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Das Große Imperium der Arkoniden kämpft um seine nackte Existenz, denn es muss sich sowohl äußerer als auch innerer Feinde erwehren. Die äußeren Feinde sind die Maahks, deren Raumflotten den Streitkräften des Imperiums schwer zu schaffen machen. Die inneren Feinde Arkons sind die Herrschenden selbst, deren Habgier und Korruption praktisch keine Grenzen kennen. Gegen diese inneren Feinde ist der Kristallprinz Atlan, der rechtmäßige Thronerbe von Arkon, mit seinen rund 12.000 Helfern bereits mehrmals erfolgreich vorgegangen. Seine geheime Zentrale, von der die meisten Aktionen gegen Orbanaschol ihren Anfang nehmen, ist Kraumon. Auch auf diesem abgelegenen Planeten ist inzwischen längst bekannt, dass es mit Orbanaschol nicht mehr zum Besten steht. Daher rechnet sich Atlan eine reelle Chance aus, den Usurpator zu stürzen. Um dieses Zieles willen hat Atlan ein Spiel mit höchstem Einsatz begonnen. Der Sieg in den Amnestie-KAYMUURTES soll ihm den Weg nach Arkon ebnen. Und so beginnen für den Kristallprinzen die gefährlichsten Stunden und Tage seines bisherigen Lebens. Unter dem Namen Darbeck tritt er zu den Kampfspielen auf dem Planeten Hirc an, die nur ein einziger Kämpfer überleben wird. Schauplatz des Geschehens ist die ARENA DES TODES ...
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 277
– ATLAN exklusiv Band 138 –
Arena des Todes
Sie sind elf Kämpfer – nur einer von Ihnen darf überleben
von Hans Kneifel
Das Große Imperium der Arkoniden kämpft um seine nackte Existenz, denn es muss sich sowohl äußerer als auch innerer Feinde erwehren. Die äußeren Feinde sind die Maahks, deren Raumflotten den Streitkräften des Imperiums schwer zu schaffen machen. Die inneren Feinde Arkons sind die Herrschenden selbst, deren Habgier und Korruption praktisch keine Grenzen kennen.
Gegen diese inneren Feinde ist der Kristallprinz Atlan, der rechtmäßige Thronerbe von Arkon, mit seinen rund 12.000 Helfern bereits mehrmals erfolgreich vorgegangen. Seine geheime Zentrale, von der die meisten Aktionen gegen Orbanaschol ihren Anfang nehmen, ist Kraumon.
Auch auf diesem abgelegenen Planeten ist inzwischen längst bekannt, dass es mit Orbanaschol nicht mehr zum Besten steht. Daher rechnet sich Atlan eine reelle Chance aus, den Usurpator zu stürzen.
Um dieses Zieles willen hat Atlan ein Spiel mit höchstem Einsatz begonnen. Der Sieg in den Amnestie-KAYMUURTES soll ihm den Weg nach Arkon ebnen.
Und so beginnen für den Kristallprinzen die gefährlichsten Stunden und Tage seines bisherigen Lebens. Unter dem Namen Darbeck tritt er zu den Kampfspielen auf dem Planeten Hirc an, die nur ein einziger Kämpfer überleben wird.
Darbeck – Der Kristallprinz in der Maske eines Verbrechers.
Germukron – Atlans Lehrmeister in der Maske eines Raumschiffskommandanten.
Mana-Konyr, Nannkost, Glotho-Carn, Zyschiol und der dunkle Zordec – Sieger des ersten Tages der Amnestie-KAYMUURTES.
Huccard – Der Chef der Kampfagentur GLORIOC bemüht sich um Atlan.
Glotho-Carn, der Hilfreiche Saboteur, lehnte an der kühlen Wand aus massivem Stein und dankte schweigend den unbekannten Erbauern dieses Gefängnisturms. Hier unten war es angenehm kühl. Eine der wenigen Annehmlichkeiten an diesem verdammten Platz, dachte der Arkonide.
Glotho-Carn war ein hagerer, braungebrannter Mann, hochgewachsen und in Hunderten von Kämpfen gegen die Methanatmer bewährt. Das schwerste Vergehen, das die Flotte Arkons kannte, hatte ihn gezeichnet – er war ein Meuterer. Nicht ein nur einfacher Raumsoldat, der einen unsinnigen Befehl verweigert hatte, sondern ein Offizier, der eine Schiffsmannschaft zur Meuterei aufgestachelt hatte. Der Sieg bei den KAYMUURTES war seine einzige, unwiderruflich letzte Chance. Regungslos presste Glotho seinen Rücken gegen die kühle Fläche der Wand. Er hatte nicht mehr viel Zeit, über den Rest seines Lebens nachzudenken. Morgen begannen die ersten Ausscheidungen. Es waren Kämpfe auf Leben und Tod.
