Atlan 756: Das psionische Tor - Hans Kneifel - E-Book

Atlan 756: Das psionische Tor E-Book

Hans Kneifel

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Beschreibung

Zur Jahreswende 3819/20 beginnt sich die Machtkonstellation in der Galaxis Manam-Turu drastisch zu verändern. Atlans Hauptgegner, der Erleuchtete, der vor Jahresfrist Alkordoom verließ, um hier, an seinem Ursprungsort, sein Kunstgeschöpf EVOLO zu vollenden, ist nicht mehr. Vergalo - so lautet der ursprüngliche Name des Erleuchteten - hielt sich in seiner Hybris für unschlagbar, und diese Einstellung, gepaart mit sträflichem Fehlverhalten, führte letztlich dazu, dass EVOLO seinen Schöpfer vernichtete. Auch wenn Atlans größter Gegner nicht mehr existiert, die Lage in Manam-Turu ist deswegen noch lange nicht bereinigt. EVOLO ist nun bereits stärker, als der Erleuchtete es jemals war. Und das mächtige Psi-Geschöpf macht alle Anstalten, in die Fußstapfen seines Schöpfers zu treten. Welche Gefahr für Manam-Turu EVOLO darstellt, hat bereits sein Wirken auf der Welt der Kaytaber gezeigt. Und dieser Trend wird noch verdeutlicht durch die Tatsache, dass EVOLO selbst auf Aklard unbemerkt unheilvolle Manipulationen vornehmen konnte. Mehr darüber demnächst. Inzwischen aber macht auch Fartuloon, Atlans alter Lehrmeister, wieder von sich reden. Der Calurier ist mit der KLINSANTHOR unterwegs, die er den Ligriden abgenommen hat, und entdeckt DAS PSIONISCHE TOR ...

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Nr. 756

Das psionische Tor

Mit Fartuloon beim Volk der Techniker

von Hans Kneifel

Zur Jahreswende 3819/20 beginnt sich die Machtkonstellation in der Galaxis Manam-Turu drastisch zu verändern. Atlans Hauptgegner, der Erleuchtete, der vor Jahresfrist Alkordoom verließ, um hier, an seinem Ursprungsort, sein Kunstgeschöpf EVOLO zu vollenden, ist nicht mehr.

Vergalo – so lautet der ursprüngliche Name des Erleuchteten – hielt sich in seiner Hybris für unschlagbar, und diese Einstellung, gepaart mit sträflichem Fehlverhalten, führte letztlich dazu, dass EVOLO seinen Schöpfer vernichtete.

Auch wenn Atlans größter Gegner nicht mehr existiert, die Lage in Manam-Turu ist deswegen noch lange nicht bereinigt. EVOLO ist nun bereits stärker, als der Erleuchtete es jemals war. Und das mächtige Psi-Geschöpf macht alle Anstalten, in die Fußstapfen seines Schöpfers zu treten.

Welche Gefahr für Manam-Turu EVOLO darstellt, hat bereits sein Wirken auf der Welt der Kaytaber gezeigt. Und dieser Trend wird noch verdeutlicht durch die Tatsache, dass EVOLO selbst auf Aklard unbemerkt unheilvolle Manipulationen vornehmen konnte.

Die Hauptpersonen des Romans

Fartuloon – Der Calurier beim Volk der Techniker.

Sparken, Rubernek und Kornen Fus – Besatzungsmitglieder der KLINSANTHOR.

Notrun – Projektleiter der Ikuser.

Chyrri – Ein Hypton.

Atlan

1.

Alles, was Staringenieur Notrun unternahm, unterlag in diesen Tagen und Wochen der absolut strengsten Geheimhaltung.

Aus dem Halbdunkel des Chefbüros kam eine Hand ins Licht der Pultscheinwerfer. Acht lange, feingliedrige Finger zielten mit ihren Kuppen auf die Tastatur des Terminals. Die Finger waren von dunkler, stellenweise ledriger Haut und ließen darauf schließen, dass Notrun (wie alle Individuen aus dem »Volk der Techniker«) außerordentlich großes Geschick besaß.

Vom Handgelenk an, dort befand sich ein breites Band aus edlem Kunststoff, bedeckte brauner, dichter und weich schimmernder Pelz die Haut des Ikusers. Notrun leitete ein Unternehmen von gewaltiger Wichtigkeit, und er war davon überzeugt, dass er der beste Mann am richtigen Platz war.

