Verlag: Kohlhammer Kategorie: Bildung Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

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E-Book-Beschreibung ADHS und Schule - Katja Mackowiak

Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) zählen zu den häufigsten Verhaltensstörungen des Kindes- und Jugendalters (ca. 5-7 %). Neben Lern- und Leistungsschwierigkeiten kann dadurch vor allem die Interaktion mit Gleichaltrigen und Erwachsenen problematisch sein. Lehrkräfte und Eltern sind somit beim Vorliegen einer ADHS besonders herausgefordert. Das Buch liefert auf der Grundlage klinisch-entwicklungspsychologischer und (sonder-)pädagogischer Theorien sowie empirischer Befunde grundlegendes Wissen zur Symptomatik, Entstehung und Diagnostik von ADHS. Darauf aufbauend werden praktische Handlungsempfehlungen und evaluierte Maßnahmen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit ADHS sowie Beratungsaufgaben im Kontext Schule vorgestellt. Das Ganze wird angereichert durch Fallbeispiele und Materialien (Checklisten, Beobachtungsbögen usw.).

Meinungen über das E-Book ADHS und Schule - Katja Mackowiak

E-Book-Leseprobe ADHS und Schule - Katja Mackowiak

Brennpunkt Schule

 

Herausgegeben von

 

Norbert Grewe

Herbert Scheithauer

Wilfried Schubarth

Katja Mackowiak & Satyam Antonio Schramm

ADHS und Schule

Grundlagen, Unterrichtsgestaltung, Kooperation und Intervention

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

1. Auflage 2016

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-029994-8

E-Book-Formate:

pdf:       ISBN 978-3-17-029995-5

epub:    ISBN 978-3-17-029996-2

mobi:    ISBN 978-3-17-029997-9

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

 

Vorwort

 

 

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) stellen im Schulkontext ein viel diskutiertes Thema dar; ca. 5–7 % aller Schüler/innen sind davon betroffen, also durchschnittlich ein Kind/Jugendlicher in jeder Klasse (KiGGS Study Group et al., 2014). Diese Schüler/innen zeigen häufig Schwierigkeiten beim Lernen und auch im Sozialverhalten. Lehrkräfte müssen mit den Besonderheiten dieser Schüler/innen umgehen und eine gute Balance zwischen den spezifischen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes/Jugendlichen einerseits und den curricularen Anforderungen andererseits finden. Gerade im Kontext von Inklusion gilt es, eine heterogene Schülerschaft kompetent zu unterrichten und jedem/jeder Schüler/in gerecht zu werden. Außerdem bildet die Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen beteiligten Professionen (z. B. Ärzt/innen, Therapeut/innen) einen weiteren wichtigen Aufgabenbereich.

Im Rahmen unserer Arbeit in der Hochschul-Ambulanz mit dem Schwerpunkt Aufmerksamkeit und Selbstregulation der Leibniz Universität Hannover erhalten wir vielfältige Anfragen rund um das Thema ADHS im Schulkontext. Eltern wenden sich mit ihren Kindern an uns und suchen Rat und Unterstützung. Lehrkräfte benötigen Informationen zum Störungsbild und konkrete Strategien im Umgang mit Schüler/innen, die Probleme in diesem Bereich aufweisen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, bieten wir Trainingsprogramme für Kinder und Jugendliche mit Problemen in der Aufmerksamkeit und Selbstregulation, Beratung und Workshops für Eltern und Fortbildungen für Lehrkräfte an.

Das vorliegende Buch bildet einen weiteren Baustein unserer Arbeit. Es richtet sich an Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter/innen in Grundschulen und weiterführenden Schulen. Der Aufbau des Buches gliedert sich in drei Teile. Zunächst werden im ersten Teil grundlegende Wissensinhalte zum Störungsbild ADHS vermittelt sowie der diagnostische Prozess zur Abklärung einer ADHS beschrieben. Hier werden Bereiche, die durch eine aktive Beteiligung von Lehrkräften profitieren, hervorgehoben. Im zweiten, zentralen Teil werden Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Symptome und die Probleme von Kindern und Jugendlichen mit ADHS im Schulkontext thematisiert. Es wird ein Überblick über die vielfältigen Aufgaben, mit denen Lehrkräfte im Unterricht konfrontiert werden, gegeben. Um diese Aufgaben zu bewältigen, werden konkrete Maßnahmen im Umgang mit Schüler/innen mit ADHS vorgestellt. Im letzten Teil wird schließlich auf die Zusammenarbeit mit Eltern von Kindern und Jugendlichen mit ADHS sowie weitere Möglichkeiten der Intervention und Förderung bei ADHS eingegangen. Insbesondere werden dabei die Schnittstellen mit anderen Beteiligten beleuchtet. Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag leisten können, schwierige Situationen fortan noch besser zu lösen und die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schüler/innen, ihren Eltern sowie Behandelnden zu entlasten.

Unser Dank gilt allen Kindern und Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften, die uns Einblick in ihren Alltag gewährt und auf diese Weise unser Wissen und unsere Erfahrungen mit dem Thema ADHS erweitert haben. Außerdem möchten wir unseren Koautor/innen Christine Beckerle, Jonas Dalhoff und Thorben Lahtz für die konstruktive Zusammenarbeit danken sowie Nina Weiß, die uns kompetent bei der Verwaltung und Zusammenstellung der Literatur unterstützt hat.

 

Hannover, Dezember 2015

Katja Mackowiak &Satyam Antonio Schramm

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Vorwort

I Grundlagen

1 Störungsbild ADHS

Satyam Antonio Schramm

1.1 Erscheinungsbild und Klassifikation

1.2 Häufigkeit

1.3 Komorbidität

1.4 Entstehungsfaktoren

1.5 ADHS im Lebensverlauf

1.6 Zusammenfassung

2 Diagnostik von ADHS

Satyam Antonio Schramm

2.1 Der diagnostische Prozess

2.2 Einbezug von Lehrer/innen in den diagnostischen Prozess

II Unterrichtsgestaltung

3 Beziehungsgestaltung und Klassenklima im Kontext von ADHS

Christine Beckerle & Katja Mackowiak

3.1 Ausgangslage

3.2 Dimensionen des Klassenklimas

3.3 Beziehungsgestaltung

4 Unterstützung des Lernprozesses im Kontext von ADHS

Katja Mackowiak & Christine Beckerle

4.1 Allgemeine Unterrichtsprinzipien

4.2 Selbstgesteuertes Lernen und Möglichkeiten der Förderung

4.3 Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs

5 Klassenführung im Kontext von ADHS

Thorben Lahtz & Katja Mackowiak

5.1 Aspekte der Klassenführung

5.2 Unterrichtsmanagement

5.3 Klassen- bzw. Verhaltensmanagement

5.4 Fazit

III Kooperation und Intervention

6 Zusammenarbeit mit Eltern von Kindern und Jugendlichen mit ADHS

Katja Mackowiak

6.1 Ausgangssituation im Elternhaus

6.2 Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

7 Therapeutische Angebote bei ADHS

Satyam Antonio Schramm & Jonas Dalhoff

7.1 Multimodale Therapie der ADHS

7.2 ADHS und Medikation

7.3 Rechtliche Rahmenbedingungen für die Kooperation mit Behandelnden

Literatur

 

 

I

Grundlagen

Keine psychische Störung des Kindes- und Jugendalters wird in Deutschland so kontrovers diskutiert wie die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die Themen reichen von der generellen Leugnung der Existenz des Störungsbildes bis hin zur Frage, ob Kinder im Grundschulalter für eine Verhaltensstörung medikalisiert werden sollten. Auch zur Entstehung des Störungsbildes gibt es sehr unterschiedliche, teils wenig wissenschaftliche, Theorien.

Der vorliegende, einführende Teil des Buches soll daher einen Beitrag leisten, den Diskurs durch wissenschaftliche Erkenntnisse anzureichern, verschiedene im Raum stehende Thesen auf ihren Gehalt zu prüfen und schließlich eine Wissensbasis zu schaffen, die auf dem aktuellen Stand der Forschung beruht.

Im ersten Kapitel wird daher zunächst auf das Erscheinungsbild der ADHS ein- und der Frage nachgegangen, inwiefern Phänomene der Unaufmerksamkeit und Überaktivität überhaupt behandlungsbedürftigen Störungscharakter besitzen. Anschließend werden die aktuellen Kriterien und Klassifizierungen der ADHS genannt und deren Neuerungen erläutert. Wie verbreitet eine ADHS in Deutschland ist und inwiefern die Häufigkeit innerhalb des letzten Jahrzehnts zugenommen hat, wird beantwortet. Problemlagen, die beim Vorliegen einer ADHS sehr häufig vorkommen, werden erörtert. Die wissenschaftlich gut belegten Ursachen einer ADHS sowie eine kurze Übersicht über den Entwicklungsverlauf von der Geburt bis hin zum Erwachsenenalter bilden den Abschluss des ersten Kapitels. Beides bildet die Grundlage für das Verständnis der in den folgenden beiden Teilen thematisierten Förder- und Interventionsmöglichkeiten im Umfeld Schule und Familie.

Im zweiten Kapitel zum diagnostischen Prozess wird, nach der Beschreibung eines idealen Ablaufes, vor allem auf die Möglichkeiten eingegangen, wie eine diagnostische Abklärung durch die aktive Mitwirkung durch Lehrkräfte an Gültigkeit gewinnen kann. Dabei werden konkrete Aufgaben benannt, die Lehrkräfte während des Prozesses haben könnten.

1

Störungsbild ADHS

Satyam Antonio Schramm

1.1        Erscheinungsbild und Klassifikation

Eine ADHS wird häufig assoziiert mit den Phänomenen des Angetriebenseins, der Rastlosigkeit und vor allem mit offenbar unbändiger (motorischer) Energie. Dies macht allerdings nur einen Aspekt des klinisch definierten Störungsbildes aus: den der Hyperaktivität, welcher auch nicht zwingend vorliegen muss. Zwei weitere wichtige, aber zum Teil weniger auffällige, Aspekte sind impulsives und unaufmerksames Verhalten. Zusammen bilden sie die Trias Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, deren extreme Ausprägungen (in unterschiedlicher Gewichtung) das Störungsbild ADHS definieren.

Begrifflich ist eine ADHS gleichzusetzen mit den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gültig ausgewiesenen Bezeichnungen Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Aufmerksamkeitsstörung mit/ohne Hyperaktivität, Einfache Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung und Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens. Aus den vielfältigen Begriffen wird deutlich, dass eine eindeutige Definition schwer festzulegen ist. Zudem kommen häufig weitere Problematiken zur Kernsymptomatik hinzu, die die Feststellung einer »reinen« ADHS erschweren.

Diese etwas unklare Abgrenzung führt in der öffentlichen Diskussion in Deutschland häufig zur Frage, ob es sich bei ADHS wirklich um ein klinisch relevantes Störungsbild handelt oder ob damit normales Verhalten von Kindern und Jugendlichen ungerechtfertigt zur Störung erklärt wird. Die aktuelle Darstellung des Störungsbildes in den Medien orientiert sich teils wenig an wissenschaftlichen Befunden und sorgt daher möglicherweise bei den Betroffenen sowie deren Familien für Unsicherheit oder führt zu ablehnenden Reaktionen des Umfeldes (v. a. bei der häufig emotional geführten Debatte um die Gabe von Medikamenten).

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