Verlag: Brendow, J Kategorie: Geisteswissenschaft Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

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E-Book-Beschreibung Bube, Dame, König - Fabian Vogt

Korsika im Jahre 1736: Der verarmte deutsche Baron Theodor von Neuhoff wird vom aufständischen korsischen Adel einstimmig zum König von Korsika gewählt – doch schon nach einem halben Jahr muss er vor der feindlichen genuesischen Übermacht fliehen. Seinem Volk hinterlässt der König das Sinnbild ihrer Freiheit – die Mohrenflagge. London im Jahr 1756: Lord Frederik von Kilmarnoks Kutsche bahnt sich ihren Weg durch den heruntergekommenen Stadtteil Soho. In der Little Chapel Road verschafft er sich Zutritt zu einer einfachen Schneiderwerkstatt im Haus der Tapetenmalerin Isabelle. Dort richtet er seine Waffe auf einen ihm unbekannten Greis, drückt ab – und trifft mit Jizchak, einem messianischen Juden, den Falschen. Im Haus der ehrgeizigen Schneidertochter Isabelle hat der König von Korsika eine letzte Zuflucht gefunden – und noch auf dem Sterbebett diktiert er ihr seine unglaubliche Geschichte.

Meinungen über das E-Book Bube, Dame, König - Fabian Vogt

E-Book-Leseprobe Bube, Dame, König - Fabian Vogt

Fabian Vogt

BUBE

DAME

KÖNIG

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 9783865064486

© 2005 by Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers

1. digitale Veröffentlichung 2013 Zeilenwert GmbH

Inhalt

Cover

Titelseite

Impressum

Prolog

5. Dezember

6. Dezember

7. Dezember

8. Dezember

9. Dezember

10. Dezember

11. Dezember

Epilog

Nachwort

Danksagung

Verzeichnis der historischen Personen und Orte

Freuen Sie sich jetzt schon auf den nächsten Band!

Leseprobe

I.

Sie halten mich alle für einen Abenteurer, einen Heißsporn, einen Draufgänger, der sich nicht scheut, seine Seele zu verkaufen, wenn sie mit Genuss bezahlt wird. Einen taktlosen Emporkömmling, der vor keiner Schandtat zurückschreckt. Sie haben Recht. Ich habe die Spielregeln meines Lebens nach Lust und Laune verändert. Warum auch nicht? Ich habe mir die Welt angesehen und schnell entdeckt, wie sie funktioniert.

Die meisten Menschen leben wie Spielfiguren, die sich schon glücklich wähnen, wenn die Hand des Schicksals sie aus unerklärlichen Gründen auf der Spielfläche um einen Platz nach vorne schiebt. Einige wenige haben im Laufe der Zeit das Spiel erlernt und kämpfen fortan mit verkniffenen Gesichtern um die verlogene Anerkennung der Mitstreiter, die selbst gern auf dem Podest des Siegers stehen würden. Mir war das von Anfang an zu wenig. Ich wollte nicht irgendwelchen sittlichen Vorgaben genügen und mich für das brave Erlernen eines wohlanständigen Verhaltenskodex feiern lassen. Nein!

Ich war ein leidenschaftlicher Spieler und habe früh angefangen, die Regeln selbst zu bestimmen. Ich habe beobachtet, wie die Würfel auf den Tisch fallen, und sie dann zu meinen Gunsten gedeutet. Ich habe keine Vorgaben akzeptiert. Warum soll denn die Sechs immer die höchste Augenzahl sein? Das Leben schien mir jeden Morgen wie ein weißes Blatt, das danach giert, mit dem Gebot des Tages beschrieben zu werden. Ich habe mich täglich neu erschaffen. Es war himmlisch.

Doch wer die Regeln missachtet oder sie gar auf den Kopf stellt, gilt den vielen Angepassten und Hörigen als Feind. Es gibt wohl kaum etwas, das eine Person suspekter macht, als wenn sie nicht einzuordnen ist und sich den Konventionen entzieht. Sie hassen mich. Weil ich die Spielregeln diktierte. Sie sollten sich und der Welt endlich den wahren Grund eingestehen: Sie ertragen meine zügellose Freiheit nicht.

Freiheit hat schon immer Angst ausgelöst. Weil in ihr die größte Sehnsucht aller Menschen zum Ausdruck kommt. Und darum habe ich nicht nur Feinde gehabt, sondern auch leidenschaftliche Verehrer, fast krankhafte Anhänger, die als meine Jünger mit mir zogen und nie verstanden, dass man die wahre Freiheit keinesfalls in der Abhängigkeit von einem Anführer finden kann. Wie viele sind in diesen Jahren an meiner Seite gewesen? Ihre Gesichter verschwimmen in der Erinnerung.

Ich weiß nicht, ob ich begabt bin. Aber meine Freiheit hat mich mit einer seltenen Fähigkeit gekrönt: Ich schaue Menschen an und sehe mit einem Blick, wonach es sie gelüstet. Ihre Wünsche und ihr Verlangen bedrängen mich geradezu. Es ist, als erhofften sich die geheimsten Begierden eines Gegenübers von mir eine lang verwehrte Erhörung. Sie greifen nach mir mit wilder Verzweiflung. Anfangs habe ich sie abgewehrt. Doch dann habe ich gelernt, sie für mich zu nutzen. Wenn man weiß, was ein Mensch aus ganzem Herzen begehrt, ist er leicht zu fangen. Ich habe denjenigen, die zitternd vor Lust nach Leben vor mir standen, immer genau das versprochen, was sie sich am meisten wünschten. Und sie haben mir aus der Hand gefressen. Julia hat einmal gesagt, dass ich meiner Fähigkeit, den Suchenden ihre eigenen Sehnsüchte anzudrehen, alles verdanke. Sie hat mich einen »Traumverkäufer« genannt.

Wer Menschen für sich gewinnen kann und sich frei fühlt, die Spielregeln des Lebens selbst zu schreiben, darf getrost mutig sein. Ich bin in die Salons der höchsten Machthaber spaziert und habe mich dreist zu ihnen gesellt. Ich wurde in Zeitungen verrissen und in Mythen zu einem Gott gemacht, weil ich der Furcht vor der eigenen Existenz keinen Raum gab. Ich war über Jahre in Europa das beliebteste Gesprächsthema bei all denen, die sich einmal meine Frechheit gewünscht hätten. Ich habe Weltmächte herausgefordert und Geschichte geschrieben.

Nur eines, eines habe ich niemals gewagt: Ich habe niemals zu jemandem »Ich liebe dich!« gesagt. Nie! Manchmal war ich kurz davor, doch immer, wenn die Silben beinah die Lippen erreicht hatten, verschloss ich mich. Ich hatte Angst, mich der magischen Gewalt dieser drei Wörter auszuliefern. War das meine tiefste Sehnsucht? Lieben zu können? Ich weiß es nicht. O ja, vie le Frauen haben in meinen Armen gelegen, ich habe ihnen leidenschaftliche Geständnisse ins Ohr geflüstert und sie mit verführerischen Versen davon überzeugt, dass mein Herz ihnen gehört. Nur diese drei alles verändernden Wörter sind niemals in Anwesenheit eines anderen Menschen über meine Lippen gekommen. Eine Zeit lang war ich deswegen so verstört, dass ich anfing, vor dem Spiegel zu üben. Weinend habe ich geschrien: »Ich liebe dich! Ich liebe dich!« An ein anderes Ohr als das meine ist jene Erklärung, die einen Menschen so schmerzhaft verwundbar macht, aus meinem Mund aber nie gedrungen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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