Jenseits des Bildschirms, an dessen Terminal Ingenieur Notrun seit vielen Stunden konzentriert arbeitete, erstreckte sich ein Halbkreis aus Monitoren. Immer wieder wechselten die Bilder und die Ausschnittvergrößerungen der Bilder. Die Sonne brannte auf eine flache Savanne herunter. Auf dieser Ebene zeichneten sich Baugruben, Landeflächen, provisorische Wege und Straßen ab. Die Fundamente zukünftiger Gebäude ließen sich erkennen. Der Grundriss der geplanten Anlage blinkte auf einem Monitor der RUP-Anlage, der rechnerunterstützten Planungsgeräte. Es war eine Ansammlung von Kuben, Kreisen und Rechtecken auf einer leeren Fläche.

Staringenieur Notrun kannte die Parameter der Aufgabe, aber noch war von dem eigentlichen Zweck nichts zu erfahren.

Er kannte die Teile und konnte sich in etwa die Summe ausrechnen, aber nicht die Absicht, die hinter allem lag. In einiger Zeit jedoch würde er die notwendigen Informationen erhalten.

Ein diskreter Summer war zu hören.

Ohne mit der Arbeit aufzuhören, brummte Notrun:

»Was gibt's?«

Summend bewegte sich eine Schiebetür. Grelles Sonnenlicht fiel für Sekunden in das Büro. Ein Ikuser mit weißem Stirnband kam herein und sagte:

»Wissender und Könnender Notrun! Ich bringe eine dringende Botschaft.«

»Jede Botschaft ist offensichtlich dringend«, sagte Notrun. »Wie lautet die Anweisung?«

»Das Projekt nähert sich dem zweiten Stadium. Es muss damit gerechnet werden, dass sich die Anzahl der Lieferschiffe drastisch vergrößert. Beachte den Materialfluss! Handle konsequent und ohne Aufschub. Wir werden den maßgeblichen Stellen die richtigen Befehle erteilen, um deine Arbeit zu unterstützen. Wir haben angeordnet, dass die Besatzung des Stützpunkts Yumnard bestens versorgt wird.«

Der Ingenieur vergrößerte den Druck auf den Haltemuskel seines rechten Auges. Wie ein Teleskoprohr verlängerte sich der runzlige Rundmuskel und schob das große, halbrunde Sehorgan etwa einen halben Meter weit aus. Notrun musterte den Boten. Es war ein Signaltechniker eines Lastraumschiffs.

»Danke. Wann kam der Befehl?«

»Vor sieben Minuten, Könnender!«

»Hervorragend. Gib her.«

Der längliche Plastikstreifen in schrillem Gelb, einer Farbe, die höchste Dringlichkeit symbolisierte, glitt auf das Pult des Ingenieurs. Er notierte Datum, Uhrzeit und unterschrieb mit seinem Kurzzeichen. Dann reichte er den Kassiber über die Schulter zurück.

»Viel Aufregung um nichts«, sagte er halbwegs mürrisch. »Bestätige den Empfang und sage, dass wir im Zeitplan um einen halben Planetentag voraus sind.«

»Verstanden. Danke, Wissender.«

Wieder störte die Helligkeit den Ingenieur. Er zog sein Auge zurück und widmete sich weiter seiner verantwortungsvollen Arbeit.

Der Rechner korrespondierte mit einem Heer von Robotern und deren untergeordneten Maschinen.

Sorgfältig kontrollierte Notrun die einzelnen Arbeiten und sprach mit den Sektionsleitern. Unaufhörlich landeten Schiffe und wurden entladen. Eine automatische Anlage produzierte ununterbrochen riesige Fertigteile, die von den Spezialmaschinen auf den Fundamenten zusammengesetzt wurden. Nicht alle Pläne hatte Notrun, der oberste Bauherr der riesigen Anlage, auswendig gelernt; dazu hatte er den RUP-Computer. Aber er konnte sehen, dass das gigantische Zusammensetzspiel schnell vonstatten ging.

Kabel wurden verlegt und in speziellen Halterungen und Fertigteil-Schächten geführt.

Die Ebene hatte sich in eine Baustelle verwandelt. Schon seit einem Vierteljahr im planetaren Kalender arbeitete das riesige Kommando hier. Es wurde von außen nach innen gearbeitet – wieder startete am Horizont ein großes Lastraumschiff.

