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Im Mai des Jahres 3821 Terra-Zeit ist die Szene für das große Finale gesetzt. Auf der einen Seite stehen die Schwarzen Sternenbrüder mit ihren Psi-Kräften und ihrer Übermacht an Helfern und Material. Auf der anderen Seite sind Atlan und die Seinen - allen voran Anima, die ehemalige Orbiterin, Chipol, der junge Daila, Chybrain, das "Ei" aus Jenseitsmaterie, und die tapferen Celester, Abkömmlinge verschleppter Terraner. Die einen wollen den alten, längst gegenstandslos gewordenen Plan des Juwels von Alkordoom erfüllen, mit Hilfe des aufgeheizten Jet-Strahls in den Lebensraum der Kosmokraten einzudringen und diese Hüter der kosmischen Ordnung zu vernichten oder zumindest entscheidend zu beeinträchtigen. Die anderen wollen diesen Wahnsinnsplan durchkreuzen und den Schwarzen Sternenbrüdern ein für allemal das Handwerk legen. Nur wenn Atlan das Zeitparadoxon auslöst, lässt sich das Ziel des Arkoniden erreichen ...
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Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 850
Transfer
Er löst das Zeitparadoxon aus – und die Ewigkeit siegt
von H. G. Ewers und Peter Griese
Im Mai des Jahres 3821 Terra-Zeit ist die Szene für das große Finale gesetzt.
Auf der einen Seite stehen die Schwarzen Sternenbrüder mit ihren Psi-Kräften und ihrer Übermacht an Helfern und Material. Auf der anderen Seite sind Atlan und die Seinen – allen voran Anima, die ehemalige Orbiterin, Chipol, der junge Daila, Chybrain, das »Ei« aus Jenseitsmaterie, und die tapferen Celester, Abkömmlinge verschleppter Terraner.
Die einen wollen den alten, längst gegenstandslos gewordenen Plan des Juwels von Alkordoom erfüllen, mit Hilfe des aufgeheizten Jet-Strahls in den Lebensraum der Kosmokraten einzudringen und diese Hüter der kosmischen Ordnung zu vernichten oder zumindest entscheidend zu beeinträchtigen. Die anderen wollen diesen Wahnsinnsplan durchkreuzen und den Schwarzen Sternenbrüdern ein für allemal das Handwerk legen.
Atlan – Der Arkonide im Entscheidungskampf.
Aytakur und Zattzykur – Die Schwarzen Sternenbrüder.
Kassja-Narktuan – Der Prophet lüftet sein Geheimnis.
Chybrain – Atlans geistiger Arm.
Anima
Götterdämmerung!
Die Sterne von Alkordoom verblassten um so mehr, je stärker sich der gigantische Jet aufheizte, der kaum noch Ähnlichkeit mit dem Materiestrahl der Galaxis M 87 hatte, nach dessen Vorbild er geschaffen worden war.
Doch das lag weit zurück in der Vergangenheit – so weit, dass es in der Gegenwart nicht rückgängig gemacht werden konnte. Das war, wenn überhaupt, nur durch einen Eingriff in der tiefsten Tiefe der Zeit möglich.
Die STERNSCHNUPPE gab einen Ton von sich, als stöhnte sie voller Entsetzen.
Ich sah auf und sah auf den Bildschirmen der Außenbeobachtung, dass das Schiff, das sich eben noch mit Unterlichtgeschwindigkeit durch den sternerfüllten Nukleus von Alkordoom bewegt hatte, durch eine sternlose Dunkelheit glitt, die dunkler war als die schwärzeste Nacht, die ich jemals zuvor erlebt hatte.
»Das ist nicht der Zwischenraum«, stellte ich mit Schaudern fest. »Wo sind wir, Schiff?«
»Ich kann es nicht feststellen«, erwiderte die STERNSCHNUPPE. »Meine Ortungssysteme zeigen außerhalb nur das absolute Nichts an.«
Aytakur und Zattzykur haben euch aus dem Raum-Zeit-Kontinuum gefegt, wie du eine Fliege von deiner Hand schütteln würdest!, wisperte der Extrasinn.
