Yoga - Fokus und Klarheit - Tina von Jakubowski - E-Book

Yoga - Fokus und Klarheit E-Book

Tina von Jakubowski

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Beschreibung

Fokussiert und klar durch den Alltag zu gehen, bedeutet, bei sich zu sein und gleichzeitig Kraft für geliebte Menschen und Aufgaben zu haben. In unserer modernen Welt mit ihrer Fülle an Möglichkeiten und Masse an Pflichten ist es wichtig, immer wieder zum Wesentlichen zurückzukehren und gut für sich selbst zu sorgen. Nur dann können wir authentisch und voller Freude unseren Weg gehen und für Menschen und Projekte da sein. Dieses Yogapraxisbuch eröffnet dir in acht Kapiteln die Möglichkeit, einen klaren, schönen Raum für dich zu schaffen, um immer wieder zu dir und deinem Körper zurückzukehren. Die Autorin führt dich durch ein ganzheitliches Konzept von stärkenden Yogahaltungen, lebbaren Ideen aus der Yogaphilosophie, Ernährungstipps und Reflexionen.

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Seitenzahl: 110

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Anmerkungen

Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.

Tina von Jakubowski

YOGA

FOKUS & KLARHEIT

DAS PRAXISBUCH

Yoga – Fokus und Klarheit

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische

Details sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie das Recht der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren – ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert, vervielfältigt oder verbreitet werden.

© 2019 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen

Auckland, Beirut, Dubai, Hägendorf, Hongkong, Indianapolis, Kairo, Kapstadt, Manila, Maidenhead, Neu-Delhi, Singapur, Sydney, Teheran, Wien

Member of the World Sport Publishers’ Association (WSPA)

Gesamtherstellung: Print Consult GmbH, München

eISBN 978-3-8403-1307-3

E-Mail: [email protected]

www.dersportverlag.de

Inhalt

Danksagung

1Vorwort

Was ist Fokus? Was ist Klarheit?

2Strukturen schaffen

2.1Einstimmung

Supta Baddha Konasana

2.2Sadhana – deine Eigenpraxis

2.3Raumstrukturen

2.4Zeitstrukturen

2.5Die erste Praxis: Strukturen des Körpers

3Klarer Geist

3.1Einstimmung

3.2Pranayama – klarer Geist durch den Atem

3.3Zweite Yogapraxis: Klare Bewegungen im Atemfluss

Ujjayi – der Meeresrauschenatem

Der Sonnengruß A – Schritt für Schritt

4Fokus auf das Wesentliche

4.1Einstimmung

4.2Dharana – Fokus auf die Innenwelt

4.3Dritte Yogapraxis: Fokus und Flow

5Den Körper klären

5.1Einstimmung

5.2Sauca – Klärung auf allen Ebenen des Seins

5.3Reistage

5.4Nach den Reistagen

5.5Vierte Yogapraxis: Den Körper klären

6Freies Herz

6.1Einstimmung: Keji-Lake-Meditation

6.2Yoga – Anbindung an das freie Herz

6.3Fünfte Yogapraxis: Klarer, freier und kraftvoller Herzraum

7Fokus des Lebens

7.1Einstimmung

7.2Vision und Sinnhaftigkeit

7.3Sechste Yogapraxis: Umkehrhaltungen und Kopfstand

8In Klarheit ruhen

8.1Einstimmung

8.2Shavasana – entspannte Stille

8.3Siebte Yogapraxis: In Klarheit ruhen

Fokus und Klarheit – ein Workshop durch alle Kapitel für zu Hause

Anhang

Literatur

Bildnachweis

Danksagung

Danke an all die wundervollen Menschen, die mir auf meinem Lebens- und Yogaweg begegnet sind und mich gelehrt haben, dass wir im tiefsten Inneren immer frei sind. Möge dieses Buch dazu beitragen, dass seine Leser diese Essenz des Seins ebenfalls fühlen und mit Fokus und Klarheit ihr Leben gestalten.

Mein besonderer Dank geht an meinen Mann Nick Runia – ohne ihn gäbe es dieses Buch nicht.

Auch Caroline Guth hat großen Anteil am Gelingen dieses Buches. Sie hat es wunderbar geschafft, Momente von Yoga mit der Kamera einzufangen.

Ebenso möchte ich den Lehrern und Schülern aus dem Yoga Individual Studio Aachen danken. Euer Sein inspiriert mich jeden Tag, mit voller Kraft zu leben und zu unterrichten.

