Zehn kleine Krabbelfinger - Marianne Austermann - E-Book

Zehn kleine Krabbelfinger E-Book

Marianne Austermann

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12,99 €

  • Herausgeber: Kösel
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

Seit mehr als 25 Jahren ist dieses Buch ein Renner unter jungen Eltern. Mit seinen Spielanregungen aus dem PEKiP, Liedern, Fingerspielen und Bastelanleitungen für Spielzeuge, die Babys juchzen lassen, gehört es zur Grundausstattung im Kinderzimmer. Die Neuausgabe überzeugt durch ihre moderne, fröhliche Ästhetik mit neuen Fotos und Illustrationen sowie durch ein frisches, ansprechendes Layout. Die Krabbelfinger: für viel Spaß in der Familie und eine kindgerechte Förderung.

Wie immer dabei:

•Schoß-und Schaukelspiele

•Lustige Sinnesspiele mit Sand, Laub, Watte u.v.m.

•Neu getextete Volkslieder

•Bastelanleitungen für originelle Spielsachen aus Haushaltsmaterial

•Fingerspiele, Verse und Reime.



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Seitenzahl: 88

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Marianne Austermann • Gesa Wohlleben

Zehn kleine Krabbelfinger

Spiel und Spaß mit unseren Kleinsten

Mit Fotos von Laima Chenkeli

Kösel

Inhalt

Vorwort

Die Bedeutung des Spielens

Die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr

Streichelmassage mit Kitzelversen und Schmusespielen

Trage- und Schaukelspiele

Spiele zum Nachschauen und Lauschen

Strampelspiele

Bauchlagespiele

Drehspiele

Schoßspiele

Wasserballspiele

Luftballonspiele

Spiele zum Fühlen und Staunen

Tast- und Greifspiele

Hopse- und andere Tobespiele

Knie-Reiterspiele

Fliegen und Schweben

Wasserspiele

Spiele mit Spiegel und Spiegelfolie

Musikspiele mit einfachen Instrumenten

Erfahrungsspiele

Papier- und Wattespiele

Laubspiele

Sandspiele

Fingerspiele

Erste Geschicklichkeitsspiele

Schlaf- und Wiegenlieder

Anhang

Vorwort

Wer ein Baby beobachtet, erkennt seinen großen Lebensappetit. Er zeigt sich nicht nur in dem Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Nahrung, sondern in der Neugierde, mit der es seine Umwelt erforscht. Bereits kleinste Babys lieben sich wiederholende Melodien, genießen Schmusespiele und lassen sich durch einfache Fingerspiele, Verse und Lieder unterhalten.

Die Umsetzung dieser Erkenntnisse geht auf Dr. Jaroslav Koch (1910–1979) zurück, der sich in den 1960er-Jahren in Prag intensiv um die Kleinkindentwicklung bemühte und die Bedeutung von spielerischer Bewegung für die Kleinsten erkannte. Bis dahin vertrat man die Meinung, dass ein Säugling in erster Linie viel schlafen sollte, und oft wurden die Kleinen in so enge Tücher gewickelt, dass sie sich kaum bewegen konnten. Dr. Koch ging es darum, Kinder in ihrer Ganzheit zu sehen und bei ihrer Entfaltung zu unterstützen. Vor allem war ihm wichtig, die Interaktion zwischen Bezugsperson und Kind zu fördern. Besonders bei nackten Babys war so eine erstaunliche Entwicklung zu bemerken. Um Kochs Ideen bekannt zu machen, erstellte die deutsche Psychologin Prof. Dr. Christa Ruppelt (1939–2001) ein gruppenpädagogisches Konzept, das 1978 Prager-Eltern-Kind-Programm, PEKiP, genannt wurde und viele neue Ansätze beinhaltete.

Unsere eigenen Erkenntnisse, die sich durch intensive Beobachtungen in unseren PEKiP-Gruppenstunden ergaben, haben uns zu einem erweiterten Ansatz geführt.

Besonders das begleitende entwicklungsorientierte Musizieren, wie Singen, Summen oder andere lustige Geräusche, bereichern die Interaktion Eltern-Kind sehr und haben zu einem wahren Schatz an Anregungen geführt, den Eltern, Großeltern und alle, die mit Kleinkindern zu tun haben, noch heute begeistert nutzen. Wir haben deshalb Spiele, Lieder und Verse abgewandelt und mit einfachen Bewegungsanregungen kombiniert. So werden alle Sinne angesprochen und die körperliche wie geistige Entwicklung Ihres Babys gefördert. Wenn Sie Ihrem Baby Anregungen geben, die seiner Entwicklung entsprechen, so er­leben Sie seine Freude, sein wachsendes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Bei unseren Spielen kann Ihr Baby vieles allein machen und es sollte selbst bestimmen, wann und wie lange es etwas spielen möchte. Beobachten Sie dabei Ihr Kind gut, damit Sie sehen, wann es zu viel wird. Wenn das Baby Hunger oder Durst hat, macht das schönste Spiel keinen Spaß.

