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Auf Terra schreibt man gerade die Jahreswende 3818/19, als der Arkonide, eben noch dem sicheren Tode nahe, sich nach einer plötzlichen Ortsversetzung in einer unbekannten Umgebung wiederfindet, wo unseren Helden alsbald ebenso gefährliche Abenteuer erwarten wie etwa in der Galaxis Alkordoom, der bisherigen Stätte seines Wirkens. Atlans neue Umgebung, das ist die Galaxis Manam-Turu. Und das Fahrzeug, das dem Arkoniden die Möglichkeit bietet, die fremde Sterneninsel zu bereisen, um die Spur des Erleuchteten, seines alten Gegners, wiederaufzunehmen, ist ein hochwertiges Raumschiff, das Atlan auf den Namen STERNSCHNUPPE tauft. Das Schiff sorgt für manche Überraschung - ebenso wie Chipol, der junge Daila, der zum treuen Gefährten des Arkoniden wird. Die Daten des Psi-Spürers der STERNSCHNUPPE bringen Atlan dazu, den Planeten Cairon anzufliegen. In der Maske eines Eingeborenen besucht er diese Welt, deren Bewohner, wie er meint, vom Erleuchteten bedroht werden. Aber die Situation auf Cairon wirkt äußerst unübersichtlich und widersprüchlich. Mehrere Faktoren scheinen beim Spiel um die Macht wirksam zu sein. Einem dieser Faktoren begegnet Atlan IM TAL DER GÖTTER ...
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Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 704
Im Tal der Götter
Unter Stahlmännern und Nomaden
von Peter Griese
Auf Terra schreibt man gerade die Jahreswende 3818/19, als der Arkonide, eben noch dem sicheren Tode nahe, sich nach einer plötzlichen Ortsversetzung in einer unbekannten Umgebung wiederfindet, wo unseren Helden alsbald ebenso gefährliche Abenteuer erwarten wie etwa in der Galaxis Alkordoom, der bisherigen Stätte seines Wirkens.
Atlans neue Umgebung, das ist die Galaxis Manam-Turu. Und das Fahrzeug, das dem Arkoniden die Möglichkeit bietet, die fremde Sterneninsel zu bereisen, um die Spur des Erleuchteten, seines alten Gegners, wiederaufzunehmen, ist ein hochwertiges Raumschiff, das Atlan auf den Namen STERNSCHNUPPE tauft. Das Schiff sorgt für manche Überraschung – ebenso wie Chipol, der junge Daila, der zum treuen Gefährten des Arkoniden wird.
Atlan – Der Arkonide erlebt eine große Überraschung.
Chipol – Atlans junger Begleiter – ein Daila.
Chossoph – Ein fanatischer Bathrer.
Takkarat – Sippenführer der Freien Nomaden.
Fumsel
Ich hörte das dumpfe Brausen und Stampfen, aber ich konnte es nicht schnell genug identifizieren. Die Nacht war dunkel, denn Cairon besaß keinen Mond. Sehen konnte ich also fast nichts. Irgendwie kam mir das Geräusch vertraut vor, aber meine sonst so unfehlbare Erinnerung schien diesmal nicht hundertprozentig zu funktionieren.
Gefahr!, signalisierte der Extrasinn.
Ich zog Chipols Vleeh, dessen Leine ich in der rechten Hand hielt, näher an mich heran. Das Dröhnen wurde lauter. Etwas raste auf uns zu, was mit den räuberischen Nomaden, denen wir nun seit Stunden und nach dem Entkommen aus Bakholom folgten, nichts zu tun haben konnte. Ich verlangsamte unser Tempo und hielt schließlich ganz an.
Als die Geräusche unserer Reittiere verstummt waren und nur das ansteigende Gestampfe hörbar war, erkannte ich die Gefahr. Auf Cairon war so manches in jüngster Zeit in große Unordnung geraten.
Und das hier war eine ausgemachte Stampede!
Ich richtete mich im Sattel auf. Stampfende Hufe! Dann sah ich gegen das fahle Licht der sternenreichen Nacht die Staubwolke. Es gehörte nicht viel Scharfsinn dazu, um zwei Dinge zu erkennen. Die Wolke kam aus der Richtung, in der die Nomaden geritten waren, denen wir in gebührlichem Abstand folgten. Das war aber auch unsere Richtung.
