Aufbruch in ein neues Leben - Ulrike Dietmann - E-Book

Aufbruch in ein neues Leben E-Book

Ulrike Dietmann

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Beschreibung

17 Geschichten von der Suche nach wahrhaftigem und lebendigem Leben. 17 unterschiedliche Menschen, 17 Erzählungen von der ganz eigenen Art, Schicksalsschläge in Schatzgruben zu verwandeln. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie die Verantwortung für ihre Lebenssituation in die eigenen Hände genommen haben. Egal ob Burnout, Unfall, Tod eines geliebten Menschen oder Tieres, gebrochenes Herz, Krankheit oder "einfach nur" Schüchternheit. Aus dem Mut, in die eigenen Abgründe hinabzusteigen und sich inneren Verletzungen und Glaubenssätzen zu stellen, sind Abenteuergeschichten entstanden, in denen sich die inneren Dämonen in bedingungslose Liebe, Freiheit und Verbundenheit verwandeln. Ein Buch, das dich inspiriert, zu deiner eigenen Heldenreise aufzubrechen.

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Seitenzahl: 316

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2024 Ulrike Dietmann, www.ulrikedietmann.de

Verlag: spiritbooks · www.spiritbooks.de · Mansfield Height Lot 73, Ocho Rios, Jamaica

Covergestaltung: Martina Hildenbrand

Bildnachweise: canbedone von Getty Images, Canva; Levitation von Vizerskaya, Getty Images Signature

Druck und Distribution im Auftrag des Verlags:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg

Softcover: 978-3-946435-26-6

Hardcover: 978-3-946435-27-3

EBook: 978-3-946435-28-0

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ulrike Adrian

Führen und geführt werden: Die Kunst, eine Leitstute zu sein

Iris Burbidge

Als mein Leben implodierte

Susanne Gerhard

Ein Zuhause für den Löwen in mir

Petra Gerken

Der Ruf nach Freiheit

Carola Glück

Von der Bauerntochter zur Heilerin

Gudrun Grebu

Wunderland Irland

Michaela Johann

Zwischen Urvertrauen und Funktionieren

Kerstin Jung

Der gemeinsame Weg mit meinen Pferden – Wie Tiere uns dabei unterstützen, unseren Weg ins wahre Leben und zu uns selbst zu finden

Ulrike Mitas

Mauerblümchen ade

Arne Katrin Ohlendorf

Mutausbruch – eine Reise zurück zu mir

Ilona Riehl

Die Sehnsucht nach dem Prinzen oder mein Weg zu mir selbst, raus aus der Selbstverleugnung.

Christoph Rörig

Wenn nicht jetzt – wann dann?

Manaia Schaur

Das Flüstern der Pferde

Solveig Schmidt

Deine Flügel wachsen im Sprung

Elisabeth Schneider

Der Baum der Erinnerung, mein Leben als Märchen

Waltraud Schögler

Lebe dich selbst

Caroline Willer

Was ich von den Tieren über das Menschsein lernen durfte …

Autorinnen

Liebe Leserin, lieber Leser,

wusstest du, dass wir grundsätzlich zwei Möglichkeiten haben, mit unserem Leben umzugehen? Entweder wir nehmen unser Leben in die Hand oder unser Leben nimmt uns in die Hand.

Die psychologische Forschung zeigt, dass sich 97 % aller Menschen für die zweite Variante entscheiden: Sie fügen sich den Umständen.

Du hast jetzt die Gelegenheit zu den 3 % gehören, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und die Liebe, den Erfolg und die Gesundheit finden, die sie sich wünschen.

Du kannst dich für die Heldenreise entscheiden. Wie die 17 Autor:innen, die du in diesem Buch kennenlernen wirst.

Wie auch immer du dich entscheidest oder nicht entscheidest: Es ist eine Entscheidung mit nachhaltigen Folgen.

Und diese Folgen sind garantiert.

Wenn wir unser Leben nicht in die Hand nehmen, werden wir zum Opfer der Umstände, zum Opfer anderer Menschen und zum Opfer unserer Kindheitstraumata. Das ist ein Naturgesetz.

Wenn wir unser Leben in die Hand nehmen, werden wir frei, unabhängig von äußeren Umständen, unabhängig von anderen Menschen und leben unser Leben mit Freude, in Liebe und mit Bewusstsein. Selbst wenn alles zusammenbricht, bleiben wir bei uns und nützen das Scheitern als Sprungbrett für eine unerwartete Lösung.

Das ist eine einzigartige Chance für uns Menschen.

In diesem Buch begegnest du 17 Menschen, die genau diesen Mut hatten. Mitten in der Krise oder mitten in der Sehnsucht nach dem eigenen Weg sind sie aufgebrochen in ein neues Leben. Sie erzählen dir, was dann passierte. Sie erzählen dir ihre Heldenreise.

Wer bin ich und wer sind diese Autorinnen?

Und warum ist auf dem Cover ein geflügeltes Pferd?

Ich bin Ulrike. Die Pferde waren schon in meiner Kindheit meine große Liebe, ganz besonders die Pferde meines Großvaters. Er starb im Alter von 94 Jahren und ich versprach ihm: „Opi, ich reite für dich weiter.“

Bald trat ein ungewöhnliches Pferd in mein Leben, eine arabische Stute namens Tinnia. Sie führte mich auf einen ganz neuen Weg und in ein ganz neues Leben.

Sie berührte meine Seele und zeigte mir, dass Pferde spirituelle Wesen sind, Engel auf Erden. Und dass es meine Aufgabe war, den Menschen dies nahe zu bringen. Dem habe ich seither mein Leben gewidmet. Ich habe Bücher darüber geschrieben, Workshops in vielen Ländern abgehalten und über 100 Hero’s Journey Instruktoren ausgebildet. Die Menschen, deren Geschichten du in diesem Buch findest, wurden von mir ausgebildet in der Heldenreise, einem Bewusstseinsweg auf dem Pferde, alle Tiere und die Natur unsere Lehrer sind.

Dabei ist die „Gemeinschaft der Einzigartigen“ entstanden.

Diese Gemeinschaft ist so einzigartig, weil wir uns die Pferdeherde als Vorbild genommen haben.

