Atlan 355: Der Flugmeister - Hans Kneifel - E-Book

Atlan 355: Der Flugmeister E-Book

Hans Kneifel

0,0

Beschreibung

Pthor, dessen Horden Terra überfallen sollten, hat sich längst wieder in die unbekannten Dimensionen zurückgezogen, aus denen der Kontinent des Schreckens urplötzlich materialisiert war. Atlan und Razamon, die die Bedrohung von Terra nahmen, gelang es allerdings nicht, Pthor vor dem Start zu verlassen. Der ungebetene Besucher ging wieder auf eine Reise, von der niemand ahnt, wo sie eines Tages enden soll. Doch nicht für lange! Denn der überraschende Zusammenstoß im Nichts führte dazu, dass der "Dimensionsfahrstuhl" Pthor sich nicht länger im Hyperraum halten konnte, sondern zur Rückkehr in das normale Raum-Zeit-Kontinuum gezwungen wurde. Und so geschieht es, dass Pthor auf dem Planeten der Brangeln niedergeht, nachdem der Kontinent eine Bahn der Vernichtung über die "Ebene der Krieger" gezogen hat. Natürlich ist dieses Ereignis nicht unbemerkt geblieben. Sperco, der Tyrann der Galaxis Wolcion, schickt seine Diener aus, die die Fremden ausschalten sollen. Darauf widmet sich Atlan sofort dem Gegner. Um ihn näher kennen zu lernen und seine Möglichkeiten auszuloten, begibt sich der Arkonide zu den Spercoiden. Atlan gelangt als Gefangener an den Hof Spercos - bald aber wird er DER FLUGMEISTER ...

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Veröffentlichungsjahr: 2012

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Nr. 355

Der Flugmeister

Das Psychoduell mit dem Tyrannen

von Hans Kneifel

Pthor, dessen Horden Terra überfallen sollten, hat sich längst wieder in die unbekannten Dimensionen zurückgezogen, aus denen der Kontinent des Schreckens urplötzlich materialisiert war.

Atlan und Razamon, die die Bedrohung von Terra nahmen, gelang es allerdings nicht, Pthor vor dem Start zu verlassen. Der ungebetene Besucher ging wieder auf eine Reise, von der niemand ahnt, wo sie eines Tages enden soll.

Doch nicht für lange! Denn der überraschende Zusammenstoß im Nichts führte dazu, dass der »Dimensionsfahrstuhl« Pthor sich nicht länger im Hyperraum halten konnte, sondern zur Rückkehr in das normale Raum-Zeit-Kontinuum gezwungen wurde.

Und so geschieht es, dass Pthor auf dem Planeten der Brangeln niedergeht, nachdem der Kontinent eine Bahn der Vernichtung über die »Ebene der Krieger« gezogen hat.

Natürlich ist dieses Ereignis nicht unbemerkt geblieben. Sperco, der Tyrann der Galaxis Wolcion, schickt seine Diener aus, die die Fremden ausschalten sollen. Darauf widmet sich Atlan sofort dem Gegner. Um ihn näher kennen zu lernen und seine Möglichkeiten auszuloten, begibt sich der Arkonide zu den Spercoiden.

Die Hauptpersonen des Romans

Sperco – Der Tyrann an den Grenzen seiner Macht.

Atlan – Spercos Flugmeister.

Körz – Atlans Freund und Bewacher.

Tancai – Etorcs Mutter.

Etorc

1.

Tamcaythor T'haam, der Blumenheger, genoss von der ersten Sekunde an seinen Aufenthalt in der riesigen unterplanetarischen Halle. Sie war ein Drittel so groß wie die Grundfläche MOACS, und hier fühlte er sich seiner Heimat und dem Leben seiner Art so nahe wie nirgendwo sonst. Von mehreren Seiten neigten sich weiche Zweige, streichelten ihn und blickten ihn aus riesigen Blütenaugen an.

An anderen Teilen waren jüngere und ältere T'haams an der Arbeit. Die Pflanzen dachten und empfanden, aber sie waren nicht in der Lage, sich selbst zu pflegen. Die T'haams waren von Sperco zu dieser Arbeit verpflichtet worden: die richtige Arbeit für die besten Fachleute, die es gab.