Unzählige schwebende Geräte transportierten Kabelrollen, wuchtige Bolzen und Gewindeteile, stark farbige Verbindungsstücke und unzählige Bündel von unterschiedlich langen Stahlträgern des Elementbauwerks heran.

Hunderte von Fahrzeugen auf breiten Reifen wirbelten Staub und Sand auf, wenn sie zwischen den Gebäuden herumfuhren und die Rampen erkletterten. Zwischen ihnen blitzten die zuckenden Funken der Schweißroboter auf. An jeder einzelnen Stelle wuchsen die Gebäude.

Zwischen den Mittelteilen der Passagierraumschiffe und den einzelnen Teilen des Projekts »Fallenpforte« bewegte sich ein ständiger Strom von Bauarbeitern. Es waren ausnahmslos Ikuser. Diejenigen, die aus den Quartieren, den Schlafräumen oder den Kantinen kamen, hatten glänzendes Fell und trugen saubere Helme und ebensolche Gurte an den felinoiden, gedrungenen Körpern von meist etwa hundertdreißig Zentimetern Größe.

Die Arbeiter des Techniker-Volkes, die jetzt abgelöst wurden, waren staubbedeckt, gingen nach vorn gekrümmt, und ihre Schutzhelme mit den filigranen Gittern für die Augen überzog eine Mischung aus Staub, feinem Ölnebel und anderen Schwebestoffen. Die Sonnenstrahlen funkelten auf der Oberfläche des riesigen Schwimmbades, ebenfalls aus Fertigteilen.

»Meine tüchtigen Fünftausend!«, sagte sich Notrun und drückte mit dem langen achten Finger der Linken auf einen entfernten Kontaktblock.

Über das ausgedehnte Gelände dröhnten Summer und heulten Sirenen.

Schichtwechsel.

Der Baucomputer schaltete für eine Viertelstunde sämtliche Roboter aus. Diejenigen Exemplare, die an ihren Werkzeugen kleinere Schäden diagnostiziert hatten, erhielten unhörbare Funkbefehle, in die Reparaturcontainer zu schweben, zu gehen oder zu rollen. Parallel geschaltete Arbeitsmaschinen bekamen die Anordnung, an den Stellen jener Geräte im Programm weiterzumachen. Stützpunkt Yumnard war in voller Aktion.

Diese Einsicht und das Bewusstsein, sein Bestes geleistet zu haben, riefen im Staringenieur Notrun genau jenes Maß an Zufriedenheit und Stolz hervor, das jeder einzelne Mann und jede Frau aus dem Volk der Ikuser brauchte. Sie alle waren, so hieß es in der Heimatgalaxis, geniale Techniker. Untauglich für Kriegsdienste, keine Forscher, aber glänzende, unermüdliche Techniker, die in jeder defekten Maschine eine persönliche Herausforderung sahen und nur gut schliefen, wenn alles perfekt funktionierte.

Aufatmend lehnte sich Notrun zurück.

Erst in vier Stunden gab es für ihn die Ablösung. Er begann, von kaltem schäumenden Wasser zu träumen und von einer langen, gemütlichen Mahlzeit.

An die Auftraggeber dachte er nicht.

2.

Sparken drehte sein faltenreiches Gesicht vom Bildschirm weg und sah seinen Schicksalsgefährten in die Augen.

»Natürlich bin ich telepathisch begabt«, meinte er. »Sonst hätten mich die Ligriden nicht gefangen genommen. Aber ich versichere euch: Ihr habt noch nie einen lausigeren Telekineten erlebt.«

»Größenwahn kann ich dir jedenfalls nicht vorwerfen«, sagte der Kommandant. »Mir reicht es, was du kannst. Du hältst unser fliegendes Schatzkästchen sauber in Schuss.«

In einer hilflosen Geste hob Sparken seine Hände.

»Ich bemühe mich. Aber rechnet nicht mit meinen außerordentlichen Fähigkeiten.«

Kornen Fus, der Kopilot, lag entspannt ausgestreckt im rechten Sessel vor den Kontrollen. In den wenigen Tagen seit dem Diebstahl des Schiffes hatten sie die meisten Einrichtungen recht passabel unter Kontrolle bekommen.

»Wohin soll unser ›Altherrenflug‹ führen?«, fragte Kornen Fus.

