Am Krankenbett der Tochter - Patricia Vandenberg - E-Book

Am Krankenbett der Tochter E-Book

Patricia Vandenberg

0,0

Beschreibung

Die schönsten Dr. Norden Romane in einer Serie zusammengefasst. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Er sucht nach Hintergründen, nach der Ursache, warum dem Patienten nicht zu helfen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Na, das war ja ein schöner Reinfall gestern«, bedauerte Felicitas Norden ihren Versuch, ihrer Familie mit Hilfe eines persönlichen Fitnesstrainers ein schonendes Aufwärmtraining beizubringen. Bei einem unglücklichen Sprung war ihr Mann Daniel falsch aufgekommen und hatte seitdem Schmerzen im Knöchel. Und ihre Tochter Anneka lag am nächsten Morgen erkältet im Bett. »Statt euch fit zu machen, habe ich unser Haus in ein Lazarett verwandelt.« Erschöpft von der schlaflosen Nacht lag Anneka im Bett und sah ihre Mutter aus müden Augen an. »Ach, Mamilein, du kannst doch nichts dafür, dass es in der Halle so kalt war«, versuchte sie, Fee mit verschnupfter Stimme zu trösten. »Und dass Papi umgeknickt ist, ist doch auch nicht deine Schuld.« »Trotzdem bin ich enttäuscht und traurig, dass das so danebengegangen ist«, gab die Ärztin offen zu. »Schließlich wollte ich euch eine Freude machen.« Einen Moment lang haderte Felicitas noch mit ihrem Schicksal, ehe sie diesen Gedanken entschieden zur Seite schob. »Aber Hauptsache, ihr werdet schnell wieder gesund.« Ihr forschender Blick wanderte hinüber zum Nachtkästchen, wo sie allerlei Hausmittel deponiert hatte. Eine Erkältungssalbe für Brust und Rücken war ebenso dabei wie Tee mit frisch gepresster Zitrone und zuckerfreie Halsbonbons. Annekas Blick folgte dem ihrer Mutter. »Das muss ich unbedingt«, bekräftigte sie Fees Meinung. »Heute Nachmittag wird doch Leon operiert.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2022

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Dr. Norden Liebhaber Edition – 30 –Am Krankenbett der Tochter

Fee Norden ist Ärztin – und Mutter!

Patricia Vandenberg

»Na, das war ja ein schöner Reinfall gestern«, bedauerte Felicitas Norden ihren Versuch, ihrer Familie mit Hilfe eines persönlichen Fitnesstrainers ein schonendes Aufwärmtraining beizubringen. Bei einem unglücklichen Sprung war ihr Mann Daniel falsch aufgekommen und hatte seitdem Schmerzen im Knöchel. Und ihre Tochter Anneka lag am nächsten Morgen erkältet im Bett. »Statt euch fit zu machen, habe ich unser Haus in ein Lazarett verwandelt.«

Erschöpft von der schlaflosen Nacht lag Anneka im Bett und sah ihre Mutter aus müden Augen an.

»Ach, Mamilein, du kannst doch nichts dafür, dass es in der Halle so kalt war«, versuchte sie, Fee mit verschnupfter Stimme zu trösten. »Und dass Papi umgeknickt ist, ist doch auch nicht deine Schuld.«

»Trotzdem bin ich enttäuscht und traurig, dass das so danebengegangen ist«, gab die Ärztin offen zu. »Schließlich wollte ich euch eine Freude machen.« Einen Moment lang haderte Felicitas noch mit ihrem Schicksal, ehe sie diesen Gedanken entschieden zur Seite schob. »Aber Hauptsache, ihr werdet schnell wieder gesund.« Ihr forschender Blick wanderte hinüber zum Nachtkästchen, wo sie allerlei Hausmittel deponiert hatte. Eine Erkältungssalbe für Brust und Rücken war ebenso dabei wie Tee mit frisch gepresster Zitrone und zuckerfreie Halsbonbons.

Annekas Blick folgte dem ihrer Mutter.

»Das muss ich unbedingt«, bekräftigte sie Fees Meinung. »Heute Nachmittag wird doch Leon operiert. Es ist furchtbar, dass ich ihn nicht besuchen kann.« Diese Tatsache erschütterte sie noch viel mehr, als dass ihr die Erkältung zu schaffen machte. Unglücklich zog sie die Bettdecke hoch und dachte an den jungen Mann, in den sie sich unsterblich verliebt hatte.

Dem Zufall war es zu verdanken, dass Anneka Norden ihren Sandkastenfreund Leon Matthes in der Praxis ihres Vaters wiedergetroffen hatte. Er war inzwischen ein aufstrebender Tennisstar und hatte sich nach einem Zusammenbruch schweren Herzens dazu entschlossen, seinen Bandscheibenvorfall in der Behnisch-Klinik operieren zu lassen. Ein paar Treffen und intensive Gespräche zwischen Anneka und Leon hatten genügt, um eine zarte Liebe zwischen den beiden zu entfachen, die von Tag zu Tag wuchs und sich entwickelte. Und nun konnte die junge Frau ihrem Freund in seinen schweren Stunden nicht beistehen!