»He, Meuterer!«, rief Nannkost aus der Nachbarzelle. »Schön kühl hier, wie? Hast du schon Angst?«
Der sechzigjährige Mann mit den stahlharten Muskeln verzog keinen Muskel seines Gesichts. Seine Unterarme waren verschränkt, seine kalten Augen blieben ausdruckslos, als er antwortete.
»Erstens bin ich kein Meuterer. Mann nennt mich den Saboteur. Und Angst habe ich wie jeder von uns. Nur ein kompletter Idiot kennt keine Angst. Hast du Angst, du Verbrecher?«
Nannkost spuckte durch die massiven Stahlgitter, die an einigen Stellen fast silbern poliert waren von den schwieligen Fingern der gefangenen KAYMUURTES-Teilnehmer. Er warf Glotho-Carn einen gehässigen Blick zu. Er schien sich auf den Kampf förmlich zu freuen, schien ihm mit allen Fasern entgegenzufiebern. Der ehemalige Prospektor war kleiner als Glotho, viel stämmiger und primitiv. In seinen stechenden Augen loderte das Feuer eines Pyromanen, eines Chaoten.
»Vor dir habe ich keine Angst!«, fauchte er zurück.
»Fürchtest du dich vor dem Tod?«, fragte Glotho zurück. Er selbst hatte dem Tod in seinen vielen Erscheinungsformen in die Fratze gestarrt.
»Nicht, wenn er schnell kommt!«, knurrte Nannkost. In bestimmten Minuten wirkte er wie ein sprungbereites, von Hass erfülltes Tier. Glotho verabscheute ihn; er kannte diese Typen. Seine eigenen Vergehen gingen über die Meuterei und über die vorausgegangene Sabotage an Bord seines Schiffes nicht hinaus; unbedeutende Zwischenfälle in einem solchen Krieg.
»Dein Tod wird langsam kommen, schmerzhaft und unausweichlich«, erklärte er trocken. »Ich hoffe, dass nicht ich derjenige bin, der dir den Tod schenkt, Nannkost.«
»Du ganz bestimmt nicht, du alter Mann!«, schnaufte der Jüngere. Nur er, Glotho-Carn und Zyschiol befanden sich jetzt an den Gittern, die ihre Zellen von dem runden Eingangsraum abtrennten.
Sie konnten die schräge Rampe erkennen, die in den Park hinaufführte. Der Wald lag zwischen dem Raumhafen und dem gewaltigen Stadion, näher an dem Ort, der den Tod für alle von ihnen bedeutete – außer für einen einzigen Teilnehmer. Jeder hoffte, dieser eine Überlebende zu sein. Der Sieger, der Triumphator, der vollständig Rehabilitierte und mit Ehrungen überschüttete.
Dort, wo die Rampe aufhörte, erweiterte sich der Boden zu einer kreisförmigen Fläche. Keilförmig waren zwanzig Zellen derartig angeordnet, dass die schmalen Stahlgittertüren unmittelbar an diesen Kreis anschlossen. Jeder der Gefangenen konnte in die meisten anderen Zellen hineinsehen, wenigstens in den vordersten Raum. Dahinter befanden sich Toilette, Bad, Aufenthaltsraum und ein kleiner, aber hervorragend ausgestatteter Trainingsraum mit Kraftgeräten und nach Wunsch gelieferten Kampfrobotern. Auch Glotho-Carns Zelle enthielt eine solche Maschine, an deren blitzschnellen Reflexen der sechzigjährige Mann mehrere Stunden täglich arbeitete.
»Ob ich es bin, wird das Los entscheiden«, entgegnete Glotho uninteressiert. Der nackte Hass der ihm wie jedem anderen hier untergebrachten Mann entgegenschlug, machte ihn rasend. Nannkost schien aber nicht der einzige Psychopath unter den bisher zehn Kämpfern zu sein.
»Oder ich bringe dich um?«, schrie Nannkost mit verzerrtem Gesicht. Ein Speichelfaden hing aus seinem Mundwinkel.
