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Seit Dezember des Jahres 3586, als die SOL unter dem Kommando der Solgeborenen auf große Fahrt ging und mit unbekanntem Ziel in den Tiefen des Sternenmeeres verschwand, sind mehr als zweihundert Jahre vergangen, und niemand hat in der Zwischenzeit etwas vom Verbleib des Generationenschiffs gehört. Schließlich ist es jedoch soweit - und ein Mann kommt wieder in Kontakt mit dem verschollenen Schiff. Dieser Mann ist Atlan. Die Kosmokraten entlassen ihn, damit er sich um die SOL kümmert und sie einer neuen Bestimmung zuführt. Jetzt schreibt man an Bord des Schiffes den März des Jahres 3792, und der Arkonide hat trotz seines relativ kurzen Wirkens auf der SOL bereits den Anstoß zu entscheidenden positiven Veränderungen im Leben der Solaner gegeben - ganz davon abgesehen, dass er gleich nach seinem Erscheinen die SOL vor der Vernichtung rettete. Inmitten der Galaxis Flatterfeld, die ihre Bewohner All-Mohandot nennen, kommen auf die Solaner nun erneut bedeutsame und schwerwiegende Entscheidungen - und harte Auseinandersetzungen zu. Die Besatzung der abgekoppelten SZ-2 bekommt dies zuerst zu spüren, denn auf ihr regiert DER NEUE HIGH SIDERYT ...
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 551
Der neue High Sideryt
Sie kämpfen für eine neue Zukunft
von Peter Griese
Seit Dezember des Jahres 3586, als die SOL unter dem Kommando der Solgeborenen auf große Fahrt ging und mit unbekanntem Ziel in den Tiefen des Sternenmeeres verschwand, sind mehr als zweihundert Jahre vergangen, und niemand hat in der Zwischenzeit etwas vom Verbleib des Generationenschiffs gehört.
Schließlich ist es jedoch soweit – und ein Mann kommt wieder in Kontakt mit dem verschollenen Schiff. Dieser Mann ist Atlan. Die Kosmokraten entlassen ihn, damit er sich um die SOL kümmert und sie einer neuen Bestimmung zuführt.
Jetzt schreibt man an Bord des Schiffes den März des Jahres 3792, und der Arkonide hat trotz seines relativ kurzen Wirkens auf der SOL bereits den Anstoß zu entscheidenden positiven Veränderungen im Leben der Solaner gegeben – ganz davon abgesehen, dass er gleich nach seinem Erscheinen die SOL vor der Vernichtung rettete.
Wooko Minn-Jasgard – Chef einer Kampfflotte der Pluuh.
Breckcrown Hayes – Der neue High Sideryt muss sich bewähren.
Atlan – Der Arkonide riskiert alles für den Frieden.
Oserfan – Der Molaate macht eine tödliche Entdeckung.
Order-7
Die Rückkehr in die grausame Wirklichkeit war für Wooko Minn-Jasgard wie ein Faustschlag in die Magengrube. Er krümmte sich unter den plötzlichen Eindrücken in seinem Gehirn zusammen und sank zu Boden.
In seinem Kopf tobte ein Kampf, der nach außen hin unbemerkt bleiben musste, seinem Bewusstsein aber alles abverlangte. Die Erinnerung schlug sich mit der Erkenntnis der wahren Zusammenhänge, und ein Teil von Minn-Jasgards Bewusstsein verfolgte diesen schauerlichen Kampf als neutraler Beobachter.
Schweiß trat auf die Stirn des Zweiundvierzigjährigen. Er kroch auf allen vieren ein Stück voran, um zu dem Getränkespender zu gelangen. Seine Bewegungen waren so langsam, als ob er durch eine zähe Masse kriechen würde.
Bilder der Vergangenheit, Szenen aus seinem Wirken als Symboldenker zweiten Grades schlugen mit überwältigender Wucht auf das, was das freigelegte Bewusstsein erkannte.
Etwas fehlte in ihm!
Eine Leere tobte durch jede Faser der Erinnerung, und dann erkannte der Pluuh, dass er von einem Druck befreit war, der ihn sein ganzes Leben lang begleitet hatte. Er war ein Bestandteil seines Ichs gewesen.
Jetzt war er verschwunden!
