Wir Kinder aus dem Möwenweg - Kirsten Boie - E-Book

Wir Kinder aus dem Möwenweg E-Book

Kirsten Boie

4,5
9,99 €

Beschreibung

Dass man nicht unbedingt in Bullerbü aufwachsen muss, um eine glückliche Kindheit zu erleben, zeigen acht Kinder einer modernen Reihenhaus- Siedlung auf höchst ansteckende (und nachahmenswerte!) Art und Weise. Wenn man in ein Reihenhaus zieht, kriegt man die Nachbarn gleich mitgeliefert", hat Taras Papa gesagt, als sie in den Möwenweg gezogen sind. Und Taras Mama hat gesagt: "Gott steh uns bei, dass wir einigermaßen Glück haben." Das muss Gott wohl gehört haben, denn nirgendwo auf der Welt ist es so schön wie im Möwenweg. Dabei ist der Möwenweg noch nicht mal asphaltiert, sondern immer noch Baustraße. Skaten und bladen geht also nicht. Weil überall nur Matsch ist. Aber gleich hinter den Gärten fangen die Wiesen und Felder an. Da gibt es Kühe und wilde Kaninchen, und einmal haben sie sogar ein Reh gesehen. Die Nachbarn sind auch alle nett. Fast alle jedenfalls. Am schönsten ist es aber, dass es im Möwenweg so viele Kinder gibt. Da kann man immer was zusammen machen: Schlammwüste spielen, auf Verbrecherjagd gehen, picknicken oder im Zelt übernachten. Und eine Bande gründen natürlich sowieso. Laurin, Vincent und Petja sind manchmal zwar ziemlich blöde, aber was will man von Jungs schon anderes erwarten. Hauptsache, die Mädchen sind nett. Und das sind sie. Eine von ihnen, Tieneke, ist sogar schon Taras beste Freundin. Ist es da noch ein Wunder, dass Tara nirgendwo auf der ganzen Welt wohnen möchte als im Möwenweg?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 135

Bewertungen
4,5 (42 Bewertungen)
28
8
6
0
0



[zurück]

Wir ziehen ein

Ich heiße Tara und bin acht Jahre alt. Das finde ich ein gutes Alter, weil man nicht mehr so klein ist wie die Kindergartenbabys und die Erste-Klasse-Zwerge, aber erwachsen ist man zum Glück auch noch nicht.

Sowieso finde ich, ich habe es schön. Eigentlich finde ich sogar, bei uns haben wir es am schönsten auf der Welt.

»Das kommt nur, weil du so einen coolen Bruder hast«, sagt Petja.

Aber das ist ganz bestimmt nicht wahr. Auf Petja könnte ich nämlich meistens ganz gut verzichten. Brüder sind eigentlich sehr unpraktisch.

Einmal habe ich Mama gefragt, warum sie nicht lieber nur lauter Mädchen gekriegt hat. Mit denen hätte ich dann gut spielen können.

»Das sucht man sich nicht aus, Tara«, hat Mama gesagt. »Und sooo schlimm sind Petja und Maus doch auch nicht.«

Aber sie hat überhaupt keine Ahnung, wie blöde Petja manchmal sein kann. Immer will er alles bestimmen, weil er findet, mit zehn ist man schon fast jugendlich.

Und Maus isst mir immer meine Schokolade weg, auch wenn ich sie an einem geheimen Ort versteckt habe. Und dabei suche ich mir schon immerzu neue geheime Orte.

Also an Petja und Maus liegt es ganz bestimmt nicht, dass es bei uns so schön ist. Und dass ich nirgendwo sonst wohnen möchte, auf der ganzen Welt nicht, nirgends.

Ich glaube, es kommt einfach, weil bei uns alles am schönsten ist. Die Nachbarn sind alle so nett (fast) und wir haben einen Garten und hinter unserem Zaun fangen gleich die Felder an. Da gibt es Kühe und wilde Kaninchen, und einmal haben wir sogar ein Reh gesehen.

»Ja, ja, wir sind richtige Landpomeranzen geworden«, sagt Mama und gießt unser Erdbeerbeet mit der großen Zinkgießkanne.

Ich bin gerne eine Landpomeranze, aber ich glaube, am allerschönsten ist doch, dass wir in unserer Reihe so viele Kinder sind.