»Das ist nicht unwahrscheinlich«, antwortete Glotho ungerührt. »Und wie fühlen sich Ihre Lordschaft Zyschiol?«
»Indifferent!«, sagte Zyschiol. Er war ein unscheinbarer Mann, der immer mit seinen auffallend langen, dünnen Fingern spielte. Das Knacken der Gelenke hatte die anderen schon mehrmals nachts geweckt und aufgeregt. Es herrschte hier unten eine ungesunde, hektische und vergiftete Stimmung, wie nicht anders zu erwarten gewesen war. Aber im Vergleich mit allen anderen Gefängnissen, die Glotho-Carn inzwischen sehr gut kannte, war dies hier auf Hirc der reinste Luxus: hervorragendes Essen, alle sanitären Möglichkeiten, mehr als genug Bewegungsfreiheit, tägliche Trainingsmöglichkeiten in der glühenden, feuchten Hitze dieser Tage ... entweder bedeutete es eine schöne Vorbereitung auf ein besseres Leben, oder es waren die letzten erholsamen Tage vor dem tödlichen Kampf. Er, Glotho, bemühte sich, alles mit philosophischer Ruhe zu sehen, und er rechnete damit, sterben zu müssen.
»Gibst du dir Chancen? Echte Chancen?«, fragte Glotho versöhnlicher.
Zyschiol zuckte seine knochigen Schultern. Sein fahles Gesicht war nur von den tiefliegenden Augen gekennzeichnet, sonst erinnerte man sich schon nach Sekunden nicht mehr daran. Er war sicher einst ein Meister der Maske gewesen. Das spurlose Verschwinden dreier hoher Würdenträger wurde ihm angelastet; niemand kannte das Volumen und die Wirkungsweise der Tricks, die er beherrschte.
»Warum nicht? Einer von uns wird übrigbleiben. Falls nicht noch ein elfter oder zwölfter Selbstmörder kommt!«, antwortete Zyschiol mit einer ebenso unscheinbaren Stimme. »Ihr entschuldigt, wenn ich mich zurückziehe – gewisse Dinge bedürfen gedanklicher Klärung.«
»Du wirst noch an deiner eigenen Höflichkeit ersticken«, schrie Nannkost mit heiserer Stimme. »Oder ich stecke sie dir in deinen Schlund, draußen auf der Plattform.«
»Gewiss«, sagte Zyschiol ruhig. »Aber ich meine, du verschwendest schon hier deine Energie, mein Sohn.«
Er nickte, ohne Nannkost zu beachten, Glotho-Carn zu und drehte sich um. Zwischen einigen der Verzweifelten hatte sich eine merkwürdige Art von kameradschaftlicher Verbundenheit herauskristallisiert. Sie wussten, dass jeder den anderen würde töten müssen, aber trotzdem hoffte jeder Angehörige dieses aberwitzigen Bundes, dass die anderen sterben würden.
Auch Glotho-Carn drehte sich um, ging mit drei Schritten durch das spaltförmige Zimmer und schloss die Tür des Aufenthaltsraums hinter sich. Er war allein mit der kühlen Stille. Er setzte sich in den Sessel, schloss die Augen und befahl seinem Verstand, die störenden Körperfunktionen abzuschalten. Innerhalb ganz kurzer Zeit befand sich Glotho im Zustand äußerster Entspanntheit.
Nur seine Gedanken beschäftigten sich mit den Tagen oder Stunden, die vor ihm lagen.
*
Auch das riesige Stadion lag unter einer transparenten Kuppel; darunter hielt sich die mit Sauerstoff angereicherte Luft, die während der letzten Tage durch riesige Gebläse gekühlt worden war. Aber die Mauern und der rötliche Sand der kleinen Savannenwelt Hirc strahlten ununterbrochen die gespeicherte Hitze aus. Nur in den unterirdischen Turmgefängnissen, die sich wie dicke Steinsäulen in den Sand der Wüste bohrten, war es angenehm kühl und frisch. Eine der letzten Illusionen der Aussichtslosigkeit!
Mehr als neun Zehntel der arkonidischen Norm betrug die Oberflächenschwerebeschleunigung. Ein niedriger Wert, der die Kämpfer schneller und die Kämpfe selbst wesentlich interessanter machen würde. In sechzehn Stunden drehte sich der Planet einmal, knapp neun Stunden blieben in dieser Jahreszeit für den heißen, sonnenerfüllten Tag. Vor drei Tagen war Glotho-Carn hierher gebracht worden. Einige der Gefangenen befanden sich schon in den Zellen, andere kamen nach ihm. Aber theoretisch konnte der letzte Teilnehmer noch einige Stunden vor Beginn der ersten Ausscheidung ankommen.
