Buchbesprechungen - Erich Fromm - E-Book

Buchbesprechungen E-Book

Erich Fromm

0,0
3,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Das E-Book ‚Buchbesprechungen‘ enthält insgesamt 36 Buchbesprechungen aus der Feder von Erich Fromm, die – mit Ausnahme der letzten – alle ursprünglich in deutscher Sprache verfasst wurden. Sie umfassen den Zeitraum von 1932 bis 1950. Die chronologisch sortierten Buchbesprechungen dokumentieren für die erste Schaffensphase von Fromm, was für sein gesamtes Leben Gültigkeit hatte: dass er ein sehr fleißiger Leser war und sich sein Interesse auf ein breites Spektrum der wissenschaftlichen Literatur bezog. Die besprochenen Bücher im Einzelnen - „Gabe. Herrn Rabbiner Dr. Nobel zum 50. Geburtstag dargebracht“ - Siegfried Bernfeld: „Die Schulgemeinde und ihre Funktion im Klassenkampf“ - Fedor Vergin: „Das unbewusste Europa. Psychoanalyse der europäischen Politik“ - Sir Galahad: „Mütter und Amazonen. Umriß weiblicher Reiche“ - Otto Heller: „Der Untergang des Judentums“ - Maria Dorer: „Historische Grundlagen der Psychoanalyse“ - Wilhelm Reich: „Der Einbruch der Sexualmoral. Zur Geschichte der sexuellen Ökonomie“ - Lord Raglan: „Jocasta’s Crime. An Anthropological Study“ - Willy Hellpach: „Elementares Lehrbuch der Sozialpsychologie“ - Sandford Fleming: „Children and Puritanism“ - S.M. and B.C. Grünberg: „Parents, Children and Money“ - E. Heidbreder: „Seven Psychologies“ - Jeoffrey Gorer: „The Revolutionary Ideas of the Marquis de Sade“ - Louis Berg: „The Human Personality“ - Alexander Kerensky: „The Crucified Liberty“ - I.S. Wile: „The Sex Life of the Unmarried Adult. An Inquiry into and an Interpretation of Current Sex Practice“ - Gerhard Adler: „Entdeckung der Seele“ - Carl Gustav Jung: „Wirklichkeit der Seele“ - Heinrich Meng: „Strafen und Erziehen“ - Peter Browe: „Beiträge zur Sexualethik des Mittelalters“ - John Dollard: „Criteria for the Life History“ - Margaret Mead: „Sex and Temperament in Three Primitive Societies“ - George Britt: „Forty Years – Forty Millions“ - Conrad Aiken: „King Coffin“ - Margaret Mead: „Cooperation and Competition Among Primitive Peoples“ - Harold D. Lasswell: „Politics: „Who Gets What, When, How“ - R. Osborn: „Freud and Marx“ - F. Brown: „Psychology and the Social Order“ - Carl J. Warden: „The Emergence of Human Culture“ - Paul Thomas Young: „Motivation of Behavior. The Fundamental Determinants of Human and Animal Activity“ - Roger W. Babson: „Actions and Reactions. An Autobiography“ - Wilhelm Stekel: „Die Technik der analytischen Psychotherapie“ - L. Ron Hubbard: „Dianetik“. Die Heilslehre der Scientology-Church“ - u.a.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 106

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Buchbesprechungen

Erich Fromm(2016i)[1]

Als E-Book herausgegeben und kommentiert von Rainer Funk

Erstveröffentlichung als E-Book 2016 unter dem Titel Buchbesprechungen in der Edition Erich Fromm bei Open Publishing, München.

Die E-Book-Ausgabe der einzelnen Beiträge dieses Sammelbandes orientiert sich an den von Rainer Funk herausgegebenen und kommentierten Textfassungen in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden, München (Deutsche Verlags-Anstalt und Deutscher Taschenbuch Verlag) 1999.

Die Zahlen in [eckigen Klammern] geben die Seitenwechsel in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden wieder.

