Bestimmt LEBEN - Paul Kuhn - E-Book

Bestimmt LEBEN E-Book

Paul Kuhn

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Beschreibung

Arbeit, Familie, Glaube – drei Säulen, die das Leben tragen können, wenn sie im Gleichgewicht stehen. Doch was geschieht, wenn die Freude an der Arbeit schwindet, der Druck auf die Familie steigt oder der innere Kompass verloren geht? Paul Kuhn lädt mit "Bestimmt LEBEN" dazu ein, innezuhalten, neu zu fragen und mutig aufzubrechen. Sein eigener Weg führt vom leistungsorientierten Spitzensportler und Manager hin zu einem Leben, das getragen ist von Glauben, Klarheit und der Gewissheit, dass wahre Veränderung immer möglich ist. Mit persönlicher Tiefe und lebensnaher Sprache vermittelt der Autor, wie man in den Herausforderungen des Alltags seine Berufung und Bestimmung wiederentdecken kann – nicht als fernes Ideal, sondern als gelebte Haltung. Es ist ein Buch über Vertrauen in Gottes Führung, über die Freude an sinnvollem Tun und über den Mut, sich immer wieder neu auszurichten. Ein inspirierender Begleiter für Männer, die Orientierung suchen, Verantwortung übernehmen und ihr Leben bewusst gestalten wollen – mit Kopf, Herz und Glauben.

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Seitenzahl: 196

Veröffentlichungsjahr: 2025

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„Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt.“

Epheser 3,20 hfa

Widmung

Dieses Buch ist entstanden aufgrund eines prophetischen Wortes durch Glenn Chapman, Leiter des Seminars „Neue Entscheidung, Neues Leben“.

Lieber Glenn, danke für Deinen wertvollen Dienst!

Dank

Es ist ein großes Privileg, im Auftrag unseres Herrn ein Buch zu schreiben. Dafür hat er mir Menschen zur Seite gestellt – ihnen möchte ich von Herzen danken.

Mein innigster Dank gilt meiner Frau, die mich von Anfang an mit unerschütterlicher Liebe und Unterstützung begleitet hat. Sie hat vieles zurückgestellt und musste in den vergangenen zwei Jahren oft schmerzhafte Einschränkungen hinnehmen – dabei war sie stets mein größter Rückhalt. Ohne sie hätte ich diese Zeit niemals so meistern können.

Liebe Ursula, ich danke Dir von Herzen und freue mich auf viele weitere glückliche Jahre des gemeinsamen Lebens!

Danken möchte ich auch meinem Freund Alex Bauer aus Wien, der mir freundlicherweise seine Masterarbeit „ECHT Mann sein 2.0“ zur Verfügung gestellt hat. Sie war eine wertvolle Grundlage für die Beschreibung von Jesus als Vorbild des Mannes.

Genauso dankbar bin ich meiner Lektorin Gabriele Pässler für ihre professionelle und einfühlsame Unterstützung. Ihre Geduld und ihr Verständnis bei der Umsetzung meiner Gedanken in eine klare und präzise Sprache haben mir enorm geholfen und waren von unschätzbarem Wert.

Vorwort

Jeder Mensch hat eine Bestimmung. Ja, wir alle sind von Gott berufen, seine geliebten Kinder zu sein; doch hat er für jeden von uns einen individuellen Plan, eine spezielle Aufgabe, die uns erfüllen und uns helfen soll, wir selbst zu sein.

Was nun ist unsere wahre Berufung und Bestimmung, wie finden wir das heraus? Und wie können wir diesen Ruf Gottes in Einklang bringen mit unserer Sehnsucht nach Sinn und Erfüllung? „Bestimmt LEBEN“ möchte (nicht nur) Männer dabei unterstützen, zu entdecken, wer sie in Christus sind, und ihre Bestimmung zu leben – anderen zum Segen und Gott zur Ehre.

Anhand biblischer Weisheit und eigenem Erleben male ich ein Schaubild davon, wie wir im Reich Gottes unseren Platz finden können. Ich möchte Sie dazu anregen, Ihr Potenzial voll auszuschöpfen und mutig Veränderungen anzustoßen – in Ihrem Umfeld, in der Gesellschaft, vor allem aber im eigenen Leben.

