Atlan 764: Der Racheplan der Hyptons - Peter Griese - E-Book

Atlan 764: Der Racheplan der Hyptons E-Book

Peter Griese

0,0

Beschreibung

Der Anfang des Jahres 3820 bringt eine einschneidende Veränderung der Machtkonstellation der Galaxis Manam-Turu. Atlans Hauptgegner, der Erleuchtete, der vor Jahresfrist Alkordoom verließ, um hier, an seinem Ursprungsort, sein Kunstgeschöpf EVOLO zu vollenden, ist nicht mehr. Auch wenn Atlans größter Gegner nicht mehr existiert, die Lage in Manam-Turu ist sogar prekärer geworden. EVOLO ist im Frühjahr 3820 bereits stärker, als der Erleuchtete es jemals war. Welche Gefahr das Psi-Geschöpf darstellt, hat sein Wirken auf der Welt der Kaytaber, die zu EVOLOS Stützpunkt geworden ist, deutlich bewiesen. Und auch die Rawanorer haben inzwischen mit EVOLOS Möglichkeiten und Machtmitteln unliebsame Erfahrungen gemacht. Auch das so genannte zweite Konzil, bestehend aus Hyptons und Ligriden, deren Partnerschaft inzwischen durch Misstrauen getrübt ist, bleibt durch EVOLOS Aktivitäten nicht ungeschoren. Aber letztlich hat auch der neue Mächtige eine unverkennbare Schwachstelle, die auf das Grundprogramm seines Schöpfers zurückzuführen ist: die Dislozierung von EVOLOS Bestandteilen. Um sich selbst besser in den Griff zu bekommen, benötigt er das von den Hyptons als EVOLO-Falle gedachte Psionische Tor. Als Köder für seine Gegner bietet sich DER RACHEPLAN DER HYPTONS ...

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Veröffentlichungsjahr: 2012

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Nr. 764

Der Racheplan der Hyptons

Der Kampf um das Psionische Tor

von Peter Griese

Der Anfang des Jahres 3820 bringt eine einschneidende Veränderung der Machtkonstellation der Galaxis Manam-Turu. Atlans Hauptgegner, der Erleuchtete, der vor Jahresfrist Alkordoom verließ, um hier, an seinem Ursprungsort, sein Kunstgeschöpf EVOLO zu vollenden, ist nicht mehr. Auch wenn Atlans größter Gegner nicht mehr existiert, die Lage in Manam-Turu ist sogar prekärer geworden. EVOLO ist im Frühjahr 3820 bereits stärker, als der Erleuchtete es jemals war. Welche Gefahr das Psi-Geschöpf darstellt, hat sein Wirken auf der Welt der Kaytaber, die zu EVOLOS Stützpunkt geworden ist, deutlich bewiesen. Und auch die Rawanorer haben inzwischen mit EVOLOS Möglichkeiten und Machtmitteln unliebsame Erfahrungen gemacht.

Auch das so genannte zweite Konzil, bestehend aus Hyptons und Ligriden, deren Partnerschaft inzwischen durch Misstrauen getrübt ist, bleibt durch EVOLOS Aktivitäten nicht ungeschoren.

Aber letztlich hat auch der neue Mächtige eine unverkennbare Schwachstelle, die auf das Grundprogramm seines Schöpfers zurückzuführen ist: die Dislozierung von EVOLOS Bestandteilen.

Die Hauptpersonen des Romans

Chipol – Der junge Daila wird entführt.

EVOLO – Der Mächtige will sich stabilisieren.

Dharys – EVOLOS Sprecher und Agitator.

Nom und Kusda – Zwei Ikuser-Kinder.

Promettan – Ihr Vater, ein technisches Genie.

Atlan

1.

Die Ruhe auf Aklard war so trügerisch wie in ganz Manam-Turu.

Chipol wusste das genau, aber er genoss die wahrscheinlich nur wenigen Stunden, um sich einmal richtig auszutoben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Atlan wieder mit der STERNSCHNUPPE aufbrechen würde, um an einem anderen Ort dafür zu sorgen, dass sich die Dinge in seinem Sinn entwickelten.