Als wir im Winter hergezogen sind, waren wir das ja noch nicht.

»Wenn man in ein Reihenhaus zieht, kriegt man die Nachbarn gleich mitgeliefert«, hat Papa gesagt. »Die kann man sich nicht aussuchen.«

»Gott steh uns bei, dass wir einigermaßen Glück haben«, hat Mama gesagt. »Dass wir nicht lauter so alte Scharteken kriegen.«

Und das muss der Gott wohl gehört haben. Jedenfalls haben wir sogar ziemliches Glück. Und das will ich jetzt erzählen.

Unsere Reihe hat sechs Häuser, Nummer 5a bis f, und das sieht so aus:

Wir wohnen im vorletzten Haus, das ist die Nummer e, und zuerst war das Haus neben uns noch leer. Das Endhaus.

Aber im Haus auf der anderen Seite haben schon Leute gewohnt, ein Mann und eine Frau, die heißen Herr und Frau Voisin und sind noch nicht richtig alt. Aber richtig jung sind sie auch nicht mehr.

»Hast du Kinder, Frau Voisin?«, hat Maus gefragt, als Mama und Papa gleich nach dem Umzug mit uns bei ihnen geklingelt haben um zu sagen, dass wir die neuen Nachbarn sind. »Oder hast du nur einen Hund?«

Da hat Frau Voisin gesagt, dass sie keine Kinder hat und auch keinen Hund, und ob Maus denn nicht weiß, dass man zu erwachsenen Leuten nicht du sagen darf. Sie hat dabei gelächelt, aber man konnte schon merken, dass sie nicht richtig freundlich war. Und ich finde, Maus darf doch du sagen, weil er erst vier ist. Ich bin ja schon acht und ich vergesse das auch noch manchmal.

»Na!«, hat Papa gesagt, als wir durch den Matsch zum nächsten Haus gestiefelt sind. Einen Plattenweg gab es ja nicht, die Häuser waren ja noch ganz neu. »Da seh ich Probleme voraus. Wollen wir hoffen, der Rest ist unproblematischer.«

Und das war der Rest auch.

Als wir nämlich beim nächsten Haus geklingelt haben, hat Tienekes Mutter die Tür aufgemacht mit einem Malerkittel an und Farbtupfern auf den Haaren und einem dicken Pinsel in der Hand. Natürlich wussten wir da noch nicht, dass sie Tienekes Mutter war.

»Ach du je!«, hat sie gesagt, als Mama erklärt hat, dass wir die neuen Nachbarn aus Nummer e sind und uns nur mal kurz vorstellen wollen. »Das find ich ja nett! Aber bei uns ist alles noch Chaos!«

Dann hat sie plötzlich gelacht. »Aber bei Ihnen doch bestimmt auch, oder?«, hat sie gesagt und die Tür ganz weit aufgerissen. »Kommen Sie rein. Jetzt trinken wir alle eine Tasse Kaffee zusammen und lernen uns kennen.«

»Ich mag ja gar keinen Kaffee«, hat Maus gesagt, aber keiner hat zugehört.

Wir sind alle ganz vorsichtig in den Flur gestapft, der war mit Zeitungspapier ausgelegt, wie man das macht, wenn man tapeziert, und alles hat nach frischer Farbe gerochen. Und aus der Küchentür hat plötzlich ein Mädchen geguckt in einem alten Männerhemd und mit genau solchen Farbtupfern auf dem Kopf wie die Frau. Das war natürlich Tieneke, und so habe ich sie das erste Mal gesehen. Und ich hab mir gedacht, dass sie genauso alt ist wie ich, ungefähr, und ich hab auch gleich gewusst, dass sie bestimmt meine beste Freundin wird. Das ist sie dann ja auch geworden.

Als wir im Flur unsere Schuhe ausgezogen hatten, ist auch noch ein Mann aufgetaucht, das war natürlich Tienekes Vater, und er hat gesagt, das findet er ja wirklich toll, dass wir extra gekommen sind um uns vorzustellen. Und er hat sowieso grade die Nase voll vom Streichen. Eine kleine Tasse Kaffee im Chaos wäre jetzt genau das Richtige für ihn.