In einer Pferdeherde findest du die buntesten Charaktere, die einen Weg finden, friedlich zusammen zu leben und nicht nur das, sie inspirieren sich gegenseitig. Sie wissen: Als Herde sind wir stark. In der Herde finden wir Geborgenheit, Schutz und Inspiration. In der Herde können wir über uns hinauswachsen.

Ja, genau so eine Herde ist unsere Gemeinschaft der Einzigartigen.

Pferde sind unsere Lehrer, und ihr Spirit führt uns in eine Realität, die größer ist das, was unsere Sinne wahrnehmen.

Dort passieren Wunder – und Heldenreisen.

Lass dich inspirieren

Deine Ulrike

und die Gemeinschaft der Einzigartigen

Ulrike Adrian

Führen und geführt werden:Die Kunst, eine Leitstute zu sein

Wer bin ich?

Die Antwort ist gar nicht so leicht, wie sie scheint. Ich bin eine Einheit aus ganz verschiedenen Anteilen, die unterschiedliche Interessen haben, teilweise miteinander in Widerspruch stehen, um die Vorherrschaft ringen. Aber wer führt? Ich bin wie eine Pferdeherde, die ihre Leitstute sucht. Ich stelle ein paar Pferde meiner Herde vor, die für die Geschichte von Bedeutung sind.

Da ist die Puzzlespielerin, die die unterschiedlichen Teile zu einem vollständigen Bild zusammenzufügen versucht. Das gilt für mich selbst, für das Leben und alle möglichen Themenbereiche, die mich interessieren.

Die Wissenschaftlerin in mir liebt die Klarheit. Alles muss für mich möglichst konkret und plausibel sein. Deshalb fühle ich mich in den Naturwissenschaften zuhause.

Nur das Ergebnis zu kennen, reicht mir nicht. Wie das Ergebnis zustande gekommen ist, muss ich wissen, um nachprüfen zu können, ob es stimmig ist. Hier wird auch schon die Zweiflerin erkennbar.

Die Gottesdienerin in mir möchte ihre Bestimmung in diesem Leben erfüllen. Ich möchte tun, wozu ich in dieses Leben gekommen bin und damit meinem Leben seinen Sinn geben.

Dazu gesellt sich die Therapeutin. Als Tierärztin habe ich gelernt, Krankheitsprozesse einigermaßen zu verstehen und dann gezielt in den Prozess einzugreifen, um Leiden zu lindern bzw. den Körper bei der Heilung zu unterstützen. Jede Behandlung soll möglichst nachvollziehbar Sinn machen. Ich muss wissen, was ich tue. In der komplexen Natur der Lebewesen ist das zwar oft nur ansatzweise der Fall, aber alles Streben und Forschen geht in diese Richtung. Ich möchte alles durchdringen und verstehen, um Prozesse kontrollieren und steuern zu können und mich und andere zumindest einigermaßen vor bösen Überraschungen zu schützen.

Als Amtstierärztin habe ich mich immer bemüht, das Gesamtbild zu sehen, alle Sichtweisen zu berücksichtigen und mich immer auf das Wesentliche zu konzentrieren und dabei einen sachlichen neutralen Standpunkt einzunehmen. Hier war mir die Beobachterin eine große Hilfe. Verschiedene Perspektiven beleuchten, die Essenz finden oder das Prinzip verstehen, das ist meine bevorzugte Strategie.

Die Vorsichtige ist einerseits neugierig, aber auch zurückhaltend. Neues beobachte ich erst einmal mit etwas Abstand. Erweckt es weiter mein Interesse, wird es genauer untersucht und auf Herz und Nieren geprüft.

Ich bin auch die Starke, die sehr viel Verständnis hat für andere, die pflichtbewusst und zuverlässig ist. Ich stelle mich auch Situationen, die mir schwerfallen, gebe nicht gerne auf und bin da, wenn man mich braucht.

Wenn der Boden der Sachlichkeit verlassen wird, in meinen Augen Unsinniges oder Unrealistisches gefordert wird, dann erwacht die Rebellin in mir und geht in den Widerstand.

Die Ausgangslage

In den letzten Jahren war es immer schlimmer geworden. Ich hatte das Gefühl, zwischen den verschiedenen Aufgaben und Pflichten nur noch hin- und hergezerrt zu werden. Mein Handlungsspielraum wurde von verschiedenen Seiten immer weiter eingeengt. Ich fühlte mich wie in einer Schraubzwinge. Immer öfter befand ich mich in einem erfolglosen Widerstand. Die Starke und die Rebellin kamen immer mehr an ihre Grenzen. Kraft und Freude schwanden in beängstigendem Maße. Dafür wuchs mein Frust. Momente zum herzhaften Lachen fand ich immer weniger. Eine sehr ungünstige Entwicklung, die ich durchaus wahrnahm.

Die Starke konnte nicht auf-, die Rebellin wollte nicht nachgeben. Stattdessen hatte ich meine Opferbrille aufgesetzt, fühlte mich ohnmächtig und gefangen. Ich habe inständig auf einen Retter gehofft, der mich aus dieser Situation befreit.

Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, war ich froh, wenn ich die Tiere auch noch versorgt und endlich alles geschafft hatte. Ich hatte viel zu wenig Muße, einfach bei ihnen zu sein.

Der Ruf

Naturwissenschaft und Religion

Die Wissenschaftlerin und die Gottesdienerin hätten gerne einen klaren göttlichen Auftrag und los geht es. Aber entweder höre ich schlecht oder bin schwer von Begriff. Ich hadere zuweilen mit Gott: Wenn ich doch eine Aufgabe hier zu erfüllen habe, warum wird mir das nicht klar und deutlich mitgeteilt. Warum ist das so ein Rätselraten?

Wozu bin ich also überhaupt hier? Wie funktioniert das Leben? Warum dieser ganze Aufwand? Wenn es nur um Leben und Überleben gehen würde, dann wäre so eine aufwändige Evolution doch gar nicht notwendig gewesen.

Welche Rolle spielen die Tiere? Wie nehmen sie die Welt wahr und was fühlen sie? Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier? Welche Kraft macht die Materie lebendig, wo kommt sie her? All diese alten Fragen bewegen mich schon seit meiner Jugendzeit. Ich habe gehofft, Antworten in den Naturwissenschaften und in der Religion zu finden.

