutter sieht mich verständnislos an. »Aber Gelb ist doch deine Lieblingsfarbe.«

»Siehst du hier irgendwo …«, ich breite die Arme aus und drehe mich einmal um mich selbst, »siehst du hier auch nur einen einzigen Flecken Gelb außer meinem Biobuch?«

Mom schaut sich um und schüttelt niedergeschlagen den Kopf.

»Gelb war vielleicht meine Lieblingsfarbe, als ich fünf war!« Damit schiebe ich mich an ihr und dem monströsen Tisch vorbei und verlasse das Zimmer, das mal meins gewesen ist und jetzt zu einem Beauty­tempel umgebaut werden soll. Ich will nur noch weg hier. Obwohl Mom mir irgendwas hinterherruft, schnappe ich mir meine Jacke und den Schlüssel und haue ab.

Klar, dass genau jetzt Britta nach Hause kommt. Ein Stockwerk tiefer treffen wir aufeinander.

»Hey, wohin geht’s?«, fragt sie fröhlich, aber ich funkele sie nur böse an.

»Weg!« Ich will mich an ihr vorbeidrängeln, doch sie hält mich auf.

»Was für ’ne Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?«

»Eine große gelbe und dann noch eine verschnörkelte weiße mit Namen Schminktisch«, schleudere ich ihr entgegen. Britta bleibt der Mund offen stehen und ich schiebe mich endlich an ihr vorbei. Erst als ich einen Absatz weiter unten bin, findet sie ihre Stimme wieder und ruft mir hinterher: »Jetzt warte doch mal, Theo! Wir können doch darüber reden. Wir …«

Ich halte kurz an und schaue noch einmal nach oben. Erst jetzt sehe ich, dass Britta eine große rosa-weiß gestreifte Tüte in der Hand trägt, auf der groß Kosmetikzubehör Fries steht. Das gibt mir den Rest. Überflüssiges Tussizeug!

»Vielleicht habt ihr es vergessen, aber ich bin ein Junge und steh auf BMX-Räder und Basketball! Ich will mit Lockenstäben, Nagellack und Hornhauthobeln nichts zu tun haben!« Damit renne ich weiter die Treppen hinunter und lasse Britta einfach stehen.

Die Vogelsiedlung, in der wir wohnen, heißt so, weil die angrenzenden Straßen Vogelnamen haben: Meisenweg, Falkenstraße, Rotkehlchenweg und Amselsteig. Klingt romantischer als es in Wirklichkeit ist. Nebenan ist das Opernviertel, obwohl es hier gar keine Oper gibt. Aber da heißen die Straßen eben Othellogasse, Figaro­weg und Aidastraße. Wenn man in einer dieser Straßen wohnt, ist man was Besseres – na ja, zumindest hält man sich dafür. Jedenfalls stehen da keine Wohn­blocks, sondern hochmoderne Reihenhäuser und hübsche, alte Villen.

Die Vogel-Wohnblocks sind in einem Karree gebaut worden und sehen alle gleich aus. Die werden einfach M3 oder F2 genannt, also Straßenname plus Hausnummer. Wir wohnen in der M5. In der Mitte dieses Karrees befindet sich ein hässlicher Hof. Hier gibt’s zwar einen großen Spielplatz für Kinder, auf dem ich früher auch gespielt habe, aber wenn man aus dem Buddelalter raus ist, wird das Angebot echt mager. Gerade mal ein paar Bänke stehen da rum, das war’s. Diese Bänke sind unter den Jugendlichen klar aufgeteilt: Die im Südteil gehören den Coolen, die im Nordteil den Uncoolen, weil da nie die Sonne hinkommt. Ich schlendere wie immer zu den schattigen Bänken und sehe Luca schon von weitem. Während ich auf ihn zusteuere, schiele ich zu den Bänken rüber, die in der Sonne stehen, sehe aber bloß ein paar Jungs aus der 10. Klasse.

»Ciao, Theo!«, ruft Luca und winkt fröhlich. Luca ist immer gut gelaunt. Sein Vater Frederico sagt, das kommt vom südländischen Temperament.

Niedergeschlagen lasse ich mich neben ihn auf die Bank fallen.