Diese Erkenntnis war so nachhaltig, dass Wooko Minn-Jasgard begann, an seinem Verstand zu zweifeln.
»Lerke!«, krächzte er heiser. Doch niemand konnte ihm antworten, denn er befand sich allein in seiner Wohnstatt. Seine Lebensgefährtin würde erst gegen Abend zurückkehren.
Mühsam zog sich der Mann an dem Getränkeautomaten hoch und betätigte die Taste für Eiswasser. Als die Flüssigkeit in den Becher schoss, wollte er danach greifen, aber seine Bewegungen waren so ungeschickt, dass er das kleine Plastikgefäß umstieß. Eine Lache bildete sich auf dem Teppichboden und rief den Reinigungsroboter auf den Plan.
Während sich die Maschine näherte, tastete Wooko erneut das Getränk ein. Diesmal war er etwas vorsichtiger.
Er trank die Hälfte der kühlen Flüssigkeit. Das restliche Nass kippte er sich über den Kopf. Der Reinigungsroboter stieß ein ärgerliches Piepsen aus, als er die erneute Verschmutzung des Teppichbodens bemerkte.
»Halt den Mund!«, knurrte der Symboldenker und richtete sich auf. Die kalte Flüssigkeit blieb nicht ohne positive Folgen. Sein Verstand begann, sich wieder in normalen Bahnen zu bewegen. Die erschreckende Erkenntnis jedoch blieb.
Etwas war geschehen, was unerklärlich war. Es stellte sein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf. Minn-Jasgard erkannte, dass er so ziemlich alles in seinem Dasein falsch gemacht hatte.
Nun bemerkte er auch, dass seit einiger Zeit das Bildtelefon summte. Das ständig unterbrochene Signal bedeutete die höchste Dringlichkeitsstufe. Er musste sich melden, denn dieser Anruf konnte nur aus dem Kreis des Rates von All-Jasgard kommen.
Oder es war Lerke, was er in diesem Augenblick inständig hoffte. Niemand von den Frauen und Männern des Rates durfte ihn in seinem derzeitigen Zustand sehen.
Wooko Minn-Jasgard erkannte noch nicht, dass in dieser Stunde alle Pluuh durch die Hölle der Erkenntnis gingen. Mit wankenden Schritten bewegte er sich zu dem Bildtelefon und drückte die Empfangstaste. Dabei stellte er sich so, dass er von der Aufnahmeoptik nicht erfasst werden konnte.
»Ich komme gerade aus der Nasszelle«, sagte er stockend.
Dann hörte er Lerkes Stimme und atmete auf.
»Hier ist der Teufel los«, sprudelte es aus dem Mund seiner Lebensgefährtin.
Wo war Lerke! Er warf einen Blick auf die Ziffern der Uhr über dem breiten Kamin. Es war früher Vormittag. Also musste sie in ihrem Labor sein.
»Hier auch.« Seine Antwort klang matt. Er torkelte vor die Aufnahmeoptik, so dass Lerke ihn sehen konnte.
»Was ist geschehen?« Die Augen der Frau zuckten nervös.
»Ich weiß es nicht.« Wooko quälte sich jedes Wort einzeln heraus. »Ich habe das Gefühl, in eine bodenlose Leere gestürzt zu sein. Alles in mir schreit auf.«
»Du also auch.« Staunen breitete sich auf dem Gesicht der Frau aus. »Ich habe es befürchtet. Alle Symboldenker vom vierten Grad an aufwärts drehen durch.«
»Alle?«
Lerke nickte dumpf. »Ich komme zu dir. Du wirst mich jetzt brauchen, Wooko.«
Der Pluuh verstand den Sinn ihrer Worte nur zu einem Teil. Der Kampf in seinem Bewusstsein steuerte einem neuen Höhepunkt zu, in den sich die jüngsten Erkenntnisse mischten.
Er war nicht allein betroffen! Das war eindeutig. Lerke schien jedoch völlig normal geblieben zu sein. Vielleicht lag es daran, dass sie nicht zu den Symboldenkern gehörte.
»Warum antwortest du nicht?« Echte Anteilnahme schwang in der Stimme der Frau mit.
Wooko Minn-Jasgard starrte nur schweigend in die Aufnahmeoptik.