Copyright © als E-Book 2016 by The Estate of Erich Fromm. Copyright © Edition Erich Fromm 2016 by Rainer Funk.

Inhalt

Buchbesprechungen

Buchbesprechung von „Gabe“. Herrn Rabbiner Dr. Nobel zum 50. Geburtstag dargebracht

Buchbesprechung von Siegfried Bernfeld: „Die Schulgemeinde und ihre Funktion im Klassenkampf“

Buchbesprechung von Fedor Vergin: „Das unbewusste Europa. Psychoanalyse der europäischen Politik“

Buchbesprechung von Sir Galahad: „Mütter und Amazonen. Umriss weiblicher Reiche“

Buchbesprechung von Otto Heller: „Der Untergang des Judentums“

Buchbesprechung von Maria Dorer: „Historische Grundlagen der Psychoanalyse“

Buchbesprechung von Wilhelm Reich: „Der Einbruch der Sexualmoral. Zur Geschichte der sexuellen Ökonomie“

Buchbesprechung von Fedor Vergin: „Das unbewusste Europa. Psychoanalyse der europäischen Politik“

Buchbesprechung von Lord Raglan: “Jocasta’s Crime. An Anthropological Study“

Buchbesprechung von Willy Hellpach: „Elementares Lehrbuch der Sozialpsychologie“

Buchbesprechung von Sandford Fleming: ”Children and Puritanism“

Buchbesprechung von S. M. and B. C. Grünberg: “Parents, Children and Money“

Buchbesprechung von E. Heidbreder: “Seven Psychologies“

Buchbesprechung von Jeoffrey Gorer: “The Revolutionary Ideas of the Marquis de Sade”

Buchbesprechung von Louis Berg: “The Human Personality”

Buchbesprechung von E. J. H. Buytendyik „Wesen und Sinn des Spiels“

Buchbesprechung von Alexander Kerensky: “The Crucified Liberty“

Buchbesprechungen von A. Forel: „Rückblick auf mein Leben“, V. P. Snowden: “An Autobiography“, R. H. P. Lockhart: “Retreat from Glory“

Buchbesprechung von I. S. Wile: “The Sex Life of the Unmarried Adult. An Inquiry into and an Interpretation of Current Sex Practice”

Buchbesprechung von Gerhard Adler: „Entdeckung der Seele“

Buchbesprechung von Carl Gustav Jung: „Wirklichkeit der Seele“

Buchbesprechung von Heinrich Meng: „Strafen und Erziehen“

Buchbesprechung von Peter Browe: „Beiträge zur Sexualethik des Mittelalters“

Buchbesprechung von John Dollard: “Criteria for the Life History”

Buchbesprechung von Margaret Mead: “Sex and Temperament in Three Primitive Societies”

Buchbesprechung von George Britt: “Forty Years – Forty Millions“

Buchbesprechung von Conrad Aiken: “King Coffin“

Buchbesprechung von Margaret Mead: “Cooperation and Competition Among Primitive Peoples”

Buchbesprechung von Harold D. Lasswell: “Politics: Who Gets What, When, How”

Buchbesprechung von R. Osborn: ”Freud and Marx“

Buchbesprechung von F. Brown: “Psychology and the Social Order”

Buchbesprechung von Carl J. Warden: “The Emergence of Human Culture”

Buchbesprechung von Paul Thomas Young: “Motivation of Behavior. The Fundamental Determinants of Human and Animal Activity

Buchbesprechung von Roger W. Babson: “Actions and Reactions. An Autobiography“

Buchbesprechung von Wilhelm Stekel: „Die Technik der analytischen Psychotherapie“

Buchbesprechung von L. Ron Hubbard: „Dianetik“. Die Heilslehre der Scientology-Church

Literaturverzeichnis

Der Autor

Der Herausgeber

Impressum

Buchbesprechung von„Gabe“.Herrn Rabbiner Dr. Nobel zum 50. Geburtstag dargebracht

