Atlan 685: Die Facette von Mesanthor - Peter Griese - E-Book

Atlan 685: Die Facette von Mesanthor E-Book

Peter Griese

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Beschreibung

Im Jahr 3818 wird Atlan aus seinem Dasein als Orakel von Krandhor herausgerissen. Der Grund für diese Maßnahme der Kosmokraten ist, dass Atlans Dienste an einem anderen Ort des Universums viel dringender benötigt werden als im Reich der Kranen. Neuer Einsatzort des Arkoniden ist die Galaxis Alkordoom, wo eine Entwicklung im Gang ist, die das weitere Bestehen der Mächte der Ordnung in Frage stellt. Bereits die ersten Stunden von Atlans Aufenthalt in Alkordoom zeigen auf, wie gefährlich die Situation ist. Der bestandene Todestest und der Einsatz im Kristallkommando beweisen jedoch Atlans hohes Überlebenspotenzial. Dennoch gerät der Arkonide in die Gewalt der Crynn-Brigadisten - und ihm droht die Auslöschung seiner Persönlichkeit. Aber Atlan wird rechtzeitig genug von Celestern gerettet, Nachkommen entführter Terraner, die den Arkoniden in ihre Heimat New Marion bringen. Und als Atlan von einer Gefahr erfährt, die den Bewohnern des Planeten droht, greift er ein. Er verhindert die Vernichtung dieser Welt, nimmt es auf mit dem Fragmentwesen und sammelt ein paar Helfer, um der Hexe von Crynn das Handwerk zu legen. Noch hat Atlan nicht die geringste Ahnung, wer oder was sie ist, DIE FACETTE VON MESANTHOR ...

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Nr. 685

Die Facette von Mesanthor

Machtwechsel im Pyramidon

von Peter Griese

Im Jahr 3818 wird Atlan aus seinem Dasein als Orakel von Krandhor herausgerissen. Der Grund für diese Maßnahme der Kosmokraten ist, dass Atlans Dienste an einem anderen Ort des Universums viel dringender benötigt werden als im Reich der Kranen.

Neuer Einsatzort des Arkoniden ist die Galaxis Alkordoom, wo eine Entwicklung im Gang ist, die das weitere Bestehen der Mächte der Ordnung in Frage stellt.

Bereits die ersten Stunden von Atlans Aufenthalt in Alkordoom zeigen auf, wie gefährlich die Situation ist. Der bestandene Todestest und der Einsatz im Kristallkommando beweisen jedoch Atlans hohes Überlebenspotenzial. Dennoch gerät der Arkonide in die Gewalt der Crynn-Brigadisten – und ihm droht die Auslöschung seiner Persönlichkeit.

Die Hauptpersonen des Romans

Atlan – Der Arkonide in der Gefangenschaft der Hexe.

Flora Almuth und Arien Richardson – Atlans Begleiter.

Zulgea von Mesanthor – Die Facette wird abgelöst.

Parillyon

»Erfolg haben ist nichts, wenn man sich nicht sehr angestrengt hat. Und Scheitern ist nichts, wenn man sein Bestes gegeben hat.«

Arien Richardson, Celester, im Jahr 5000 des Erleuchteten.

1.

Das Frachtschiff ächzte in allen Fugen, als es den Linearraum verließ und allmählich in einen Orbit um den einzigen Planeten der gelbweißen Sonne Kahrmacrynn schwenkte, der bewohnt war.

Parillyon stand unbeweglich vor dem kleinen Ausguck der Passagierkabine und drückte seine Nase an der transparenten Panzerplastscheibe platt. Kein Haar bewegte sich an seinem Körper.

»Befindest du dich wieder in der Starre?«, geiferte Pjik. Der Grüngeschuppte lehnte neben dem Schott an der Kabinenwand und nahm keinen Anteil am Flug des Frachters.

»Du bist übergeschnappt.« Tatzo, der wie eine Kleinausgabe Parillyons aussah, erhob sich von der einfachen Liege. Er wollte auf Pjik zugehen, aber in diesem Moment geriet wieder einmal die künstliche Gravitation des Raumschiffs aus den Fugen. Der Frachter schlingerte, und Tatzo suchte Halt an einem Möbelstück.

Pjik lachte gehässig, als er die Bemühungen des Bepelzten verfolgte.