»Es gibt keine Antworten mehr«, brachte er schließlich mühsam hervor. »Alles ist nun anders. Ich muss nachdenken, Lerke. Sonst werde ich wahnsinnig.«
Der Schirm des Bildtelefons veränderte sich plötzlich. Noch bevor Lerke antworten konnte, zogen Schlieren über das Bild. Ein Symbol kristallisierte sich heraus, das Wooko zur Genüge kannte.
Das zentrale Rechenhirn des Rates hatte sich in die Leitung geschaltet. Wooko erkannte, dass die bevorstehende Nachricht nur ihm galt. Die Schaltung lief bestimmt zu weiteren Mitgliedern der Symboldenker, und das Rechenhirn benötigte Zeit, um diese alle zu erfassen.
Er stand noch immer wie betäubt da und wartete. Lerke war jetzt bestimmt schon zu ihm unterwegs. Diese Erkenntnis gab ihm neues Vertrauen.
Endlich veränderte sich der Bildschirm. Der Kopf eines Mannes erschien unter dem Symbol des zentralen Rechenhirns.
Es war Forter Derg-Mohandot, der Oberste Rat von All-Jasgard und Symboldenker des nullten Grades. Das Gesicht des alten Pluuh wirkte sehr ernst.
»Ich hoffe«, begann Derg-Mohandot, »dass ich alle Symboldenker mit dieser Schaltung erreiche. Es ist etwas geschehen, das wir alle noch nicht begreifen. Das zentrale Rechenhirn wird euch die notwendigen Informationen und Anweisungen übermitteln.«
Der Kopf des Alten verschwand. Wooko Minn-Jasgard hockte sich auf den Boden und wartete wieder.
Es schien ihm wie eine Ewigkeit, bis sich das Rechenhirn mit seiner glasklaren Stimme meldete, und doch vergingen nur zwei oder drei Sekunden.
»Alle Symboldenker werden angewiesen«, erklärte die Kunststimme, »sofort eine doppelte Dosis des Medikaments VK-200 einzunehmen. Die stabilisierende Wirkung wird innerhalb weniger Sekunden eintreten. Dann folgen weitere Erklärungen. Die Einnahme von VK-200 ist durch den Bestätigungscode Bravo-10 zu melden. Nicht betroffene Pluuh sind angehalten, den Symboldenkern hierbei zu helfen. Dies war eine Anweisung des Rates von höchster Priorität.«
Wooko hatte Schwierigkeiten, den Sinn dieser Worte zu verstehen, obwohl das Rechenhirn die Anweisung nun pausenlos wiederholte. Er wankte zu dem Medoschrank und öffnete die Klappe. Er tat dies mehr unbewusst, weil seine Gedanken immer wieder von anderen Überlegungen durchkreuzt wurden.
Du hast ein Leben lang vor den Ysteronen gekniffen, sagte eine Stimme in ihm.
Die Zeit ist vorbei, meinte die zweite Stimme, in der du ein Knecht der bösen Mächte warst.
Steh auf und zerschlage das Reich deiner Feinde!, verlangte eine dritte Stimme unnachgiebig.
Der Symboldenker wischte mit einer unkontrollierten Handbewegung die Medikamente aus dem Schrank. Kleine Flaschen, Ampullen und andere Behälter polterten zu Boden. Der Pluuh starrte mit aufgerissenen Augen auf das Durcheinander.
Der Reinigungsroboter glitt heran und begann, die Medikamente aufzuheben und in den Schrank zu stellen.
»VK-200«, rief Minn-Jasgard zornig, aber das war eine Anweisung, die die Maschine nicht verstehen konnte.
Der Mann versetzte dem Roboter einen Tritt, aber der Stahlkoloss geriet dadurch nicht einmal ins Wanken.
»Ich schalt dich ab«, drohte er, »wenn du mir das VK-200 nicht gibst. Dann werfe ich dich in den Konverter, Blechkasten!«
»Du wirkst verwirrt«, antwortete die Maschine ungerührt und setzte die Aufräumungsarbeiten fort.
Ein sanfter Luftzug ließ den Mann herumfahren. Im Eingang stand Lerke. Sie eilte zu Wooko.
»Was ist?«, fragte sie schwer atmend.