Ich widersprach nicht, obwohl mir eine scharfe Erwiderung auf der Zunge lag. Statt dessen versuchte ich, das Für und Wider der Behauptung meines Extrasinns abzuwägen. Sie konnte nicht so unlogisch sein, wie es mir erschienen war; schließlich war es eine der wichtigsten Fähigkeiten des Extrasinns, Gegebenheiten aller Art logisch zu erfassen und einzuordnen. Deshalb hieß der Extrasinn schließlich auch Logiksektor.
Zufällig fiel mein Blick auf die würfelförmige Box von vierzehn Zentimetern Kantenlänge, die die Positronik der alten Schaltstation tief in der Vergangenheit ausgestoßen hatte, nachdem ich mit Hilfe der Metagyrrus vom ehemaligen Orden der Zeitchirurgen das Sicherheitsprogramm eingegeben hatte.
Ahnten die Schwarzen Sternenbrüder vielleicht etwas davon? Hatten sie deshalb die STERNSCHNUPPE ins absolute Nichts geschleudert, damit wir niemals die in Alkordoom verborgene Schaltwelt namens Kybodrom erreichten?
Möglicherweise hatten sie genau wie ich vor einiger Zeit die geheimnisvolle Nachricht empfangen und aus dem in ihr enthaltenen Koordinatensatz erkannt, dass ich mich auf dem Weg zum Kybodrom befand.
Ich nahm jedenfalls als sicher an, dass die Koordinaten diejenigen des Kybodroms waren, auch wenn die Nachricht das nicht ausdrücklich gesagt hatte.
Dabei war ich noch längst nicht bereit, das Sicherheitsprogramm zu aktivieren und dadurch ein Zeitparadoxon auszulösen, das katastrophale Auswirkungen haben musste. Zuerst wollte ich alle anderen erreichbaren Möglichkeiten ausschöpfen, anstatt gleich den Teufel mit Beelzebub auszutreiben.
Abermals gab die STERNSCHNUPPE einen Ton von sich, der wie das Stöhnen eines beseelten Lebewesens klang. Die Kontrollen erloschen, und die Schiffszelle knirschte und knackte unter dem Zugriff physikalischer Kräfte. Kleine, bläuliche Lichter geisterten über die Bildschirme der Außenbeobachtung.
Korrektur!, raunte der Extrasinn in meinem Bewusstsein im selben Moment, in dem ich mich an gewisse Nebeneffekte des Materiestrahls der Galaxis M 87 erinnerte. Es ist die Überhitzung des Jets, die Materie aus dem Normalkontinuum sechsdimensional umpolt, so dass sie in einen materielosen Pararaum abgestoßen wird. Das funktioniert ähnlich wie der Abwehrmechanismus der Konstrukteure des Zentrums von M 87, ist aber mit hohem Wahrscheinlichkeitsgrad nichts Endgültiges. Keinesfalls handelt es sich um eine gezielte Aktion der Schwarzen Sternenbrüder.
»Meine Gedanken bewegten sich in denselben Bahnen«, gab ich laut zurück. »Ich erinnere mich noch sehr genau an bestimmte Ortungsergebnisse und deren positronische Auswertungen, in denen Effekte vorausgesagt wurden, wie wir soeben einen erleben.«
»Worüber sprichst du mit deinem Logiksektor?«, erkundigte sich die STERNSCHNUPPE. »Hat es mit unserer Situation zu tun?«
»Ja«, antwortete ich. »Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht durch eine gezielte Aktion der Schwarzen Sternenbrüder ins Nichts eines Pararaums verschlagen wurden, sondern durch Nebeneffekte der hyperphysikalischen Überhitzung des Jets. Das sagten uns die Erinnerungen an die Auswirkungen des Materiestrahls von M 87.«
»Sagten euch eure Erinnerungen auch, was weiter mit uns geschehen wird?«, fragte das Schiff.
»Wir werden entweder vernichtet oder in unser normales Kontinuum zurückgeschleudert«, erklärte ich und deutete auf die Bildschirme der Rundumbeobachtung. »Etwas tut sich inzwischen.«
»Die Lichterscheinungen sind nicht alles«, bemerkte das Schiff. »Es greifen außerdem physikalische Kräfte an mir an, obwohl ich weder Masse noch Energie außerhalb von mir orten kann. Falls diese Kräfte erheblich zunehmen, wird die Schiffszelle bersten.«
»Was wird geschehen?«, ertönte vom Schott her unverhofft Animas Stimme. Sie und Chipol waren von mir vor rund anderthalb Stunden in ihre Kabinen geschickt worden, um sich von den Strapazen der letzten Zeit zu erholen und Kräfte für die zu erwartenden neuen Belastungen zu sammeln.