Dankbar und voller Freude genoss Tamcaythor die sanfte Berührung der Pflanzen.

Er streckte einen Wurzelarm aus und schaltete das Licht ein. An der Decke dieses Höhlenteils erschienen große, runde Kreise von dunklem Gelb. Es waren spezielle Solarlampen, die binnen weniger Minuten ihr gesamtes gleißendes Lichtspektrum entfalteten. Taghelles Licht riss diesen annähernd rechteckigen Raum aus dem Halbdunkel. Tamcaythor schob die lichtschluckende Ringfolie über seine optischen Zellen und bewegte sich raschelnd weiter.

Der Boden unter seinen Wurzelfüßen war so weich und feucht, dass der Wunsch in ihm übermächtig zu werden drohte, die weißen Fasern in dieses Gemisch aus Erde, faulenden Pflanzen und Kies zu versenken. Er ging weiter und musterte die links befindliche Pflanze sehr genau. Die Werkzeuge aus seinen Arbeitsstäben traten in Tätigkeit. Hier schnitt er ein faulendes Blatt ab, dort kappte er einen trockenen Ast, an anderer Stelle schälte er ein Stück Rinde ab. Als er den Stamm und die herunterhängenden Äste bis zu einer Höhe von knapp eineinhalb Metern gesäubert hatte, steckte er einen Stab in den Boden und begann, am Stamm hinaufzuklettern.

Er war ein langsamer, gründlicher Arbeiter. Das Leben und die Gesundheit der Pflanzen waren das Wichtigste. Der betäubende und süße Geruch erfüllte den großen Raum und machte ihn glücklich. Der nächste dickere Ast geriet unter seine Wurzeln. Das Werkzeug wurde wieder eingesetzt.

Warum diese Pflanzen für MOAC und Sperco wichtig waren, wusste Tamcaythor nicht. Aber er liebte die Arbeit, weil eine solch große Menge beruhigender Impulse von den Pflanzen ausging. Am meisten mochte er den Geruch des Nektars, der an einigen Stellen anfiel und von ihm und seinen Freunden gesammelt wurde.

Er und mindestens drei Dutzend anderer Wesen seines Volkes pflegten die Pflanzen tief unterhalb der Bauten MOACS. Irgendwann würde auch Tamcaythor T'haam absterben und hier im weichen Erdreich begraben werden, um neue Nahrung für die prächtigen Pflanzen abzugeben.

Die Wärme und das sonnenähnliche Licht ließen die Pflanzen wieder aufleben. Sie bewegten sich, als striche ein warmer Wind über sie hinweg. Als Tamcaythor seine Sinnesorgane auf eine besonders hochgewachsene Pflanze richtete, sah er wieder diesen unerklärlichen Effekt.

2.

Atlan fühlte sich in eine ferne Zeit versetzt, in die Zeit der wagemutigen Männer, die ihr Leben gebrechlichen Flugapparaten anvertraut hatten.

Er lag bäuchlings auf einem Gerät, das drei verschieden hoch angebrachte und unterschiedlich breite Tragflächen hatte. Ein gekrümmtes Rohr ragte wie ein Libellenschwanz von seinem Rücken hoch und trug Einrichtungen, die wie Seiten- und Höhensteuer aussahen. Wie gewöhnlich bestanden die verschiedenen Teile aus dünner, teilweise durchsichtiger Bespannung in vielen grellen Farben und aus Drähten und dünnen Rohrteilen.

»Kumpel«, erklärte Körz und wusste nicht, ob er sich dem Schlitten nähern sollte, »du riskierst wirklich eine Menge.«

Atlan, der an das Ding angeschnallt war, sagte lakonisch: »Sperco ist die Macht!«

»Und die Spercotisierten sind seine Diener!«, war die Antwort. »Fertig?«

Atlan biss die Zähne aufeinander und umklammerte die hornförmig gekrümmten Hebel der Steuerung und der Auslösevorrichtung.

