Café-Theologie - Michael Lloyd - E-Book

Café-Theologie E-Book

Michael Lloyd

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Beschreibung

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Ihrem Lieblingscafé, umgeben von Freunden, und tauchen in tiefgründige Gespräche ein: dafür ist dieses Buch gemacht. Die Café-Theologie von Michael Lloyd nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch zentrale Stationen des christlichen Glaubens: vom Sündenfall über die Menschwerdung Jesu bis hin zu seiner Auferstehung und Himmelfahrt. Auf dem Weg macht er Halt bei der Dreifaltigkeit und der Kirche und das alles mit einer unnachahmlichen Mischung aus tiefgründiger Erkenntnis, britischem Humor und erfrischender Ehrlichkeit. Lloyd versteht es meisterhaft, komplexe theologische Themen verständlich und zugänglich zu machen. Sein Ziel: Den Leserinnen und Lesern eine neue, lebendige Perspektive auf Gott, den Schöpfer und Lebensspender, zu eröffnen. Und das Beste daran? Man muss kein Theologie-Professor sein, um diesem Buch zu folgen. Es richtet sich an alle, die bereit sind, sich auf eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Glauben einzulassen. Ein begleitender Studienführer unterstützt dabei, die einzelnen Themen zu reflektieren und auf das eigene Leben anzuwenden. Café-Theologie ist ein Buch für alle, die den christlichen Glauben mit Kopf und Herz erforschen möchten am besten bei einer guten Tasse Kaffee und in inspirierender Gesellschaft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 729

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Michael Lloyd

Café-Theologie

Gott, das Universum und das große Ganze

Titel der Originalausgabe:

Café Theology

© 2005 Michael Lloyd 2005

Illustrations © Charly Macksey 2005

Originally published in Great Britain by Alpha International in 2005. This edition first published in Great Britain in 2020 by Hodder & Stoughton, an Hachette UK Company, in partnership with Alpha International.

Übersetzung aus dem Englischen: Renate Hübsch

Lektorat: Uwe Bertelmann

Bibelzitate sind folgender Ausgabe entnommen: Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen. © 2011 Genfer Bibelgesellschaft.

Weitere verwendete Bibeltexte sind wie folgt gekennzeichnet:

EÜ – Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. © 2016 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.

GNB – Gute Nachricht Bibel. © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Hfa – Hoffnung für alle®. © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica Inc.™

LU – Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

MSG – The Message by Eugene H. Peterson. © 1993, 1994, 1995, 1996, 2000. Nav-Press Publishing Group. Alle Rechte vorbehalten. Dt. Fassung: Renate Hübsch.

NLB – Neues Leben. Die Bibel. © der deutschen Ausgabe 2002/2006/2017 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen.

ELB – Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen.

Edition Pulsmedien

© 2025 Brunnen Verlag GmbH

Gottlieb-Daimler Straße 22, 35398 Gießen

www.brunnen-verlag.de / [email protected]

Die Nutzung von Bild-, Sprach- und Textdaten für sog. KI-Trainings und ähnliche Zwecke ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung erlaubt.

Umschlagabbildung: Bruce and Rebecca Meissner/stocksy.com

Umschlaggestaltung: Jonathan Maul/Brunnen Verlag GmbH

Satz: Brunnen Verlag GmbH

ISBN Buch 978-3-7655-2216-1

ISBN E-Book 978-3-7655-7777-2

Inhalt

Vorwort zur ersten Auflage

Vorwort

Einführung

1 Schöpfung

2 Fall

3 Vorsehung

4 Inkarnation

5 Versöhnung

6 Auferstehung und Himmelfahrt

7 Geist

8 Trinität

9 Der endgültige Sieg Gottes

10 Kirche

Epilog

Fragen zur Vertiefung

Endnoten

Register

Vorwort zur ersten Auflage

Seit vielen Jahren ist Michael Lloyd regelmäßig Gastreferent bei unseren jährlichen kirchlichen Studientagen. Nach einer besonders gut angekommenen Seminarreihe, die Michael 1998 für Focus gehalten hat, baten wir ihn, die dort vermittelten Inhalte in Schriftform zu gießen. Das Ergebnis ist dieses Buch, und es ist uns eine große Freude, dass wir es nun veröffentlichen können.

Michael ist ein enthusiastischer und inspirierender Lehrer mit einer ansteckenden geistigen Beweglichkeit und einem großartigen Sinn für Humor. Er hat die erstaunliche Fähigkeit, die Geheimnisse der christlichen „Theologie“ zugänglich und relevant zu machen – immer mit jeder Menge an Denkanstößen, aber mit einem Minimum an Fachjargon und einer gesunden Dosis an Vergnügen!

Erwachsen aus einer theologischen Seminarreihe eignet sich das Buch sowohl für die persönliche Lektüre als auch für das Studium in der Gemeinde oder einer Kleingruppe. Wenn du also mehr über Theologie wissen willst, dann ist dieses Buch genau das richtige – unabhängig von deinem Hintergrundwissen oder deiner Beschlagenheit in theologischen Fragen. Es ist großartig!

The Rt Revd Sandy Millar

Ehemaliger ehrenamtlicher Weihbischof in der Diözese London und Pfarrer der Holy Trinity Bromton Church von 1985 bis 2005

Vorwort

Eine vierte Auflage ist natürlich eine lächerliche Idee. Wie Oscar Wilde zu den Verlegern gesagt haben könnte: „Einen Fehler zu machen, mag als Unglück angesehen werden; denselben Fehler zweimal zu machen, muss als Nachlässigkeit angesehen werden.“ Was er von vier Mal halten würde, weiß ich nicht. Um fair zu sein, ist dies das erste Mal, dass der neue Verlag von Café Theology, Hodder and Stoughton, diesen Fehler macht. Vielleicht lernen sie daraus – aber hoffentlich nicht.

Seit der dritten Ausgabe bin ich zum Rektor von Wycliffe Hall, einem theologischen College der Church of England in Oxford, ernannt worden. Besuche uns auf www.wycliffe.ox.ac.uk oder besuche uns an einem unserer Tage der offenen Tür. Ich liebe die Arbeit hier mit meinen wunderbaren Kollegen und Studenten. (Ich erwarte nicht, dass ich viele Exemplare an sie verkaufe – sie haben genug gelitten.) Und ich habe es sehr genossen, Andy Lyon und das hervorragende Redaktionsteam bei Hodder kennenzulernen.

In dieser Ausgabe habe ich einige Informationen, die veraltet waren, aktualisiert. Zum Glück gilt das nicht für die Informationen über Gott. Ich bete, dass Gott dieses Buch dazu benutzt, Menschen tiefer zu seiner unveränderlichen Güte und Schönheit hinzuziehen.

Michael Lloyd

Einführung

Das Bemühen, einen Titel für dieses Buch zu finden, hat viel Vergnügen gemacht. Weil dieses Buch den Bogen von der Schöpfung bis zur neuen Schöpfung spannt, wollte ich es From Primeval Soup to Apocalyptic Nuts1 nennen, aber der Verlag sagte mir, dass es damit in den Buchhandlungen im Regal mit den Kochbüchern landen würde. Einer meiner Studenten schlug vor: Alles, was du schon immer über Gott wissen wolltest, aber zu beschränkt warst, selbst herauszufinden – eine charmante Idee, die der Verlag aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund auch nicht wollte. (Tut mir wirklich leid, James.)

Wir dachten daran, es Das große Gesamtbild zu nennen, weil es versucht zu zeigen, wie wir uns in das große Ganze von Gottes Plänen einfügen – und so einen Sinn finden. (Dann hätte ich es auch „Mein großes Bilderbuch“ nennen können!)

Wir haben mit der Idee von Mere Theology (Reine Theologie) gespielt, weil es, wie C. S. Lewis’ Mere Christianity (dt. Titel: Christsein schlechthin oder Pardon, ich bin Christ)2, versucht, ein Verständnis des Glaubens zu vermitteln, das Christen jeder Tradition und Ausprägung gemeinsam ist. Dieser ökumenische Ansatz liegt mir ohnehin im Blut, da ich römisch-katholische Familienmitglieder habe, eine Zeit lang in einer unierten Gemeinde in Kanada Gottesdienst gefeiert habe, in einer anglo-katholischen Kirche aufgewachsen bin, dann an der Universität mit dem Evangelikalismus in Berührung gekommen bin und in einer charismatischen Gemeinde und an einer theologischen Hochschule in anglo-katholischer Tradition gearbeitet habe. Ich bin der festen Überzeugung, dass verschiedene Gottesdienststile unterschiedliche Aspekte des Wesens Gottes widerspiegeln und dass es daher unsere Erfahrungen mit Gott bereichern wird, wenn wir einander zuhören und miteinander Gottesdienst feiern.