Es würde also die Räuber erwischen – oder schon erwischt haben.
Und dann uns!
»Was ist das, Atlan?«, fragte der Daila. Aus seiner müden Stimme klang Sorge.
»Tiere auf der Flucht vor irgend etwas«, antwortete ich, während ich mich umblickte.
In der fast vollkommenen Dunkelheit ließ sich nicht viel erkennen. Für eine Flucht zurück war es bestimmt zu spät. Nach der Staubwolke zu urteilen, die die Sterne verhüllte, war die Herde nur noch zwei oder drei Kilometer entfernt. Sie würde unsere müden Vleehs mit Leichtigkeit einholen, selbst wenn wir sie zu größter Eile antreiben würden. Mir allein würde das notfalls gelingen, aber Chipol, dem schon mehr als eine halbe Nacht Schlaf fehlte, war dazu bestimmt nicht in der Lage.
Ausweichen zur Seite, riet mir der Logiksektor.
Ich folgte diesem Rat.
»Vorwärts, Junge!«
Unsere Vleehs setzten sich wieder in Bewegung. Ich strebte auf eine Anhöhe zu, die mir einen besseren Überblick erlauben würde. Chipol folgte mir schweigend.
Dann sah ich die Herde. Sie war viel näher, als ich es vermutet hatte. Und die Breite, die sie einnahm, war so groß, dass an ein Entkommen nicht mehr zu denken war.
Meine Gedanken überschlugen sich. Auch Chipol schien die tödliche Gefahr zu erkennen oder zumindest zu ahnen. Er richtete sich in seinem Sattel auf, blickte auf die schwarze Wolke, die den Nachthimmel vollkommen verdüsterte und dann auf mich. Meine Augen hatten sich längst an die Dunkelheit gewöhnt. Ich erkannte sein angstverzerrtes Gesicht aus der Nähe.
Zu allem Übel wurden nun auch noch die Vleehs unruhig. Ich hatte alle Mühe, mein Reittier im Zaum zu halten, und Chipol erging es nicht besser. Sein Vleeh bäumte sich auf und versuchte den Reiter abzuschütteln. Mit einem raschen Zupacken riss ich den Daila aus dem Sattel und setzte ihn vor mir ab.
»Vorwärts!«, brüllte ich meinem Vleeh zu, während das andere mit der kärglichen Ausrüstung, die Chipol mitgeführt hatte, irgendwo in der Dunkelheit verschwand.
Erkennen konnte ich nur in der unmittelbaren Umgebung etwas. Eine felsige Anhöhe oder etwas Ähnliches hätte schon unsere Rettung vor der heranrasenden Herde sein können. Aber das Land war, seit wir den Nomaden in Richtung Westen gefolgt waren, immer flacher geworden. Der Bewuchs war niedrig. Das raue Gras reichte dem Vleeh gerade bis an das untere Gelenk.
Endlich folgte das Tier meiner Anweisung. Es schien instinktiv erfasst zu haben, dass etwas Grauenvolles auf es zukam. Es galoppierte schnurstracks voran und ließ sich kaum noch lenken. Unsere Richtung führte uns sowohl seitlich zu der Herde, als auch von dieser weg. Meine Hoffnung, der Stampede noch ausweichen zu können, hatte ich längst aufgegeben, aber etwas Zeit gewann ich so doch noch.
Chipol klammerte sich verängstigt an mich. Er behinderte mich dadurch, das Vleeh energischer in eine andere Richtung zu drängen, aber damit musste ich mich abfinden. Vielleicht fand das Tier mit seinem Instinkt eher einen Ausweg als ich mit meinem Verstand und dem Extrasinn, der beharrlich schwieg.
Das Dröhnen und Stampfen kam schnell näher. Ich blickte zurück und sah schon die ersten Tiere im wilden Galopp heranrasen. Die dunklen Leiber bildeten eine wogende Masse, die alles niedertrampelte, was sich ihr in den Weg stellte. Schrille Schreie mischten sich in das monotone Hämmern der Hufe.
Das Vleeh raste einen Abhang hinab. Ich brauchte alle Kraft und Geschicklichkeit, um mich mit dem Jungen im Sattel zu halten. Mehrmals geriet das Tier ins Stolpern, und es glich schon fast einem Wunder, dass es nicht stürzte. Auf meine Lenkkommandos reagierte es gar nicht mehr.