»VK-200.« Der Pluuh schüttelte unzufrieden den Kopf. »Den Ysteronen werde ich es zeigen. Man soll meine Flotte startklar machen.«
»Du bist ja vollkommen durcheinander, Liebster.« Lerke dirigierte den willenlosen Mann auf einen Stuhl. »Setz dich. Ich werde alles Notwendige veranlassen.«
Minn-Jasgard hob eine Hand und deutete schweigend auf das Bildtelefon, wo noch immer die Durchsage des zentralen Rechenhirns ablief.
Nun verstand die Frau. Sie eilte zu dem Medikamentenschrank und suchte das Kästchen mit den VK-200-Ampullen heraus.
»Die doppelte Dosis«, fragte sie laut. »Wie viel ist das, Wooko?«
»Die Ysteronen müssen vernichtet werden«, antwortete der Symboldenker dumpf. »Sie haben nur Unheil über ganz All-Mohandot gebracht. Sie haben ihre Existenzberechtigung verwirkt.«
Lerke kümmerte sich nicht um das Gerede ihres Lebensgefährten. Sie studierte die Anweisungen auf der Ampullenschachtel und nahm schließlich vier der kleinen Phiolen heraus.
»Die Zeit des Friedens ist vorbei«, dozierte der Symboldenker. »Unser Verstand arbeitet wieder frei. Wir sind die entscheidende Macht in All-Mohandot, und wir müssen unsere Ansprüche geltend machen. Wir werden die Ysteronen aus dieser Galaxis fegen.«
Lerke setzte die erste Ampulle im Nacken des Mannes an und presste die gelbliche Flüssigkeit in seinen Körper. Wooko ließ alles über sich ergehen. Rasch folgten die weiteren drei Ampullen.
Als die Frau diese Arbeit beendet hatte, sprang Minn-Jasgard auf. Seine Arme fuhren durch die Luft, während er durch den Raum rannte. Seine Stimme war verstummt, und sein Atem ging schwer und heftig.
Die Frau wartete geduldig, bis die Wirkung des verabreichten Präparats einsetzte. Sie folgte nur mit sorgenvollem Blick den Bewegungen Wookos, die immer langsamer wurden.
Plötzlich griff sich der Pluuh in den Nacken. Die Schmerzen von den Einstichen drangen in sein Bewusstsein. Dann blieb er mit einem Ruck stehen. Er blinzelte mit den Augen und warf Lerke einen ungläubigen Blick zu.
Er hob den Kopf und lauschte auf die Durchsage des zentralen Rechenhirns des Rates.
»Ich muss die doppelte Dosis VK-200 nehmen.« Seine Stimme klang wieder normal.
»Die hast du bereits genommen.« Lerke lächelte ihn an. »Wie fühlst du dich?«
»Bereits genommen? Richtig. Ich fühle mich gut, aber ich weiß um Dinge, die alles auf den Kopf stellen. Ich muss den Rat alarmieren und ...«
Er brach mitten im Satz ab und setzte sich in den Sessel neben Lerke. Die Frau sagte nichts. Sie wusste, dass es noch einige Minuten dauern würde, bis Wooko von selbst erkannte, was er wirklich zu tun hatte.
Der Mann fuhr sich durch das dichte, kurzgeschnittene Haar. Die pechschwarzen Strähnen waren von Schweiß verklebt. Er erhob sich und blickte in den Spiegel.
»Bin ich das?« Er drehte sich Lerke zu und deutete dabei auf sein Spiegelbild. »Natürlich bin ich es«, beantwortete er dann seine Frage selbst.
Er kehrte in den Sessel zurück.
»Ich bin es«, erklärte er dumpf und stützte seinen Kopf in die Hände. »Und doch bin ich es nicht.«
»Eine Erklärung kann ich dir nicht geben«, bekannte die Pluuh-Frau sanft. »Aber das Rechenhirn hat sie angekündigt. Ich weiß nur, dass alle, die im Status eines Symboldenkers sind, plötzlich durchdrehten.«
»Die Bestätigung.« Wooko Minn-Jasgard stand auf und schritt zu dem Bildtelefon. Seine Bewegungen waren wieder wie früher, selbstbewusst und sicher. Er tastete den Bestätigungscode Bravo-10 ein und kehrte dann in seinen Sessel zurück.