Irgendwo im Rumpf des Frachters heulte ein Reserveaggregat auf, und der Flug stabilisierte sich wieder.

»Dein Gehirn funktioniert nicht ganz richtig.« Tatzo zeigte auf den Rücken Parillyons. »Er hat doch sein Bein nicht angezogen. Also befindet er sich nicht in der Starre. Außerdem weißt du doch, wie sehr er danach gefiebert hat, Crynn zu erreichen.«

»Stimmt, mein Freund.« Pjik wechselte seine Laune ganz unvermutet. »Mein Gehirn ist außer Tritt geraten. Wie konnte ich mich in diese Hölle wagen. Crynn, das Herzstück des Sumpfes Kontagnat. Nur Verrückte suchen freiwillig einen solchen Ort auf. Wenn die Hexe Zulgea erfährt, woher wir kommen, wird sie uns sofort erschießen lassen.«

»Das wird sie nicht.« Der 1,80 Meter große Parillyon drehte sich langsam zu seinen beiden Begleitern um. »Sie wird dich erst psionisch lähmen, dann vierteilen, dein kümmerliches Gehirn aber nicht beschädigen, damit du noch verfolgen kannst, wie die Trümmer deines Leibes den Raubtieren zum Fraß vorgeworfen werden.«

»Ist das dein Ernst?« Pjik stieß sich von der Wand ab. Seine grünen Körperschuppen, die auf biologische Vorfahren schließen ließen, die im Wasser gelebt hatten, klirrten leise.

»Es ist mein Ernst.« Parillyon ballte seine Fäuste. Die beiden Armreife, die seine Handgelenke umspannten, funkelten bunt im künstlichen Licht der Kabinenbeleuchtung. »Es ist also besser, wenn du den Mund hältst, Pjik. Du hast den Vertrag unterschrieben und die Hälfte des Entgelts bekommen. Wenn unsere Mission beendet ist, bekommst du den anderen Teil. Und dann kannst du von mir aus in der Sonnensteppe vermodern.«

»Du sprichst«, warf Tatzo schnell ein, »als wärst du an diesem Ort, dessen Namen man besser nicht ausspricht, schon gewesen.«

Der kleine Bepelzte ähnelte auf den ersten Blick Parillyon ungemein stark. Dennoch gehörten beide ganz verschiedenen Völkern aus dem Sektor Ordardor an, in dem Gentile Kaz herrschte. Wie Parillyon, der sich als Yiker ausgegeben hatte, trug Tatzo keine eigentliche Bekleidung. Sein ganzer Körper, der allerdings nur knapp einen Meter groß war, war von einem dichten Fell von stumpfer brauner Farbe bedeckt. Nur das Gesicht war frei von Haaren. Sein Kopf war jedoch schmal, während der des Yikers fast exakt kugelförmig war.

Parillyons Fell war langhaarig und schwarz. Silberne Streifen und Schattierungen durchzogen den Pelz und erweckten den Anschein eines alten und weisen Wesens. Aber das war Parillyon nicht. Er war jung, intelligent und ein vorzüglicher Kämpfer. Die Waffen, die er zwischen dem Pelz am Körper trug, konnten Pjik und Tatzo nur ahnen, denn zu sehen waren sie normalerweise nicht.

»Ich habe dich etwas gefragt«, drängte Tatzo. Seine Unzufriedenheit war deutlich aus den Worten herauszuhören.

»Ich kann selbst entscheiden, welche Antworten ich gebe. Ich bin hier der Chef.« Seine dunkle, raue Stimme grollte eine Nuance tiefer.

»Dann sage uns endlich, warum wir hier sind«, mischte sich nun auch Pjik ein. »Zugegeben, die Bezahlung war nicht schlecht. Aber ich möchte schon wissen, wofür ich meinen Kopf hinhalten soll.«

»Ich möchte jemand für einen bestimmten Plan gewinnen«, antwortete der Yiker.

»Wen? Welcher Plan?« Pjiks Schuppen klirrten aufgeregt, als er auf Parillyon zuging.

Der drehte sich um und starrte wieder aus dem Bullauge.