Der Daila-Junge traf sich mit seinen Freunden hinter dem Raumhafengelände. Zerts, Kiart und Loysen, die drei Jungen, die nur wenig älter waren als Chipol, erwarteten ihn schon. Und die beiden Mädchen Taleda und Monira spielten etwas abseits mit den bunten Antigravscheiben, die es im Flug mit einer Peitsche zu treffen galt.

Chipol winkte kurz mit einer Hand.

»Na, du ewiger Abenteurer«, begrüßte ihn Loysen. »Du brauchst uns nichts zu erzählen. In den Nachrichten wurde schon alles berichtet, was sich auf Rawanor zugetragen hat. Schön geheimnisvoll, nicht wahr?«

Es war Chipol anzusehen, dass er wenig Lust verspürte, über Atlans und seine Erlebnisse der letzten Tage zu sprechen. Die Ereignisse auf der Daila-Kolonie mochten für Außenstehende zwar recht abenteuerlich klingen. Für Chipol, der alles hautnah miterlebt hatte, war aber ein bitterer Geschmack auf der Zunge geblieben, denn ohne Tote war es nicht abgegangen. Und das Rätsel, das EVOLO verbreitete, war auch nicht kleiner geworden.

»Was spielen wir heute?«, fragte er. »EVOLO und der Erleuchtete«, feixte Kiart.

»Ich finde es nicht sonderlich intelligent«, konterte der Junge, »wenn du über dieses traurige Kapitel noch Witze machen willst. Es ist wohl eher ein Zeichen deiner Unreife.«

»Blödmann!« Kiart, der etwas überschlank und blässlich wirkte, Chipol aber um einen guten Kopf überragte, wandte diesem demonstrativ den Rücken zu.

Die beiden Mädchen brachen ihr Spiel ab und kamen herüber.

»Hallo, Chipol«, sagte Monira freundlich, während Taleda schwieg.

»Hallo.«

»Bist du sauer?«, fragte das Mädchen.

»Ach was!« Chipol winkte ab. »Ich habe mich nur über Kiart geärgert. Ich dachte, wir könnten etwas Vernünftiges spielen, da kommt der mit seinen dämlichen Anspielungen daher. Ich finde das taktlos und dumm. Es hat genug Ärger gegeben. Und es wird noch weiter Ärger geben.«

»Ich denke«, meinte Taleda, »der Erleuchtete existiert nicht mehr.«

»Schon. Aber das bedeutet nichts in Anbetracht der Gefahr, die von seinem Produkt EVOLO ausgeht. Ihr versteht das nicht. Ihr hört ein paar Nachrichtensendungen und glaubt, damit wäre es getan.«

»Es ist ja nicht jeder so populär«, grinste der dickliche Zerts, »dass er mit Atlan zu den Sternen reisen und Abenteuer erleben kann.«

»Ich würde gern auf diese Abenteuer verzichten«, beteuerte Chipol, »wenn ich wüsste, dass dadurch auf den Welten unseres Volkes wieder Frieden und Sicherheit einkehren.«

»Du redest wie ein Erwachsener«, stellte Loysen fest. Er meinte das nicht abwertend. »Meine Tante sagt immer, es sei nicht gut, wenn man zu früh erwachsen wird.«

»Chipol hat sich das wohl nicht aussuchen können.« Die dunkelhaarige Monira ergriff seine Partei. »Und ihr solltet euch nicht über ihn lustig machen. Ich finde es gut, wenn Chipol natürlich bleibt, auch wenn er ein böses Schicksal erlitten hat.«

»Durch das er zum persönlichen Freund Atlans wurde«, spottete Zerts. »Ist das nichts?«

»Es ist nichts«, entgegnete Monira zornig. »Er hat dadurch seinen Vater verloren. Hast du das vergessen?«

»Ich glaube«, sagte Chipol ruhig, »ich gehe wieder. Ihr könnt euren Blödsinn auch ohne mich ausdiskutieren.«

Er drehte sich um und ging am Zaun des Raumhafengeländes zurück zur Stadt. Unterwegs riss er einen Zweig von einem Busch und schlug damit Löcher in die Luft.

Bevor er die ersten Gebäude erreichte, hörte er Schritte hinter sich.

»Monira?«, fragte er, ohne sich umzudrehen.

»Du musst es ihnen nicht verübeln«, bat das Mädchen.

