Atlan 660: Tatort SOL - Hans Kneifel - E-Book

Atlan 660: Tatort SOL E-Book

Hans Kneifel

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Beschreibung

Es geschah im April 3808. Die endgültige Auseinandersetzung zwischen Atlan und seinen Helfern auf der einen und Anti-ES mit seinen zwangsrekrutierten Streitkräften auf der anderen Seite ging überraschend aus. Die von den Kosmokraten veranlasste Verbannung von Anti-ES wurde gegenstandslos, denn aus Wöbbeking und Anti-ES entsteht ein neues Superwesen, das hinfort auf der Seite des Positiven agiert. Die neue Sachlage ist äußerst tröstlich, zumal die Chance besteht, dass in Bars-2-Bars nun endgültig der Friede einkehrt. Für Atlan jedoch ist die Situation alles andere als rosig. Der Besitz der Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst, ohne die er nicht den Auftrag der Kosmokraten erfüllen kann, wird ihm nun ausgerechnet durch Chybrain vorenthalten. Ob er es will oder nicht, der Arkonide wird verpflichtet, die Namenlose Zone aufzusuchen. Als Atlan im Juni 3808 wieder zur SOL zurückkehren will, gelingt das nicht. Die MJAILAM, sein Expeditionsschiff, gerät in große Schwierigkeiten beim Zusammentreffen mit dem Planetoiden des Schreckens, und der Ausbruch aus der Falle fordert Schiff und Crew alles ab. Indessen hat auch Breckcrown Hayes seine Schwierigkeiten mit Zelenzo, dem Verschwörer, am TATORT SOL ...

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Nr. 660

Tatort SOL

Der Kampf mit Zelenzo, dem Verschwörer

von Hans Kneifel

Es geschah im April 3808. Die endgültige Auseinandersetzung zwischen Atlan und seinen Helfern auf der einen und Anti-ES mit seinen zwangsrekrutierten Streitkräften auf der anderen Seite ging überraschend aus. Die von den Kosmokraten veranlasste Verbannung von Anti-ES wurde gegenstandslos, denn aus Wöbbeking und Anti-ES entsteht ein neues Superwesen, das hinfort auf der Seite des Positiven agiert.

Die neue Sachlage ist äußerst tröstlich, zumal die Chance besteht, dass in Bars-2-Bars nun endgültig der Friede einkehrt. Für Atlan jedoch ist die Situation alles andere als rosig. Der Besitz der Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst, ohne die er nicht den Auftrag der Kosmokraten erfüllen kann, wird ihm nun ausgerechnet durch Chybrain vorenthalten. Ob er es will oder nicht, der Arkonide wird verpflichtet, die Namenlose Zone aufzusuchen.

Als Atlan im Juni 3808 wieder zur SOL zurückkehren will, gelingt das nicht. Die MJAILAM, sein Expeditionsschiff, gerät in große Schwierigkeiten beim Zusammentreffen mit dem Planetoiden des Schreckens, und der Ausbruch aus der Falle fordert Schiff und Crew alles ab.

Die Hauptpersonen des Romans

Breckcrown Hayes – Der High Sideryt will Atlan helfen.

Zelenzo – Ein Übeltäter wird entlarvt.

Eldar Sonnersy – Ein Saboteur wird ertappt.

Thala – Eldars Mutter.

Insider

1.

Auf diesem Schiff scheint es nur eine einzige solide Mehrheit zu geben. Eine schweigende Mehrheit – die Toten!

Breckcrown Hayes am 8.06.08

Der High Sideryt hatte längst erkannt, dass seine besten Jahre hinter ihm lagen. Er war zu einer Institution geworden; ein Mann, der nichts anderes versuchte, als die SOL durch alle Gefahren und Fährnisse zu steuern und irgendwann auf der Erde zu landen. Er war krank. Die Krankheit verlief in Schüben, und die Entwicklung, die niemand aufzuhalten vermochte, ging lautlos und schleichend vor sich. Er fühlte sich im Augenblick etwas besser. Die Medorobots und die Pflege von Yris Langg waren dafür verantwortlich. Aber noch tobte der Schock in ihm. Jener Schock, der hervorgerufen worden war durch die Anstrengungen auf dem Junk-Planeten und der Strahlenflut durch den Weißen Zwerg, der im Nabel detoniert war.