Ich bin so gut ich konnte, immer dem gefolgt, was mich gerade am meisten rief. Der Ruf zeigte sich nur Häppchenweise mit Umwegen ohne klare Zielvorstellung. Ich ging nach dem Prinzip Versuch und Irrtum vor. Manche Wunschvorstellung musste ich loslassen, weil die Türen für mich geschlossen waren. Andere waren dafür offen und durch diese bin ich dann gegangen, nicht immer voller Freude. Manchmal hatte ich auch Angst dabei. Aber ich habe auf Gottes Beistand vertraut. So bin ich Tierärztin geworden, lebe auf einem Bauernhof mit verschiedenen Tierarten und habe viele Jahre als Amtstierärztin gearbeitet.

Auch wenn ich mittlerweile demütig einsehen muss, dass ich immer nur kleine weitere Puzzleteile finde und in mein Gesamtbild einfügen kann, so treibt mich etwas immer weiter, immer mehr und neue Bausteine zu entdecken, um mein verschwommenes Bild von der Welt wenigstens etwas deutlicher werden zu lassen. Mit den Naturwissenschaften und meiner gewohnten Religion stieß ich auf der Suche nach Antworten auf meine Fragen an Grenzen. Da musste noch mehr sein.

Energie und Spiritualität

Die Initialzündung für eine ganz neue, mir bisher nicht bekannte Komponente war eine E-Mail vor etwa 30 Jahren, in der ich zum ersten Mal etwas von Tierkommunikation las. Diese war damals vor allem in Amerika bekannt und kam gerade nach Deutschland. Trotz aller Skepsis war ich wie elektrisiert. Wenn das tatsächlich möglich war, wollte ich das unbedingt lernen. Das war ein nie für möglich gehaltener Traum für mich. Ich buchte ein Wochenendseminar. Obwohl ich selbst wenig erfolgreich war, so schien es bei den anderen zu funktionieren. Wie konnte das sein? Warum ging es bei mir nicht? Ich wollte das unbedingt können und verstehen.

Und so verschlang ich seitdem unzählige Bücher über Tierkommunikation, Quantenphysik, morphische Felder, Energie und Information, den Einfluss der Psyche auf Krankheiten, die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung sowie über verschiedene energetische Heilmethoden und neue spirituelle Konzepte.

Ich besuchte mehrere Lehrgänge, in denen ich die Craniosacraltherapie für Pferde erlernte. Meine Stute Jany hatte mich durch ihre Zerrung indirekt zu dieser sanften Behandlungsmethode gebracht. Aber was sollte ich damit machen? Meine Arbeit ließ mir keine Zeit, diese Dinge kontinuierlich zu verfolgen.

Als ich mal wieder ganz frustriert am Boden lag, wollte ich mir ein Bioresonanzgerät zulegen, um eine alternative Verdienstmöglichkeit langsam aufzubauen. Bei der Suche im Internet stieß ich auf ein Frequenzanalysesystem, das mich sofort anzog, weil es mittels Biophotonen arbeitete. Dieses Licht in den Zellen hat mich seit ich kurz nach meinem Studium zum ersten Mal davon gehört hatte, fasziniert und es war mir bei meiner Suche nach Erklärungen für die Tierkommunikation wieder begegnet. So erwarb ich ein Diagnose- und Therapiegerät, das auf den ersten Blick etwas spuki erscheint. Da musste ich mich erstmal richtig einarbeiten.

Die zweite Stute, Lucy, die vor vier Jahren zu uns kam, war mit nicht geraden sanften Methoden zum Funktionieren gebracht worden. Ihre Unsicherheit und die von ihr entwickelten Lösungsstrategien führten mich an meine Grenzen. Auf der Suche, wie ich eine wahre Verbindung finden und ihr mehr Sicherheit und Vertrauen geben könnte, kam ich zur Heldenreise mit Pferden. Jetzt wurden die eher theoretischen Energiekonzepte, von denen ich schon so viel gelesen hatte, endlich praktisch greifbar. Hier gab es mehr zu entdecken.

Der Ruf war immer noch unklar, aber es zog mich immer deutlicher in diese neue Richtung. Da ich sehr ungeduldig bin und gerne Klarheit habe, kein sehr befriedigender Zustand. Ich bekam die Einzelteile noch nicht zusammen.

Die Blockade

Die drastische Entscheidung, meinen Dienst zu quittieren, erlaubte ich mir nicht. Die Starke in mir hielt es für eine Lernaufgabe meines Lebens, die Rebellin zu zähmen und die Situation, die ich nicht ändern konnte, zu akzeptieren. Aufgeben war keine Option. Verlässlichkeit hatte Priorität.

Außerdem war die Vorsichtige aktiv. Eine Selbständigkeit auf vollkommen neuem Terrain würde mit Sicherheit nicht genügend Einkommen bringen.

Die Zweiflerin meldete sich: Kann ich mir überhaupt sicher sein, dass ich nicht auf irgendetwas reinfalle? Bin ich auf dem Holzweg? Ist das alles mehr mein Wunschdenken, alles nur Illusion? Mache ich mir etwas vor? Was denken die anderen, die mich kennen, wenn ich nun mit so „esoterischem Zeug“ daherkomme? Ich gelte doch als bodenständig und seriös. Wie soll ich denn überhaupt Worte dafür finden? Die Menschen sind doch noch gar nicht bereit und offen für so etwas! Ich kann noch nicht genug. Die anderen sind viel besser, haben so tolle Erfolge, das werde ich nie erreichen. Ich muss noch mehr lernen.

Die Starke, die Vorsichtige und die Zweiflerin übernahmen die Führung und hielten mich zwar nicht in meiner Komfortzone, denn komfortabel war da nichts, aber in der bekannten und damit einigermaßen sicheren Zone. Immer wieder zählten sie mir die Vorteile meiner damaligen Arbeit auf und meinten, dass ich dankbar dafür sein sollte.

Also blieben die Wissenschaftlerin und die Therapeutin erstmal mit diesen neuen Methoden im stillen Kämmerchen. Ich probierte alles aus, an unseren Tieren, an mir, an meinem Mann, um sicherer zu werden. Die Tiere und die Natur sind für alles meine unbestechlichen Prüfkandidaten.