Denn jeden von uns hat Gott ausgestattet mit einer besonderen Persönlichkeit und diese sollen wir zum Wohl der Gemeinschaft ganzheitlich entfalten. Anders ausgedrückt: Wir wollen herausfinden, wie wir unsere Bestimmng praktisch leben können, damit unser Leben Hoffnung und Liebe widerspiegelt.

Dieses Buch ist ein Aufruf an Männer, ihre vielfältigen Fähigkeiten und Talente zu entdecken und auszuschöpfen, damit Gottes Plan für ihr Leben Wirklichkeit wird. Es ist eine Einladung, Gewissheit zu erlangen über die eigene Identität und Bestimmung; daraus erwächst die Kraft, die Welt zum Besseren zu verändern.

Die moderne gottlose Gesellschaft

Viele Jahrhunderte lang waren die Schweizer ein frommes Volk, im Rest Europas wird es mehr oder weniger ähnlich gewesen sein: Sie fürchteten Gott, zumindest in der Not riefen sie ihn um Hilfe an und gewiss sind viele gute Lebensregeln und Ideen hierauf zurückzuführen.

Im 21. Jahrhundert verläuft der Alltag weithin ohne diese einst allgegenwärtige göttliche Inspiration. Prägung und Persönlichkeit beruhen ja zu großen Teilen auf Herkunft und Kultur, Tradition und Religion, mithin auf der Erziehung; doch in unserer Gesellschaft werden die Inhalte des christlichen Glaubens vernachlässigt oder sind in Vergessenheit geraten – als da wäre: die Gewissheit, dass alles, was lebt, „Kreatur“ und von Gott erschaffen ist, die Auferstehung Jesu Christi und die Leitung durch Gottes Geist. Sie sind ebenso ausgemustert wie der bunte Blechkreisel mit Musik, den ich als Kind zu Weihnachten geschenkt bekam und der längst entsorgt ist. Stattdessen sind es neben Eltern, Erziehern, Lehrern und den Leuten im Dorf heute vor allem Freunde, virtuelle Communities und die Medien, die uns und unsere Kinder prägen.

Als soziale Wesen sind wir angewiesen auf interaktive Beziehungen, sprich, unseren Nächsten. Besonders wichtig ist die Bindung zwischen Mutter und Kind, doch für die Entwicklung der Persönlichkeit spielen auch die wahrhafte Präsenz des Vaters und seine Sensibilität eine große Rolle. Wächst ein Kind in einer sicheren Umgebung auf, hat es gute Startchancen und kann als mental gesunde und resiliente erwachsene Person seine Zukunft gestalten.

Wer heute Erfolg haben will, so wird uns allenthalben vermittelt, braucht eine gesunde Portion Egoismus und Narzissmus oder aber eine Menge Anpassungsfähigkeit, um nicht ausgegrenzt zu werden und in der Gesellschaft möglichst nicht unter den Abgehängten zu landen. Wer es nicht unter die Erfolgreichen und Stars schafft, fühlt sich als Verlierer und Versager; wir messen uns an Einschaltquoten, Followern und Likes.

Doch wer sich ausschließlich auf selbstbestimmte Ziele konzentriert, auf Karriere und Erfolg, Macht und Einfluss, Geld und Besitz, der ist im Grunde ein bedauernswerter Mensch – nicht weniger als diejenigen, die sich irrationalen Idealen oder Idolen verschreiben und Ronaldo oder Taylor Swift nacheifern oder sich definieren durch Körperlichkeit und Schönheit oder aber durch ihren Eifer als Planetenretter. Viele leben, als wären sie unsterblich; dabei wissen wir alle genau, dass dem nicht so ist: Wir sind längst nicht so mächtig, wie wir meinen, und vieles ist uns vorherbestimmt. Von wem? Die meisten verweisen hier auf „das Schicksal“.

Ja, vieles ist vorherbestimmt; aber nicht alles: In der demokratischen Gesellschaft von heute mit ihrer humanistischen Bildung und weltoffenen Kultur liegt die Verantwortung zumindest für unsere Lebensbilanz größtenteils bei uns selbst; doch können schwere seelische Verletzungen, zum Beispiel Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung durch die Eltern, zu tief verwurzelten lebensfeindlichen Glaubenssätzen führen. Diese werden oft erst erkannt, wenn Dominanzstreben, Egoismus, Frustration und Unzufriedenheit überhandnehmen. Viele suchen dann Trost in Alkohol, Hedonismus, Drogen, exzessivem Sport, Sex, Esoterik und Konsum oder sie stürzen sich in die Selbstoptimierung.

Bei anhaltenden Belastungen oder Traumata sollte man neben psychologischer und psychotherapeutischer Unterstützung auch Seelsorge in der Kraft des Heiligen Geistes in Anspruch nehmen; denn ist der Mensch einmal mündig, hat er nicht nur Rechte, sondern der Gesellschaft gegenüber auch Pflichten zu erfüllen. Das ist die Kehrseite der Freiheit unserer eigenen Entscheidungen: Wir haben unser Leben eigenverantwortlich zu gestalten und für Fehler geradezustehen.

Wichtig für ein funktionierendes Zusammenleben ist die geistig-seelische Gesundheit. Allgemein ist bekannt, dass wir Menschen heute aufgrund von Einsamkeit, Problemen am Arbeitsplatz und Scheidung häufig an psychischen Problemen leiden.

Leider werden die Folgen – wie Depression und Burn-out – oft nicht ernst genommen, nicht selten sogar tabuisiert, obwohl sie weit verbreitet sind. Das steigende Auftreten solcher Erkrankungen ist alarmierend und deutet auf ein akutes Gesellschaftsproblem hin. Wer kümmert sich darum?

Gottesfürchtige Verantwortung

In dieser Gesellschaft unseren Platz einzunehmen und einen positiven Beitrag zu leisten, fordert Inspiration und Kraft; die finden wir in einer tiefen, persönlichen Gottesbeziehung. Nur so können wir Schritt für Schritt entdecken, wie wir unsere ganz individuelle göttliche Bestimmung verwirklichen können zum Nutzen unserer Umgebung und zur Erfüllung unseres einzigartigen Lebensplanes.

Indem wir unsere Berufung als geliebte Kinder Gottes annehmen und verinnerlichen, erhalten wir eine klare, gottgewollte Perspektive auf unser Lebensziel. Wir werden ermutigt, die uns von Gott verliehene Autorität und unsere Gaben verantwortungsbewusst einzusetzen; damit sollen wir Gutes bewirken und Gottes Reich hier auf Erden mitgestalten.

Unser Handeln soll geprägt sein von der Erkenntnis, dass wir als Söhne und Töchter Gottes dazu bestimmt sind, unsere Umgebung zum Besseren zu wenden. Mit Gottes Hilfe können wir gesellschaftliche Herausforderungen angehen und einen wichtigen Unterschied bewirken – im Kleinen wie im Großen.

Vielleicht wollen Sie, vielleicht schwanken Sie noch – aber Gott hat für Sie einen Weg bereitet. Diesen können Sie voller Zuversicht und Entschlossenheit gehen, sich Ihrer Aufgabe gewissenhaft widmen und sie mit Gottes Beistand erfüllen. Gott hat dem, der das tun will, fest versprochen, bei ihm zu sein und für ihn zu kämpfen; denn in diesem Weg sieht er den Sinn auch Ihres Lebens!

Teil I: Ein Bild von einem Mann

1. Das Bild des Mannes im Wandel der Zeit

Die Entwicklungen des Männerbildes über die letzten 60 Jahre zeigen, wie vielschichtig sich das Bild des Mannes gewandelt hat. Gesellschaftliche Prozesse der Transformation führen zu immer neuen Idealvorstellungen von Männlichkeit.

In den 1960er-Jahren wurde der Mann idealisiert als stark, technisch versiert und als Familienoberhaupt. Seine Identität fand er vor allem im Beruf und in seiner Arbeit. Männlichkeit wurde in dieser Zeit definiert über Attribute wie Mut, Intelligenz und einen muskulösen Körper.

Mit den gesellschaftlichen Umbrüchen ab den 1990er-Jahren begannen Männer jedoch, ihre traditionelle Rolle zu hinterfragen. Es entstand das Bild des „Neuen Mannes“: partnerschaftlich, kooperativ und an Work-Life-Balance interessiert. Dieser Mann zeigte mehr Emotionalität und Toleranz gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen.

Zu begrüßende Erfolge der Gleichstellung sind sicher die Förderung von Frauen im Berufs- und Arbeitsmarkt, Lohngleichheit für dieselbe Arbeit, der höhere Anteil an Frauen in Managementpositionen und auf Vorstandsebene sowie die Besetzung von Schlüsselpositionen in Politik und Kultur durch Frauen – Entwicklungen, die heute in der Gesellschaft mehrheitlich erfüllt sind und nicht mehr infrage gestellt werden.

Allerdings hält sich eine weitverbreitete Tendenz, Männer pauschal abzuwerten und sie als „toxisch“ zu bezeichnen, vor allem, wenn diese Männer männliche Attribute verkörpern wie Freude am Wettbewerb, Durchsetzungskraft oder Risikobereitschaft. Reißerische, abwertende Stereotype wie „der alte weiße Mann“ oder Schlagzeilen und Buchtitel wie „Der Durchschnittsmann“, „Die Rolle echter Männer“ oder „Sei kein Mann“ sind nicht selten, werden aber zu Recht als beleidigend und diskriminierend empfunden.

Solche Provokationen schaffen ein ungesundes Gesellschaftsklima; statt Männer in starre, verzerrte Rollen zu pressen oder sie zu messen an unrealistischen Standards wie „echte“, „starke“ oder „richtige“ Männer, sollte die Gesellschaft die herkömmlichen Männerbilder kritisch hinterfragen. Vielmehr sollten neue, vielfältige Konzepte von Männlichkeit zugelassen werden, die geprägt sind von Wesenszügen wie Mitgefühl, Verletzlichkeit und Selbstreflexion; so können die festgefahrenen Rollenbilder überwunden werden. Der moderne, reflektierte Mann sollte die Freiheit haben, seinen Lebensweg frei und ohne Diskriminierung zu gestalten.

Wahre Gleichstellung erfordert nicht nur, die Rechte und Privilegien von Frauen anzuerkennen, sondern muss auch dem Mann als solchem Wertschätzung und Respekt entgegenbringen. Schließlich sind laut der biblischen Überlieferung beide, Männer und Frauen, nach dem Ebenbild Gottes geschaffen (1. Mose 1,27).

Starke Männer, schwache Männer

In der öffentlichen Wahrnehmung finden sich oft extreme Vorstellungen von Männlichkeit. Man kann sie in zwei Kategorien einordnen: der starke und der schwache Mann.

Der Typus des „starken Mannes“ wird häufig konnotiert mit Wesenszügen wie Dominanz, Aggressivität und Kontrolle; solche Männer werden dargestellt als selbstbewusst, zielstrebig und durchsetzungsfähig. Allerdings kann diese vermeintliche Stärke auch einhergehen mit einem Mangel an Empathie, der Unterdrückung von Gefühlen und einem Streben nach Überlegenheit – Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften, die unter den Begriff „toxische Männlichkeit“ fallen.

Im Gegensatz dazu steht der „schwache Mann“; er wird eher als zurückhaltend, emotional und weniger „männlich“ wahrgenommen. Diesem Typus schreibt man oft Attribute zu wie Unsicherheit, Passivität und mangelnde Durchsetzungsfähigkeit; auch solche Männer entsprechen nicht dem gängigen Idealbild des „richtigen Mannes“.

Beide Extreme sind problematisch, denn sie vermitteln gleicherweise eine vereinfachte und stereotype Sicht auf Männlichkeit.

Die Perspektive des Wortes Gottes zeichnet ein differenzierteres Bild von Männlichkeit; dieses geht über die vereinfachten Stereotype klar hinaus. Die Bibel beschreibt den idealen Mann nicht als schwach oder als ungesund zurückhaltend, sondern als besonnen, verantwortungsbewusst und als geistlichen Leiter. Zentrale Attribute sind etwa:

Verantwortungsbewusstsein: Der Mann soll Verantwortung übernehmen für seine Familie und Gemeinschaft, sie beschützen und versorgen (Epheser 5,25–29).geistliche Stärke: Er soll ein Vorbild im Glauben sein, seine Kinder im christlichen Glauben erziehen und die Gemeinde geistlich leiten (1. Timotheus 3,1–7).Demut und Sanftmut: Statt Härte und Aggression wird vom Mann Demut, Mitgefühl und Sanftmut erwartet (Epheser 4,2; Kolosser 3,12).Selbstbeherrschung: Der Mann soll seine Leidenschaften und Impulse kontrollieren und beherrscht auftreten (Sprüche 16,32).

Die biblische Sicht betont also eine Männlichkeit, die geprägt ist von Verantwortungsbewusstsein, geistlicher Reife und emotionaler Selbstbeherrschung – und nicht von Schwäche oder Passivität.

Im Hinblick auf das gesellschaftliche Engagement treten als zentrale Attribute hervor:

Führungsverantwortung: Der Mann ist aufgerufen, in Familie, Gemeinde und Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen und andere zu leiten (1. Timotheus 3,4–5).Gerechtigkeit und Integrität: Sein Handeln soll geleitet sein von Gerechtigkeitsstreben, Ehrlichkeit und moralischer Integrität (Sprüche 20,7).Weisheit und Umsicht: Der Mann soll seine Entscheidungen weise und besonnen treffen, sie sollen das Wohl der Gemeinschaft fördern (Sprüche 2,6–8).Fürsorge und Mitgefühl: Neben Stärke und Entschlossenheit ist vom Mann gefordert, dass er sich auch um Schwache und Bedürftige kümmert (Psalm 41,2; Epheser 4,32).Dienstbereitschaft: Anstelle von Selbstsucht und Macht-streben soll der Mann ein Herz für andere entwickeln und sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen (Philipper 2,3–4).

Diese Bibelworte beziehen sich ausdrücklich auf den Mann und fordern von ihm, ein Segen für die Gesellschaft zu sein; da fragt man sich: Brauchen wir Männer eine Extra-Einladung?

Der Mann aus der Sicht des Feminismus

Aus feministischer Perspektive wird das traditionelle Männerbild häufig als zu sehr idealisiert, als übermächtig und als dominant wahrgenommen. Das christlich geprägte Ideal des starken, rationalen und überlegenen Mannes wird von Feministinnen oft kritisiert als ein-engend und unterdrückend.

Sie argumentieren, dieses Konzept von Männlichkeit diene nur dazu, bestehende Machtverhältnisse zu legitimieren und aufrechtzuerhalten. Der Mann werde dargestellt als überlegenes Wesen, dem in Gesellschaft, Wirtschaft und Familie die Führungsrolle zustehe. Diese Konstruktion von Männlichkeit schreibe Frauen eine niedrigere Position zu und begrenze so die Entfaltungsmöglichkeiten beider Geschlechter.

Feministinnen fordern daher eine Neuausrichtung des Männerbildes, weg von starren Rollenvorstellungen hin zu einer vielfältigeren, weniger hierarchischen Darstellung von Männlichkeit. Darin sehen sie einen wichtigen Schritt zur Überwindung patriarchalischer Strukturen und zur Schaffung einer geschlechtergerechten Gesellschaft.

Dabei kritisieren sie auch die patriarchalische Prägung des christlichen Gottesbildes und konstatieren eine enge Verbindung mit dem traditionellen Rollenbild. Dieses hierarchische Bild von Gott wollen sie überwinden und stattdessen eine spirituelle Praxis fördern, die allen Geschlechtern Gleichberechtigung und Selbstbestimmung ermögliche.

Zwar wurde in den letzten Jahrzehnten auch durchaus Begrüßenswertes erreicht, so die stärkere Beteiligung der Väter an der Kindererziehung. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, Bildungskampagnen und Ähnliches sensibel umzusetzen, um der Bevölkerung Polarisierung und Verunsicherung zu ersparen. Auch der Druck in den Medien durch unrealistische Ideale von Männlichkeit muss kritisch hinterfragt werden.

2. Eheleute zwischen der Ordnung Gottes und weltlichen Standards

Irgendwann verlassen die Söhne und Töchter den schützenden Schoß des Elternhauses, um sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, außerhalb des vertrauten Umfelds: Sie brechen aus dem sicheren, warmen Nest aus und werden selbstständig, gehen ihren eigenen Weg.

Diese Freiheit erfordert Mut und sie bringt Verantwortung mit sich. Die Bibel betont ausdrücklich: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen“, und gleich darauf: „und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2,24, Hervorhebung im Original). Dies unterstreicht die Loslösung vom Elternhaus und gleichzeitig die Bedeutung der Eheschließung.

Die Idee der Ehe zwischen Mann und Frau als Basis für eine Familie stammt von Gott: Er ist der Schöpfer der Ehe, er hat das Copyright dafür und er hat auch die Regeln festgelegt. Das primäre Ziel der Ehe ist laut der Bibel, „dass die beiden eins sind mit Leib und Seele“ (1. Mose 2,24 hfa). Für eine glückliche und stabile Ehe sind eheliche Freundschaft, Gemeinsamkeiten und Ergänzung, Intimität und Austausch gut und wichtig; ihr Kern aber ist die vor Gott untrennbare Verbindung (und nicht das Glück des Einzelnen oder die Zufriedenheit der Ehepartner). Alles andere wäre ein klarer Verstoß gegen das „Copyright“, eine Veränderung der Spielregeln. Der Erfinder der Ehe, Gott, hat damit eine Absicht: Verbindlichkeit – zwei werden Eins bis zum Tod.

Ganz anders der weltliche Standard: Bei Gefühlskälte oder Liebesverlust empfiehlt der die Trennung. Der Zeitgeist hat Gottes ursprüngliche geniale Regeln eigenmächtig geändert und verfehlt damit Gottes Plan für die Ehe. Man stelle sich dies nur für den Fußball vor oder fürs Golfspielen – undenkbar, dass jeder einfach nach Lust und Laune die Regeln zu seinen Gunsten verändern und anpassen könnte!

Wenn wir nun den weltlichen Ehestandard übernehmen, verlieren wir Gottes Original-Entwurf für die Ehe und somit auch für die Familie – doch ohne funktionierende Familie keine funktionierende Gesellschaft! In der Generation unserer Kinder und Enkelkinder können sich viele Ehe und Familie nicht mehr vorstellen; ihnen fehlt die Originalvorlage dazu.

Gottes Modell für Mann und Familie

In einer Zeit, in der die Ehe und die Familie immer flexibler und individueller gestaltet werden, steht das traditionelle Verständnis unter großem Druck, das auf Gottes Plan beruhende Verständnis von der unauflöslichen Ehebeziehung und stabilen Familienstruktur. Doch genauso wie die Ehe selbst von Gott erfunden wurde, so hat er auch den Vater als Haupt der Familie geschaffen; Gott hat für den Mann eine Vorlage und ein Modell entwickelt, daran soll dieser sich orientieren, sollen sein Leben und das Familienleben gelingen.

Der ideale Vater ist ein Mann, der Gottes Ordnung für Ehe und Familie tief verinnerlicht hat. Er lebt in einer lebenslangen, untrennbaren Verbindung mit seiner Frau und schafft so die stabile Basis für eine intakte Familie. Aus dieser liebevollen Beziehung heraus kann er seine Kinder führen in Zuwendung, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Dieses Vorbild eines guten Vaters hat Gott selbst für uns geschaffen – er ist „der rechte Vater […] über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden“ (Epheser 3,14–15). In der „Gute Nachricht Bibel“ lautet dieser Vers: „dem alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde ihr Leben verdanken und den sie als Vater zum Vorbild haben.“

Gottes Plan ist die perfekte Vorgabe; doch wir Menschenväter sind nicht unfehlbar. Wie Facetten eines Diamanten spiegelt sich Gottes Schöpfungsideal für den Mann in jedem Vater auf eine andere Art wider. Manche Väter kommen dem göttlichen Ideal näher, andere bleiben weit dahinter zurück; nur Gott selbst wird diesem Ideal vollkommen gerecht. Dennoch möchte ich versuchen, zumindest einen Hauch dieser göttlichen Vorstellung zu beschreiben; denn was unser himmlischer Vater für uns bereithält, ist unbeschreiblich und für uns unvorstellbar gut.

Vorab zur Ermutigung: Die Essenz des Vaterseins und die Qualitäten eines Vaters sind tief verwurzelt im Wesen des Mannes, der zugleich durch den Glauben Kind Gottes ist (und damit Gottes Erbgut hat). Das Vatersein ist nicht nur eine flüchtige Rolle, sondern eine jahrzehntelange Verantwortung, die eine tiefe emotionale Bindung und bedingungslose Fürsorge erfordert. In einem Mann, der die Rolle des Vaters einnimmt, bündeln sich viele starke Eigenschaften und Charakterzüge; ausgestattet mit Stärke und Weisheit ist ein Vater für seine Familie ein Fels in der Brandung, ein Anker, der in unsicheren Zeiten Stabilität und Schutz bietet.

3. Vater sein

Bei der Eheschließung versprechen Braut und Bräutigam einander lebenslange Treue, Fürsorge und Verbundenheit. Sie verpflichten sich, gemeinsam eine Familie zu gründen und Kinder in einem stabilen Umfeld aufzuziehen. Dieses christlich geprägte Ehekonzept stellt hohe Ansprüche an die Partnerschaft und soll den Eheleuten Halt, Orientierung und Sicherheit geben.

Allerdings steht die klassisch-christliche Vorstellung von Ehe und Familie zunehmend unter Druck. Viele sehen sie als überholt an, da sich in den letzten Jahrzehnten vielfältige alternative Beziehungs- und Familienformen entwickelt haben – gleichgeschlechtliche Ehen, Patchwork-Familien oder unverheiratetes Zusammenleben. Dieser gesellschaftliche Wertewandel darf den Vater jedoch nicht ablenken von seiner Verantwortung als treuer Partner und Vorbild für seine Kinder; diese moralische Verpflichtung bleibt bestehen.

In der Ehe von Mann und Frau ist der Vater für die Kinder ein zentraler Bezugspunkt, er dient ihnen als Vorbild für die Rolle des Mannes und prägt ihre Entwicklung entscheidend mit. Der Vater muss seiner Partnerin treu bleiben und den Kindern vorleben, wie man eine stabile, verlässliche Ehebeziehung führt; nur so kann er dazu beitragen, dass die Kinder in ihrem eigenen Leben Partnerschaft, Ehe und Familie verantwortungsbewusst gestalten: „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach“ (Karl Valentin, 1882–1948). Was wir mit unseren Eltern erlebt haben, das prägt uns äußerst stark; gute Erfahrungen können sich das ganze Leben lang günstig auswirken – und umgekehrt.

Der Vater, der seiner Partnerin und den Kindern gegenüber Treue und Zuverlässigkeit übt, ist ein Schlüsselfaktor dafür, dass traditionelle, seit Jahrhunderten bewährte Familienkonzepte in der nächsten Generation weitergeführt und weiterentwickelt werden.

Seit einigen Jahren habe ich das Privileg, im Rahmen eines Kurses Männer und Frauen zu befragen nach ihren Vorstellungen vom idealen Vater. Aus den Antworten kristallisieren sich immer wieder die gleichen Punkte heraus:

Ein guter Vater sollte ein Ruhepol sein; er sollte Schutz und Sicherheit bieten, damit ich mich bei ihm geborgen fühlen kann.Er sollte ein offenes Ohr für mich haben und echtes Interesse an mir zeigen. Ich sollte ihm alles anvertrauen können, ihn alles fragen dürfen. Dabei sollte er über umfangreiches Wissen verfügen und mir auf meine Fragen Antworten geben können, die mir weiterhelfen.Dem Vater muss man vertrauen können. Er sollte immer erreichbar und für mich da sein und mich nie im Stich lassen. Zwischen uns sollte eine tiefe emotionale Verbindung bestehen. Er sollte sich aufrichtig über meine Erfolge freuen.Ein guter Vater sollte liebevolle Autorität ausstrahlen. Er sollte mich fordern, aber nicht überfordern. Er sollte mir Freiheit gewähren, zu meinem Schutz aber auch Grenzen setzen.

Das Vatersein geht über die bloß körperliche Anwesenheit weit hinaus: Ein wahrer Vater ist ein treuer Freund, er hört seinen Kindern zu und ermutigt sie, ihre Träume zu verfolgen. Er ist ein liebevoller Lehrer, er gibt Weisheit und Lebenserfahrung weiter und hilft seinen Kindern, seelisch zu wachsen und sich zu entwickeln; schon allein durch sein So-Sein, durch Tugenden wie Ehrlichkeit, Integrität und Mitgefühl, regt er die Kinder dazu an, ihm nachzueifern. In seiner Fürsorge und Führung finden die Kinder Geborgenheit, Sicherheit und Inspiration, ihr eigenes Potenzial zu entfalten.

Die Beziehung zwischen Vater und Kind geht jedoch noch tiefer: Wie ein Kind seinen Vater bewundert und zu ihm aufblickt, so schaut auch ein Vater auf seine Kinder und lernt von ihnen. Durch die Augen seiner Kinder wird er daran erinnert, die Welt mit Staunen und Neugier zu betrachten und ohne Hintergedanken; und in ihren Gesichtern, ihrem Lachen und ihrer Umarmung findet er Freude und Glückseligkeit.

Im Wesen und Kern des Vaterseins verbirgt sich auch ein spiritueller Aspekt: Väter, die Kinder Gottes sind, sind Väter in Liebe, Demut und Güte. Durch diese Linse betrachtet, erfüllt ein Vater seine Rolle nicht nur auf rein zwischenmenschlicher Ebene, sondern auch im größeren Kontext des Reiches Gottes. Wenn er seine Kinder ermutigt, ihr volles Potenzial zu entfalten, und ihnen beibringt, in anderen Menschen Gottes Ebenbild zu sehen, und so die Lehren seines Schöpfers weiterträgt, agiert er in der geistlichen Dimension – im Reich Gottes.

Wenn man über das Vaterbild nachdenkt, wird klar, dass Vatersein nicht unbedingt auf die biologische Beziehung beschränkt ist; auch Männer, die keine leiblichen Kinder haben, können Vaterliebe ausstrahlen und Fürsorge leisten – und daran herrscht großer Bedarf: Auch Kinder, die ihren leiblichen Vater nicht bei sich haben, sollten trotzdem die Möglichkeit bekommen, unter der Obhut eines Vaters aufzuwachsen.

Gott sei Dank für all die Männer, die sich um Kinder kümmern, auch wenn sie nicht ihre eigenen sind! Jesus Christus hat ihnen ein Denkmal gesetzt: „Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf“ (Matthäus 18,5). Vater sein heißt, eine sichere und liebevolle Umgebung zu schaffen, in der Kinder gedeihen können, unabhängig von den Genen, der biologischen Abstammung.

Insgesamt ist das Vatersein eine reiche und komplexe Erfahrung, die tiefe Verbindungen und bedeutsame Beziehungen eröffnet. Ein wahrer Vater ist nicht nur Erzeuger, also biologischer Elternteil, sondern auch inspirierender und befähigender Wegbereiter, entschlossener Beschützer und liebevoller Freund. Durch seine einzigartige Rolle in Präsenz und Hingabe prägt er das Leben seiner Kinder und hinterlässt über Generationen hinweg einen bleibenden Eindruck.

Der liebevolle, unterstützende Vater

Ein weiser Vater stärkt in seinen Kindern den Glauben an Jesus Christus und geht ihnen dabei als leuchtendes Vorbild voran. Dies zeigt sich auch in seiner Beziehung zu seiner Frau, zur Mutter der Kinder – er liebt und unterstützt sie, vergibt ihr und ist nach Konflikten stets zur Versöhnung bereit.

Dabei findet jeder Vater seinen ganz eigenen, authentischen Ausdruck für seine Vaterrolle. Perfektion gibt es nicht; zu vergleichen wäre daher unfair, ja, schädlich.

Ein vertrauenswürdiger