»Zelenzo!«, murmelte Breckcrown. Er lag in einem wuchtigen Kontursessel in der Klause und verfolgte sämtliche Aktivitäten über Bildschirme und Direktleitungen. »Immer wieder Zelenzo!«

Breck hatte einen ziemlich genauen Plan, der flexible Ausführung gestattete. Es galt, Atlan zu retten und sich abzusetzen. Mit nicht geringer Bestürzung erkannte Breckcrown – ohne sich alle Konsequenzen eingestehen zu wollen –, dass die Besatzung der SOL nicht aus einer amorphen, leicht manipulierbaren Masse bestand, sondern aus zahlreichen Individuen, von denen jedes seine eigenen Ansichten besaß und diese auch nachdrücklich vertrat. Dass damit der Sache wenig gedient war, lag auf der Hand.

Im Augenblick schien es sogar ein Risiko zu sein, sich öffentlich zu Atlan und dessen Aktivitäten zu bekennen. Breck aber hatte nicht vor, seine Meinung in diesem Punkt auch nur um Nuancen zu ändern. Ächzend griff er nach einem Schalter und sagte:

»Zentrale. Wie weit sind die Vorbereitungen für die Hilfsexpedition gediehen?«

Gallatan Herts drehte sich jäh herum und blickte in die Linsen. Er sah den Oberkörper und den Kopf des High Sideryt. Die Haut der Schultern und des Halses lag unter einer silberfarben schimmernden Schicht von Gewebekulturen. Darunter heilten die Verbrennungen und Wunden. Die Hinterlassenschaften der Hyperstrahlung riefen auf der Haut Hitze und ein unerträgliches Jucken hervor. Der Kopf des High Sideryt war in eine Art Maske gehüllt. Eine dicke Schicht kühlender Salbe breitete sich über die Narben und die Verbrennungen aus. Augen, Nasenlöcher und Mund waren frei und bildeten in der weißen Umhüllung aus Gewebe, durch das kühlende Flüssigkeit in vernetzten Schlauchsystemen lief, gespenstische Löcher.

»Technisch gesehen, Breck«, gab der Stellvertreter zurück, »haben wir wenige oder keine Probleme, aber ...«

»... es wird trotzdem unaufhörlich in kleinerem Maß sabotiert!«, kam es aus dem Loch in Brecks Verband. »Richtig?«

»Es trifft zu. Besondere Schwierigkeiten gibt es bei dem Versuch, die beiden Kreuzer loszuschicken. Beziehungsweise bereits bei den einschlägigen Überlegungen dazu.«

Breck stieß ein schauerliches Stöhnen aus.

»Wenn ich könnte!«, sagte er rau. »Ich würde sie alle mit meinen Fäusten zu der Rettungsaktion treiben. Etwas entscheidend Neues von Brons Thermeck?«

»Noch nicht. Bleib ruhig, Breck. Du musst dich erholen. Wir wurden bisher schon fertig. In ein paar Tagen sieht alles ganz anders aus.«

»In ein paar Tagen kann alles zu spät sein!«, donnerte Breck und fühlte sich nach diesem Ausbruch schwächer als zuvor. Er sank wieder zurück und überlegte. Was konnte er tun, um die Lage zu ändern? SENECA!

Er dachte schweigend nach.

Brons Thermeck war mit der Jet MJAI-B zur SOL zurückgekehrt und hatte Informationen mitgebracht. Kaum eine davon war als positiv zu bezeichnen gewesen. Es sollte Hilfe für Atlan organisiert werden. Mit dieser Bitte oder Forderung rannte er bei allen Stabsspezialisten und allen Angehörigen des Atlan-Teams weit offene Türen ein. Aber da gab es mehr oder weniger offensichtlich deutliche Einschränkungen. Das Wissen darüber verwandelte Teile des mächtigen Raumschiffs in Zonen der Aufregung und der offenen Auseinandersetzungen.

Brons fand bei seiner Familie nur geringes Verständnis für diese Aufforderung.