Felicitas saß am Bett ihrer Tochter und blickte verständnisvoll auf sie hinab. Sie wusste, woran Anneka in diesem Augenblick dachte, und suchte nach Worten, die sie trösten konnten.

»Nach der Operation wird Leon ohnehin erst mal erschöpft und froh sein, wenn er seine Ruhe hat«, erklärte sie. Gleichzeitig ahnte sie, dass es kein Wort gab, um den Schmerz ihrer Tochter zu lindern.

»Aber wenn ich nicht komme, glaubt er vielleicht, dass ich mich nicht mehr für ihn interessiere«, jammerte Anneka denn auch und putzte sich die Nase mit dem Taschentuch, das ihre Mutter ihr reichte.

Fee fühlte sich genauso verantwortlich für die Verletzung ihres Mannes wie für die Erkältung ihrer Tochter und sann über eine Lösung nach.

»Was hältst du davon, wenn du Leon einen kleinen Brief schreibst?«, kam ihr schließlich die rettende Idee. »Den kann ich ihm dann in die Klinik mitbringen, nachdem ich deinen Vater in der Praxis abgeliefert habe.«

Über diesen Vorschlag musste Anneka nicht lange nachdenken.

»Ach, Mami, du bist einfach die Beste!«, verfiel sie unwillkürlich in die kindliche Anrede, die sie sich eigentlich seit Jahren abgewöhnt hatte. Aber manchmal tat es so gut, sich wie ein kleines Mädchen zu fühlen, umsorgt von der wärmenden Liebe der Mutter.

Lächelnd stand Fee auf und holte Stift und Papier vom Schreibtisch ihrer Tochter. Dann verließ sie das Zimmer, um Anneka in Ruhe eine kleine Liebesbotschaft verfassen zu lassen und sich selbst darum zu kümmern, dass auch Daniel gut versorgt war.

*

»Ich mache mir solche Vorwürfe«, seufzte Fee, als sie ihren Mann auf dem kurzen Fußweg vom Wagen in die Praxis stützte. »Hätte ich nicht diese dumme Idee mit dem persönlichen Fitnesstraining gehabt, wäre das nicht passiert.« Mit einer Hand hielt sie Daniel am Arm fest und drückte mit der anderen die Tür zur Praxis auf.

»Ach, halb so wild«, gab Daniel so unbeschwert wie möglich zurück.

»Wir hätten doch lieber schön gepflegt ins Theater oder in die Oper gehen sollen«, fuhr Fee jedoch mit ihren Selbstvorwürfen fort und half dem Verletzten, durch den Flur der Praxis an den Tresen zu humpeln.

Dort angekommen stützte sich Daniel ab und begrüßte lächelnd seine beiden Assistentinnen Wendy und Janine, die zuverlässig wie jeden Morgen alles für die Sprechstunde vorbereitet hatten.

»Guten Morgen, Chef! Was ist denn passiert?«, erkundigte sich Wendy erschrocken, und auch ­Janine machte ein besorgtes Gesicht.

»Meine liebe Frau wollte den sportlich bedingten Verletzungen in der Familie ein Ende bereiten«, gab der Arzt bereitwillig Auskunft. »Deshalb hat Fee einen Fitnesstrainer engagiert, der uns das richtige Aufwärmen beibringen sollte.«

»Dabei ist Dan gestern Abend so unglücklich umgeknickt, dass er sich am Knöchel verletzt hat«, ergänzte Fee den Bericht ihres Mannes.

»Herrje, warum machen Sie denn auch solche Sachen?«, entfuhr es Janine. »Lassen Sie mich raten. Wie ich Sie kenne, haben Sie sich mal wieder richtig ins Zeug gelegt«, sagte sie ihrem Chef lächelnd auf den Kopf zu.

Am liebsten hätte Daniel lautstark widersprochen. Nachdem seine Frau aber Zeugin der Szene vom vergangenen Abend geworden war, konnte er es nicht leugnen.

»Na ja …«

»Dabei haben ausgerechnet Sie das überhaupt nicht nötig«, unterbrach Wendy ihn kopfschüttelnd. »Ich kenne nicht viele Männer, die in Ihrem Alter noch so fit sind.«

»Das hab ich ihm auch schon gesagt. Aber auf mich will er einfach nicht hören«, lächelte Fee, der die Kommentare der beiden Assistentinnen sichtlich gut taten. Auf diese Weise wog ihre Schuld nicht mehr gar so schwer.

