Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Es tut mir leid, Marie. Ich muss jetzt aufhören. Ja, ich rufe dich wieder an. Nein, heute nicht mehr. Ich habe jede Menge zu tun. Ja, ich liebe dich auch! Bis bald. Ciao!« Erleichtert beendete Konstantin Wagner das heimliche Telefonat. Er hielt sein Handy noch in der Hand, als die Frau, in deren Wohnung er zurzeit wohnte, zur Tür hereinkam. Melanie hatte sich nur ein Handtuch um den schlanken Körper geschlungen. Ihr nasses Haar tropfte, doch sie störte sich nicht daran. »Mit wem hast du eben gesprochen?« fragte sie mit spitzer Stimme und einem misstrauischen Blick auf das Telefon in seiner Hand. Konstantin war noch in Gedanken vertieft gewesen und zuckte erschrocken zusammen. »Mit …, äh …, mit meiner Mutter. Ich soll dich schön grüßen.« »Deine Mutter ist doch im Urlaub auf Gran Canaria. Hat sie nicht gesagt, sie telefoniert von dort aus nicht, weil ihr die Kosten zu hoch sind?« »Tatsächlich?«
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2022
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
»Es tut mir leid, Marie. Ich muss jetzt aufhören. Ja, ich rufe dich wieder an. Nein, heute nicht mehr. Ich habe jede Menge zu tun. Ja, ich liebe dich auch! Bis bald. Ciao!« Erleichtert beendete Konstantin Wagner das heimliche Telefonat. Er hielt sein Handy noch in der Hand, als die Frau, in deren Wohnung er zurzeit wohnte, zur Tür hereinkam. Melanie hatte sich nur ein Handtuch um den schlanken Körper geschlungen. Ihr nasses Haar tropfte, doch sie störte sich nicht daran.
»Mit wem hast du eben gesprochen?« fragte sie mit spitzer Stimme und einem misstrauischen Blick auf das Telefon in seiner Hand.
Konstantin war noch in Gedanken vertieft gewesen und zuckte erschrocken zusammen. »Mit …, äh …, mit meiner Mutter. Ich soll dich schön grüßen.«
»Deine Mutter ist doch im Urlaub auf Gran Canaria. Hat sie nicht gesagt, sie telefoniert von dort aus nicht, weil ihr die Kosten zu hoch sind?«
»Tatsächlich?« spielte Konstantin den Ahnungslosen. »Dann hat sie eben wohl eine Ausnahme gemacht. Sie hatte so große Sehnsucht nach ihrem einzigen Sohn.« Er warf einen Blick auf seine leicht bekleidete Freundin und zog sie kurzerhand an sich. Melanie widerstrebte zunächst.
»Warum lügst du mich ständig an?« fragte sie, als er endlich gewonnen hatte und ihr besänftigend über den Rücken streichelte. »Warum bist du bei mir und telefonierst doch die ganze Zeit mit anderen Frauen? Warum liebst du mich nicht?«
»Engelchen, das tue ich doch«, gurrte Konstantin, der sich sicher war, wieder einmal gewonnen zu haben. »Ich kann auch nichts dafür, dass mich die Frauen umschwärmen wie die Motten das Licht. Dabei habe ich nur Augen für dich. Ich liebe dich wirklich.«
Melanie, die diese Beteuerungen schon mehr als einmal gehört hatte, wollte den schönen Worten ihres Freundes jedoch nicht länger Glauben schenken. Seit sie Konstantin vor einigen Monaten kennen- und liebengelernt hatte, bewachte sie ihn eifersüchtig und wollte ihn ganz für sich alleine haben. Das schien jedoch ein größeres Problem zu sein, als sie angenommen hatte. Deshalb beschloss Melanie in diesem Augenblick, Nägel mit Köpfen zu machen. Sie wollte endlich Sicherheit in ihr Leben und ihre Beziehung mit Konstantin bringen.
