Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt - Pete Johnson - E-Book

Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt E-Book

Pete Johnson

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Beschreibung

Ein witziger Roman über das chaotische Leben als Teenager Dieses Kinderbuch ist die perfekte Lektüre für alle Fans von „Gregs Tagebuch“ oder „Tom Gates“. Luis bringt nicht nur seine Mitschüler, sondern auch alle Leser zum Lachen! 

Zum Buch:  
Geht’s eigentlich noch peinlicher? Luis kann es nicht fassen. Peinlichkeit Nummer eins: Seine Eltern besuchen einen Kurs für Achtsamkeit und Selbstvertrauen. Peinlichkeit Nummer zwei: Ein Video seiner meditierenden Eltern wird im Internet tausendfach geklickt. Peinlichkeit Nummer drei: Sie werden sogar zu einer TV-Show eingeladen! Das ist sowas von ungerecht! Luis träumt doch von der Karriere als Comedy-Star! Wann kommt er denn endlich richtig groß raus?

  • Von Bestsellerautor Pete Johnson: Der Autor der beliebten „Wie man 13 wird“-Reihe legt wieder los!       
  • Das perfekte Geschenk: Idealer Lesestoff für Jungs und Mädchen ab 10 Jahren
  • So macht Lesen Spaß: Kurze Kapitel im Blog-Stil, ein sympathischer Held und witzige Geschichten
  • Das Leben als Teenager: Zwischen Eltern, Lehrern und Schule erlebt Luis chaotisch-lustige Abenteuer!
  • Extra-Motivation: Zu diesem Buch gibt es ein Quiz bei Antolin  

Dieser lustige Kinderroman des britischen Bestsellerautors Pete Johnson („Wie man 13 wird und überlebt“) ist das ideale Geschenk für alle Jungs und Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren. Überzeugt auch Lesemuffel! 

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Vollständige eBook-Ausgabe der Hardcoverausgabe

Text copyright © 2020 Pete Johnson

Titel der Originalausgabe: How to Change Your Parents into Superstars

Die Originalausgabe ist 2020 im Verlag Award Publications Limited, Großbritannien, erschienen.

© 2021 arsEdition GmbH, Friedrichstr. 9, D-80801 München

Alle Rechte vorbehalten

Text: Pete Johnson

Übersetzung: Christine Spindler

Covergestaltung: Grafisches Atelier arsEdition unter Verwendung von Illustrationen von Thorsten Saleina und Bildmaterial von GabrielJoseC/shutterstock.com

Innenvignetten: Thorsten Saleina und Bildmaterial von GabrielJoseC/shutterstock.com

ISBN eBook 978-3-8458-4538-8

ISBN Printausgabe 978-3-8458-3422-1

www.arsedition.de

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Widmung

Ein kleiner Gefallen

Langsam wirkende Magie

Der Hotelkomiker

Luis, der Lebensretter

Eine schockierende Entdeckung

Achtsam bis zum Gehtnichtmehr

Selfie-Zeit

Witzeverbot

Auch das noch!

Meine andere Mum

Eine Spontanerkältung

Der Gipfel an Unverfrorenheit

Meine dunkelste Stunde

Ich helfe meinem größten Fan

Zu viele Freundinnen

Luis und sein Doppelleben

Sie leben ihren Traum (also, meine Mum und mein Dad)

Internetsensationen

Guru Luis

Das Leben mit Superstars

Islas Geheimnis

Maddys unglaubliche Idee

Gerettet durch »Om«

200 neue Freunde

SONDERMELDUNG

Für die einzigartigen Mitarbeiterinnen

des Schulbibliotheksdienstes Sheffield,

Jayne und Claire.

Danke für eure großartige Hilfe und Unterstützun!

Ein kleiner Gefallen

Ich wurde entführt – und zwar vom griesgrämigsten Typen des Universums.

Er hat mich in einen riesigen Wandschrank voller Plastikstühle gesperrt. Ich durfte erst wieder raus, als meine Mum und mein Dad aufkreuzten.

Was meinst du wohl, was meine Eltern als Erstes taten, als wir zu Hause ankamen? Haben sie mir einen Kuchen gebacken? Haben sie mir nach dem ganzen Stress einen Zuschuss zum Taschengeld gegeben?