»Sind wir in Gefahr?«, fragte eine andere Stimme, und Chipols Kopf tauchte hinter Animas Rücken auf.
»Natürlich«, erwiderte ich. »Wir sind immer in Gefahr. Aber ich hoffe, es wird nicht schlimmer werden als sonst auch. Am besten setzt ihr euch auf eure Plätze und schnallt euch an!«
Anima machte eine Bemerkung, die ich nicht verstand, weil das Knirschen und Knacken der Schiffszelle plötzlich so laut wurde, dass es alles andere übertönte.
Immerhin bewog das meine Gefährten dazu, meiner Empfehlung ohne überflüssige Fragen und Widerworte zu folgen. Sie rannten zu ihren Kontursesseln, ließen sich hineinfallen und schnallten sich in fieberhafter Eile an.
»Manche lernen es nie!«, pfiff eine Stimme, bei deren Klang sich mir die Haare sträubten. »Sie betreten den Kreis und gehen auf ihm geradeaus.«
»Neithadl-Off?«, flüsterte ich, denn es war unverkennbar die pfeifende Stimme der Vigpanderin gewesen, die ich gehört hatte.
Aber sie hat nicht gesprochen!, stellte der Logiksektor richtig. Neithadl-Off ist vergangen.
Ich weiß!, dachte ich zurück, während ich vor meinem inneren Auge das »lebende Trampolin« sah, als stünde es leibhaftig vor mir. Aber, wer weiß, vielleicht existiert doch noch etwas von ihrem Bewusstsein – möglicherweise in dem Pararaum, in dem wir uns befinden – und es hat vielleicht deshalb zu mir sprechen können.
Eine andere Möglichkeit fiel mir ein – und um sie auszuschließen, fragte ich meine Gefährten, ob sie ebenfalls die Stimme der Parazeit-Historikerin gehört hatten. Beide bejahten.
Es ist unbegreiflich!, bemerkte der Logiksektor. Neithadl-Off existiert nicht mehr körperlich. Zum Sprechen aber braucht man einen Körper.
»Mein Vocodersystem wurde von etwas benutzt«, erklärte die STERNSCHNUPPE. »Es formte die Worte, die wie Worte der Vigpanderin klangen.«
»So also war das!«, flüsterte ich ergriffen. »Falls du mich hörst, Neithadl-Off: Ich grüße dich. Wenn ich nur wüsste, was du mit deinen Worten gemeint hast!«, fügte ich nachdenklich hinzu.
»Niemand kann auf einem Kreis geradeaus gehen«, meinte Chipol. »Zumindest nicht auf der Kreislinie.«
»Es war immer ein Fehler, die Aussprüche der Vigpanderin wörtlich nehmen zu wollen«, sagte Anima – und hielt die Luft an, als auf dem Frontbildschirm die schemenhafte Gestalt Neithadl-Offs auftauchte: eine Gestalt, die einem sechsbeinigen Metallrahmen glich, der mit graugrüner, feucht schimmernder, lederartiger Haut bespannt war.
Das Abbild war im nächsten Augenblick verschwunden. Dafür stürzten die Sterne Alkordooms wieder in die Segmente der Panoramagalerie, mit unverändert hellem Leuchten, das aber vor dem rasenden Jet optisch verblasste.
Erst da wurde mir bewusst, dass das Knirschen und Knacken der Schiffszelle schon seit einiger Zeit verstummt war.
Genaugenommen, kurz bevor die Parazeit-Historikerin mit Hilfe des Vocoder-Systems der STERNSCHNUPPE gesprochen hatte.
Mit leiser Wehmut dachte ich daran, dass wir nun wieder unerreichbar für ihren Bewusstseinsrest waren.
Ich riss mich gewaltsam zusammen.
