Atlan 830: Der Cen-Plan - Peter Griese - E-Book

Atlan 830: Der Cen-Plan E-Book

Peter Griese

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Beschreibung

Nach der großen Wende in Manam-Turu haben sich Atlan und seine engsten Gefährten anderen Zielen zuwenden können, die sie in die Galaxis Alkordoom führen, in der der Arkonide bekanntlich schon zugange war. Fartuloon, Lehrmeister des Kristallprinzen Atlan, gelangt zusammen mit Geselle, seinem neuen "Robotsohn", ebenfalls nach Alkordoom. Der Calurier wird dabei nicht nur räumlich versetzt sondern auch körperlich verändert, indem er in Alkordoom, wo er schon als Colemayn gewirkt hatte, wieder die Gestalt des Sternentramps annimmt und sich zuerst an der Suche nach der Welt des ewigen Lebens beteiligt. Atlan und Colemayn/Fartuloon operieren zwangsläufig getrennt, sind jedoch beide bestrebt wieder zueinander zu finden. Doch das haben die beiden selbst im Januar des Jahres 3821 terranischer Zeitrechnung noch nicht bewerkstelligen können. Während Atlan und Co. ihre Abenteuer in der Vergangenheit und in der Zeitfestung bestehen, agiert die HORNISSE in der Sonnensteppe, wo man sich der Nachstellungen der Schwarzen Sternenbrüder erwehren muss, deren Schergen es offenbar besonders auf Jododoom und Jodokat, das Alkorder-Paar, abgesehen haben. Mit den Alkordern geht es auch zum Archiv des DOMIUMS, in dem die Vergangenheit eines großen Volkes wieder Gestalt annimmt - und DER CEN-PLAN ...

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Nr. 830

Der Cen-Plan

Das Archiv des Domiums berichtet

von Peter Griese

Nach der großen Wende in Manam-Turu haben sich Atlan und seine engsten Gefährten anderen Zielen zuwenden können, die sie in die Galaxis Alkordoom führen, in der der Arkonide bekanntlich schon zugange war.

Fartuloon, Lehrmeister des Kristallprinzen Atlan, gelangt zusammen mit Geselle, seinem neuen »Robotsohn«, ebenfalls nach Alkordoom. Der Calurier wird dabei nicht nur räumlich versetzt sondern auch körperlich verändert, indem er in Alkordoom, wo er schon als Colemayn gewirkt hatte, wieder die Gestalt des Sternentramps annimmt und sich zuerst an der Suche nach der Welt des ewigen Lebens beteiligt.

Atlan und Colemayn/Fartuloon operieren zwangsläufig getrennt, sind jedoch beide bestrebt wieder zueinander zu finden. Doch das haben die beiden selbst im Januar des Jahres 3821 terranischer Zeitrechnung noch nicht bewerkstelligen können.

Während Atlan und Co. ihre Abenteuer in der Vergangenheit und in der Zeitfestung bestehen, agiert die HORNISSE in der Sonnensteppe, wo man sich der Nachstellungen der Schwarzen Sternenbrüder erwehren muss, deren Schergen es offenbar besonders auf Jododoom und Jodokat, das Alkorder-Paar, abgesehen haben.

Die Hauptpersonen des Romans

Geselle, Nockemann, Arien Richardson, Jododoom und Jodokat – Sie suchen das DOMIUM-Archiv auf.

Kassja-Narktuan – Ein alkordischer Prophet der Vergangenheit.

Cen – Der Mitträumer des Propheten.

Procliff – Ein Ableger der Schwarzen Sternenbrüder.

Breckcrown – Ein Unsichtbarer gibt seine Identität preis.

Prolog

»Alcorah-Doom!«

Jododooms Zauberwort öffnete auch die zweite Wand. Gleichzeitig schloss sich das erste Tor im Rücken der kleinen Gruppe.

Geselle, Colemayn, Arien Richardson, Hage Nockemann und die beiden Alkorder Jododoom und Jodokat betraten das Herz des Archivs des DOMIUMS. Der Kontakt zu DOMIDOOM, der Zentralpositronik der Raumstation am Rand des Nukleus, wurde damit unterbrochen.