NEIN, SIE HABEN MICH AUF MEIN ZIMMER GESCHICKT.

»Ist dir eigentlich klar, dass beinahe die Polizei hinzugezogen worden wäre?«, fragte Dad, der vor Wut bebte.

»Aber Dad, ich bin doch derjenige, der in einen Wandschrank gesperrt wurde …«, verteidigte ich mich. Was ja auch stimmte.

»Luis … geh einfach auf dein Zimmer«, schrie er total aufgebracht.

»Aber ich habe euch noch gar nicht erzählt, was passiert ist«, sagte ich. »Unter anderem etwas, das einfach der Hammer ist.«

»Wir wissen genau, was passiert ist«, sagte Mum mit erschöpftem Seufzen.

Aber sie wissen es nicht.

Niemand weiß das – außer Maddy. Und mir.

Ich platze, wenn ich es nicht bald jemandem erzählen kann. Tust du mir einen Gefallen und hörst dir an, was für einen unglaublichen Nachmittag ich hatte?

Du bist dabei? Großartig.

Dann blättere schnell weiter.

Langsam wirkende Magie

Dienstag, 22. April 17.30 Uhr

Ich bin Luis – Luis, die Lachnummer, um genau zu sein. Ich besitze nur ein Talent: Menschen zum Lachen zu bringen. Ich habe davon geträumt, Komiker zu werden, seit ich eine Amöbe war.

Ich bin natürlich gerade in der Schule – gähn! –, aber jeden Samstagnachmittag erscheine ich auf einem You Tube-Kanal. Du wirst nie erraten, auf welchem! Mach dich auf eine Überraschung gefasst.

Es handelt sich um den Vlog von Noah und Lily.

Die sind schon etwas Besonderes, oder? Ich meine, mehr als drei Millionen Teenager haben ihnen beim Zähneputzen zugesehen.

Ja, ich bin am Ende einiger ihrer Videos dabei. Vielleicht hast du mich sogar gesehen. Ich bin der frech aussehende Junge mit dem zwiebelförmigen Kopf, der Kids beim Problemlösen hilft und Witze erzählt.

Neulich durfte ich sogar bei einem der Streiche von Noah und Lily mitmachen. Ich wurde mit einem nassen Fisch geohrfeigt. Ich kann dir gar nicht sagen, wie stolz ich darauf war. Kurz darauf haben sie mich angerufen …

»Luis, du bist so witzig und wir haben dich echt gern«, sagte Lily.

Ich strahlte und meinte scherzhaft: »Das kann ich gut verstehen.« (Ich gehöre zu den Menschen, die über alles einen Witz machen müssen.)

»Darum werden wir dich furchtbar vermissen«, sagte Noah.

Mein Lächeln erstarb. Mich vermissen? Aber ich hatte doch gar nicht vor wegzugehen. Nein, aber die beiden. Sie wollten eine ganze Serie von besonderen Interviews drehen und dafür quer durch Amerika reisen.

»Ich habe einen Reisepass«, sagte ich lachend (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl). Noah und Lily kicherten amüsiert. »Und eine gute Freundin von mir – Poppy, eine erstklassige Magierin – ist gerade mit ihrem Großvater in Amerika und tritt in einigen Shows auf. Ich könnte bestimmt bei ihnen wohnen. Ihr hättet also keine Mühe mit meiner Unterkunft, meinen Mahlzeiten, meiner Wäsche …«

Noah und Lily hörten gar nicht mehr auf zu lachen, dann sagten sie, sie müssten jetzt unbedingt Schluss machen.

»Das ist wirklich eine tolle Chance für euch«, krächzte ich. »Wie lange werdet ihr weg sein?«

Sie wussten es nicht. Auf jeden Fall viele Monate. »Du wirst trotzdem weiterhin unsere Show ansehen, nicht wahr?«, rief Noah, direkt bevor sie aus meinem Leben verschwanden.

Danach saß ich eine Ewigkeit in einer Art Schockstarre da.

