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In Christsein schafft eh keiner gibt Bestsellerautor Kevin DeYoung all jenen Hoffnung, die das Christsein als erdrückend und kompliziert empfinden. Während der Apostel Paulus das christliche Leben als einen Wettlauf beschreibt, fühlen sich viele Gläubige eher wie in einem endlosen Hindernisparcours. Sie leben mit der ständigen Angst, nicht genug zu tun, zu geben oder zu sein. Die Gute Nachricht der Bibel lautet: Treue und Fruchtbarkeit sind auch im ganz normalen Alltag möglich! DeYoung zeigt anhand biblischer Weisheit und persönlicher Erfahrung, dass vergangene Sünden wirklich vergeben sind und Christen nicht jedes gesellschaftliche Problem lösen müssen. Stattdessen lädt er dazu ein, sich mit Freude und Vertrauen Gott hinzugeben und die Freiheit eines Lebens im einfachen, aufrichtigen Gehorsam zu entdecken. • Hoffnung für überforderte Christen, die an sich zweifeln • Biblisch fundiert und praxisnah werden Themen wie Schuld, Verantwortung, Heilsgewissheit und Gerechtigkeit behandelt • Von Bestsellerautor Kevin DeYoung, Autor von Die größte Geschichte
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Seitenzahl: 143
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Warum Jesus nachzufolgen nicht bedeutet,die Welt zu retten, auf alles eine Antwort zu haben,sich mit geistlichem Stillstand abzufindenoder ständig ein schlechtes Gewissen zu haben
KEVIN DEYOUNG
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über dnb.de abrufbar.
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Titel des englischen Originals
Impossible Christianity: Why Following Jesus Does Not Mean You Have to Change the World, Be an Expert in Everything, Accept Spiritual Failure, and FeelMiserable Pretty Much All the Time
© 2023 by Kevin DeYoung
Published by Crossway
a publishing ministry of Good
News Publishers
Wheaton, Illinois 60187, U.S.A.
This edition published by
arrangement with Crossway.
© 2025 Verbum Medien gGmbH
Kleines Lohfeld 6
D-32549 Bad Oeynhausen
verbum-medien.de
Übersetzung
Antonia Boschmann
Lektorat
Johannes Lang
Umschlag
Jordan Singer
Satz
Satz & Medien Wieser
Druck und Bindung
Finidr, Tschechien
Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet
Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
1. Auflage 2026
Best.-Nr. 8652 382
ISBN 978-3-98665-382-8
E-Book 978-3-98665-383-5
Hörbuch 978-3-98665-384-2
DOI 10.54291/s233423369
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Einleitung
1 Wie wird Christsein möglich – und wie nicht
2 Wer ist es, der die Welt überwindet?
3 Niemals genug
4 Das Kamel im Raum
5 Die endlose Erweiterbarkeit von Schuld
6 Die Bergpredigt – Weg zur Verzweiflung?
7 Bitteschön und Dankeschön
8 Ein ruhiges Leben
Endnoten
Für meine Eltern
Danke für eure Liebe zu Christus, zur Gemeinde, zu euren Kindern und zueinander
Es ist unmöglich, ein guter Christ zu sein – stimmt das?
Obwohl ich schon als Kind Freude am Laufen hatte, war ich kein guter Sportler. Beim Baseball spielte ich häufig in der Verteidigung, aber bei den meisten Spielzügen war ich für mein Team nutzlos. Beim Fußball war ich Torwart und stand so weit hinten im Tor, dass die Bälle schon drinnen waren, wenn ich sie gehalten habe. Ein Jahr lang spielte ich American Football und kam in der ganzen Zeit kein einziges Mal mit einem Gegenspieler in Berührung (und als Verteidiger wäre genau das meine Aufgabe gewesen). Ich habe mir beide Handgelenke beim Basketballspielen gebrochen. Beim Hockey habe ich mir nicht nur einmal eine Gehirnerschütterung geholt.
Dafür war ich im Laufen nicht allzu schlecht. Als Schüler mussten wir jedes Jahr an einem Fitnesstest teilnehmen. Damals machten sich Eltern noch nicht so viele Sorgen wie heute, ob es Kindern schaden würde, wenn sie mal in etwas krachend scheitern. Die Prüfung an unserer Schule bestand aus Liegestützen, Sit-ups, Klimmzügen, Standweitsprung, Seilklettern, Turnübungen und einem
Mittelstreckenlauf. Im Vergleich zu den anderen Jungs aus meiner Klasse war ich in den meisten Kategorien unterdurchschnittlich. Seilklettern konnte ich am wenigsten leiden. (»Hey, kletter dieses Seil mal eben bis zum Dach der dreistöckigen Sporthalle hoch. Keine Sorge, unten liegt eine kleine, dünne Matte – nur für den Fall, dass du die siebeneinhalb Meter hinunterstürzen solltest. Falls du es bis oben schaffst, kannst du die Glocke läuten und dann runterrutschen und dir dabei deine Oberschenkel aufscheuern.«) Wenn man bedenkt, wie mittelmäßig meine Leistungen im Allgemeinen waren und wie verzweifelt ich mir wünschte, nicht zu den Schlechtesten zu gehören, kann man sich vorstellen, wie überrascht und glücklich ich war, als ich beim Mittelstreckenlauf zu den Schnellsten gehörte.
An jenem Nachmittag beschloss ich, das Laufen zu meiner Sportart zu machen. Die meisten jungen Männer in den USA träumen davon, in die NBA oder die NFL aufgenommen zu werden. Mein Traum war es, als letzter Läufer im 400-Meter-Staffellauf aufzuholen und die Goldmedaille für das Team der USA zu gewinnen. Ich habe mir immer gewünscht, am Startblock zu stehen und zu wissen, dass ich schneller laufen kann als jeder andere neben mir. Doch dieses Gefühl kam nie auf, da die Realität weit davon entfernt war. Während Eric Liddell beim Laufen das Gefühl hatte, dass sich Gott daran freue, kam es mir eher vor, als ob Gott mich dabei ermahnte: »Komm ja nicht auf die Idee, das beruflich machen zu wollen!« Trotzdem werde ich mich immer daran erinnern, wie stolz ich war, als ich beim Umrunden des Sportplatzes meiner Grundschule die meisten Jungs aus meiner Klasse überholte.
Das ist jetzt über 35 Jahre her und ich habe seitdem viel an meinen Laufkünsten gefeilt – leider mit überschaubarem Erfolg. Während meiner Schulzeit in Michigan trainierte ich selbst an kalten Wintertagen, um mich auf meine erste Saison als Läufer vorzubereiten. In der 8. Klasse lief ich 800 Meter in 2:35 Minuten. Der Rekord an unserer Schule betrug stolze 1:55 Minuten, was ich mir als Ziel für die nächsten vier Jahre setzte. Ich musste jedes Jahr lediglich 10 Sekunden schneller werden, und am Ende meiner Schulzeit hätte ich den Rekord geknackt. Im ersten und im zweiten Jahr gelang mir das auch. Damit hatte es sich aber auch schon. Es war doch nicht so einfach, die eigene Zeit um 40 Sekunden zu verbessern. Die ersten 20 Sekunden sind dabei erheblich leichter als die letzten.
Durch harte Arbeit, viel Disziplin und eine von Natur aus schlanke Statur (ich bevorzuge in diesem Zusammenhang die Beschreibung »athletisch«) habe ich es geschafft, zeitweise der beste unter den zweitklassigen Läufern zu sein, manchmal sogar der letzte der erstklassigen. In der 10. Klasse hatte ich es in die Nachwuchsmannschaft unseres Bezirks geschafft, bevor mehrere Verletzungen meine Laufkarriere aus dem Ruder brachten. Ich habe, soweit ich mich erinnere, jede Leichtathletik-Disziplin mindestens einmal ausprobiert. Schließlich entschied ich mich für den 110-Meter-Hürdenlauf, bei dem lange Beine und eine schlanke Figur die mangelnde Geschwindigkeit wettmachen konnten. Ich gewann einige Wettrennen und nahm während meines Studiums an weiteren Turnieren teil. Meine Uni gehörte nicht unbedingt zu den besten, aber ich nutzte trotzdem jede Gelegenheit, um meiner Familie gegenüber meine Urkunden zu erwähnen, die ich erhalten hatte – was sie leider nicht sonderlich interessierte. Beim Hürdenlauf qualifizierte ich mich für das Finale und wurde Letzter. Wie gesagt – ich war der Schlechteste unter den Besten.
Mittlerweile gehöre ich nicht mehr zu den Jüngsten, aber ich laufe immer noch und trainiere regelmäßig. Ich habe viele Bücher über das Laufen gelesen. Ich habe mir unzählige YouTube-Videos angeschaut und mehr Leichtathletik-Wettbewerbe im Fernsehen gesehen als jeder, den ich kenne. Ich habe mir eine Menge guter Ausrüstung für das Laufen gekauft – von Schuhen über Laufmützen und Unterhemden bis hin zu speziellen Socken und (laut meiner Frau zu kurzen) Shorts. Ich nehme an unterschiedlich langen Straßenläufen und Triathlons teil. Manchmal gehöre ich zu den Ersten in meiner Altersgruppe. Manchmal erreiche ich gerade so das Ziel. Verglichen mit jemandem, der seine Laufschuhe nur einmal jährlich zum Silvesterlauf anzieht, bin ich ziemlich gut. Verglichen mit einem ernstzunehmenden Läufer bin ich – nun ja – nicht sehr ernst zu nehmen. Ich versuche, angesichts meiner begrenzten Fähigkeiten und Möglichkeiten sowie meines vollen Terminkalenders das Beste herauszuholen. Die gute Nachricht ist: Wenn ich es schaffe, in den nächsten dreißig Jahren nicht langsamer zu werden, gehöre ich im Alter zu den Weltbesten.
Christsein ist möglich
Wahrscheinlich denken jetzt einige von euch: »Erzähl mehr aus deiner Laufkarriere!«, während sich die anderen 99 % meiner Leser wünschen, dass ich mir schon in der Grundschule die Knöchel verstaucht und mit dem Laufen aufgehört hätte (keine Sorge, ich habe mir meine Knöchel tatsächlich oft genug verstaucht). Aber ob du es glaubst oder nicht, meine Erfahrungen als Läufer haben tatsächlich viel mit dem Titel dieses Buches zu tun. Viele Christen haben sich daran gewöhnt (und es akzeptiert), dass ihr Leben in der Nachfolge Jesu so ähnlich aussieht wie meine 35-jährige Laufkarriere. Du liest die entsprechenden Bücher. Du schaust dir Vorträge an. Du besorgst dir die richtige Ausrüstung. Du versuchst, diszipliniert zu sein und dich konstant zu verbessern. Der Erfolg bleibt jedoch überschaubar.
Vielleicht folgst du Jesus schon viele Jahre nach – vielleicht sogar, seit du ein Kind bist. Es gibt Situationen, in denen du dich wie ein Sieger fühlst, aber meistens hast du das Gefühl, ein durchschnittlicher bis unterdurchschnittlicher Christ zu sein. Du möchtest das Christsein nicht aufgeben. Du weißt ja, dass es wichtig ist, Christ zu sein. Es ist sogar das Wichtigste für dich. Du bist gern Christ und bereit, dich anzustrengen. Das Problem ist nur: Es scheint unschaffbar.
Ich sollte an dieser Stelle eine wichtige Sache klarstellen, bevor du missverstehst, worum es in diesem Buch geht. Du denkst dir jetzt vielleicht:»Alles klar, das ist einfach ein weiteres Buch darüber, dass Rechtfertigung allein aus Glauben geschieht, dass das Evangelium eine Hoffnungsbotschaft für erschöpfte Menschen ist und dass Gott uns liebt, auch wenn wir im Glaubensleben ständig versagen.« Aber das trifft mein Anliegen mit diesem Buch nicht ganz. Ich glaube an die Rechtfertigung allein aus Glauben – von ganzem Herzen und mit ganzem Verstand. Ich glaube auch daran, dass das Evangelium eine Hoffnungsbotschaft für erschöpfte Menschen ist – und viele von uns sind hundemüde. Aber darum geht es in diesem Buch nicht, zumindest nicht an erster Stelle. In diesem Buch geht es um den letzten Teil deiner Überlegung: »Gott liebt uns, auch wenn wir im Glaubensleben ständig versagen.« Es soll aufzeigen, warum dieser Satz, auch wenn er gut gemeint sein mag, nicht der biblischen Perspektive entspricht, sondern ungenau und wenig hilfreich ist.
