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Die kirchliche Altenarbeit ist im Wandel. Ältere Menschen sind aktiv und wollen ihr Leben selbst gestalten. Kirchliche Altenarbeit neu zu denken bedeutet, Menschen mit ihren Lebensthemen, ihren biografischen Herausforderungen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen und nach Ideen und Konzepten zu suchen, wie man diese Themen aufgreifen und programmatisch umsetzen kann. Dazu werden zunächst theoretische Grundlagen für die Altenarbeit vorgestellt. Daraus leiten die Autoren Konzepte und Anknüpfungspunkte für die konkrete Altenarbeit im kirchlichen Kontext ab. Abschließend weren beispielhaft 22 Praxisprojekte vorgestellt. Die gelungenen Projekte zeigen, wie die Theorie in Praxiskonzepte und damit zu neuen Ansätzen von Altenarbeit führen kann. In unterschiedlichen Funktionen sind die Autoren in diesen Wandel eingebunden. Sie beraten Haupt- und Ehrenamtliche und bieten Fort- und Weiterbildung im Bereich der Altenarbeit an. Aus ihrer Tätigkeit an der Wissenschaft-Praxis-Schnittstelle entwickeln sie eine "Praxistheorie" evangelischer Altenarbeit.
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Seitenzahl: 368
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Die kirchliche Altenarbeit ist im Wandel. Ältere Menschen sind aktiv und wollen ihr Leben selbst gestalten. Kirchliche Altenarbeit neu zu denken bedeutet, Menschen mit ihren Lebensthemen, ihren biografischen Herausforderungen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen und nach Ideen und Konzepten zu suchen, wie man diese Themen aufgreifen und programmatisch umsetzen kann. Dazu werden zunächst theoretische Grundlagen für die Altenarbeit vorgestellt. Daraus leiten die Autoren Konzepte und Anknüpfungspunkte für die konkrete Altenarbeit im kirchlichen Kontext ab. Abschließend weren beispielhaft 22 Praxisprojekte vorgestellt. Die gelungenen Projekte zeigen, wie die Theorie in Praxiskonzepte und damit zu neuen Ansätzen von Altenarbeit führen kann. In unterschiedlichen Funktionen sind die Autoren in diesen Wandel eingebunden. Sie beraten Haupt- und Ehrenamtliche und bieten Fort- und Weiterbildung im Bereich der Altenarbeit an. Aus ihrer Tätigkeit an der Wissenschaft-Praxis-Schnittstelle entwickeln sie eine 'Praxistheorie' evangelischer Altenarbeit.
Martin Erhardt ist Fachreferent für Altenbildung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Lothar Hoffmann ist Referent für Fortbildung und Organisationsentwicklung im Institut für kirchliche Fortbildung der Evangelischen Kirche der Pfalz. Horst Roos ist Sozialgerontologe und Diakon für Altenarbeit im Prot. Dekanat Frankenthal (Pfalz).
Martin Erhardt Lothar Hoffmann Horst Roos
Altenarbeit weiterdenken
Theorien - Konzepte - Praxis
Verlag W. Kohlhammer
1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten © 2014 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print: ISBN 978-3-17-023396-6
E-Book-Formate
pdf:
978-3-17-023462-8
epub:
978-3-17-025489-3
mobi:
978-3-17-025490-9
Vertraut den neuen Wegen Auf die der Herr uns weist.
Vertraut den neuen Wegen Und wandert in die Zeit!