Keiner von den Gefangenen wusste es, und Glotho bezweifelte, ob auch die Wächter am oberen Ende der Rampe etwas davon wussten. Sie waren nur für die Zeit der KAYMUURTES hierher abkommandiert worden und waren keine Kolonisten vom Kontinent Konek.
Neben dem Tamaskon-See, einem der Seen der Ebene, stieg ein riesiger, weißer Gewitterturm in den hellen Himmel. Vielleicht würde es zum Beginn der Amnestie-KAYMUURTES regnen. Glotho-Carn glaubte, gewisse meteorologische Vorzeichen erkannt zu haben, als er am letzten Tag draußen sein Training absolviert hatte.
Er verschob die Richtung seiner Gedanken; es war unwichtig, was es dort draußen gab. Für ihn war nur die Kampfplattform wichtig. Sie, von einer Million Augen beobachtet, und der Gegner. Je mehr Gegner er dort bekämpfen und töten musste, desto größer waren seine Chancen, zu überleben und als Gesamtsieger aus den KAYMUURTES hervorzugehen.
Ein letztes Mal entstand vor seinem inneren Auge die Landschaft des vierten Planeten im Dubnayor-System.
Drei Hauptkontinente waren unter dem landenden Beiboot der Raumkreuzer hinweggeglitten, und auf dem größten Kontinent, der den Namen Konek trug, waren sie gelandet. Der Raumhafen Mal-Dagmon und das gewaltige Stadion mit all seinen Anlagen bildeten die einzigen Flächen, die sich schon während des Landeanflugs deutlich gezeigt hatten.
Glotho-Carn hatte eine Anzahl von Visionen, die sich alle mit den unterschiedlichen Möglichkeiten und Aspekten der unmittelbar bevorstehenden Zukunft beschäftigten. Ein Kampf, in dem er mit letzter Kraft einen Mann niederschlug und seine Brustplatte zertrümmerte. Der Mann trug plötzlich die Gesichtszüge von Nannkost. Der brausende Jubel aller fünfhunderttausend Zuschauer. Eine Fahrt in einer Prunkbarke auf dem Tamaskon-See nahe des Tamaskon-Stadions. Feiern und Empfänge in Mal-Dagmon, der Kolonialstadt mit einer Viertelmillion Einwohnern.
Und zuletzt:
Er selbst, der von der Kampfplattform taumelte, den tödlichen Schmerz fühlend, hinunter in den rötlichen Sand der riesigen Arena, in dem er sein Leben ließ. An diesem Punkt der halben Trance schlief der Arkonide ein.
Später weckte ihn der Lärm, den die anderen dort draußen machten. Ein neuer Gefangener war heruntergebracht worden.
Etwa zwei Stunden vor der letzten Transition der PFEKON besannen wir uns alle wieder auf die Rollen, die wir zu spielen hatten. Wir waren abermals hervorragend präpariert und keiner von uns siebzehn Männern hielt das, was wir versuchten, für eine Farce.
Niemand kennt die geringen Chancen, über die KAYMUURTES nach Arkon zu kommen, besser als du, Kristallprinz, meldete sich der Extrasinn.
Wie wahr!, dachte ich und sah, wie der Kommandant des Schiffes in die Zentrale hereinkam. Die PFEKON war ein Gefangenentransporter; ein hässliches, altes Schiff mit einem ebensolchen Kommandanten.
Germukron war der Kommandant; ein graugesichtiger Mann mit eingefallenen Wangen und einem Gesichtsausdruck, der Sorge und Missmut verkörperte: Fartuloon in einer Maske, die ihn ein Fünftel seines Körpergewichts gekostet hatte.
»In zwei Stunden, Freunde, darf uns nicht die geringste Panne unterlaufen. Wie fühlt sich unserer Gefangener?«, fragte Fartuloon. Er hatte mit äußerstem Widerwillen die Abmagerungskur und die Veränderung seines Aussehens über sich ergehen lassen. Seit Tagen plagte er uns mit seiner schlechten Laune.
»Nicht besonders gut«, musste ich zugeben. Nicht nur ich hatte das Gefühl, in eine offene Falle hineinzulaufen.
»Karmina denkt an dich!«, sagte Fartuloon-Germukron hämisch. »Und auch die diebische Arkonidin, die mit uns von der Minenwelt flüchtete, wie heißt sie doch ...?«
»Kreya«, knurrte ich unwillig. Die spartanische Ausstattung der Zentrale dieses getarnten kleinen Schiffes steigerte mein Unbehagen.