Lerke reichte ihm ein Erfrischungsgetränk.
»Wenn es allen Symboldenkern so ergangen ist wie mir«, sinnierte der Mann. »Dann kann es Stunden dauern, bis jeder von ihnen die erforderliche Dosis VK-200 genommen hat.«
»Der Rat wird die Roboter einsetzen«, vermutete Lerke. »Dann geht es schneller.«
»Der Rat besteht nur aus Symboldenkern«, wandte Wooko ein. »Seine Mitglieder werden selbst mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.«
Die Frau antwortete nichts, denn in diesem Moment veränderte sich das Symbol auf dem Bildschirm.
»Diese Information erreicht nur die Pluuh«, begann die seelenlose Computerstimme, »die durch die Einnahme von VK-200 bereits stabilisiert sind. Im Namen des Rates von All-Jasgard erkläre ich den allgemeinen Notstand. Alle normalisierten Symboldenker und die restliche Bevölkerung sind aufgerufen, dafür zu sorgen, dass jeder Symboldenker umgehend die doppelte Dosis VK-200 erhält. Nur so kann eine Katastrophe abgewendet werden.«
Es folgten Durchsagen über die Lage von Depots, bei denen das Medikament empfangen werden konnte. Die Liste reichte über Orte aus dem ganzen Worsian-System bis hin zu den zahlreichen Kolonialwelten der Pluuh. Wooko erkannte daraus, dass die gesamte Zivilisation der Pluuh von den Veränderungen betroffen war.
Er wusste, dass sein Volk etwa zwölf Milliarden Seelen zählte. Etwa ein Drittel davon, darunter alle Angehörigen der Räte und der Flottenverbände, waren Symboldenker. Das Unterfangen, all diese Pluuh mit einem Medikament in kürzester Zeit zu versorgen, erschien ihm so gewaltig, dass es nie und nimmer ohne Komplikationen realisierbar wäre.
Wooko Minn-Jasgard stöhnte auf, als er mehr und mehr die Tragweite der jüngsten Ereignisse zu erkennen glaubte. Die Hintergründe blieben ihm noch schleierhaft, aber das sollte sich rasch ändern, als die Stimme des zentralen Rechenhirns von All-Jasgard fortfuhr.
»Die Auswertung der bisherigen Erkenntnisse ergibt ein noch unvollständiges Bild. Es steht jedoch fest, dass unser Volk seit einer Ewigkeit von einer unbekannten Macht unterdrückt wurde, die mit ihrer Ausstrahlung alle Pluuh manipulierte. Insbesondere wurden die Symboldenker, also alle wichtigen Führungspersonen und das Personal der Raumflotte davon betroffen. Dieser Zwang ist aus unbekannten Gründen weggefallen und hat die Symboldenker in tiefe Verwirrung gestürzt. Das Medikament VK-200 soll helfen, dass sich die Bewusstseinsinhalte der Betroffenen schnell stabilisieren.«
»Weiter!« Wooko Minn-Jasgard ballte die Hände zu Fäusten. »Ich will mehr darüber wissen.«
»Sie hören dich doch nicht.« Lerke legte ihre Hand auf den Unterarm des Mannes.
»Meine ersten Untersuchungen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür ergeben«, setzte der Computer die Erklärungen fort, »dass die beeinflussende Strahlung aus dem Herrschaftsbereich der Ysteronen gekommen ist. Sie bewirkte über eine sehr lange Zeit, dass sich unser Volk in übertriebener Weise blind und friedlich verhalten musste, obwohl der Rat eigentlich wusste, dass die Ysteronen auch nach der Abriegelung ihres Lebensbereichs im Osten von All-Mohandot weiter auf Nickelraubzüge gingen und dabei eine Unzahl von bewohnten Welten zerstörten. Die Blockade in den Gehirnen der Symboldenker war so vollkommen, dass sie die Wahrheit nicht erkennen konnten. Die Wahrheit ist, dass durch den Aufbau des Blockaderings die Ysteronen noch ungestörter ihrem frevelhaften Tun nachgehen konnten.«
»Ich ahnte es vorhin bereits«, seufzte Minn-Jasgard. »Diese Ungeheuer von All-Mohandot. Man müsste sie ausradieren.«
