Atlan 776: Ein Schlag gegen EVOLO - Peter Griese - E-Book

Atlan 776: Ein Schlag gegen EVOLO E-Book

Peter Griese

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Beschreibung

Der Anfang des Jahres 3820 bringt eine einschneidende Veränderung der Machtkonstellation in der Galaxis Manam-Turu. Atlans Hauptgegner, der Erleuchtete, ist nicht mehr. Trotzdem hat sich die Lage in Manam-Turu nicht entspannt. EVOLO ist im Mai 3820 bereits stärker, als der Erleuchtete es jemals war. Welche Gefahr das Psi-Geschöpf darstellt, ist längst bewiesen. Allerdings ist der Ausgang des Machtkampfs um Manam-Turu noch völlig offen. Zu viele unbekannte Faktoren sind im Spiel. Einer davon ist EVOLOS Instabilität, ein anderer die wachsende Feindschaft zwischen Hyptons und Ligriden, ein dritter das Wiederauftauchen von Dschadda-Moi, der alten Herrscherin der Krelquotten, und ein vierter der seltsame Fallensteller, mit dem es sowohl Atlan als auch die Zeitforscher zu tun bekommen. Aus der Raumfalle Askyschon-Nurgh entronnen, setzen der Modulmann und Neithadl-Off die Suche nach den verschwundenen Tessalern fort, während Anima auf Atlans STERNSCHNUPPE überwechselt. Dabei kommen der Arkonide und die Orbiterin einander menschlich näher - doch in ihren Ansichten betreffs EVOLO differieren die beiden stark. Anima rät zu diplomatischem Vorgehen, der Arkonide hingegen vertritt einen harten Kurs. Seine Antwort auf die bisherigen Taten des Psi-Wesens ist EIN SCHLAG GEGEN EVOLO ...

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Nr. 776

Ein Schlag gegen EVOLO

Der Entscheidungskampf um das Psionische Tor

von Peter Griese

Der Anfang des Jahres 3820 bringt eine einschneidende Veränderung der Machtkonstellation in der Galaxis Manam-Turu. Atlans Hauptgegner, der Erleuchtete, ist nicht mehr. Trotzdem hat sich die Lage in Manam-Turu nicht entspannt. EVOLO ist im Mai 3820 bereits stärker, als der Erleuchtete es jemals war. Welche Gefahr das Psi-Geschöpf darstellt, ist längst bewiesen.

Allerdings ist der Ausgang des Machtkampfs um Manam-Turu noch völlig offen. Zu viele unbekannte Faktoren sind im Spiel. Einer davon ist EVOLOS Instabilität, ein anderer die wachsende Feindschaft zwischen Hyptons und Ligriden, ein dritter das Wiederauftauchen von Dschadda-Moi, der alten Herrscherin der Krelquotten, und ein vierter der seltsame Fallensteller, mit dem es sowohl Atlan als auch die Zeitforscher zu tun bekommen.

Die Hauptpersonen des Romans

Atlan – Der Arkonide verfolgt einen harten Kurs.

Herub Ghoran – Kommandant einer Daila-Flotte.

Promettan – Ein ikusischer Spezialtechniker.

Stern der Nacht – Eine große Traube des Hyptons.

Dharys – EVOLOS treuer Handlanger.

Don Quotte

1.

Das Ding näherte sich zwar nur mit Unterlichtgeschwindigkeit, aber es brauste doch mit beängstigenden Werten auf uns zu. Natürlich hätte die STERNSCHNUPPE ausweichen können, aber das war nicht in meinem Sinn. Noch nicht. Deshalb bestand ich darauf, mit hochgefahrenen Defensivschirmen zu warten, was weiter geschah.

Die STERNSCHNUPPE konnte das leuchtende Objekt nur auf optische Weise orten. Selbst die Energiereflektoren zeigten nur einen verwaschenen Fleck an, als ob dort draußen im Leerraum von Manam-Turu eine brennende Kerze mit einem Zwanzigstel Lichtgeschwindigkeit auf uns zubrauste.

Das lächerlich geringe Energieecho konnte eine Falle sein, denn es erweckte den Eindruck von Harmlosigkeit.

»Eintreffen in 30 Sekunden«, meldete das Schiff.

Anima sah mich erwartungsvoll an, aber sie schwieg. Das grenzte schon fast an eine Ausnahmesituation, denn offensichtlich war sie mit meinem Vorgehen einverstanden.

