Talia Wayne
Wolpel, der kleine Werhase
Magische Winterabenteuer
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Das Mondlichtwunder
Das verschwundene Funkellicht
Der verschwundene Schneemannhut
Die Schlitter‑Schlitter‑Schlittschuhshow
Das große Tannenzapfen‑Lichterfest
Die Nuss im Winterwald
Das Geheimnis der Winterpfade
Die verschwundene Wintermelodie
Der geheimnisvolle Schneebrief
Der Schneeflitzer Flix
Der Schatten im Schnee
Der Mondpfad
Impressum neobooks
Das Mondlichtwunder
Für Mama.
In einem kleinen Wald am Rande eines Dorfes lebte ein ganz besonderer Hase. Er hieß Wolpel, und er war nicht wie alle anderen. Tagsüber war Wolpel ein ganz normaler, flauschiger Hase mit langen Ohren und schnellen Pfoten. Aber wenn der Vollmond aufging, geschah etwas Wundersames:
Wolpel verwandelte sich in ein magisches Wesen, einen Werhasen – halb Hase, halb Wolf, aber zu hundert Prozent freundlich.
Sein Fell wurde silbergrau, seine Ohren noch länger, und seine Augen funkelten wie Sterne. Die anderen Tiere hatten anfangs ein bisschen Angst vor ihm, denn sie kannten nur Geschichten über gruselige Werwölfe. Doch Wolpel war überhaupt nicht gruselig. Er war einfach nur… anders.
Eines Nachts, als der Vollmond besonders hell schien, hörte Wolpel ein leises Schluchzen. Er folgte dem Geräusch und fand ein kleines Rehkitz, das sich im Dickicht verirrt hatte.
„Ich finde meine Mama nicht mehr“, schniefte das Kitz.
Wolpel setzte sich neben es und lächelte mit seinen großen, weichen Hasen-Wolf-Augen.
„Keine Sorge“, sagte er mit einer Stimme, die gleichzeitig mutig und sanft klang. „Ich bringe dich nach Hause.“
Mit seinen kräftigen Wolfspfoten und seinen schnellen Hasenbeinen sprang er durch den Wald, höher und weiter als jedes andere Tier. Er schnupperte in die Luft, lauschte in die Nacht und folgte schließlich dem vertrauten Duft der Rehmutter.
Als sie das Reh wiederfanden, drückte das Kitz sich glücklich an seine Mama.
„Danke, lieber… äh… Hase?“ fragte die Rehmutter vorsichtig.
Wolpel grinste. „Ich bin ein Werhase. Aber du kannst einfach Wolpel sagen.“
Von dieser Nacht an wussten alle Tiere im Wald:
Wenn der Vollmond scheint, ist Wolpel unterwegs – nicht um zu erschrecken, sondern um zu helfen.
Und so wurde der Werhase zum heimlichen Helden des Waldes.
Oft sieht man ihn noch heute, wie er im Mondlicht über die Wiesen hoppelt – halb Hase, halb Wolf, und ganz wunderbar.
Denn manchmal sind die, die anders sind, die größten Freunde und Helfer. Hab keine Angst vor dem Unbekannten, denn oft verbirgt sich dahinter etwas Wunderbares...
Das verschwundene Funkellicht
Im Herzen des Waldes stand ein alter, knorriger Baum, der Funkelbaum genannt wurde. Jeden Abend leuchteten seine Blätter in allen Farben, und die Tiere versammelten sich darunter, um Geschichten zu erzählen. Doch eines Morgens war das Funkellicht verschwunden. Die Blätter hingen grau und traurig herab.
Alle Tiere tuschelten aufgeregt.
„Ohne das Funkellicht wird der Wald nie wieder so fröhlich sein“, jammerte der Dachs.
„Jemand muss herausfinden, was passiert ist“, sagte die Eule ernst.
Da hoppelte Wolpel, der Werhase, herbei. Tagsüber war er ein normaler Hase, aber er hatte trotzdem Mut im Herzen und ein Gespür für Geheimnisse.
„Ich finde das Funkellicht“, versprach er.
Er schnupperte am Stamm des Baumes und entdeckte winzige, glitzernde Spuren, die in den tiefen Wald führten. Also folgte er ihnen — über Wurzeln, durch Büsche und über einen kleinen Bach.
Schließlich gelangte er zu einer Höhle, aus der ein schwaches Leuchten drang. Als er hineinhoppelte, sah er ein kleines, zitterndes Wesen: ein Funkelelfenkind. Es hielt das Funkellicht in seinen Händen.
„Ich wollte es mir nur ausleihen“, piepste das Elfenkind. „Ich wollte meinem eigenen Baum ein bisschen Licht schenken. Er leuchtet nie so schön wie eurer.“
Wolpel setzte sich neben das Elfenkind.
„Du hättest einfach fragen können“, sagte er sanft. „Im Wald teilen wir, aber wir müssen ehrlich zueinander sein.“