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Ein turbulentes Weihnachtsabenteuer voller Spaß, Magie und Freundschaft Diese lustige Weihnachtsgeschichte ist das ideale Geschenk für Kinder ab 8 Jahren und für alle Fans des Weihnachtsklassikers "Hilfe, die Herdmanns kommen". Die schlimmsten Kinder der Welt treffen auf die strengste Babysitterin aller Zeiten – da ist Chaos vorprogrammiert! Die Geschwister Amy und Joe sind sich sicher: Die neue Babysitterin wird – genau wie all ihre Vorgängerinnen und Vorgänger – nach kurzer Zeit das Handtuch werfen. Doch die beiden haben die Rechnung ohne Mrs Groff gemacht: Die ehemalige Karatekämpferin beherrscht nicht nur Fallschirmspringen und Felsklettern, sondern sie kann auch nähen, kochen und stricken und ist durch keinen noch so gemeinen Streich aus der Ruhe zu bringen. Zumindest fast! Denn als Amy und Joe den Bogen wenige Tage vor Weihnachten überspannen, greift die Babysitterin zu drastischen Mitteln ... Und plötzlich haben die Geschwister alle Hände voll zu tun, um ihr Weihnachtsfest zu retten! - Weihnachten zum Schieflachen: Diese Geschwister muss man einfach mögen! - Unterhaltung für die ganze Familie: Mit viel Chaos, Humor und einem Schuss Weihnachtsmagie - Abwechslungsreiche Gestaltung: Kurze Kapitel, große Schrift und viele lustige Bilder von Julia Christians - Ideales Geschenk: Zum Selberlesen für Kinder ab der 3. Klasse und zum Vorlesen für die kleinen Geschwister - Extra-Motivation: Zu diesem Buch gibt es ein Quiz bei Antolin Über das Buch: Ein fröhliches und warmherziges Weihnachtsabenteuer für die ganze Familie.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Kieran Crowley
Aus dem irischen Englisch
von Kai Kilian
Mit Illustrationen
von Julia Christians
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Vollständige eBook-Ausgabe der Hardcoverausgabe München 2023
Text copyright © 2021 Kieran Crowley
First published in the UK in 2021 by Scholastic Children’s Books, London.
Titel der Originalausgabe: The Santa List
© 2023 arsEdition GmbH, Friedrichstraße 9, D-80801 München
Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten
Text: Kieran Crowley
Übersetzung: Kai Kilian
Covergestaltung und Innenillustrationen: Julia Christians
Satz: Müjde Puzziferri, MP Medien, München
Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.
Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.
ISBN eBook 978-3-8458-5634-6
ISBN Print 978-3-8458-5069-6
www.arsedition.de
Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.
»Jeder liebt Apfelkuchenund neue Kartoffeln.«
In Erinnerung an Mary Leahy
Danke für die vielen Sonntagsessenund für deine Unterstützung und Ermutigungin all den Jahren. Aber vor allem:Danke dafür, dass du mir gezeigt hast,wie wichtig es ist, niemals aufzugeben!
Es war genau 17 Uhr 53 an einem verschneiten Samstag vor Weihnachten, als Mrs Groff ankam.
Der Baum war aufgestellt, das Haus war fröhlich geschmückt, in den Schränken stapelten sich die Süßigkeiten. Und Amy ahnte nicht, dass innerhalb weniger Tage alles furchtbar schiefgehen würde.
Amy und ihr jüngerer Bruder Joseph, genannt Joe, wohnten in einem hübschen Haus in einem hübschen Viertel und brachten sich andauernd, wirklich andauernd in Schwierigkeiten. Und zwar in so große, dass sich seit dem dreiundzwanzigsten Oktober sämtliche Babysitter der Stadt standhaft weigerten, ihr Haus zu betreten. Ohne die kleinste Ausnahme.
»Ich arbeite seit über dreißig Jahren als Tagesvater und das sind die schrecklichsten Kinder, denen ich jemals begegnet bin«, sagte Billy Hegarty. Seine Haarfarbe hatte sich von einem schönen Kastanienbraun in ein gespenstisches Weiß verwandelt, nachdem er nur einen einzigen Abend mit den beiden verbracht hatte.
»Ich werde nie wieder auf diese zwei Monster aufpassen, nicht mal für eine Million Euro«, verkündete Margaret Doyle nach einem extrem langen Wochenende. Es besiegelte den Abschied von ihrem Babysitterberuf.