»Crynn«, sagte er mehr zu sich selbst als zu den beiden Helfern, die er auf Puurk angeworben hatte. »Der Herrschaftssitz der Hexe. Hier werde ich das finden, was ich suche. Und ihr werdet mir dabei helfen, ohne viele Fragen zu stellen. So war es abgemacht. Und ihr haltet euch daran, sonst spiele ich euch sehr schnell in die Hände der Crynn-Brigade.«

Bei den letzten Worten war Parillyon ruckartig herumgefahren. Die mit dichten Brauen besetzten Augen starrten Pjik und Tatzo durchdringend an. Die hellbraune, haarlose Gesichtshaut glänzte matt. Seine überproportional langen Arme bewegten sich langsam hin und her.

»Wenn einer von euch jetzt noch aussteigen will, dann nur als Leiche oder als Gefangener der Crynn-Brigade. Ist das klar?«

Der kleine Tatzo drängte sich in die Nähe des Grüngeschuppten, der fast die Körpergröße Parillyons besaß.

»Schon gut!«, beeilte sich Pjik zu sagen. »Man wird doch einmal fragen dürfen. Wenn wir mehr wüssten, könnten wir dir besser helfen.«

»Wenn ihr nichts wisst, seid ihr brauchbar«, konterte Parillyon hart. »Und wenn ihr endlich schweigt.«

Der Yiker blickte wieder nach draußen. Die Oberfläche von Crynn war schon ganz nah. Ein Rütteln, das durch den Frachter ging, deutete an, das man sich bereits tief in der Atmosphäre der Hauptwelt von Mesanthor befand.

»Der Kahn bricht noch auseinander«, jammerte Pjik, »bevor wir im Herzen des Sumpfes Kontagnat landen.«

Er bekam keine Antwort.

Als der Türsummer ertönte, reagierte Parillyon nicht. Er starrte weiter auf die Oberfläche des Planeten Crynn, als könne er dort schon das erkennen, was ihn zu dieser riskanten Reise veranlasst hatte. Er kam aus dem Sektor Ordardor des Leuchtenden Gentile Kaz. Allein diese Tatsache war für die Völker Zulgeas ein Grund, ihn und seine angeworbenen Helfer sofort zu inhaftieren oder wegen Spionage oder anderer Gründe hinzurichten.

Der mächtige Leib des thatischen Kommandanten Hux schob sich in die Kabine. Thater traf man wohl an allen Orten von Alkordoom und in den Diensten aller Facetten.

»Was gibt es, Hux?«, fragte Parillyon, ohne sich umzudrehen.

Der Thater schnaufte.

»Wir landen in Kürze, Parillyon oder wie du wirklich heißen magst. Welchen Ausgang willst du wählen? Ihr müsst damit rechnen, dass wir genau durchsucht werden. Auf Crynn kann man nicht so einfach landen wie auf Puurk. Die Hexe hat ihre Augen überall.«

»Zulgea wird auch nur zwei Augen haben.« Parillyon blieb gelassen. »Oder höchstens vier. Und die wird sie auf dich richten, Kommandant Hux! Nicht auf mich!«

»Die Hexe hat unzählige Augen.« Die mächtige Gestalt des Thaters trat an Parillyon heran und packte diesen mit beiden Armen. Hux versuchte, den Yiker umzudrehen, aber selbst seine Bärenkräfte scheiterten.

»Gravitationsverankerung«, stieß der Kommandant unwirsch hervor. »Was sollen diese Mätzchen? Du hast bezahlt. Also hast du auch ein Recht, ordentlich von Bord zu gehen. Antworte gefälligst, wie das geschehen soll.«

Parillyon fuhr ganz plötzlich herum. Auch diesmal benutzte er die kraftverstärkenden Einrichtungen, die sich irgendwo getarnt an seinem Körper befanden. Hux wurde fast zur Seite geschleudert, weil er den Bepelzten nicht rechtzeitig losließ.

»Wissen die Hafenkontrollen, dass du Passagiere an Bord hast? Hast du etwas verlauten lassen?« Der Yiker ballte seine Hände erneut zu Fäusten, was im Vergleich zu den Pranken des Thaters fast lächerlich aussah. Dennoch zuckte der Kommandant zurück.