Als seine Bitte bekannt wurde, äußerten sehr viele Solaner ihre deutliche Ablehnung. Normalerweise hätten sie nicht gezögert, Atlan zu helfen, aber die psychologisch geschickte Arbeit von Zelenzo, dem Geheimnisvollen, und seiner »Erneuerer« trug inzwischen reiche Früchte. Die »öffentliche Meinung«, war gegen Brons und, ebenso scharf, gegen die erklärte Absicht der Leitung dieses Schiffes.

Es war sogar für SENECA unverständlich, wie es zu dieser Haltung kommen konnte.

Mit schmerzenden Muskeln griff der High Sideryt zum externen Element, das ihn mit dem großen SENECA-Terminal verband.

»Hier Hayes. Ich brauche einen Rat«, ächzte er ins Mikrophon. Der Bildschirm erhellte sich, zeigte kurz SENECAS Zeichen und dann ein Farbdiagramm.

»Ich erteile ihn gern, wenn er nicht über meine Fähigkeiten hinausgeht«, erwiderte die Biopositronik. »Du hast Probleme, wie ich feststelle.«

»So ist es.«

Der Zustand ließ sich, mit einigen Einschränkungen, als beginnende Meuterei bezeichnen. Jeder Versuch, selbst die ausgesprochene Erörterung, auch nur eine Jet in die Namenlose Zone zu schicken, wurde mit Tücke, Einfallsreichtum und ohne große Skrupel bekämpft. Weder die Roboter, die Sicherheitskräfte, die SOL-Polizei noch SENECAS Überwachung ertappten die Saboteure.

»Du bewegst die SOL keine Lichtminute weit, bevor nicht Atlan wieder an Bord ist?«, fragte SENECA unbetont.

»Das ist an Bord allgemein bekannt!«, gab Hayes halblaut zurück. Er wartete gespannt auf die Mitteilung über den nächsten, wirklich schweren Sabotageakt. Innerlich fieberte er, zornig und ratlos, aber er bemühte sich, Selbstsicherheit und Zuversicht auszustrahlen.

»Auch für mich ist diese krasse Form der Ablehnung unverständlich«, gab SENECA zu. »Ich rechne damit, dass sich die Missstimmung explosionsartig entlädt.«

»Wann?«

»Nicht einmal ich kann das errechnen oder auch nur abschätzen!«, lautete die wenig aufmunternde Antwort.

»Augenblick. Unterbrechung«, sagte der High Sideryt. Der Türsummer arbeitete, gleichzeitig blinkte ein Signal. Jemand wollte die Klause betreten. Breck aktivierte zwei Kampfroboter und betätigte den Öffner für die schweren Sicherheitsschotte. Mit einiger Verwunderung sah er, dass in dem Ausschnitt der Öffnungen ein Kind zu sehen war, offensichtlich ein Junge mit schwarzem Haarschopf und großen Augen. Er war verwirrt, nahm sich zusammen und krähte:

»Bist du der Sideryt?«

»Auch wenn es nicht so aussieht«, brummte Breck ein wenig versöhnlicher, »ich bin es. Was willst du?«

»Ich habe hier einen Brief für dich.«

»Komm näher und gib ihn mir. Von wem?«

»Ich weiß nicht.«

Zögernd zuerst, dann aber fasziniert von dem ungewohnten Aussehen des Innenraumes, kam der Junge näher. Er ließ sich auch von dem zumindest ungewöhnlichen Aussehen des Genesenden nicht erschrecken. Schließlich, nachdem der Kleine alle interessanten Einrichtungselemente gebührend bestaunt hatte, gab er dem High Sideryt einen Umschlag. Das Kuvert wirkte in den Pranken Brecks vergleichsweise winzig.

»Warum weißt du nicht, wer dir diesen Brief gegeben hat?«, wollte Breck wissen. Er vermutete Ärger und witterte Unheil.

»Weil der Roboter nichts sagte.«

»Ich verstehe«, antwortete der High Sideryt und öffnete den Umschlag. Zelenzo ließ sich tatsächlich noch etwas Neues einfallen, sagte er sich, als er die Schrift erkannte. »Ein Roboter hat dir den Brief gegeben, damit du ihn mir bringst. Ist es so?«

»Genauso!«, bestätigte der Junge. »Schön hast du's hier.«

»Willst du mit mir tauschen?«, brummte Breck und wunderte sich, dass sich der Kleine nicht an seinem seltsamen Aussehen störte.