Deshalb habe ich in diesem Buch viel zitiert – zum einen, damit die Leserinnen und Leser ihre eigene Tradition vertreten sehen und sich verstanden fühlen, zum anderen, damit sie einige theologische Größen in deren eigenen Worten lesen können, und zum Dritten, um den komplementären Reichtum der verschiedenen christlichen Traditionen aufzuzeigen. Um zu verhindern, dass ich Dinge sage, die Christen aus anderen Teilen der Kirche auf die Nerven gehen, habe ich viele Freunde und Kollegen gebeten, den ersten Entwurf durchzulesen und zu kommentieren. Sehr dankbar bin ich Nigel Lloyd, Carina Lloyd, Margaret Atkins, Tom Wright, Lynnae Williams, Martyn Percy, John Bardwell, Bill Scott, James Heard, Ana Pollard, Ayla Lepine, Annie Rey, Ed Carlisle, Dave Bookless, Barbara Mearns und vor allem meinen wunderbaren Redakteuren Jo Glen und Julia Evans für die Zeit und Mühe, die sie sich mit dem Skript gemacht haben, und John Jarick dafür, dass er mir freundlicherweise eine Liste mit Errata geschickt hat. Ich möchte auch Jeremy Crossley dafür danken, dass er mich ermutigt hat, die Vorträge zu halten, aus denen schließlich dieses Buch entstanden ist, und Julia und Peter Harvey für die (nicht ausschließlich essbare) Unterstützung, die sie mir beim Schreiben des Buches gegeben haben (nicht dass es ungenießbar gewesen wäre, versteht ihr). Ich bin auch dem Spurgeon’s College sehr dankbar für gutes Essen und die Gemeinschaft während der Arbeit an diesem Buch.

Am Ende haben wir uns für Café Theologie entschieden. Manchmal befürchten die Menschen – so auch ich –, wenn man es mit dem Christsein zu ernst nimmt, müsse man vieles von den schönen Dingen des Lebens aufgeben, um sich auf „geistliche“ Dinge zu konzentrieren. So hat mich immer die Sorge geplagt, dass ich es als konsequenter Christ nicht mehr verantworten könnte, Zeit mit den Dingen zu verbringen, die mir am meisten Spaß machen, wie Musik hören, ins Theater gehen, in den Bergen wandern oder mit Freunden ins Café gehen. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass diese Sorge zutiefst unbegründet ist. Gott hat uns als mehrdimensionale Wesen geschaffen, und ein Leben in Gemeinschaft mit ihm wird immer mehr Dimensionen des Lebens einschließen, nicht weniger. Die gewöhnlichen Freuden des Lebens bleiben nicht auf der Strecke – sie werden aufgenommen, richtig gelenkt und richtig genossen. Ich habe also versucht, eine Theologie anzubieten, die die Vielfalt, die Körperlichkeit, die Beziehungsfähigkeit und die Kreativität der Schöpfung Gottes bejaht und feiert – und das alles in bewusster und dankbarer Abhängigkeit von und im Dialog mit ihm genießt.

Ich hoffe, dieses Buch vertieft deinen Glauben, wenn du einen Glauben hast. Ich hoffe, es vermittelt eine Vorstellung davon, wie der christliche Glaube von innen aussieht, wenn du keinen hast. Und ich hoffe, dass es dir zu einer tieferen und lebendigeren Freude am Leben und an dem, der das Leben gibt, verhilft. Und weil ich so viel von diesem Reichtum in meinem eigenen Leben mit meiner Familie erlebt habe, widme ich dieses Buch in Dankbarkeit und Liebe meinen Brüdern und Schwestern: Julian und Jean, Nigel und Karen, Tim und Carina.

Michael Lloyd

1 Schöpfung

Schauen wir uns zunächst zwei Aussagen darüber an, woher wir kommen und wozu wir da sind. So schreibt der atheistische Philosoph Quentin Smith:

Es ist einfach eine Tatsache, dass der vernünftigste Glaube der ist, der besagt, dass wir aus dem Nichts, durch nichts und für nichts entstanden sind. […] Wir sollten […] anerkennen, dass wir auf dem Nichts gründen, und Ehrfurcht vor der wunderbaren Tatsache empfinden, dass wir die Chance haben, kurz an diesem unglaublichen Sonnenaufgang teilzunehmen, der die Herrschaft des Nichtseins völlig unbegründet unterbricht.3

Und der Theologe und leidenschaftliche Koch und Gourmet Robert Farrar Capon beginnt sein Buch The Third Peacock wie folgt:

Ich will dir sagen, warum Gott die Welt geschaffen hat. Eines Nachmittags, bevor irgendetwas erschaffen wurde, saßen Gott, der Vater, Gott, der Sohn, und Gott, der Heilige Geist, in der Einheit ihrer Gottheit beisammen und diskutierten über eine der fixen Ideen des Vaters. Seit ewigen Zeiten, so scheint es, war er immer an dieser Sache mit dem Sein dran. Er dachte sich immer wieder alle möglichen unnötigen Dinge aus – neue Arten zu sein und neue Dinge, die sein könnten. Und während sie sich unterhielten, sagte Gott, der Sohn, plötzlich: „Da ist ja doch wirklich ganz viel dran. Warum gehe ich nicht raus und mische uns mal was zusammen?“ Und Gott, der Heilige Geist, sagte: „Prima! Lass mich helfen.“ Also packten sie es an, und nach dem Abendbrot veranstalteten der Sohn und der Heilige Geist eine großartige Show für den Vater. Sie war voller Wasser und Licht und Frösche; überall fielen Tannenzapfen herunter, und die ausgefallensten Fische schwammen in den Weingläsern herum. Es gab Pilze und Trauben, Rettiche und Tiger – und überall Männer und Frauen, die das probierten, damit jonglierten, sich daruntermischten und es liebten. Und Gott, der Vater, sah sich die ganze wilde Party an und sagte: „Wunderbar! Genauso hatte ich es mir vorgestellt!“4

Es gibt im Grunde nur zwei mögliche Sichtweisen auf das Universum, in dem wir leben. Im Kern muss es entweder persönlich oder unpersönlich sein. Es ist entweder das Produkt einer Person oder das ungeplante, unbeabsichtigte Nebenprodukt des Unpersönlichen + Zeit + Zufall.5

Quentin Smith glaubt, dass das Universum letztlich unpersönlich ist. Er sieht das Leben als willkürlich („für nichts … völlig unbegründet“) und flüchtig („kurz“). Robert Farrar Capon hingegen glaubt, dass das Universum letztlich persönlich ist. Es entsteht aus Beziehung, Kreativität, Freude und Liebe. Es ist zielgerichtet („für den Vater“, „um zu lieben“) und auf Beständigkeit gegründet („seit ewigen Zeiten“).

Im Blick auf das Universum können wir keine wichtigere Entscheidung treffen als diese. Steht dahinter eine Person oder nicht? Wie man das Universum betrachtet, wie man es behandelt, was man sich von ihm erhofft und ihm gibt, wie man das eigene Leben, die eigene Arbeit, die eigenen Beziehungen und die eigenen Ziele sieht – all das wird entscheidend davon geprägt, wie man diese Frage beantwortet. Die Bibel spannt uns mit ihrer Antwort nicht lange auf die Folter: „Am Anfang schuf Gott […]“ (1. Mose 1,1).

In den jüdischen und christlichen Schriften, die mit diesen Worten beginnen, finden wir die Geschichte, die unserer Welt einen Sinn gibt – unserem Leben, unseren Sehnsüchten, unseren Werten und unseren schwachen und frustrierten Versuchen, zu verstehen, wer wir sind und wofür wir da sind.

1. Hinter der Schöpfung steht eine Person

Die Bibel macht von Anfang an unmissverständlich deutlich, dass hinter der Schöpfung eine Person steht. Sie stellt sich eindeutig auf die Seite eines personalen Verständnisses des Lebens, des Universums und von allem. Bevor das Universum überhaupt erwähnt wird, hat uns die Bibel bereits eine Person vorgestellt. Mir scheint, wir Menschen sind sehr empfänglich für diese Idee, denn wir sind personale Wesen. Das Wertvollste, was wir aus unserer eigenen Erfahrung kennen, sind Menschen. Deshalb überrascht es uns nicht zu erfahren, dass eine Person hinter der Realität steht und für sie verantwortlich ist. Es gibt viele Dinge in unserer Erfahrung, die nicht so sind, wie wir es erwarten, und nicht so, wie wir es uns wünschen, die uns überraschen und die wir nicht so sehr mögen. In Kapitel zwei werden wir fragen, warum das so ist. Aber die Vermutung, dass hinter allem, was existiert, eine Person steht, bringt etwas in uns zum Klingen, denn sie gibt uns das Gefühl einer grundlegenden Berufung, ein Gefühl von Wiedererkennen, wir spüren Verwandtschaft und Zugehörigkeit.

Dass die Existenz auf eine Person zurückgeht, war schon immer grundlegend für ein vertiefendes Verständnis dessen, was wir sind. Aber vielleicht war diese Überzeugung noch nie so wichtig wie heute. Denn wir leben in einer (so hat es jedenfalls den Anschein) unpersönlichen Welt. Für das Gesundheitswesen sind wir eine Versichertennummer, für die Post eine Postleitzahl und für das Finanzamt eine Steuernummer. Und auch wenn sich die Mitarbeitenden dieser wichtigen Institutionen bemühen, hinter jeder Statistik einen Menschen zu sehen, bedeutet die schiere Menge an Anträgen, Formularen, Briefen, Häusern und Anrufen, mit denen sie zu tun haben, dass der Anteil an echten Beziehungen, der bei diesen Interaktionen möglich ist, zwangsläufig gering ist. Vorbei sind die Zeiten, in denen dein Hausarzt zu dir nach Hause kam, sich Zeit für ein Gespräch nahm und deine Familie kennenlernte. Oder der Mitarbeiter deiner Bank deine finanzielle Situation und deren Auswirkungen auf deine Familie und deine sonstigen Verpflichtungen kannte. Wir leben in größerer Beziehungsdistanz, vielleicht abgesehen von einer kleinen (und manchmal recht fragilen) Schar von Freunden und Verwandten. Wir sehnen uns schmerzlich nach Gemeinschaft, sind aber in der Regel zu beschäftigt, um sie zu schaffen oder viel dazu beizutragen. Und wie Mutter Teresa bemerkte, ist Einsamkeit eines der auffälligsten und deprimierendsten Merkmale der westlichen Welt. Es ist wichtig für uns zu wissen, dass unsere Welt nicht nur ein kaltes, leeres, unpersönliches Produkt von Zeit und Zufall ist.