Chipol wippte unruhig in seinem Sessel auf und ab. Sein Blick wich nicht vom Hauptbildschirm der STERNSCHNUPPE, auf dem allein das seltsame Objekt zu erkennen war.

Don Quotte, der Roboter in der Maske eines Krelquotten, schwieg ebenfalls. Und das war ein sicheres Zeichen dafür, dass auch er nichts mit diesem leuchtenden Ding anfangen konnte.

Ich vergewisserte mich, dass die STERNSCHNUPPE startklar war und dass die Schutzschirme aktiviert waren. Mehr wollte ich noch nicht tun. Das Ding war plötzlich und ohne Ankündigung erschienen. Und sein Ziel schienen offensichtlich wir zu sein.

In den letzten Sekunden der Annäherung wurde das rein optische Bild etwas deutlicher. Das Energieecho blieb jedoch konstant schwach. Und der Massetaster stand beharrlich auf Null.

»Ein weißer Ball«, stellte ich laut fest. »EVOLO?«

Bislang war ich davon ausgegangen, dass das unfassbare Psi-Wesen nicht mehr in diesem Abschnitt von Manam-Turu weilte. Aber genau wusste ich das nicht.

Dafür wusste ich aber genau, dass ich in Kürze einen entscheidenden Schlag gegen es führen würde. Meine Geduld war nämlich am Ende.

Meine Informationen hatte ich von dem Daila Herub Ghoran, der den Flottenverband anführte, der nur 44 Lichtjahre vom Ukenzia-System mit dem Planeten Yumnard und dem Psionischen Tor entfernt stand. Dieser wiederum berief sich auf den ikusischen Techniker Promettan, der mit seiner Familie von Yumnard entkommen war und auf Aklard bei den Daila einen Unterschlupf und neue Freunde gewonnen hatte.

Promettan konnte ich vertrauen. Er hatte zwar die meiste Zeit seines Lebens für die Hyptons gearbeitet – und dies mehr aus freien Stücken, als unter der paranarkotischen Beeinflussung durch die fledermausähnlichen Flugwesen von Chmacy-Pzan –, aber er hatte dies aus Überzeugung getan. Er war Ikuser, und die Techniker dieses seltsamen Volkes machten sich nun einmal keine Gedanken über politische und moralische Werte. Sie waren in ihrer Technik so betriebsblind, dass sie links und rechts davon erst auf etwas reagierten, wenn man sie nachdrücklich mit der Nase darauf stieß.

Nach Promettans Meinung hatte sich EVOLO im Psionischen Tor einer erneuten Stabilisierung unterzogen und war dann verschwunden.

Was war es dann aber, das sich hier näherte?

»Unbekanntes Objekt verlangsamt die Geschwindigkeit«, meldete die STERNSCHNUPPE. »Kurs unverändert. Es will fraglos zu uns.«

»Aus welcher Richtung kommt es eigentlich?«, wollte Chipol wissen.

Das Schiff zeichnete ein dreidimensionales Bild auf einen Bildschirm. Die Daila-Flotte stand 44 Lichtjahre vom Ukenzia-System entfernt. Und von uns zum Psionischen Tor betrug die Entfernung noch 19,5 Lichtjahre, zum Raumschiff Herub Ghorans aber 33 Lichtjahre.

Wir standen also in einem etwas schief geratenen Dreieck zueinander. Das merkwürdige Objekt kam aus einer Richtung, die in keiner erkennbaren Beziehung zu diesen Positionen stand. Das konnte eine Finte sein, aber auch bedeuten, dass es nichts mit dem Ukenzia-System und der Daila-Flotte zu tun hatte.

»Das ist nicht EVOLO«, behauptete Anima mit fester Stimme. »Ich würde das spüren.«

»Du siehst nur ein reproduziertes Bild«, machte ich sie aufmerksam. »Was willst du daraus erkennen?«

Sie sah mich verständnislos an und schwieg. Bei allen Diskussionen mit Anima brannten in mir immer zwei Feuer. Ich fühlte mich magisch von ihr angezogen. Aber ihre Argumente jagten mir oft genug einen Schauer des Widerwillens über den Rücken.

Wir hatten etwas gemeinsam. Aber da war noch zuviel, das uns innerlich trennte. Das bewiesen ihre oft seltsamen Ansichten immer wieder.

»Das ist nicht EVOLO!«, behauptete sie erneut.

