Bibi & Tina - Einfach anders - Das Buch zum Film - Bettina Börgerding - E-Book

Bibi & Tina - Einfach anders - Das Buch zum Film E-Book

Bettina Börgerding

0,0
9,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Bibi & Tina: Trubel auf dem Martinshof Bibi und Tina begrüßen drei neue Feriengäste auf dem Martinshof. Sie nennen sich Disturber, Silence und Spooky, und sind einfach anders: Silence spricht nicht, Spooky glaubt an Außerirdische und Disturber sagt Bibi den Kampf an. Sie wird Bibi das Lachen schon austreiben! Disturbers Misstrauen treibt sie schließlich sogar in die Arme des mysteriösen V. Arscher, der einen ausgeklügelten Rachefeldzug gegen Graf Falko führt. Dabei kommt ihnen die Aufregung um einen Meteoritenhagel aus dem All gerade recht und sie versetzen ganz Falkenstein in Panik. Keiner kann sich mehr sicher sein! Aber er hat nicht mit Bibi und Tina und ihren neuen Freunden gerechnet, die sich nicht täuschen lassen. Die Romanversion zu Detlev Bucks neuem Film mit vielen farbigen Szenenfotos

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Wir sind so klein

Sperrzone

Neue Feriengäste

Kuschel-Holger

Herr Zuunterst

Da stimmt was nicht

Der neue Schlossherr

Drei Hexwünsche

Aus dem Gleichgewicht

Irgendwas Außerirdisches

Kartoffelernte

Unerwartete Besucher

Sabrina ist krank

Glauben Sie an Aliens?

Der Gentest

Willst du uns verarschen?

Rückkehr aufs Schloss

Hotel Famous Race

Disturber, Disturber, Disturber!

Panik schüren

Alien-Alarm

Bibi aus dem All

Wer ist der geniale Verwandler?

Hast du Feinde?

Folge dem Hund

Nicht von dieser Welt

Auftritt der Vampire

Gewaltfreie Kommunikation

Einfach anders

Szenenfotos

Impressum

Die Nacht war über Falkenstein hereingebrochen. Tausende Sterne blinkten am Himmel über dem idyllisch gelegenen Martinshof, dessen Fenster in der Dunkelheit einladend leuchteten. Auf einem großen, mit Heu beladenen Wagen mitten im Hof hatten es sich Bibi Blocksberg und Tina Martin gemütlich gemacht. Zwischen ihnen stand ein Teleskop. Wie sehr Bibi es liebte, die Sommerferien bei ihrer besten Freundin Tina zu verbringen. Hier verspürte sie Freiheit pur.

Doch ganz weit oben, für das menschliche Auge nicht mehr erkennbar, sauste ein Meteoritenhagel durchs All. Und mittendrin schwirrte ein merkwürdiges fliegendes Etwas. War das etwa ein Ufo? Tatsächlich, kaum zu glauben! Gelenkt wurde es von einem außerirdischen Wesen mit großem Kopf, süßen Kulleraugen und einem breiten Grinsen. Ein silbriger Kristall baumelte an einer Art Rute wie ein drittes Auge über seinem Kopf; das sah ein bisschen so aus wie bei einem Anglerfisch. Aufgeregt spähte das Alien aus seinem Cockpit nach draußen in die unendliche Weite des Alls und auf diesen großen blauen Planeten direkt vor ihm – unsere Erde.

Bibi und Tina ahnten davon natürlich nichts. Ehrfürchtig schauten die beiden Mädchen in den riesigen Nachthimmel und bewunderten die funkelnden Ge­stirne.

„Wir sind so klein!“, sagte Bibi nachdenklich. „Wie lange gibt es das alles hier schon? Wie lang gibt es uns schon?“ Sie wies auf ein Sternbild. „Guck mal da, der Kleine Bär!“ Tina folgte ihrem Blick. Gleich daneben prangte der Große Wagen, wie Bibi ebenfalls erkannte. „Und siehst du das kleine Reiterlein?“ Sie zeichnete mit ihrer Hand die Linie von der Deichsel des Großen Wagens bis zu einem kleinen Stern etwas oberhalb und erklärte: „Da! Am Knick von der Deichsel ist ein Stern – das ist das kleine Reiterlein.“

Tina schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Also, ich seh nichts!“

Bibi grinste. „Wenn man das nicht sieht, braucht man ‘ne Brille! Aber du kannst dir ja die von Alex leihen.“

„Haha!“ Tina grinste auch. Alexander von Falkenstein, kurz Alex genannt, war ihr fester Freund. Er trug seit einiger Zeit eine Brille, die ihm sehr gut stand, wie sie fand.

Bibi schaute wieder zum Himmel. „Hey, guck mal da, die beiden Sterne, wie hell die sind!“

Tina blickte ebenfalls hinauf und bemerkte: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“

Bibi stutzte und fragte etwas irritiert nach: „Was?“

„So habe ich die Anordnung der Planeten gelernt“, antwortete Tina. Es war ja nicht so, dass sie sich überhaupt nicht auskannte. Ein Stern ist heiß und leuchtet von selbst. Die Planeten kann man nur sehen, wenn sie von einem Stern beleuchtet werden. Und sie erklärte Bibi nun: „Mein steht für Merkur, Vater für Venus, erklärt für…“

„Erde?!“, fragte Bibi.

„Erde!“, bestätigte Tina und fuhr fort: „Mir ... Mars, jeden ... Jupiter …“

Bibi überlegte: „Sonntag ... Saturn?“

Tina nickte. Nun fehlten nur noch zwei Planeten für unseren Nachthimmel.

„Uranus!?“, riet Bibi.

„Und Neptun!“, vervollständigte Tina. Der Anfangsbuchstabe eines jeden Worts stand für den Anfangsbuchstaben eines Planeten:

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel –

Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.

Und so gab der Merksatz die Anordnung der acht Planeten unseres Sonnensystems wieder. Wow!

Die beiden Mädchen lächelten sich an, während über ihnen in den Weiten des Alls das Ufo durch den Meteoritenhagel schwirrte und den wild auseinanderstiebenden Brocken auszuweichen versuchte. Doch da knallte plötzlich ein kleineres Gesteinsstück gegen das Raumschiff. Crash! Eine schwarz-silbrige, glitzernde Metallbox mit einem Loch in der Mitte, die außen an einer Antenne befestigt war, brach dadurch ab. Das Alien schaute verschreckt hinaus. Die Box taumelte durch das Weltall Richtung Erde. Sofort ergriff das Alien den Steuerknüppel und verfolgte mit dem Ufo, das zum Glück auch ohne die Box noch flugfähig war, das losgelöste Teil.

Unten auf der Erde wurden Bibi und Tina jetzt von etwas ganz anderem abgelenkt. Sie hörten ein Wiehern. Im nächsten Augenblick trat ein Pferd mit seinem Reiter aus der Dunkelheit hervor.

„Alex?!“, rief Tina überrascht aus.

Es war tatsächlich ihr Freund Alexander von Falken­stein auf seinem Pferd Maharadscha.

„Wo kommst du denn her?“, fragte Tina. Es war schon so spät und sie hatten nicht mit ihm gerechnet.

„Aus‘m Knast“, antwortete Alex betont lässig. Er versuchte kein allzu großes Drama daraus zu machen, dass sein Vater Falko von Falkenstein völlig unerwartet verhaftet worden war. Im Licht des Stalls blieb er stehen, stieg schnell ab und band sein Pferd an.

Bibi und Tina wechselten einen besorgten Blick. Sie fanden es genauso merkwürdig wie Alex, was da vor sich ging. Doch sie hatten gehofft, dass sich die Festnahme bereits als Irrtum herausgestellt hätte.

„Wie geht‘s deinem Vater im Gefängnis?“, erkundigte Tina sich mitfühlend.

„Dagobert hat darauf bestanden dazubleiben, das macht es etwas leichter für ihn“, antwortete Alex und ging auf Bibi und Tina zu.

„Aber was hat dein Vater denn gemacht?“, fragte Bibi.

Alex zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung! Das ist es ja!“ Er kletterte die Leiter, die an dem Heu­wagen lehnte, hinauf und fügte seufzend hinzu: „Morgen zahlen wir die Kaution, und dann klärt sich das hoffentlich alles irgendwie auf.“

„Dein Vater ist doch kein Verbrecher!“, sagte Bibi entschieden.

„Natürlich nicht!“ Das sah Alex selbstverständlich genauso. Bittend schaute er die beiden Mädchen an und fragte: „Kann ich heute vielleicht hier schlafen?“

Tina nickte. „Klar!“ In dieser Situation konnten und wollten sie Alex unmöglich allein lassen.

Da bemerkte Bibi plötzlich ein Geräusch. „Psst! Seid mal ruhig!“

Jetzt hörten auch Tina und Alex ein Pfeifen und Grollen, das zuerst noch recht leise war, dann aber ­immer lauter wurde. Mit einem Mal erhellten Lichtstreifen den nächtlichen Himmel.

„Sternschnuppen?“, fragte Tina etwas unsicher.

Alex schüttelte hastig den Kopf. „Nee! Das sind Meteoriten. Die kommen direkt auf uns zu!“

Tina bekam Angst. Hektisch rief sie: „Bibi! Notfall!“

Bibi reagierte schnell, hob die Arme und hexte: „Eene meene dort, starker Schutz sofort! Hex-hex!“

Im nächsten Augenblick ploppte über ihnen am Himmel ein riesiger schützender Schirm auf. Gerade noch rechtzeitig! Denn schon prallten die ersten kosmischen Gesteinsbrocken daran ab und stoben in alle Richtungen davon. Auch die losgerissene Box des Ufos hatte ihren Weg in die Erdatmosphäre gefunden. Sie prallte ebenfalls an Bibis Schutzschirm ab und flog dann in ein Waldstück gleich neben dem Feld vom Mühlenhofbauern. Dort blieb sie zischend und dampfend in einem Erdkrater liegen.

Am nächsten Morgen ritten Bibi, Tina und Alex in aller Frühe los, um nach den Meteoriten Ausschau zu halten. Der Nebel, der noch über den Feldern waberte, passte zu dem aufregenden nächtlichen Ereignis, das schon die Runde gemacht hatte.

Funky Fröhlich von Radio Flamingo berichtete in ihren Morgennews bereits aufgeregt: „Guten Morgen! Hier spricht Funky Fröhlich von Radio Flamingo. Werbe­frei, wertfrei, einwandfrei. Wie Sie sicher bemerkt haben, gab es in der vergangenen Nacht ein ganz außergewöhnliches Himmelsereignis! Mehrere Meteoriten sind in der Region Falkenstein eingeschlagen!“

Währenddessen ritten Bibi, Tina und Alex auf eine Straßensperre zu, die von zwei Männern in weißen Schutzanzügen bewacht wurde. Der eine war kräftig und trug einen Vollbart, der andere war etwas schmaler. Hinter ihnen war ein Zelt aufgebaut, in dem sich zwei weitere Personen in Schutzanzügen aufhielten. Darauf stand „Schutzbehörde“. Bibi schaute Tina erstaunt an. Was hatte das zu bedeuten?

Ebenfalls irritiert von diesem seltsamen Verkehrshindernis war offenbar auch ein kleiner Junge, der mit seinem Gokart vor der Sperre anhielt und die Männer fragte: „Was ist denn hier los?“

„Halt! Stehen bleiben! Hier ist Sperrzone wegen Meteoriten“, antwortete ihm der dünne Mann.

„Was ist denn los?“, hakte Tina nach. Hatten die Meteoriten etwa größeren Schaden angerichtet?

Doch der kräftige Kollege entgegnete nur achsel­zuckend: „Wissen wir selber nicht! Deswegen sperren wir ja ab. Sicherheit geht vor.“

„Aber wir fühlen uns doch gar nicht unsicher“, warf Bibi ein.

„Trotzdem!“, beharrte der Mann und baute sich wichtigtuerisch vor ihr auf. An ihm sollte niemand so schnell vorbeikommen.

Auf der anderen Seite der Absperrung kam in diesem Augenblick Freddy mit seinem Maschinchen zum Halt. Er hatte es offenbar aufgerüstet, denn an der Seite war nun ein schmucker Beiwagen angebracht. Der junge Schmiedlehrling war angesichts der Sperrung genauso verwundert wie Bibi, Tina und Alex, und er rief zu ihnen hinüber: „Hey, Mädels! Alex! Was geht denn hier ab?“

„Meteoriten-Sperrzone!“, rief Tina zurück.

„Ohne Check kommt hier keiner durch“, bekräftigte der schmalere Mann vor ihnen. Er hatte Freddy auch gehört, drehte sich um und rief seinen Kollegen im Zelt zu: „Checkt den mal durch.“

Das ging Freddy aber alles zu schnell. „Ich wollte doch nur mal schauen, was hier los ist“, erklärte er.

Alex reichte es langsam mit dem vielen Hin und Her ohne nützliche Informationen. Er stieg von seinem Pferd und wollte hinüber zum Zelt. „So, ich muss jetzt auf jeden Fall zu meinem Vater.“ Woraufhin ihn der eine Mitarbeiter der Schutzbehörde eilig anwies: „Aber erst mal checken! Auch das Pferd!“ Damit ließ er Alex passieren. Der Kräftige bemerkte beeindruckt: „Was für ein Pferd! Hast du das gesehen? Das war ein Araber!“ Sein Kollege widersprach ihm: „Ein Schimmel!“

Da konnte Bibi nicht an sich halten. „Das ist kein Schimmel“, widersprach sie frech. Maharadscha war eindeutig ein Rappe. So nannte man Pferde, deren Fell, Schweif und Mähne schwarz waren!

Alex lief weiter zum Zelt. Dort fragte ihn Freddy neugierig: „Was ist denn eigentlich mit deinem Alten? Voll die krasse Sache! Er hat sich die ganze Zeit getarnt. Und ist in Wahrheit voll der schwere Junge!“ Ihm gefiel die Vorstellung offenbar ungemein, dass der stets so brave Graf Falko von Falkenstein in Wahrheit ein Doppelleben führte.

„Mann, Freddy!“, unterbrach Alex ihn genervt, während Maharadscha und er durchgecheckt wurden. „Jetzt hör aber auf, solche Gerüchte in die Welt zu setzen!“ Natürlich war sein Vater kein Verbrecher. Daran bestand für ihn kein Zweifel.

„Alex, lass dich nicht provozieren!“, mischte sich nun Tina von der anderen Seite ein.

Alex erwiderte etwas gereizt: „Ja!“ Merkten sie denn nicht, dass er am liebsten gar nicht darüber reden würde? Er wollte nur schnellstmöglich durch die Kontrolle. Sein Vater wartete schon auf ihn. Und so rief er die beiden Männer in ihren Schutzanzügen zur Eile auf.

Zurück auf dem Martinshof, kümmerte sich Bibi um die Pferde. Tina erzählte ihrer Mutter Susanne, die sich in einem Liegestuhl eine kurze Verschnaufpause von der vielen Arbeit gönnte, von ihrem Ausritt. „Wir haben alles abgesucht, aber keine Meteoriten gefunden.“

Bibi lehnte sich aus dem Fenster des Pferdestalls und ergänzte: „Und diese sogenannten Behörden sperren alles ab.“

Da schreckte sie eine gereizt klingende Stimme auf. „Ist das hier endlich richtig?“ Drei Jugendliche standen plötzlich im Durchgang der großen Scheune. Ein rotzig blickendes Mädchen mit raspelkurzen Haaren. Ein sympathisch lächelnder Junge, der einen Skizzenblock wie eine Tasche an einem Band über der Schulter trug. Sowie ein zierliches Mädchen mit strengen Zöpfen und einer großen Brille, hinter deren dicken Gläsern sie neugierig umherblickte. Sie alle trugen Rucksäcke und waren offenbar schon eine ganze Weile zu Fuß unterwegs, so erschöpft, wie sie wirkten.

Ein Mann stand hinter ihnen. „Martinshof?“, fragte er freundlich.

Tinas Mutter winkte ihnen zu. „Ja! Und ich bin Frau Martin!“ Sie wandte sich freudig zu ihrer Tochter um und verkündete: „Die neuen Ferienkinder!“

„Kinder? Die sind eher ausgewachsen!“, erwiderte Tina. Tatsächlich waren die drei Jugendlichen mindestens 15 oder 16 Jahre alt.

Bibi trat aus dem Stall und schien ebenfalls etwas verwundert. „Hab ich mir auch irgendwie jünger vorgestellt.“

Die Gruppe kam näher. Das Mädchen mit den Zöpfen guckte sich begeistert um: „Hier sollen übrigens auch Meteoriten gelandet sein!“

Das Mädchen mit den kurzen Haaren verdrehte verächtlich die Augen. „Weshalb wir den ganzen Weg zu Fuß laufen mussten. Zu diesem Gemäuer! Ist ja eine richtige Ruine!“

Bibi und Tina wechselten einen erstaunten Blick. Die wirkte nicht besonders freundlich. Aber man sollte ja nie nach dem ersten Eindruck urteilen.

Da trat Tinas großer Bruder Holger zu ihnen. „Vertraut mir! Diese Menschen brauchen Ferien. Sie sind in einer speziellen Lebensphase“, sagte er verständnisvoll und strahlte die neuen Gäste an.

Tina erwiderte amüsiert: „Ja! Du auch anscheinend!“ Ihr Bruder hatte sich offenbar vorgenommen, besonders freundlich zu sein.

Mahnend schaute Holger sie an. „Tina, jetzt sei mal ein bisschen offener. Die kommen aus dem Internat ,Einfach Anders‘ und sollen Pferdeferien machen.“ Er lief den Jugendlichen entgegen und nahm den Jungen zur Begrüßung in den Arm. „Hallo! Hi!“ Doch als er das Mädchen mit den kurzen Haaren umarmen wollte, stieß diese ihn zurück und fragte genervt: „Kenn ich dich?“

Holger lächelte einfach darüber hinweg. „Also ich bin Holger Martin! Und ich kümmere mich hier unter anderem um den Reitunterricht, also um euch.“ Dann zeigte er auf Frau Martin. „Das ist meine Mutter Susanne.“

Diese war inzwischen aufgestanden. „Willkommen auf dem Martinshof!“, begrüßte sie alle freundlich.

Holger wandte sich zu Tina um. „Meine Schwester Tina. Und ...“ Doch bevor er Bibi vorstellen konnte, ergriff diese schon das Wort: „Bibi. Bibi Blocksberg.“

Das Mädchen mit den kurzen Haaren stutzte kurz und baute sich dann lässig vor Bibi auf. „Ach so, du bist diese Hexe, von der alle immer erzählen. Mit dem Lächeln und alle mögen dich ...“ Sie hob die Stimme ein wenig und äffte Bibi nach: „Hex-hex!“ Dann blickte sie verächtlich zu Tina. „Und das ist deine stinknormale, langweilige beste Freundin, neben der du nach was ganz Besonderem aussehen kannst.“

Empört sah Tina sie an. „Bitte?“

Da trat der Betreuer der Neuankömmlinge nach vorn, wohl auch um von den Spannungen abzulenken, die sich gerade zwischen den Jugendlichen aufbauten. Dafür sprach auch sein breites Grinsen, mit dem er nun das schlecht gelaunte Mädchen vorstellte: „Das ist Marie-Therese ...“

Doch die fuhr ihn genervt an: „Disturber! Schon vergessen?“

Bibi stutzte. Disturber. Merkwürdiger englischer Name. Aber er passte. „Disturb“ bedeutete stören oder nerven. Und Disturber war anscheinend eine echte Unruhestifterin.

Der Betreuer, der ihre Launen offenbar schon zur Genüge kannte, zeigte unbeeindruckt auf den Jungen. „Das ist Aaron oder Silence.“

Silence lächelte, sagte aber kein Wort.

Auch der Name passte, fand Bibi. „Silence“ bedeutete Schweigen. Offenbar sprach der Junge nicht gern oder gar nicht.

„Und zu guter Letzt Alyssa oder Spooky“, beendete der Betreuer seine Vorstellung, indem er auf das Mädchen mit den Zöpfen wies.

Diese nickte und erklärte: „Nicht ich habe mir den Namen gegeben, sondern der Name hat mich ausgesucht und spiegelt auch mein wissenschaftliches Interesse an übernatürlichen Dingen wider. Stimmt es denn, dass in der letzten Nacht hier Meteoriten gelandet sein sollen?“

Bibi und Tina blickten sich erstaunt an. Das waren wirklich drei außergewöhnliche Gäste!

Ihr Betreuer kommentierte Spookys Frage knapp mit: „Ihr werdet es herausfinden!“ Dann holte er eine Akte aus seinem Rucksack und drückte sie Frau Martin mit einem breiten Lächeln in die Hand. “Hier die Infos zu den Kindern.“

Frau Martin ergänzte, etwas überrumpelt: „Großen Kindern.“

Woraufhin der Betreuer nur erwiderte: „Wir sehen uns in 14 Tagen wieder! Wir sind so dankbar, dass die Kinder hier ein paar Tage zur Ruhe kommen können. Das tut uns allen gut.“

Frau Martin schaute ihn leicht zweifelnd an. „Ja, hoffentlich – uns allen.“