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Die schönsten Dr. Norden Romane in einer Serie zusammengefasst. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Er sucht nach Hintergründen, nach der Ursache, warum dem Patienten nicht zu helfen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Jetzt sind sie gleich da!« Aufgeregt stand Dr. Daniel Norden in der Ankunftshalle des Münchner Flughafens und starrte hinauf auf die elektronische Anzeigentafel. Hinter dem Flug, mit dem seine Frau Felicitas und die Zwillinge Jan und Dési nach monatelangem Aufenthalt im Orient nach Hause zurückkehrten, blinkte das Wort ›Gepäckausgabe‹ auf. »Soll ich den Sanitätern Bescheid sagen?«, fragte Felix nervös. Als zweitältester Sohn der Familie Norden hatte er es sich – genau wie der Rest der Familie und einige enge Freunde – nicht nehmen lassen, mit zum Flughafen zu kommen. Nur der älteste Sohn Danny war nicht mit von der Partie. Seitdem seine Eltern auf Bitte von Scheich Ahmed gemeinsam in den Orient gereist waren, um seinem an einer geheimnisvollen Krankheit leidenden Sohn Hasher zu helfen, hatte er die Leitung der Praxis Dr. Norden übernommen. Vor ein paar Wochen war Daniel Norden mit dem Prinzen nach Deutschland zurückgekehrt, um die Behandlung auf der Insel der Hoffnung fortzusetzen. Solange Hasher auf der Roseninsel war, wurde er von Daniel betreut. So lange würde auch Danny den Praxisbetrieb aufrechterhalten. Fee indes war mit den Zwillingen im Orient geblieben, damit sie dort das Schuljahr beenden konnten. Nachdenklich wiegte Daniel Norden den Kopf. »Ja, ich denke, das kannst du jetzt machen«, beschloss er dann. »Bestimmt wird Dési bevorzugt behandelt und darf das Flugzeug als Erste verlassen«, tat er seine Hoffnung kund. Seine Ahnung täuschte ihn nicht, und nur ein paar Minuten später tauchte eine Krankenliege hinter den Glastüren auf, die von zwei Sanitätern geschoben wurde.
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Abschied und Heimkehr
Daniel Norden am Ende eines schweren Wegs
Roman von Patricia Vandenberg
»Jetzt sind sie gleich da!« Aufgeregt stand Dr. Daniel Norden in der Ankunftshalle des Münchner Flughafens und starrte hinauf auf die elektronische Anzeigentafel.
Hinter dem Flug, mit dem seine Frau Felicitas und die Zwillinge Jan und Dési nach monatelangem Aufenthalt im Orient nach Hause zurückkehrten, blinkte das Wort ›Gepäckausgabe‹ auf.
»Soll ich den Sanitätern Bescheid sagen?«, fragte Felix nervös.
Als zweitältester Sohn der Familie Norden hatte er es sich – genau wie der Rest der Familie und einige enge Freunde – nicht nehmen lassen, mit zum Flughafen zu kommen.
Nur der älteste Sohn Danny war nicht mit von der Partie. Seitdem seine Eltern auf Bitte von Scheich Ahmed gemeinsam in den Orient gereist waren, um seinem an einer geheimnisvollen Krankheit leidenden Sohn Hasher zu helfen, hatte er die Leitung der Praxis Dr. Norden übernommen.
Vor ein paar Wochen war Daniel Norden mit dem Prinzen nach Deutschland zurückgekehrt, um die Behandlung auf der Insel der Hoffnung fortzusetzen. Solange Hasher auf der Roseninsel war, wurde er von Daniel betreut. So lange würde auch Danny den Praxisbetrieb aufrechterhalten.
Fee indes war mit den Zwillingen im Orient geblieben, damit sie dort das Schuljahr beenden konnten. Doch dann war Dési schwer krank geworden …
Nachdenklich wiegte Daniel Norden den Kopf.