Bizarre Linien tauchten vor uns auf. Ich brauchte fast zu lange, um zu erkennen, dass das Vleeh genau auf eine Gruppe knorriger Bäume zusteuerte. Das Getrampel der aufgebrachten Tiere hinter uns war so nah, dass ich meinte, schon den keuchenden Atem zu hören.
Ich erkannte unsere Chance. Mit aller Gewalt riss ich an der Trense des Vleehs. Das Tier reagierte nicht mehr. Es wurde nur noch von der Panik angetrieben, die wie ein glühender Funke von den Wildtieren auf es selbst übergesprungen war und es alles vergessen ließ, was es in der bathrischen Zivilisation angelernt bekommen hatte. Wahrscheinlich nahm es nicht einmal mehr wahr, dass sich zwei Reiter auf seinem Rücken befanden.
Die Baumgruppe kam näher. Ich riss erneut an den Zügeln, und diese gaben plötzlich nach. Irgendwo mussten die Lederbänder zerfetzt worden sein.
Ich wagte das Äußerste.
»Halt dich allein fest!«, brüllte ich dem Jungen ins Ohr.
Dessen Hände verkrampften sich am Vorderteil des Sattels. Ich richtete mich auf, bis ich halb auf dem Vleeh kniete. Mit einem Ruck warf ich den Lederbeutel mit den wenigen Habseligkeiten über die Schulter. Dann packte ich Chipol mit dem linken Arm an der Hüfte. Meine rechte Hand blieb so noch frei.
Als die knochigen Bäume direkt vor uns auftauchten, zog ich meine Beine ganz auf den Sattel. Das Risiko war unverantwortlich, aber ich sah keinen anderen Ausweg. Wenn das Vleeh jetzt eine unregelmäßige Bewegung machte, würden wir direkt vor die heranstampfende Herde geworfen werden.
In der Dunkelheit sah ich einen stämmigen Ast auftauchen. Ich legte alle Kraft in den Sprung, mit dem ich in die Höhe schnellte und Chipol mitriss. Mit der freien rechten Hand wollte ich nach dem Ast packen, aber irgendwie hatte ich mich verkalkuliert. Ich prallte mit der Halspartie gegen das rettende Hindernis.
Mein Arm griff ins Leere, umfasste dann aber den Ast. Chipol hing noch in meinem linken Arm. Der Schmerz, der beim Aufprall entstanden war, drohte mir die Sinne zu rauben. Ich sah bunte Sterne vor meinen Augen tanzen.
»Hinauf, Chipol!«
Ich drückte den Jungen in die Höhe, bis dieser den Ast zu fassen bekam.
»Lass los!«, rief er.
Ich konnte es kaum verstehen, denn unter uns trampelte die Herde bereits heran. Chipol kroch auf den nahen Hauptstamm des Baumes zu und tastete sich dort weiter nach oben.
Der Zellaktivator hämmerte mit meinem Puls um die Wette, um den enormen Kräfteverschleiß auszugleichen. Ich fühlte mich von der zwar kurzen, aber doch ungewöhnlichen Belastung total erschöpft.
Weiter!, drängte der Logiksektor.
Ich mobilisierte die letzten Reserven und hangelte mich an dem Ast entlang, bis ich an eine Stelle kam, an der es etwas einfacher möglich war, mich ganz nach oben zu ziehen. Kaum war mir das gelungen, da drohte ich abzurutschen, denn der Baum geriet in heftige Bewegung. Er stellte für die rasende Herde ein Hindernis dar, das diese in ihrem blinden Wahn gar nicht wahrnahmen.
Endlich befand auch ich mich am Stamm des Baumes. Er machte einen kräftigen Eindruck. Meine Hoffnung, dass er den anstürmenden Tieren standhalten würde, stieg wieder etwas.
Chipol rief über mir etwas, aber in dem Lärm verstand ich kein Wort. Sehen konnte ich ihn auch nicht mehr, denn längst hatte der aufgewirbelte Staub alles in einen undurchdringlichen Nebel verwandelt.
Ich kletterte wie ein Blinder weiter, tastete mich an dem Stamm entlang, bis ich einen dickeren Ast spürte. Die Höhe musste nun ausreichen. Schwer atmend verharrte ich.