Namasté

VORWORT

Was ist Fokus?Was ist Klarheit?

Fokus und Klarheit sind für mich ein Lebensgefühl, eine bewusste Art zu leben und bei sich zu sein, während man sein Leben aktiv gestaltet. Dieses Lebensgefühl entsteht durch Yoga.

Fokus bedeutet übersetzt Brennpunkt. In der Optik spricht man davon, dass sich genau in diesem zentralen Punkt Strahlen treffen und ein scharfes Bild erzeugen. Im Fokus steht das Wichtige, das Essenzielle. Fokussiert zu leben, heißt, für sich selbst zu wissen, welche Aktivitäten, Menschen und Dinge sinnbringend sind.

WAS IST DER FOKUS DES EIGENEN LEBENS?

Der Fokus des Lebens ist eine Form der inneren Mitte. In der Kindheit ruhen wir meist natürlicherweise in dieser und es erfordert keinerlei Anstrengung, beim Wesentlichen zu bleiben. Intuitiv verbringt ein Kind Stunden damit, am Boden zu sitzen, ein Ahornblatt zu zerreißen und die Stücke in akribischer Langsamkeit in einem Kreis anzuordnen. Eine Tätigkeit, die wir als Erwachsene eventuell als Zeitverschwendung betrachten würden.

Wenn wir älter werden, Verantwortung für unser Leben und unsere Mitmenschen übernehmen, komplexe Anforderungen an uns gestellt werden, ist es leicht, den Fokus zu verlieren. Wir vergessen die Träume und Ideale der Jugend, verlieren die Anbindung an unseren Körper und verlernen das reine Lieben. Wir sehen und bewerten uns häufig durch die Augen der Gesellschaft und bewegen uns oftmals von unserem Fokus weg.

Während Fokus unserem Leben eine sinnbringende Richtung gibt, ist Klarheit eine Eigenschaft innerhalb des Ichs. Ein klarer Geist sieht, ob wir gerade weit entfernt von unserem Fokus sind. Von diesem klaren Erkennen können wir Entscheidungen treffen, die uns wieder mehr in unsere Mitte bringen. Klar im Körper zu sein bedeutet Gesundheit, Vitalität und einen einen guten Kontakt zum eigenen Körper.

Auch unser Herz und unsere Seele wollen mit Klarheit wahrgenommen werden. Wenn wir unserem Inneren klar begegnen, lernen wir nicht nur viel über uns selbst, sondern gewinnen auch Resilienz und Stärke, die uns durch die aufkommenden Härten des Lebens tragen.

Aus der Perspektive von Fokus und Klarheit auf das Leben zu blicken, ist auf vielen Ebenen bereichernd. Dieses Buch geht vor allem den folgenden drei Fragen auf den Grund:

LEBE ICH GERADE IN AUSRICHTUNG AUF MEINEN LEBENSFOKUS?

WIE KLAR FÜHLE ICH MICH AUF DER EBENE DES GEISTES, DES KÖRPERS UND DES HERZENS?

WAS KANN ICH TUN ODER NICHT TUN, UM (WIEDER) MEHR FOKUS UND KLARHEIT IN MEIN LEBEN EINZULADEN?

Alle paar Monate kann man sich diese drei Fragen stellen und die Weichen im Alltag dann nochmals nachjustieren, um zufriedener zu leben. Die Auseinandersetzung mit diesen drei Fragen ist in der Theorie sehr einfach. In der Praxis kann man aber (meistens) nicht andauernd sein Leben verändern. Um ehrlich zu sein, entfernen wir uns durch den Zug und Druck des Lebens immer wieder von unserem Fokus und unserer inneren Klarheit.

Und hier kommt die Yogapraxis ins Spiel. Yoga zu üben, verlangt von uns, dass wir uns immer wieder Zeit für uns nehmen. In dieser Zeit allein auf der Matte begegnen wir uns selbst auf eine intensive, ehrliche, klare Weise. Wir spüren den Körper, den Atem, nehmen Geist und Herz wahr. Die Antworten auf die obigen drei Fragen finden sich auf der Matte wie von selbst.

DIE YOGAPRAXIS IST WIE EIN NEUES AUSRICHTEN UNSERES KOMPASSES AUF FOKUS UND KLARHEIT.