»Ja, ich denke, das kannst du jetzt machen«, beschloss er dann. »Bestimmt wird Dési bevorzugt behandelt und darf das Flugzeug als Erste verlassen«, tat er seine Hoffnung kund.
Seine Ahnung täuschte ihn nicht, und nur ein paar Minuten später tauchte eine Krankenliege hinter den Glastüren auf, die von zwei Sanitätern geschoben wurde. Fee und Janni eilten hinterher, und plötzlich kam Bewegung in die Wartenden.
»Der Krankenwagen wartet schon draußen direkt vor der Ankunftshalle«, informierte Dr. Norden die Kollegen und wies ihnen den Weg, nachdem er seine Frau mit einem flüchtigen Kuss begrüßt hatte. »Ich bin sofort wieder da!«
Doch da waren Felicitas und Janni schon umringt von Anneka, Felix, Anne Cornelius und der treuen Haushälterin Lenni, die über die Jahre zu einem echten Familienmitglied geworden war, das niemand mehr missen wollte.
»Mami, endlich bist du wieder da!«, jubelte Anneka und wollte ihre Mutter gar nicht mehr loslassen, so sehr freute sie sich darüber, Fee nach all den Monaten endlich wiederzusehen. »Ich bin so froh, dass wir endlich wieder alle zusammen sind.«
»Janni, mein Lieber, groß bist du geworden!«, begrüßte Lenni den jüngsten Sohn der Familie warm und schloss ihn in die Arme.
Tränen der Wiedersehensfreude glitzerten in ihren von vielen Falten umgebenen Augen. Auch sie war froh, ihre Familie endlich wieder beisammen zu haben.
Felix betrachtete die Szene kurz. Dann beschloss er, seinem Vater zu folgen, der die kranke Schwester zum Rettungswagen begleitete.
Kurz vor dem Ausgang holte er sie ein. »Wie geht es ihr?«, erkundigte er sich mit besorgtem Blick auf Dési, die mit geschlossenen Augen auf der Liege lag.
Ihre eingefallenen Wangen waren genauso weiß wie das Kissen, auf dem ihr Kopf ruhte, die Augen dunkel umschattet. Durch einen dünnen Schlauch tropfte eine durchsichtige Flüssigkeit unaufhörlich in ihre Vene.
»Als wir sie bei der Zwischenlandung übernommen haben, berichtete der Kollege von einem Kreislaufzusammenbruch unmittelbar nach dem Start«, gab einer der Sanitäter Auskunft. »Glücklicherweise gelang es ihm, sie zu stabilisieren. Seither ist ihr Zustand unverändert. Ernst, aber offenbar nicht kritisch.«
Sie waren am Krankenwagen angelangt, wo bereits Dr. Behrens, ein Arzt aus der Behnisch-Klinik, auf sie wartete. Er ließ sich kurz von den Kollegen instruieren und nahm die Unterlagen an sich, die der Arzt im Orient dem Krankentransport mitgegeben hatte.
»Fahren Sie mit in die Klinik?« Dr. Behrens sah Daniel Norden fragend an.
Der haderte kurz mit sich. Dann schüttelte er den Kopf. »Jenny Behnisch erwartet meine Tochter bereits. Sie ist eine enge Vertraute unserer Kinder und wird alles Notwendige in die Wege leiten«, lehnte er freundlich, aber bestimmt ab. »Sobald ich meine Frau begrüßt habe, komme ich in die Klinik.«
In diesem Augenblick traf Felix einen Entschluss. »Ich begleite Dési! Selbst wenn sie nichts oder nicht viel davon mitbekommt.« Ihr kläglicher Anblick rührte ihn fast zu tränen. Um die Sorgen seiner Eltern nicht ins Unermessliche zu steigern, zeigte er seine Betroffenheit aber nicht. »Mami hat so viel zu tun mit eurer Begrüßung, dass sie mich kaum vermissen wird«, fuhr Felix in betont munterem Tonfall fort. »Und nachdem ihr vermutlich nicht sofort wieder zum Ende der Welt aufbrechen werdet, bleibt uns später noch Zeit genug für eine anständige Begrüßung.«
Trotz der Sorge um seine jüngste Tochter – seit dem Sturz in einen Tümpel im Botanischen Garten des Sultanats litt Désirée unter unerklärlichen Krankheitssymptomen – musste Daniel kurz lachen.
