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Dieser Beitrag entstand 1968 aus einem „Memo“, das Erich Fromm dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Eugene McCarthy für dessen Wahlkampfreden zukommen ließ und das McCarthy – mehr oder weniger verändert – für seine eigenen Reden übernahm. Fromm verband sein (letztes großes politisches) Engagement mit der Idee, eine alternative humanistische „Bewegung“ zu mobilisieren. Er war zu diesem Zeitpunkt noch davon überzeugt, dass es für sie in der amerikanischen Bevölkerung eine breite Basis gibt. Der Beitrag ist ein Basistext für die alternative Bewegung in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts, der in manchen Aussagen noch immer aktuell ist. „Damit eine Idee effektiv werden kann, muss sie in Gruppengefühlen und Gruppenaktivitäten Fleisch werden. Es lässt sich zeigen, dass Ideen, die einflussreich geworden sind, von kleinen Gruppen von Enthusiasten verbreitet wurden.“ Aus dem Inhalt • Die Menschheit am Scheideweg • Die Bedingungen für eine humanistische Alternative • Die Notwendigkeit einer alternativen „Bewegung“
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Seitenzahl: 22
Veröffentlichungsjahr: 2015
(The Search for a Humanistic Alternative)
Erich Fromm(1992l [1968])
Als E-Book herausgegeben und kommentiert von Rainer FunkAus dem Amerikanischen von Rainer Funk.
Der Beitrag wurde als „Memo on Political Alternatives“ 1968 für Eugene McCarthy verfasst. Erstveröffentlichung in deutscher Sprache 1992 unter dem Titel Auf der Suche nach der humanistischen Alternative (1992l) in: E. Fromm, Humanismus als reale Utopie. Der Glaube an den Menschen (Schriften aus dem Nachlass, Band 8), Weinheim (Beltz Verlag), S. 58-70. Reprint als Heyne Sachbuch 1995 beim Heyne Taschenbuchverlag in München. Überarbeitet fand der Beitrag 1999 Aufnahme in Band XI, S. 567-577, der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden, München (Deutsche Verlags-Anstalt und Deutscher Taschenbuch Verlag). – Die Erstpublikation in der englischen Originalsprache erfolgte 1994 unter dem Titel The Search for a Humanistic Alternative beim Verlag The Continuum Publishing Corporation in New York.
Die E-Book-Ausgabe orientiert sich an den von Rainer Funk herausgegebenen und kommentierten Textfassung der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden, München (Deutsche Verlags-Anstalt und Deutscher Taschenbuch Verlag) 1999, GA XI, S. 567-577.
Die Zahlen in [eckigen Klammern] geben die Seitenwechsel in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden wieder.
Copyright © 1992 by The Estate of Erich Fromm; Copyright © als E-Book 2015 by The Estate of Erich Fromm. Copyright © Edition Erich Fromm 2015 by Rainer Funk.
Auf der Suche nach der humanistischen Alternative
1. Die Menschheit am Scheideweg
2. Die Bedingungen für eine humanistische Alternative
3. Die Notwendigkeit einer alternativen „Bewegung“
Literaturverzeichnis
Der Autor
Der Herausgeber
Impressum
Wir wissen alle um die Gefahren[1], die der Welt und den Vereinigten Staaten durch einen Atomkrieg drohen. Ebenso bekannt ist uns die immer tiefer werdende Kluft zwischen armen und reichen Nationen, der Verfall amerikanischer Städte und das Scheitern der Bemühungen, die Situation der „unterentwickelten“ Schichten der amerikanischen Bevölkerung zu ändern. Bekannt ist auch, dass wir trotz dieses Wissens keinen Plan und keinen wirkungsvollen Ansatz haben, um den Lauf der Dinge zu ändern, der, wenn er seiner eigenen Logik folgen darf, zum Zusammenbruch der Zivilisation führen kann oder möglicherweise zur völligen Vernichtung der Menschheit.
In den hochindustrialisierten Ländern, speziell in den Vereinigten Staaten, lässt sich im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Organisation noch ein weiteres Phänomen erkennen: der gänzlich bürokratisierte Industrialismus, jene Maschinerie, die aus Maschinen und Menschen besteht. Lewis Mumford (1967) hat sie die „Megamaschine“ genannt. Das Bild dieser Gesellschaft wurde 1946 von Aldous Huxley in The Brave New World