Niemals durfte ich über meinen Erinnerungen die Gegenwart vergessen, denn wenn wir ihre Probleme nicht meisterten, würde es keine Zukunft geben, denn dann würde der Jet Alkordooms sich so stark aufheizen, bis er in einer Art x-dimensionalem Überschlagsblitz eine Zerobrücke schuf und über sie sechsdimensional entartete Materie ins Reich der Kosmokraten schickte, durch die wahrscheinlich einige Materiequellen destabilisiert würden.
Was das für Auswirkungen auf die Kosmokraten hatte, wusste ich nicht genau. Aber sie mussten schlimm sein, sonst hätten diese Wesenheiten nicht alles versucht, um die katastrophale Entwicklung zu stoppen.
Für Alkordoom und alle die Myriaden von Intelligenzen, die in dieser Galaxis lebten, würde es auf jeden Fall das Ende bedeuten.
Das musste um jeden Preis verhindert werden.
»Hyperfunkimpulse!«, meldete sich das Schiff plötzlich. »Sie kommen von der STERNENSEGLER.«
»Sofort antworten!«, rief ich.
»Kontakt steht«, erwiderte mein Schiff. »Wir gehen auf Annäherungskurs. Kommunikation ist in wenigen Sekunden durch Hyperfunkrichtstrahl möglich.«
Ich atmete auf.
Wenn es auch kein spektakulärer Erfolg war, dass die STERNSCHNUPPE und die STERNENSEGLER wieder zueinandergefunden hatten, so war es doch ein positives Ereignis.
»Hallo, Kabbir!«, sagte ich, als auf dem Hyperkombildschirm das Abbild des Einhorns mit der roten Gesichtsmaske erschien.
*
»Hallo, Atlan!«, erwiderte der Metagyrru. »Ich freue mich über unser Wiedersehen. Pago-Delh und Nachim-Kussa sind auch hier.«
»Ich auch«, sagte ich und musterte die Ortungssilhouette der STERNENSEGLER auf einem Bildschirm. Dabei dachte ich daran, dass wir die STERNENSEGLER in einem Hangar der RA-perfekt zurückgelassen hatten, als wir alle gemeinsam mit der STERNSCHNUPPE von der Werftinsel aufgebrochen waren – und ich dachte auch daran, dass die Plattform der Paddler mit großer Wahrscheinlichkeit zusammen mit der 2. Invasionsflotte Dulugshurs in einem Dimensionsstrudel verschwunden war.
Plötzlich schlug mein Herz schneller.
Ich hatte das Schlimmste für die RA-perfekt befürchtet. Aber wenn die STERNENSEGLER unversehrt wieder aufgetaucht war, bestand Hoffnung, dass auch die Werftinsel mitsamt Meister Raanak und seinen Paddlern noch existierte.
Das erklärte allerdings noch nicht, wie Pago-Delh, Ban-Kabbir und Nachim-Kussa an das ehemalige Schiff von Goman-Largo und Neithadl-Off gekommen waren. Ich hatte sie kurz nach dem Verschwinden der RA-perfekt bei einer uralten Geheimstation der Metagyrrus auf dem Mond eines toten Planeten abgesetzt. Dort stand ein kleines Raumschiff, mit dem Ban-Kabbir eine Mission durchführen wollte.
Er hatte mir nicht verraten, um was für eine Mission es sich handelte – und ich hätte ihn niemals gehen lassen, wenn Pago-Delh und Nachim-Kussa sich nicht bereiterklärt hätten, ihn zu begleiten. Unter ihren wachsamen Augen hätte er keinen Verrat begehen können (was ich zwar nicht als seine wahre Absicht vermutete, aber dennoch als denkbar einkalkulieren musste).
Auf dem Hyperkombildschirm erschien neben dem Abbild des Metagyrrus das von Nachim-Kussa.
»Ich kann mir vorstellen, was in deinem Kopf vorgeht, Atlan«, erklärte er. »Wir hatten auch nicht gedacht, dass wir mit der STERNENSEGLER zu dir zurückkehren würden. Aber Ban-Kabbirs Ziel befand sich dort, wo die 2. Invasionsflotte Dulugshurs nach ihrem Durchgang durch den Dimensionsstrudel rematerialisiert war – und mit ihr die RA-perfekt. Wir konnten Funkkontakt mit Raanak aufnehmen. Er schickte uns die STERNENSEGLER und lässt viele Grüße an euch bestellen.«
»Und wo ist er jetzt?«, fragte ich.