Und in diese Situation hinein verkündet die Bibel ihre uralte Botschaft mit neuer Frische, Kraft und Relevanz. Hinter allem steht eine Person. Die Schöpfung birgt also die Möglichkeit einer Beziehung zu der Person, die sie geschaffen hat, und das verändert unsere Lebenserfahrung. Ein Bild, das deine kleine Tochter gemalt hat, ist für dich viel wertvoller, als wenn es einfach von jemandem gemalt worden wäre, den du nicht kennst. Ein einfaches Essen, das dein Mann als Liebesbeweis gekocht hat und das ihr gemeinsam genießt, ist viel schöner als ein Gourmetessen, das du allein isst. Orte, die du mit deiner Frau besucht hast, als ihr frisch verliebt wart, behalten ein Leben lang ihre Bedeutung. Ein Leben, das in Beziehung zu der Person gelebt wird, die dich erschaffen hat – wie zögerlich und uneindeutig diese Beziehung auch sein mag –, ist unendlich viel reicher als ein Leben, das in dem Glauben gelebt wird, dass das Universum letztlich unpersönlich und das Leben letztlich unerneuerbar ist. Glaube daran, dass hinter dem Ganzen eine Person steht, und die ganze Schöpfung wird zu einem Ort, an dem wir uns mit unserem Geliebten treffen können.

An Bord des PanAm-Flugs, der 1988 über Lockerbie in die Luft gesprengt wurde, waren drei Freunde bzw. Freundinnen von mir. In den Unterlagen einer von ihnen, Sarah Aicher, fanden wir diesen Satz: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass jede Zelle schwanger, jedes Atom angeschwollen ist von der starken, sicheren Liebe Gottes zu mir und zur ganzen Schöpfung.“ Was Sarah manchmal empfand, ist in Wirklichkeit immer der Fall, denn es gibt eine Person hinter und in der Welt, in der wir leben. Und das ist es, was Spiritualität eigentlich ausmacht: sich dafür zu öffnen, dies gelegentlich und flüchtig wahrzunehmen, sich darin zu üben, dies dauerhaft und konsequent zu glauben, und zu lernen, auf dieser Grundlage sinnerfüllt und mit Freude zu leben. Das ist keine glamouröse oder ätherische Angelegenheit; es geht vielmehr darum, ein gewöhnliches, alltägliches Leben in Gemeinschaft mit dem Geber des Lebens zu führen. George Herbert hat es in seinem großen Gedicht „Das Elixier“ so ausgedrückt:

Lehre mich, mein Gott und König,

in allen Dingen sehen Dich,

Und all mein Tun, ob viel, ob wenig,

lass es tun mich als für Dich.

„Lehre mich“ beginnt es, denn wir müssen gelehrt werden, Gott in allem zu sehen. Das ergibt sich nicht von selbst. Es ist eine Fähigkeit, die man sich aneignen muss, eine Kunst, die man erlernen muss. Es ist eine der Aufgaben, die für ein christliches Leben, ja für ein menschliches Leben, erforderlich sind. Herbert fordert uns auf, Gott „in allen Dingen“ zu sehen – nicht nur in „geistlichen“ Dingen, nicht nur im Gebet oder im Gottesdienst, sondern in allen Dingen, denn alle Dinge sind von Gott geschaffen worden, und wir können ihm in allem begegnen. Ihm können wir in allen Dingen begegnen, und all unsere Handlungen können wir für ihn tun. Alle Dimensionen dessen, wer wir sind und was wir tun, können in der Wärme und kreativen Eigenart von Beziehung gelebt werden.

Ein Auge, das auf Glas schaut,

kann nichts als Glas dort sehen.

Oder es blickt hindurch,

und kann den Himmel erspähen.

Wenn du willst, kannst du dein Fenster betrachten und die Flecken und Schlieren, die Regentropfen und den Vogeldreck bemerken oder, wie in meinem Fall, die Schnörkel und Kringel des Glasers, die mich davon abhalten sollen, gegen das Glas zu laufen, und die in den zwei Jahren seit dem Einbau noch nicht abgewischt wurden. Oder du kannst hindurchschauen, denn dafür ist ein Fenster schließlich da. Ähnlich verhält es sich mit der Schöpfung – du kannst sie dir ansehen, und das ist auch gut so. Sie ist ein Ort der Neugier, des Staunens und der Schönheit, und wir werden noch sehen, dass sie betrachtet, erforscht, genossen und gefeiert werden sollte. Aber sie kann auch ein Fenster sein, durch das man die Schönheit und die Liebe sieht, aus der sie (und wir) entsprang.

Und das kann alles, was wir tun, verändern und so aus Plackerei etwas Göttliches machen:

Dem Diener, der versteht,

wird Mühsal heiliges Geschäft.

Wer eine Stube fegt, als sei’s nach göttlichem Gesetz,

veredelt seine Tat und macht sie recht.

Zu Gold wird alles gleich

durch diesen edlen Stein.

Denn was Gott anrührt und besitzt,

kann nicht geringer sein.6

Die Briefe eines Mönchs namens Bruder Lorenz aus dem siebzehnten Jahrhundert wurden zu einem Buch mit dem Titel „Die Praxis der Gegenwart Gottes“ zusammengestellt. Darin erzählt er, wie selbst die einfachsten und alltäglichsten Aufgaben in der Klosterküche für ihn zu einer Gelegenheit wurden, sich in Gottes Gegenwart und Liebe zu sonnen. Die Praxis, die Gegenwart Gottes wahrzunehmen, ist die Aneignung und Feier der Tatsache, dass es eine Person hinter und in unserer Welt gibt, und es ist die Kunst, die Schöpfung so zu genießen, wie sie genossen werden sollte.

Es gibt viele Möglichkeiten, dies einzuüben. Das Tischgebet bei einer Mahlzeit ist eine davon: Es ist eine Möglichkeit, anzuerkennen, dass Nahrung nicht einfach von selbst da ist. Sie ist nicht nur ein mechanischer Prozess. Nahrung ist nicht nur Treibstoff. Mit dem Tischgebet erkennen wir an, dass wir für unsere Ernährung von einer ganzen Kette von Lieferanten, Erzeugern und Landwirten abhängig sind – eine Kette der Abhängigkeit, an deren Höhepunkt der Schöpfer steht. Und eine Mahlzeit ist mehr als nur die Aufnahme von Energie – sie ist eine Gelegenheit, Beziehung zu pflegen. Das Tischgebet ist eine Übung in der Gegenwart Gottes, denn es erinnert uns daran, dass wir nicht nur eine Mahlzeit haben, die wir genießen können, sondern auch einen unsichtbaren Gast, mit dem wir essen.

2. Die Schöpfung hat eine Bestimmung

Die Schöpfung hat eine Bestimmung. Sie ist nicht beliebig. Sie ist nicht einfach dazu da, dass wir ihr unsere eigenen Ziele aufzwingen. Wir dürfen nicht einfach mit ihr machen, was wir wollen. Es ist auch nicht so, dass es uns überlassen wäre, uns unsere eigenen begrenzten Ziele für unser eigenes Leben auszudenken. Jeder möchte, dass sein Leben einen Sinn hat, aber nur eine Person kann Ziele haben, Absichten verfolgen. Eine Kraft kann keine Ziele haben. Elektrizität kann keine Ziele haben. Die Schwerkraft kann keinen Zweck haben. Wissenschaftler sprechen manchmal so, als ob der „Zweck“ der DNS zum Beispiel darin bestünde, sich selbst zu replizieren; und das Spermium mit dem Außenbordmotor in Larsons Cartoon, das dem unmotorisierten Spermium zuwinkt und ruft: „Bis später, Jungs!“, scheint sicherlich einen Zweck zu verfolgen! Aber das ist gerade deshalb lustig, weil das Spermium personalisiert und ihm die Art von Absicht (und Hinterhältigkeit!) zugeschrieben wird, zu der nur ein Mensch fähig ist. Richard Dawkins kommt zu dem Schluss: „Das Universum, das wir beobachten, hat genau die Eigenschaften, die wir erwarten sollten, wenn es im Grunde keinen Plan, keinen Zweck, kein Böses und kein Gutes gibt, sondern nur blinde, erbarmungslose Gleichgültigkeit.“7 Das entspricht der nicht personalen Sichtweise. Wenn es keine Person dahinter gibt, kann es keinen Zweck geben, mit Ausnahme der (häufig ausbeuterischen) Zwecke, die wir ihm auferlegen.