Schließlich erzählte ich es Maddy, meiner Agentin – und Freundin. Sie war ebenfalls geplättet, aber dann sagte sie: »Luis, ich werde nie deinen Gesichtsausdruck vergessen, als Noah und Lily dir den nassen Fisch ins Gesicht geklatscht haben. Du warst umwerfend komisch. Ein solches Talent lasse ich ganz gewiss nicht verkümmern.«

Zwei Tage später erfuhr Maddy von Lachen macht Laune, einer neuen Talentshow für junge Komiker. Der Produzent Marcus Capel veranstaltete im ganzen Land Castings (»Nächste Woche könnte ich schon in deiner Stadt sein!«). Außerdem gab er Kindern die Möglichkeit, ihm dreiminütige Videos zu senden, um eine Vorstellung davon zu kriegen, was sie draufhatten.

Maddy und ich verbrachten das ganze Wochenende damit zu zeigen, was ich draufhatte. Danach warteten wir gespannt auf Marcus Capels Antwort. Eine ganze lange Woche rauschte vorbei. Und noch eine …

NICHTS. Dafür gab es natürlich nur eine Erklärung. Mein Video musste auf dem Postweg verloren gegangen sein. Also machten Maddy und ich noch eins und schickten es diesmal per Einschreiben (genial, oder?).

An dieser Stelle unterbreche ich kurz meine Geschichte, um dir ein Geheimnis zu verraten, das niemand kennt, nicht einmal Maddy. Ich war so erpicht auf Marcus Capels Antwort, dass ich mir etwas wünschte.

Ganz leise sagte ich: »Wenn es in dieser Welt irgendeine Art von Magie gibt, dann lass mich von Marcus Capel hören.«

Ich glaube in Wirklichkeit nicht an Magie, aber es gibt so viele Bücher über Zauberer und all so was, dass ich fand, es sei einen Versuch wert, nur für alle Fälle. Und was soll ich sagen: Es passierte überhaupt nichts.

BIS HEUTE NACHMITTAG.

Es war der letzte Tag der Osterferien, und Maddy und ich waren in London gewesen, wo wir uns mit ihren beiden älteren Schwestern Vicky und Zoe getroffen hatten.

Sie hatten uns zu einem superleckeren Essen eingeladen. Wir hatten den Zug nach Hause erwischt und schlenderten langsam aus dem Bahnhof, als eine laute, selbstsichere Stimme zu uns sagte: »Entschuldigt ihr mal?« Ein Kerl mit Hipsterbart stürmte mit zwei klobigen Koffern in den Händen an uns vorbei. Er trug ein weißes Hemd mit offenem Kragen und eine Samtjacke. Eine Frau und ein Junge, der etwa im Alter meines Bruders Elliot war (sieben), folgten ihm.

»Ich wette, der Typ ist Schauspieler«, sagte Maddy.

»Er kommt mir ein bisschen bekannt vor«, erwiderte ich.

Wir beobachteten ihn, wie er mit entschlossenen Schritten auf ein Auto zuging, das neben dem Taxistand parkte.

»Ich glaube, Sie erwarten mich«, sagte er.

»Ein eigener Fahrer, der auf einen wartet«, murmelte ich Maddy zu. »Das hat Klasse.«

Dann hallte ein Name durch den Bahnhof. »Ich bin Marcus Capel.«

Das war so unfassbar, dass es sich anfühlte wie … Magie. Langsam wirkende Magie. Mein Wunsch war ja schon einige Wochen her.

Stell dir vor, Maddy und ich hätten einen früheren oder späteren Zug erwischt, dann hätten wir Marcus Capel verpasst. Doch auf magische Art war unser Timing genau richtig gewesen.

»Er ist bestimmt wegen eines Castings hier«, stieß ich hervor. »Wir müssen herausfinden, wo es stattfindet.«

Maddy antwortete nicht. Sie stand einfach mit leicht geöffnetem Mund da und sah exakt so aus, als hätte jemand sie verhext. Dann schüttelte sie sich mit einem Mal und sagte: »Wir dürfen ihn nicht aus den Augen verlieren.«

Bevor ich wusste, was geschah, stob Maddy hinter Marcus Capel her. Einen Moment lang glaubte ich tatsächlich, sie würde sich zu ihm ins Auto quetschen. Doch stattdessen sprang sie auf den Rücksitz des Taxis neben Marcus Capels Auto.

Ich sauste ihr hinterher. Der Taxifahrer drehte den Kopf nach hinten und starrte uns neugierig an.

»Folgen Sie dem Wagen«, sagte Maddy.

»Das wollte ich immer schon mal sagen«, murmelte ich.