»He, was ist denn bei dir kaputt?«, fragt er mich besorgt. Luca ist echt klasse. Wir kennen uns seit der Grundschule. Damals kam Luca mit seinen Eltern, zwei älteren und einer jüngeren Schwester von Sizilien nach Deutschland und hat kein Wort Deutsch gesprochen. Verstanden haben wir uns auch so und sind seitdem beste Freunde.

»Diese Weiber machen mich wahnsinnig!«, klage ich ihm mein Leid von dem Schminktisch, dem gelben Vorhang und dem Karibikflair.

»Ab wann darf man eigentlich in eine eigene Wohnung ziehen?«, frage ich ihn zum Schluss, doch Luca schaut mich nur achselzuckend an.

»Mann, sei froh, dass du in deinem Zimmer wenigstens alleine schlafen kannst!«

Klar, ich habe mir den Falschen zum Jammern ge­sucht. Luca teilt sich ein Zimmer mit seiner Schwester Antonia. Seit Jahren spe­kuliert er darauf, dass eine der beiden großen Schwes­­tern endlich auszieht und Antonia dann in das Mä­delszimmer wechselt, damit er endlich alleine sein kann, aber das scheint nicht so schnell zu passieren. Elena geht noch zur Schule und Maria hat gerade erst ihre Ausbildung begonnen.

»Ich weiß echt nicht, wieso du dich beschwerst. Bei euch ist es doch total cool. Deine Mom und Britta sind nett. Die lassen dich wenigstens in Ruhe.«

Ich gebe auf. Luca und ich werden in diesem Punkt nie einer Meinung sein. Er findet meine Familie cooler, ich seine. Frau Bertani ist eine echte italienische Mamma, die den ganzen Tag in der Küche steht, laut Lieder wie O sole mio und Schnulzen von Eros Ramazzotti singt und ihre Kinder ordentlich hin- und herscheucht. Ich bin gerne bei den Bertanis, aber vielleicht hat Luca recht, dass dieser Trubel auf Dauer auch schon mal nerven kann.

»Guck mal, da ist Kim!« Luca reißt mich aus meinen Gedanken. Ich sehe in die Richtung, in die er guckt, und seufze. Kim, das hübscheste Mädchen aus unserem Jahrgang, zieht an uns vorbei und winkt kurz. Luca stößt mir seinen Ellenbogen in die Seite und hastig winke ich zurück. Kim ist echt ein Traum. Lange blonde Haare und eine Wahnsinnsfigur. Sie will später mal Model werden oder so. Und ich glaube, das wird sie schaffen. Sie hat’s echt drauf.

»Geh doch mal rüber und rede mit ihr. Wenn du sie immer nur anstarrst, passiert gar nichts. Los, ragazzo!« Luca liebt es seit Neuestem, den Italiener raushängen zu lassen. Er denkt wohl, das kommt bei den Mädchen besonders gut an. Tut’s aber scheinbar nicht, denn sein großer Schwarm Doreen hat ihm noch nie zuwinkt, so wie Kim mir gerade gewinkt hat. Das beflügelt mich und ich schlendere ultralässig vom Schattenbereich des Hofes in die sonnige Hälfte. An der hinteren Bankgruppe haben sich ein paar Leute versammelt. Kim steht bei ein paar Jungs und lacht. Dieses Lachen haut mich immer wieder um.

»He, Kim!«, sage ich und sie dreht sich zu mir um.

»Hey, alles klar?«, fragt sie und spielt dabei mit den Fingern in ihrem Pferdeschwanz. Ihre knallblauen Augen durchbohren mich und ich glaube, meine Ohren werden ein wenig rot. Zumindest fühlen sie sich heiß an.