Wir wollen alle Eltern zu Fantasie und Kreativität ermutigen, aber auch zu Selbstinitiative. Diese könnte darin bestehen, dass Sie andere Eltern mit etwa gleich alten Kindern suchen. Ob ­privat organisierte Gruppe oder im Rahmen einer Bildungs­einrichtung: Die regelmäßigen Begegnungen sind eine gute ­Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Anfangs reichen Gruppen von fünf Kindern aus. Jede Art von Kontaktspiel ist für eine gesunde soziale und emotionale Entwicklung des Kindes wertvoll.

Wir wünschen allen Eltern und Kindern viel Spaß!

Marianne Austermann und Gesa Wohlleben im Sommer 2015

Die Bedeutung des Spielens

Für viele Eltern, die frisch aus der Berufswelt kommen, liegt die eigene Kindheit weit zurück. Oft fehlt es ihnen daher an Anregungen und Fantasie, wie sie mit ihrem Baby spielen können.

Denkt man an die Gesundheit des Babys, so denkt man in erster Linie an pflegerische Tätigkeiten. Geht es um Spielmöglichkeiten, so fühlen sich viele Erwachsene häufig unsicher, hilflos und alleingelassen. Diesen Eltern möchten wir mit unseren einfach umzusetzenden Spielideen helfen.

Wir meinen, dass ein Baby genauso wie es essen, schlafen und atmen auch spielen muss. Oftmals machen sich Eltern große Sorgen, wenn ihr Kind nicht essen will. Wenn es aber nicht spielen will, so wird dies entweder gar nicht bemerkt oder aber zu wenig ernst genommen. Dabei ist das »Nichtspielenwollen« ein ernstes Zeichen, denn zur Gesundheit gehört auch die geistig seelische Gesundheit.

Schon sehr früh nimmt ein Kind im Spiel seine Umwelt wahr und versucht sie zu begreifen, indem es die Dinge betastet, untersucht und mit wachsenden Sinnen spielerisch erfährt.

Beobachten wir ein spielendes Kind, können wir den Ernst, die Konzentration und Ausdauer, die es entwickelt, nur bewundern. Wie viel Freude und Zufriedenheit strahlt ein Kind aus, wenn wir es unterstützen und sein Spiel nicht unterbrechen, sondern es ernst nehmen. Gleichzeitig ist Spiel meist mit körperlichen Bewegungen verbunden, womit Kreislauf, Atmung und Verdauung angeregt werden. Neue Anregungen sollten wir unserem Kind mit viel Einfühlungsvermögen vermitteln, damit es zu keiner Überforderung kommt. Ein gesundes Baby zeigt sehr deutlich, wann es sich langweilt und neuen Spielschwung braucht. Räumen Sie ihm auch so oft wie möglich die Chance zum »Alleinspiel« ein. Bereits ein wenige Wochen altes Baby ist neugierig. Jedes Ding kann zum Spiel und Spielzeug werden. Achten Sie dabei unbedingt auf ungefährliches Spielzeug, vor allem wenn es schon Zähne hat.

Im Spiel werden Kreativität, Fantasie, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit liebevoll gefördert. Hautkontakt, Kuschel- und Bewegungsspiele begleiten die Tätigkeiten des Alltags ebenso wie Worte und Wortspiele.

Babys haben einen ausgeprägten Nachahmungstrieb. Sie spielen mit Zunge und Lippen und sind wahre Meister von Lallmono­logen. Wenn sie unser Interesse bemerken, schafft dieses erste Rede- und Antwortspiel wahre Begeisterungsstürme. Das Spiel ist schon früh ein Schritt in die Gemeinschaft und ein Wunsch nach Kontakt. Ein Kind, das nicht spielen kann, hat Probleme, sich gesund zu entwickeln, und kann sich später oft nur schwer in eine Gemeinschaft einfügen.

Das erste Spielzeug ist der eigene Körper. Erst wenn das Baby kriecht, krabbelt, steht und spricht, wird der eigene Körper immer weniger interessant. Das Baby erkundet Geschmack und Form mit dem Mund und setzt die Erforschung der Welt bald zusätzlich mit Händen und Fingern fort. Spielen sollte jedoch kein verstecktes Intelligenztraining bedeuten. Liebevolle Zuwendung und gemeinsamer Spaß sind wichtiger als teures Spielzeug. Sie werden staunen, dass auch Sie von Ihrem Kind lernen können.

Die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr

Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo. Trotzdem kann man deutliche Entwicklungsphasen erkennen, die bei den meisten Babys ähnlich sind. Es ist daher gut, sein Baby zu beobachten, sein Temperament zu erkennen und den Entwicklungsrahmen im Auge zu behalten. Sie sollten die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen und Unsicherheiten und Ängste mit Ihrem Arzt besprechen.

Wir können die Entwicklungsphasen hier nur kurz beschreiben. Deshalb empfehlen wir zu diesem Thema die Bücher, die Sie im Anhang des Buches finden.

Das erste Vierteljahr

Im ersten Vierteljahr macht das Neugeborene noch reflektorische, also unbewusste Kriech-, Schreit- und Greifbewegungen, die sich in den folgenden Wochen und Monaten langsam verlieren und allmählich in bewusste Bewegungen übergehen.

Zuerst lernt das kleine Kind einen Gegenstand mit den Augen zu fixieren, das heißt anzuschauen und zu verfolgen, es dreht dabei später auch den Kopf. Für immer längere Zeit gelingt es dem Baby, die Bewegungen des Kopfes und der Arme willkürlich, das heißt, wenn es will, zu beherrschen. Die Hände, die anfangs geschlossen gehalten werden, öffnet das Baby mitunter, wenn es wach ist, und berührt erst zufällig, dann gezielt Gegenstände, die es interessant findet, die es aber nur greifen kann, wenn Sie ihm diese, z. B. in Form einer einfachen Ringrassel, in die Hand legen.

Über die Haut nimmt das Baby in dieser Zeit besonders viele Stimulationsreize auf, man kann sagen, es erfährt seine Umwelt über die Haut. Gegen Ende des ersten Vierteljahres wird die Reaktion auf Laute und Geräusche differenzierter, es scheint zunehmend neugierig zu lauschen. Auch das Lächeln wird bewusst und viele Kinder äußern begeistert die ersten Vokale »a«, »ä«, die oft am Ende des ersten Vierteljahres von »Gurrlauten« begleitet werden.

Aus dem anfangs unbewussten Lächeln, dem sogenannten »En­gelslächeln«, das satten und zufriedenen Babys über das Gesicht huscht, wird nach wenigen Wochen ein bewusstes Lächeln, das Ihr Kind immer stärker im Wechselspiel einsetzt. Damit zeigt es, dass es Vertrautes wiedererkennt, dass es sich wohlfühlt, und bald drückt es seinen Spaß mit Glucksen, Jauchzen und lautem Lachen aus, ­so wie es mit unterschiedlichem Schreien seinem Unmut Luft macht.

In den ersten drei Monaten verändern Babys ihre Lage, indem sie sich kräftig strecken und dehnen. Alles ist mit viel Anstrengung verbunden. Haben Sie daher Geduld bei allem, was Sie mit Ihrem Kind spielen und machen, konzentrieren Sie sich in Ruhe auf Ihr Kind und beobachten Sie immer wieder, wie es sich Ihnen mitteilt. So lernen Sie seine Bedürfnisse kennen und können darauf eingehen. Sie werden staunen, was ein wenige Wochen altes Baby schon kann, wenn Sie es alleine probieren lassen und seine Neugier anregen. Vor allem werden Sie über die Nachahmungsfähigkeit Ihres Kindes verblüfft sein.

3 bis 6 Monate

In diesem Zeitabschnitt scheint die Entwicklung des Kindes fast täglich von neuen Überraschungen geprägt zu sein. Das Baby entfaltet sich zusehends, ist länger wach und abends oft so müde, dass es nachts meist durchschläft. Jetzt können sich die meisten Babys vom Rücken auf den Bauch und vom Bauch auf die Seite und wieder zurück drehen.

Da die erste Drehung meist zufällig eintritt, bedeuten die zunehmende Mobilität und der wachsende Bewegungsdrang des Kindes für die Eltern erhöhte Wachsamkeit. Jetzt müssen auch Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Zum Spielen eignet sich eine auf dem Boden ausgebreitete Decke. Auf allen erhöhten Plätzen wie Wickelkommode, Bett, Liege, Sofa oder Tisch ist besondere Vorsicht geboten.

Viele Babys beginnen jetzt zu »schwimmen«, wobei in Bauchlage Kopf, Brust und Arme hochgehoben werden, die Arme seitlich nach oben und die Beine nach hinten gestreckt werden.

Zieht man das Kind zum Sitzen an den Armen hoch, wird der Kopf schon mitgenommen. Das Schaukeln auf dem Bauch wird zeitweise durch das Abstützen auf die Arme abgelöst. Auch die Fähigkeit, sich mit den Beinen abzustützen, nimmt stetig zu, wobei sich das Baby meist auf die Zehenspitzen stellt. Es entdeckt immer mehr seinen eigenen Körper und spielt auf dem Rücken liegend gern mit seinen Füßen, die es voller Neugier in den Mund steckt.

Das Baby betastet und begreift alles mit dem Mund und immer stärker auch mit den Händen; es lernt gezielt greifen und kann zunehmend Gegenstände von einer in die andere Hand wechseln. Seine Freude teilt es laut und fröhlich mit, indem es stimmlich lacht. Es beherrscht immer mehr Laute und probiert mit Interesse neue Variationen aus. Es kann differenzierter hören, schreckt bei lautem Krach nicht nur zusammen, sondern versucht, Geräusche zu lokalisieren, indem es seinen Kopf deutlich der Geräuschquelle zuwendet.