»Fertig. Gib acht, Partner, ja?«

»Wie immer. Wir haben schon sieben Apparate verschrottet ...«

»Und werden auch den achten zerlegen.«

Körz näherte sich mit einem Flammenstab der Zündschnur. Die Startrakete begann knisternd zu brennen. Dann zündete die Pulverladung. Zuerst schoss eine orangegelbe Stichflamme dicht neben dem Braisen vorbei waagerecht über den Belag der Rampe. Dann trieb eine weiße Wolke verbrannter Gase den kleinen Schlitten über die ausgerichteten Schienen. Zwanzig Meter lang dauerte die Beschleunigung, die den ächzenden Segler nach vorn riss. Als der Schlitten an den Schlagpunkt krachte, wurden Atlan und der Segler nach vorn geschleudert und traten ihren Flug an. Atlan steuerte mit dem ersten Schwung schräg in die Höhe und in eine leichte Kurve. Als einer der drei Flügel am Material der Hallenwand entlangschrammte, kippte er die Steuerung und leitete die erste Abwärtskurve in die entgegengesetzte Richtung ein.

»Hervorragend!«, schrie der Braise von oben. Atlan hörte die begeisterten Ausrufe durch das Sausen und Knattern des Apparats. Er behielt dieselbe Schräglage bei und ging in die zweite Kurve der abwärts führenden Spirale. Plötzlich erschütterten starke Vibrationen den Flugapparat.

»Verdammt! Schon wieder!«, stieß Atlan hervor. Er wusste, dass ihm auch mit diesem Gerät keine einwandfreie Landung gelingen würde. Der Fahrtwind pfiff kreischend durch die Verspannung und die Stege. Der Rauch der Startrakete senkte sich durch die Halle und bildete entlang der Feldlinien merkwürdige Schleier und Fäden. Die Vibrationen des Flugkörpers nahmen zu. Atlan umklammerte mit aller Kraft die Steuerhebel und versuchte, den Apparat wieder in eine stabile Fluglage zu bringen. In seinem Rücken fühlte er das Beben und Schwanken der kombinierten Seiten- und Höhensteuerung. Immer mehr ächzte und knirschte die Konstruktion. Klirrend rissen stählerne Saiten, und die beiden obersten Tragflächen wirbelten im Luftstrom rückwärts hinweg.

Atlan kippte den Segler nach vorn und wollte mehr Geschwindigkeit gewinnen.

Aber aus dem kontrollierten Sturzflug wurde hundert Meter über dem Boden ein unkontrollierbarer Absturz. Wieder rissen sich einzelne Teile los und krachten in der Luft gegeneinander.

»Das war's wohl«, murmelte der Arkonide resignierend.

Kopfüber stürzte der Flugapparat ab. Er raste auf den tiefsten Punkt der schüsselförmigen Fangfelder zu. Atlan erwartete den Aufprall. Er hoffte nur, dass sich ihm nicht die Splitter in den Körper bohren würden.

»Achtung! Ich fange dich auf!«, schrie Körz von oben und schaltete den Fangstrahl ein.

Im selben Moment, als das helle, schillernde Feld sich dem halb zertrümmerten Flugapparat förmlich entgegenwarf, zuckte der Fangstrahl auf. Atlan hörte hinter sich das helle Krachen, mit dem der Rest der Konstruktion sich auflöste. Sein Körper wurde in der Luft weich angehalten, die meisten Trümmer stürzten weiter. Wie immer bisher landete Körz seinen neuen Pseudofreund weich auf dem Boden der Halle und fuhr, kaum dass er den Strahl abgeschaltet hatte, mit dem Lift wieder hinunter.

Atlan stand auf und schüttelte breite Gurte, Fetzen von allerlei Schnüren und kleine Fetzen der Bespannung von seinem Oberkörper.

»Danke, Körz«, sagte er leise. »Wieder nichts.«

»Denke dir«, erklärte der Braise. »Seit unendlich vielen Jahren versuchen die besten Konstrukteure des Imperiums, einen Apparat zu bauen, der Sperco das Fliegen ermöglicht. Keiner hat es fertiggebracht. Kein Apparat hat funktioniert. Immer hat Sperco die Versager töten lassen.