Wenn aber eine Person hinter der Schöpfung steht, dann kann sie einen inneren Sinn haben, den wir respektieren sollen. Und wir selbst können einen Platz und eine Rolle in ihr haben, eine Daseinsberechtigung, einen Grund, hier zu sein. Was sind also die Absichten Gottes mit der Schöpfung? Viel weitreichender, vermute ich, als wir je wissen können, und es wäre recht vermessen, so zu tun, als hätten wir mehr als eine vorläufige und vage Vorstellung davon, was Gott mit seinem Werk vorhat. Aber das gilt für so ziemlich alles, was man theologisch sagen möchte, und es kommt der Zeitpunkt, an dem es besser ist, das Risiko einzugehen, etwas zu sagen, als nichts zu sagen. (Vor allem, wenn man erwartet, dass die Leser 35 Euro für einen 496-seitigen theologischen Wälzer ausgeben sollen!) Deshalb möchte ich sieben Aspekte der Absichten Gottes vorstellen, auf die wir uns (wenn auch in aller Bescheidenheit) verlassen können.

a. Die Schöpfung ist für den Sohn da

Es ist angemessen, dass die Schöpfung nicht für eine Sache, sondern für eine Person gedacht ist. Ihr Zweck ist letztlich nicht funktional, sondern beziehungsorientiert. Der Apostel Paulus sagt uns: „Wir schauen auf diesen Sohn und sehen Gottes ursprüngliche Absicht in allem Geschaffenen. Denn alles, absolut alles, oben und unten, sichtbar und unsichtbar, Rang um Rang der Engel – alles hat in ihm seinen Anfang genommen und findet seine Bestimmung in ihm“ (Kolosser 1,16; MSG). Oder wie es eine wörtlichere Übersetzung ausdrückt: „Durch ihn hat Gott alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist. Er machte alles, was wir sehen, und das, was wir nicht sehen können, ob Könige, Reiche, Herrscher oder Gewalten. Alles ist durch ihn und für ihn erschaffen“ (NLB). Das Wort „für“ könnte man auch übersetzen mit: „auf ihn hin“. Mit anderen Worten: Die gesamte Schöpfung ist auf den Sohn Gottes ausgerichtet, der in Jesus von Nazareth Mensch wurde. So wie eine Blume für die Sonne gemacht ist und ohne sie nicht gedeihen oder gar überleben kann und sich deshalb nach dem Licht ausstreckt, so ist die Schöpfung für den Sohn gemacht und entfaltet sich nur insoweit, als sie sich nach ihm ausstreckt und sich ihm öffnet. Sie ist auf ihn angewiesen – für ihre ursprüngliche Existenz, für ihr gegenwärtiges Gedeihen und für ihre zukünftige Erfüllung. Sie ist für ihn in dem Sinn, dass sie ihn braucht, um ganz sie selbst zu sein. Sie ist für ihn in dem Sinn, dass sie das Geschenk des Vaters an den Sohn ist. Und sie ist für ihn in dem Sinn, dass sie für die Beziehung zu ihm existiert, und dazu, ihm Ehre zu machen.

Johannes vom Kreuz fasst dies gut in dem Gespräch zusammen, das er sich zwischen dem Vater und dem Sohn vorstellt:

Die Braut, die dich würd’ lieben,

wollt’ ich, mein Sohn, dir geben.

die’s wegen dir verdiente,

Gesellschaft uns zu leisten,

vom selben Tisch zu essen

das Brot, das ich gegessen,

sie sollt’ die Schätz’ erkennen,

die ich im Sohne habe,

und sich mit mir erfreuen,

an deiner Kraft und Anmut.

Dir Vater, dank ich herzlichst,

so sprach der Sohn zum Vater

der Braut, die du mir schenktest,

ihr gäb‘ ich meine Klarheit,

damit in dir sie sähe,

was mir im Vater wert ist,

aus seinem Sein empfing ich,

was ich an Sein besitze.

In meinen Armen liegend,

in Lieb’ zu dir entflamm‘ sie,

um dann in ew’ger Wonne

auf deine Güt’ zu singen.8

b. Die Schöpfung ist dazu da, ihren Schöpfer zu preisen und seine Herrlichkeit widerzuspiegeln

Indem sie ist, was sie ist, verherrlicht die Schöpfung Gott. „Die Himmel verkünden die Ehre Gottes“, sagt Psalm 19,1 – nicht so, wie wir es tun, nicht verbal oder bewusst, sondern durch ihr Sein, ihre Schönheit und ihre Übereinstimmung mit den Absichten Gottes. (Natürlich steht die natürliche Ordnung nicht immer im Einklang mit den Absichten Gottes, und wir werden in Kapitel 2 untersuchen, warum das so ist.)

Das Lob der Schöpfung auf ihren Schöpfer ist nicht so leicht zu erkennen, da es größtenteils unbelebt und unartikuliert ist. Es braucht den Menschen, um es zu artikulieren. Wir sollen die Priester der Schöpfung sein, das Bindeglied, durch das das Lob der Schöpfung Gott dargebracht wird. Die Menschheit ist, um noch einmal George Herbert zu zitieren:

… Sachwalter Deines Lobs.

Gern würden Tiere singen, Vögel Töne trällern

Und Bäume die ihnen ganz eigne Laute schlagen

Zu Deinem Ruhm; doch sind sie lahm und stumm,

Während sie Hand und Stimme hin zum Menschen tragen.

Der Mensch ist Hohepriester dieser Welt. Er bringt

Das Opfer dar für alle …9

So wie Pfarrerinnen und Pfarrer, die in einem Gottesdienst das Gebet leiten, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gemeinde beten, sollen wir als Menschen Gott nicht nur für uns selbst, sondern auch für den Rest der Schöpfung loben. Wir sollen ihre Stimme sein – der Kehlkopf der Schöpfung, wenn sie das Lob Gottes singt.

In Psalm 148 ruft der Psalmist die Schöpfung auf, ihren Schöpfer zu preisen. Sonne und Mond und Sterne und Meerestiere und Schnee und Wolken und Berge und Bäume und Tiere und Vögel werden aufgerufen, Gott zu preisen. Und schließlich werden auch die Menschen, insbesondere das auserwählte Volk, dazu aufgerufen, ihn zu preisen. Als Krönung der Schöpfung fasst der Mensch aus sich heraus das Lob der Schöpfung zusammen. Wenn wir Sonntag für Sonntag zusammenkommen, passiert mehr, als wir normalerweise wahrnehmen. In der Kapelle des Worcester College in Oxford, wo ich an meiner Doktorarbeit gearbeitet habe, gibt es Kirchenbänke, in die alle Arten von seltsamen und exotischen Tieren geschnitzt sind. Das ist kein Rest heidnischen Götzenkults, sondern eine Erinnerung daran, dass wir in unserem Lobpreis das unbewusste Zeugnis der Schöpfung und den Tribut an den Schöpfergott zum Ausdruck bringen.

Bei dem Dichter Christopher Smart aus dem achtzehnten Jahrhundert wurde eine Krankheit mit der Bezeichnung „Religiöse Manie“ diagnostiziert. Sein Gedicht „Rejoice in the Lamb“ (Frohlockt im Lamm), das er als Insasse einer Anstalt in Bethnal Green schrieb und das Benjamin Britten so einprägsam vertonte, enthält ein fantasievolles, aber entzückendes Porträt seiner Hauskatze:

Denn ich will meinen Kater Jeoffry betrachten.

Denn er ist der Diener des lebendigen Gottes und dient ihm täglich und gemäß der Pflicht.

Denn sobald im Osten der erste Strahl von Gottes Herrlichkeit erscheint, beginnt er sein Gebet auf seine Weise.

Und dies geschieht, indem er seinen Körper elegant und schnell in siebenfacher Windung räkelt.

Denn er weiß, dass Gott sein Retter ist.

Und es gibt nichts Anrührenderes als seinen Frieden, wenn er ruht.10

Und nicht nur in seinem Kater sieht Smart diese Verherrlichung Gottes: „Denn Blumen sind ein großer Segen. […] Denn die Blume verherrlicht Gott. […] Denn es gibt eine Sprache der Blumen. Denn Blumen sind die besondere Poesie Christi.“ Eingesperrt in seiner Anstalt hatte er Zeit, die Dinge in seinem Umfeld liebevoll und aufmerksam genug zu betrachten, um zu bemerken, dass eine Katze (weil sie eine Katze ist) und eine Blume (weil sie eine Blume ist) ihren Schöpfer preisen und (in gewisser Weise) seine Herrlichkeit widerspiegeln. Er mag psychisch krank gewesen sein, aber er hatte eine Beziehung zu Gott, war beeindruckend kreativ und er vermittelte etwas vom Lob der Schöpfung – und das ist mehr an Menschlichkeit, als viele von uns vorzuweisen haben.

c. Die Schöpfung ist dazu da, schön zu sein

Wir neigen dazu, zu denken, dass die Dinge ihren eigenen Nutzen und ihre eigene Funktion haben müssen, dass sie sich sozusagen ihren Unterhalt verdienen müssen, indem sie uns von Nutzen sind. Aber schön zu sein ist Rechtfertigung genug. Als Salomo den Tempel in Jerusalem baute, heißt es, dass er ihn mit Edelsteinen „zur Zierde“ schmückte (2. Chronik 3,6; LU). Die Edelsteine erfüllten keine architektonische oder liturgische Funktion – sie waren einfach da, um schön zu sein. Allein dadurch, dass sie da waren und schön waren, spiegelten sie etwas von der Schönheit ihres Schöpfers wider. In vielen mittelalterlichen Kathedralen gibt es exquisite Schnitzereien an Orten, an denen sie nie zu sehen sein werden. Beim chinesischen Stabpuppenspiel bedienen die Puppenspieler nicht nur die Puppen, sondern führen dabei auch einen komplizierten Tanz auf, auch wenn die Zuschauer sie nicht sehen können. In ähnlicher Weise ist unsere Welt voller Orte von überwältigender Schönheit, die niemand je gesehen hat. Die Schöpfung spiegelt in ihrer unbekümmerten Verschwendung etwas von der frei geschenkten Herrlichkeit Gottes wider.

d. Die Schöpfung ist um ihrer selbst willen und zu ihrem eigenen Vergnügen da

Wenn wir Dinge herstellen, tun wir das in der Regel, um sie für unsere Zwecke zu nutzen und uns nützlich zu machen. Aber Gott macht die Dinge nicht, damit sie ihm nützlich sind. Er braucht nichts. Er macht sie um ihrer selbst willen, damit sie sind, was sie sind, ihre eigene Integrität haben, ihren einzigartigen Platz in der harmonischen Ordnung der Schöpfung einnehmen und einen einzigartigen Beitrag zum Ganzen leisten. Das soll nicht heißen, dass die Schöpfung nicht in gewisser Weise für uns da ist – damit sie uns ernährt, uns kleidet und wir sie erforschen und genießen können. Aber das ist nicht ihr einziger Zweck. Obwohl Gott, als er die physische Welt schuf, schon im Blick hatte, dass er Menschen erschaffen wollte, die sie verwalten und ihren Wert zu schätzen wissen würden, hat er sie auch um ihrer selbst willen geschaffen. Alle geschaffenen Dinge haben ihren eigenen Platz und ihren eigenen Zweck in Gottes Absicht und Plan. Allein durch die Tatsache, dass sie sind, dass sie ihren eigenen Gesetzen gehorchen und auf ihre eigene Weise existieren, verkünden sie etwas von der Natur, der Herrlichkeit und der Schönheit dessen, der sie geschaffen hat und erhält.

Vor allem verkünden und erfreuen die geschaffenen Dinge Gott durch den reinen Genuss der Freude. Der Psalmist sagt es so:

Wie zahlreich sind doch deine Werke, Herr,

alle hast du mit Weisheit ausgeführt,

die Erde ist erfüllt von dem, was du geschaffen hast!

Da ist das Meer, schier endlos groß und weit,

darin wimmelt es von unzählbar vielen Lebewesen,

von kleinen wie von großen.

Dort ziehen Schiffe ihre Bahn,

auch das Ungeheuer Leviatan,

das du geschaffen hast, um mit ihm zu spielen.

(Psalm 104,24-26)

Wozu wurde diese riesige Meereskreatur geschaffen? Um sich in ihrem natürlichen Lebensraum zu tummeln. Um ihre Umgebung und ihre körperliche Kraft zu genießen. Auch wenn die Kirche oft als Spielverderber verschrien ist – die Bibel hat eine hohe Meinung vom Vergnügen. Sie schwelgt in den alltäglichen Freuden des Lebens: „Wenn Gott einem Menschen Reichtum und Güter gibt und lässt ihn davon essen und trinken und sein Teil nehmen und fröhlich sein bei seinem Mühen, so ist das eine Gottesgabe“ (Prediger 5,18; LU). Psalm 18,33-34 preist unsere körperliche Kraft und Leistungsfähigkeit und die Bewältigung der körperlichen Herausforderungen (in diesem Fall die Fähigkeit zu kämpfen) des Lebens als Gottes Geschenk. Auch Lebensgenuss ist gottgegeben, wie sogar C. S. Lewis’ fiktiver Oberteufel Screwtape seinem Neffen Wormwood gegenüber abschätzig einräumt:

Im Grunde ist [Gott] ein Genießer. Alle jene Fastenzeiten und Vigilien und Scheiterhaufen und Kreuze sind weiter nichts als Fassaden, nichts als der Schaum an der Meeresküste. Draußen aber auf dem Meere, auf Seinem Meere, da ist Freude und wiederum Freude. Er macht kein Geheimnis daraus. Zu Seiner rechten Hand sind „Freuden ohne Ende“. Puh! Ich glaube, er hat nicht die leiseste Ahnung von jenem hohen und erhabenen Geheimnis, zu dem wir uns in der „Schau des Elendes“ erheben. Er ist so gewöhnlich, Wormwood. Er hat spießbürgerliche Ansichten. Er hat Seine Welt mit Vergnügen aller Art gefüllt. Die Menschen beschäftigen sich im Laufe des Tages mit so vielen Dingen, um die Er sich nicht im Geringsten kümmert: schlafen, waschen, essen, trinken, lieben, spielen, beten, arbeiten. Alles muss zuerst verdreht werden, ehe es uns irgendwie von Nutzen sein kann. Wir haben unter grausamen Nachteilen zu kämpfen. Nichts ist naturgemäß auf unserer Seite.11

Lebensgenuss ist von Gott gegeben. Er gehört zu den Zwecken, für die die Schöpfung bestimmt ist, und Gott hat Freude an der Freude seiner Geschöpfe. (Hast du in letzter Zeit das Leben genügend genossen?!)

e. Die Schöpfung soll mit der Erkenntnis, der Gegenwart und der Herrlichkeit Gottes erfüllt werden

„Wie das Wasser die Meere füllt, so wird die Erde einmal erfüllt sein von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn“ (Habakuk 2,14; Hfa). Der Prophet behauptet, dass Ungerechtigkeit, Gewalt und imperiale Expansion letztlich selbstzerstörerische Ziele sind, weil die Schöpfung dabei ist, wieder in ihre Ordnung gebracht zu werden. Im Negativen wird das Böse vereitelt, im Positiven wird die Schöpfung durchtränkt und gesättigt mit der Herrlichkeit Gottes. Die Menge an Wasser, mit der das Meer gefüllt ist, wird für den Propheten zum Bild für das Ausmaß an Herrlichkeit, mit der die Schöpfung erfüllt sein wird. Dafür hat Gott sie geschaffen, und das ist es, was er bei der Erneuerung aller Dinge für sie verwirklichen wird. „Die Welt ist aufgeladen mit der Hoheit Gottes“, sagte Gerard Manley Hopkins – aber nicht so sehr, wie es der Fall sein wird, wenn sie neu geschaffen wird.

f. Die Schöpfung soll unter Christus als ihrem Haupt vereint werden, damit alles seinen rechtmäßigen und wunderbaren Platz findet

Der Apostel Paulus sagt uns, Gott „hat uns seinen Plan wissen lassen, der bis dahin ein Geheimnis gewesen war und den er … durch Christus verwirklichen wollte, sobald die Zeit dafür gekommen war: Unter ihm, Christus, dem Oberhaupt des ganzen Universums, soll alles vereint werden – das, was im Himmel, und das, was auf der Erde ist“ (Epheser 1,9-10). Gottes Absicht für die Schöpfung ist nicht nur, sie mit sich selbst zu erfüllen, sondern sie auch in sich zu einen, damit jeder Mensch und jedes Teilchen in Frieden, jedes Atom und jeder Engel, jede Ameise und jeder Ameisenbär in Harmonie sind, damit alle Dinge ihren unbedrohten und unbedrohlichen Platz unter dem Oberhaupt finden, das sie zusammenhält und vereint, unter Jesus, dem Messias.

Im Moment ist noch nicht alles geeint. Manche Dinge überleben, indem sie andere töten und fressen. (Warum? – Siehe Kapitel 2.) Die Interessen einiger Dinge stehen im Widerspruch zu den Interessen anderer, und das Beste, worauf wir hoffen können, ist meist ein Kompromiss, bei dem jeder in einigen Bereichen profitiert, aber in anderen Opfer bringen muss. Aber wenn Christus einmal das Oberhaupt aller Dinge ist, wird, was für den einen gut ist, auch für alle anderen gut sein und die Interessen eines Geschöpfs werden mit den Interessen aller anderen vollkommen vereinbar sein. Dieser Grad von Harmonie, und nichts anderes, ist die endgültige Bestimmung der Schöpfung.

g. Die Schöpfung soll teilhaben an der Beziehung und am Tanz Gottes

Vielleicht ist der beste Weg, um diese beabsichtigte Harmonie zu beschreiben, der, davon zu sprechen, dass alle Dinge einmal an der Beziehung teilhaben sollen, die Gott ausmacht. Das innerste Wesen Gottes ist eine ewige Beziehung der Liebe. In der Tat: Gott ist Beziehung. In der Gottheit stehen Vater, Sohn und Geist in Beziehung zueinander, kommunizieren miteinander und lieben einander. Und die Schöpfung ist letztlich dazu geschaffen, an dieser ewigen Beziehung teilzuhaben, die schon immer bestanden hat und immer bestehen wird. Wir sollen in diese Beziehung aufgenommen werden und ebenso auch die unbelebte Schöpfung. Dieser Prozess hat mit der Menschwerdung, Auferstehung und Himmelfahrt bereits begonnen – ein Teil der physischen Welt wurde bereits in Gott aufgenommen, weil er Teil des Körpers Jesu war, und eines Tages wird die gesamte Schöpfung (nicht zu Teilen Gottes, sondern) zu Teilhabern am Leben, an der Liebe und am Tanz Gottes werden.

Im letzten Kapitel seines Science-Fiction-Romans Perelandra präsentiert C. S. Lewis uns eine Vision vom endgültigen Ziel der Schöpfung, in der alle Dinge nun mit Gott vereint und daher in Harmonie miteinander sind und in den großen kosmischen Tanz einschwingen. Teilchen, Tiere und Menschen, aber auch Themen, Wahrheiten und Ideen wirbeln so umeinander, dass sie sich gegenseitig ergänzen und bereichern. Und wohin du auch schaust, dort scheint das Zentrum des Tanzes zu sein, weil es für Gott so wichtig ist. Und wenn du woanders hinschaust, scheint das ebenfalls das Zentrum zu sein. Es gibt keinen Wettbewerb um die Liebe des Vaters, so wie es auch zwischen Kindern keinen Wettbewerb um die Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Eltern gibt (oder geben sollte). Es ist eine lange Passage in recht blumiger Sprache – schließlich wird sie von einem „Eldil“ oder Engel gesprochen –, aber ich hoffe, dass sie einen Eindruck von Lewis’ Vision dessen vermittelt, was das Ziel und die letztendliche Harmonie der Schöpfung ausmacht:

Der Große Tanz wartet nicht, bis die Bewohner der niederen Welten [d. h. der Erde und nicht des Himmels] an ihm teilnehmen. Wir sprechen nicht davon, wann er beginnt. Er hat vor aller Ewigkeit begonnen. Es gab keine Zeit, da wir nicht wie jetzt vor seinem Antlitz frohlockten. Der Tanz, den wir tanzen, ist in der Mitte, und um seinetwillen wurde alles geschaffen. Gepriesen sei Er! […] Jedes Ding ist für Ihn gemacht. Er ist der Mittelpunkt. Weil wir bei Ihm sind, ist jeder von uns im Mittelpunkt. Es ist nicht wie in einer Stadt der dunklen [d. h. unserer gefallenen] Welt, wo man sagt, einer müsse für alle leben. In Seiner Stadt sind alle Dinge für jeden gemacht. Als Er auf der dunklen Welt starb, starb Er nicht für die Menschen, sondern für jeden Menschen. Wäre jeder Mensch der einzige Mensch gewesen, so hätte Er nicht weniger getan. Jedes Ding, vom einzelnen Staubkorn bis zum größten Eldil, ist Ziel und letzter Grund aller Schöpfung und der Spiegel, in dem der Strahl Seines Glanzes zur Ruhe kommt und so zu Ihm zurückkehrt. Gepriesen sei Er!12

Weil eine Person hinter der Schöpfung steht, kann es auch eine Zweckbestimmung, einen Sinn für die Schöpfung geben.

3. Die Schöpfung hat einen Wert

a. Wir sind wertgeachtet

Jeder will wertgeschätzt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nicht wertgeschätzt werden möchte. Aber Wert ist, genau wie Sinn, eine personale Eigenschaft. Eine Kraft kann dich nicht wertschätzen. Für Elektrizität oder Schwerkraft kannst du nicht wertvoll sein. Wergeschätzt werden kann man nur durch eine Person. Auch hier klaffen die personale und die nicht personale Sichtweise des Lebens weit auseinander. Nach der nicht personalen Sichtweise gibt es im Herzen der Wirklichkeit keine Person, die uns wertschätzt, und deshalb ist der einzige Wert, den ein Mensch haben kann, der endliche, zerbrechliche und vorübergehende Wert, den seine Mitmenschen ihm zumessen. In der personalen Sichtweise dagegen gibt es eine Person – eine unendliche und ewige Person –, die uns geplant und geschaffen hat, die uns liebt und wertschätzt, und zwar unendlich und bedingungslos. Also haben wir Wert – und zwar wesenhaft. Er ist eine Tatsache bezüglich dessen, wer wir sind. Unser Wert ist vorgegeben – nicht verdient. Wir müssen unseren Wert nicht dadurch schaffen, dass wir gut oder beliebt sind, dass wir hart arbeiten oder beeindruckende Leistungen erbringen. Das Gefühl, dass wir uns unseren Wert verdienen müssen, führt entweder zu Arbeitssucht (im Bemühen, unseren Wert zu beweisen) oder zu Verzweiflung (aus Angst, dass wir unseren Wert verloren haben oder nie unter Beweis stellen können).

Hinge unser Wert von anderen Menschen ab, würden wir in der ständigen Angst leben, die Wertschätzung unserer Mitmenschen zu verlieren. Unser Wert wäre immer gefährdet, weil Menschen, die uns schätzen, sich mit uns zerstreiten oder auch sterben könnten. Im Rahmen einer nicht personalen Sicht der Welt würde ein Teil unseres Wertes zwangsläufig mit ihnen sterben. Wenn es aber eine ewige Person hinter der Schöpfung gibt, der wir unendlich wertvoll sind, dann ist unser Wert nicht abhängig von den Wechselfällen unserer Leistungen oder dem schwankenden Zustand unserer Beziehungen zu Familie und Freunden. Er muss nicht verdient werden und kann nicht verwirkt werden. Er wird uns gegeben und gründet in der gütigen und unentgeltlichen Liebe Gottes, des Schöpfers. Unser Wert ist sicher. Das bedeutet aber nicht, dass unser Gefühl für diesen Wert unveränderlich ist. Wenn wir unseren Job verlieren oder eine Beziehung zerbricht, kann unser Selbstwertgefühl durchaus einen Schlag bekommen. Aber der Wert selbst ist davon nicht betroffen. Er bleibt unerschüttert wie der Fels unter unseren Füßen – nur noch sicherer.

b. Die ganze Schöpfung ist wertgeschätzt

Nicht nur wir Menschen sind wertgeschätzt, auch wenn wir als Geschöpfe, die nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurden, einen besonderen Wert haben. Wir sind mehr wert als viele Spatzen, sagt Jesus (Matthäus 10,31; Lukas 12,7), aber die Rückversicherung, die Jesus hier geben will, setzt voraus, dass auch die Spatzen selbst einen Wert haben. Und obwohl sie auf dem Markt zwei Cent kosten – und wahrscheinlich das einzige Fleisch waren, das sich arme Menschen leisten konnten –, besteht Jesus darauf, dass jedem Einzelnen von ihnen die Fürsorge Gottes gilt. Die Schöpfung wird nicht eher für sehr gut erklärt, bis der Mensch Teil von ihr ist (1. Mose 1,31), aber jede Stufe und jeder Teil der Schöpfung wird in den Augen ihres Schöpfers als gut bewertet. Die Schöpfung an sich hat ihren eigenen Wert.

Unser Planet hat einen hohen Preis dafür gezahlt, dass wir diese Wahrheit vergessen und die Schöpfung nicht als wertvoll behandelt haben. In der Praxis haben wir gemäß der nicht personalen Weltsicht gehandelt, dass die Schöpfung keine eigene Zweckbestimmung an sich hat und wir ihr daher unsere Zwecke aufzwingen können. Wir verhalten uns, als hätte die Schöpfung keinen anderen Wert als den, den sie für uns hat. In den Achtzigerjahren schlug der britische Umweltminister (ausgerechnet er!) die Privatisierung von Naturschutzgebieten vor – als ob der einzige Wert, den sie besitzen, ihr finanzielles Potenzial wäre. In einem personalen Weltverständnis haben sie jedoch einen eigenen Wert, denn hinter dem Universum steht eine Person, die es geschaffen hat und der es wertvoll ist.

c. Es gibt eine Grundlage für Ethik

Stephen Hawking beginnt sein Buch Eine kurze Geschichte der Zeit mit der Geschichte eines berühmten Wissenschaftlers, der eine Vorlesung über Astronomie hält.

Er schilderte, wie die Erde um die Sonne und wie die Sonne ihrerseits um den Mittelpunkt einer riesigen Ansammlung von Sternen kreist, die wir unsere Galaxis nennen. Als der Vortrag beendet war, stand hinten im Saal eine kleine alte Dame auf und erklärte: „Was Sie uns da erzählt haben, stimmt alles nicht. In Wirklichkeit ist die Welt eine flache Scheibe, die von einer Riesenschildkröte auf dem Rücken getragen wird.“ Mit einem überlegenen Lächeln hielt der Wissenschaftler ihr entgegen: „Und worauf steht die Schildkröte?“ – „Sehr schlau, junger Mann“, parierte die alte Dame. „Ich werd’s Ihnen sagen: Da stehen lauter Schildkröten aufeinander.“13

Das Problem aller Kosmologien, aller Erklärungen, wie das Universum entstanden ist, ob sie nun ausgeklügelt und wissenschaftlich (wie die Urknalltheorie) oder schlicht und mythologisch (wie die Schildkrötentheorie) sind, ist, dass sie aus sich heraus keine Grundlage für Moral bieten. Die Urknalltheorie mag zutreffend sein – ich glaube, sie ist es –, aber sie allein sagt uns nicht, wie wir leben sollen. Sie erklärt vielleicht den Ursprung aller Dinge, aber nicht ihren Sinn oder ihren Wert. Dafür braucht es (nicht nur eine Kosmologie, sondern) eine Theologie. Reine Kosmologien sind ethikfrei, theologische Kosmologien sind es nicht. Denn wenn im Zentrum aller Dinge eine Person steht, dann kommen personale Eigenschaften ins Spiel, wie etwa der Wert. Wenn es jemanden gibt, der uns Menschen und diese Schöpfung wertschätzt, dann haben alle geschaffenen Dinge einen Wert und wir haben die Bausteine einer lebbaren Moral.

