Atlan 557: Der Spiegelplanet - Hans Kneifel - E-Book

Atlan 557: Der Spiegelplanet E-Book

Hans Kneifel

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Beschreibung

Mehr als 200 Jahre lang war die SOL, das Fernraumschiff von Terra, auf seiner ziellosen Reise durch die Tiefen des Alls isoliert gewesen, bis Atlan in Kontakt mit dem Generationenschiff kommt. Die Kosmokraten haben den Arkoniden entlassen, damit er sich um die SOL kümmert und sie einer neuen Bestimmung zuführt. Jetzt schreibt man an Bord des Schiffes den Mai des Jahres 3792, und der Arkonide hat trotz seines relativ kurzen Wirkens auf der SOL bereits den Anstoß zu entscheidenden positiven Veränderungen im Leben der Solaner gegeben - ganz davon abgesehen, dass er gleich nach seinem Erscheinen die SOL vor der Vernichtung rettete. Inzwischen hat das Generationenschiff viele Lichtjahre zurückgelegt, und die Solaner haben in dieser Zeit viele Konflikte mit Gegnern von innen und außen mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Unter Breckcrown Hayes, dem neuen High Sideryt, bahnt sich nun eine weitere Stabilisierung und Normalisierung an Bord an. Allerdings sorgen unerwartete Ereignisse immer wieder für Unruhe. Diesmal muss der Flug zur fernen Galaxis Ploohnei unterbrochen werden. Schuld daran ist DER SPIEGELPLANET ...

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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Nr. 557

Der Spiegelplanet

Der Krieg der Spinnenvölker

von Hans Kneifel

Mehr als 200 Jahre lang war die SOL, das Fernraumschiff von Terra, auf seiner ziellosen Reise durch die Tiefen des Alls isoliert gewesen, bis Atlan in Kontakt mit dem Generationenschiff kommt.

Die Kosmokraten haben den Arkoniden entlassen, damit er sich um die SOL kümmert und sie einer neuen Bestimmung zuführt. Jetzt schreibt man an Bord des Schiffes den Mai des Jahres 3792, und der Arkonide hat trotz seines relativ kurzen Wirkens auf der SOL bereits den Anstoß zu entscheidenden positiven Veränderungen im Leben der Solaner gegeben – ganz davon abgesehen, dass er gleich nach seinem Erscheinen die SOL vor der Vernichtung rettete.

Inzwischen hat das Generationenschiff viele Lichtjahre zurückgelegt, und die Solaner haben in dieser Zeit viele Konflikte mit Gegnern von innen und außen mehr oder weniger unbeschadet überstanden.

Unter Breckcrown Hayes, dem neuen High Sideryt, bahnt sich nun eine weitere Stabilisierung und Normalisierung an Bord an. Allerdings sorgen unerwartete Ereignisse immer wieder für Unruhe.

Die Hauptpersonen des Romans

Atlan – Der Arkonide als Friedensstifter im Krieg der Spinnenvölker.

Breckcrown Hayes – Der High Sideryt lässt einen Planeten zerstören.

Pirt-flyrr und Kirr-hinc – Kämpfer der Oyst-Mesat.

Purm'trucc und Sruum'hult – Kämpfer von Vormant.

Zirc-myrn

1.

Der schwebende Würfel drehte sich knarrend. Die ersten Strahlen der Sonne trafen auf seine Flanken. Die hundertzwanzig Soldaten der Kommandoeinheit bewegten sich unruhig. Das düstere rote Licht brach sich an den flachen Körperpanzern, die wie Halbkugeln aus poliertem Metall aussahen. Mit dem gepanzerten Endglied des rechten vorderen Laufbeines rückte Achtauge Pirt-flyrr das Induktionsmikrophon vor seine Mandibeln.

»Achtung!«, sagte er mit seinem heiseren, fast trillernden Flüstern. Die Soldaten von Cirrith erstarrten.