»Wie lange sind wir jetzt zusammen?« ging sie auf seinen schmeichelnden Tonfall ein und schmiegte sich eng an ihn.
»Vier Monate? Oder fünf?« mutmaßte Konstantin und küsste ihren Hals.
»Du weißt nicht mehr, wann wir uns zum ersten Mal begegnet sind?«
»Engelchen, ich bin doch kein Computer. Daten sind für mich nicht wichtig. Das, was zählt, ist doch, dass wir uns lieben und zusammen sind.«
»Das reicht mir nicht. Ich will endlich einen Beweis für deine Liebe. Heirate mich, Konstantin«, sagte Melanie sanft. Dabei war ihr sehr bewusst, dass sie alles auf eine Karte setzte. Doch die Hoffnungen, die sie heimlich genährt hatte, wurden schlagartig zerstört. Kaum hatte sie diesen Satz ausgesprochen, als Konstantin innerlich erstarrte. Er fasste seine Freundin bei den Schultern und schob sie unsanft von sich.
»Heiraten? Bist du verrückt geworden? Glaubst du allen Ernstes daran, dass eine Liebe überdauern kann, die in ein solches Korsett aus Verpflichtungen und Konventionen gesteckt wird?« herrschte er sie ärgerlich an.
Melanie zuckte verwirrt zurück. Eine so heftige Reaktion hatte sie nicht erwartet.
»Ich finde es nun mal schön, mich öffentlich zu dem Menschen zu bekennen, den ich liebe. Was sollte daran verkehrt sein?«
»Diese Frage kannst du den zahlreichen Geschiedenen in unserem Land stellen und nicht mir«, bauschte Konstantin die Situation künstlich zu einem großen Problem auf. »Ich dachte, du bist anders als die anderen. Aber offenbar willst du mich und unsere Liebe auch nur an eine Kette legen. Glaubst du etwa, Treue kann man sich mit einem Ehering erkaufen? Entweder einer bleibt freiwillig oder gar nicht. Das ist meine Meinung«, steigerte sich Konstantin immer mehr in seine Aufregung hinein. Melanie stand wie ein begossener Pudel vor ihm und sah ihn verwirrt an.
»Schon gut, ich habe verstanden. Entschuldige, ich wollte dich nicht verletzen«, murmelte sie verstört. »Ich ziehe mich an, dann können wir einkaufen gehen«, wollte sie daher rasch zur Tagesordnung zurückkehren.
Aber für Konstantin war der Moment gekommen, der in ihm regelmäßig eine Fluchtreaktion auslöste. Keine zehn Pferde hätten ihn in diesem Augenblick in der Wohnung seiner Freundin gehalten.
»Es tut mir leid, Melanie. Ich glaube, ich brauche ein wenig Abstand von unserer Beziehung«, erklärte er kurzerhand und begann, ein paar Sachen in eine Reisetasche zu werfen. »Was tust du da?«
»Das siehst du doch. Ich packe.«
»Aber warum?«
»Mir wird es hier zu eng. Die Luft ist zu dick zum Atmen. Ich ziehe für eine Weile zu Raoul. Du kannst mich auf dem Handy erreichen.« Noch ehe Melanie dazu etwas sagen konnte, hatte Konstantin auch schon den Reißverschluss seiner Tasche zugezogen. Er drückte ihr einen halbherzigen Kuss auf die Stirn und stürmte aus dem Zimmer. Wenig später fiel die Wohnungstür ins Schloss. Deprimiert trat Melanie ans Fenster und blickte hinunter auf die Straße, auf der Konstantin mit großen Schritten davoneilte. Sie wusste nicht, was sie von alldem halten sollte und konnte noch nicht einmal weinen, so verwirrt und verstört war sie.