Das Ziel

Auch wenn das Endziel noch im Nebel lag und ich nicht wusste, ob das überhaupt der richtige Weg für mich war, musste ich es ausprobieren, notfalls wieder über Versuch und Irrtum. Ich wartete auf einen günstigen Augenblick, um vorsichtig aus der Deckung zu kommen und einen Versuchsballon zu starten.

Das Einfachste war es bei einem Fall, wo keiner mehr weiterwusste, ganz unverbindlich ohne Versprechungen, meine Unterstützung anzubieten, mit meinen komischen neuen Methoden. Ich habe feine Antennen dafür, ob der Boden bereit ist oder nicht. Dann musste ich nur noch genug Mut aufbringen und meinen Mund aufmachen.

So war mein erster Patient außerhalb meines eigenen engen Umfeldes ein Pferd, wo schon alle möglichen Therapieversuche ohne Erfolg geblieben waren. Es tat mir den riesigen Gefallen und brachte mir die erste Erfolgsbestätigung ein. Ich konnte die energetische Schwachstelle ausmachen und mit passenden ausgleichenden Frequenzen so unterstützen, dass das Pferd wieder in Heilung gehen konnte. Ich war überglücklich und der Tierbesitzer ebenfalls.

Nach dem Abflauen der höchsten Glücks- und Dankbarkeitsgefühle kam wieder die Zweiflerin hervor. Vielleicht war es nur Zufall. Hoffentlich werden jetzt nicht zu hohe Erwartungen geweckt. Es liegt doch nicht wirklich in meiner Hand, das weiß ich.

Trotzdem hieß es ab jetzt immer weitermachen und Erfahrungen sammeln. Nicht wieder zurückkriechen ins Mauseloch. Schritt für Schritt weitermachen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Aber es blieb mir neben meiner Arbeit nur wenig freie Zeit für weitere Experimente.

Die Verbindung

Stärkende Beziehungen

Anfangs gab es keine Möglichkeiten, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. In meinem Alltagsumfeld war da weit und breit niemand in Sicht. Da ich Tiere und Familie zu versorgen habe, ist es schwierig, an weiter entfernte Orte zu fahren, um Workshops zu besuchen oder einfach nur Erfahrungen zu teilen. Außerdem ist es auf Dauer recht teuer. Heute gibt es tolle Möglichkeiten, sich digital zu vernetzen. So kann ich mir jetzt ganz bequem von zuhause aus passende Verbindungen suchen. Ich kann Erfahrungen nicht nur über das Thema selber austauschen, sondern auch über alles, was damit zusammenhängt. Die Gemeinschaft stärkt mich und gibt mir mehr Sicherheit.

Den Menschen, von denen ich wusste, dass sie nicht offen dafür waren, habe ich nichts erzählt. Ich möchte nicht missionieren und keine Energie verschwenden für fruchtlose Diskussionen. Aber hier wartet auch eine große Falle. Ich muss offenbleiben für kritische Bemerkungen und muss mich immer wieder selber hinterfragen. Nur so kann ich weiterkommen, Lücken und Fehler erkennen und mich bemühen, Lösungen dafür zu finden.

Sich nur in einer Blase Gleichgesinnter aufzuhalten, kann gefährlich sein und wieder den Blickwinkel einengen. Das kann zur Abgrenzung von anderen führen anstatt zur Verbindung. Nur ein offener und respektvoller Austausch auf Augenhöhe kann zu gegenseitiger Akzeptanz und Inspiration führen.

Schwächende Beziehungen

Nicht nur die Arbeit war aufgrund der veränderten Umstände für mich energiezehrend geworden, auch in meinem engsten Arbeitsumfeld gab es so viel Unzufriedenheit und daraus resultierende Querelen unter den Mitarbeitern, dass dadurch zusätzlich sehr viel Energie von mir abgezogen wurde. Ich konnte mich dagegen nicht wehren, denn ich konnte es verstehen, ich war ja selber unzufrieden. Ich wusste nicht, wie ich mich aus dieser Verbindung befreien konnte. Ich wurde gebraucht und das monatliche Einkommen war eine nicht zu vernachlässigende Sicherheit.

Die Beziehung zu mir

Die Verbindung zu mir war zwar nicht abgebrochen, aber ich schenkte ihr zu wenig Aufmerksamkeit. Die anderen hatten Vorrang. Mit der Heldenreise begab ich mich endlich auf meine Reise zu mir selbst. Jetzt wendete ich den Blick von außen nach innen. Rigoros musste ich dranbleiben und immer tiefer gehen. So lernte ich wieder, genauer hinzuhören, was da in mir los war. Ich lernte meine unterschiedlichen Anteile und ihre Aufgaben immer besser kennen und schätzen. Ich nahm immer besser wahr, wer da jeweils die Führung übernahm. Ich erkannte, dass meine eigentliche Führung, meine Essenz, die Leitstute, sich zu sehr zurückgezogen hatte und den anderen Anteilen die Führung überlassen hatte.

Das Herz der Kreatur

Ich glaube an eine höhere Macht, einen Gott, eine Quelle von allem, die alles wunderbar geordnet hat und mich führt. Dieser Glaubenssamen ist schon in meiner Kindheit in mich hineingelegt worden und ist aufgegangen und hat mich durch mein ganzes Leben begleitet. Vor allem in schweren Zeiten hatte und habe ich dadurch immer eine Stütze und Zuversicht.

Natürlich hadere ich manchmal, zweifle, habe Angst. Aber wenn ich in die Natur schaue, dann kann ich nur vor Ehrfurcht ganz demütig werden und staunen über das so unfassbar komplexe und meist perfekt ablaufende Zusammenspiel der unzähligen Einzelkomponenten. Je mehr Wissen ich anhäufe, desto mehr erkenne ich, wie wenig es ist vom großen Ganzen.

Immer mehr wächst in mir die Überzeugung, dass so etwas nicht durch Zufall entstanden sein kann, auch nicht über riesige Zeiträume hinweg. Hinter all dem steckt, da bin ich mir sicher, eine allumfassende intelligente Ordnung, die im Hintergrund wirkt. Ich nenne sie Gott.