»Ich verüble keinem etwas.« Chipol blieb stehen und sah Monira ernst an. »Ich bin aber nicht zu euch gekommen, um mir dieses Palaver anzuhören.«

»Ich verstehe dich.«

»Wirklich?«

»Ja.« Sie nickte und blickte dann zu Boden. »Sie sagen zwar, ich sei dumm. Ich verliere auch immer gegen Taleda, egal, was wir spielen. Ich verstehe auch nichts von den Ereignissen draußen oder von den Kämpfen, die hier auf Aklard getobt haben. Aber ich verstehe dich. Du willst einfach ein bisschen Ruhe haben, wenn du hier bist. Nicht wahr?«

»Vielleicht.« Er ließ den Zweig zu Boden fallen. »Vielleicht wäre ich auch lieber so wie ihr. Unkompliziert und frech.«

Die beiden Jugendlichen setzten ihren Weg gemeinsam fort und schwiegen eine Weile.

»Würdest du mir einen Gefallen tun, Chipol?«, fragte das Mädchen dann.

»Welchen?« Er hockte sich auf einen Betonklotz, der von einem Gebäude stammte, das bei den letzten Angriffen der Verbände des Neuen Konzils zerstört worden war.

»Ich kapiere das alles nicht«, gab Monira zu. »Warum wird dauernd gekämpft? Schön, auf Aklard herrscht jetzt endlich einmal wieder Ruhe, aber anderswo soll es ja nicht so sein.«

Er blickte das Mädchen stumm an, als es sich neben ihn hockte.

»Es ist dir unangenehm, darüber zu sprechen«, stellte sie fest. »Vergiss meine Bitte.«

»Ich verstehe die Zusammenhänge auch nicht alle.« Chipol holte den Zweig wieder und stocherte damit im Sandboden herum. »Aber du kannst mir glauben, dass ich auf die Erlebnisse mit Atlan und Mrothyr gern verzichten würde.«

»Das hast du gesagt. Und ich glaube es dir nur zu gern.«

»Du hast gehört, dass das Wesen, das sich der Erleuchtete nannte, vergangen ist.« Chipol wurde redseliger, als er merkte, dass Monira es wirklich ernst meinte. »Ich habe diesen Erleuchteten nie gesehen. Atlan auch nicht. Aber er war da, und er hat furchtbare Dinge angestellt. Atlan meint, dass er zwar tot ist, dass aber sein Geist in EVOLO weiterlebt.«

»Wo ist EVOLO?«, fragte das Mädchen einfach.

Chipol lachte ironisch auf. »Das ist bereits eine Frage, die kaum zu beantworten ist. Er ist überall und nirgends. Wir kennen gerade ein paar Bruchstücke seiner Ziele und seines Könnens. EVOLO kann sich andere Wesen untertan oder abhängig machen. Er kann winzige Teile seines Körpers auf die Reise schicken, die sich dann anderer Wesen bemächtigen. Nach den Erfahrungen, die Atlan auf der Welt Rawanor gemacht hat, ist es wohl so, dass insbesondere Mutanten besonders anfällig für EVOLOS Körperpfeile sind.«

»Ich bin auch ein Kind der Verbannten«, gab Monira zu. »Meine Fähigkeiten sind sehr dürftig, aber vorhanden. Sieh her!«

Sie hob einen Stein auf und ließ ihn los. Der kleine Brocken schaukelte vor Chipols Augen hin und her, fiel aber erst nach einer Weile zu Boden.

»Latente Telekinese. So nennt das meine Lehrerin.« Sie schien nicht sehr glücklich über diese Feststellung zu sein. »Dass ich so etwas kann, würde ja bedeuten, dass ich für EVOLOS Körperpfeile anfällig bin.«

»Stimmt.« Chipols Stimme klang plötzlich rau. »Ich habe immer hoch Vorbehalte gegen die Mutanten, die ich nicht ausräumen kann. Nichts gegen dich, Monira, aber was da in einem drinsteckt, kriegt man nicht so leicht weg. Allerdings halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass sich EVOLO um jugendliche Daila kümmern würde. Der konzentriert sich auf wichtige Leute aus den Führungskreisen. Die sind gefährdet. Du nicht.«

»Ich hoffe es. Kiart, Zerts und Taleda stammen auch nicht von Aklard. Sie sind auch Kinder von ehemaligen Verbannten. Nur Loysen ist ...«

Sie brach ab, weil sie nicht das rechte Wort fand.