*
Während anderswo Welten zusammenbrachen, saß Dr. Daniel Norden an diesem Samstagmorgen gemütlich mit seiner Familie am Frühstückstisch. Wie häufiger in letzter Zeit war Mario Cornelius mit von der Partie. Der Adoptivsohn von Felicitas Nordens Vater Johannes Cornelius hatte eine medizinische Beraterstelle in der Firma VITA-PRO inne und hielt sich zur beiderseitigen Zufriedenheit in letzter Zeit öfter in München auf. Bei einem Gespräch über seine Arbeit waren die Männer auf ein Thema gekommen, das Daniel in letzter Zeit besonders bewegte. »Es ist erschreckend, wie Herz- und Kreislauferkrankungen in letzter Zeit zugenommen haben. Auch die Schlaganfallhäufigkeit lässt alle Alarmglocken läuten.«
»Ich verstehe nicht, warum die Menschen mit ihrer Gesundheit nicht etwas verantwortungsvoller umgehen«, antwortete Mario Cornelius nachdenklich. »Es ist eine sehr merkwürdige Entwicklung im Gange. Einerseits wird gesunde Ernährung und sportliche Betätigung propagiert wie selten zuvor«, warf Fee ein, die dem Gespräch aufmerksam folgte. »Andererseits verbringen immer mehr Menschen nicht nur ihre Arbeitszeit, sondern auch ihre Freizeit vor den verschiedensten Bildschirmen.«
»Fettleibigkeit ist ein Problem, mit dem wir uns auch bei Jugendlichen zunehmend auseinandersetzen müssen«, konnte Daniel Norden seiner Frau nur beipflichten. »Ein bisschen Babyspeck ist nicht so schlimm. Das verschwindet doch meist von selbst, wenn man erwachsen wird«, wusste der zweitälteste Sohn der Familie Norden aus eigener Erfahrung zu berichten. Es hatte eine Zeit gegeben, in der er selbst nicht ganz schlank gewesen war. Doch nun konnte er eine durchtrainierte, ansprechende Figur vorweisen, wie ihm die bewundernden Blicke der Mädchen jeden Tag aufs Neue bewiesen. Mit diesem Einwand war Daniel nur teilweise einverstanden. »Wenn es sich um Babyspeck handelt, gebe ich dir natürlich recht. Gefährlich wird es in dem Moment, in dem die Kalorienzufuhr dauerhaft nicht mehr mit der Verbrennung übereinstimmt.«
»Warum ist Übergewicht eigentlich so schlimm?« erkundigte sich Anneka, die älteste Tochter der Familie, interessiert.
»Wie neueste Forschungen ergeben haben, werden Fettzellen bereits in der Kindheit angelegt und sind dafür verantwortlich, dass aus dicken Kindern häufig dicke Erwachsene werden, die mit frühzeitigen Verschleißerscheinungen zu kämpfen haben«, erklärte Daniel seinen Kindern in leicht verständlichen Worten.
»Vorbeugung heißt auch hier wieder einmal das Zauberwort. Allerdings kenne ich andere Studien, die belegen, dass es nie zu spät ist, mit einer gesunden Lebensweise anzufangen«, bemerkte Mario und nahm die Broschüre in die Hand, die Daniel ihm gezeigt hatte.
Der Arzt nickte bestätigend.
»Das ist auch der Grund, warum ich mich dazu entschieden habe, dieses Vorsorgeprogramm mit in mein Praxisangebot aufzunehmen. Eine Kollegin hat mich darauf gebracht. Charlotte Mechthold führt diesen Gesundheitscheck schon seit einiger Zeit durch. Nach anfänglicher Zurückhaltung findet der Test inzwischen großen Anklang bei ihren Patienten.«
»Diese Idee finde ich sehr interessant.«
»Leider übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen solchen Check noch nicht. Ihnen ist noch nicht zu Ohren gekommen, dass Vorsorgen besser ist als Heilen«, seufzte Felicitas bedrückt. Sie wusste, wie sie die Gesundheit ihrer Familie schützen und dauerhaft aufrecht erhalten konnte. Doch viele Menschen hatten den gesunden Instinkt verloren und mussten neu lernen, was ihrem Körper und damit auch Geist und Seele guttat. Daniel warf seiner Frau einen liebevollen Blick zu.