Wie kann ich annehmen, ich müsste oder könnte alles verstehen? Ich bin zwar Teil vom Ganzen, aber ich bin nicht das Ganze. Es ist sogar erleichternd, dass ich nicht für alles verantwortlich bin. Ich darf der höheren Führung vertrauen. Mein Leben war nicht nur auf Rosen gebettet, aber ich habe alles durchgestanden und viele wundersamen Fügungen erlebt.

Die Zerreißprobe

Ich steckte fest in meinem Arbeitshamsterrad. Wie sollte ich das noch mehrere Jahre aushalten bis zur Rente? Die Starke geriet ins Straucheln. Ich empfand zunehmend weite Teile meiner Arbeit als sinnlos. Es gab doch so viele interessantere Themen, denen ich mich nicht nur im Urlaub widmen wollte. Im normalen Alltag hatte ich keine Energie mehr, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen.

Auf unserem Hof hatten wir schon die Arbeit reduziert, aber ganz aufgeben wollten und konnten wir die Tierhaltung nicht. Aber natürlich forderte auch sie zusätzlich ihren Energietribut.

Selbst wenn ich mehr Kunden zur Therapie gehabt hätte, ich hätte gar nicht genug Kraft gehabt, mich so den Patienten zu widmen, wie es mein Anspruch ist. Somit konnte ich natürlich auch kaum neue Erfahrungen sammeln.

Meine kleine innere Herde war führungslos, unzufrieden, voller Spannungen und erschöpft.

Dann übernahm die Vorsichtige die Führung. Eine Stundenreduktion schien eine machbare Möglichkeit zu sein. Dann würde ich etwas mehr Freiraum gewinnen und genug finanzielle Sicherheit behalten, so hoffte ich. Aber so weit kam es nicht mehr.

Das Scheitern

Die Krise

Wenn Spannung im System ist, sucht sich die Energie die größte Schwachstelle, um wieder in die Entspannung gehen zu können. Das ist das Faszinierende, was man beobachten kann, wenn man die energetischen Prozesse beginnt zu verstehen.

Ich war so ein Schwachpunkt geworden, denn ich war energetisch am Tiefpunkt. Dennoch traf mich die Krise in Gestalt einer ernsten Erkrankung völlig unerwartet. Nur eine Woche nach Diagnosestellung war ich erstmal raus aus dem Hamsterrad und unter dem Messer.

Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, setzte ich diesmal eine andere Brille auf. Ich sah mich nicht wieder als Opfer, sondern verstand die Krankheit als Botschaft. Nur welche? Interpretationen schienen mir schon in der Schulzeit so beliebig. Woher sollte ich denn wissen, welches die richtige Botschaft war? Aber wenn ich mir in Erinnerung rief, welche Gedanken ich schon länger gehegt hatte, was ich auch mal so als Spruch daher gesagt hatte, wurde klar, welche Botschaft am schlüssigsten war. Dazu das Wesen der Krankheit zu begreifen, die unterschiedlichen Facetten, war am Ende sehr hilfreich für mich.

Die Leitstute übernimmt die Führung

Früher habe ich immer nach der einen objektiven Wahrheit gesucht, somit auch nach der einen Ursache. Inzwischen ist es allgemein wissenschaftlich anerkannt, dass das meiste subjektiv und äußerst komplex ist, dass alles auf dem eigenen individuellen Erfahrungsschatz aufbaut. So auch, wie ich was verstehe und beurteile. So kann es keine allgemeingültige objektive Botschaft geben. Das musste ich erstmal verdauen und akzeptieren und die Suche nach Beweisen aufgeben. Ich muss aushalten, dass diese Unsicherheit so oder so da ist, egal, für was ich mich entscheide. Es gibt keine Gewissheit, es kann sie gar nicht geben. Zu komplex ist das Leben.

Jetzt hieß es, Verantwortung zu übernehmen, nicht für andere, wie ich es immer wieder getan hatte, sondern dieses Mal tatsächlich für mich selber.

Ich musste lernen, meiner Intuition zu vertrauen im Hinblick auf Ärzte und Therapien. Alle Therapieformen haben ihre Berechtigung, aber ich musste herausfinden, was für mich wann richtig war und das ohne Sicherheitsgarantie. Ich suchte mir Unterstützung und fand sie, Gott sei Dank, ohne lange suchen zu müssen.

Ich gab mich in Gottes Hand, egal was folgen würde.

Während der Genesungsphase wurde deutlich, dass mein Akku komplett leer war. Ich brauchte Ruhe, sehr viel Ruhe. Meine innere Herde brauchte jetzt eine gute Leitstute. An den Widerstand mochte ich keine wertvolle Energie mehr verschwenden und das Gefühl der Ohnmacht wollte ich hinter mir lassen. Ich schied aus dem Dienst aus, denn ich hatte begriffen, die Starke musste nicht durchhalten, sich noch besser anpassen. Sie konnte sich jetzt endlich einmal ausruhen, um wieder neue Kraft zu schöpfen.

Ich tat es erleichtert und frohen Herzens. Ich bin nicht mit Groll gegangen, sondern mit großer Dankbarkeit für die vielen wertvollen und oft auch schönen Erfahrungen, die ich machen durfte, für die vielen tollen Tiere und Menschen, denen ich begegnet bin, und für die, die mich herausgefordert haben auf die eine oder andere Art. Alles war gut, aber es war jetzt genug für mich.

Die Transformation

Aufgabe der Kontrolle

Ich gab die Kontrolle im Hinblick auf äußere Sicherheit und mein Ansehen in der Öffentlichkeit auf und gab mich hin im Vertrauen auf Gott. Ich hatte endlich die Botschaft der Pferde begriffen, die mir immer wieder zu verstehen gegeben hatten, dass ich Kontrolle aufgeben soll, was mir außerordentlich schwerfällt.

Die Kontrolle abgeben heißt nicht, dass ich aufgebe oder mich treiben lasse. Nein, ich lasse mich von einer höheren Macht führen und über nehme selber für mich die Verantwortung. Leitstute zu sein ist die Kunst, der höheren Führung zu vertrauen und in diesem Sinne die Herde zu führen zum Besten aller.

