Aus der Traum? - Patricia Vandenberg - E-Book

Aus der Traum? E-Book

Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist. »Aus der Bahn! Hier kommt Janni Highspeed«, schallte eine Jungenstimme durch den Garten der Nordens. Gleich darauf schoss der jüngste Sohn der Familie um die Ecke. Danny Norden hatte gerade noch Gelegenheit, seine sehbehinderte Freundin Tatjana am Arm zu packen und sie beide mit einem beherzten Sprung in eines von Fees Blumenbeeten zu retten. »Bist du von allen guten Geistern verlassen?«, rief er seinem Bruder nach, der sein Gefährt schließlich am Ende des Gartenwegs mit einer geschickten Drehung zum Stehen brachte. »Wieso denn? Ich hab doch extra gerufen!« Der junge Mann zeigte keinerlei Verständnis für die Aufregung. Und auch Tatjana lachte, als sie aus dem Beet zurück auf den Gartenweg stieg. »Du vergisst, dass wir längst nicht mehr so jung und gelenkig sind wie du. Das heißt, ich vielleicht schon noch«, verbesserte sie sich frech und sah Danny vielsagend an. »Aber dein Bruder wird langsam ein gesetzter Herr.« Bevor sich Danny für diese Einschätzung der Sachlage rächen konnte, bückte sich Tatjana schnell. Diese Gelegenheit nutzte sie gleich, um den im Beet entstandenen Schaden zu begutachten und um die Sträucher wieder aufzurichten. »Gesetzter Herr?«, schnaubte Danny empört und marschierte auf Janni zu, der Helm, Knie- und Ellenbogenschützer trug. »Was ist das überhaupt für ein Ding, mit dem du deine Umwelt da in Lebensgefahr bringst?«

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Dr. Norden – 92 –Aus der Traum?

Patricia Vandenberg

»Aus der Bahn! Hier kommt Janni Highspeed«, schallte eine Jungenstimme durch den Garten der Nordens. Gleich darauf schoss der jüngste Sohn der Familie um die Ecke.

Danny Norden hatte gerade noch Gelegenheit, seine sehbehinderte Freundin Tatjana am Arm zu packen und sie beide mit einem beherzten Sprung in eines von Fees Blumenbeeten zu retten.

»Bist du von allen guten Geistern verlassen?«, rief er seinem Bruder nach, der sein Gefährt schließlich am Ende des Gartenwegs mit einer geschickten Drehung zum Stehen brachte.

»Wieso denn? Ich hab doch extra gerufen!« Der junge Mann zeigte keinerlei Verständnis für die Aufregung.

Und auch Tatjana lachte, als sie aus dem Beet zurück auf den Gartenweg stieg.

»Du vergisst, dass wir längst nicht mehr so jung und gelenkig sind wie du. Das heißt, ich vielleicht schon noch«, verbesserte sie sich frech und sah Danny vielsagend an. »Aber dein Bruder wird langsam ein gesetzter Herr.« Bevor sich Danny für diese Einschätzung der Sachlage rächen konnte, bückte sich Tatjana schnell. Diese Gelegenheit nutzte sie gleich, um den im Beet entstandenen Schaden zu begutachten und um die Sträucher wieder aufzurichten.

»Gesetzter Herr?«, schnaubte Danny empört und marschierte auf Janni zu, der Helm, Knie- und Ellenbogenschützer trug. »Was ist das überhaupt für ein Ding, mit dem du deine Umwelt da in Lebensgefahr bringst?« Er begutachtete das Sportgerät von allen Seiten. Es sah aus wie ein Skateboard, war aber viel länger und hatte größere Rollen.

»Ein Longboard«, erwiderte Janni mit stolzgeschwellter Brust. »Hab ich von Opi bekommen. Fürs gute Zeugnis.«

»Mam und Dad erlauben so was?« Ungläubig schüttelte Danny den Kopf.

»Klar, warum denn nicht? Sport ist gesund!«

»Ich finde, Sport ist Mord«, erklärte Tatjana, die inzwischen auch herangekommen war. »Nicht für viel Geld würde ich mich freiwillig auf so ein Teil stellen.«

Das war die Gelegenheit für Danny, seiner Freundin zu beweisen, dass er noch lange kein gesetzter Herr war.

»Traust dich nicht, was?«, fragte er grinsend von oben herab und stellte das Board in Fahrtrichtung.

»Was hast du vor?« Tatjanas Augen wurden rund und groß.

»Ich werde dir zeigen, was dein ›gesetzter Herr‹ noch alles auf dem Kasten hat!«, triumphierte Danny. »Schließlich war ich früher mal Skateboard-Meister in unserer Straße!« Er stellte den linken Fuß auf das Board und schob mit dem rechten kräftig an. Lautlos glitt es über den Gartenweg. »Ha, da sagst du nichts mehr, was?«, rief Danny. Geschickt hielt er das Gleichgewicht und fuhr elegant um die Kurve, um die sein Bruder eben gekommen war.

»Der kann das ja echt noch!«, bemerkte Janni ein wenig missmutig.

Als jüngster Bruder hatte er es manchmal nicht so leicht, sich gegen die Größeren durchzusetzen, und auch diesmal schien er wieder im Schatten zu stehen, bis ein lautes Poltern, gefolgt von einem Schmerzensschrei, durch den sommerlichen Garten hallte.

»Von wegen ›der kann das noch‹!«, schimpfte Tatjana düster und eilte los, gefolgt von Janni, der sich mehr Sorgen um sein schönes Geschenk denn um die Gesundheit seines ältesten Bruders machte.

»Solange der noch so laut fluchen kann, geht’s ihm nicht richtig schlecht«, kommentierte er die unflätigen Schimpftiraden, die Danny ausstieß.

Flankiert von seinen Eltern saß der junge Arzt auf dem Boden und starrte auf seine rechte Handfläche, die von dem Sturz arg in Mitleidenschaft gezogen worden war.

»Das kommt davon, wenn ältere Männer versuchen, es den Jungen gleichzutun«, bemerkte Daniel augenzwinkernd, nachdem er die Wunde begutachtet hatte.

»So was Ähnliches hab ich auch schon gesagt«, kicherte Tatjana, nachdem sie Daniel und Fee mit einem Kuss auf die Wange begrüßt hatte. Dann kniete sie neben ihrem Freund nieder.

»Wie ist das denn passiert?«, fragte sie zärtlich und ohne Spott in der Stimme, wofür Danny ihr wirklich dankbar war.

»Das blöde Board ist an so einer Kante im Boden hängen geblieben«, brummte er missmutig.

»Das Board kann ja wohl gar nichts dafür«, schimpfte Janni. Er nahm sein Longboard gründlich unter die Lupe und untersuchte es von oben bis unten. »Glück gehabt«, stellte er endlich erleichtert fest. »Nichts passiert.«

»Im Gegensatz zu mir.« Danny hatte sich inzwischen wieder hochgerappelt und zog die blutende Hand zurück, die sein Vater in Augenschein genommen hatte.

»Komm mit rein. Das müssen wir reinigen, desinfizieren und verbinden. Sonst fängst du dir noch eine Infektion ein.«

Danny sah seine Freundin von der Seite an. Der Stachel saß tief, und der Sturz kratzte an seiner männlichen Ehre. Deshalb wollte er wenigstens jetzt nicht wehleidig sein.

»Mach dir keine Umstände. Ich wasch das schnell ab, und dann passt es schon«, winkte er wider jede Vernunft ab und ging an seinen Eltern vorbei in Richtung Terrasse.

»Komm schon!«, versuchte Tatjana, auf ihren störrischen Freund einzuwirken. »Warum lässt du deinen Vater das nicht kurz ansehen?«

»Halb so wild!«, wiederholte Danny noch einmal, diesmal schon energischer, und verschwand im Haus.

Als er wenig später zurückkam, ließ er sich demonstrativ in einen Stuhl fallen. Fast sofort verstummte das Gespräch zwischen Daniel, Fee und Tatjana, und alle sahen ihn fragend an.

»Was denn?«, fragte er sichtlich genervt. »Können wir jetzt endlich Kaffee trinken? Wenn ihr keine Lust habt, dann fang ich eben schon mal allein an.« Er nahm sich einen der Teller vom liebevoll gedeckten Tisch und schnitt sich ein großes Stück von Lennis berühmtem Nusskuchen ab. Fast im selben Moment kreischte Janni auf. Er hatte noch eine Runde mit dem Long­board gedreht und sprang geschickt ab, als er sah, was sein Bruder vorhatte. Keine dreißig Sekunden später saß er neben Danny am Tisch und betrachtete voller Vorfreude das große Kuchenstück, das er für sich in Sicherheit gebracht hatte.

Kopfschüttelnd betrachtete Felicitas ihre beiden Söhne.

»Man könnte meinen, dass das Essen bei uns immer knapp ist.«

»Das glaube ich nicht«, erklärte Tatjana. Bis jetzt hatte sie sich vornehm zurückgehalten. Doch nun siegte auch bei ihr die Anziehungskraft von Lennis köstlicher Küche. »Bei euch schmeckt es einfach zu gut.« Und ehe es sich Daniel und Fee versahen, saß auch Tatjana neben Janni und Danny am Tisch und streckte die Hand nach dem Messer aus, um sich ein Stück Nusskuchen zu sichern.

Lachend folgte das Ehepaar Norden der Freundin ihres Sohnes und setzte sich schließlich mit an den Tisch. Schon bald gesellten sich auch die anderen Kinder der Nordens zu ihnen, und die Luft war erfüllt von munterem Plaudern und Lachen bis tief in den sommerlich-warmen Abend hinein. Dannys Wunde war längst vergessen. Und obwohl sie pulsierte und schmerzte, ignorierte er sie wohlweislich. Für Schmerzen und Krankheit war an diesem schönen Sonntagabend einfach kein Platz.

*

»Wer hat da angerufen?« Die neunzehnjährige Olivia Schamel saß auf der abgeschabten Couch in der Wohnung ihres Freundes. Dort lebte sie seit dem Tod ihrer Großmutter vor einem Jahr. Die Schule hatte sie abgebrochen, als sie Thorsten kennengelernt hatte, und arbeitete seither als Bedienung in einem Café in der Stadt. An diesem Montag hatte sie frei und starrte in den Fernseher. Nebenbei leckte sie einen Löffel ab, den sie vorher in ein Glas mit Schokoladencreme getaucht hatte.

»Ach, das war der Anwalt, der neulich schon mal angerufen hat«, erwiderte Thorsten beiläufig. Viel mehr interessierte er sich für den Zustand der Wohnung. »Warum hast du eigentlich schon wieder nicht aufgeräumt? Du hast es doch versprochen.«

»Hör mal, ich hab einen einzigen freien Tag in der Woche. Den will ich nicht unbedingt auch noch mit Putzen verbringen«, erklärte Olivia, ohne den Blick vom Bildschirm zu wenden. »Außerdem teilen wir uns die Miete. Das bedeutet, dass wir auch die Arbeit teilen. Was wollte dieser Anwalt?«

Ärgerlich stand Thorsten in der kleinen Wohnküche. Die Hände in den Hosentaschen hatte er zu Fäusten geballt. Wie sooft in letzter Zeit ärgerte er sich über seine Freundin. So hatte er sich das Zusammenleben wahrlich nicht vorgestellt. Es war nicht halb so bequem wie gedacht.

»Christine ist vor ein paar Tagen gestorben«, erklärte er lapidar. Auf dem Weg zum Kühlschrank schob er mit dem Fuß einen leeren Karton zur Seite.

Olivia fühlte, wie etwas in ihr zu Eis gefror. War es ihr Herz? Einige Minuten bewegte sie sich nicht und starrte blicklos auf die flimmernde Mattscheibe.

»Und das sagst du mir erst jetzt?«, fragte sie endlich. Noch deutete nichts auf den Wutanfall hin, der gleich ausbrechen würde.

Thorsten zuckte mit den Schultern und öffnete den Kühlschrank, um eine Dose Cola herauszuholen.

»Ich hab’s vergessen.« Die Dose zischte, als er den Verschluss aufriss.

In diesem Augenblick war es um Olivias Beherrschung geschehen.

»Du hast vergessen, mir zu sagen, dass meine Mutter gestorben ist?«, rief sie so wütend, wie Thorsten sie noch nie zuvor erlebt hatte. Gleichzeitig sprang sie auf und riss das Glas Schokoladencreme mit sich. Klirrend fiel es auf den Steinboden und zersprang dort in tausend Scherben. Doch Olivia achtete gar nicht darauf. Sie lief auf Thorsten zu und packte ihn so heftig am Hemdkragen, dass die Cola aus der Dose schäumte und spritzte.

»Bist du verrückt geworden?«, rief er empört. »Das ist ein nagelneues Hemd. Die Flecken gehen nicht mehr raus.«

Doch Olivia hörte seine Worte nicht.

»Du hast vergessen, mir zu sagen, dass meine Mutter gestorben ist?«, wiederholte sie drohend. Ihre grünen Augen schossen funkelnde Blitze.

»Reg dich ab!«, setzte sich Thorsten verwirrt zur Wehr. Mit einem Geschirrtuch wischte er an den Flecken auf seinem Hemd herum und machte die Bescherung damit nur noch schlimmer. »Sie hat sich dein Leben lang nicht um dich gekümmert. Du hast doch selbst immer gesagt, dass sie dir gestohlen bleiben kann.« Es war offensichtlich, dass er das wirklich geglaubt hatte.

Am ganzen Körper zitternd stand Olivia da und atmete tief ein und aus, um sich zu beruhigen.

»Vielleicht hab ich das gesagt. Aber sie war trotzdem meine Mutter«, fauchte sie.

Sie sah Thorsten dabei zu, wie er die Cola ansetzte und trank. Draußen toste der lebhafte Verkehr vorbei. Manchmal stellte sich Olivia vor, es wäre das Meer, das vor dem heruntergekommenen Wohnhaus rauschte. Eine schöne Vorstellung, die sie oft getröstet hatte.

»Tief in mir drin habe ich doch irgendwie immer gehofft, dass sie sich eines Tages bei mir meldet«, gestand sie schließlich leise. Trotz des sommerlichen Windhauchs, der die fadenscheinigen Vorhänge leicht bauschte, schlug sie fröstelnd die Arme vor den schmalen Oberkörper. »Und jetzt ist sie tot.« Das sagte sie mehr zu sich selbst als zu Thorsten.

Der nippte an seiner Dose und wusste nicht, wie er mit dieser Situation umgehen sollte.

»Der Anwalt meinte, dass Christine ein Haus in München hatte. Er hat mir die Adresse aufgeschrieben.« Er nickte mit dem Kopf in Richtung des alten Küchenbuffets, wo er den Zettel hingelegt hatte. »Irgendwer muss sich um ihre Sachen kümmern …«

Er hatte noch nicht ausgesprochen, als das Leben plötzlich wieder in Olivias erstarrten Körper zurückkehrte. Als hätte sie ihn nicht gehört, machte sie auf dem Absatz kehrt und lief durch das Wohnzimmer hinüber ins Schlafzimmer.

Thorsten starrte ihr ungläubig nach. Er hörte, wie sie Schranktüren aufriss und wieder zuschlug, Schubladen öffnete und wieder schloss. Irgendwann ging er hinüber und sah, wie sie wahllos Sachen in einen Koffer warf.

»Was hast du vor?«, fragte er erstaunt.

»Ich gehe nach München«, gab Olivia zurück, ohne sich zu ihm umzudrehen. Sie warf den Deckel des übervollen Koffers zu und setzte sich darauf, um die Schlösser einschnappen zu lassen.

»Wie lange willst du wegbleiben?« Thorsten lachte abfällig. »Du hast ja Zeug für mindestens drei Monate dabei«, sagte er zu ihr, als sie das schwere Gepäck an ihm vorbei aus dem Zimmer schleppte. Auf die Idee, ihr zu helfen, kam er erst gar nicht.

»Wirklich?«, fragte Olivia schnippisch zurück. Sie machte im Flur Halt und begutachtete forschend den Inhalt des Schuhschranks. Dann entschied sie sich für ein Paar Flip Flops, Ballerinas und Winterstiefel und steckte sie in eine Umhängetasche. Ihre Turnschuhe trug sie bereits an den nackten Füßen. »Du glaubst, das reicht nur für drei Monate? Na ja, dann muss ich mir eben irgendwann noch was kaufen«, rief sie ihm durch die geöffneten Türen zu.

Langsam ging Thorsten ein Licht auf. Er folgte seiner Freundin in den Flur. Aus dem Regal hatte sie ihren Ordner mit ihren Unterlagen herausgesucht. Sie hängte die Tasche mit den Schuhen über die Schulter, klemmte den Ordner unter den Arm, nahm den Koffer in die eine Hand und griff mit der anderen nach den Autoschlüsseln.

»Du verlässt mich?«, fragte Thorsten ungläubig.

In der offenen Tür drehte sich Olivia noch einmal zu ihm um. Ein letztes Mal schenkte sie ihm ihr strahlendes Lächeln, in das er sich damals zuerst verliebt hatte. Doch diesmal war es nicht echt.

»Richtig geraten. Einen Menschen, der vergisst, mir zu sagen, dass meine Mutter gestorben ist, kann ich nicht brauchen. Mal abgesehen davon, dass ich eh schon lange gehen wollte. Ich hab nur noch auf einen passenden Moment gewartet. Mach’s gut!« Damit verließ sie endgültig die schäbige kleine Wohnung und marschierte hinunter zu dem alten Wagen, den ihre Großmutter ihr neben etwas Bargeld hinterlassen hatte.

»Tu mir einen Gefallen und mach jetzt nicht schlapp, altes Mädchen«, bat sie ihr Auto.

Diese Bitte war nicht ganz unbegründet. Der Wagen war in die Jahre gekommen und bedurfte dringender Reparaturen. Thorsten hatte ihn immer nur notdürftig repariert, damit er sich wieder vom Fleck bewegte. Doch für die dringend benötigten Ersatzteile fehlte das Geld.