In meiner Tätigkeit als Yogalehrerin erlebe ich, wie Übende ihr Leben nach Beginn der Yogapraxis neu fokussieren. Die Praxis des Yoga führt zu Mut, das Leben klar zu spüren und sie bringt uns die Kraft, die wir brauchen, um unser Leben gemäß unseres inneren Fokus zu gestalten. Darüber hinaus bewirkt die Praxis auf der körperlichen Ebene so viel. Der Körper wird kraftvoller, flexibler, schmerzfreier und wir verfeinern unsere Körperwahrnehmung.

Es muss aber nicht sein, dass wir Grundlegendes in unserem Leben ändern, wenn wir mit Yoga beginnen oder die nachfolgenden Kapitel üben. In erster Linie soll dieses Buch dir mit Fokus und Klarheit Werkzeuge an die Hand geben, die dir helfen, erfüllter und sinnhafter zu leben. Ich habe praktische, anwendbare Übungen für die Matte und abseits von ihr für dich zusammengestellt, die sich für meine Yogaschüler und mich bewährt haben.

Du kannst das Buch Kapitel für Kapitel durchgehen und so einen längeren Prozess aus der Auseinandersetzung mit dem Thema durchleben. Oder du nimmst dir einzelne Kapitel zur Hand, um gezielt an einem Bereich zu arbeiten. Vielleicht immer wieder im Verlauf der Jahre.

Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einer anderen Facette von Fokus und Klarheit. Begonnen wird mit einer Einstimmung in Form einer Meditation, Yogaübung oder einer anderen Inspiration. Danach findest du einen erklärenden, prägnanten Text. Ein Tipp soll in jedem Kapitel die Möglichkeit geben, das jeweilige Thema auch abseits der Matte zu üben. Am Ende jedes Kapitels ist eine Yogapraxis zu finden.

Die jeweiligen Yogahaltungen machen die Inhalte des Kapitels körperlich erfahrbar.

Das Wichtigste ist, dass du tatsächlich mit den Themen auf deine Matte gehst, reflektierst und übst. Durch die Praxis kannst du vieles bewegen und verändern.

Die Yogasequenzen der einzelnen Kapitel sind so gestaltet, dass du sie für sich stehend üben kannst, wie in einer Einzelstunde zum jeweiligen Thema.

Wenn du einmal viel Zeit hast, dann kannst du auch einen Workshop, bestehend aus allen Yogasequenzen, nacheinander üben. Die Sequenzen sind so konzipiert, dass sie auch eine volle, lange Yogapraxis von Kapitel 2-8 ergeben.

Die Sequenzen sind zum einen bebildert, um dir einen Eindruck und eine Stimmung zu vermitteln. Zum anderen haben wir die Sequenzen in Form von Strichmännchen am Ende jedes Kapitels nochmals aufgeführt. Somit hast du einen Spickzettel, den du dir neben die Yogamatte legen kannst.

Und bitte: Erwarte nichts von dir! Betrete deine Matte, lese, atme, übe und schreibe. Beobachte und lebe klar deinen Fokus.

Namasté

Tina

STRUKTUREN SCHAFFEN

2.1Einstimmung

In diesem Moment fallen alle Hüllen von mir ab. Es gibt keine Grenze mehr zwischen mir und den unendlichen Tiefen meines Seins. Ich kann nicht mehr fallen, ohne wieder aufzustehen.

In diesem Moment liege ich wach und gelöst auf meiner Yogamatte. Hinter mir liegt eine Reise durch meinen Körper. Jeder Muskel wurde geweckt, jedes Gelenk bewegt und ich spüre jede Zelle.

Der Körper fühlt sich neu an, als wäre er grenzenlos.

Es ist, als ob alles in mir einen tiefen Einatemzug genommen hätte.

Frische, Wärme und Klarheit erfüllen mich.

Ich bin frei.

Shavasana. Totenhaltung.

PRAXIS

SUPTA BADDHA KONASANA

Setze dich vor die kurze Seite eines Bolsters oder eines großen Kissens. Dann lege deine Wirbelsäule auf der Unterlage ab.

Das Becken liegt in einem angenehmen Abstand vom Bolster entfernt, sodass kein Druck im unteren Rücken entsteht.

Beuge deine Beine, lasse die Knie voneinander weg nach außen sinken und lege die Fußsohlen aneinander.

Schließe deine Augen und entspanne sie. Lasse deine Gesichtszüge natürlich werden.

Spüre deinen Atem. Nimm wahr, wie sich die Brust beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt.

Atme tiefer ein und aus als im Alltag.

Verlasse die Übung nach einigen Minuten.

ATME TIEFER. ENTSPANNE DICH IN DEN ATEM HINEIN.

Supta Baddha Konasana. Liegender Schmetterling.