Dies, so scheint mir, erklärt unser Gefühl, dass manche Dinge einfach falsch sind. Wir denken an Auschwitz und fühlen uns gedrängt zu sagen, dass es einfach falsch ist – nicht, dass es gegen einen Gesellschaftsvertrag verstößt, nicht, dass es dem Überleben der Spezies schadet, nicht, dass es unerwünscht ist, und auch nicht, dass es zu verurteilen ist, weil wir befürchten, wir könnten selbst auch so behandelt werden. Sondern dass es falsch ist. Punkt.

Zu den ermutigenden Dingen an der personalen Sicht des Lebens gehört es, dass sie es möglich macht, genau das zu sagen. Der Glaube, dass es einen Gott hinter dem Universum gibt und dass dieser seine Schöpfung wertschätzt, gibt uns moralischen Boden unter den Füßen, wenn wir uns über eine schreckliche Tat empören. Umgekehrt ist eines der beunruhigenden Dinge an der personalen Sicht des Lebens, dass sie unserem Gewissen Boden unter den Füßen bietet, wenn es sich moralisch gefordert fühlt. Mit einer Person im Zentrum der Realität wird Moralität zu einer Frage von Recht und Unrecht, nicht von Geschmack und Vorlieben. Menschen haben einen Wert – an sich, absolut und bedingungslos –, weil Gott ihnen einen Wert zumisst. Und deshalb müssen wir einander auch entsprechend behandeln.

Wie wir bereits gesehen haben, haben aber nicht nur die Menschen einen Wert. Alle geschaffenen Wesen haben in den Augen ihres Schöpfers einen gewissen Wert, sonst wären sie nicht geschaffen worden. Eine Schöpfungslehre liefert uns also nicht nur die Grundlage für eine Ethik im Allgemeinen; sie gibt uns auch einen Schub in Richtung Umweltethik im Besonderen. Wenn Dinge einen Wert haben, ist es möglich, sie so zu behandeln, dass dieser Wert respektiert wird, oder so, dass er verletzt wird. Wenn Dinge eine Zweckbestimmung haben, ist es möglich, sie in Übereinstimmung mit dieser Bestimmung oder im Widerspruch dazu zu behandeln. Es gibt angemessene und unangemessene Weisen, die physische Welt zu behandeln. Natürlich löst eine Schöpfungslehre nicht jeden Konflikt und beantwortet nicht alle Fragen, die wir ihr im Bereich der Umweltethik stellen wollen. In einer gefallenen Welt werden die Rechte und Bedürfnisse verschiedener Geschöpfe miteinander kollidieren, und wir werden gezwungen sein, zwischen ihnen zu wählen. Aber sie bietet uns eine Grundlage dafür, alle Geschöpfe wertzuschätzen, und sie fordert uns auf, den Wert, den Gott ihnen beimisst, so weit wie möglich zu respektieren.

4. Die Schöpfung ist von Gott unterschieden

Die Schöpfung ist nicht göttlich. Sie ist nicht Gott. Sie ist kein Teil von Gott. Sie ist keine Emanation von Gott – kein Stück von ihm, das für sich selbst freigesetzt wurde. Sie ist anders als er. Sie ist von ihm unterschieden. Sie ist von ihm getrennt. An verschiedenen Stellen in der Schöpfungsgeschichte heißt es: „Gott sah, dass es gut war.“ Und am Ende des ganzen Prozesses lesen wir: „Gott betrachtete alles, was er gemacht hatte: Es war alles sehr gut“ (1. Mose 1,31). Mit anderen Worten: Gott ist von dem, was er geschaffen hat, so weit unterschieden, dass er es sich ansehen, es beurteilen und für gut befinden kann. Wenn wir etwas erschaffen, ist es von uns getrennt, und wir können sehen, was wir davon halten; wenn Gott etwas erschafft, ist die Schöpfung von ihm getrennt und kann von ihm (sehr positiv) bewertet werden. Wenn ein menschlicher Künstler zum Beispiel eine Skulptur erschafft, ist sie etwas anderes als er, sie steht ihm gegenüber und unterscheidet sich von ihm. Sie mag etwas von seinem Charakter, seiner Erfahrung und seiner Sicht des Lebens enthalten, aber sie ist nicht der Künstler selbst. Wenn die Skulptur jemand kauft und sie gefällt ihm irgendwann nicht mehr und er zerstört sie, ist er vielleicht ein Kulturbanause, aber er wird nicht wegen Mordes angeklagt. Ähnlich verhält es sich, wenn Gott etwas erschafft: Seine Schöpfung mag von seiner Herrlichkeit durchdrungen sein, aber sie ist nicht er. Sie mag ein Fenster zu Gott sein, aber sie ist nicht Gott. Sie mag ein Ort der Begegnung mit dem Schöpfer sein, aber sie selbst ist geschaffen und nicht der Schöpfer. Sie ist nicht göttlich und sollte nicht angebetet werden.

Ich habe diesen recht offensichtlichen Punkt betont, weil er zwar offensichtlich ist, aber gerade aus diesem Grund von entscheidender Bedeutung. Wenn alle Dinge Teil von Gott sind, dann gibt es in Gott sowohl das Böse als auch das Gute. Nicht dass die Schöpfung böse wäre – das ist sie nicht. Sie ist gut, wie wir gleich sehen werden. Aber es ist eine gute Schöpfung, die auf Abwege geraten ist. Wir sind gute Geschöpfe, die irgendwie entgleist sind und die falsch handeln. Wir haben unseren Planeten verschmutzt und unser eigenes Wesen befleckt. Wenn wir ein Teil von Gott wären, hätten wir das Böse auch in sein Sein hineingetragen. Er wäre dann nicht mehr eindeutig gut. Was hier auf dem Spiel steht, ist nichts weniger als das Gutsein Gottes, und das ist für die christliche Botschaft zentral. „Die Botschaft, die wir von Jesus Christus empfangen haben […], lautet: Gott ist Licht; bei ihm gibt es nicht die geringste Spur von Finsternis“ (1. Johannes 1,5).

In der griechischen und römischen Welt, zu der Johannes sprach, gab es ein ganzes Pantheon von Göttern, aber ob diese Götter gut waren, war höchst zweifelhaft. Sie waren neidisch aufeinander und auf besonders schöne Sterbliche. Sie stritten sich, fielen sich gegenseitig in den Rücken und kämpften um die Macht. Man wusste nie, ob sie für oder gegen einen waren. Man wusste nie, wen man beschwichtigen sollte, wenn die Dinge schiefliefen. Man konnte den einen Gott beschwichtigen und dabei einen anderen verärgern. Man konnte nie sicher sein, wo man stand.

Die Botschaft des Christentums erschien in dieser Welt tatsächlich als eine sehr gute Nachricht: Es gibt nur einen Gott (sodass es keine Spaltung unter den Göttern, kein Gezänk, keinen Machtkampf und keine Notwendigkeit gibt, den einen gegen den anderen auszuspielen) und er ist ganz und gar und eindeutig gut (und deshalb widerspruchsfrei, zuverlässig und verlässlich – und nicht launisch). Das Gutsein Gottes ist Bestandteil des Evangeliums. Und deshalb ist es so wichtig, zwischen Gott und der Welt zu unterscheiden. In der Welt gibt es Grausamkeit, in Gott nicht. In ihm gibt es überhaupt kein Dunkel. Hitler sagte einmal, er könne nicht verstehen, warum der Mensch nicht so grausam sein dürfe wie die Natur. Und wenn die Natur göttlich ist, dann muss er recht haben. Aber die Natur ist nicht göttlich. Die Natur und Gott sind zwei verschiedene Entitäten. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn wir am Gutsein Gottes festhalten wollen – und dass Gott gut ist, ist wichtig, wenn wir in einer verbogenen Welt Vernunft und Hoffnung bewahren wollen. Denn wenn alles verunreinigt ist, zu wem können wir dann gehen, um gereinigt zu werden? Wenn aber die Quelle aller Dinge rein und wahr und sauber und gut bleibt, dann gibt es Hoffnung, dass wir – wir selbst und unsere Welt – zurechtgebracht, gereinigt, geheilt und neu gemacht werden können.

5. Die Schöpfung ist abhängig von Gott

Die ersten vier Worte der Bibel lauten „Am Anfang schuf Gott […]“ und nicht „Am Anfang war das Universum […]“. Das Universum ist nicht die letzte Wahrheit. Es ist real, es ist wichtig, es ist schön (oder wurde geschaffen, um schön zu sein), es ist (wie wir gesehen haben) wertvoll, und es ist (wie wir noch sehen werden) gut, aber es ist nicht die letzte Wahrheit. Es existiert nicht aus sich heraus. Sein Bestand hängt nicht von ihm selbst ab. Um es mit den Worten Jesu zu sagen: Es hat kein Leben aus sich selbst heraus (vgl. Johannes 5,26). Das Leben, das es hat, musste ihm gegeben werden. Für seine Existenz, seinen Sinn und seine Zukunft ist es angewiesen auf Gott.