»Normal«, sagte Chipol.

»Ich fühle mich selbst normal.« Sie stampfte mit den Füßen auf. »Ich kann doch nichts dafür, dass ich so geboren worden bin.«

»Natürlich nicht, Monira. Schau einmal, in meiner Familie gab es fast nur psionisch Begabte. Ich besitze keine dieser Fähigkeiten. Vielleicht kommen sie mir deshalb unnatürlich vor.«

»Ich finde das alles ziemlich doof«, erklärte das Mädchen unbefangen.

»Es ist ziemlich doof.« Chipols leises Lachen klang nicht echt. »Wir können es aber nicht ändern. Alle Daila müssen mit dieser Last leben, ob es sich nun um Mutanten oder um Nichtmutanten handelt. Es ist schon ein großer Fortschritt, dass sich die getrennten Völkergruppen wieder geeinigt haben. Atlan hat da zwar seine Zweifel, was die Beständigkeit dieses Bündnisses betrifft, denn es kam unter einem äußeren Zwang, unter einer massiven Bedrohung, zustande.«

»Nicht nur«, widersprach Monira. »Du darfst das Heimweh der Verbannten nicht vergessen. Sie kamen nur zu gern zurück.«

»Das ist richtig, aber du darfst den Preis nicht vergessen, den sie dafür zu bezahlen hatten. Die Telepathin Jaara Senglar hat auf Rawanor den Tod gefunden. Und wer hat sie umgebracht? Es war wohl der Wille EVOLOS, aber es waren auch die Hände von Warlekaan Mextos und Dasta Nyor. Die beiden sind nicht schuldig, aber weißt du, was sie für den Rest ihres Lebens an bösen Erinnerungen mit sich herumschleppen müssen?«

»Ehrlich gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen.«

»Vielleicht ist es besser so. Nun geh zurück zu den anderen.«

»Ich würde lieber ...«, begann Monira, aber sie sah seine steinerne Miene und brach den begonnenen Satz ab.

Chipol erhob sich und schleuderte den Ast über die Umzäunung des Raumhafens.

»Wir sehen uns noch«, rief er.

»Hoffentlich«, murmelte das Mädchen.

*

Die Ruhe auf Aklard war so trügerisch wie in ganz Manam-Turu.

Es ereigneten sich Dinge, die den normalen Sinnen ebenso verborgen blieben wie den hochempfindlichen Sensoren der STERNSCHNUPPE oder den psionischen Spürern aus dem Volk der Daila.

Chipol ahnte von diesen Dingen, aber auch er besaß keine Möglichkeit, etwas wahrzunehmen, was die Gedankenbefehle EVOLOS betraf. Er streunte noch am Rand des Raumhafens herum, als ihm Kiart und Taleda entgegen kamen.

»Warum bist du vorhin weggelaufen?«, warf ihm der schlanke Junge vor. »Es hat dir doch keiner etwas getan.«

Chipol wollte einen anderen Weg nehmen, aber zu beiden Seiten türmten sich die Trümmer auf, die noch niemand hatte beseitigen können.

»Lasst mich doch in Ruhe!«, zischte er verärgert.

»Wie du willst«, antwortete Taleda und krümmte sich im gleichen Moment zusammen, als würde sie heftige Schmerzen empfinden.

Auch Kiart schüttelte sich aus unerfindlichen Gründen. Er klammerte sich an seine Freundin, aber die war so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihm auch nicht helfen konnte.

»Was ist mit euch los?« Im Nu war Chipol bei den beiden. Seine Vorbehalte wegen der für ihn unerfreulichen Gespräche waren sofort vergessen.

Kiart und Taleda reagierten nicht auf seine Worte.

Als Chipol den Jungen am Arm fasste, fühlte sich dieser weich und formlos an. Ja, für ein paar Sekunden schien Kiart durchsichtig zu werden.

»Der Ruf!«, röchelte das Mädchen. »Hörst du ihn?«

Kiart sagte nichts. Er fasste sich mit beiden Händen an den Kopf, wobei er Chipol unwillig abschüttelte.

»Was soll ich hören? Redet doch! Wie soll ich euch denn helfen, wenn ihr den Mund nicht aufmacht!«, rief Chipol aus.