Und jetzt willst du versuchen, ihm das Fliegen zu zeigen, Botosc?«

Atlan sah den Braisen voller Ernst an und antwortete:

»Ich will ihm nicht das Fliegen zeigen, Körz. Ich kann es selbst nicht, jedenfalls nicht ohne viel Technik und so. Das Geheimnis des Fliegens liegt an anderer Stelle, und das Geheimnis sieht auch ganz anders aus, als Sperco denkt. Ich habe nicht vor, mich in dieser Halle umzubringen.«

»Und was hast du wirklich vor?«, fragte aufmerksam der Braise.

»Ich rechne damit, irgendwann in meine Heimat auf Loors zurückzukehren. Mit und ohne Sperco.«

»Bis dahin hat es sicherlich noch viel Zeit.«

»Das fürchte ich auch«, schloss der Arkonide.

Atlan arbeitete wieder in der Werkstatt weiter und zerlegte ein weiteres Flugmodell. Die Energiezellen waren voll geladen. Das Seglermodell, das er mit den Antischwerkraftprojektoren ausrüsten wollte, stand wie ein riesiger Vogel inmitten der Werkstatt. Die Reihen der flugunfähigen Geräte hatten sich bereits erheblich gelichtet. Roboter räumten jede Nacht den Hallenboden ab und vernichteten die Bruchstücke. Atlan begann in den Fächern und Regalen des Werkzeugmagazins zu suchen und fand schließlich zwei versiegelte kleine Kanister. Er hoffte, dass ihn Sperco nicht unausgesetzt beobachtete.

*

Mitten in der Nacht weckte ihn der Logiksektor.

Atlan verbarg den weichen Pinsel und die beiden kleinen Dosen in seinem Gürtel. Das Licht des Vollmonds half bei seinem Plan. Leise stand er auf, ging ans Fenster und blickte hinaus. Von den wenigen Beleuchtungskörpern entlang der Wege und Treppen abgesehen, gab es keinen einzigen beleuchteten Raum mehr. So schnell und so leise wie möglich huschte Atlan aus seiner Zelle hinüber zu dem Wohnturm der Braisen.

Überlege dir eine gute Ausrede!, empfahl der Extrasinn.

Atlan hatte an diesem Abend von Tancai erfahren, dass die heranwachsenden Braisen nur neun oder zehn Tage lang von ihrer Mutter ernährt wurden. Auch dieser Umstand passte genau in seinen Plan. Er schob zentimeterweise die Tür der Braisenwohnung auf und tastete sich ins Innere.

Tancai und Körz schliefen in ihrem Zimmer. Klein-Etorc, der in den vergangenen vier Tagen kräftiger und größer geworden war, schlief ebenfalls, die Schwingen ausgebreitet. Das Mondlicht genügte Atlan vollkommen. Er zog den Pinsel hervor, öffnete die Dose mit dem roten Farbstoff und fing hastig an, die Haut des Braisen zu bemalen. Kleine und große rote Flecken erschienen in unregelmäßigen Abständen. Unruhig bewegte sich Etorc im Schlaf und klapperte mit den Schnabellippen. Immer wieder zog sich Atlan zurück und hörte erschrocken auf. Aber es gelang ihm, fast die Hälfte des roten, lackartigen Farbstoffes über den Körper des Braisen zu verteilen.

Er schloss die Dose, öffnete die andere und arbeitete angestrengt mit der blauen Farbe weiter.

Jedes leise Geräusch erschreckte ihn. Er durfte nicht entdeckt werden! Seine Finger zitterten, aber er ließ den Pinsel nicht einmal fallen. Als seine Nervosität den Höhepunkt erreicht hatte und Etorc, den er vorsichtig auf den Bauch gelegt hatte, zu erwachen drohte, verließ Atlan mit drei schnellen Sprüngen die Wohnung. Draußen lehnte er sich keuchend und schweißüberströmt gegen die kühle Wand.

Geschafft!