Es folgt alles einer höheren Ordnung, auch wenn ich diese oft nicht sofort erkennen kann und mir vieles nicht in den Kram passt. Ich habe eingesehen, dass alles miteinander verwoben und so komplex ist, dass ich mir nicht anmaßen kann, dies alles zu durchschauen, geschweige denn zu kontrollieren.

Ich vertraue darauf, dass die Gelegenheiten zu mir kommen, und ich mich entscheiden kann, welche ich ergreife und welche nicht.

Aufgabe der Opferhaltung

Ich muss mich nicht aufopfern für andere. Ich setze meine Opferbrille ab, denn ich bin nur ein Opfer, wenn ich mich selber dazu mache. Ich kann immer wieder einen Schritt zurücktreten, in die neutrale Beobachterposition gehen und erkennen, was tatsächlich vor sich geht. Das bringt Klarheit und macht mich handlungsfähig.

Die anderen sind wichtig, aber nicht wichtiger als ich. Eine Leitstute muss auch auf sich selber achten, wenn sie andere gut führen will. Nur wenn ich genügend Energie habe, kann ich anderen Energie geben.

Der Schatz

Nachdem ich losgelassen habe, bin ich langsam aber stetig wieder zu Kräften gekommen. Die Starke zeigt sich wieder mehr. Jetzt habe ich endlich genug Zeit, mich weiter den Themen zu widmen, die mich interessieren und für mich sinnvoll sind.

Ich entdecke fast jeden Tag Neues und verstehe immer tiefer die ganz normalen Prozesse auf energetischer Ebene, die ich bisher nicht verstehen konnte und oft gar nicht hinterfragt habe. Auch über mich selber lerne ich noch mehr und kann mich immer besser annehmen, so wie ich gerade bin. Die Wissenschaftlerin und die Puzzlespielerin kommen nun wieder zu ihrem Recht. Das Bild wird vollständiger.

Ich habe den Mut gefunden, zu meiner Wahrheit zu stehen und mein Wissen weiterzugeben an interessierte Menschen. Ich habe neue Patienten, die ich therapeutisch unterstütze und von denen ich weiter lernen kann. Über entsprechende Netzwerke tausche ich mich mit Gleichgesinnten aus und werde so immer weiter inspiriert, und bin vielleicht auch mal selber Inspiration für andere. Die Vorsichtige kann etwas in den Hintergrund treten und die Therapeutin ist zufrieden.

Und jetzt klappt es auch mit der Tierkommunikation! Ja, ich traue mir immer mehr zu, tatsächlich die Botschaften der Tiere zu empfangen und von meinem eigenen Geplapper im Kopf zu unterscheiden. Da hat meine Zweiflerin jetzt mal Pause.

Ich kann zu alle dem stehen, denn ich habe jetzt endlich ein ausreichend stimmiges theoretisches Konzept im Kopf, durch eigene Erfahrung erprobt, welches mir die nötige innere Sicherheit verleiht und meine Zweiflerin zufriedenstellt. Ich weiß nun, dass ich nicht die eine Aufgabe habe, die ich unbedingt finden und erfüllen muss, sondern die Freiheit im Rahmen meiner Möglichkeiten zu wählen. So ist die Gottesdienerin auch beruhigt.

Die Leitstute hat die Führung übernommen und hat alle im Blick.

Der weite Blick

Diese Reise hat viele Jahre gedauert, dabei sehr langsam begonnen und schließlich richtig Fahrt aufgenommen. Ich bin gestartet mit einem vorwiegend naturwissenschaftlichen Blick auf die Dinge, der vor allem die materiellen, also physischen Dinge betrachtete. Meine Spiritualität existierte meist parallel nebenher mit dem einen oder anderen Berührungspunkt. Meine verschiedenen Persönlichkeitsanteile waren ein wilder unkoordinierter Haufen, der mich oft verwirrt hat.

Da ich mit meiner Sicht an Grenzen gestoßen bin und meine Neugier nach mehr Antworten verlangte, habe ich mich für neue Erkenntnisse und für völlig neue Konzepte geöffnet. Die Wissenschaftlerin und die Puzzlespielerin in mir waren in ihrem Element. Immer wenn ein recht stabiles Weltbild ins Wanken gerät oder zumindest erschüttert wird, sträubt sich meine Zweiflerin dagegen. Sie war sehr beschäftigt. Alles wurde sorgfältig geprüft. Deshalb geht manches langsamer, als meine Ungeduld das gerne hätte.

Ich habe mir kleine machbare Ziele vorgenommen. Deshalb bin ich überhaupt losgegangen. Gerade wenn das Ziel noch nebulös ist oder zu groß erscheint, ist es wichtig, in Etappen vorzugehen. Das eigene Tempo zu achten und sich nicht zu überfordern, heißt das Motto. Nach anderen neidisch zu schielen, ist da kontraproduktiv.

Ich habe mir Unterstützung gesucht, die mich bestärkt und inspiriert hat und meinen Glauben wieder vermehrt bewusst einbezogen.

Nach der Zerreißprobe, in der ich es leider nicht geschafft habe, selbst rechtzeitig in die Handlung nach vorwärts zu kommen und das für mich nicht mehr Passende aktiv loszulassen, hat mich die Krise in den nächsten Schritt geführt. Jetzt konnte ich das Alte leicht loslassen. Aber wer weiß, vielleicht sollte es ja so sein. Wenn man erstmal durch ist, ist es eine wertvolle Erfahrung mehr.

Ich konnte mich dem unbekannten Neuen hingeben im Vertrauen, dass alles so in Ordnung ist.

Es gab sehr große Herausforderungen, es war nicht immer leicht, sogar mitunter sehr schwer auf meiner Heldenreise. Aber trotz manchmal aufkommender Zweifel und Ängste habe ich immer auf Gottes Führung und Unterstützung vertrauen können.

Ich habe meine Möglichkeiten erweitert und kenne die dahinter wirkenden Prozesse besser. So kann ich in meiner nächsten Heldenreise die Schritte bewusster und einige Schritte vielleicht schneller durchlaufen.

Noch sind nicht alle Fragen beantwortet und werden es vermutlich auch nie sein. Leben ist Veränderung, Anpassung, Transformation, Niedergang und Neuanfang, ewig und unendlich.