In diesem Augenblick betrat Danny Norden die Praxis. Während er die Kälte aus den Gliedern schüttelte, betrachtete er den kleinen Auflauf am Tresen.

»Nanu, was ist denn hier los?«, erkundigte er sich verdutzt.

Schlagartig hellte sich Daniels Miene auf.

»Gut, dass du kommst. Du kannst mich aus den Fängen der weiblichen Emanzipation retten. Das bist du mir schuldig, weil du doch gestern Abend schon gekniffen hast.«

In diesem Augenblick fiel Danny auf, dass sein Vater nur ein Bein belastete. Ein freches Grinsen breitete sich auf seinem markanten Gesicht aus.

»Lass mich raten: Du hast gestern versucht, Mums Fitnesstrainer zu beeindrucken.«

»Woher denn!«, entrüstete sich Daniel augenzwinkernd. »Ich wollte einzig und allein deine Mutter beeindrucken.«

»Das ist dir wahrhaftig gelungen.« Tröstend streichelte Fee über den Arm ihres Mannes und sah dann auf die Uhr. »Nachdem du hier in guten Händen bist, kann ich jetzt ruhigen Gewissens in die Klinik fahren, oder? Wenn ich Marios Worten Glauben schenken darf, wird es heute ziemlich turbulent. Wir haben gleich heute Früh drei OPs. Ich weiß gar nicht, was zur Zeit los ist.«

»Mach dir keine Sorgen, Mum«, erwiderte Danny, ehe sein Vater Gelegenheit dazu hatte. »Heute Abend ist dein Mann wieder wie neu. Dafür sorge ich schon.«

Fee lachte und küsste Daniel zum Abschied auf den Mund. Sie winkte Danny, Janine und Wendy zu und machte sich dann auf den Weg in die Behnisch-Klinik, wo sie im Rahmen ihrer Fortbildung zur Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Praktikum in der Pädiatrie absolvierte.

Die Tür war noch nicht hinter ihr in Schloss gefallen, als Danny seinen Vater am Arm nahm und ihn hinüber in eines der Behandlungszimmer führte. Dort angekommen hieß er ihn das Hosenbein hochziehen. Schuh und Socke zog er ihm eigenhändig vom Fuß und begann mit der Untersuchung.

»Wenn ich mir den Knöchel so ansehe, solltest du lieber auf eine passive Sportart wie Fußballschauen umsteigen«, erklärte er nachdenklich. »Der Knöchel ist ziemlich geschwollen.« Behutsam bewegte er das Fußgelenk auf und ab, drehte es nach rechts und links.

»Ach was«, stöhnte Daniel gequält auf. »Das ist mir noch gar nicht aufgefallen.«

»Zu dumm, dass Tatjana und ich gestern keine Zeit hatten. Vielleicht wärst du dann nicht so übermütig geworden.«

»Ich hab doch nichts getan«, verteidigte sich Daniel Norden. »Was kann ich denn dafür, dass ich umgeknickt bin? Vor Schmerzen konnte ich heute Nacht kaum schlafen.«

Inzwischen hatte Danny seine Untersuchung beendet und stand auf.

»Du hast nochmal Glück gehabt. Es ist nichts gerissen. Nur gedehnt. Das ist schmerzhaft, aber nicht gefährlich.« Er ging zum Schrank, um eine Tube mit Salbe und einen Stützverband zu holen. »Allerdings solltest du in Zukunft etwas vorsichtiger sein. In deinem Alter werden solche Verletzungen gerne mal chronisch«, bemerkte der junge Arzt, während er den Knöchel seines Vaters bandagierte. Dabei machte er ein ernstes Gesicht, doch um seine Mundwinkel zuckte es verdächtig.

»Willst du damit sagen, dass du deinem armen alten Herrn das Salz des Lebens nehmen und ihn zum Zuschauen verdammen willst?«, fragte Daniel.

Danny lachte laut heraus und klebte ein Stück Leukoplast auf das Ende des Verbands, um es zu fixieren.

»Ein Glück, dass Mum das jetzt nicht gehört hat. Sie geht sicher davon aus, dass sie das Salz deines Lebens ist.«

Daniel Nordens Augen blitzten vergnügt, als er von der Liege herunterrutschte und vorsichtig auftrat. So gestützt schmerzte der Knöchel kaum noch.

»Merk dir eines, mein Sohn«, erklärte er mit hoch erhobenem Zeigefinger. »Sport ist die schönste Nebensache der Welt.« Daniel machte eine kunstvolle Pause. »Deine Mutter dagegen ist die schönste Hauptsache der Welt.«

»Das ist ja unfassbar, Dad! Ich hätte nie gedacht, dass du so ein Charmeur bist«, bemerkte Danny gut gelaunt und hielt seinem Vater die Tür auf. »Da kann ich mir glatt noch eine Scheibe abschneiden.«

Daniel sagte dazu nichts mehr. Statt dessen lächelte er vielsagend, ehe er sich gut versorgt und zufrieden an die Arbeit machte.