Klaus Peter Hertzsch Evangelisches Gesangbuch 395
GeleitwortChristian Mulia
Einleitung
Teil I: Zusammenhänge erkennen
1. Hurra, wir werden älter!? – der soziodemografische WandelLothar Hoffmann
2. Strukturwandel des Alters und neues AltersbildMartin Erhardt
3. Drittes und viertes LebensalterHorst Roos
4. Alter und GenderMartin Erhardt
5. AlternstheorienMartin Erhardt
6. Altern aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtetHorst Roos
7. Die Milieubrille schärft den BlickLothar Hoffmann
8. Das Konzept der LebenslageMartin Erhardt
9. Alter(n) und BildungHorst Roos
10. Selbstorganisiertes Lernen im Prozess des AlternsHorst Roos
11. Altenarbeit und Kirche im WandelHorst Roos
12. Spiritualität in der zweiten LebenshälfteHorst Roos
13. Demenz – ein psychologischer, zivilgesellschaftlicher und theologischer ZugangHorst Roos
14. Ältere freiwillig engagiert – im doppelten Sinne unbezahlbarLothar Hoffmann
Teil II: Weichen stellen
1. „Wichern 3“ – Altenarbeit und Diakonie gemeinsam für ÄltereHorst Roos
2. Sozialraum als „Türöffner“ für AltenarbeitLothar Hoffmann
3. Kultur- und Bildungsarbeit mit Älteren: Keywork und KulturführerscheinMartin Erhardt
4. Großelternschaft im Wandel der ZeitMartin Erhardt
5. Intergenerationelles Lernen – drittes und viertes Lebensalter im GesprächHorst Roos
6. Netzwerke der Freundschaft und Solidarität knüpfen – Demenz und AltenarbeitHorst Roos
7. Freiwillige gewinnen und begleiten – Engagement koordinierenLothar Hoffmann
8. Anknüpfungspunkte für die Gemeindearbeit oder … wie kann ein Anfang gelingen?Lothar Hoffmann
9. Altenarbeit: mit einer Konzeption gut geplant loslegenLothar Hoffmann
Teil III: Neue Wege beschreiten
1. Gegenseitige Begleitung ein Leben langHorst Roos
2. „Lebenslust im Altenkreis“Annegret Zander
3. „Ich war damals noch ein Kind“ – Kind sein im Zweiten Weltkrieg und danachAlexander Kaestner und Stephanie Ludwig
4. Seniorenarbeit in Obersülzen: So geht es bei uns – Altenarbeit im dörflichen NetzwerkEvi Heck
5. Altenarbeit mit Zukunft – die Rolle von KooperationenSieglinde Ganz-Walther
6. Netzwerk „Menschen mit Demenz gehören dazu“ in Bobenheim-RoxheimBarbara Sedlmeier
7. „Nur noch tun, was Spaß macht…“ – Initiative 50plus-aktiv an der BergstraßeFritz Hempler
8. „Aktiv in Schauernheim“ – ein Projekt selbstorganisierter SeniorenarbeitBeate Özer
9. Gemeinschaftliches Wohnen in Frankenthal (Pfalz) – von der Planungsgruppe zum VereinHorst Roos
10. „Das Alter im Wandel?!“ – drei kombinierte Film- und GesprächsabendeKarin Jablonski
11. Die Sprachfähigkeit des Glaubens fördern – Seminarangebot in drei Teilen zum Apostolischen GlaubensbekenntnisKarin Jablonski
12. „Acht Nachmittage für meine Gesundheit“ – Projektbeispiel und Selbstverständnis der Initiative 55 plus-minusDieter Zorbach
13. Von der Idee und ihrer Umsetzung – die Gruppe „Aktive Mitte“Ute Orlamünder
14. „Leute Heute 55plus“ – Altenbildung selbst organisiertErich Sauer
15. „ZAK auf Tour“ – eine Wandergruppe für Seniorinnen und SeniorenHorst Roos
16. Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser – das Beispiel BensheimSigrid Anna Schmeer
17. Intergenerationelles Lernen – Projekt „Generationen-webpod“Michael Götz
18. Die Seniorenbegleiter-Ausbildung – ein neuer Ansatz in der Ehrenamts- und AltenarbeitHorst Roos
19. „Lebensgeschichten teilen“ – Besuchsdienste stellen Kontakte zu Menschen herWilfried Wierzbicki
20. Seniorenbüro Winkelsmühle – Freiwillig Engagierte in der nachberuflichen LebensphasePatricia Goetz
21. „Gemeinsam schmeckt’s besser“ – Projekt „Mittagstisch 60+“ in der Kirchengemeinde HasselElisabeth Beck
22. „Ein gutes Buch wirft man nicht weg“ – bürgerschaftlich Engagierte im AltenheimNicola Hagemann
Die neue Altenarbeit: ein Fazit am Schluss
Danksagung
Abbildungsverzeichnis
Autorenverzeichnis
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts hat das Thema ‚Alter‘ in Theologie und Kirche Konjunktur. Dies äußert sich in einer wachsenden Zahl von Einzeluntersuchungen und Sammelbänden zu religionsgerontologischen, praktisch-theologischen wie ethischen Fragestellungen. Die Entwicklung schlägt sich aber auch in kirchlichen Positionspapieren, Arbeitshilfen und Fachtagungen nieder.