Ich habe viele Schätze eingesammelt. In meinem neuen Weltbild, meiner neuen Sicht auf mich und auf das Leben, sind Materielles und Spirituelles untrennbar miteinander verwoben und gehören zusammen. Ich habe meine einzelnen Anteile besser kennengelernt. Ich weiß jetzt, dass alle wichtig sind und jeder seine spezifische Aufgabe hat. Aber sie müssen und wollen geführt werden, von mir.

Iris Burbidge

Als mein Leben implodierte

Mein Weg aus dem Herzen heraus

Möge meine Geschichte dich inspirieren, dein Herz beflügeln, deine Fantasie anregen und einfach deine Gefühle sich langsam erwecken lassen, dass diese sich seicht ihren Weg durch deine Gedanken hindurch in den Vordergrund deiner Wahrnehmung schieben lassen dürfen. Dich wieder ins Träumen kommen und in deinem Herzen SEIN lässt.

Spielt es eine Rolle, wie dein Verstand eine Geschichte bewertet oder woher eine Geschichte entspringt, wie sie verflochten ist?

Was ist deine Wahrhaftigkeit, die du in deinen Tiefen deines Herzens entdecken magst, die dein Verstand in Panikmodus versetzt?

Egal, welches Lied dein Herz dir singt, sei es aus dem Land der Träumereien, Zaubereien oder ein Mix aus Realität und Fantasie. Lass es erklingen in dieser Welt, damit der Frieden – auch in dir – Einzug hält.

Kindheitserinnerungen

„Ik köp die n Pony.“

Auch heute noch hallt die Stimme meines Opas in mir nach. Ich teilte mit ihm die Liebe zu den Pferden, diesen magischen Wesen, die nicht nur dazu dienen, ihren Reiter von A nach B zu tragen. So stark fühle ich mich ihm verbunden. Der Einzige aus meiner Familie, der meine Liebe zu den Pferden teilte, während meine Eltern eher den Lüften zugetan sind.

Als Kind liebte ich die Geschichten von Zorro und anderen imposanten Gerechtigkeitshelden, die auf und mit den Pferden für die Schwachen der Gesellschaft einstanden und zugleich etwas Mystisches mitbrachten.

Was ist das Besondere an den Pferden? So träumte ich davon, auch einmal unerschrocken stark in der absoluten Verbindung mit den Pferden zu sein.

„Sonja, wie mein Kriegspferd, so soll mein Kind heißen“.

Ich war zu jung, um in direkten Gesprächen mit meinem Opa mehr zu erfahren, aus seinen erlebten Zeiten. Seite an Seite mit Pferden durch tiefste Nächte. Im Feldzug gegen die Russen. Aus dem heraus er schwerste Verletzungen erlitt und nach grausamster Kriegsgefangenschaft heimkehren durfte. Ohne Sonja. Zurück zu seiner geliebten Frau und seiner jungen Tochter, die dann doch einen anderen Namen trug.

Physisch kehrten die Pferde nicht zu ihm zurück.

Mein Weg zu den Pferden

Mein Weg zu den Pferden zeigte sich nicht als der einfachste. Als Jugendliche fing ich das Reiten an und mir war klar, mit meinem ersten Geldverdienen verwirkliche ich mir meinen absoluten Kindheitsraum – den Kauf eines eigenen Pferdes. Entgegen allen Gegenwindes, den ich verspürte. Das Leben war auf meiner Seite und wer weiß, vielleicht hatte auf der anderen Seite mein mittlerweile verstorbener Großvater seine Finger mit im Spiel? Auch wenn mein Vater meinen Plänen zunächst nicht wohlgesonnen war, fügte sich, dass mein erstes Pferd über ihn zu mir kam.

Ein absolut weißer Schimmel. Elegant, wacher Geist, zäh und stark mit großem Herz. Ein Trakehner namens Kondor. Trakehner, die als beste Kavalleriepferde der Welt gelten. Ich recherchiere die Bedeutung seines Namens als Krafttier und finde folgende Beschreibung:

„Der Kondor als Symbol für Freiheit, Erleuchtung und spiritueller Transformation. Als Krafttier verkörpert er die Fähigkeit, höhere Perspektiven und Weisheit zu erreichen, während du dich von begrenzenden Gedanken und Mustern befreist. Der Kondor ermutigt dich dazu, die Flügel deiner Vorstellungskraft auszubreiten, um deine eigenen Grenzen zu überschreiten und ein tieferes Verständnis der spirituellen Realität zu erlangen.“1

Zu der damaligen Zeit waren mir solche Bedeutungen absolut nicht bewusst. Ich lernte, mit ihm meine reiterlichen Fähigkeiten zu vertiefen, bis hin zu erfolgreichen Reitabzeichenprüfungen und kleinen Turnierteilnahmen. Ich liebte es, mit ihm unterwegs zu sein und er lehrte mich bis zuletzt, bis über seinen Tod hinaus, die Wesenheit Pferd zu achten. Noch heute darf ich durch ihn Zusammenhänge erkennen, die mir bis dato verborgen waren. Verbundenheit. Bis in den Kosmos hinein.

Hobby zum Beruf

Ich lebte mein Leben, träumte von beruflichen Erfüllungen, am liebsten mit Pferden und landete zunächst in einem Bürojob. Es wurde irgendwann immer trister und ich fragte mich, das kann doch nicht alles gewesen sein? Was darf Neues treten in mein Leben hinein, was mich lässt, voller Glück und Freude, vielleicht auch mit den Pferden, SEIN?

Privat bewunderte ich Bekannte, die bei einer Polizeireiterstaffel tätig waren. Ja, was für ein Traumjob. Das würde ich auch gerne machen. Mit den Tieren für die Sicherheit der Gesellschaft eintreten. Auch generell die vielfältigen, interessanten und vor allen Dingen lebensnahen Tätigkeitsfelder bei der Polizei erschienen mir als sehr strebsames Ziel. Ich wagte den Schritt, ich bewarb mich bei der Polizei.