FRISCHE, WÄRME UND KLARHEIT ERFÜLLEN DICH.

2.2Sadhana - deine Eigenpraxis

Es liegt Magie in den Haltungen des Yoga. In jeder einzelnen Position liegt die Kraft, das eigene System klar wahrzunehmen und zum Positiven hin zu verändern. Die Magie des Yoga entfaltet sich allein durch das stete Üben selbst. Deine eigene Praxis wird im Yoga Sadhana genannt.

Das Wort Sadhana entstammt dem Sanskrit und die Wurzel des Wortes wird übersetzt mit effektiv, zielgerichtet oder auch geradlinig einen Weg gehen. In seinem ursprünglichen religiösen Kontext meint Sadhana eine festgelegte Reihenfolge von spirituellen Praktiken.

Als Yoga Sadhana versteht man, neben der Praxis mit einem Lehrer, auch die Praxis allein zu Hause. Um deine freie Praxis daheim geht es nun. Jede freie Eigenpraxis hat bewusst gewählte oder unbewusste Strukturen. Hierzu gehören die grundlegenden Kategorien Tageszeit, Dauer, Ort und Auswahl von Yogaübungen. Diese Strukturen machen das regelmäßige Yogaüben einfacher und helfen dir, in stressgeplagten Zeiten deine Praxis nicht zu vernachlässigen.

Ein schmaler Grat auf dem Yogaübungsweg liegt zwischen exzessivem, leistungsorientiertem Üben und Resignation aus vielerlei Gründen. Unsere innere Haltung zur Yogapraxis beeinflusst wesentlich, ob uns Yoga immer wieder neu verzaubert oder ob wir mit Yoga wie mit einer Sportart einfach aufhören. Schönerweise können wir Yoga mit seinen vielen Varianten bis ins Alter üben. Daher lohnt es sich, der eigenen Praxis einen hohen Stellenwert zu verleihen. Die Magie des Yoga entfaltet sich wie von selbst, wenn du an jedem Tag genau so viel übst, wie deine tatsächliche Tagesform zulässt. Wenn deine Strukturen dir vorgeben, an einem Tag kraftvoll und lange zu üben, du dich aber nicht danach fühlst, erlaube dir, weniger zu tun.

Auf der Matte musst du nicht funktionieren. Alles entfaltet sich, wenn du ganz ehrlich und klar du selbst bist und übst. Das wahrhaft Schwerste ist der erste Schritt auf die Matte …

TIPP

Bevor du mit dem Lesen und Strukturieren zum Thema Eigenpraxis beginnst, bereite dir einen Tee zu.

Grüne Tees wirken belebend, klärend und sättigend. Besonders lecker ist Matcha Latte, der mit seiner süßlich-herben Note Milchkaffee oder Kakao ersetzen kann.

Zubereitung

•Matcha-Grüntee-Pulver

•Veganer Milchersatz, z. B. Mandeldrink, Cashewdrink oder Haferdrink (am besten ungesüßt)

•Agavendicksaft

•Matcha-Besen

Den Milchersatz in einem Topf erwärmen, ohne dass er kocht. Wenn die Milch zu heiß ist, wird der Matcha-Tee bitter.

Etwa einen Teelöffel Matcha-Pulver in eine Schale geben und etwas Milch hinzufügen. Mit dem Matcha-Besen gut aufschlagen. Wenn du keinen Matcha-Besen hast, kannst du auch einen kleinen Schneebesen nehmen.

Den Rest der Milch hinzugeben, bei Bedarf mit Agavendicksaft versüßen und gut umrühren.

Beim Lesen in Ruhe genießen.

2.3Raumstrukturen

Die äußere Struktur des Raums um dich herum beeinflusst wesentlich, was beim Yoga im Inneren passiert. Schaffe dir daher zu Hause eine Yogaecke oder einen Yogaraum für dein Üben. Hierfür brauchst du theoretisch nicht mehr als zwei Quadratmeter, auf denen du deine Matte ausrollen kannst. Achte darauf, dass dein Übungsort aufgeräumt, sauber und gut gelüftet ist, sodass du bei dir bleiben kannst. Sorge dafür, dass du nicht gestört oder abgelenkt wirst.

Wenn es dir Freude bereitet, gestalte die Umgebung deiner Matte. Besorge dir Hilfsmittel, wie Yogablöcke, ein Yogabolster, ein Meditationskissen, einen Yogagurt, eine Decke und ein Augenkissen. Sie werden dir während deiner Praxis immer wieder dienlich sein.