Tar, der robotische Führer DOMIDOOMS, war am ersten Tor umgekehrt.

Der Roboter mit der Multi-Positronik, der Sternentramp, der Celester, der geklonte Solaner und die beiden kleinen Wechselwesen, die als einzige wirklich und original der Galaxis Alkordoom entstammten, wussten sich dennoch in besten Händen. Es war ihnen gelungen, DOMIDOOMS Vertrauen zu gewinnen und Palzifur, ein unheimliches Dienerwesen der Gesandten der Schwarzen Sternenbrüder, endgültig auszuschalten.

Die Gefahr war noch nicht vorüber, denn diese drohte von dem unbekannten Gesandten selbst. Von Breckcrown, dem unsichtbaren Helfer, wusste man, dass dieses Wesen den Namen Procliff trug.

Auch hatte DOMIDOOM das ganze DOMIUM noch nicht unter ihrer Kontrolle. Nach der Aussage der Positronik würde das noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Und zwei biologische Wesen, die den Schwarzen Sternenbrüdern hörig waren, Lajssa und Ytorr, geisterten noch im DOMIUM herum.

Um diese Dinge wollte sich jetzt keiner der Ankömmlinge im Archiv des DOMIUMS kümmern. Das Archiv selbst würde sie mit großer Wahrscheinlichkeit gegen alle Angriffe von draußen schützen.

Sie schritten durch den Gang mit dem silbernen Licht auf die nächste Wand zu. Die beiden Alkorder hatten die Führung übernommen. Dann folgten Geselle und Colemayn. Den Schluss bildete der Alkordische Feuerwehrmann mit dem als Roboter getarnten solanischen Wissenschaftler Hage Nockemann.

»Alcorah-Doom!«

Wieder sprach Jododoom fast feierlich das Schlüsselwort, das ihm und seinen Begleitern buchstäblich Tür und Tor zu öffnen schien.

Stunden zuvor war dieses Wort bei ihm noch hinter einer Erinnerungssperre verborgen gewesen.

Diesmal teilte sich die Wand nicht sogleich.

Eine weiche und dunkle Stimme ertönte in altmodischem Alkordisch:

»Wer ist es, der Einlass in das Archiv begehrt? Nennt eure Namen, ihr Fremden! Und legt ab all eure Waffen, wenn ihr mit dem wahren Frieden in euren Herzen kommt.«

Jododoom stellte seine Begleiter vor. Nockemann kletterte unterdessen aus seiner rüstungsähnlichen Roboterhülle. Die anderen legten ihre Raumanzüge mit den Waffen ab.

»So tretet denn ein!«, wurde die Gruppe aufgefordert. »Aber der, der Geselle heißt, muss im Vorhof bleiben, denn er trägt Waffen an seinem künstlichen Körper. Er birgt Gefahr für euch und Cens Geist.«

»Ich möchte, dass er uns begleitet«, bat Jodokat, die sich wie ihr Partner in der Handler-Gestalt befand. »Wir Alkorder bürgen für seine Redlichkeit. Er ist unser Freund. Ohne ihn hätten wir das Archiv nie erreicht.«

Geselle stutzte nur einen Moment. Er konnte seine körpereigenen Waffen ja schlecht ablegen. Sie waren ein integraler Bestandteil, der sich nicht so einfach entfernen ließ.

Aber da reagierte die dunkle Stimme bereits voller Freundlichkeit:

»Nun denn. Es soll sein, dass er euch begleitet. Ein aufmerksames Auge wird über ihn wachen. Und ihr alle sollt wissen, dass niemand innerhalb des Archivs des DOMIUMS ungestraft Unfug treiben kann.«

Die Wand glitt auseinander.

Goldenes Licht flutete über die kleine Gruppe und blendete fast alle. Nur Geselle konnte dank seines Reaktionsvermögens und seines technischen Aufbaus die strahlende Helligkeit in Sekundenbruchteilen so abschwächen, dass seine Sensoren ein klares Bild wahrnahmen.

Die anderen brauchten etwas länger, um sich der Lichtflut anzupassen. Sie hielten zuerst ihre Hände vor die Augen. Jododoom und Jodokat wechselten instinktiv in die Denker-Gestalt über, in der sie von optischen Reizen nicht voll getroffen werden konnten.