»Wir haben eine schwere Aufgabe«, erklärte er. Achtauge war der höchstdekorierte Anführer der Zerstörer. So nannte man seit Urzeiten die Soldaten des Planeten. »Von dieser verdammten Legion haben sich Kämpfer in der Nähe von Punkt Mesat-Null eingenistet. Getreu unserer Aufgabe, den immerwährenden Schutz des Systems zu garantieren, greifen wir an und vertreiben sie. Für Cirrith!«

Hundertzwanzig Soldaten, in ihren Höröffnungen die Empfänger, schlugen mit den Kolben ihrer langläufigen Waffen gegen die Ränder ihrer hellen Körperpanzer. Ein rasselndes, klirrendes Geräusch hallte zwischen den Mauern der Bunker wider. Langsam hob Achtauge Pirt-flyrr sein Laufglied, griff mit den Krallen um den Schaft der Waffe und deutete nach vorn.

Dort stand der gedrungene Raumtransporter.

»Für Cirrith!«, schrien die Soldaten. Die tiefrote Sonnenscheibe kroch millimeterweise hinter den gezackten Bergkuppen hoch. Der Trupp setzte sich im Gleichschritt in Marsch und bewegte sich schnell und zielsicher auf die Rampe des Transporters zu. Hoch über den Köpfen der Kommandoeinheit heulte ein Stratosphärenschiff mit rauem Jaulen hinweg.

Schweigend schleusten sich die hundertzwanzig Kämpfer ein.

Obwohl die Sonne – von den Oyst-Mesat wurde das Gestirn entweder Stern oder die Sonne genannt, – voll auf den Raumhafen, auf die Bunker und das schüttere Grün an den Berghängen und auf die hügelige Ebene strahlte, blieb es kühl und feucht. Schräg spannten sich die Spinnenfäden von den Verankerungen bis hinauf zum Würfel, auf dessen vier Seiten das GESETZ eingeätzt war. Für jeden Oyst-Mesat bedeuteten diese Worte den Sinn des Lebens. Für den Wortlaut und die Bedeutung des GESETZES kämpften die Oyst-Mesat, dafür zogen sie ihre Brut auf, und dafür starben sie, nachdem sie gekämpft hatten.

Sie kämpften gegen die Oyst-Vormant.

Auf dem hellen, federnden Belag kratzten und scharrten die Klauen der Endglieder. Die achtfüßigen Kämpfer glitten schnell an ihre Plätze. Fast alle Oyst-Mesat gehörten zu den Überlebenden. Das bedeutete, dass sie seit dem Augenblick des Erwachsenwerdens zahllose Kämpfe bestanden hatten. Sie waren verpflichtet worden, das System der vielen Welten gegen jeden Eindringling von außen zu schützen – und gegen jeden Abweichler aus dem Innern.

Also auch gegen die Oyst-Vormant.

Scharrend zog sich die Rampe zurück. An anderen Teilen des Raumhafens marschierten Mannschaften auf und folgten den schweren Maschinen, von denen andere Transporter aus den Felshöhlen herausgezogen wurden. Der Pilot des Raumschiffs, das auf acht weit auseinandergespreizten Stelzen stand – es ähnelte ein wenig den Körpern der Krieger, die sich in ihm aufhielten –, schloss die Schleuse. Einige Sirenen heulten mit ungewöhnlich schrillen Tönen auf.

Nach einigen Sekunden schossen Flammen, Rauch und Dampf aus den Düsen und breiteten sich in alle Richtungen aus. Das untere Drittel des gedrungenen, glockenförmigen Raumtransporters wurde eingehüllt. Der gewohnte Orkan aus verschiedenen Geräuschen schwoll an, als das Schiff aufstieg und schließlich in den langgezogenen Wolken verschwand.

Das Schiff war unterwegs zum siebenten Planeten von Sonne.

Es war von der fünften Welt des roten Sterns gestartet.

*

Achtauge Pirt-flyrr stand regungslos auf beiden hinteren Beinpaaren. Mit den vier Voraus-Augen blickte er auf den Bildschirm vor sich.

Über die vielen Gelenke seiner Gliedmaßen zogen sich kugelige und zylindrische Rüstungsteile, die an den Verbindungsstellen knirschten und knarrten. Die vielen Elemente und auch der Körperpanzer bestanden aus armiertem Kunststoff, der widerstandsfähig wie dünner Stahl, aber viel leichter war. Der kalottenförmige Körperpanzer hatte an neun Stellen runde Aussparungen, an denen er sich über den Kopf und die Gelenke der Beine wölbte. Jedes Bein besaß als Endglied eine harte, klauenartige Handlungseinheit; einen Greifer, der auch feinste Arbeiten ermöglichte.

Pirt-flyrr war, wie alle Soldaten des Planeten, ein Männchen.

Die Weibchen, die für die Gelege zu sorgen hatten und ununterbrochen ihre Fäden spannten, bevölkerten den Planeten und hatten weder im Weltall noch auf den Kampfschauplätzen etwas zu suchen. Cirriths GESETZ hatte dies außerordentlich deutlich ausgedrückt.

Auf dem Bildschirm zeichneten sich inmitten des leeren Raumes deutlich einige Ortungsechos ab. Pirt-flyrr unterschied deutlich die größeren Punkte entfernterer Planeten, die winzigen Echos feindlicher Raumschiffe oder Abfangjäger, und im Mittelpunkt des Schirmes wuchs der Planet Vormant: die siebente Welt von Sonne. Seit drei Umläufen hielten die Oyst-Mesat auf Vormant einen großen Stützpunkt, bauten ihn aus und stießen in acht Richtungen sternförmig ins Umland vor. Ihr Ziel war ebenfalls klar definiert: Sie mussten die Krieger des Rrus'zuum zurücktreiben, entwaffnen und, soweit möglich, in die eigenen Streitkräfte übernehmen. Aber soweit war es noch lange nicht.

»Jedenfalls ist das Kriegsglück auf unserer Seite! Beim endlosen Faden!«, zirpte der Anführer.

Antriebslos raste der Transporter auf den Planeten zu. Die Optiken waren nur mühsam in der Lage, den fernen Hintergrund aus spiralig angeordneten Sternmassen zu erfassen. Wollte der Anführer jene unendlich weit entfernten Sonnen sehen, musste er mindestens sechs Augen verwenden.

»Uninteressant«, sagte er und wandte sich an einen der Piloten. »Gibt es mehr als die gewohnte Aktivität dort vorn?«

Er deutete mit einem Greifer auf Vormant. Um das Echo des Planeten schwirrten nur wenige winzige Pünktchen. Auch sie bewegten sich auf Kreisbahnen oder Ellipsen und konnten ihren Kurs nicht sofort ändern, fielen also in den meisten Fällen als Verteidiger aus. Das eigene Schiff hatte diesmal weniger Treibstoff, dafür aber mehr Versorgungsgüter an Bord und sollte möglichst wenig manövrieren müssen.

»Sie haben uns offensichtlich noch nicht bemerkt«, gab Nivv-pirz zurück. »In etwa einem halben Zeitmaß werden wir in ihren Radarbereich kommen.«

Mesat und Vormant befanden sich seit etlichen Umlauf-Zehnteln in jenen Bereichen ihrer Bahnen, die zur Konjunktion führten. Für den nächsten halben Umlauf konnten Schiffe in wenigen Stunden von einem Planeten zum anderen fliegen. Das erleichterte, wenigstens für Pirt-flyrrs Überlegungen, den Kampf.

»Du weißt, was zu tun ist!«

Es war mehr eine Bemerkung als eine Frage. Der Pilot hantierte geschickt an seinen Vergrößerungsgeräten und gab den ersten Bereitschaftsalarm. Die Kämpfer bekamen die Aufforderung, die Bordgeschütze auszufahren und durchzuchecken.

»Beim Gelege! Dasselbe wie immer«, zirpte der Pilot. »Landen, ohne getroffen zu werden.«

»Ein paar Mal haben wir's schon geschafft!«, sagte Pirt hart.

Er und der Pilot, sie waren Veteranen eines Krieges, der von Anbeginn der Geschichte geführt wurde. Alle Archive des Planeten sagten nichts anderes aus, als dass die Oyst-Mesat seit Anbeginn ihrer Geschichte gegen die Oyst-Vormant gekämpft hatten. Ein scharfer Strahl des feurigen Sonnenlichts drang bei der kurzen Drehung des Schiffes durch ein Bullauge und blendete die Kämpfer.

Der Pilot betätigte die Filter und wandte den runden Kopf in Pirt-flyrrs Richtung.

»Ich glaube, wir werden erst am Boden Abwehrfeuer bekommen.«

»Worauf stützt sich dein ... Glaube?«

»Nur ein Gefühl. Es sind verdammt wenig Jäger im Orbit.«

Unaufhaltsam näherte sich der gepanzerte Transporter dem Planeten. Die schwierigste und gefährlichste Phase war das Stück Flug zwischen dem ersten Bremsmanöver und der Landung.

»Mag sein, dass es so ist. Zweiter Alarm!«

»Verstanden, Achtauge!«

Ein Signal heulte durch das Schiff, dann ein zweites Kommando in Ultraschall. Ein Teil der Sinne, über die Oyst-Mesat und Oyst-Vormant verfügten, funktionierte im Ultraschallbereich.

Ausgesuchte Soldaten verließen ihre schützenden Liegemulden und tasteten sich an ihre Plätze. Sie befestigten die Haltegurte an den Panzern und schalteten die Zieloptiken ein. Der Planet wuchs auf den Bildschirmen und vor den wenigen Sichtluken. Die Welt der Oyst-Vormant lag zur Hälfte im Licht von Sonne; eine Welt aus vielen mittelgroßen Kontinenten, die in flachen Meeren eingebettet waren. Unter den Wolken verbargen sich die Siedlungen und die vielen Verteidigungseinrichtungen des Konkurrenzvolks.

»Achtet auf Abfangjäger«, knirschte die Stimme des Anführers durch die Empfänger. »Sofort feuern, wenn der Achtungsabstand unterschritten wird.«

»Verstanden, Pirt!«, kam es zurück.

Der Pilot versetzte den Transporter in eine langsame Drehung entlang der Bewegungsachse. Langsam bewegten sich auch die Suchantennen. Über die Bildschirme huschten kleine Punkte und näherten sich von allen Seiten. Mehr als fünfzehn Echos waren es, und jedes davon bedeutete Gefahr.

»Schneller!«, drängte Pirt-flyrr. »Mindestens fünf Bahnen kreuzen sich genau auf unserer Einflugbahn.«

»Bereits geschaltet!«

Zweimal zündeten die Düsen und rissen das Raumschiff vorwärts. Die Jäger waren gefährlich nahe herangekommen. Die harten Vibrationen von Abschüssen dröhnten durch den Transporter, die langgezogenen grellweißen Bahnen der stabförmigen Raketen jagten auf die Jäger zu. Direkte Sicht auf die fremden Objekte war fast unmöglich. Aber die Bildschirme zeigten klar, dass das erste Geschoss sein Ziel fand. Dann breitete sich eine lautlose, mehrfarbige Explosion kugelförmig aus. Eine zweite Rakete änderte im letzten Augenblick ihre Richtung und zerfetzte einen feindlichen Jäger.

»Zwei weniger. Sie werden keines unserer Schiffe mehr angreifen!«, bemerkte der Anführer. »Jetzt wird es schwierig.«

Ein dritter Jäger wich geschickt zwei anfliegenden Raketen aus. Ein Hagel kleiner Geschosse prasselte auf die Panzerung des Transporters. Eine Serie von knallenden Explosionen erzeugte im Schiff schwere Schläge. Ein Bordgeschütz hämmerte los, als der Jäger fast die Rammgrenze erreicht hatte und mit wild feuernden Retrodüsen auszuweichen versuchte. Die Geschosse durchlöcherten die Kabine und die kurzen Flügel. Direkt vor dem Transporter zerlegte sich der Jäger nach drei, vier Explosionen in glühende Einzelteile.

Wieder verließ eine Rakete das lange Führungsrohr einer der vielen Geschützkuppeln. Sie zischte hinaus, näherte sich in steigender Geschwindigkeit dem nächsten Jäger und zerfetzte ihn. Der Transporter senkte die Nase und tauchte hinunter in die Landekurve. Wieder verzögerte der Pilot die Geschwindigkeit des Transporters und entging einem zweiten Rammstoß, dann fiel der schwere Körper mit rauchenden Düsen auf den Planeten zu.

»Hast du schon den Peilstrahl?«

»Noch nicht.«

Der Transporter entkam, wütend um sich feuernd, dem letzten Ansturm der Verteidiger. Er bohrte sich in die ersten hauchdünnen Schichten der Atmosphäre, der Pilot orientierte sich an den vertrauten Umrissen der Kontinente und der Küstenlinien, die unter den aufreißenden Wolken auftauchten.

»Gute Arbeit, Nivv-pirz!«, erklärte der Anführer.

»Noch sind wir nicht gelandet.«

In einer unregelmäßigen Spirale, von drei Jägern verfolgt, stürzte sich der Transporter schräg abwärts. Die ersten Effekte des Luftwiderstands machten sich bemerkbar. Das Raumschiff sackte tief durch, fing sich wieder und wurde durch eine Serie von Bremsstößen in eine neue Richtung gezwungen. Die Rohre der Raketenwerfer schwangen nach hinten, die Soldaten schossen vier Raketen ab. Hinter dem Transporter regneten rauchende Trümmer in die rasch näher kommenden Wolken.

Das Raumschiff schüttelte sich, als es durch die Wolkenschicht stieß und in einer langen Parabel auf den Rand des eckigen, buchtenreichen Kontinents zuschwebte. Tief unter dem Transporter blitzten die Abschüsse der Verteidigerbatterien auf. Irgendwo dort unten, am Rand einer fast kreisrunden Ebene, lag die umkämpfte Stellung der Oyst-Mesat. Rechts und links, vor und hinter dem Raumschiff detonierten die Raketen, die Höhengeschosse und die Schrapnells der Geschütze. Die Hülle des Transporters klirrte und krachte von den Einschlägen. Das Schiff war erfüllt vom Heulen und Kreischen der Windgeräusche. Wieder schlug der Pilot eine neue Kurve ein und ließ das Schiff tiefer absinken.

»Ich habe den Peilstrahl«, bemerkte der Pilot. »In kurzer Zeit sind wir im Verteidigungsbereich der eigenen Leute.«

»Es ging besser, als ich vermutete«, gab Pirt-flyrr zu. Er schaltete sich wieder ins Kommunikationsnetz ein und rief seinen Soldaten zu:

»Macht euch zur Landung fertig. Vorläufig darf noch keiner die Geschützkuppeln verlassen. Wir landen in einer halben Zeiteinheit.«

Der Transporter hatte sich jetzt in einen Gleiter verwandelt, der in der dichten Lufthülle des Planeten hervorragend manövrierte. Der Pilot wandte all sein Geschick auf, um dem Beschuss zu entgehen. Der Transporter mit voll ausgefahrenen Tragflächen kippte, schlingerte, drehte sich um die Längsachse und trudelte abwärts. Bisher hatten die Detektoren nur unbedeutende Zerstörungen registrieren können, keine ernstzunehmenden Schäden beeinträchtigten die Manövrierfähigkeit des Raumschiffs. Die Bergkette und die Ebene kamen immer näher. Abendliches Sonnenlicht glänzte auf dem Wasser eines stark mäandernden Flusses.

»Landeanflug!«, schrillte die Stimme des Piloten durch alle Empfänger.

»Verstanden. Wir sind bereit.«

Zwei Soldaten visierten die verfolgenden Jäger an und drückten die Feuerknöpfe. Die Drillingsrohre spien einen rasenden Strom kleiner Raketen aus, die einen Pulk bildeten und ihre Vernichtungskraft zusammenballten. Die empfindlichen Suchköpfe konzentrierten sich auf die Triebwerke der atmosphärischen Flugapparate und brachten sie zur Explosion. Die Piloten sprengten sich mit Teilen der Steuerkabine aus den Wracks und entfalteten die Fallschirme.

Wieder zwang der Pilot den Transporter in eine enge Kurve. Dicht vor den Höhlen, den Erdwällen und Bunkern, auf einem durch große Mauern geschützten Platz zwang der Oyst-Mesat, scharf auf seine Aufgabe konzentriert, den schweren Transporter in eine enge Aufwärtskurve. Gleichzeitig zündeten sämtliche Triebwerke. Auf riesigen Wolken aus Rauch und Flammen sank das Raumschiff, auf dem Düsenfeuer balancierend, langsam abwärts und setzte dröhnend auf.