Martin Erhardt, Lothar Hoffmann und Horst Roos unternehmen nun den bemerkenswerten Vorstoß, kirchliche Altenarbeit im Horizont einer ‚Gesellschaft des langen Lebens‘ weiterzudenken. Als Fachreferenten in der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sind sie seit Jahren mit der Fortbildung, Beratung und Begleitung von Haupt- wie Ehrenamtlichen in der Seniorenarbeit betraut. Vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Erfahrungen beziehen sie im vorliegenden Band wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Herausforderungen des Älterwerdens kritisch aufeinander. Daraus geht eine orientierende, inspirierende und mitunter provozierende Praxistheorie hervor.
Um klarer zu sehen, inwiefern der demografische Wandel die Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen herausfordert, lohnt sich ein Blick in die jüngsten Altenberichte der Bundesregierung: Der Fünfte Altenbericht rückte die „Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft“ (2005) in den Vordergrund und entfaltete sie entlang der Leitperspektiven von Selbst- und Mitverantwortung, von Generationensolidarität und lebenslangem Lernen. Der darauffolgende Kommissionsbericht zielte dann darauf ab, die vorherrschenden „Altersbilder in der Gesellschaft“ (2010) zu sichten und sie dort zu hinterfragen, wo sie einseitig defizitorientiert sind oder der Vielfalt des Alters nicht gerecht werden. Und im anstehenden Siebten Altenbericht, der 2015 erscheinen soll, geht es um den „Aufbau und die Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ im kommunalen Raum.
‚Ressourcen und Potenziale des Alters‘, ‚differenzierte Altersbilder‘ und ‚neue Formen der sozialen Vernetzung‘ – dies sind Wahrnehmungs- und Handlungsperspektiven, die auch den drei Verfassern am Herzen liegen und ihren Ansatz der Altenarbeit prägen.
Die Verwendung von Wegmetaphern wie ‚Weichen stellen‘ (Teil II) und ‚Neue Wege beschreiten‘ (Teil III) weist darauf hin, dass sich die kirchliche Arbeit für und mit Älteren in einer Phase des Umbruchs bzw. Aufbruchs befindet. Wer sich auf die Reise begibt, kann neue Erfahrungen und Begegnungen machen, aber ebenso auf Hindernisse stoßen. Was dies für Lern- und Bildungsprozesse im Alter bedeutet, lässt sich anhand von drei Grundzügen des Bandes nachzeichnen:
Um eine neue Kultur des Älterwerdens in Gesellschaft wie Kirche zu entwickeln, gilt es, zunächst einmal die Vielfalt des Alters zu entdecken. Die Beiträge im ersten Teil geben einen Einblick in den Strukturwandel des Alters, in unterschiedliche Lebenslagen und Milieus sowie in die Modernisierung von Geschlechterrollen und Wertvorstellungen älterer Menschen.
Dies hat zweitens Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen für Bildung im kirchlichen Raum. Die Zielvorstellung eines ‚aktiven Alterns‘ führt dazu, stärker als bisher, selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Lernen zu fördern. Das betrifft nicht zuletzt einen Bereich, der für die Kirche von hoher und zunehmender Bedeutung ist: die Gewinnung, Qualifizierung und Begleitung von Freiwilligen.
Es spricht für die Autoren, dass sie hier keine falschen Alternativen aufbauen, wie etwa ‚fittes‘ drittes Lebensalter versus ‚defizitäres‘ viertes Lebensalter oder innovative Altersbildung statt traditioneller Formen der Seniorenarbeit. Vielmehr weisen sie auf fließende Übergänge hin und machen sich für eine plurale Angebotsstruktur stark. In diesem Zusammenhang steht die kirchliche Altenarbeit m. E. vor der Aufgabe, sozialer Ungleichheit und Bildungsungerechtigkeit entgegenzuwirken. Denn mit dem Umfang der verfügbaren materiellen und kulturellen Ressourcen erhöhen sich die Lebenszufriedenheit und das subjektive Gesundheitsempfinden der Älteren genauso wie ihre Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement.
Drittens verdeutlichen die einzelnen Beiträge, dass sich mit der neu auszurichtenden Altenarbeit zwangsläufig die kirchlichen Strukturen verändern. Sich am Sozialraum und Gemeinwesen zu orientieren bedeutet nichts anderes, als binnenkirchliche Verengungen zu überwinden, gemeindliche und diakonische Angebote enger miteinander zu verzahnen und sich mit nichtkirchlichen Akteuren zu vernetzen. Nur so kann eine diakonische Kirche künftig ihren Beitrag zum Aufbau von ‚sorgenden Gemeinschaften‘ (caring communities) leisten.