(1922c)[2]

Das Prinzip dieser Festschrift mag zunächst eigenartig anmuten. Ihre Anordnung geht nicht von einem objektiven Einteilungsprinzip des Stoffes aus, sondern ist nur zu verstehen aus der persönlichen Beziehung der Mitarbeiter zu Rabbiner Nobel. Aber gerade aus der Mannigfaltigkeit der behandelten Themen, die aus religiösen, philosophischen, ästhetischen, historischen und politischen Gebieten jüdischer und nichtjüdischer Sphäre geschöpft sind, ist zu erkennen, von wie verschiedenen Gebieten her Männer und Jünglinge zu ihm als Repräsentanten des sie alle bindenden und einenden Judentums kamen. Die Festschrift wird eingeleitet durch ein Sonett, das deutlicher Ausdruck der Wirkung dieser Persönlichkeit auf den ganzen Kreis ist. Im Rahmen einer Besprechung ist es nicht möglich, die 16 Beiträge einzeln zu charakterisieren. Hervorgehoben sei nur Folgendes:

Hermann Cohen, den mit Rabbiner Nobel innige persönliche Freundschaft verband, ist in der Gabe mit den aus seinem Nachlass zum ersten Mal gedruckten Briefen über Gottfried Keller vertreten, die, wie der Herausgeber Franz Rosenzweig mit Recht hervorhebt, nicht nur viel Wesentliches und Neues über Keller aussagen, sondern auch „in die letzten Tiefen der Persönlichkeit Cohens hineinleuchten“. Außerdem aber beschäftigen sich noch zwei andere Beiträge der Festschrift mit diesem Großen, beide von Rabbiner Nobel selbst: sein Glückwunsch zu Cohens 70. Geburtstag sowie die tief und warm kennzeichnenden Hexameter, die dem Grabstein des Denkers eingegraben sind.

Siegried Kracauers „Gedanken über Freundschaft“ bringen eine verstehende, begrifflich klare und doch ganz gefühlte Darstellung der verschiedenen Möglichkeiten, Freundschaft zu empfangen und zu geben. Die bei derartigen soziologischen Untersuchungen bestehende Gefahr, über dem notwendigen Systematisieren und dem Herausstellen der Begriffe die lebendige Selbständigkeit des Gefühls zu vergessen, ist hier glücklich vermieden.

Ernst Simon versucht in seiner kleinen Abhandlung „Platon und die Tragödie“ den Widerspruch zwischen diesen beiden Haupttatsachen der antiken Kultur durch eine neue Deutung zu lösen: Die Tragödie des Sokrates sei in ihrer Einwirkung auf den jugendlich liebenden Schüler ihm der Anstoß gewesen, vom ästhetischen Pessimismus der Tragödie zum ethischen Optimismus seines „Staates“ fortzuschreiten.

Die uns am bedeutendsten erscheinende Arbeit ist „Das Dämonische“ von Leo Löwenthal deshalb, weil hier [X-029] stark metaphysische Intuition unmittelbar zu spüren ist, selbst dann noch, wenn gelegentlich die Reste philosophischer Schulsprache allzu deutlich sind. Der Verfasser führt uns in jenes Zwischenreich, das, von Gott verlassen, für die Dämonen frei bleibt, die in den Gestalten der unverstandenen und gefürchteten Natur, der Engel, Teufel, Amouretten des auf Antwort verzichtenden Selbst, Antwort gewordenen Problems oder bestenfalls einer auf Sinndeutung verzichtenden unmittelbaren Erfassung der Erscheinungswelt an uns vorüberziehen. Ihr Reich ist da und nur da, wo Gott nicht ist, doch nur, weil er ist, kann ihr Reich sein.

Leichter fassliche, wenn auch nicht minder tiefe Einblicke in das Gebiet des Religiösen gewähren die fünf kurzen Predigten, von denen zwei Eugen Meyer und drei chassidische Martin Buber mitteilt. Etwas über deren herrlichen Inhalt zu sagen, unterlassen wir – hier kann man nur selbst lesen.

Zum Schluss sei noch auf die temperamentvolle Abrechnung mit einer heute als Goluserscheinung[3] vorkommenden, doch unjüdischen Art von „Rechtgläubigkeit“ hingewiesen, die Eugen Meyer in seinem Beitrag „Räumet, räumet, machet Bahn!“ vornimmt. Wir spüren eine warme Liebe, die nicht nur das Alte erneuern, sondern auch seine Verfälschung niederreißen will. – Dies alte und ewig Junge soll uns in schönen Übersetzungen häuslicher Gebete vermittelt werden, die zum Eindringen in das „heilige Original“ selbst führen sollen und können. Mit diesem Beitrag schließt Franz Rosenzweig das wertvolle Buch.

Buchbesprechung von Siegfried Bernfeld:„Die Schulgemeinde und ihre Funktion im Klassenkampf“

(1930c)[4]

Die oberste Frage jeder sozialistischen Politik – also auch der Schul- und Erziehungspolitik ist die nach der Bedeutung einer Maßnahme für die Situation des Klassenkampfes.

Bernfeld gibt eine Analyse der Funktion der bürgerlichen Schule im Klassenkampf. Sie dient dazu, die Bindung des Kleinbürgertums an die herrschende Klasse zu fördern und die Möglichkeit seines Bündnisses mit dem Proletariat zu zerstören. Das Schulheim hat dieselbe Funktion für die Kinder, die infolge einer besonderen Gefährdung der ökonomischen, sozialen, ideologischen Situation ihrer Familie in der allgemeinen Schule ihrer Klasse entfremdet werden könnten. „Es ist sozusagen die bürgerliche Form der Verwahrlosung, die durch das Schulheim erfolgreich bekämpft wird.“ Die Kinder der Kleinbourgeoisie leben dort ebenso vollkommen ökonomisch gesichert, wie nur die Großbourgeoisie, „und entwickeln daher – als Überbau über diese ihre Situation – deren Ideologie“. Das Schulheim kann also keine Forderung sozialistischer Schulpolitik sein.

Eine positivere Einstellung vom Standpunkt der sozialistischen Schulpolitik nimmt der Verfasser zur Schulgemeinde ein. Es kommt der bürgerlichen Schule nicht in erster Linie darauf an, Wissen und Bildung zu vermitteln, sondern diese geistigen [X-039] Waffen werden den ihrer Klassenlage nach dem Proletariat nahestehenden Schichten des Bürgertums nur unter einer Bedingung ausgeliefert:

sie müssen eine psychische Struktur mit ins Leben nehmen, die verhindern wird, dass sie diese kostbaren Waffen je anders denn als Leib- und Geisteigene des Kapitals benutzen könnten.

Dieser Unterrichtserfolg wird vermittelt durch die für die bürgerliche Schule typische Disziplin. Bernfeld sieht in der die ganze Schülerschaft umfassenden Schulgemeinde einen Ansatzpunkt für eine revolutionäre Schulpolitik, wenn die Schülerbewegung sich mit der proletarischen verbindet und die Pädagogik als ein Stück Klassenkampf verstanden wird.

Die Bernfeldsche Schrift ist weit über den Rahmen der Spezialfrage, die sie untersucht, hinaus außerordentlich lesenswert, weil hier einer der bisher noch seltenen Versuche vorliegt, ein gesellschaftliches Problem in seiner sozialen und psychologischen Struktur mit den Methoden zu verstehen, deren gleichzeitige Anwendung allein ein volles Verständnis ermöglicht: der marxistischen Soziologie und der Freudschen Trieblehre. (Dr. Erich Fromm, Heidelberg)

Buchbesprechung von Fedor Vergin:„Das unbewusste Europa. Psychoanalyse der europäischen Politik“

(1932c)[5]

Dieses Buch[6], das die geheimen, unbewussten Triebfedern und Hintergründe der europäischen Politik aufzeigen und sogar ein praktischer Wegweiser für die Politik sein will, mutet wie eine Karikatur einer falschen, psychologistischen Soziologie an. Karikatur deshalb, weil die von dieser Methode gemachten Fehler, soziales Geschehen ohne Zusammenhang mit seinen wirtschaftlichen Wurzeln als Produkt irgendwelcher an der rechten Stelle auftauchender Triebe zu „erklären“, hier bis zum grotesken Extrem übertrieben werden. Der Autor meint einleitend:

Hinsichtlich der Politik muss jedoch zuerst ernsthaft die Forderung erhoben werden, dass die politischen Erscheinungen in ihren übertriebenen Symptomen als seelisch krankhaft erkannt und anerkannt werden.

Er gibt dann weiter an:

Von Wichtigkeit (...) sind allerdings alle rein materiellen, rein wirtschaftlichen Ursachen. Dies wurde, wenn auch vielfach stillschweigend, in Rechnung gestellt.

Als Quelle seiner Orientierung über diese Frage gibt der Verfasser Lewinsohns (Morus), „Geld in der Politik“ an. Er kommt zu dem Schluss, die Weltfinanz sei „dem Seelenleben des Einzelnen wie den kollektiven Größen ebenso untertan, als ob das Geld nicht existiere“. Auf diesem Niveau geht es das ganze Buch hindurch weiter. Es sei nur bemerkt, dass der Verfasser auch von der Psychoanalyse nur die oberflächlichsten Kenntnisse zu haben scheint, dass es sich also durchaus nicht etwa um eine psychoanalytische Untersuchung handelt. (Erich Fromm, Berlin)

Buchbesprechung von Sir Galahad:„Mütter und Amazonen. Umriss weiblicher Reiche“

(1932d)[7]

Die Verfasserin will in diesem Buch eine „erste weibliche Kulturgeschichte“, einen „Umriss weiblicher Reiche“ geben. Unter Zugrundelegung der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, vor allem von Bachofen, Briffault, Frobenius, aber auch vieler anderer, will sie ein zusammenfassendes Bild jener Gesellschaften geben, in denen die Frau mehr oder weniger ausschließlich herrschte und mütterliche Züge die Kultur bestimmten. Es wird zunächst eine schöne Darstellung der Bachofenschen Theorie und speziell seiner Symboldeutung gegeben; dann werden die verschiedenen Kulturen behandelt, von denen mutterrechtliche Züge bekannt sind (besonders ausführlich hierbei Nordamerika, Mittel- und Südamerika, Afrika, Ägypten). Endlich wird eine kritische Darstellung der verschiedenen Theorien über das Mutterrecht gegeben, der am Ende die kurze Darstellung des Amazonenproblems folgt.

Inwieweit im einzelnen das von der Verf. herangezogene Material wissenschaftlich gesichert ist, kann der Ref[erent] nicht entscheiden. Es kommt bei diesem Werke wohl auch weniger auf die Richtigkeit von Einzelheiten an als darauf, dass in einer sehr geistreichen, graziösen und lebendigen Weise dem Leser ein Bild der viel vernachlässigten mütterlichen Elemente der Kultur gegeben wird, wobei die Verfasserin sich durch ein feines Verständnis für Unbewusstes und Symbolik als besonders geeignet für diese Aufgabe erweist.

Obwohl die Verf. am Schlusse erklärt, dass von einer „Wiederkehr des Gleichen“ in der Geschichte keine Rede sein könne, ist sie durchaus undialektische Romantikerin, und ihre Polemik gegen den historischen Materialismus, den sie mit dem bürgerlichen Rationalismus verwechselt, ist oberflächlich. (Erich Fromm, Berlin)

Buchbesprechung von Otto Heller:„Der Untergang des Judentums“

(1932e)[8]

Auf den ersten 48 Seiten versucht der Verfasser eine Analyse der jüdischen Entwicklung in der Antike.