»Nein. Lieber nicht.«

Der Junge schüttelte den Kopf, dass das Haar wild flog, dann winkte er den Robotern zu und rannte pfeifend aus dem Raum. Breck schickte ihm einen resignierenden Gedanken nach und las die Botschaft des obersten Erneuerers.

Breckcrown Hayes!

Wir verlangen: Vernichte den Junk-Nabel! Es ist nicht schwer. Es genügt, die Stationen in den Planeten des Junk-Systems zu zerstören. Riskiere es nicht, durch den Nabel in die Namenlosen Zone vorzustoßen. Unsere Geduld ist am Ende.

Zelenzo & die Erneuerer

Breckcrown zuckte die Schultern und spürte den stechenden Schmerz. »Ich habe nichts anderes erwartet«, brummte er, noch immer wütend und wenig überrascht über den Text der Mitteilung.

Wieder schaltete er sich in die Hauptzentrale und las den Stabsspezialisten die Drohung vor. Sie war eine in einer langen Reihe. Keiner nahm sie leicht, aber mittlerweile waren die Sicherheitsvorkehrungen in einem mehr als beträchtlichen Maß erhöht worden. Der Sabotageversuch an der Jet vor wenigen Tagen war nur allzu frisch im Gedächtnis der Raumfahrer und der Sicherheitsleute.

»Wir machen weiter mit den Vorbereitungen für die Hilfsaktion!«, bestimmte Breckcrown. »Seht euch vor. Bisher ist nach jeder Drohung etwas passiert.«

»Wir haben nichts anderes vor«, kam die entschlossene Antwort, »als Atlans Weg zurück zu uns zu ermöglichen.«

»In einem halben Tag oder so«, sagte der High Sideryt laut und mit Schärfe, »bin ich wieder in der Zentrale. Ich habe mich noch nicht ganz erholt.«

»Bleib ruhig liegen. Erhole dich!«

»Auch das geht bei mir etwas schneller.«

Breck schaltete ab und wartete auf Yris. In seinen Gedanken wiederholte er immer wieder jede Einzelheit seiner Planung. Er hatte, das musste er sich zu seiner Bestürzung eingestehen, nur die SENECA-gesteuerten Roboter als zweifelsfrei zuverlässige Unterstützung.

Natürlich gab es die Stabsspezialisten, Atlans Getreue und eine große Menge von unbekannten Solanern, die nach wie vor zu Atlan und zur Leitung der SOL unverrückbar hielten. Mitten in diesen Überlegungen, die von der Erwartung kommender Panik durchsetzt waren, spürte Breck wieder starke Müdigkeit. Er wusste: Das war das Zeichen seines Körpers, der sich langsam erholte. Eine Reaktion, die ihn beruhigte – dies aber nur für ihn selbst, für seine eigene Existenz. Yris Langg kam herein, ein großes Tablett in den Händen.

»Noch mehr schlechte Neuigkeiten?«, fragte der High Sideryt brummig. Er freute sich darüber, dass eine Solanerin freiwillig seine Betreuung übernommen hatte. Sie schüttelte den Kopf und erwiderte:

»Selbst wenn es so wäre, ich würde sie dir nicht sagen. Hier, trink dein Spezialgebräu.«

Sie drückte ihm einen zylindrischen Becher mit zwei dicken Trinkhalmen in die bandagierten Hände. Er sog die dickflüssige Nahrung zwischen die Zähne. Die Aufbaunahrung war von den Medizinern zusammengestellt worden. Er bildete sich ein, dass es ihm schon viel besser ginge, was auch wohl objektiv stimmte. Jedenfalls fühlte er sich weitaus besser als in dem Augenblick, als man ihn so gut wie bewusstlos auf der Bahre in die Jet geschleppt hatte.

»Danke, Yris«, sagte er leise. Er meinte es so. Sie nickte und schob ein Kissen unter seinen Kopf, ehe sie den Mechanismus des Sessels betätigte und die Lehne waagerecht nach hinten kippen ließ.