»Das ist wirklich ein netter Zug von dir.« Anerkennend klopfte er Felix auf die Schulter.
»So sind wir Nordens nun mal. Wie Musketiere. Einer für alle, alle für einen«, erklärte Felix nicht ohne Stolz und kletterte in den Krankenwagen.
Der Arzt und die Sanitäter wurden ungeduldig. Sie wollten ihre kleine Patientin so schnell wie möglich zur Untersuchung in die Privatklinik Dr. Behnisch bringen. Das lag natürlich auch in Daniels Interesse und er verabschiedete sich kurz mit dem Versprechen, so schnell wie möglich nachzukommen.
Er wartete, bis der Rettungswagen mit Blaulicht vom Parkplatz gefahren war. Dann wandte er sich ab, um zu seiner Frau und seiner restlichen Familie zurückzukehren. Das Wiedersehen mit Fee und den Zwillingen, die Wiedervereinigung der Familie, hatte sich Dr. Daniel Norden wahrlich anders vorgestellt, und die Sorgen zerfurchten seine Stirn, während er mit großen Schritten zurück in den Ankunftsbereich eilte, wo er schon sehnsüchtig erwartet wurde.
*
Nicht nur in München herrschte gedrückte Stimmung. Im Sultanat von Scheich Ahmed hatte die Abreise der allseits beliebten Familie Norden eine große Lücke hinterlassen.
»Leila, mein Engel, was ist mit dir?«, erkundigte sich der Scheich zutiefst besorgt bei seiner schönen Frau. Mit großen traurigen Augen saß sie auf ihrem Balkon und ließ den Blick über den prächtigen Park mit den Gewächshäusern nach englischem Vorbild, die Dattelpalmenoase, die Orangenbaumplantage schweifen. »Du lachst ja gar nicht mehr. Dabei kommt unsere kleine süße Tochter in ein paar Tagen zu uns. Sämtliche Vorbereitungen für Nasyas Ankunft sind bereits getroffen. Monitor, Sauerstoffanlage, Beatmungsbeutel, für alles ist gesorgt«, zählte Ahmed stolz auf, als handle es sich um kostbare Gegenstände zur persönlichen Belustigung.
Dabei ging es darum, die Versorgung seiner viel zu früh geborenen Tochter Nasya zu sichern, die endlich aus der Klinik entlassen werden konnte.
»Ich weiß«, seufzte Leila und riss sich von dem märchenhaften Anblick des Gartens los, der die tiefe Trauer in ihr nicht lindern konnte. »Aber Fee fehlt!« Eine Träne sammelte sich unter den langen, gebogenen Wimpern in ihrem Augenwinkel und rollte langsam über ihre Wange. »Meine Freundin ist fort für immer.«
Seit sich Felicitas nach einem Hirninfarkt rührend um die schwangere Sheikah gekümmert hatte, waren die beiden sich nahegekommen wie Schwestern. Und das, obwohl Leila an einem Locked-In-Syndrom gelitten hatte. Das bedeutete, dass sie bei vollem Bewusstsein vollständig gelähmt gewesen war und sich nur mit Hilfe ihres Wimpernschlages mit ihrer Umgebung in Verbindung setzen konnte. »Ihre Freundschaft hat mir so sehr geholfen, dass es besser geht.« Noch immer war die Sprache der jungen Sheikah nicht ganz wiederhergestellt. Doch dass sie überhaupt wieder stehen und gehen, essen und trinken und sich fast normal artikulieren konnte, grenzte ohnehin an ein Wunder. Ein fast noch größeres Wunder war, dass ihre kleine Tochter, die durch einen Notkaiserschnitt geboren worden war, gesund sein würde. Weltweit wer kein anderer Fall bekannt, der ein so erfolgreiches Ende genommen hatte.