»Ich mag ja gar keinen Kaffee«, hat Maus wieder gesagt, aber es hat wieder keiner zugehört.

Und Tienekes Mutter hat gesagt, sie klingelt noch mal schnell im nächsten Haus, dann können die doch auch mit Kaffee trinken, dann lernen wir uns alle gleich kennen.

Die ganze Zeit haben Tieneke und ich uns so angeguckt, wie man das macht, wenn man sich nicht kennt, aber eigentlich möchte man gerne. Es ist bloß irgendwie so peinlich.

Zum Glück fand Tieneke es nicht ganz so peinlich wie ich.

»Im Sommer krieg ich ein Zwergkaninchen«, hat sie plötzlich gesagt. Einfach so. »Hast du auch was?« Da musste ich ja zugeben, dass ich leider kein Tier habe, und da kannten wir uns. Und wir wollten gerade zusammen nach oben in Tienekes Zimmer gehen, als die Haustür aufgegangen ist und Tienekes Mutter ist mit einem Mann und einer Frau reingekommen. Und hinter dem Mann und der Frau standen zwei Kinder, da konnte man zuerst nicht sehen, ob es Jungs oder Mädchen waren, aber als die Erwachsenen sich alle die Hand gegeben und ihre Namen gesagt haben, hab ich gemerkt, es waren zwei Mädchen. Die waren vielleicht nicht ganz genauso alt wie Tieneke und ich, aber trotzdem noch gut zum Spielen. Nachher haben wir miteinander gesprochen, und da hat Jul gesagt, sie ist zehn und Fritzi ist sieben. Nur heißt Fritzi natürlich Friederike und Jul heißt Julia.

Da hab ich gewusst, dass wir genau in die richtige Reihe gezogen sind, weil alle Kinder Mädchen waren, und noch dazu in meinem Alter.

Die Erwachsenen haben zwischen den Malersachen gesessen und Kaffee aus Bechern getrunken und darüber geschimpft, dass es noch keinen Plattenweg zwischen den Häusern gibt und dass alles so matschig ist, und sie haben darüber geredet, was sie im Frühling im Garten pflanzen wollen und wann man Rasen aussät. Sie haben geredet und gelacht, als ob sie sich schon ganz lange kennen, und Tieneke und Fritzi und Jul und ich sind nach oben gegangen und haben uns Tienekes Zimmer angeguckt.

Nur Petja hat sich gelangweilt, weil er gedacht hat, für ihn gibt es keinen zum Spielen. Dabei ist Jul doch genauso alt wie er, da hätte er ja auch mit ihr spielen können.

Aber am nächsten Tag sind zum Glück Vincent und Laurin eingezogen. Sie sind mit einem echten Möbelwagen gekommen, nicht mit einem gemieteten VW-Bus und Freunden zum Tragen wie wir, und echte Möbelpacker haben alles ins Haus getragen.

Als die weg waren, hat Mama gleich eine Kanne Kaffee gekocht und ein paar Scheiben Kuchen auf einen Teller gelegt und hat geklingelt. Petja und ich sind natürlich mitgegangen.

»Eine kleine Erholungspause können Sie jetzt doch sicher brauchen«, hat Mama gesagt, als die Tür aufgegangen ist.

Die Mutter von Vincent und Laurin hat dagestanden mit einer ganz komischen Lampe im Arm und Anziehsachen wie aus der Zeitschrift und hat erstaunt ausgesehen.

»Nein, vielen Dank, das ist sicher nett gemeint«, hat sie gesagt. »Aber Sie sehen ja, es passt gerade nicht.« Dann hat sie die Tür einfach mit dem Fuß zugedrückt.

Mama hat dagestanden wie ein kleines Mädchen mit ihrer Kaffeekanne und ihren Kuchenstücken, und ganz langsam hat es angefangen zu regnen.

»Na ja«, hat sie gesagt und die Achseln gezuckt. »War wahrscheinlich wirklich eine blöde Idee. Schließlich sind sie da total im Umzugsstress.«

Aber ich hab gedacht, dass Tienekes Eltern auch total im Tapezierstress waren, als wir geklingelt haben, und sie haben nicht gesagt, dass es nicht passt, und wir hatten eine gute Party zusammen.