»Dann bin ich ja beruhigt«, versuchte Chipol die aufkeimende Spannung zwischen uns abzubauen. »Wir werden gleich sehen, was das wirklich ist. Mir kommt es jedenfalls gefühlsmäßig sehr bekannt vor.«

Ich wertete seine Worte mehr als kindliches Geplapper. Chipol konnte gar nicht beurteilen, ob uns eine Gefahr drohte. Ich glaubte das zwar selbst nicht, aber etwas mehr Vorsicht war besser als keine.

Das leuchtende Objekt verlangsamte seine Geschwindigkeit erneut.

»Ausweichmanöver!«, ordnete ich jetzt an. »Ich will sehen, ob es uns dann folgt.«

Die STERNSCHNUPPE raste mit Unterlichtgeschwindigkeit los. Sofort bewegte sich der leuchtende Punkt auf dem Bildschirm zur Seite. Dann reagierte er und beschleunigte seinerseits. Und schon stand er wieder im Mittelpunkt des Bildschirms.

»Ich habe seine Größe vermessen«, teilte das Schiff mit. »Der Durchmesser des Kerns beträgt etwa 20 Meter, aber die leuchtende Aura ist mehrere hundert Kilometer dick.«

»Ein wirkungsvoller Auftritt für einen jämmerlichen Ball«, wiegelte ich ab. Sofort erteilte mir der Extrasinn eine Rüge, denn aus der Größe eines Objekts ließ sich bekanntlich nicht auf dessen Gefährlichkeit schließen.

Ich ließ die STERNSCHNUPPE anhalten und überspielte gleichzeitig die bisherigen Ergebnisse an Ghorans Flotte. Der Daila würde schnell eingreifen, wenn ich Hilfe brauchen würde.

Die Lichterscheinung erlosch unvermutet. Nun sprach der Massetaster an. Die STERNSCHNUPPE identifizierte das Objekt schnell. Es handelte sich um eins der typischen Traykon-Schiffe, die schon für den Erleuchteten ihren Dienst getan hatten und die nun im Gefolge EVOLOS zu finden waren.

»Ein alter Freund bittet, an Bord der STERNSCHNUPPE kommen zu dürfen«, klang eine verzerrte Stimme auf. »Schafft eine Strukturlücke!«

Dieses Ansinnen lehnte ich entschieden ab.

Meine aufbrausende Reaktion beantwortete Anima mit einem vorwurfsvollen Blick. Hätte sie hier das Kommando gehabt, dann wäre die geforderte Strukturlücke jetzt schon vorhanden.

»Auf welchem Weg kam die Nachricht ins Schiff?«, wollte ich von der STERNSCHNUPPE wissen.

»Unbekannt«, lautete die Antwort, die mich noch vorsichtiger machte.

»Ich kenne diese Stimme«, meldete sich unvermutet Don Quotte.

»Wer oder was verbirgt sich dahinter?« Ich starrte die bepelzte Maschine auffordernd an, aber der Herr Großwesir schien nicht bereit zu sein, weitere Auskünfte zu geben.

»Er meldet sich auf psionischem Weg«, sagte der Roboter nur. »Das ist doch klar. Und damit steht auch fest, dass er von EVOLO kommt. Mehr darf ich nicht sagen.«

»Mehr darf ich nicht sagen!«, äffte ich Don Quotte nach. »Du musst mehr sagen!«

»Aufgeregte Leute neigen dazu, Fehler zu machen«, stellte Anima kühl fest. »Don ist nicht aufgeregt.«

Ich war verärgert und auch etwas verunsichert, aber das wollte ich insbesondere wegen Anima nicht zugeben.

»Kann ich mit dem Unbekannten sprechen?«, wandte ich mich an das Schiff.

»Versuche es«, riet mir die STERNSCHNUPPE. »Ich schalte den Normal- und den Hyperfunk auf ein paar Kanälen hinzu.«

Ein Signal teilte mir mit, dass dies geschehen war.

»Wer bezeichnet sich da als alten Freund?«, rief ich laut. »Nenne deinen Namen.«

Von irgendwoher drang ein Lachen an meine Ohren. Ziemlich zusammenhanglos erhob sich Chipol.

»Es ist besser«, sagte der Junge, »wenn ich gehe. Don hatte Recht, als er den Namen nicht genannt hatte. Aber er hätte keine Rücksicht auf mich nehmen müssen.«

Ich stutzte noch immer.

In deiner besten Form scheinst du nicht zu sein, verhöhnte mich mein Logiksektor. Dort draußen ist Dharys.