Leider habe ich mir vorher keinen coolen Spruch zurechtgelegt. Ein echter Fehler, wie ich jetzt merke, also stammele ich: »Ähm, ich wollte dich fragen, ob du … ähm … das in Mathe heute verstanden hast.«

Kim reißt die Augen weit auf und sieht mich ungläubig an. »Mathe? Du weißt, dass ich in Mathe immer eine Fünf habe, oder? Warum sollte ich gerade den komplizierten Quatsch von heute verstanden haben?«

»Ähm, ja, ach so. Ich dachte, also …« Meine Güte, wie soll ich da jetzt wieder rauskommen? Doch dann habe ich eine Idee: »Ich kann’s dir erklären, wenn du willst.«

Kim zuckt mit den Schultern. »Okay. Gibst du mir morgen vor der Stunde dein Heft mit den Hausaufgaben?« Sie klimpert ein paar Mal mit den Wimpern und ich merke, dass das Gespräch nicht so ganz genau in die Richtung läuft, die ich mir erhofft hatte. Mist! Also starte ich den nächsten Angriff: »Ja, klar. Geb ich dir. Aber dafür musst du mir mal ein Eis ausgeben.« Ha, das war gut. Ich bin stolz auf mich!

Kim wirft lachend den Kopf in den Nacken und sagt: »Na klar.« Ob sie das ernst meint oder nicht, kann ich beim besten Willen nicht raushören. Plötzlich verstummt ihr Lachen. Sie schaut über meine Schulter hinweg und zupft an ihrem Pferdeschwanz herum. »Du, ich muss los. Bis morgen vor Mathe dann, ja?« Noch ein Lächeln und weg ist sie.

Ich schaue ihr hinterher und sehe, dass im Durchgang zur Straße Danny lässig an der Mauer lehnt, beide Hände in den Hosentaschen. Danny ist schon in der 10. und wohnt in einem schicken Haus im Figaroweg. Ein Yuppie, würde Britta sagen.

Was ich kurz darauf sehe, verschlägt mir die Sprache. Kim läuft auf Danny zu und wirft sich ihm regelrecht an den Hals. Er holt eine Hand aus der Tasche und umarmt sie locker. Und dann küsst er sie so lange und fest auf den Mund, dass mir beinah schlecht wird. Was für ein Scheißtag. Wie ein geprügelter Hund gehe ich zu Luca zurück, der das Schauspiel ebenso fassungslos betrachtet.

»Was will die denn von so einem idiota, eh?«

Genervt von seiner Italo-Tour und überhaupt von allem, lasse ich mich wortlos auf die Bank fallen und beobachte, wie Kim und Danny eng umschlungen von dannen ziehen.

»Da geht sie hin – und mit ihr mein Leben.« Kraftlos stütze ich den Kopf auf die Hände.

Luca setzt sich neben mich. »Danny ist doch ein totaler Depp.«

»Ja. Das wissen wir«, seufze ich. »Aber er wohnt in einem schicken Haus im Figaroweg und nicht in dieser beschissenen Siedlung hier. Das reicht schon, um cooler zu sein als ich.«

Luca legt den Kopf schief. »Als käme es darauf an, in welchem Haus man wohnt.«

»Hundert Prozent.« Mit der Fußspitze kicke ich ein kleines Steinchen weg. »Was will so ein Mädchen wie Kim mit einem armen Schlucker wie mir. Die nimmt sich doch lieber so einen Typen, der Kohle hat und ihr tolle Geschenke macht.«

Luca lehnt sich zurück und verschränkt die Arme hinter dem Kopf. »Dann sollte man mit so einem Mäd­chen auch besser gar nichts zu tun haben.«

»Pft«, mache ich. »Als ob man sich das aussuchen könnte.«

Schweigend sitzen wir nebeneinander.

»Ich wünschte, ich könnte auch im Opernviertel woh­nen«, sage ich irgendwann und ernte dafür einen finsteren Blick von Luca.

»Ernsthaft? Und dann wird aus dir auch so ein Schnösel wie Danny?« Verächtlich schüttelt er den Kopf.

»Keine Ahnung, aber das hier«, ich deute auf die Hoch­­hausblöcke, die uns umgeben, »kann doch nicht alles sein. Ich krieg keine Luft hier. Alles ist eng und klein und beklemmend.« Ich denke an das Schmink­tisch-Monster, das heute Morgen in mein Zimmer eingezogen ist und alles in mir zieht sich zusammen.

Lucas Augenbrauen berühren sich beinah in der Mitte seiner Stirn, so fest hat er sie zusammengezogen. »Alter, was redest du da?«