Da hab ich gewusst, dass ich die Frau im Haus 5a nicht besonders nett finde, ganz egal, was Mama sagt.

Aber als wir schon fast wieder bei unserem Haus waren, ist die Tür doch noch mal aufgegangen und zwei Jungs sind rausgerannt gekommen.

»Guck mal, Petja!«, hab ich geschrien. »Jungs!«

Da hat Petja so gelangweilt gesagt, er spielt vielleicht noch ein bisschen draußen. Regen macht ihm nichts aus.

Am Abend hat er erzählt, dass die beiden Jungs Vincent und Laurin heißen, und Vincent ist neun und Laurin ist sieben. Das ist für Petja natürlich zu jung. Aber besser als gar nichts.

Und sie sind mit ihrer Mutter eingezogen, weil ihre Eltern geschieden sind, und sie finden das Haus ganz schrecklich, weil es so winzig ist und der Garten auch. Vorher hatten sie ein viel größeres Haus. Mit einem viel größeren Garten.

Da hab ich mich umgeguckt bei uns und gedacht, dass die beiden aber wirklich blöde sein müssen. Genau wie ihre Mutter. Weil unsere Häuser kein bisschen winzig sind, sondern schön und gerade richtig groß. Und ich hab mich gefreut, dass Tieneke gesagt hat, sie findet das auch.

Wenn die Mädchen in unserer Reihe nett sind, können die Jungs ruhig blöde sein. Und übrigens sind sie das auch nur manchmal. Zum Glück.

 

[zurück]

Wir kommen in die neue Schule

Nach den Weihnachtsferien mussten wir dann gleich alle in die neue Schule.

Ich hab ein bisschen Angst gehabt, weil sie vielleicht lachen, wenn eine Neue in die Klasse kommt, aber zum Glück konnte ich ja mit Tieneke zusammen gehen. Die ist auch in der Zweiten.

Und Fritzi und Laurin sollten zusammen in die Erste kommen und Petja und Jul in die Vierte, da war doch keiner alleine. Nur Vincent natürlich.

Aber dann hat sich herausgestellt, dass er mit Petja und Jul in die Vierte geht, obwohl er ein ganzes Jahr jünger ist. Sogar noch mehr. Aber er ist sehr weit für sein Alter, sagt seine Mutter. Ich finde ihn aber ganz normal.

An dem Morgen, an dem wir zum ersten Mal in die neue Schule sollten, haben wir uns alle extra schön angezogen. Tieneke und Fritzi und ich hatten uns schon am Nachmittag vorher zur Probe unsere Sachen vorgeführt und ausgesucht, was wir anziehen wollten. Jul hatte so eine ganz coole Hose genommen, die fand ich nicht so gut, aber Tieneke und ich hatten beide ein rotes Sweatshirt und eine Jeans. Das Rot war vielleicht nicht ganz genau das gleiche und bei meinem Sweatshirt war vorne auch noch ein Baum drauf und bei Tieneke eine Schrift in einer anderen Sprache. Aber wir haben die Shirts einfach verkehrt herum angezogen, mit den Bildern auf dem Rücken, da sahen wir von vorne fast gleich aus. Und wir haben gedacht, vielleicht glauben dann alle, dass wir Schwestern sind. Zwillinge glauben sie nicht, das war schon klar, das Rot war ja nicht ganz genau gleich. Aber Schwestern vielleicht, das wäre doch auch lustig.

Unsere Mütter hatten sich um halb acht an der Ecke verabredet, damit wir alle zusammen gehen konnten. Nur die Mutter von Vincent und Laurin nicht, aber die ist dann plötzlich auch noch aus dem Haus gekommen. Und Laurin hat gebrüllt: »Warte mal, Fritzi, warte doch, Mensch!«, und ist losgeprescht. Und Fritzi ist stehen geblieben, weil sie ja auch nicht gerne alleine in ihre erste Klasse wollte.

Die Mutter von Laurin und Vincent hat dann ganz höflich »Guten Morgen« gesagt, und das war das erste Mal, dass sie mit unseren Müttern geredet hat. Hinterher hat Mama erzählt, dass sie Lehrerin ist, und Papa hat »Oh!« gesagt und so komisch geguckt. Aber mir ist es ganz egal, was die Mütter von meinen Freunden sind. Oder die Väter. Ich möchte nur, dass sie nett sind.