»Seit meinem Aufenthalt in diesem Haus habe ich jede Nacht Albträume«, stöhnte Donna Sheehan, die sich nun vor Schmetterlingen und, in etwas geringerem Ausmaß, vor Schnaken fürchtete. »Ich habe den Mount Everest während eines Schneesturms bestiegen. Ich bin von einem Löwen angegriffen worden. Einmal habe ich mir aus Versehen den ganzen Kopf mit Honig bekleckert und bin dann in einen Bienenschwarm gelaufen, aber lieber würde ich all das noch einmal durchmachen, als auch nur eine weitere Sekunde mit diesen Kindern zu verbringen.«
So schrecklich waren die zwei eigentlich gar nicht, oft waren sie sogar einigermaßen nett (na ja, nicht oft, aber manchmal) und sie konnten höflich sein, wenn es nötig war.
Und sie hatten immerhin etwas bessere Manieren als ihr kleiner Langhaarterrier Chippy, der zwar putzig aussah, aber einen Großteil seiner Freizeit damit verbrachte, sein eigenes Spiegelbild anzukläffen, Schuhe und Kissen und so ziemlich alles andere, was zufällig irgendwo rumlag, in Fetzen zu reißen und gelegentlich einen Angriff auf den Fernseher zu starten, wenn er ein Gnu in einer Natursendung sah.
Die meiste Zeit waren Mr Gilligan (Dad) und Ms Murphy (Mum) zu beschäftigt, um Amy und Joe ins Gewissen zu reden, wenn die beiden sich schlecht benahmen.
Sie hatten ihre eigene Firma und hockten Tag und Nacht mit gestressten Mienen vor ihren Computern, telefonierten hektisch und tranken unzählige Tassen Kaffee. Außerdem mussten sie oft zu Terminen reisen, sodass sie nicht so viel Zeit mit ihren Kindern verbringen konnten, wie sie es gern getan hätten.
Deswegen kamen Amy und Joe sehr häufig mit Dingen davon, für die andere Kinder wohl saftige Strafen kassiert hätten.
Und nun standen ihre Eltern vor einem Problem. Sie mussten ungeplant auf eine überaus wichtige Notfall-Geschäftsreise gehen und konnten niemanden auftreiben, der sich ein paar Tage um ihre Kinder kümmerte. Der größte Teil der Verwandtschaft wohnte weit weg, und da alle bisherigen Babysitter sich geweigert hatten, ihnen zu helfen, wussten sie nicht, was sie tun sollten. Bis Dad im Internet auf eine Anzeige stieß:
Sind Ihre Kinder zu wildfür einen normalen Babysitter?
Dann probieren Sie es mit der Firma
BABYSITTING STAHL & GRANIT
All unsere Babysitter haben mehrere Jahre beimMilitär gedient, sind in Karate ausgebildet,beherrschen das Freitauchen, Felsklettern undFallschirmspringen und können nähen,staubsaugen und kochen.
Diese Babysitting-Firma war genau das, wonach Mum und Dad gesucht hatten. Sie merkten nicht, dass Amy und Joe hinter der Tür standen und sie belauschten. Die zwei hatten den Ärger bereits gerochen.
»Keine Ahnung, wieso unsere alten Babysitter nicht mehr kommen wollen. Immerhin ist jetzt Dezember. Im Dezember sind wir immer brav. Das sollten sie eigentlich wissen.«
Das stimmte. Die Geschwister gaben jedes Jahr im Dezember ihr Bestes, sich tadellos zu benehmen. Sie wollten unbedingt, dass der Weihnachtsmann ihre Namen auf die Liste der artigen Kinder setzte. Denn falls ihre Namen auf der Unartig-Liste auftauchten, liefen sie Gefahr, keine Weihnachtsgeschenke zu bekommen.
Und sie wollten Weihnachtsgeschenke. Sie brauchten Weihnachtsgeschenke, und wenn das Bravsein der schreckliche Preis dafür war, welche zu kriegen, dann waren sie bereit, ihn zu zahlen.
Wie es der Zufall wollte, hatte die Babysitting-Firma Stahl & Granit jemanden zur Verfügung, und schon am nächsten Abend kam Mrs Groff in einem dicken Wollmantel und mit festem Schuhwerk die verschneite Kieseinfahrt heraufgestapft. Amy und Joe musterten sie aus einem Fenster im ersten Stock.
»Die sieht gar nicht so knallhart aus«, sagte Amy.
»Jap, kein Grund zur Sorge«, antwortete Joe. »Am Ende geben sie alle auf.«
Unten im Hausflur stapelten sich die Koffer, Aktentaschen und zusammengerollten Tabellen, die ihre Eltern für die Geschäftsreise brauchten.
»Die Kinder haben doch wohl keine Sprengfalle in unseren Sachen versteckt, oder?«, fragte Mum in plötzlicher Panik.