»Wenn ich das wüsste«, antwortete Fartuloon ehrlich. »Ratlosigkeit kennzeichnet augenblicklich jede meiner Ideen.«

»Noch ein Ehrlichkeitsfanatiker!«, lachte Sparken. Der Bauchaufschneider stimmte in das laute Gelächter ein.

Seit dem problemlosen Start beziehungsweise dem Diebstahl der KLINSANTHOR von BASTION II waren etwa zwanzig Tage und Nächte vergangen. Die Viermann-Crew schien das Schiff zu beherrschen. Die Pannen hielten sich bisher in ungefährlichen Grenzen. Fartuloon hatte seinen drei Mannschaftsmitgliedern nur ein vages Konzept der näheren Zukunft vorschlagen können. Sie verhielten sich abwartend, denn sie waren nur in einem Punkt motiviert:

Möglichst weit weg von BASTION II! Und niemals wieder in die Gewalt der Ligriden fallen! Zurück auf die Heimatplaneten? Vorläufig sinnlos, denn sie würden dort abermals gefangen werden. Diesmal würde das Entkommen auf diese scheinbar leichte Weise unmöglich sein. Das wussten sie. Und Fartuloon kannte ihre Gedanken.

Rubernek schlief in seiner kleinen Kabine. Fartuloons Blick glitt aufmerksam über die Bildschirme.

»Hört zu«, sagte er halblaut. »Wir haben diesen für euch unverständlichen Funkspruch vor ein paar Tagen abgesetzt.«

»Du hast uns erklärt, dass es sich um eine antike Sprache handelt, die nur zwei Wesen in der Galaxis verstehen.«

»Richtig. Ich habe euch die Wahrheit gesagt. Die Sprache ist Arkonidisch. Nur Atlan und ich verstehen sie.«

Kornen Fus nahm seine Mütze ab und fuhr über seinen kahl werdenden Schädel. Die Mütze bestand aus dicken Wollfäden, die er, zusammen mit Tüchern aus weichledernem Stoff, in den Schiffsvorräten gefunden hatte. Das glockenförmige Ding mit einem angedeuteten Schirm über den Augen war ein seltsames Flickwerk aus beiden Materialien. Die Farben waren ebenso kühn: gelb und schwarz, geradezu auffallend leuchtend.

»Fast alles ist möglich«, meinte Fus lakonisch. »Wir wissen das, Fartuloon.«

»Dann ist es auch möglich«, erwiderte Fartuloon ohne viel Hoffnung, »dass wir bald etwas von Atlan erfahren.«

»Das würde die Langeweile vertreiben!«, brummte Sparken. »Seit wir auf dem namenlosen Planeten gelandet sind, um etliche Braten zu schießen und Wasser aufzunehmen, überschlagen sich die Ereignisse nicht gerade.«

»Und dass ihr mich mittlerweile bei drei Spielen einmal im Schach schlagt, ist das nichts?«, fragte der Bauchaufschneider mit breitem Grinsen.

»Mehr als nichts«, gab Sparken zu. Immerhin reichte, wenn er sich stark fühlte, seine telekinetische Fähigkeit dazu, die kleinen Schachfiguren zu bewegen, ohne sie anzufassen.

Die KLINSANTHOR, das langgestreckte Experimentalraumschiff der Ligriden, befand sich auf einem spiraligen Kurs auf einer willkürlich festgelegten Ebene. Manam-Turu war riesengroß, und ein Funkspruch konnte ebenso leicht verlorengehen und überhört werden, wie es möglich war, dass ein Schiff spurlos verschwand.

Auch Fartuloons Sorge nahm zu. Innerlich spürte er Unruhe und starke Selbstzweifel. Aber er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Die beiden Zyrpher und der Daila waren alles andere als eine entschlossene Mannschaft, die seine Ideen unterstützte. Ihnen war Atlan mehr oder weniger gleichgültig, obwohl sie wussten, welche Aufgabe er sich gestellt hatte.

»Ich glaube, ich werde einen zweiten Funkruf absetzen«, sagte Fartuloon nachdenklich.

»Warum nicht?«, gab Kornen Fus zurück. Er hatte die Monitore der Nah- und Fernortung an den beweglichen Haltearmen dergestalt um sein Kopilotenpult gruppiert, dass er mit einem langen Blick sämtliche Anzeigen kontrollieren konnte. Die Geräte arbeiteten zuverlässig. Der Weltraum um die KLINSANTHOR war leer.