»Kein Wort!«, beeilte er sich zu sagen. »Und niemand außer mir weiß, dass ihr an Bord seid.«

»Das ist gut.« Parillyon setzte eine gelassene Miene auf. »Wenn es also zu einem Verrat kommen sollte, kannst nur du es gewesen sein. Du weißt, was das bedeutet.«

Die Hand des Yikers fuhr waagerecht über die Kehle des Kommandanten.

»Ich kann dich hier an den Henker liefern, Hux«, fuhr Parillyon fort. »Oder auf Kardoll, dem Herzen von Ordardor. Auch Gentile Kaz wird es interessieren, dass einer seiner Händler heimlich für die verhasste Hexe Zulgea von Mesanthor arbeitet.«

»Ich könnte dich umbringen«, stöhnte Hux auf. Seine Pranken fuhren wie gewaltige Hämmer durch die Luft, aber Parillyon reagierte nicht direkt darauf.

»Das kannst du nicht, Hux«, kam es mit gefährlicher Sanftheit über die wulstigen Lippen. »Und das weißt du auch. Sieh dich um!«

Der Thater drehte nur den Kopf nach hinten und starrte auf die Waffen, die Pjik und Tatzo in ihren Händen hielten.

»Gut, gut.« Das kräftige Gebiss des Thaters knirschte laut. »Ich wollte nur wissen, wie ich euch beim Aussteigen behilflich sein könnte. Von mir aus lauft der Crynn-Brigade in die Arme.«

»Du wirst sicher bei der Landung in der Leitzentrale benötigt, Hux. Also verschwinde jetzt. Wir kommen auch ohne deine Hilfe von Bord. Es ist besser, wenn du nichts weißt.«

Der Thater antwortete nichts mehr. Er warf den drei heimlichen Passagieren noch einen Blick zu, aus dem sein ganzer Ärger und seine unverhohlene Wut zu erkennen waren. Dann verließ er die Kabine.

»Ich bezweifle«, bemerkte Pjik, »dass es klug ist, sich jeden zum Gegner zu machen.«

»Davon verstehst du nichts.« Parillyon vergewisserte sich durch einen Blick auf den Korridor, dass der Kommandant tatsächlich verschwunden war. »Diese Leute reagieren nur dann in meinem Sinn, wenn sie richtig unter Druck gesetzt werden.«

»Und wie willst du heimlich von Bord kommen?« Tatzo schüttelte voller Zweifel seinen Kopf.

»Wenn ich erst jetzt anfangen würde, über dieses Problem nachzudenken, wäre es wohl zu spät.« Der Yiker deutete auf seinen Kugelkopf, wo die langen und struppigen Haare in allen denkbaren Farben kreuz und quer standen. »Eure Sorgen sind fast rührend. Glaubt ihr etwa, ich hätte so schlecht geplant? Nehmt eure Sachen und folgt mir.«

Pjik und Tatzo schlossen sich Parillyon an, als dieser den Kabinenraum verließ. Schon nach wenigen Metern erreichten sie einen bordinternen Transmitter. Der Yiker verharrte vor dem energetisch verriegelten Schloss.

»Hier geht es nicht weiter«, behauptete der Grüngeschuppte.

Statt einer Entgegnung zog Parillyon eine kleine Plastikkarte aus seinem Fell und steckte diese in den Schlitz über der Verriegelung.

»Sonderkode identifiziert«, ertönte eine Automatenstimme. »Weitermeldung an den Bordrechner unterbleibt. Welches Ziel wünschst du?«

»Frachtraum«, sagte Parillyon. »Drei Personen.«

Sekunden später wurden die drei abgestrahlt. Sie verließen die Gegenstation im Unterteil des Frachtschiffes.

»Es ist kalt hier«, klagte Pjik und schlang seine flossenbewehrten Arme um den Schuppenleib. Die Hornstücke klirrten beängstigend.

»Dir wird gleich wärmer werden.« Der Yiker hielt plötzlich eine Waffe in der Hand. Der Schuss erfolgte lautlos. Pjik brach ohne erkennbare Verletzung zusammen.

»Eine Vorsichtsmaßnahme«, erklärte Parillyon dem kleinen Tatzo, der erschrocken zusammenfuhr.