Dad wurde blass. »Wie damals bei unserer Fahrt nach Paris? Das war ein Albtraum. Wir sollten wohl besser mal nachsehen.«
Als Amy und Joe die Treppe hinunterstürmten, läutete es an der Tür. Ihre Mutter setzte ein Lächeln auf und öffnete.
»Hallo. Mrs Groff, nehme ich an. Kommen Sie rein, kommen Sie rein, es ist viel zu kalt da draußen.«
»Kalt? Es sind nicht mal fünf Grad minus«, antwortete Mrs Groff in knackig forschem Ton. Sie stampfte sich den Schnee von den Schuhen, ehe sie eintrat und ihren ramponierten Lederkoffer auf den Boden stellte. Dad griff danach, um ihn in ihr Zimmer zu tragen.
»Fassen Sie den Koffer bitte nicht an. Das natürliche Hautfett an Ihren Händen wäre Gift für das Leder.«
»Verzeihung. Ein Familienerbstück?«
Mrs Groff ignorierte die Frage, zog ihren Mantel aus und warf ihn quer durch den Flur, wo er perfekt auf dem Kleiderständer landete.
»Na dann, äh, willkommen«, sagte Dad. Er deutete auf seine Kinder. »Das sind Amy und Joe. Ihr zwei werdet Mrs Groff nicht die geringsten Probleme machen, stimmt’s?«
»Keine Sorge, mir ist noch kein Kind begegnet, das ich nicht zähmen konnte«, erwiderte Mrs Groff.
Chippy kam schwanzwedelnd aus der Küche und tapste über den hölzernen Flurboden auf Mrs Groff zu, um sie zu begrüßen, doch ihr eisiger Blick ließ ihn auf halbem Weg erstarren.
»Sitz«, sagte sie. Und Chippy gehorchte, sehr zum Erstaunen von Amy und Joe. »Weshalb ist der Hund hier? Ich habe Ihnen doch mitgeteilt, dass meine Babysitting-Firma keine Tiere im Haus duldet.«
»Ich bringe ihn raus, bevor wir gehen«, sagte Dad und nahm den kleinen Hund auf den Arm.
»Was? Du kannst Chippy doch nicht einfach vor die Tür setzen. Das ist unfair! Da draußen ist es eiskalt. Außerdem ist Weihnachten«, protestierte Amy.
»Soweit es mich betrifft, beginnt Weihnachten am ersten Weihnachtstag und endet am sechsten Januar. Das bedeutet, dass erst in vier Tagen Weihnachten ist und keine Sekunde früher«, erwiderte Mrs Groff und fuhr mit dem Finger über die Oberseite der Flurkommode, wo sie viel zu viel Staub fand. »Also, Ms Murphy …«
»Sie können mich Janet nennen«, sagte Mum.
»Das kann ich, werde ich aber nicht. Wenn Sie Ihr Reiseziel pünktlich erreichen wollen, schlage ich vor, dass Sie jetzt aufbrechen. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, ich werde gut auf Ihre Kinder aufpassen.«
Mum und Dad beherrschten die Kunst, sich ohne Worte zu verständigen – eine häufige Fähigkeit bei Paaren, die viel Zeit miteinander verbringen.
Mums Blick sagte: Ich weiß nicht so recht, ob ich diese Frau mag.
Dads Blick sagte: Sie hat tolle Referenzen, keiner hat sich je über sie beschwert. Und seien wir ehrlich, es gibt sonst absolut niemand anderen auf der Welt, der sich freiwillig um Amy und Joe kümmert. Selbst ihre Großeltern haben sich alberne Ausreden einfallen lassen, um keine Zeit mit den beiden verbringen zu müssen. Glaubst du ernsthaft, dass Opa Gilligan nicht babysitten kann, weil er dieses Wochenende Snowboard fährt? Oder dass Oma Murphy zu viel damit zu tun hat, einen eigenen YouTube-Musikkanal mit ihren liebsten Heavy-Metal-Songs einzurichten? Und wir müssen unbedingt auf diese Geschäftsreise gehen, sonst war ʼs das mit unserer Firma und wir müssen womöglich alles verkaufen, was wir besitzen.
Das war eine ganze Menge, um es in einen einzigen Blick zu packen, aber Dad schaffte es, und keine drei Minuten später, nachdem Chippy in seiner Hundehütte verstaut worden war, hasteten die beiden nach draußen, warfen ihren Kindern Luftküsse zu und versprachen ihnen, dass die nächsten drei Tage wie im Flug vergehen würden.
Dann fiel die Haustür ins Schloss und die Welt draußen verschwand.
Mrs Groff öffnete ihren kostbaren Koffer, nahm zwei laminierte Blätter heraus und überreichte je eines an Amy und Joe.