»Ich weiß, mein Augenstern, ich weiß«, sprach der Scheich beschwichtigend auf die Frau ein. Wieder einmal spürte er die unbändige Liebe, die sein Herz bis in den letzten Winkel ausfüllte. Das war nicht immer so gewesen. Er war als Frauenheld verpönt, und seine schöne Leila musste erst so furchtbar krank werden, damit Ahmed erkannte, was er um ein Haar so leichtsinnig weggeworfen hätte. »Aber ich verspreche dir, dass Fee eines Tages wiederkommt, um uns zu besuchen. Und bis dahin werden wir das Leben führen, von dem du immer geträumt hast«, versprach er feierlich und kniete neben ihr nieder. Er nahm ihre Hand und küsste sanft die weiche Haut, bevor er Leila einen schmelzenden Blick schickte. »Und von dem ich träume, seit ich dich fast verloren hätte. Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich über alles liebe, meine Mondgöttin?«, fragte er so sanft, dass Leila eine heiße Röte ins Gesicht stieg.
»Nein«, erwiderte sie ebenso sanft und beugte sich nach vorn, um seine festen trockenen Lippen zu küssen, eines der schönsten Vergnügen, das sie kannte.
»Ich liebe dich«, gestand Ahmed heiser, nachdem sie sich voneinander gelöst hatten. »Mehr als alles auf der Welt. Mehr als mein Leben. Wenn es einen Wunsch gibt, den ich dir erfüllen kann, dann lass es mich wissen. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um ihn dir zu erfüllen. Um dich glücklich zu machen. Bis dass der Tod uns scheidet.«
Natürlich gab es viele Wünsche, die Leila am Herzen lagen, auf die Ahmed aber keinen Einfluss hatte, so groß seine Macht als Herrscher über das Sultanat auch sein mochte. Daher beschränkte sie sich auf einen Traum, den ihr Mann ohne große Probleme Wirklichkeit werden lassen konnte.
»Wenn Hasher zurück im Sultanat ist und die Regierung übernimmt, dann ziehen wir ins Sommerhaus. Da, wo Fee und Daniel mit den Kindern gelebt haben«, bat Leila mit leuchtenden Augen. »Es ist so schön dort. Der Geist von Fee, von Glück, Liebe und Freundschaft herrscht dort. Das ist gut für uns. Gut für Nasya.«
Dieser Wunsch überraschte den Scheich.
»Wir sollen aus dem Palast ausziehen?«, fragte er halbwegs fassungslos und stand auf.
Seine Beine waren eingeschlafen, und er schüttelte sie unter der wallenden Dischdascha – dem traditionellen Gewand der orientalischen Männer – aus.
»Du möchtest all das hier aufgeben? Das Musikzimmer, das du so liebst? Deine Gemächer?« Ahmed dachte zuerst daran, was Leila verlieren würde. Auch das war neu.
Die junge, ebenso schöne wie kluge Sheikah registrierte auch diese kleine Tatsache mit einem wissenden Lächeln.
»Ich möchte wie eine richtige Familie leben, mit dir und unserer Tochter. Und der Palast ist nicht weit weg. Hasher hat sicher nichts dagegen, wenn wir Musik hören wollen. Hasher ist ein guter Mann. Ganz wie der Vater«, erklärte sie innig und so überzeugt, dass Ahmed nichts mehr dagegen einzuwenden hatte.