Aus dem goldenen Rund schwebte eine Gestalt auf die Ankömmlinge zu. Sie glich in ihrem Aussehen einem Alkorder in der Denker-Gestalt, aber sie war mindestens doppelt so groß.

Die blendenden Wogen der Strahlen schwächten sich ab. Jododoom kehrte in seine quasi-hominide Erscheinungsform zurück.

»Ein Alkorder!«, rief er begeistert. »Ein riesiger Alkorder.«

Das schwebende braune Doppelrund der aufgetauchten Gestalt kreiste um die Gruppe. Als es dann reagierte, war allen sofort klar, dass es sich um keinen »übergroßen« Alkorder handeln konnte, denn dieses Wesen war in der Lage, sich akustisch mitzuteilen.

»Ich bin Cenoom«, sprach es in aktuellem Alkordisch. »Ich bin eine Projektion von Cens Geist. Meine Aufgabe ist es, euch zu begrüßen und in die hiesigen Verhältnisse einzuweisen.«

Jododoom und Jodokat reagierten enttäuscht. Sie hatten gehofft, hier einen richtigen Alkorder zu treffen.

»Danke, Cenoom.« Colemayn ergriff die Initiative. »Wir sind gekommen, um etwas über die Vergangenheit Alkordooms und der Alkorder zu erfahren. Zwei Alkorder haben uns auf diese Spur gebracht. Sie sind bei uns, Jododoom und Jodokat. Wir sind Freunde dieser Alkorder, auch wenn wir größer aussehen oder Waffen mit uns tragen, was ganz offensichtlich nicht der Mentalität der Alkorder entspricht. Auch wir wollen keine gewaltsamen Auseinandersetzungen, aber wir haben erkannt, dass man die eigenen Werte dann mit allen Mitteln verteidigen muss, wenn Güte und Nachsicht nicht mehr wirken. Meine Freunde und ich, die jetzt hier sind, wollen helfen. Wir können es nicht gut genug tun, wenn wir die Zusammenhänge nicht kennen.«

»Nehmt Platz in der Arena des alkordischen Archivs«, forderte Cenoom die Besucher auf. »Stellt eure Fragen. Ihr habt das Schlüsselwort mitgebracht, was noch keinem in der langen Geschichte des Archivs des DOMIUMS gelungen ist. Cens Geist hat einmal gesagt, dass das Schlüsselwort vergessen wurde. Cens Geist hat sich geirrt. Das Archiv erlangt durch euren Besuch erstmals einen wirklichen Sinn.«

Der Raum vor den Besuchern war endlos weit. Es war allen klar, dass es sich um eine Projektion handelte, denn sie konnten viel weiter sehen, als das ganze DOMIUM groß war.

Zur linken Seite erstreckte sich eine endlose Wüstenlandschaft mit kärglichen Gräsern und einer jämmerlichen Oase. Fremdartige Tiere tummelten sich dort. Sie purzelten übereinander und vermittelten durch ihr Verhalten für jeden Zuschauer eine gute Portion Glückseligkeit.

Rechts war ein Stück Weltall erkennbar, dessen Tiefe man am Schimmer der winzigen Sterne in der unfassbaren Ferne erahnen konnte. Bizarre Raumschiffe blitzten kurz auf, als sie in rasendem Flug über die Szene huschten.

In der Mitte strahlte matt das goldene Licht. Vier nahe Sonnen schickten es aus ihrer Unwirklichkeit auf die wartenden Betrachter.

Darüber wanderte ein grauer Fleck mit zackigen Rändern unruhig hin und her. Wenn einer der Betrachter ihn genauer fixieren wollte, sprang er ein Stück nach links, als wolle er ausweichen. Dabei wurde der Fleck ein Stück kleiner, aber auch fransiger.

Der Fleck, der blind macht, der irritiert, sagten Geselles verschiedene positronische Fragmente.

Vor den Besuchern schoben sich Sitzgelegenheiten aus dem spiegelnden Boden.