Die 22 Praxisbeispiele im dritten Teil des Bandes, die von den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst beschrieben werden, veranschaulichen die Bandbreite der kirchlichen Altenarbeit. Unterschiedliche Lebensthemen, Lernorte und Methoden kommen zur Geltung: von der Gesundheitsbildung und Freizeitangeboten über Biografiearbeit und neue Wohnformen im Alter bis hin zu Filmabenden und einem generationenverbindenden Internetprojekt.
Auf dem Wege zu einer altersfreundlichen Kirche bedarf es – in Ergänzung dazu – gewiss auch der institutionellen Stärkung: Eine entsprechende Aus- und Fortbildung der pastoralen und gemeindepädagogischen Mitarbeitenden ist gleichermaßen nötig wie die Einrichtung von Seniorenkompetenzzentren in den Landeskirchen. Für die konkrete Arbeit vor Ort gibt das Buch vielerlei Denkanstöße und praktische Hilfen. Es lässt über die eigenen Altersbilder nachdenken und macht Mut, Neues auszuprobieren. Darum wünsche ich ihm eine breite Aufnahme in den Kirchengemeinden, Dekanaten und Fortbildungseinrichtungen.
Dr. Christian Mulia,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
In der Altenarbeit gibt es seit einigen Jahren einen Paradigmenwechsel zu verzeichnen. Stichworte wie „differenziertes Altersbild“, „neue Alte“ oder „netzwerksensible Altenarbeit“ stehen dafür. Altern hat sich im Blick auf Lebenslagen, Lebensformen und Lebensstile vervielfältigt. Darum bedarf es neuer Ideen und Initiativen, um den unterschiedlichen Interessenlagen gerecht zu werden.
Kirchliche Arbeit insgesamt und die kirchliche Altenarbeit speziell befinden sich in einem Wandlungsprozess bisher nicht gekannten Ausmaßes. Die gesellschaftlichen Bedingungen haben sich radikal verändert. Kirchliche (Alten-)Arbeit hingegen bleibt weitgehend ihren alten Formen treu. Letztlich führt das dazu, dass Kirche nur einen (immer geringer werdenden) Teil der Seniorinnen und Senioren erreicht. Ältere Menschen sind ansprechbar über ihre aktive Lebensgestaltung und werden von den traditionellen kirchlichen Angeboten nur noch vereinzelt erreicht. Damit wollen wir auf gar keinen Fall die traditionelle und gut funktionierende Altenarbeit in vielen Kirchengemeinden abwerten. Wo sie angenommen wird, ist sie eine Bereicherung für jede Kirchengemeinde. Unserer Meinung nach müssen hier neue Akzente gesetzt werden. Kirchliche Altenarbeit neu zu denken bedeutet hierbei, Menschen mit ihren Lebensthemen, ihren biografischen Herausforderungen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen und Ideen zu entwickeln, wie man im Rahmen kirchlicher Arbeit diese Themen aufgreifen und programmatisch umsetzen kann. Altenarbeitsprojekte beginnen damit, dass Menschen ihre Bedürfnisse, Sorgen und Interessen miteinander teilen. Gemeinsam entdecken sie die Möglichkeiten, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun. Gemeinwohl und Eigensinn greifen hier ineinander.
In verschiedenen Funktionen sind wir in diesen Wandel eingebunden, bieten Beratung und fachliche Begleitung an und bilden Kolleginnen und Kollegen fort. Mit unserem Buchprojekt versuchen wir aufzuzeigen, wohin unseres Erachtens „die Reise geht“. Wir greifen unsere Erfahrungen in der Altenarbeit auf, die auch bei uns zu Einstellungsänderungen geführt haben. Vieles davon thematisieren wir seit Jahren in gemeinsamen Fortbildungen in der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die praktischen Erfahrungen mit diesen Ansätzen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir bilden darin ab, wie wir den Stand der kirchlichen Altenarbeit sehen und zeichnen – vor dem Hintergrund gerontologischer Theorieelemente – die Entwicklungslinien nach. Wir wollen dazu beitragen, die Lücke zwischen der gerontologischen Fachliteratur und Veröffentlichungen zu einzelnen Arbeitsfeldern zu füllen.
Wir haben das Buch in drei Teile gegliedert.