Die Ruhe der Müdigkeit und Erschöpfung, zugleich mit einem schwachen Hauch Hoffnung, ließ Breckcrown Hayes einschlafen. Hätte er geahnt, dass in einem anderen Innenbezirk der SOL eine lautlose Verschwörung ihren Lauf nahm, wäre er vermutlich tobend vor Wut und Entschlusskraft aufgesprungen.

*

In den Korridoren über den stillgelegten Laufbändern und an den Kreuzungspunkten der SZ-2 war die Nachtbeleuchtung eingeschaltet. Nur sehr wenige Solaner waren zu sehen. Die meisten Türen und Schotte in den Wohnbezirken waren geschlossen. Ein Wachroboter bewegte sich summend und mit leise knackenden Gelenken durch einen Korridor und verschwand um die Biegung.

Wieder huschten Gestalten, meist in Raumanzügen mit geöffneten Helmteilen, hin und her. Schatten zeichneten sich an den Wänden ab und verschwanden. Auffallend laut ertönte das Zischen eines aufgleitenden und eines sich schließenden Schottes.

Schweigend hastende Solaner waren auch in den Magazinen und Reparaturräumen. Sie machten sich an Schaltern und Leitungen zu schaffen. Hätten die blinden Linsen der Interkome ihre Gesichter erfassen können, würde SENECA sie identifiziert haben, und man hätte gewusst, dass eine große Anzahl der Eindringlinge dem Computerpersonal und den Robottechnikern zuzuordnen war.

Sperren und Kontrollen wurden ausgeschaltet. Wieder schloss sich ein Schott. Zwei Scheinwerfer flammten auf, eine Gruppe von Männern nickte sich kurz zu und ging an die Arbeit. Ihr Ziel war der Schleusenhangar, in dem die SZ-2-31 stand, ein reparierter Kreuzer der ersten Bauserie. Jeder der Eindringlinge wusste, dass der Kreuzer nicht nur startfertig, sondern auch einschlägig bewaffnet war. Informationen dieser Art zu erhalten war keine Schwierigkeit.

Alle Eindringlinge – es waren mehr als zwei Dutzend – kannten jede Einzelheit ihres Planes. Sie hatten wenig Eile, arbeiteten aber so zügig, wie sie es vermochten. Weitere Leitungen wurden überbrückt, an kleine Geräte angeschlossen und dann gekappt. Die Frauen und Männer verständigten sich mit wenigen Handzeichen und mit geflüsterten Kommandos und Hinweisen. Sie blockierten hinter sich die schweren Verschlüsse der Sicherheitssperren. Jeder der Solaner war bewaffnet, einige trugen Werkzeugkisten und Testgeräte. Der erste erreichte die dunkle Hangarschleuse. Die Wandung des Kreuzers verschwand in den Reflexen der Scheinwerfer hoch über ihm in der Dunkelheit. Einige Beleuchtungseinheiten, dicht über dem Boden angebracht, wurden eingeschaltet. Sie verbreiteten ein schwaches Licht, das aber ausreichte, um die Landeteller und ausgefahrenen Stützen erkennen zu lassen. Vorsichtig näherte sich der erste Solaner der Rampe und begann vorsichtig an den Sicherheitseinrichtungen zu hantieren.

Die nächste Gruppe drang ein.

Sie kamen aus den Magazinen, aus den Reparaturräumen, von allen Seiten. Hinter sich verriegelten sie die schweren Panzerschotte und zerstörten die Schlösser. Eine Gruppe von sieben Frauen und Männern enterte den Kreuzer. Die wenigen Geräusche im Hangar, der annähernd würfelförmig war und mehr als hundertzwanzig Meter Kantenlänge besaß, erstarben. Ein kleines Team besetzte blitzschnell die Kammer, von der aus die nötigen Schaltungen ausgeführt werden konnten. Auch hier wurde mit großer Sachkenntnis jede Kontrollmöglichkeit für SENECA ausgeschaltet.

Jemand wisperte:

»Zelenzo würde uns jetzt zur Eile drängen.«

Die Maschinen der Tormechaniken liefen an. Der Kontrollcomputer für die Strukturlücke der Schutzschirme schaltete sich ein. Die Generatoren im Innern des Schiffes summten, wieder verschwand eine Gruppe der Erneuerer in der 2-31 TIEFRAUM.