Das Licht vieler indirekter Beleuchtungsanlagen wurde von der schiefergrauen Haut des Mannes geschluckt. Rund um die Gelenke begann die Haut schwarz zu werden. Ein sicheres Zeichen dafür, dass Fus die Mitte seiner Jahre hinter sich gelassen hatte.

Fartuloon schaltete die Bordpositronik ein. Er hoffte, dass er mittlerweile sämtliche Funktionen des Schiffes beherrschte. Ganz sicher war er nicht, denn hier war Technik eingebaut, die selbst für die Ligriden neu war. Er sprach leise ins Mikrophon.

»Analyse! Genaue Positionsangabe.«

Das Gerät gab einen sonoren Gongschlag von sich und fing an, auf einem runden Bildschirm Punkte, Linien, stark leuchtende Kreise und Buchstaben zu zeichnen, bildete dann Entfernungslinien aus und schrieb lange Reihen von Ziffern.

Fartuloon deutete auf die einzelnen Angaben.

»Wir sind etwa hundertvierzig Lichtjahre von deiner Heimat entfernt, Sparken.«

»So weit weg von Aklard?«

»Für die KLINSANTHOR stellt die Entfernung kein ernsthaftes Problem dar«, meinte der Bauchaufschneider. »Abseits unseres Kurses liegt ein Sonnensystem. Nennt sich Ukenzia, und es ist gekennzeichnet durch eine blaue Riesensonne.«

»Keine interessanten Planeten?«

»Die Bordpositronik zeigt nichts.«

Je mehr Zeit verstrich, desto größer wurde die Gefahr, dass Fartuloons Wissen und seine Informationen von BASTION II von der Wirklichkeit überholt wurden. Atlan konnte ohne diese Informationen in ernste Gefahren geraten, wenn er nicht schon mitten darin stand. Je länger und intensiver Fartuloon über all diese Probleme nachdachte, desto mehr erhärtete sich sein Entschluss.

Er würde, selbst wenn er die Mannschaft und das Schiff dadurch gefährdete, noch einen Funkspruch absetzen. Dass sämtliche Kanäle der Hyperfunkanlage weit geöffnet waren, und dass jeder eingehende oder aufgefangene Spruch mitgehört und nach Möglichkeit analysiert wurde, verstand sich von selbst. Und dass die Ligriden nach ihrem verschwundenen Schiff suchten, war für ihn ebenfalls selbstverständlich.

Nach einem letzten, prüfenden Blick auf die Anzeigen nahm Fartuloon einige Schaltungen auf dem komplizierten Paneel der Funkanlage vor.

Über den Text seiner drängenden Botschaft brauchte er nicht lange nachzudenken.

Das Signal für Sendebereitschaft glühte auf.

»Fartuloon aus der KLINSANTHOR«, sagte der Bauchaufschneider. »Der Freund sucht dich, Kristallprinz. Melde dich bald. Es gibt eine Handvoll interessanter Neuigkeiten. Sie sind lebenswichtig. Ich suche dich!«

Fartuloon sprach nicht nur Arkonidisch, sondern wählte eine archaische Aussprache, an die sich wirklich nur Atlan würde erinnern können.

Dann schaltete er den Sender ab, der sie möglicherweise verraten konnte.

»Und jetzt?«, erkundigte sich der Daila sarkastisch.

»Jetzt warten wir wieder. Allerdings sollten wir die Ortungsgeräte mehr als sonst beobachten. Innerhalb dieser Galaxis gibt es verschiedene Machtgruppen, für die wir aus unterschiedlichen Gründen nicht uninteressant sind. Natürlich sind die Ligriden hinter uns her, klar?«

»Klar.«

»Welch einsilbige Antwort«, murmelte Fartuloon. »Ein Blick auf die Zahlen des Chronometers zeigt mir, dass mich Rubernek ablöst. Mir fällt ein, dass ich müde bin. Wenn sich irgend etwas hier zeigt, holt mich sofort hierher, Freunde.«

Sparken hob die Hand und versicherte feierlich:

»Wir versprechen es, Herr Kommandant.«

Fartuloon zog sich aus der kleinen Hauptzentrale zurück. Auf Sparken und Fus konnte er sich verlassen. Sie waren selbst daran interessiert, in Freiheit zu bleiben.