Alles fügte sich mit Leichtigkeit. Ich fühlte mich vom Leben getragen. Ich wurde Polizist und auch wenn die Reiterstaffel zeitweilig aus meinem Fokus geriet, riefen mich die Pferde wieder. Ich stand an einem polizeilichen Scheideweg und entschied mich zur Bewerbung bei der Reiterstaffel.

Im siebten Himmel

Als sich meine Versetzung transformierte, fühlte ich mich im Himmel auf Erden. Endlich angekommen an meinem Platz im Leben. Es gab bei der Reiterstaffel viel Spannendes zu lernen. Auf vielen Ebenen mit unterschiedlichsten Herausforderungen. Doch dieses Agieren im Verbund mit den Pferden ließ mich alle Herausforderungen annehmen und zu versuchen, das Beste daraus zu machen. Das Spüren der Pferdeenergien. Es lässt sich nicht in Worte fassen und machte mich glückselig. Auch das Erleben, wie die Pferde für die Menschen und für mich durchs Feuer gingen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Das ganze Ambiente mit historischen Gebäuden, in denen die Staffel zu Hause ist, hat mich magisch angezogen. Meine Gedanken schwenken zu militärischen Wurzeln, der berittenen Artillerie. Erinnerungen an meinen Opa steigen auf. Wie wurden wohl generell Pferde im Krieg zu verlässlichen und belastungsstarken Begleitern ausgebildet? Was fließt auch hieraus noch in die aktuellen Reitlehren ein? Das Pferd als Menschenbegleiter durch verschiedene Epochen der Menschheit. Als Begleiter in deren Wachstumsprozessen.

In dem Buch „Unser Herz den Pferden“ von Clemens Laar (Gütersloh: Bertelsmann Lesering, 1958), welches ich in dem Buchfundus meiner lieben Tante fand, ergriff mich eine beschriebene Kriegsszene, in der für mich die absolute Hingabe und Treue des Pferdes dem Menschen gegenüber zum Ausdruck kommt und zum Verfassen nachfolgenden Textes bewog:

Einst die Pferde dem Menschen dienten, Krieg zu führen. Es entwickelten sich präzise Reitlehren, wie man das Pferd körperlich immer spezieller gymnastiziert und trainiert, um möglichst langfristig das Pferd für seinen bestimmten Einsatz vorzubereiten und zu erhalten. Sei es zu ziehen schweres Geschütz, als auch zu tragen einen Reiter im Verbund.

Doch wie wurde die Seele des Pferdes integriert?

Im Kriegsgetümmel dürfte die Seele des Pferdes eine untergeordnete Rolle gespielt haben, wobei gerade in solchen Momenten sich vielleicht dem Krieger das tiefe Gefühlswesen des Pferdes offenbarte und sich die Möglichkeit bot, sich seiner eigenen, verleugneten Gefühlswelt anzunehmen?

Einst

Die Pferde als Diener

als Kriegsgerät

Menschen feilten

Einflüsse auf den Körper dieser Geschöpfe

bis ins feinste aus

leistungsstark

dem Feind entgegenzuhalten

zu trotzen

jeglichen fürchterlichsten Gewalten

Für den Krieger

zu allem war es bereit

sich zu opfern auf

bis ins letzte Geleit

Das Pferd

aus einem Krieger einen Reiter gemacht

als dieser hat erkannt

die Kriege

so sinnlos

von wem gemacht?

Dieser bis ins letzte

hat zertrampelt

sein eigen Herz

das eigene Schlachtfeld

von einst einer blühenden Wiese

in eine trostlose Wüste

Wo der Wind bläst

haltlos

suchend

nach des einstigen Garten

Zieht dahin

wirbelnd im Staub

Furchen einstiger Schönheit

Zieht dahin

in den Tiefen des Sandes

zu graben

nach einem Samen?

Aufopferungsvoll

das Pferd den Karren zieht

keine Kraft ihm mehr

jeglichen Halte gibt

„Zünd dein Gewehr, den letzten Schrot

gib es dem Pferd – bis es geht weiter

treib es weiter

und wenn es ist sein Tod“

Hall in den Ohren

im tosenden Kampf

verschmolzener Blick zum Pferd

der einzige Halt

der Blick so sanft

Bereit zu geben

alles

selbst in höchster Qual

den Blick durch die Augen

eines Pferdes tief

lässt dich nicht entwinden

auch wenn du dachtest

es nur eine Wüste gibt

und möchtest

lieber verschwinden

Tief vergraben

es immer einen Samen gibt

Diese Erkenntnis im Blick zum Pferd

es eröffnet dir den Blick zum Glauben tief

in schwärzester Stunde

es immer einen Halt gibt

Zu wecken den Samen

in deines tiefsten Herz

Hast es so zertrampelt?

Vom Erleben endlosen, sinnlosen Schmerz?

In dem Moment

der Krieger sich wandelt zum Reiter

sieh auf

ins Himmels Firmament

Erblickend

das Manifest seines Glaubens und seines Strebens

zum Edlen

Vernichtung, Verderben ade

bereit zum Wandel reinster Kraft

Mut und Tapferkeit

ohne Hass

Dich dein Pferd

zu mögen dich zu tragen

zu einem neuen Dasein

raus aus all deinen Fragen

im Sein erlaben

zu finden

wieder deinen Schöpfungsgarten

Immer bereit

sich wieder

zu belassen bewässern

und wenn es ist

deines Tränen Glanz

zu spenden dem Samen

seinen Atem

zu sprießen zart

das Totgeglaubte

nur eines Blickes bedarf

zu wecken

aus einem tiefen, tiefen Schlaf

Das Pferd

immer wieder in Hingabe und Liebe

bereit und demütig

wenn es einen Krieger in einen Reiter

wandeln darf

Es folgt immer seiner Bestimmung

in des Menschen Verbund

ihn zu erwecken

zu seinem Schöpfungsgarten

Ein Wandel der Wüste

die Fata Morgana

einst als Trugschluss erscheint

die Oase

spür in dein Herz

sie ist nicht mehr weit

Wenn das Pferd

mit seinem Blick vermag

in die Tiefen

deines totgeglaubten Herzens

zu sehen

kannst du diesem

nicht entgehen

jedes gewaltsame Streben

darfst du

ad acta legen

Die Augen des Pferdes

das Tor zur Seele

zu deiner Seele