»Ukenzia, Yumnard.« Taleda flüsterte diese Worte kaum hörbar. »Natürlich kommen wir, so schnell es uns möglich ist. Das Tor! Deine Stabilität. Die Hyptons ...«

Sie brach ab. Ihre Haltung straffte sich wieder. Der vermeintliche Anfall war vorbei. Auch Kiart zeigte keine Spuren mehr, die von einem ungewöhnlichen Verhalten zeugten. Er blickte seine Freundin kurz und ernst an. Sie nickte.

»Was hat das zu bedeuten?« Chipol wich ein paar Schritte zurück.

»Du brauchst es nicht zu verstehen«, erklärte Kiart kalt. »Du magst dich als Held an Atlans Seite fühlen, aber in Wirklichkeit bist du ein Nichts im Vergleich mit der Macht, die wir repräsentieren.«

»Welche Macht? EVOLO?«

Die beiden lachten selbstsicher.

»Du bist kein Mutant«, sagte Taleda. »Das ist dein Glück oder dein Pech. Du hättest einer von uns werden können, aber so sind wir gezwungen, einen anderen Weg zu gehen.«

Sie holte aus ihrer Jacke einen kleinen Paralysator hervor.

Chipol, der noch nicht genau verstand, was hier geschah, rannte los. Er sprang über die Betontrümmer. Als er sich einmal umdrehte, merkte er, dass ihm niemand folgte. Aufatmend blieb er stehen.

»Ich muss sofort Atlan alarmieren«, sagte er zu sich selbst.

»Du wirst wohl kaum eine Gelegenheit dazu haben.« Wenige Schritte vor ihm tauchte Kiart aus der Richtung auf, in die Chipol gerannt war.

Auch Taleda war plötzlich da. Sie stand etwas abseits und hielt ihre Waffe hoch. Chipol rätselte noch herum, wie die beiden ihm so schnell hatten folgen können, als Taleda abdrückte. Der Paralyseschuss traf ihn in die Beine. Mit einem Wehlaut sackte er zu Boden.

»Wir müssen ihn verstecken«, sagte Kiart nüchtern, »bis ich mit dem Traykon-Schiff hier bin.«

»Wie lange wirst du brauchen?«

»Zwei oder drei Minuten. Hier ist eine einsame Gegend. Es wird wohl kaum jemand kommen. Und wenn doch, verschwindest du mit ihm in das Ausweichquartier. Wenn du nicht hier bist, hole ich dich dort ab.«

Chipol verstand die Welt nicht mehr. Seine Sinne arbeiteten noch unbeeinflusst von dem Paralyseschock, der ihn nur unterhalb der Gürtellinie gelähmt hatte. Er konnte den Kopf zur Seite drehen und gerade noch sehen, wie sich Kiart auflöste.

Teleportation!, durchzuckte es ihn. Das war auch die Erklärung dafür, dass die beiden auf eine normale Verfolgung verzichtet hatten. Es hatte für sie gar keinen Grund gegeben, denn sie waren sich ihrer Sache ganz sicher gewesen.

Taleda trat an seine Seite.

»Ihr arbeitet für EVOLO!«, stellte Chipol fest. »Abscheulich.«

»Du irrst dich, Kleiner.« Das Mädchen starrte ihn kühl an. »Wir arbeiten nicht für EVOLO. Wir sind ein Teil EVOLOS.«

Chipol zog es nun vor zu schweigen, denn er war sich über die so unvermutet veränderte Situation ausreichend im Klaren. Was Kiart und Taleda allerdings mit ihm beabsichtigten, wusste er nicht. Ihn ekelte es aber so vor den beiden, dass er jeden Versuch unterließ, durch Fragen mehr zu erfahren.

Es dauerte in der Tat nicht lange, bis eine Kleinausgabe der bekannten Traykon-Schiffe auftauchte. Chipol ging davon aus, dass diese Reste der Streitmacht des Erleuchteten nun in der Gewalt EVOLOS waren.

Kiart materialisierte neben ihm. Er berührte ihn und Taleda, und dann teleportierte er erneut. Chipol fand sich in dem einzigen Raum des kleinen Raumschiffs wieder. Die beiden ließen ihn achtlos zu Boden fallen.

Chipol spürte einen sanften Ruck, mit dem das Schiff abhob und beschleunigte.

2.