Der Abhängige EVOLOS, der einmal Chipols Vater gewesen war, hatte mir jetzt gerade gefehlt. Ich erkannte, dass EVOLO wohl irgendwo in den Tiefen von Manam-Turu verschwunden war.

Aber er hatte einen Wächter in der Nähe des Psionischen Tores zurückgelassen. Dharys!

Und der war nicht ungefährlich.

*

»Ich wüsste nicht«, wandte ich mich noch einmal über die Kommunikationsmittel der STERNSCHNUPPE an den Ankömmling, »was wir uns zu sagen hätten, Dharys. Ich kann dir nicht helfen. Und du mir und Chipol auch nicht.«

»Wer ist Chipol?«, klang es wieder sehr verzerrt und kaum verständlich auf. »Er interessiert mich nicht. Ich habe eine Mitteilung für dich, aber ich will sie dir persönlich vortragen. Schaffe eine Strukturlücke. Sie braucht nicht groß zu sein, denn ich komme nicht wirklich an Bord. Ich bin nämlich nicht verrückt.«

»Ich höre. Du kannst jetzt mit mir reden.«

Plötzlich war der Bildschirm des Schiffes wieder strahlend hell. Im Innern der STERNSCHNUPPE jaulten die Energieversorgungssysteme auf. Die Anzeigen auf dem kleinen Kontrollfeld über meinem Sessel signalisierten, dass die Schutzschirme bis zur äußersten Grenze belastet wurden.

»Er versucht mit Gewalt, etwas in das Schiff zu bringen«, meldete die STERNSCHNUPPE. »Es handelt sich um ein energetisches Telegramm, aber nicht um feste Materie. Entweder du lässt zu, dass ich eine Öffnung erzeuge, oder du brichst den Kontakt zur Gänze ab. Ich könnte das Energiepaket isolieren. Dann wäre die Gefahr gering.«

»Das ist mir zu riskant«, lehnte ich ab.

Der Extrasinn pflichtete mir bei. Aber Anima warf mir einen fast flehenden Blick zu.

»Lass das Etwas kommen«, bat sie. »Ich habe keine Furcht. Du weißt, dass ich eine immer konkretere Vorstellung über EVOLO gewinnen will. Da kann uns jede Information nützlich sein.«

»Ich bin wachsam«, mischte sich nun auch der Roboter ein. »Lass die STERNSCHNUPPE eine winzige Strukturöffnung schaffen, nicht größer als ein Stecknadelkopf. Für eine energetische Botschaft muss das ausreichen.«

»Ihr seid alle verrückt«, schimpfte ich. »Allmählich habe ich das Gefühl, allein gegen EVOLO zu kämpfen. Animas Anwandlungen reichen schon aus. Jetzt fängt Don Quotte auch schon an.«

Chipol räusperte sich. Er hatte den Zentralraum nicht verlassen. Mit sturem Blick stand er im Schott zu seiner Privatkammer.

»Lass nichts herein, Atlan«, flehte er.

Die Energiepegel der Schutzschirme normalisierten sich wieder.

»Ich kann dieses Zeichen noch verstärken«, meldete sich die schwer verständliche Stimme Dharys' wieder. »Ich werde es tun, wenn du dich weiter weigerst, die Strukturlücke zu erzeugen. Ich versichere dir, dass dir keine Gefahr droht.«

»Gefahr droht aber Dharys«, meldete sich die STERNSCHNUPPE. »Ich habe seine Energiefelder analysiert. Es würde mir keine Schwierigkeiten bereiten, sie zu durchbrechen und ihn mit seinem Traykon-Schiff zu Staub zu verwandeln. Du kannst das Risiko eingehen, Atlan.«

Chipol schlug das Schott zu. Damit stand ich allein mit meiner Meinung da.

»Das Schiff und ich garantieren Sicherheit«, erklärte Anima ganz ruhig. »Du kannst nicht einen der Fehler begehen, die Ojujo prophezeit hat. Du kannst dir aber anhören, was Dharys zu sagen hat. Das kann die Probleme, die vor uns liegen, nur verringern.«

»Ihr habt alle eine merkwürdige Philosophie.« Ich war ungehalten. Jetzt unterstützte mich nicht einmal mehr der Extrasinn. Er schwieg. Manchmal war das unangenehmer, als wenn er mich mit seinen Vorwürfen und Belehrungen unter Druck setzte. »Und von Ojujo und den Wodokern möchte ich schon gar nichts hören.«