Sonne und Mond werden in der Schöpfungsgeschichte nicht als solche erwähnt. Sie werden einfach als das größere Licht und das kleinere Licht bezeichnet (1. Mose 1,16). Das beruht wahrscheinlich auf der Tatsache, dass die Gestirne in der antiken Welt vielfach als Götter angesehen wurden. Es gab Sonnenkulte und Mondkulte. Der Verfasser der Genesis wollte diese Vorstellung entkräften und betonen, dass sie keine Götter sind – sie sind nur Lampen, sozusagen Gottes Nachttischlampen! Sie wurden erschaffen, genau wie wir. Sie sind Mitgeschöpfe, keine Götter. Ihre Existenz hängt von dem wahren Gott ab, genau wie die unsere. Juliana von Norwich war eine Nonne, die im vierzehnten und frühen fünfzehnten Jahrhundert als Eremitin in einer kleinen Zelle in einer Kirche in Norwich lebte. Ihre Schriften wurden unter dem Titel „Offenbarungen der göttlichen Liebe“ veröffentlicht. In der ersten dieser Offenbarungen schreibt sie:

Und er [unser Herr] zeigte mir noch mehr, ein kleines Ding, so groß wie eine Haselnuss, auf meiner Handfläche, rund wie eine Kugel. Ich sah es nachdenklich an und fragte mich: „Was ist das?“ Und die Antwort kam: „Es ist alles, was geschaffen ist.“ Ich wunderte mich, dass es weiter existierte und sich nicht plötzlich auflöste; es war so klein. Und wieder lieferte mein Geist die Antwort: „Es existiert, jetzt und für immer, weil Gott es liebt.“ Kurz gesagt: Alles verdankt seine Existenz der Liebe Gottes.14

Die Schöpfung ist komplett, existenziell und in jedem Augenblick neu abhängig von der beständigen und treuen Liebe Gottes zu ihr. Um diesen Punkt zu betonen, haben die meisten christlichen Theologen darauf bestanden, dass Gott, als er schuf, dies aus dem Nichts tat. Er ist ein Gott, der „das, was nicht ist, ins Dasein ruft“ (Römer 4,17). Es war nicht so, dass er Material herumliegen hatte, das schon immer da war, und dann beschloss, etwas damit zu machen. Nein, er schuf jegliches Material. Wenn es Teile von Materie, Energie, Geist oder irgendetwas anderem (außer ihm selbst) gäbe, die er nicht erschaffen hätte, dann gäbe es Dinge, die nicht von ihm abhängen, sondern aus sich selbst existieren. Und wenn das der Fall wäre, gäbe es mehr als eine Quelle für unser Universum, und die Realität wäre im Wesentlichen fragmentiert und zersplittert. Tatsächlich hätten wir dann gar kein Universum, sondern ein Multiversum. Aller Zusammenhalt, alle Kohärenz, Verständlichkeit, Widerspruchsfreiheit und (potenzielle) Harmonie, die der Glaube an einen einzigen Gott mit sich bringt, wären verloren. Deshalb haben Theologen darauf bestanden, dass Gott alles aus dem Nichts erschaffen hat und daher alles von ihm abhängig ist.15

Und weil wir im Blick auf unsere Existenz von Gott abhängig sind, sind wir auch im Blick auf unseren Sinn von ihm abhängig. Wir werden unseren Sinn also nicht „in uns selbst“ finden. Viele Menschen suchen aber genau dort. In einem Magazin wurde ein Meditationsvideo so beworben: „Dauerhaftes Glück findet man, indem man sich nach innen wendet und die Tiefen von Herz und Geist erforscht.“ Nein, so findet man es nicht! Das ist der Weg, um sich in dem zu verfangen, was Malcolm Muggeridge „den tiefen, dunklen Kerker meines eigenen Egos“ nannte. Sicherlich gibt es einen Platz für die Selbstprüfung, aber auch das tun wir nicht aus eigener Kraft – wir bitten den Geist Gottes, unser Inneres für uns zu erhellen und uns die Dinge zu zeigen, die in Ordnung gebracht werden müssen (Psalm 139,23-24). Wir sind von Gott abhängig und erwarten deshalb sicher nicht, dass wir Sinn in uns selbst finden. Wir haben den Sinn unserer eigenen Existenz nicht in uns selbst. Er ist nur bei dem Gott zu finden, der uns für sich selbst geschaffen hat.

Denn was ist Sinn, wenn nicht die Zugehörigkeit zu einer Geschichte, die größer ist als unsere eigene Geschichte, und unseren Beitrag dazu zu leisten, und zu einer Gemeinschaft, die größer ist als unsere eigene unmittelbare Gemeinschaft? Sinn bedeutet, zu etwas zu gehören, das größer ist als man selbst. Deshalb können wir diesen Sinn per Definition nicht in uns selbst finden. Den Sinn in uns selbst zu suchen, führt dazu, dass wir immer verkrampfter werden und nicht mehr gewinnen, als wir ohnehin schon haben. Man kann kein „Jenseits“ in sich selbst finden. Um einen Sinn zu finden, muss man zu etwas Größerem, Übergreifenderem und Umfassenderem gehören, und das ist letztlich nur in Gott zu finden, dem Ursprung aller Dinge.

6. Die Schöpfung ist mit ihrer eigenen Ordnung, Rationalität und Schönheit ausgestattet

Wenn es viele Götter gibt, dann ist die Realität zersplittert und fragmentiert. Das zeigt sich sehr deutlich an den griechischen und römischen Göttern, von denen jeder sozusagen seinen eigenen Zuständigkeitsbereich hatte: War man verliebt, musste man zu Venus beten, der Göttin der Liebe. Wollte man seinen Nachbarn angreifen, wandte man sich an den Kriegsgott Mars. Unglücklicherweise standen die Götter jedoch in ständigem Konflikt miteinander und benutzten die Menschen als Schachfiguren in ihren eigenen Kämpfen, um sich aneinander zu rächen. Das führte dazu, dass der arme Aeneas (der der griechischen Mythologie zufolge aus Troja floh und als Begründer Roms gilt) zum Beispiel nie wusste, wo er stand. Eine Göttin war für ihn, eine andere war gegen ihn, und die Feindschaft der Götter zerriss ihn. Eine polytheistische Weltanschauung (d. h. eine, die an viele Götter glaubt) ist zwangsläufig eine angstbesetzte Weltanschauung, weil man nie weiß, welchen Gott man auf seiner Seite und welchen man gegen sich hat. Ein geteiltes Konzept der Realität kann nicht garantieren, dass eine grundlegende Ordnung nicht einfach in Chaos und Inkohärenz zerfällt. Deshalb hat Majestix, der Häuptling des gallischen Stammes von Asterix, immer Angst, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt – denn der Polytheismus bietet keine Grundlage für eine dauerhafte Ordnung.

Wenn es aber nur einen Schöpfergott gibt, dann gibt es auch nur eine geschaffene Wirklichkeit. Wenn alles von ein und derselben Person erschaffen wurde, dann kann alles eine Einheit bilden, und wir erwarten, dass es Ordnung hat. Wenn alles von einem intelligenten Wesen erschaffen wurde, können wir davon ausgehen, dass die Realität rational ist und dass die Schwerkraft in Australien genauso funktioniert wie in Österreich. Wenn wir glauben, dass dieses Wesen die Schönheit selbst ist, sind wir nicht überrascht, dass die Schöpfung schön ist. Natürlich finden wir manchmal auch Unordnung und Hässlichkeit in Gottes Welt, und darauf werden wir in Kapitel 2 eingehen. Aber hier geht es darum, festzuhalten, dass die Unordnung zu erklärungsbedürftig ist, nicht die Ordnung; der Schmerz, nicht die Freude; die Hässlichkeit, nicht die Schönheit. Wir empfinden instinktiv und zu Recht, dass Ordnung die Norm ist, Freude die Norm ist, Schönheit die Norm ist – das sind die grundlegenden Dinge, die fundamentalen Dinge, die tiefgründigen Dinge, die wahren Dinge, die Weise, wie die Dinge sein sollten.

Hässlichkeit, Unordnung und Schmerz sind die Ausnahmen, sind das Abnormale, das Pervertierte, sind das, was nicht sein sollte. Wir sprechen vom „Problem des Bösen“ – nicht vom Problem des Guten. Und das ist ein ziemlich wichtiger Hinweis auf das Gute, auf die Rationalität und Schönheit der Wirklichkeit hinter unserer Realität. Wenn es so viel Böses (und Unordnung und Hässlichkeit) in unserer Welt gibt, warum rebellieren wir dagegen und haben das Gefühl, dass es keinen Platz hat, dass es nicht sein sollte? Haben wir vielleicht ein halb vergessenes Gespür dafür, dass wir für etwas Besseres geschaffen wurden? Dass wir von jemandem geschaffen wurden, der besser ist?

Einer der Vorteile des Glaubens an einen Gott ist, dass wir eine Sicht der Realität haben, die im Einklang mit der Schöpfung steht (und zum Einklang der Schöpfung führt). Wir wissen, warum die Schöpfung grundlegend geordnet,