»Er hält sich in der Nähe von Dulugshurs Flotte auf«, antwortete Ban-Kabbir. »In einer Art stiller Zone inmitten eines energetischen Chaos ganz in der Nähe des Ausgangspunkts des Jets. Dort sammeln sich übrigens noch viele weitere Flotten. Raanak will das Geschehen beobachten und sich rechtzeitig absetzen, bevor die Flotten vom Jet erfasst und über die Zerobrücke geschleudert werden, wie er vermutet.«
Ich atmete auf.
Noch waren die Paddler also nicht verloren. Hoffentlich waren sie klug genug, sich wirklich rechtzeitig abzusetzen.
»Danke«, sagte ich. »Und was war deine Mission, Kabbir?«
Der Metagyrru hob und senkte den Einhornschädel mehrmals, dann erklärte er:
»Ich habe eine uralte Anlage meines Volkes aktiviert. Falls sie ihrer alten Programmierung entsprechend gearbeitet hat, müsstest du inzwischen eine Nachricht mit einem Koordinatensatz zugespielt bekommen haben.«
Es verschlug mir beinahe den Atem.
»Dann war das also der geheimnisvolle Ruf, der vor kurzem an mich erging. Demnach habe ich das dir zu verdanken. Stimmt es, dass es sich bei den Koordinaten um die des Kybodroms handelt? Und war der Ruf gerichtet oder konnte er überall empfangen werden?«
»Er war gerichtet«, antwortete Ban-Kabbir und befreite mich damit von einer schweren Sorge. »Die Anlage hat den Schalt-Aktivator angepeilt und ihre Nachricht mit einem eng gebündelten Hyperfunkstrahl in seine Richtung geschickt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Richtstrahl zufällig auf seinem Weg ein anderes Raumschiff oder einen Planeten durchquert hat, ist eins zu siebenhundert Milliarden. Aber selbst dann könnten Unbefugte nichts damit anfangen, denn die Nachricht war hochwertig kodiert und konnte nur dank des uralten Schalt-Aktivators für euch verständlich gemacht werden, da der ankommende Richtstrahl ein Decoderfeld in der Schaltbox auslöste.«
»Ganz schön raffiniert«, erwiderte ich lächelnd. »Du hättest mir aber auch vorher sagen können, welcher Art deine Mission war. Dann hätten wir einen Treffpunkt vereinbaren können. So, wie es jetzt lief, war es doch fast ein Wunder, dass wir wieder zueinandergefunden haben.«
»Es war genau geplant«, widersprach der Metagyrru. »Die Uraltanlage steht noch mit mir in Verbindung und führte mich auf euren Kurs.«
»Das ist phantastisch!«, staunte ich. »Nun, ich freue mich über alles und danke dir, Kabbir. Aber angesichts der akuten Bedrohung durch die Machenschaften der Schwarzen Sternenbrüder können wir keine Pause einlegen, sondern müssen handeln. Hast du einen Vorschlag?«
»Wir dachten, dass wir zusammen die Koordinaten aufsuchen und dass du dort das Programm aktivierst, das die Erschaffung des Jets von Alkordoom null und nichtig macht«, warf Pago-Delh ein, der soeben auch auf dem Bildschirm zu sehen war.
»Nein«, entgegnete ich ungewollt heftig. »Damit warte ich noch. Zuerst will ich versuchen, dort, wo der Zerotrafer existierte, durch die Projizierung verschiedener Energiefelder den Jet in der Gegenwart ›abzuschalten‹ beziehungsweise zu entschärfen.«
»Die Erfolgsaussichten sind gering«, meinte der Zgmahkone.
»Außerdem, warum bist du auf geradem Kurs zu den Koordinaten des Kybodroms, wenn du es nicht benutzen willst?«, fragte Nachim-Kussa.
»Weil ich noch nicht genau wusste, was ich bei den Koordinaten vorfinden würde«, erklärte ich. »Jetzt, wo ich es weiß, brauche ich nicht hinzufliegen, nur um nachzusehen.«
»Du musst hinfliegen, um deine Geheimprogrammierung zu aktivieren!«, drängte der Tigganoi, der mich äußerlich immer an den Modulmann Goman-Largo erinnerte.