»Ich bin vollkommen überzeugt von diesem Vorsorgeprogramm. Deshalb werde ich es trotzdem anbieten. Der Erfolg von Frau Mechthold macht mir Mut, dass auch meine Patienten dieses Angebot annehmen werden.«
»Ich bin mir sicher, dass du Anklang finden wirst«, unterstützte Mario die Pläne seines Schwagers, während er durch das Faltblatt der Kollegin blätterte. »Das System bietet einen weiteren großen Anreiz. Wer möchte nicht erfahren, wie weit sein physisches Alter von den tatsächlich gelebten Lebensjahren abweicht?« fragte er, selbst neugierig geworden. »Ich stelle mich freiwillig als Versuchskaninchen zur Verfügung.«
»Du willst doch nur die Bestätigung, wie fit du bist«, lächelte Felicitas, sichtlich amüsiert über das Vorhaben ihres Stiefbruders. »Rank und schlank wie eine Tanne und durchtrainiert wie ein junger Gott. Welches Ergebnis erwartest du denn?«
Mario grinste breit, sagte aber nichts mehr. Natürlich wusste er, dass Felicitas recht hatte und er ein durch und durch positives Ergebnis erhalten würde. Nicht allen Patienten war das vergönnt. »Die körperliche Untersuchung kombiniert mit einer gründlichen Befragung der Lebensgewohnheiten und Familienhistorie erlaubt eine gute Beratung hinsichtlich der Dinge, die man in seinem Leben ändern sollte, um sich die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu bewahren«, las Daniel Norden inzwischen laut aus dem Text der Broschüre vor.
»So einen Check will ich auch machen«, meldete sich Jan Norden eifrig zu Wort. Bisher hatte er dem Gespräch der Erwachsenen schweigend gelauscht, doch nun konnte er seine Neugier nicht länger im Zaum halten. Seine Zwillingsschwester Dési lachte ihn laut aus.
»Papi wird feststellen, dass du die Schokolade, die Mario uns mitgebracht hat, wieder ganz alleine aufgegessen hast.«
»Und ich hab’ gesehen, wie du dir mit deiner Freundin neulich im Supermarkt heimlich Süßigkeiten gekauft hast«, gab Janni zurück und verschränkte beleidigt die Arme vor dem wohlgenährten Bauch.
»Deshalb verordne ich euch heute einen Besuch im Schwimmbad«, lachte Felicitas unbeschwert. »Toll! Hurra!« stimmten die Kinder begeistert zu. Nur Felix hielt sich noch zurück.
»Kommt ihr auch mit?« fragte er die Erwachsenen skeptisch. »Mit einem Kindergarten will ich nicht unterwegs sein. Was sollen denn da die Mädchen von mir denken?«
»Natürlich kommen wir mit. Immerhin haben wir jetzt eine ansehnliche Portion an Croissants und Frühstückseiern verdrückt. Das muss wieder abtrainiert werden. Schließlich wollen wir mindestens hundert Jahre alt werden«, erklärte Mario Cornelius gut gelaunt und kitzelte seine Nichte Dési. Die kicherte, während Daniel Norden sich erhob und hinzufügte:
»Und um wieder Platz zu schaffen, für Lennis herrliches Mittagessen, auf das ich mich jetzt schon freue.«
Unter fröhlichem Gelächter wurde damit die Tafel aufgehoben. Alle Hände packten fleißig mit an, damit der Plan, ins Schwimmbad zu gehen, so schnell wie möglich in die Tat umgesetzt werden konnte. Die wenigen Stunden an Freizeit, die der Familie gemeinsam blieb, wollten sinnvoll und zum Vergnügen aller genutzt werden, ehe der Alltag sie wieder fest im Griff hatte und das Gespräch über Gesundheitsvorsorge für Daniel Norden nicht mehr nur graue Theorie war.