»Setzt euch«, bat Cenoom sanft. »Es wird für euer Wohl gesorgt werden. Cens Geist hat eure inneren Strukturen erkannt, auch wenn ihr fremdartig seid. Das gilt natürlich nicht für Jododoom und Jodokat, die dem Volk der Erschaffer entstammen. Jeder wird die Bequemlichkeit und die Nahrung bekommen, die er begehrt. Cens Geist bietet Geselle sogar zwei neue Energiespeicher an. Seine sind fast leer. Mit den neuen Vorräten kann er außerhalb des Archivs seinen sinnlosen Kampf mit Gewalt fortsetzen. Er ...«

»Schweig! Lös dich auf!«

Diese Worte erfüllten plötzlich die unendlich scheinende Szene. Die Stimme klang warm und weiblich. Aber bestimmend.

Cenoom schrumpfte zusammen, bis er nicht mehr existierte.

»Cens Geist ist das Lebendige des Archivs. Cens Geist bin ich. Cens Geist spricht zu euch. Cens Geist ist das Wissen von der fernen Vergangenheit bis zur nahen Gegenwart. Cens Geist ist das Archiv des DOMIUMS.«

Sie nahmen Platz, und die Sessel passten sich ihren Körpern an. Speisen und Getränke erschienen auf siebeneckigen Tischen, die aus sich heraus in mattem Goldschimmer glänzten.

Das Szenario wurde dunkler.

»Das Archiv hört und wartet«, erklang wieder die weibliche Stimme, die sich als Cens Geist vorgestellt hatte.

Der Sternentramp deutete auffordernd auf die beiden Alkorder, aber die hatten sich gemeinsam in einen Sessel verkrochen. Ihre Scheu beherrschte sie wieder voll und ganz.

»Cens Geist«, sagte Geselle. »Ich bin zwar in deinen Augen nur eine bewaffnete Maschine, aber ich kann auch denken. Der neben mir nennt sich Hage Nockemann. Er ist ein geklonter Solaner, wenn dir das etwas sagt. Ich hasse und ich liebe ihn. Ich würde gegen ihn nie eine Waffe verwenden – außer die des Geistes. Und das gilt auch für dich, altes Mädchen, das du dich Cens Geist nennst. Er, Hage, der Geklonte, soll sagen, warum wir hier sind.«

»Vollidiot!«, zischte der Solaner leise.

Dann sagte er aber sehr sachlich:

»Du weißt es bereits, Cens Geist, wir sind hier, um etwas über die Vergangenheit Alkordooms zu erfahren. Ich kann für meine Freunde diese Bitte nicht genauer formulieren, weil wir zu unerfahren sind.«

»Ich bin hunderttausend und mehr Episoden«, antwortete Cens Geist. »Und mehr als zehntausend Episoden fehlen mir, weil andere Mächte erschienen. Wenn ihr mir die Regie überlasst, dann hört einfach zu. Nach ein paar einleitenden Worten werde ich euch in die Vergangenheit entführen, Meilensteine aufzeigen, aber auch Fragen aufwerfen, die ich euch nicht alle beantworten kann. Ihr werdet, wenn ihr es wollt, selbst miterleben, was einmal geschah. Ihr werdet Bilder und Szenen sehen, die ich gesammelt habe. Sie werden für euch unangenehm hautnah sein.«

Die Zuhörer schwiegen.

»Das ist die Geschichte der Alkorder.« Die Stimme von Cens Geist klang traurig. »Es ist auch die Geschichte des Übels, der netten und der harten Kräfte, der Resignation und der Fluchtversuche, der Liebe zu allem Lebenden. Es ist keine Geschichte des Kampfes! Und dass es ein Leben ohne Kampf gibt, ein Leben in Liebe für alles Lebende, ist das wahre Geheimnis der Alkorder und das einzige Geheimnis von Alkordoom ...«

Geselle, Colemayn, Hage Nockemann und Arien Richardson schwiegen. Die winzigen Köpfe von Jododoom und Jodokat ruckten hoch.

1.

Es gab einmal vor langen Zeiten, vor mehr als zehn Milliarden Standardjahren, einen kleinen und unscheinbaren Planeten in einer riesigen Sterneninsel.

Der Planet hatte damals keinen Namen, denn niemand war da, der einen Namen hätte erfinden können.