Als er wieder in seiner eigenen Zelle war, hatte er sich soweit beruhigt, dass er die beiden Farbdosen und den Pinsel in der Erde vergraben konnte, die sich in einem Kasten voller blattloser Büsche befand.

Jetzt konnte er nichts anderes tun als warten, wie Tancai, Körz und die Spercoidenärzte reagierten. Hoffentlich verlief alles so, wie er es sich ausgedacht hatte.

Er schlief ein paar Stunden. Als er aufwachte, spürte er eine harte Klaue an der Schulter, die ihn wachgerüttelt hatte. Er richtete sich auf und blickte in das Fledermausgesicht von Körz. Es war bereits hell geworden.

»Du bist aufgeregt«, stellte er fest und zwang sich dazu, sich normal zu verhalten.

»Etorc ist erkrankt. Wir sind beide aufgeregt«, sagte Körz mit zitternder Stimme.

Atlan gähnte und blieb auf der Kante des Lagers sitzen. Vor ihm stand Körz und bebte an allen Gliedern.

»Etorc erkrankt? Ist es dieser ... Ausschlag, von dem ihr mir erzählt habt?«

»Ja. Die Haut ist übersät von blauen und roten Flecken. Es kam über Nacht.«

Atlan hatte sich die Antworten oft genug zurechtgelegt.

»Du sagtest, heute würden die Ärzte kommen?«

»Wir erwarten sie heute oder morgen«, antwortete der Braise. »Was können wir tun?«

Atlan hob die Schultern und meinte unschlüssig:

»Sage den Ärzten, sie sollen mit dem Beschneiden der Flügel warten, bis die Krankheit vorbei ist.«

»Du hast Recht. Das werde ich tun. Und ...«

»... dann gibt es zwei Möglichkeiten«, sagte Atlan und legte seine Hand auf die Schulter des aufgeregten Braisen. »Entweder überlebt Etorc die Ansteckung oder nicht. Jedenfalls würde ihn die Operation zweifellos töten. Wie lange dauert erfahrungsgemäß die Krankheit?«

»Sechs, sieben Tage, sagte mir eine Braisenfrau.«

»Dann müssen wir warten. Ich werde dir helfen, wenn ich kann. Aber zuerst solltest du den Ärzten sagen, dass sie ihren Besuch verschieben müssen.«

»Du hast Recht. Wir treffen uns in der Halle.«

»Ich esse nur noch etwas, dann mache ich mich auf den Weg.«

»Gut. Danke, Kumpel.«

Aufgeregt rannte Körz davon. Atlan begann sich zu schämen. Ausgerechnet ein Wesen, das sich nicht wehren konnte, hatte er zur zentralen Figur seines Planes machen müssen. Die traurige Wahrheit, dass der Zweck die Mittel heiligte, galt auch hier.

Atlan beendete seine Vorbereitungen und ging dann in die Richtung seines Arbeitsplatzes. Als er fast den letzten kleinen Innenhof überquert hatte, blieb er stehen und wartete. In einem kleinen runden Türmchen hatte sich eine Tür geöffnet. Ein Lift offensichtlich. Aus der Liftkabine kam eines jener Wurzelwesen, wie er es vor einigen Nächten vor seinem Fenster beobachtet hatte. Auch dieses Wesen trug zwei weiße Stäbe in den faserigen Fingern.

Ohne Atlan zu beachten, drückte der Fremde mit einem Stab auf den Schalter. Der Lift schloss sich. Auf dem Kopfteil des Wesens sah Atlan in der Morgensonne deutlich die Fetzen grüner Blätter.

Blätter? In Spercos Reich?, fragte der Logiksektor.

Der Fremde ging nur wenige Meter von Atlan entfernt in die Richtung, aus der Atlan gekommen war. Atlan sah abermals scharf hin. Es waren tatsächlich Teile von grünen Pflanzen! Die Schlussfolgerungen aus dieser Beobachtung waren aufsehenerregend für ihn.

Angeblich gab es rund um MOAC und in der Stadt nicht ein einziges Blatt an einer einzigen Pflanze. Woher kamen dann die Blatteile?