»Sie haben immerhin gemeint«, säuselte Anima, »dass sich unsere Herzen finden werden. Ich weiß allerdings nicht, ob ich deins finde, denn im Augenblick erscheint es mir so, als säße an der Stelle ein Eisklotz.«

»Ich habe mein Herz nicht hier oben.« Ich deutete auf meine Stirn. »Aber da habe ich einen Verstand. Bei euch scheint dieser zu fehlen.«

»Ich habe die Strukturlücke erzeugt«, behauptete die STERNSCHNUPPE. »Und ich habe das Traykon-Schiff fest im Griff. Dharys wird es nicht wagen, etwas zu unternehmen.«

Nun stellte sich auch noch das Schiff gegen mich. Ich schrie meinen Ärger heraus, aber Animas Hand beruhigte mich.

Die STERNSCHNUPPE blufft!, vermutete der Logiksektor. Sie will deine Reaktion testen, denn auch sie verspricht sich etwas von diesem Kontakt mit dem wichtigsten Handlanger EVOLOS. Du darfst nie vergessen, dass du fast nichts über dieses Geschöpf des Erleuchteten weißt.

Ich gab nach.

»Lass dieses energetische Telegramm herein, STERNSCHNUPPE«, lenkte ich ein. »Aber pass höllisch scharf auf!«

Das Schiff antwortete nichts, aber unmittelbar darauf entstand in der Mitte der Zentrale ein leuchtender Fleck. Quaderförmig bildete sich ein rötlicherer Paratronschirm darum herum aus, das Schutzfeld meines Raumschiffs. Das Licht nahm allmählich klare Konturen an. Eine Projektion des ehemaligen Daila Dharys entstand. Chipols Vater war unwirklich, aber er sah nun so aus, wie er früher gewesen war.

Er öffnete den Mund. Jetzt waren seine Worte klar und deutlich zu verstehen.

»Ich bin nur ein Bild, ein latentes Hologramm«, sagte er zur Einleitung. »Es droht euch noch keine Gefahr. Ich bin gekommen, um euch über ein paar wesentliche Dinge zu informieren. EVOLO wollte es so. Seine Bestrebungen könnt ihr nicht durchkreuzen. Auch niemand anders. Aber im Augenblick gibt es für EVOLO wichtigere Dinge zu tun, als sich um euch Gewürm zu kümmern.«

»Ich weiß«, unterbrach ich das Hologramm scharf. »EVOLO hat Probleme mit seiner Eigenstabilisierung.«

»Die sind gelöst«, behauptete das Bild des Daila.

»Vorübergehend«, erklärte ich und lachte dabei selbstsicher. Der richtige Dharys würde das auf dem Traykon-Schiff sehen. »Ich weiß genau, dass er nur ein paar Tage gewonnen hat. Dann muss er wieder ins Psionische Tor, um sich erneut der Prozedur zu unterziehen, zu der er die Ikuser gezwungen hat. 26 Tage, wenn ich mich nicht irre. Und jetzt sucht EVOLO eine Pause.«

Das Hologramm schwieg einen Moment. Es schien mir gelungen zu sein, Dharys zu verblüffen.

»Ich weiß noch mehr«, hakte ich sofort ein. »Die Dauer der Stabilisierung wird immer kürzer werden. Sie wird sich von Mal zu Mal halbieren.«

»Du bist nicht schlecht informiert, Atlan.« Dharys gewann seine Selbstsicherheit wieder zurück. »Aber alles weißt du nicht. Die Ikuser arbeiten bereits mit ersten Erfolgen an der Dauerstabilisierung. Es gibt nichts, was EVOLO aufhalten kann. Sein Weg ist vorbestimmt.«

»Meiner auch, Abtrünniger«, konterte ich hart. »Es wird sich zeigen, wer den längeren Atem hat. Vielleicht kommst du zur Sache. Oder ich zerblase dich wie einen Papierdrachen. Was willst du wirklich?«

»Ich habe festgestellt, dass ein größerer Flottenverband in weniger als 50 Lichtjahren Entfernung steht. Du planst etwas, Atlan. Ich habe EVOLO informiert. Er hat mir alle Vollmachten gegeben. Ich räume ein, dass ich im Augenblick an gewaltsamen Auseinandersetzungen nicht interessiert bin, denn sie würden beiden Seiten schaden. Wenn du es aber wagen solltest, Hand an Yumnard, die Ikuser oder das Psionische Tor zu legen, dann wäre das gleichbedeutend mit deinem Untergang. Und nicht nur mit deinem!«

»Danke«, sagte ich. Und dann: