Basta, Amore! - Sabine Thiesler - E-Book

Basta, Amore! E-Book

Sabine Thiesler

3,8
8,99 €

oder
Beschreibung

Warum quasseln alle Italiener unentwegt am Handy – gehen aber nie ran, wenn man sie wirklich braucht? Warum muss man dort gefühlt die Hälfte seines Lebens in Wartezimmern, auf Banken und Postämtern verbringen? Und wieso teilt die Telecom Italia einem per Brief mit, dass man keine existente Adresse habe? Lange Jahre hat die Bestsellerautorin Sabine Thiesler den italienischen Wahnsinn in der Toskana live erlebt – nun berichtet sie urkomisch und frappierend zugleich über die Absurditäten im deutschen Sehnsuchtsland Nummer 1.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 315




Zum Buch

Seit vierzehn Jahren lebt die Bestsellerautorin Sabine Thiesler in Italien und hat alles kennengelernt, was der italienische Alltag so an Absurditäten zu bieten hat. Natürlich liebt sie das wunderschöne Land, genießt Kultur und Lebenskunst, hat italienische Freunde – aber warum nur wird einem in Italien alles so schwer gemacht? Wie soll man dort ein Haus bauen, wenn nie Handwerker kommen und der Bauleiter plötzlich den Leonardo da Vinci in sich entdeckt? Wieso sind auf Italiens Straßen nur Schleicher oder telefonierende Verrückte unterwegs? Wieso verbringt man das halbe »dolce vita« damit, anzustehen, sei es in Post, Bank, Gesundheitswesen oder Behörden? Und wieso lieben die Italiener selbst gesammelte Pilze, wildes Jägereigeballer, vollgepferchte Strände und absurd bunte Weihnachtsbäume? All diese und viele weitere Geheimnisse versucht Sabine Thiesler in ihrem wunderbar witzigen, aber auch kritischen Erfahrungsbericht zu ergründen.

Zur Autorin

Sabine Thiesler, geboren und aufgewachsen in Berlin, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften. Sie arbeitete einige Jahre als Schauspielerin und schrieb außerdem erfolgreich Theaterstücke und zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen. Ihre Thriller wurden sämtlich zu Bestsellern. Sie alle spielen in der Toskana. Bezaubert von der Schönheit des Landes, zog Sabine Thiesler mit ihrem Mann selbst dorthin, um ihre Romane vor Ort zu schreiben. Und musste erkennen, dass der wahre Horror im italienischen Alltag liegt …

www.sabinethiesler.de

Lieferbare Titel

Der Kindersammler

Hexenkind

Die Totengräberin

Der Menschenräuber

Nachtprinzessin

Bewusstlos

Sabine Thiesler

Basta, Amore!

Vom alltäglichen Irrsinn in Bella Italia

WILHELMHEYNEVERLAG

MÜNCHEN

Vollständige Originalausgabe 05/2014

Copyright © 2014 by Sabine Thiesler

und Wilhelm Heyne Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung/Artwork: Eisele Grafik.Design, München,

unter Verwendung eine Bildes von Shutterstock/Veniamin Kraskow

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN: 978-3-641-13426-6

www.heyne-verlag.de

www.sabinethiesler.de

Per nostri amici

Stefania e Gino

un abbraccio

Ciao

Es ist heiß. Beinah unerträglich heiß. Wir sitzen auf der Terrasse und schweigen. Sind viel zu kaputt, um noch irgendwas sagen zu können. Klaus hat seit mehreren Nächten nicht mehr richtig geschlafen, denn auch nachts fällt das Thermometer nicht unter dreißig Grad. Mir macht das nichts aus. Ich bin froh, wenn es schön warm ist. Auch nachts.

Wir sind beide überarbeitet, gestresst, genervt und mit unseren Gefühlen völlig durch den Wind.

Arrivederci, Italia.Ciao, Toscana.

Wir sind dabei, Abschied zu nehmen. Wir gehen. Wir hauen ab. Mit mehr als einer Träne im Knopfloch. Vierzehn faszinierende und aufregende Jahre unseres Lebens haben wir hier verbracht, und nun ist Schluss. Jetzt wartet Neues auf uns, ein ganz anderes Leben, das wir noch nicht kennen.

Im Moment warten wir auf den Umzugslaster.

Da ich in Italien immer alles organisiert habe, fragt mich Klaus: »Kommt eine deutsche oder eine italienische Umzugsfirma?«

»Eine italienische.«

»Ah ja.« Klaus grinst schief. »Dann könnte es natürlich auch sein, dass sie erst nächste Woche oder nächsten Monat kommen.«

Ich sage nichts dazu. Er hat ja völlig recht.

»Bist du traurig?«, frage ich Klaus nach einer Weile.

Er braucht lange, um zu antworten. »Ja, doch«, sagt er schließlich. »Ein bisschen schon. Und du?«

»Ich glaube nicht. Oder doch? Vielleicht. Ach, ich weiß nicht.«

Es war eine tolle Zeit in Italien. Eine aufregende und anstrengende Zeit, eine, die ich nicht missen, die ich aber dennoch unbedingt beenden möchte.

Toskana. Du wirst ewig in meinem Herzen sein. Wir haben dich geliebt, und wir haben dich in Gedanken oft zum Teufel gejagt.

Und wir werden uns ein Leben lang an »Bella Italia« erinnern.

Jetzt zum Beispiel.

Während wir hier sitzen und darauf warten, dass dieser Abschnitt unseres Lebens zu Ende geht.

Ich weiß noch, wie alles anfing. Unser fünfzehnter Hochzeitstag stand bevor. Seit wir verheiratet waren, waren wir viel gereist, aber niemals nach Italien. Klaus wollte einfach nicht. Er sagte, dass man ihm in Italien nicht nur die Brieftasche, sondern auch das Auto samt Oma auf dem Rücksitz unterm Hintern wegklauen würde, und darum würde er seinen Fuß niemals in dieses Land setzen. Nur über seine Leiche.

Aber ich kenne doch meinen Klaus. Vorurteile sind dazu da, widerlegt zu werden, und Italien reizte mich. Also diskutierte ich nicht lange und buchte zu unserem Hochzeitstag heimlich eine einwöchige Reise.

Am Tag der Abreise sagte ich ihm, er solle seinen Koffer packen. Klaus stellte sich stur. Er hatte keine Lust und nicht die beste Laune, denn Überraschungen kann er grundsätzlich nicht leiden, und wenn er nicht weiß, wo’s hingeht, kann er auch nicht packen.

Das hatte ich erwartet, und es schreckte mich nicht. Denn auch wenn er weiß, wo’s hingeht, kann er seinen Koffer nicht packen.

Also suchte ich seine Siebensachen zusammen, und wir fuhren zum Flugplatz.

Er staunte nicht schlecht: Wir würden nach Venedig fliegen.

Begeistert war er nicht, aber er spielte mit. Hatte auch keine andere Wahl.

Wir wohnten in einem schönen Hotel direkt am Canale Grande mit sensationellem Blick aus dem Fenster, den wir aber gar nicht genießen konnten, weil wir von morgens bis abends unterwegs waren. Wir liefen durch die Stadt, bis wir wirklich nicht mehr krauchen konnten.

Nachts standen unsere Schuhe zum Ausdampfen auf der steinernen Fensterbank.

Wir besichtigten Museen, Kirchen und Paläste und fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder privaten Gondeln durch die großen und kleinen Kanäle.

Was uns am meisten faszinierte, waren heruntergekommene Fassaden, die an Abbruchhäuser erinnerten. Aber ging irgendwo eine Balkontür oder ein Fenster auf, sah man in prunkvolle Räume mit stuckverzierten und vergoldeten Decken, mit pompösen Gemälden an den Wänden und funkelnden Kronleuchtern. Hinter verrotteten Fensterläden eröffneten sich teilweise schlossähnliche, herrliche Räume, die einen augenblicklich in eine andere Zeit versetzten.

Venedig war ein einziges, verschwiegenes Geheimnis.

Und bereits nach achtundvierzig Stunden war für Klaus klar: Das ist mein Land! Ein Wahnsinn! Diese Kultur! Ein einziges ästhetisches Fest! Das Essen! Der Wein! Die Menschen! Einfach alles! Für ihn gab es nichts Schöneres mehr als Italien, es mutierte bei ihm zum Sehnsuchtsziel Nummer eins.

Kaum wieder zu Hause, begann er zu suchen. Nach einer winzigen Hütte in den toskanischen Bergen. Ein anesso, eine capanna, ein rustico, irgendwas Kleines, Niedliches. Nichts Besonderes. Irgendetwas für die Ferien, denn das Leben ist so viel einfacher, wenn man weiß, dass man eine kleine Fluchtburg in Italien hat.

Wir fanden ein verwunschenes Tal mit zwei Gebäuden. Wildromantisch, einsam, dunkel und feucht. Eins der beiden Häuser war eine ehemalige Wassermühle, direkt hineingebaut in die zerklüftete Schlucht. Früher schoss das Wasser durch die untere Etage, und in den beiden oberen Stockwerken befanden sich die Mühlentechnik und das zu lagernde Getreide. Jetzt waren die beiden oberen Etagen bewohnbar, und da der Mühlenteich durch eine teilweise schon eingestürzte Mauer gestaut war, rauschte der Bach nur noch bei Hochwasser nach starken Regenfällen durch den Mühlenturm.

Ich richtete mir mein Schreibzimmer im oberen Mühlenraum ein und hatte einen herrlichen Blick über das wilde Tal und den Bach.

Seitlich neben der Mühle lag das Hauptgebäude, ein in den Fels gebautes Langhaus, mit mehreren Zimmern, Küche, Bad und zwei Terrassen.

Unsere Mühle war kein kleines Ferienhäuschen, sondern etwas ganz Besonderes.

Ein Paradies. Unser Paradies.

Von nun an verbrachten wir dort unsere Ferien, und es war mehr als abenteuerlich. Einsamkeit pur, nur in Gesellschaft von Skorpionen, Vipern, Wildschweinen, Stachelschweinen, Füchsen, Rehen und Wölfen, die zum Bach kamen, um dort zu trinken. Außer dem Zirpen der Grillen war es in diesem Tal absolut still, nur nachts schreckte man auf, wenn sich dicke Riesenkröten über den Kies schoben und es sich anhörte, als ginge da ein erwachsener Mann.

Aber selbst im Hochsommer bei durchschnittlichen fünfunddreißig Grad zogen wir abends um sechs unsere Jacken an, weil die Sonne hinter den Bergen verschwand und es kühl wurde. Wenn ich dann um sieben mit dem Hund zum Abendspaziergang aufbrach und das nächste Dorf erreichte, saßen die Männer im grellen Sonnenschein hemdsärmelig auf der Piazza. Noch bis neun oder zehn Uhr abends.

Während ich in mein kühles, dunkles Tal zurückwanderte, begriff ich allmählich, dass an unserem Leben in Italien etwas nicht stimmte: Wir waren nicht in der Toskana – wir waren eher im Fichtelgebirge.

Und von diesem Tag an wollte ich nach oben. Auf den Berg und in die Sonne. Dem Himmel ganz nah sein.

Wir begannen erneut zu suchen. Nach einem Haus, in dem wir nicht nur Ferien machen, sondern für immer wohnen konnten.

Ich bin Schriftstellerin. Schreiben kann ich überall. Und die Toskana erschien mir nicht nur als der geeignetste, sondern auch als der schönste und erstrebenswerteste Ort schlechthin.

Ein halbes Jahr später fanden wir durch den Tipp eines Nachbarn ganz in der Nähe unseres Tales eine Ruine. Einen bewachsenen Steinhaufen, der einmal ein Haus gewesen war. Hoch oben auf einem Berg, umgeben von jeder Menge Land, zugewuchert mit meterhohem Gestrüpp. Erreichbar nur, indem man sich mit einer penata, einer Machete, einen Pfad durch die dornigen Büsche schlug.

Der Besitzer war ein ungemein sympathischer, gemütlicher Knuddelbär, der im kleinen Dörfchen gegenüber wohnte, vom Steinhaufen nur durch ein weitläufiges Tal getrennt. Er half uns, den Weg zur Ruine freizuschlagen, und konnte sein Glück nicht fassen, dass wir uns vor Entzücken und Begeisterung gar nicht mehr einkriegten, weil wir endlich das Ende der Welt und den einsamsten und abgelegensten Ort dieser Erde entdeckt hatten.

Denn hier gab es wirklich nichts: Kein Haus, keine Straße, keinen Strom, kein Wasser – niente.

Über den Preis für dieses vierundzwanzig Hektar umfassende Fleckchen Nichts mit dem herrlichen Panorama-Blick wurden wir uns schnell einig, wir vertrauten dem Knuddelbär völlig und ließen uns blind und ohne die geringsten Sprachkenntnisse auf das merkwürdige System ein, wie man in Italien ein Haus kaufte.

Man machte einen Vorvertrag, den compromesso, schrieb dort den wirklichen, den reellen und zu zahlenden Preis hinein und zahlte einen Teil der Kaufsumme an. In der Regel dreißig Prozent, aber das war Verhandlungssache.

Wenn jetzt der Käufer vom Kauf zurücktrat, weil er kalte Füße bekommen hatte, war das Geld futsch, der Verkäufer konnte es verjubeln und sich einen neuen Käufer suchen.

Wenn der Verkäufer vom Verkauf Abstand nahm, weil er sein Haus doch lieber seinem Sohn oder seiner Tochter überlassen wollte, musste er die Anzahlung zurück- und dieselbe Summe noch einmal dazuzahlen.

So riskierten sowohl Käufer als auch Verkäufer, dass die Summe der Anzahlung verloren war, wenn man nicht zu seinem Wort stand.

Gleichzeitig gewann man als Verkäufer aber auch die Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen und mit dem Geld des compromesso als Anzahlung die Finanzierung auf die Beine zu stellen.

Beim Notar wurde dann der compromesso feierlich zerrissen – der Notar ging höflichkeitshalber für ein paar Minuten hinaus, nach dem Motto: »Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts« – und die gesamte Kaufsumme wurde bar oder mit bankbeglaubigtem Scheck auf den Tisch gelegt. In den offiziellen Kaufvertrag wurde eine fiktive, geringe Kaufsumme eingetragen, die der Notar, der seine Hände in Unschuld wusch, natürlich offiziell glaubte. Auf diese Weise sparte man viel Steuern.

Diese Handhabung war ungeschriebenes Gesetz, oder besser: allgemeine Praxis, denn mit allen möglichen Tricks Steuern zu umgehen ist in Italien Volkssport. Man ist der Meinung, Politiker können ohnehin nicht mit Geld umgehen und benutzen das Steuergeld vor allem für die eigene Fettlebe.

Jetzt ist das anders. In den letzten zehn Jahren sind unzählige neue Gesetze verabschiedet worden, und fast wöchentlich gibt es ein neues. Um ein Haus verkaufen zu können, benötigt man einen ganzen Schrank voller diverser Unterlagen, und jeder, der verkaufen will, muss wissen, dass es Tausende Euro kostet und mindestens zwei Jahre dauert, alle erforderlichen Papiere zu besorgen. Es wird alles fünffach kontrolliert, und somit hat der Staat eine Gelddruckmaschine für Kommunen, Notare und Geometer (Landvermesser) geschaffen.

Aber so weit waren wir noch gar nicht.

Wir orderten Geld aus Deutschland, ließen es uns bei der Bank auszahlen, denn Bargeld war Trumpf und neunzig Prozent aller Geschäfte wurden bar abgewickelt. Dann wanderten wir mit einer Plastiktüte voller Lire zu unserem Knuddelbär, um den Steinhaufen und das verwilderte Stück Toskana anzuzahlen.

Der Knuddelbär lebte mit seiner Frau, seiner Schwägerin, seinem Sohn und seiner Schwiegertochter in spe in einem uralten Haus inmitten eines kleinen mittelalterlichen Dörfchens.

Wir gingen zusammen mit einem Geometer zu ihm, weil beim compromesso nicht unbedingt ein Notar erforderlich ist.

Im zentralen Wohnraum hatte sich die gesamte Familie eingefunden. Das Zimmer war komplett aus Stein. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Keine Fenster, aber steinerne Schränke und Regale und ein Kamin, der so groß war, dass man leicht einen Ochsen oder Elefanten darin hätte braten können. Früher setzte sich die Oma hinein, erklärte uns der Knuddelbär, direkt neben das Feuer, weil der riesige Raum nie richtig warm wurde und ihr beim Kartoffelschälen die Finger abfroren. Dort gab es außerdem noch ein Sicherheitsseil, mit dem Oma angebunden werden konnte, damit sie beim Kartoffelschälen nicht einschlief und ins Feuer fiel.

Der Raum war düster, gewaltig, fremd und beeindruckend zugleich.