In der Schule war es dann ganz schön. Sie ist viel altmodischer als meine vorige Schule, und das finde ich so gemütlich. Das Haus ist richtig alt und auf dem Schulhof gibt es Bäume und eine Rutsche und für jede Klasse ein eigenes Beet. Die waren aber jetzt im Winter noch leer.

Die Lehrer sind auch alt, und unsere Lehrerin heißt Frau Streng. Da hab ich zuerst gedacht, dass sie auch streng ist, weil sie schon so alt aussah und so einen komischen Oma-Rock anhatte. Aber dann war sie doch sehr nett und sogar lustig.

Sie hat Tieneke und mich an den Schultern festgehalten und uns der Klasse vorgestellt und dann hat sie gesagt: »Beide Mädchen haben einen roten Pullover an.« (Obwohl es ja ein Sweatshirt war.) »Und was ist denn noch bei beiden gleich?«

Da haben alle gegrübelt, ich auch, und sie haben gesagt, dass die Hosen gleich sind, aber die Haare nicht (weil meine nämlich braun sind und Tienekes sind blond) und die Augen auch nicht (weil meine nämlich braun sind und Tienekes sind blau).

Und plötzlich hat sich ein Junge gemeldet und gerufen, dass wir beide mit T anfangen: Tieneke und Tara. Und man stelle sich vor, das hatten wir selber noch nicht mal gemerkt! Aber da war ja wirklich klar, dass wir für immer und ewig beste Freundinnen sein mussten.

Frau Streng hat sich umgeguckt und überlegt, wo sie uns hinsetzen kann, und der Junge, der das mit unserem Namen rausgekriegt hatte, hat sich wieder gemeldet und gesagt:

Warum sitzt Tieneke

nicht bei Sabineke?

Da haben alle gelacht, und Frau Streng hat gesagt, am liebsten wollen Tieneke und Tara doch bestimmt nebeneinander sitzen. Und das wollten wir ja auch.

Dann haben wir gerechnet, das kann ich gut, und in der Pause sind die Mädchen alle zu Tieneke und mir gekommen und wollten wissen, wo wir vorher zur Schule gegangen sind und wo wir wohnen und ob wir Haustiere haben und von wem wir Fan sind. Eine ganz kleine Dünne hat uns von ihrem Schokoriegel abgegeben. Hinterher hab ich rausgekriegt, dass sie Maike heißt.

Als wir nach Hause gegangen sind, fanden Tieneke und ich beide, dass es eine schöne Schule ist. Und dass Frau Streng eigentlich Frau Lustig heißen müsste. Als es beim Wochenplan laut geworden ist, hat sie in die Hände geklatscht und gerufen:

»Wenn ihr jetzt nicht leise seid …«

Und die Kinder haben zusammen ganz laut gebrüllt:

»… bleibt zum Spielen keine Zeit!«

Und danach war es wirklich ein kleines bisschen leiser. Das ist doch eine schöne Art, es leise zu kriegen! Besser als schimpfen. Und nachher haben wir wirklich noch ein bisschen gespielt.

An der Ecke hinter dem Supermarkt, wo die Matschstraße in unser neues Baugebiet anfängt, haben wir Petja und Vincent und Jul getroffen, die wollten auch grade nach Hause gehen. Sie haben gesagt, bei ihnen in der Klasse sagen sie nichts, was sich reimt. Aber ihr Lehrer ist auch nett und er hat Vincent gleich am ersten Tag gelobt, weil er eine schwierige Matheaufgabe als Erster in der ganzen Klasse rausgekriegt hat. Obwohl er neu war.

Als wir grade losgehen wollten, hat Petja gesagt, eigentlich wäre es doch nett von uns, wenn wir auf die beiden Kleinen warten würden. Damit die nicht ganz alleine durch den Matsch nach Hause gehen müssen. Wer weiß, was sie sonst alles anstellen.

Da fanden wir alle, dass wir unbedingt auf Fritzi und Laurin warten sollten, vor allem, weil wir gesehen haben, dass neben der Baustelle lauter gute Sachen lagen, mit denen man was machen kann.