Wir haben manchmal eine falsche Vorstellung davon, was es bedeutet, Jesus nachzufolgen. Natürlich können wir uns die Anerkennung Gottes nicht verdienen. Wir sind gefallene Geschöpfe und werden nie gut genug sein, um es in den Himmel zu schaffen. Erlösung geschieht nur aus Gnade. Über diese Gnade Gottes zu staunen, beinhaltet jedoch nicht, ständiges Versagen im Glaubensleben zu akzeptieren. Gott möchte nicht, dass wir uns permanent schlecht fühlen. Er will nicht, dass wir freudlose Nachfolger sind. Es entspricht nicht seinem Willen, dass wir uns ständig schuldig oder überfordert fühlen. Seine Absicht ist nicht, dass Christsein unschaffbar ist.
Viele Christen haben sich an die Vorstellung gewöhnt, als Nachfolger Jesu ständig zu versagen. Sie glauben zwar daran, dass ihnen vergeben wurde, dass sie gerechtfertigt sind und dass sie sich auf dem Weg zum Himmel befinden. Aber von ihrem Leben als Nachfolger, als Gläubige, erwarten sie nicht besonders viel. Vergleichbar mit meiner Laufkarriere sind sie überzeugt davon, dass wir uns als Christen ständig anstrengen sollten und trotzdem nur bescheidenen Fortschritt verzeichnen werden. Wir können uns Mühe geben, das Beste aus unseren beschränkten Möglichkeiten, Fähigkeiten und Terminkalendern zu machen. Trotzdem werden wir nie wirklichen Erfolg haben. Wir werden nie in der Lage sein, die Zehn Gebote völlig zu halten. Wir werden die Bergpredigt nie vollständig in unserem Leben umsetzen können. Wir werden nie genug beten, nie genug geben und nie genug evangelisieren. Wir werden unserer Stadt nicht zu einer Erweckung verhelfen und die Probleme in unserem Land nicht lösen können. Wir werden die Welt nicht verändern.
Ein berühmter christlicher Schriftsteller sagte einmal, dass jeder Autor eigentlich nur ein Buch schreibt. Ich hoffe sehr, dass das so nicht ganz zutrifft, aber es stimmt schon, dass die meisten Autoren eine zentrale Idee haben, die den Großteil ihrer Werke durchzieht. Wenn ich an meine anderen Bücher denke, fällt mir auf, dass das Thema dieses Buches in den meisten unterschwellig vorhanden ist: Die Nachfolge Jesu ist zwar nie einfach, aber muss deshalb nicht undurchsichtig und geheimnisvoll, hochkompliziert und Grundlage für ständige Schuldgefühle sein. Gewöhnliche Menschen sind in der Lage, ein Leben nach Gottes Willen zu führen (Leg einfach los), in Heiligung zu leben (The Hole in Our Holiness) und dabei nicht ständig gestresst zu sein (Crazy Busy). Unsere normalen, unscheinbaren Ortsgemeinden sind ein Grund zur Freude und Dankbarkeit (Why We Love the Church) und der Missionsbefehl der Kirche ist nicht undurchsichtig, sondern klar definiert (What Is the Mission of the Church?). Gewöhnliche Christen und durchschnittliche Ortsgemeinden können treu, Gott wohlgefällig und reich an Früchten sein. Kurz gesagt – Christsein ist nicht unschaffbar.
Das Wettrennen, in dem wir alle laufen
Neulich nahm meine zehnjährige Tochter mit ihrer gleichaltrigen Freundin an einem 5-km-Lauf teil. Sie waren beide sehr aufgeregt und freuten sich auf ihr erstes richtiges Wettrennen. Bevor meine Tochter losrannte, schaute ich ihr tief in die Augen und sagte in ernstem Tonfall, aber mit einem Augenzwinkern zu ihr: »Ich möchte, dass du dir der folgenden drei Dinge bewusst bist: Jesus liebt dich. Ich liebe dich. Und du bist eine DeYoung.« Das war meine übertriebene Art, ihr als Vater mitzuteilen, dass ich stolz auf sie war und dass ich nicht an ihrem Erfolg zweifelte. Sie hat sich natürlich nicht gleich für die Olympischen Spiele qualifiziert und war auch nicht die Schnellste. Ein- oder zweimal musste sie anhalten und einen Abschnitt der Strecke im Gehen zurücklegen. Aber sie hat sich wirklich gut geschlagen. Sie hat nicht versagt. Ich meinte es ernst, dass ich sie liebe, und auch als ich sie dafür lobte, dass sie eine so weite Strecke so schnell gelaufen ist. Welcher Vater würde seiner kleinen Tochter etwas anderes sagen?