*

»Wie oft muss man Ihnen eigentlich erklären, wie man so einen Schläger hält?« Bebend vor Wut stand die Golf-Trainerin Franziska Weiß vor ihrer völlig eingeschüchterten Schülerin, die immerhin über vierzig Jahre alt war. Ihre Stimme hallte von den Wänden des Golfcenters, das um diese Jahreszeit gut besucht war. »Das kann doch nicht so schwer sein!« Ohne mit der Wimper zu zucken, riss sie ihrem Schützling den Schläger aus der Hand und stellte sich an den Abschlagplatz.

Doch Frau von Soltenau hatte keine Nerven mehr. Sie kämpfte mit den Tränen und wandte sich ab.

»Schon gut. Dieser Sport ist einfach nichts für mich. Das lerne ich sowieso nicht.« Während sie davon stapfte, zerrte sie verzweifelt an dem weißen Handschuh ihrer rechten Hand.

Ungläubig starrte Franziska ihrer Schülerin nach.

»Das ist doch unfassbar!«, schimpfte sie schrill. »Sind wir hier im Kindergarten, oder was?«

»Bitte beruhigen Sie sich, Frau Weiß.« Von hinten legte sich eine Hand auf Franziskas Schulter, und wie von der Tarantel gestochen fuhr sie herum. Wie so oft in letzter Zeit schlug ihr Herz schmerzhaft und hart in ihrer Brust. Am liebsten hätte sie den Schläger fallen gelassen und die Hände dagegen gepresst. Da sie aber kein Aufsehen erregen wollte, musste sie sich damit begnügen, tief ein- und auszuatmen und neue Kräfte zu sammeln.

»Wer sind Sie eigentlich, dass Sie mir …«, wollte sie spontan eine erneute Schimpfkanonade loslassen, als sie ihren ehemaligen Schüler, den Bandscheibenspezialisten Dr. Roland Holzapfel, erkannte. Vor vielen Jahren hatte er das Golfspielen bei ihr gelernt und sie hatten sich lange nicht gesehen. Franziska holte Luft und rang sich ein verkrampftes Lächeln ab. »Ach, Sie sind es. Was machen Sie denn hier?«

»Ja, ich bin es«, erwiderte der Arzt gutmütig und lächelte gewinnend. »Wie alle anderen hier habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, meinem Hobby auch in der kalten Jahreszeit zu frönen. Wie geht es Ihnen?« Diese Frage war eigentlich überflüssig. Insgeheim fragte sich Roland, was aus der charmanten, warmherzigen und geduldigen Lehrerin geworden war, bei der er damals die hohe Kunst des Golfspiels gelernt hatte. Doch ihm blieb nicht viel Gelegenheit, über eine Antwort nachzudenken.

Was als Besänftigung gemeint war, fasste Franziska Weiß als Provokation auf.

»Wollen Sie mich hochnehmen?«, fauchte sie mit Funken sprühenden Augen. »Sie sehen doch, wie es mir geht.«

»Sie sehen wirklich nicht sehr gesund aus«, gestand Roland Holzapfel offen, als er den Leiter des Golfcenters bemerkte, der wutentbrannt über den Platz gestapft kam.

»Es tut mir leid, wenn ich stören muss«, entschuldigte sich Wolfram Kugler freundlich bei Franziskas Gesprächspartner, ehe er sich an die renommierte Golflehrerin wandte. Schlagartig veränderte sich sein Gesichtsausdruck. »Kann ich Sie kurz unter vier Augen sprechen?« Sein Tonfall war gefährlich ruhig und am liebsten hätte Franziska Weiß ihm eine ruppige Absage erteilt.

Da sie aber besonders im Winter auf diesen Arbeitsplatz in der Golfhalle angewiesen war, besann sie sich, auch wenn es schwer fiel.

»Natürlich«, seufzte sie und schickte Roland Holzapfel einen Blick, der Bände sprach.

Dann folgte sie ihrem Chef betont entspannt und blieb etwas abseits neben ihm stehen.

»Frau von Soltenau hat sich eben bei mir beschwert und sämtliche Verträge gekündigt, die sie für sich und ihre Familie abgeschlossen hat«, zischte Wolfram Kugler.

Diese Neuigkeit entlockte Franziska Weiß nur ein hämisches Lachen.

»Ein Glück, dann sind wir diese Kindergartentante und ihre Brut endlich los«, bemerkte sie zufrieden. »Worüber regen Sie sich auf? Sie hatte keinen Funken Talent. Stattdessen sollten Sie froh sein, wenn Sie nur die Elite hier versammeln.«

Über so viel Arroganz konnte der Leiter des Golfcenters nur den Kopf schütteln.