Als wir losfuhren, fragte ich: »Maddy, was haben wir eigentlich vor?«

»Wir verfolgen Marcus Capel, ist doch klar«, antwortete sie und fügte hinzu: »Jede Wette, dass er zu einem Hotel fährt. Vielleicht das Bellevue, das ist das nobelste hier.«

»Und was machen wir dann?«, hakte ich nach.

Maddy sagte ungehalten: »Woher soll ich das wissen? Ich kann doch nicht alles auf einmal planen.«

Der Hotelkomiker

Wir hatten es uns kaum im Taxi gemütlich gemacht, als Capels Auto in die stattliche Auffahrt des Hotels Bellevue bog, genau wie Maddy vorhergesagt hatte. Maddy bezahlte den Fahrer, und wir beobachteten, wie die Capels das Hotel betraten.

»Was jetzt?«, fragte ich.

»Hör auf, mich das zu fragen«, sagte Maddy. »Lass mich in Ruhe nachdenken.«

»Entschuldige, dass ich so neugierig bin«, entgegnete ich.

Maddy runzelte höchst nachdenklich die Stirn, dann meinte sie: »Luis, du wartest hier.«

»Warum? Wohin gehst du?«

»Ich schaue mal ins Bellevue rein. Dauert nicht lange.«

Mit diesen Worten verschwand sie. Was hatte sie vor? Wollte sie Marcus Capel fragen, wo das Casting stattfand? Ja, das musste es sein. Er war vermutlich eher zu einer Unterhaltung bereit, wenn sie ihn allein ansprach. Würde Maddy außerdem ein gutes Wort für mich einlegen? Ganz bestimmt.

Maddy kam lächelnd zurück.

»Und? Wo findet das Casting statt?«, fragte ich aufgeregt.

»Keine Ahnung. Aber Marcus Capel hat Zimmer 41. Kannst du dir das merken?«

»Wozu?«

»Weil ich einen Geistesblitz hatte, während ich im Bellevue war. Einen genialen.«

»Verrätst du mir den?«

Maddy lächelte triumphierend. »Du, Luis, wirst bei Marcus Capel vorsprechen.«

»Na klar.«

»Nein, hör zu. Ich habe alles genau durchdacht. Du gehst hoch zu Zimmer 41. Nimm den Aufzug.«

»Sehr nett von dir«, murmelte ich.

»Dann klopfst du an die Zimmertür und sagst: ›Willkommen im Bellevue.‹ Du tust nämlich so, als würdest du im Hotel arbeiten.«

»Wird er mir das abkaufen?«, fragte ich.

»Natürlich, denn du wirst sagen, dass du der Hotelkomiker bist.«

»Ich habe eine bessere Idee. Wie wäre es, wenn ich mir ein Laken überstülpe und sage: ›Hallo, ich bin das Hotelgespenst.‹«

»Luis, ich meine es ernst«, sagte Maddy. »Nachdem du dich vorgestellt hast mit ›Hallo, ich bin der Hotelkomiker‹, legst du direkt mit der Nummer los, die du ihm geschickt hast. Ich wette, die hat er sich nie angeschaut. Tja, nun wird ihm nichts anderes übrig bleiben.«

»Doch, er könnte mich rauswerfen«, sagte ich prompt.

»Er wird zu sehr mit Lachen beschäftigt sein. Außerdem wird er es für einen tollen Service halten. Ich bekomme nicht nur Essen und Getränke aufs Zimmer geliefert, sondern obendrein einen erstklassigen Komiker. Geht’s noch besser?«

Ich zögerte. »Wenn du das sagst, klingt es so leicht, aber ich wette –«

»Luis, so nah wirst du nie wieder an Marcus Capel herankommen.«

»Ich weiß.«

»Und wir bekommen womöglich nie wieder eine Chance wie diese, in unserem ganzen Leben nicht.«

»Das weiß ich auch«, murmelte ich.