Schließlich träumte auch er von einem ganz normalen Leben, etwas, was er noch nie erfahren hatte in all den Jahren. Es wurde höchste Zeit. Schließlich würde auch sein Leben nicht ewig dauern. Er hatte schon viel zu viel Zeit verschwendet.
*
Seit seine Mutter gemeinsam mit den beiden Geschwistern aus dem Orient zurückgekehrt war, saß Danny Norden in der Praxis wie auf Kohlen. Ausgerechnet an diesem Tag belagerten die Patienten das Wartezimmer, sodass er zwischen den Behandlungen noch nicht einmal Zeit für ein Telefonat hatte.
»Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Welt gegen mich verschwört«, raunte er der treuen Assistentin Wendy am Tresen zu, bevor er den nächsten Patienten in Empfang nehmen wollte.
»Das ist schon möglich«, erwiderte sie.
Trotz des enormen Arbeitspensums bemerkte Danny das vergnügte Funkeln in ihren Augen.
»Was ist los? Sie haben doch ein Geheimnis vor mir«, sagte er ihr auf den Kopf zu. »Was verschweigen Sie mir?«
»Ich würde sagen, dass die Verschwörung des heutigen Tages eindeutig weiblicher Natur ist«, erwiderte sie lächelnd und deutete mit dem Kopf Richtung Wartezimmer. »Und du dich darüber bestimmt sehr freust.«
Verwundert drehte sich Danny um. Erst jetzt entdeckte er die junge Frau mit dem burschikosen Haarschnitt und dem Blindenstock zwischen den schlanken Beinen, den sie entspannt zwischen den Händen hielt.
»Hallo, Danny«, begrüßte die Patientin den jungen Arzt sichtlich amüsiert, als könnte sie mit eigenen Augen sehen, wie sein verdutzter Blick an ihr klebte. »Was ist? Warum starrst du mich so an?«
Immer wieder war Danny von dieser blinden jungen Frau überrascht, die mit so vielen anderen Fähigkeiten ausgestattet war, dass die Sehbehinderung offenbar kein Handicap für sie darstellte. Auch damit hatte sie ihn vor einigen Monaten fasziniert und ihn nach kurzer Liebelei unglücklich zurückgelassen, als sie mit ihrem Vater nach Dubai gegangen war. Umso erstaunter war er, Tatjana Bohde hier leibhaftig vor sich sitzen zu sehen. In keinem ihrer E-Mails und Briefe war von einer Rückkehr die Rede gewesen.
»Du bist wieder hier?«, fragte er verdutzt, nachdem er sie mit korrektem Handschlag begrüßt hatte.
»Hmm, lass mich nachdenken.« Ein bisschen frech wie immer tat Tatjana so, als sähe sie sich in der Praxis um. »Nachdem ich keine Zwillingsschwester und auch keinen Klon habe, muss ich es wohl wirklich sein.«
Trotz seines inneren Aufruhrs musste Danny lachen.
»Du hast dich nicht verändert.« Behutsam nahm er sie am Ellenbogen, um sie ins Behandlungszimmer zu führen. »Warum hast du mir nicht geschrieben, dass du kommst? Ich hätte dich vom Flughafen abholen können«, fragte er leise, während sie unter Wendys amüsiertem Blick den Gang hinuntergingen.
»Ich hasse rührselige Szenen. Außerdem wollte ich mir den Überraschungseffekt nicht entgehen lassen«, hörte sie Tatjana keck sagen.
Obwohl Danny es nie offiziell gemacht hatte, dass er eine Beziehung zu einer Patientin hatte, wusste Wendy natürlich, wie sehr ihr junger Chef in die blinde Frau verliebt gewesen und es womöglich immer noch war.
»Seit wann bis du zurück?«, fragte er sie und war froh, dass sie seine vor Aufregung rot glühenden Wangen nicht sehen konnte.
Er hatte Tatjana zu dem Stuhl vor dem Schreibtisch geführt und half ihr dabei, sich zu setzen.