»Auch sie hat mehr als nur ein Auge auf dich geworfen. Wenn sie dich allerdings jetzt sehen könnte!«
Fartuloon kicherte grimmig.
Er hat Recht. Dich erkennt niemand mehr!, meldete sich der Logiksektor.
Ich war in den hässlichen, viel zu weiten Gefangenenoverall gekleidet. Auf meinem Kopf befand sich kein einziges Haar mehr; mit beträchtlicher Schadenfreude hatten unsere Maskenspezialisten mich völlig kahlgeschoren und die Farbe meiner Kopfhaut einem Strafgefangenen angeglichen, der auf dem Strafplaneten Setamuur im Freien geschuftet hatte. Meine Augen wirkten schmaler. Die Bindegewebsteile und die Ringmuskel waren durch lang wirkende Injektionen verändert und umgeformt worden. Meine Wangen waren eingefallen, ein weiterer kosmetischer Trick hatte mich mit einem auffallenden Doppelkinn ausgestattet. Nur ganz gute Freunde konnte mich erkennen, und dies nur mit einiger Mühe und Phantasie.
»Ab und zu wirkt dein so genannter Humor wie rauchende Säure«, entgegnete ich.
»Im Augenblick besitze ich keinen Humor«, gab der falsche Kommandant zurück.
Die fünfzehn Männer der Besatzung hatten sich in Raumfahrer und Wächter verwandelt. Immer wieder hatten wir die geringfügigsten Einzelheiten kontrolliert. Nichts mehr war zu merken von der gelösten Kameradschaft und der Heiterkeit, die sonst in den Schiffen Kraumons herrschte. Ein deprimierender Zug unter ebensolchen Umständen nach einem tödlichen Ziel, das war es für uns alle. Selbst unsere Bordpositronik war manipuliert worden. Wir waren zwar von Kraumon gestartet, aber niemand konnte daran zweifeln, dass wir vom Strafplaneten Arkons kamen, von Setamuur.
»Niemand hier hat viel Lust zu einem befreienden Gelächter!«, warf Ninpolt ein und drehte sich im Pilotensessel herum.
Darbeck, Germukron, PFEKON – wir hatten, als wir zum ersten Mal in diese Maske schlüpften, diesen Namen und die beiden anderen, die erst jetzt wichtig wurden, nicht ohne Grund benutzt.
Es war einigen politischen Gefangenen auf Setamuur gelungen, zu flüchten und sich auf abenteuerlichen Wegen zu uns nach Kraumon durchzuschlagen. Diese Namen gab es wirklich! Informationen dieser und ähnlicher Art waren uns von den Männern willig zur Verfügung gestellt worden. Es gab ein solches Schiff, dessen Kommandant tatsächlich Germukron hieß!
Es gab dort auch einen Darbeck, dem ich jetzt ziemlich ähnlich sehen sollte. Ich hatte mehrmals daran gedacht, was wohl geschehen würde, wenn dieser Darbeck ebenfalls auf den selbstmörderischen Einfall kommen sollte, sich zu den Amnestie-KAYMUURTES anzumelden.
Drei der Flüchtlinge von Setamuur befanden sich ebenfalls an Bord, mit einer neuen Identität ausgestattet. Wir brauchten sie, falls ihr Wissen entscheidend werden konnte. Bezeichnenderweise befanden sie sich in der Maske von Wachen.
»Warten wir auf dieses Gelächter bis nach dem Kampf!«, sagte ich.
»Hoffentlich haben wir Grund dazu!«, antwortete Fartuloon voller Grimm.
»Wir haben nur noch knapp einen Tag bis zum offiziellen Beginn der Spiele«, sagte ich leise und winkte Cerchor, Lenkdush und Alnvaar To zu, den drei Flüchtlingen von Setamuur. Sie trugen den grimmigen Gesichtsausdruck von gelangweilten Gefangenenwächtern, die ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan hatten. Alnvaar To lächelte plötzlich; er wirkte völlig unglaubwürdig.
»Hört zu, Freunde!«, sagte er drängend. »Wir dürfen uns ab dem Augenblick, an dem wir im Dubnayor-System herauskommen, nicht die geringste Panne leisten. Die Soldaten der Wachschiffe sind mehr als überempfindlich. Sie verstehen ihr Geschäft meisterhaft. Allein aus Langeweile werden sie uns alle halbwegs auseinandernehmen.«
Voller Ernst gab Germukron zurück:
