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Es geschah im April 3808. Die endgültige Auseinandersetzung zwischen den Kräften des Positiven, hauptsächlich repräsentiert durch Atlan und die Solaner, und zwischen Anti-ES und seinen unfreiwilligen Helfern, vollzog sich in Bars-2-Bars, der künstlich geschaffenen Doppelgalaxis. Dieser Entscheidungskampf geht überraschend aus. Die von den Kosmokraten veranlasste Verbannung von Anti-ES wird gegenstandslos, denn aus Wöbbeking und Anti-ES entsteht ein neues Superwesen, das hinfort auf der Seite des Positiven agiert. Die neue Sachlage ist äußerst tröstlich, zumal die Chance besteht, dass in Bars-2-Bars nun endgültig der Friede einkehrt. Für Atlan jedoch ist die Situation alles andere als rosig. Der Besitz der Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst, ohne die er nicht den Auftrag der Kosmokraten erfüllen kann, wird ihm nun ausgerechnet durch Chybrain vorenthalten. Ob er es will oder nicht, der Arkonide wird verpflichtet, die Namenlose Zone aufzusuchen. Inzwischen schreibt man Anfang Juni 3808. Während Atlan noch unterwegs ist, hat Zelenzo, der geheimnisvolle Verschwörer, der SOL-Führung weitere Schwierigkeiten bereitet. Doch damit nicht genug - es erscheint der Zwergstern, und sein Auftauchen führt zur PANIK AUF DER SOL ...
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 657
Panik auf der SOL
Im Chaos des Zwergsterns
von Hans Kneifel
Es geschah im April 3808. Die endgültige Auseinandersetzung zwischen den Kräften des Positiven, hauptsächlich repräsentiert durch Atlan und die Solaner, und zwischen Anti-ES und seinen unfreiwilligen Helfern, vollzog sich in Bars-2-Bars, der künstlich geschaffenen Doppelgalaxis.
Dieser Entscheidungskampf geht überraschend aus. Die von den Kosmokraten veranlasste Verbannung von Anti-ES wird gegenstandslos, denn aus Wöbbeking und Anti-ES entsteht ein neues Superwesen, das hinfort auf der Seite des Positiven agiert.
Die neue Sachlage ist äußerst tröstlich, zumal die Chance besteht, dass in Bars-2-Bars nun endgültig der Friede einkehrt. Für Atlan jedoch ist die Situation alles andere als rosig. Der Besitz der Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst, ohne die er nicht den Auftrag der Kosmokraten erfüllen kann, wird ihm nun ausgerechnet durch Chybrain vorenthalten. Ob er es will oder nicht, der Arkonide wird verpflichtet, die Namenlose Zone aufzusuchen.
Inzwischen schreibt man Anfang Juni 3808. Während Atlan noch unterwegs ist, hat Zelenzo, der geheimnisvolle Verschwörer, der SOL-Führung weitere Schwierigkeiten bereitet.
Breckcrown Hayes – Der High Sideryt versucht die SOL zu retten.
Bjo Breiskoll, Sternfeuer und Federspiel – Die Mutanten suchen nach Saboteuren.
Tauter Flock, Friedo Branold, Jap Lyska und Dafne Joss – Hayes' Begleiter beim Flug der TRAGEDY.
Breckcrown Hayes erkannte, dass er an einem entscheidenden Punkt angelangt war.
Die Lage der SOL war wieder einmal äußerst kritisch.
»Und was noch viel schlimmer ist«, brummte er mit heiserer Stimme, »ich weiß keinen Rat mehr.«
Niemand hörte dieses Selbstgespräch des High Sideryt. Er war allein und machte sich dieses Geständnis. Breck hatte sich in seine Klause zurückgezogen, um einige Stunden Ruhe zu haben. Er fühlte sich so elend wie schon seit Jahren nicht mehr. Er wusste, dass alle Faktoren, die sein Leben bestimmten, sich am tiefsten Punkt getroffen hatten.
Die SOL, die nahe dem Junk-System schwebte, war noch immer nicht völlig instand gesetzt. Die Arbeiten wurden vorangetrieben, und die Rohstoffe, die man in schnellen Einsätzen von den Planeten geholt hatte, wurden eingelagert und verarbeitet.