Dicht neben mir hustete der Daila. Er war also in meiner Nähe, und das beruhigte mich. Auch die Ledertasche hing noch über meiner Schulter. Ich schob sie ein Stück in Richtung des Halses, um unsere letzten Habseligkeiten nicht doch noch zu verlieren.
»Ich sitze gut!«, schrie mir der Junge ins Ohr. »Und du?«
Ich brachte noch kein Wort heraus. Ob er mein Nicken sah, wusste ich nicht. Erst einmal brauchte ich eine Pause und frische Luft. Letzteres würde auf sich warten lassen. Ich spürte den sandigen Geschmack auf meinen Lippen.
Der Baum, auf dem wir in vielleicht fünf oder sechs Metern Höhe ums nackte Dasein kämpften, schüttelte sich noch immer unter dem Ansturm der unter uns vorbeirasenden Herde. Als Chipol seinen kleinen Arm unter meinen schob, fühlte ich eine gefühlsmäßige Wärme, die mir neuen Mut gab.
Ich schüttelte mich und öffnete die sandverkrusteten Augen. Sie schmerzten und begannen sofort zu tränen. Ich ließ dem Salzwasser freien Lauf, denn ich wusste, dass das einen gewissen Reinigungseffekt bewirken würde.
Noch immer drängten sich die brüllenden und tobenden Tierleiber unter uns vorbei. Ich erkannte zwischen den Staubfahnen Wildvleehs, aber auch die eigentlich sanften Xarrhis, viele Laufvögel und unter diesen Mandali und eine Reihe anderer Tiere.
Mein Verstand begann wieder in Ruhe und Sachlichkeit zu arbeiten.
Die Stampede umfasste also ganz verschiedene Tiere der Natur von Cairon. Für die Fauna einer jeden Welt war das ungewöhnlich, was wiederum nur bedeuten konnte, dass die Ursache dieser animalischen Panik auch in etwas Ungewöhnlichem begründet sein musste.
Ungewöhnlich – das stand für mich gleichbedeutend mit den Aktivitäten meines Erzfeindes, des Erleuchteten, der sich in Alkordoom noch das Juwel genannt hatte. Damit war keineswegs gemeint, dass mein unbekannter Gegner die Tiere gezielt gegen Chipol und mich oder gegen die Nomaden aufgewiegelt hatte. Gegen die Räuber von Bakholom bestimmt schon deswegen nicht, weil ich den Verdacht hegte, dass diese im Sinn des Erleuchteten handelten. Und dass er meine Anwesenheit vermutete, konnte ich zwar nicht ausschließen, aber solcher Mittel würde sich der Erleuchtete wohl kaum bedienen.
Nein, es musste anders sein. Der geregelte Ablauf des Lebens auf Cairon war aus den Fugen geraten. Die Nomaden verhielten sich in dieser Jahreszeit ungewöhnlich. Die Priester und Priesterschüler der Bathrer, die über das Wahakú verfügten (was nichts anderes als »Psi-Potenzial« bedeutete) wurden entführt. Die normalen Bathrer in ihren Felsenstädten gerieten in Unruhe oder Panik.
Was mit den aus ihrer gewohnten Umgebung entfernten Wahakús geschah, konnte ich nicht beurteilen. Aber die Verschiebung von Psi-Potenzialen konnte auch einen Einfluss auf eine bislang geregelte Natur nehmen. Und letztlich war da der Erleuchtete selbst. Ich besaß zwar keine konkrete Spur von ihm, aber die Hinweise waren deutlich. Er besaß psionische Macht. Er experimentierte mit Psi-Potenzialen, um das geheimnisvolle Ding EVOLO zu bauen. Auch von dort konnten also Einflüsse auf die Natur Cairons ausgeübt werden.
Aber keine gezielten Einflüsse, meinte der Logiksektor.
Das stimmte. Die Stampede konnte eigentlich nur eine indirekte Auswirkung der jüngsten Veränderungen sein. Die wahren Zusammenhänge würde ich vielleicht nie erfahren. Sie waren auch nicht von Bedeutung.
Es zählte allein, dass auf Cairon etwas geschah, was auf die Aktivitäten des Erleuchteten hinwies – und damit auf seine Gegenwart.