»Und wenn du erst mal in Marcus Capels Zimmer bist, wird er dich bestimmt absolut umwerfend finden … und dein unentdecktes komisches Potenzial erkennen.«

Maddys unerschütterliches Vertrauen in mich war wie eine Extraportion Magie. Ich sah sie kurz an. »Weißt du was?«

»Was?«

»Ich glaube, wir sollten das durchziehen.«

Einen Augenblick stand sie da und strahlte einfach nur wie ein Leuchtfeuer. Dann begann Maddy verschwörerisch zu flüstern: »Wir haben keine Zeit zu verlieren.«

»Aber er ist doch gerade erst angekommen.«

»Er ist ein Topmanager und darum sehr beschäftigt. Also hör zu, es gibt eine Rezeptionistin und einen Sicherheitsmann, aber ich werde dir helfen, an den beiden vorbeizukommen.«

»Wie?«, fragte ich.

Sie senkte die Stimme noch mehr. »Ich täusche eine Ohnmacht vor.«

Das war schlau.

»Es ist nicht schwer, angeschlagen auszusehen.« Maddy begann, ihre Haare zu zerzausen. »Außerdem kann ich sehr gut husten.«

»Das wusste ich ja gar nicht.«

»Ich prahle nicht gerne. Also, ich werde heftig hustend zur Rezeptionistin wanken und sagen, dass ich gleich ohnmächtig werde, und während ich alle ablenke …«

»Sause ich nach oben zu Zimmer 41.«

»Genau«, flüsterte sie triumphierend.

»Maddy«, sagte ich, »du bist die genialste Agentin der Welt.«

Sie widersprach mir nicht.

Stattdessen zeigte sie mir, wo ich sie von der Tür aus beobachten konnte, ohne gesehen zu werden. »Denk dran«, zischte sie. »Wenn ich sage: ›Es tut mir leid, aber ich glaube, ich werde gleich ohnmächtig … ‹«

»Dann komme ich ins Spiel. Viel Glück, Maddy.«

»Viel Glück, Luis.«

Und schon legte sie los und stolperte hustend zur Rezeption.

Das Bellevue war innen sehr groß, sehr prachtvoll – überall Kronleuchter und Sessel, die irre gemütlich aussahen – und erstaunlich leer.

Eine Frau mit grünen Haaren und einer Stimme wie ein Papagei sprach krächzend zu einer jungen Frau an der Rezeption. »Oh, ich weiß, dass Sie sich gut um mich kümmern werden. Das tun Sie immer.« Neben ihr lungerten drei Jungs ungeduldig herum. Sie waren im Teenageralter und trugen teuer aussehende Sportkleidung.

Beladen mit Taschen und Tennisschlägern, stürmten sie den Aufzug wie eine kleine Invasionstruppe. Ein blonder Hüne in roter Uniform stapfte vorwärts und lächelte die grünhaarige Frau ergeben an. Sie fragte ihn, wie es ihm ging. Doch bevor er antworten konnte, erzählte sie ihm haarklein, wie es ihr ging.

Plötzlich ließ Maddy, die jetzt die Rezeption erreicht hatte, ein so bellendes Husten erschallen, dass sogar die grünhaarige Frau kurz ihren Redeschwall unterbrach.

Dann verkündete Maddy in einem durchdringenden, unheilschwangeren Flüstern: »Es tut mir leid, aber ich glaube, ich werde gleich ohnmächtig.« Sie begann so überzeugend zu schwanken, dass die junge Frau augenblicklich hinter der Rezeption hervorkam, während zugleich der hünenhafte Sicherheitsmann losspurtete.

Kurz darauf halfen sie beide Maddy, die jetzt unkontrolliert zitterte, auf einen der luxuriösen Sessel. Für einen Augenblick war ich völlig von Maddys Vorstellung gebannt. Bewundernswert, wie sie nicht nur überzeugend hustete, sondern gleichzeitig zitterte. Sie war wirklich eine erstklassige Schauspielerin.

Und nun war ich an der Reihe.

Es war wichtig, einen unbekümmerten Eindruck zu machen. Also steckte ich die Hände in die Hosentaschen und begann zu pfeifen, bevor ich in einen flotten Schritt verfiel.

Der Aufzug lag direkt vor mir.

Aber ich kam nie bei ihm an. Stattdessen schlitterte ich quer über den auf Hochglanz polierten Boden. Ich kapierte nicht sofort, was passiert war – ich sah nur, dass ich jetzt von Beinen umringt war.

»Helft doch dem armen Jungen auf«, krächzte die Frau mit den grünen Haaren. Sechs Hände streckten sich willig nach mir aus und halfen mir auf die Füße.