*
Auch Doktor Charlotte Mechthold blickte zufrieden auf den Frühstückstisch. Sie war für das Wochenende mit ihren beiden Kindern Lisa und Chris nach Bremen geflogen, wo ihr Freund Martin Krause lebte, wenn er nicht gerade als Unternehmensberater durch die Lande fuhr. »Schade, dass das Wochenende immer so schnell vorbeigeht«, seufzte Charlotte nun mit einem Blick auf den Kalender. »Nur noch ein paar Stunden und wir sitzen wieder im Flieger Richtung München.«
»Aber diesmal komme ich mit.«
»Das ist wirklich lieb von dir. Ich habe ein paar Reparaturen am Haus zu erledigen. Da könntest du mir vielleicht unter die Arme greifen.«
»Nichts lieber als das«, erklärte sich Martin einverstanden. »Und die Kinder helfen mir dabei. Das sollte doch ein Grund für gute Laune sein, nicht wahr?« fragte Martin mit einem hoffnungsvollen Blick in die Runde. Doch die Begeisterung der beiden Kinder hielt sich in Grenzen. Sie murmelten Unverständliches und zogen es vor, um die Zuckerdose zu streiten.
»Ich hatte sie zuerst. Gib sie her!« rief Lisa und wollte sie Chris aus der Hand reißen. Der ließ sich natürlich nicht in diesem Ton von seiner kleinen Schwester befehligen lassen und wehrte sich entsprechend.
»Wir wollen doch mal sehen, wer der Stärkere ist.«
Noch ehe Charlotte eingreifen konnte, kam es, wie es kommen musste. Die Dose rutschte Chris aus der Hand und der Inhalt verteilte sich weiträumig über den Teppichboden.
»Könnt ihr euch denn nicht ein einziges Mal wie normale Menschen benehmen?« rief Martin außer sich. »Ich arbeite unter der Woche wie ein Stier. Da habe ich am Wochenende ein Recht auf meine Ruhe und Frieden. Wenn ich euer Vater wäre, würde ich für Ordnung sorgen«, schnaubte er wütend.
Diesen Kommentar, der sie schlagartig einte, konnten die Kinder natürlich nicht ohne Widerrede auf sich sitzen lassen. »Du bist aber nicht unser Vater und kannst uns gar nichts sagen«, riefen Lisa und Chris wie aus einem Mund.
»Charlotte, was sagst du dazu? Steh mir bei!« wandte sich Martin fassungslos an seine Freundin. Doch die hielt sich die Ohren zu und schüttelte mit verzweifelter Miene den Kopf.
»Könnt ihr drei euch nicht ein einziges Mal vertragen? Immer gibt es Ärger, wenn wir zusammen sind. Ich halte das nicht mehr aus«, stöhnte Charlotte genervt. Sie machte einen wirklich unglücklichen Eindruck, sodass sich Martin und die Kinder betroffen ansahen. Lisa sprang auf und kuschelte sich an ihre Mama.
»Tut uns leid, Mama. Wir wollen dich nicht ärgern.«
»Entschuldige«, gab sich der vierzehnjährige Chris männlich zurückhaltend. »Aber Martin muss ja nicht immer gleich so ein Geschrei machen, wenn mal was passiert.«
»Mir tut es auch leid. Zumal ich weiß, dass du viel um die Ohren hast und ich dir die wenige Zeit, die du hier mit mir verbringen kannst, eigentlich besonders schön machen will«, räumte Martin schließlich zähneknirschend und den triumphierenden Blick der Kinder meidend schließlich ein.
Charlotte holte tief Luft, nahm die Hände von den Ohren und seufzte.
»Schon gut. Was fangen wir denn nun mit dem angebrochenen Tag an?«