Ich schreckte aus meinen Gedanken auf, als das Stampfen und Dröhnen der Tierleiber allmählich abschwoll. Die Hauptgefahr war im Augenblick überstanden. Die Dunstschlieren begannen sich zu legen. Ich konnte Chipol erkennen, denn hinter ihm bildete sich am Horizont der erste Schimmer des sich ankündigenden neues Tages.
Die letzten Tiere tobten unter uns vorbei. Das Hämmern der Hufe verlief sich allmählich. Die Steppe dröhnte auch dann noch, denn das ferner werdende Gestampfe erreichte noch jetzt meine Ohren. An ein Verlassen unseres unbequemen Aufenthaltsorts war noch nicht zu denken, denn noch immer tauchten vereinzelte Tiere oder kleine Gruppen auf, die der großen Stampede folgten.
Ich suchte mir eine bequemere Sitzmöglichkeit. Meine Gedanken glitten wieder in die jüngste Vergangenheit zurück. Ich erlebte in wenigen Sekunden noch einmal, was seit jenem denkwürdigen Moment geschehen war, als ich den Auftrag der Kosmokraten angenommen hatte. Die Stationen meiner Aufenthalte in Alkordoom rasten an mir vorbei. Sarah Briggs weckte schmerzliche Emotionen in mir, aber dieser Verlust wurde von einer Tatsache überboten.
Mein Werk dort in Alkordoom war unvollendet geblieben, aber das zählte nicht. Wichtig waren allein zwei Dinge. Der Keim für eine Wende war gelegt worden. Mit Flora Almuth und Arien Richardson besaß Alkordoom zwei Faktoren, die den negativen Mächten Paroli bieten konnten. Ihr Einfluss würde sich durchsetzen.
Viel entscheidender aber war der zweite Faktor. Es war mir überraschend schnell gelungen, den eigentlichen Gegner, den Erleuchteten, dazu zu bewegen, Alkordoom zu verlassen! Mit diesem Teilerfolg hatte ich das erste Kapitel meines Auftrags abschließen können.
Dabei hatte ich zu spüren bekommen, welches großes Interesse die Mächte jenseits der Materiequellen an meiner Mission hatten. Ich war erneut versetzt worden – diesmal ohne Ankündigung!
Ein zweiter Beweis der Kosmokraten war gefolgt. Sie hatten mir auf mysteriöse Weise ein neues Raumschiff zur Verfügung gestellt, die STERNSCHNUPPE. Auch dies zeigte mit aller Deutlichkeit, dass ich nicht etwa vergessen war.
Der dumpfe Nackenschlag war dann bald gefolgt. Ich hatte die bittere Erfahrung machen müssen, dass ich den Ausweg, mit dem mich die Kosmokraten doch irgendwie »gelockt« hatten, nicht mehr besaß. Mein Wille in Verbindung mit dem Stichwort »Varnhagher-Ghynnst«, um die freiwillige Mission abzubrechen, funktionierte nicht mehr.
Das bedeutete, dass ich bleiben musste, wo ich war, nicht jedoch, dass ich den Auftrag weiter verfolgen musste!
Es hatte so schön freiwillig geklungen, als ich den Auftrag der Kosmokraten angenommen hatte. War ich nicht doch eine Marionette gewesen? Jetzt kam es mir jedenfalls so vor, und die Unbill, die ich hier in der Galaxis Manam-Turu hinnehmen musste, konnte daran nichts ändern.
Nun spürte ich eine ganz neue Art von Freiheit in mir. Die Kosmokraten unterstützten mich zwar auch weiterhin – aber was ich jetzt tat oder nicht tat, das war wahrhaftig freiwillig. Das letzte Band der Gängelei war zerrissen. Diese Tatsache spornte mich auf ungeahnte Weise an, den tiefen und finsteren Spuren zu folgen, die der Erleuchtete auf seinem Weg hinterließ.
Dieser Handlanger der Mächte des Chaos besaß sicher gute Gründe, sein Betätigungsfeld aus dem hochtechnisierten Alkordoom in diese Galaxis zu verlagern. Und hier speziell zu der noch sehr natürlichen Welt Cairon. Dabei konnte nicht nur zählen, dass es hier Psi-Potenzial in der Form des Wahakú fast im Überfluss gab.
Er wollte dich »abhängen«, vermutete der Extrasinn. Oder in eine Umgebung zwingen, in der du nicht bestehen kannst.
Da kannte mich mein unbekannter Gegner aber schlecht.