Als wir uns alle vorgestellt und begrüßt hatten, machte sich der Geometer an die Arbeit, legte Kohlepapier zwischen die Blätter eines karierten Schreibblocks, schrieb mehrere Seiten voll, und wir hatten nicht die geringste Ahnung, was da stand. Nur Nummern von verschiedenen Flurstücken konnten wir erkennen.

Anschließend zeichnete er frei aus der Hand einen krumpeligen Kreis auf ein kariertes DIN-A5-Papier, mit einem Punkt darin. Das sollte unser Grundstück und den ruinösen Steinhaufen darstellen.

Alle waren mit der Kinderzeichnung durchaus zufrieden, und niemand wunderte sich.

Es dauerte ewig. Wir standen blöd da, langweilten uns und beobachteten die Leute um uns herum. Die kettenrauchende Frau des Knuddelbärs, die sicher erst Anfang fünfzig war, der aber bereits mehrere Zähne fehlten, ihre Schwester, die klein und krumm war, ein Dauergrinsen im Gesicht hatte und mit ihrem Stock unentwegt nervtötend auf den Boden tippte, der Sohn, der sehr ernst aussah, als würde ihn der Verkauf des Familieneigentums, in dem seine Großmutter aufgewachsen war, nicht gerade begeistern, und schließlich seine Angebetete, die so dünn war, dass man ihr das Halleluja durch die Rippen blasen konnte.

Und dazwischen stand der Knuddelbär und freute sich.

Als der Geometer fertig gemalt und geschrieben hatte, setzten die Zahnlose, die Krumme, der Knuddelbär, wir und der Geometer unsere Unterschriften unter die fliegenden karierten Blätter, und anschließend schütteten wir feierlich unsere Plastiktüte mit Millionen von Lire aus.

Der Knuddelbär meinte, er würde nicht nachzählen, schließlich wären wir jetzt Nachbarn, und er würde uns vollkommen vertrauen.

Abschließend umarmten wir uns alle, und schon brach der Knuddelbär in Tränen aus, dann die Zahnlose, dann die Krumme und dann wir. Nur der Sohn blieb ungerührt. Wir lagen uns in den Armen, zum ersten Mal schwappte die gefühlvolle, romantische, italienische Seele über uns hinweg.

Daraufhin ging der Knuddelbär zu einem Steinschrank, holte Gläser und eine Flasche Rotwein heraus, wir prosteten uns zu, und schon fing die ganze Gesellschaft wieder an zu heulen.

Ich fand es wunderbar.

Das war eine Vertragsunterzeichnung wie vor hundert Jahren und ganz nach meinem Geschmack.

Wir konnten es selbst kaum glauben, aber wir hatten ein Fleckchen Erde gekauft, das jeden Normalbürger in die Flucht geschlagen hätte.

Und damit begann unser Abenteuer Toskana in Bella Italia.

Jetzt, vierzehn Jahre später, sitzen wir hier auf der Terrasse. Die Kisten sind gepackt, der Möbelwagen lässt immer noch auf sich warten. Zum Glück. Ich hab noch nicht ciao gesagt, sondern blicke erleichtert, wieder nach Deutschland zurückkehren zu können, aber auch voller Wehmut zurück.

Un disastro!

»Wie bitte? Ihr wollt nach Italien ziehen? Seid ihr jetzt völlig verrückt geworden? Ein Ferienhaus, meinetwegen. Schön und gut. Aber man zieht doch nicht ganz nach Italien! Ihr spinnt doch!«

»Es ist toll da auf dem Berg, Mama«, versuchte ich uns zu verteidigen. »Wir haben ein sagenhaftes Grundstück, einen sensationellen Blick, und jetzt müssen wir uns nur noch ein schönes Haus bauen.«

Meine Mutter schnaufte.

»Was wollt ihr denn da?«

»Schreiben kann ich überall, Mama.«

»Und Klaus?«

»Der fährt dann eben mal kurz nach Deutschland, macht eine Inszenierung und fertig. Wo ist das Problem?«

»Das Problem ist, dass du tausendvierhundert Kilometer von mir und von deinem Sohn entfernt bist.«

»Ihr seid beide erwachsen und könnt uns besuchen! Und wir besuchen euch. Es gibt doch Flugzeuge, Autos, Züge …, das ist doch nicht schlimm!«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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