Natürlich wird sie versuchen, ihre Zeit zu verbessern, sollte sie mit dem Laufen weitermachen. Vielleicht wird sie schneller sein als ihre Brüder. Möglicherweise wird sie aber auch das Schlusslicht bilden. In beiden Fällen werde ich stolz auf sie sein, wenn sie mit der richtigen Motivation mit dem Laufen weitermacht. Sie wird in meinen Augen nicht zur Versagerin werden. Genauso wenig müssen wir uns als Versager in Gottes Augen fühlen. Er rettet uns aus Gnade, gibt uns einen neuen Namen und fordert uns dann auf, alles, was uns beschwert, abzulegen und in dem Kampf zu laufen, der uns bestimmt ist – umgeben von einer Wolke von Zeugen (vgl. Hebr 12,1).
Die Nachfolge Jesu bringt Leiden mit sich und braucht Durchhaltevermögen. Der Aufruf zur Jüngerschaft ist eine folgenschwere (und gleichzeitig befreiende) Aufforderung, uns selbst zu verleugnen. Christsein ist weder einfach noch schmerzfrei. Aber Nachfolge bedeutet nicht, sich auf ein Vorhaben ohne Erfolgsaussichten einzulassen. Demut bedeutet nicht, dass wir uns permanent schlecht fühlen müssen, immer schwach sind und ständig versagen. Der Geist Gottes wirkt in uns. Das Wort Gottes ist bei uns. Die Liebe Christi drängt uns. »Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?« (1 Joh 5,5).
Wir sind als Christen auf einer Laufbahn und es ist möglich, sie zu laufen. Der Vergleich mit einem Läufer findet sich immer wieder in den Briefen von Paulus (wenn dir diese Analogie nicht gefällt, solltest du dich also an ihn wenden). Paulus lief dieses Rennen sehr bewusst, mit Disziplin und Selbstbeherrschung. Ihm war klar, dass man einfach planlos draufloslaufen konnte, doch er wusste auch, wie man es schafft, bis zum Ende durchzuhalten (vgl. 1 Kor 9,26–27). Am Ende seines Lebens – eines unvollkommenen Lebens voller Sünde und Schwierigkeiten – konnte er trotzdem voller Zuversicht feststellen, dass er den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und den Glauben bewahrt hatte (vgl. 2 Tim 4,7). Dieser »allergrößte Sünder« war überzeugt davon, dass für ihn die Krone der Gerechtigkeit bereitlag, die der Herr, der gerechte Richter, ihm an jenem Tag geben wird – und nicht nur ihm allein, sondern auch allen, die die Erscheinung des Herrn lieb haben (vgl. 4,8). Paulus sah diesen Glaubenslauf nicht als ein hoffnungsloses Labyrinth oder als einen Ultramarathon an, den nur einige wenige schaffen können, die besonders fit sind. Er betrachtete den Lauf, den er vollendet hatte, als ein Vorrecht. Und er war überzeugt davon, dass dieser Lauf nicht unschaffbar ist.
Die Stunde des Siegers ist mein Lieblingsfilm. Wie hätte es auch anders sein können? Es geht darin um das Laufen und die Mission. Der schottische Akzent trägt natürlich auch dazu bei. Auch wenn Die Stunde des Siegers mein absoluter Favorit ist, gibt es auch andere Filme, die ich sehr gern mag. Ein Schweinchen namens Babe gehört dabei definitiv zu meiner Top Ten.
Babe ist ein Schweinchen auf einer Farm, das gern ein Schäferhund wäre. Die anderen Tiere machen sich über Babe lustig und die Menschen um ihn herum finden ihn peinlich. Sein Besitzer, der Bauer Hoggett, glaubt jedoch an ihn. Der Höhepunkt des Films ist der Moment, als Bauer Hoggett Babe bei einem Wettrennen für Schäferhunde anmeldet. Eigentlich hat Babe nicht die geringste Chance. Die Ehefrau des Bauers schämt sich zu Tode, die Menge lacht voller Spott und die Schiedsrichter des Wettrennens nehmen die Anmeldung nur widerwillig entgegen. Das arme Schweinchen tut sich sehr schwer, bis der Hund Rex zu ihm gelaufen kommt und ihm das Geheimwort mitteilt, mit dem die Schafe gehorchen würden (die Geschichte basiert vielleicht nicht unbedingt auf wahren Begebenheiten).