In Teil I Zusammenhänge erkennen finden Sie theoretische Grundlagen für die Altenarbeit. Wir haben uns dabei auf die unserer Erfahrung nach für Altenarbeit relevanten Theorien beschränkt und sie bewusst kurz umrissen. Die Literaturempfehlungen und die Hinweise aufs Internet am Schluss jedes Artikels laden zur Vertiefung des Themas ein. Entsprechende Informationen finden Sie ebenfalls in den Beiträgen des zweiten Teils.
Teil II Weichen stellen baut auf den theoretischen Einsichten auf und stellt Konzepte und Anknüpfungspunkte für die konkrete Altenarbeit im kirchlichen Kontext dar. So entsteht eine eigene Praxistheorie kirchlicher Altenarbeit. Hier geht es also um die Aufarbeitung und Konkretion der Theorie für die Praxis vor Ort.
Teil III Neue Wege beschreiten führt vielfältige Praxisprojekte an, die von den Initiatoren selbst vorgestellt werden. Sie finden darin Anregungen für eigene Ideen. Die gelungenen Projekte zeigen, wie die Theorie in Praxiskonzepte und ganz konkrete Handlungsoptionen vor Ort münden kann.
Martin Erhardt Diplom-Sozialpädagoge, Supervisor und systemischer Berater, Referent für Bildungsarbeit mit älteren Erwachsenen im Fachbereich Erwachsenenbildung und Familienbildung des Zentrums Bildung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Darmstadt sowie in freier Praxis tätig. [email protected]
Lothar Hoffmann Diplom-Sozialarbeiter, Erwachsenenbildner M.A., Referent für Fortbildung und Organisationsentwicklung mit Schwerpunkt gemeindepädagogischer Themen im Institut für kirchliche Fortbildung, Landau (Evangelische Kirche der Pfalz). [email protected]
Horst Roos Diplom-Religionspädagoge, Sozialgerontologe, gestalttherapeutischer Berater, Validationsgruppenleiter, Diakon für Altenarbeit im Protestantischen Dekanat Frankenthal (Evangelische Kirche der Pfalz) [email protected]
Martin Erhardt, Lothar Hoffmann und Horst Roos Darmstadt, Landau, Frankenthal im Januar 2014
Braucht die Praxis der Altenarbeit ein theoretisches Hintergrundwissen? Wir meinen: ja. Allzu viel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Es ist gut, diese Veränderungen zur Sprache zu bringen, um daraus Schlüsse für die Altenarbeit ziehen zu können. Wir gehen auf eine Gesellschaft des langen Lebens zu, eine historisch noch nie dagewesene Situation. Die späte Lebensphase wird nicht nur länger, sie differenziert sich auch mehr und mehr aus. Das Alter hat heute viele Gesichter. Dies wollen wir in 14 Kapiteln entfalten.
Wir gehen darauf ein, welche Auswirkungen die Gesellschaft des langen Lebens auf die Altenarbeit hat (Kap. 1) und wie sich innerkirchlich unsere Wahrnehmung der Lebensphase Alter ändern muss (Kap. 2). Die Theorie des dritten Lebensalters (Kap. 3) verdeutlicht, dass Altenarbeit immer auch spezifische Arbeit für die unterschiedlichen Altengenerationen bedeutet.
Das Kapitel über das Lebenslagenkonzept (Kap. 8) macht auf die Individualität des Alterns aufmerksam und ist die Grundlage für die notwendige Differenzierung auch der Altenarbeit. Unterschiedliche Altersdefinitionen (Kap. 6), das Denken in Milieuperspektiven (Kap. 7) und der Blick auf Genderaspekte (Kap. 4) verdeutlichen, wie komplex und mehrdimensional die Lebensphase Alter sich heute darstellt.
Das Kapitel über die Alter(n)stheorien (Kap. 5) zeigt, wie sehr das Alter auch Teil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung ist. In den Kapiteln über Alter(n) und Bildung (Kap. 9) und selbstorganisiertes Lernen im Prozess des Alterns (Kap. 10) geht es darum, wie Ältere sich mit ihrem Älterwerden auseinandersetzen. Ein Teil dieses Lernprozesses kann auch das bürgerschaftliche Engagement sein (Kap. 14).
Das Kapitel „Altenarbeit und Kirche im Wandel“ zeigt, dass sich mit der Öffnung für die „jüngeren Älteren“ auch die Kirche selbst verändert (Kap. 11), dabei geht es auch um einen anderen Umgang mit spirituellen Fragen (Kap. 12). Auch von den Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen gibt es viel zu lernen (Kap. 13).
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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