Die Galaxis hatte keinen Namen, denn niemand – auch Millionen Jahre später – wäre in der Lage gewesen zu erkennen, dass die Sonne dieses kleinen und namenlosen Planeten nur ein Stern von Milliarden von Sternen in einem unendlichen Weltall war.

Viel später sollte dieser Planet einmal Doom heißen. Und die Sterneninsel Acorah, Alcorah und Alkordoom.

Der Planet nahe dem Zentrum dieser Sterneninsel war nicht nur klein, er war auch extrem. Seine Natur entwickelte in ihrer unergründlichen Vielfalt Leben auf dieser Welt. Sie entwickelte es vielmillionenfach.

Aber kein Ergebnis der Evolution hatte eine Überlebenschance, denn die Schwerkraft des namenlosen Planeten schwankte in einem Maß, das jedes Vorstellungsvermögen übertraf.

Dieser unkontrollierbare Wechsel der Gravitation eines unfertigen und maßlos schwierigen Planeten, der dennoch in der Ökozone seiner Sonne stand, weckte viele Lebensformen, die aber alle vergehen mussten.

Doch dann entstand aus der Vielfalt, die nur die natürliche Evolution entwickeln konnte, etwas Neues. Amöbenartige Lebewesen, die sich durch Teilung ihrer einzigen Zelle vermehren konnten. Der natürliche Zufall produzierte auf einen Schlag zwei an der Zahl.

Eins war lieb und hilflos. Zwei war aggressiv und verschlingend. Zwei fraß alles auf, was an halbem Leben eine Existenz suchte. Eins sah nur zu. Eins war acor. Eins war schüchtern und verklemmt, nicht eigentlich überlebensfähig. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Zwei Eins auch vertilgen und damit ausrotten würde.

Es kam aber ganz anders.

Eins floh zwar vor Zwei. Und Eins teilte sich in dem Maß, in dem sich Zwei teilte und vermehrte.

Die Natur des namenlosen Planeten hatte viel Zeit. Sie beobachtete den Kampf zwischen den ängstlichen und schüchternen Einsern und den wilden Zweiern nicht. Sie ging ihren eigenen Weg.

Die Gravitationsschwankungen aus dem Planeteninnern hatten sich nach einigen Millionen Jahren beruhigt. Während die harten Zweier immer mehr den Luftraum beherrschten und sich alles Leben in diese Sphäre verlagerte, entwickelten sich kleine zweibeinige und zweiarmige Wesen auf der Planetenoberfläche.

Auch sie hatten keinen Namen. Sie waren einfach und sehr natürlich gekommen. Sie waren nach Jahrmillionen da. Ihr Instinkt war von einer vehementen Kraft. Der natürliche Überlebenskampf verlangte diese Stärke, um den Erhalt der eigenen Art zu gewährleisten.

Die Zweier bemerkten irgendwann die Dreier, die Zweibeinigen, Zweiarmigen, die sich die Planetenoberfläche aneigneten.

Das passte nicht in das Instinktschema der Zweier.

Sie begannen, die Geschehnisse derer zu beobachten, die kein schwerkraftlösendes Organ besaßen.

Der Zorn der Zweier wurde unermesslich groß. Sie hatten zwar die Einser fast ausgerottet, aber nun machte eine andere Lebensform ihnen ihren Existenzraum streitig.

Es kam nach mehreren hunderttausend Jahren, wie es kommen musste. Die Zweier wendeten sich den zweibeinigen Dreiern zu. Ein schier endloser biologischer Kampf entbrannte. Die Zweibeinigen in der Gestalt, die ihr hominid nennt, wehrten sich, so gut sie konnten. Sie kämpften nicht mit den Waffen des Verstands.

Und nicht mit den Waffen der Gewalt.

Sie verteidigten sich instinktiv.

Sie verloren.

Die schwebenden Einser beobachteten alles aus ihrer Perspektive. Sie waren glücklich, dass sie überleben durften. Ihr bescheidener Rest hielt sich aus allem heraus. Er vermehrte sich jetzt wieder häufiger, wo die aggressiven Zweier ein anderes Ziel gefunden hatten.