Wenigstens hier sah es ausnahmsweise nicht hoffnungslos aus!
Die MJAILAM und Atlan waren und blieben verschwunden. Die Frage, welche Folgen Atlans Aktionen – falls er und seine Freunde noch lebten – auslösten, brachte mehr als nur starke Unruhe in die Besatzung.
Ferner: Zelenzo und die »Erneuerer« – es war abzusehen, wann sich diese Gruppe zu einem dramatischen Problem entwickeln würde.
Zelenzo war in der Wahl seiner Mittel alles andere als zurückhaltend. Es hatte innerhalb der SOL schon immer unterschiedliche Meinungen gegeben, andere Ansichten und offenen Widerstand. Was Zelenzo betraf, so war dies kein offener, sondern raffiniert verdeckter Widerstand.
Es gab keine Entwicklung, auch keine Anzeichen dafür, nicht einmal berechtigte Hoffnungen, dass sich an der gegenwärtigen Lage der SOL etwas änderte.
Und dazu kam, dass Breckcrown Hayes immer mehr spürte, wie ihn die unbekannte Krankheit aushöhlte, wie seine Kräfte schwanden und die Schmerzen zunahmen. Dagegen halfen weder Ruhepausen noch Medikamente oder Alkohol.
Trotzdem blieb der High Sideryt neben dem Barfach stehen und goss ein großes Glas halbvoll.
Der honigartige Geruch des Getränks durchzog die Klause. Breck setzte sich in den schweren Sessel und streckte seine Beine ächzend aus.
»Ich werde wohl als tragische Figur in die Geschichte der SOL eingehen«, sagte er und nahm einen kleinen Schluck.
Er versuchte sich zu entspannen. Aber immer wieder ging sein Blick hinüber zum großen Bildschirm. Er war die einzige Verbindung mit der Hauptzentrale; im Augenblick war er stummgeschaltet, und Breck hatte die Aufnahmeoptik desaktiviert.
Krank, geschwächt, unkonzentriert – Breck wusste, dass er ebenso aussah, wie er sich innerlich fühlte. Noch aber war sein Verstand nicht angegriffen. Mit aller Kraft, über die er verfügte, stemmte sich Breck gegen die Auswirkungen der Krankheit.
Die Verantwortung, die er gegenüber der SOL hatte, würde er nur abgeben, wenn er zusammenbrach. Er wusste, dass er der beste Mann an diesem Platz war. Seine Arbeit hielt ihn aufrecht, und er widmete sich ihr mit der Verbissenheit, die ihn kennzeichnete.
Breck wusste mit unumstößlicher Gewissheit, dass es in seinem Leben weder das große Glück noch etwas, das als »große Liebe« umschrieben werden konnte, geben würde.
Ihm blieb einzig die Pflichterfüllung.
Und – wieder nahm er einen Schluck – ihm blieben die kritische Freundschaft zum Arkoniden und der feste Wille, stets und ständig das Beste für die SOL und ihre fast hundertköpfige Besatzung zu tun. Wo immer das Ziel der SOL wirklich lag; er hoffte, er war dabei, wenn sie es erreichte.
In einem desaktivierten Bildschirm sah er sein Gesicht. Es zeigte ihm seinen inneren Zustand ebenso deutlich, wie es die von den SOL-Würmern verwüstete Haut seines Gesichtes erkennen ließ.
»Was soll ich tun?«, fragte er in die Stille des abgeschlossenen Raumes hinein. Es gab keine Antwort.
Er schloss die Augen und streckte sich aus. Noch ein letzter Schluck, dann war das Glas leer. Eine Spur von Ruhe und Entspannung überkam ihn. Der High Sideryt schlief nur langsam ein, denn seine Gedanken wirbelten unablässig um die Probleme, die so schwer wogen, dass er eigentlich nicht hätte schlafen können.
In die tiefste Phase seines Schlafes hinein schrillten Sirenen und laute Warnsummer. Breckcrown fuhr hoch und hatte sekundenlang Schwierigkeiten, sich zu orientieren.
Dann fiel sein Blick auf einen zweiten Bildschirm. Dieser zeigte eine blinkende Schrift. Zunächst dachte Breck, die ersten Worte lesend, dass es eine dringende Mitteilung aus der Zentrale sei, aber diese würde sich über SENECA gemeldet haben. Dann sprangen seine Augen auf die letzte Zeile.
Zelenzo!
Breck stieß einen kurzen Fluch aus. Er stemmte sich aus dem Sessel hoch und las die Botschaft mit vollem Bewusstsein.
High Sideryt! Dies ist ein schriftliches Ultimatum. Ich und die Erneuerer verlangen, dass die SOL die gegenwärtige Position so schnell wie möglich verlässt. Überlasst die MJAILAM ihrem Schicksal, kümmert euch nicht um den Arkoniden und seine verrückten Pläne. Wenn unsere Forderung nicht erfüllt wird, werden alle die Konsequenzen tragen müssen. Weg vom Junk-Nabel! Das war die letzte Warnung. Der nächste Schlag trifft voll.
Die Unterschrift kannte er schon.
»Zelenzo«, sagte er in kaltem Zorn, »ich habe bisher alles überlebt. Ich stehe auch dich und deine Anhänger durch.«
Er stand auf und wunderte sich nicht einmal darüber, dass es dem »Ruhigen« gelungen war, eine Botschaft in das Interkomnetz einzuschmuggeln. Vermutlich waren sämtliche Schiffsinterkome aktiviert worden.
Es wäre auch zu schön gewesen, und daher wohl unmöglich, dass man ihm eine kurze Zeit der Ruhe gönnte, sagte er sich und schaltete den Terminal SENECAS ein und danach die Kommunikation mit der Zentrale.
Lyta Kunduran schaute ihn verständnisvoll aus ihren großen grauen Augen an.
»Wir haben das Ultimatum gelesen, Breck. Du auch?«
»Natürlich. Das gesamte Schiff, denke ich.«
»Nach unseren Rückmeldungen«, antwortete Bit, »haben wirklich alle Interkome sich eingeschaltet. Nicht einmal ich habe eine Vorstellung davon, wie es Zelenzo gelungen sein mag. Wir haben da einen verdammt cleveren Gegner.«
»Ich weiß«, grollte Breck. »Ich bin in ein paar Minuten in der Zentrale.«
»Eine überflüssige Frage«, meinte Lyta und schob mit beiden Händen ihr Haar in den Nacken. »Hast du vor, irgendwie auf dieses so genannte Ultimatum einzugehen?«
Er rang sich ein kurzes Lachen ab.
»Nicht die Spur. Bis gleich.«
Er nickte Bit kurz zu, ging hinüber zum Terminal des Bordrechners und fragte:
»Sind dir irgendwelche Manipulationen aufgefallen? Kennst du den Aufenthaltsort von Zelenzo? Ist deine interne Suche nach den Erneuerern wenigstens von einem Teilerfolg belohnt worden?«
Breck gestand sich ein, dass er wenigstens von SENECA eine positive Antwort erwartete, und wenn nicht, dann zumindest einen Zuspruch.
SENECAS Stimme kam aus den unsichtbaren Lautsprechern. Sie war wohlmoduliert, als sie sagte:
»High Sideryt, es tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen. Ich bin im Verlauf der einhundertneunzig Minuten, die zwischen deiner letzten Anfrage und der vorhergehenden verstrichen, ununterbrochen mit beträchtlicher Kapazität tätig gewesen. Kein Erfolg. Genau siebenunddreißig erfolgversprechende Spuren führten zu null Erfolgen oder Erkenntnissen. Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf, wo sich die Erneuerer und dieser Zelenzo verstecken. Eines erscheint mir sicher: sie sind an Bord der SOL.«
»Wären sie doch außerhalb!«, entfuhr Breckcrown ein langer Seufzer. »Die Verantwortlichen danken dir. Verwende in der nächsten Periode mehr Kapazität für die Suche.«
»Da meine Hilfe beim derzeitigen Fortschritt der Reparatur- und Verschönerungsarbeiten immer geringer in Anspruch genommen wird, kann ich dies versichern und auch garantieren«, entgegnete SENECA beflissen.
»Gut. Ich bin in der Hauptzentrale zu erreichen.«
»Das vermag ich auch ohne diesen Hinweis unschwer festzustellen«, erklärte SENECA.
»Ende.«
Breck tastete den Terminal nicht aus, wandte sich an einen seiner Robots und befahl:
»Ein reichhaltiges Essen an meinen Platz in der Hauptzentrale. Veranlasse das Nötige.«
»Verstanden!«, sagte der metallene Diener und blieb unbeweglich stehen. Hayes betätigte die verschiedenen Schaltungen, passierte die Schleusen und befand sich binnen kurzer Zeit in der Zentrale. Es bedeutete in der gegenwärtigen Situation weniger als nichts, aber dennoch musterte er die Ziffern des Bordchronometers.
»Fünfter Juni nullacht«, brummte er. »Ein Tag wie viele andere. Nur wenig freundlich.«
Im Laufe der langen Jahre und der unzählbaren Abenteuer, die das Schiff hinter sich hatte, bestand oft die Notwendigkeit für die generelle Bestandsaufnahme, die Breck jetzt vornahm. Wie war der Zustand des Schiffes? Bedrohte irgend etwas die Heimat der Solaner? Arbeiteten alle Systeme, Subsysteme und die unzähligen, von SENECA kontrollierten und gestützten Teilbereiche reibungslos?
Schweigend, tief in Gedanken versunken, hakte der High Sideryt die verschiedenen Punkte ab.
Vor rund einem Monat Bordzeit hatte der unbekannte Anführer der Erneuerer zum ersten Mal von sich reden gemacht.
Es fiel zusammen mit der Zeit, als Atlan mit der MJAILAM in der Namenlosen Zone verschwunden war, selbstverständlich durch den Junk-Nabel.
Die Schäden an den verschiedenen Stellen des Schiffes waren so gut wie völlig behoben. Mindestens eintausend Solaner aller Qualifikationen, die halbe Menge von Robotern und andere Spezialisten arbeiteten an den letzten Handgriffen.
Jedenfalls schien das Schiff voll raumflugtauglich und kampfbereit. Im Moment waren die Schutzschirme desaktiviert. Es würde nur noch Stunden, vielleicht einen Tag dauern, bis die betroffenen Sektoren der SOL wieder so aussahen wie fabrikneu – und ebenso funktionierten.
Atlans Verdienst, sagte sich Breck.
Das nächste Problem: Nachschub an Rohstoffen aller Art. Er ließ sich die letzten Meldungen und die entsprechenden Parameter geben und stellte mit Zufriedenheit fest, dass in diesen Minuten die letzten Schiffsladungen in den Hangars ausgeladen wurden.
Er fragte in den Raum hinein:
»Wie ist die Stimmung an Bord? Unverändert ...«
»... unverändert gereizt, hochgespannt. Ein starker Funken genügt, und alles detoniert.«
»Ich weiß es. Leider.«
Der weitaus wichtigere Grund dafür, dass die Solaner unsicher und, aus dieser Stimmung heraus, nervös und panikbereit waren, konnte in der Position des Schiffes nahe der Sonne, der drei Planeten und dem weit aufgerissenen Schlund des Nabels definiert werden. Obwohl das Schiff schon Dutzende Male in weitaus lebensgefährlicheren Situationen »geschwebt« war, beunruhigten die mehr oder weniger gleichen Bilder auf den Ortungsschirmen die Mannschaft mehr als zu erwarten.
Die rote Sonne, knapp dreizehntausend Lichtjahre vom Zentrum Bars' entfernt, mit den drei Planeten und dem Nabel zur Namenlosen Zone waren vergleichsweise normale stellare Objekte. Aus welchem Grund diese Konstellation in einem solch hohen Maß beunruhigend wirkte, konnte sich der High Sideryt nicht erklären.
Er hielt inne.
Eine verwegene, irrationale Überlegung schoss wie ein Blitz durch sein Gehirn.
Die Solaner ahnten, dass der Schlund das Zeichen kommenden Verderbens war. Ein Nabel, der zwei völlig verschiedene kosmische Gesetzmäßigkeiten miteinander verband oder voneinander trennte; je nach Gesichtspunkt. Sie erwarteten förmlich, dass durch diese Öffnung das Verderben kam – kurzum: Das Element der Unsicherheit und der Erwartung des absoluten Schreckens war ungeheuer groß.
Nunmehr, gestand sich Breck ein, verstand er diese Massenpsychose weitaus besser.
Jeder einzelne Solaner, mit dem er sprach, würde sich vernünftig und einsichtig verhalten. Aber knapp hunderttausend Solaner – das war eine andere Sache. Hier galt das Gesetz der Masse. Sie waren von Äußerlichkeiten weitaus mehr zu beeinflussen als Einzelwesen oder kleine Gruppen.
Hayes schüttelte den Kopf und versuchte, entsprechende Gedanken abzuschütteln.
»Überflüssige Frage Nummer zwei«, sagte er. »Irgendwelche Nachrichten von Atlan?«
»Gar nichts.«
»Ich verstehe. Das reizt die Erneuerer um Zelenzo zusätzlich.«
»So ist es.«
Der High Sideryt warf einen langen, schweigenden Blick auf die ortungstechnisch überzeugende Darstellung des Nabels.
Lyta bemerkte den langen, nachdenklichen Blick und versuchte zu erklären:
»Dieses unfassbare Loch in einen anderen Kosmos, Breck, dieser Anblick quält viele Solaner. Die Darstellung heizt die negative Grundstimmung weiter an, zumal sich nichts an den Bildern und Analysen ändert.«
»Du hast Recht.«
Breckcrown dachte:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sämtliche Vorgänge, die unsere Lebenssicherung garantieren, zur vollen Zufriedenheit ablaufen. Die Gefahren von außen sind eingebildet, und deswegen, weil sie nunmehr aus dem Innern der Solaner kommen, sind sie gefährlicher als jede persönliche Bedrohung. Wie sehen für mich die unmittelbaren Konsequenzen aus?
Er hatte keine Antwort auf seine eigenen Fragen.
Aber als er tief nachdachte, wurde er durch äußere Einflüsse einer Antwort enthoben.
Die Nahortung meldete sich.
Und das, was aus dieser Zentrale kam, veränderte den gegenwärtigen Zustand des fragilen Gleichgewichts völlig.
Genau in diesem Augenblick brachte ein Robot das Essen, das der High Sideryt geordert hatte. Die Maschine stellte das große Tablett genau auf den Platz ab, an dem Hayes stets saß. In einer Vielzahl von Schalen befanden sich die leckersten Speisen, in Bechern die entsprechenden Soßen und Getränke.
Ruhig deponierte die Maschine das Tablett, faltete die Serviette kunstvoll und entfernte sich geräuschlos.
Niemand achtete auf diesen Vorgang.
Alarm!
Wechselnde Bilder auf den Schirmen!
Stimmen, die sich überschlugen, Messwerte, die sich im Verlauf von wenigen Sekunden drastisch änderten und um Zehnerpotenzen nach oben sprangen, verwandelten die farblichen Darstellungen auf den Uhren, Instrumenten und Displays in ein regenbogenartiges Feuerwerk. Dazu kamen die Wiedergaben im normaloptischen Bereich.
»Nein! Das kann nicht wahr sein!«, schrie Breckcrown Hayes.
Die Überraschung, das Entsetzen, das Verblüffende der neuen Situation überraschte jeden Solaner gleichermaßen.
Ein Gerät – SENECA oder einer der Spezialisten, oder wer auch immer – schaltete das Ortungsbild auf sämtliche Interkome und auf einen gigantischen Monitor in der Hauptzentrale.
Fassungslos und schweigend, starr vor Verwunderung sahen die Solaner:
Der Nabel wuchs!
Jene runde Öffnung, vielfarbig durch die Schaltungen der Computer dargestellt, in Wirklichkeit ohne große Helligkeits- und Farbunterschiede gekennzeichnet, dehnte sich aus!
Der Durchmesser vergrößerte sich!
Bis zu dieser Sekunde war der Nabel energetisch exakt vermessen worden. Sein Durchmesser betrug fast genau drei Kilometer. Jetzt nicht mehr. Er wuchs in atemberaubender Geschwindigkeit.