»Verstehe«, stammelte dieser. »Bei mir hast du das nicht nötig. Ich bin ja zuverlässig.«

»Das hoffe ich. Deine Zuverlässigkeit wirst du noch beweisen müssen. Pjik ist nichts passiert. Sein Gehirn wurde nur gelähmt. Früher, als es mein Volk noch gab, haben wir dieses Spiel als Kinder getrieben. Nun kann ich diese Waffe auch praktisch anwenden.«

»Verstehe, Chef.« Tatzo war sichtlich verwirrt. Die Angst blickte aus seinen kleinen Augen. »Er soll nicht denken, damit ...«

»... damit die Brigadisten ihn nicht entdecken. Es gibt dort auch Gedankenspione oder Telepathen.«

»Natürlich, Chef, klar. Du denkst an alles. Was soll nun geschehen?«

»Pack ihn dort in die Kiste!« Parillyon deutete auf eine Aluminiumkiste, deren Deckel sich selbsttätig öffnete. Bevor Tatzo verstand, was geschehen war, hatte Parillyon den Kodegeber schon wieder in seinem Körperfell versteckt.

Mit unbewegter Miene sah der Yiker zu, wie der kleine Bepelzte den großen Beschuppten in den Behälter schleppte. Als Pjik über die Wand der Kiste geglitten war, atmete der Kleine auf.

»Gute Arbeit«, lobte sich Tatzo und suchte einen zustimmenden Blick in den Augen Parillyons.

»Bis später!« Der Yiker drückte erneut ab. Tatzos Augen weiteten sich vor Überraschung und Entsetzen. Dann sank auch sein Körper schlaff zusammen. Er hing halb über dem Rand des Containers. Parillyon beförderte ihn mit einem Fußtritt ins Innere und betätigte erneut den Kodegeber.

Die Kiste schloss sich.

Dann lauschte der Yiker. Die Geräusche im Frachter hatten sich verändert. Das Schiff schüttelte sich stark.

Parillyons Finger huschten über die kunstvollen Steine und Verzierungen seines linken Armreifs. Ein kurzes Rauschen pfiff aus dem Metallband und verstummte wieder. Deutliche Worte wurden hörbar. Das Personal des Raumhafens von Crynn gab Anweisungen an den Frachter, wo er zu landen habe.

Der Yiker vergewisserte sich noch einmal, dass der Behälter mit Pjik und Tatzo fest verschlossen war. Dann eilte er an diesem vorbei auf ein Bündel Holzstämme zu, das von mächtigen Trossen zusammengehalten wurde. Wieder erschien der kleine Kodegeber in seiner Hand. Ein Tastendruck genügte. In dem Holzstoß entstand eine schmale Öffnung.

Parillyon warf einen letzten Blick in den von allen Lebewesen verlassenen Frachtraum. Auch ihn fröstelte, aber die Unterkühlung der Fracht war ein Teil seines Planes. Man würde dieses Transportgut nicht so genau kontrollieren, denn auf Crynn kannte man Hux' alten Frachter, der nicht einmal ein Klimasystem für das Frachtgut besaß.

Der Holzstoß schloss sich wieder. Parillyon wagte es nicht, eine Wärmequelle einzuschalten. Das wäre zu verräterisch gewesen. Er legte sich so bequem, wie es ging, in dem kleinen Hohlraum zu Boden.

»Zulgea, ich komme!«, murmelte er. »Wir brauchen dich!«

Er hielt den Strahler in der Hand, mit dem er Pjik und Tatzo betäubt hatte. Mit dem Daumen der rechten Hand regulierte er die Intensität etwas herunter, damit er auf alle Fälle vor seinen beiden Helfern erwachen würde.

Dann setzte er die Abstrahlöffnung an die Stirn und drückte ab.

Dunkelheit hüllte ihn ein.

Den Ruck, mit dem der alte Frachter den Boden von Crynn berührte, spürte er schon nicht mehr. Jede Aktivität in seinem Gehirn war erstorben. Nur die automatischen biologischen Systeme hielten seinen Körper noch am Leben.

2.

Obwohl der Raum sehr hoch war und die stickige, warme Luft ständig nach oben abfloss, war auch auf der Bodenfläche fast nichts genau zu erkennen. Das Licht war trüb, und die Luft war von Rauchschwaden geschwängert. Viele fremdartige Gerüche vermischten sich. Die lärmenden Gestalten vervollständigten dieses wirre Bild.