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Eine unerwartete Mutprobe und ein unkonventioneller Club Eitel, eingebildet, hochmütig, arrogant – Rey würde seinen Stolz um alles verteidigen, und so lässt er sich auf eine Mutprobe mit seinem Zwillingsbruder Day ein, der ihm befiehlt Dem Offiziellen August Academy Aliens Club beizutreten. Ja, der Name muss unterstrichen sein. Der Club besteht aus Wick, dem Präsidenten, der keine Ahnung hat, was so ein Aliens Club eigentlich machen soll, Penny, deren soziale Unbeholfenheit schmerzhaft mitanzusehen ist, und Cosmos, die keine Gespräche führt, wenn es nicht um Aliens geht. Das sollte für Rey ein Klacks werden, immerhin ist sein Bruder, dessen bester Freund ein Schmetterling ist, kaum weniger seltsam. Doch wer sind die Mitglieder des Aliens Clubs wirklich, und warum ist Cosmos so versessen von der Idee Aliens zu finden? Tritt bei und finde es heraus!
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Seitenzahl: 112
Veröffentlichungsjahr: 2024
Von JUNIT
Illustrationen von Ralph-E
Dieses Buch beinhaltet Erwähnungen, sowie Darstellungen von Mobbing in der Schule.
Heute ist der erste Schultag an der August Academy. Diese überaus durchschnittliche Bildungseinrichtung besteht aus einer Grund-, Mittel- und Oberschule. Sie ist eine Gesamtschule. Einige Schüler besuchen sie vom Kindergarten bis zum High School Abschluss. Muss ihnen ja ziemlich gefallen, dass sie so lange bleiben.
Doch trotz dieser einzigartigen Eigenschaft, ist die Schule die am wenigsten bemerkenswerte Schule in der Gegend. Sie ist kein Vergleich zu den namhaften Bildungseinrichtungen wie die All-Star Academy und The School. (Ja, der Name der Schule ist 'The School'.)
Wie dem auch sei, unsere Geschichte beginnt auf den Fluren der August Academy High School ...
***
"Hey, Day! Wie wäre es mit einer Mutprobe?" Rey ist so energetisch wie eh und je. "Wie in aller Welt kommst du jetzt auf eine Mutprobe?", antwortet Day. Sein Schmetterling, Henry, flattert um ihn herum.
Rey und Day sind Zwillinge, die mit einem Abstand von dreiundzwanzig Sekunden auf die Welt kamen.
Beide haben hellbraunes Haar, stylen es jedoch in entgegengesetzte Richtungen.
"Du weißt doch, dass man mich früher auch Rey der Mutproben-Master Rey genannt hat. Also komm schon. Ich fang auch an!"
"Niemand hat dich je so genannt ... Und warum muss dein Name da überhaupt zwei Mal vorkommen?"
"Das spielt keine Rolle! Viel wichtiger ist, dass du mir eine Mutprobe geben musst. Doch es gibt keine, die ich nicht bestehen werde!"
"Wird ja wohl nicht so schwer sein, sich etwas kniffliges auszudenken", murmelt Day, als die beiden an einem Raum mit der Bezeichnung Der Offizielle August Academy Aliens Club vorbeilaufen. Mit Unterstrich und allem.
Day kennt Rey gut genug, um zu wissen, dass dieser alles, was als "seltsam" gesehen werden könnte, meidet. Er weiß, dass das genau die Art Club ist, dem Rey nicht beitreten wollen würde.
"Hey, Rey, ich glaube ich habe eine gute Mutprobe für dich." Day ist sich sicher, dass er Reys Siegesserie damit beenden wird.
"Dann lass mal hören! Ich bin für alles bereit!", ruft Rey voller Selbstbewusstsein.
"Siehst du die Tür dort? Dahinter befindet sich der Aliens Club. Ich will, dass du diesem Club beitrittst. Wenn du das machst, würde ich dich sogar Rey, der Mutproben-Master Rey nennen."
Rey bleibt auf der Stelle stehen. Er ist von dieser Mutprobe nicht sonderlich begeistert. Ein Club über Aliens ist sicher voller Ober-Weirdos; nicht gerade die Leute, mit denen er in der High School abhängen möchte.
"Ich - ähm – klar, kann ich machen, kein Problem. Locker-flockig." Rey kann seinen Stolz wohl nicht überwinden, um aus dieser Sache rauszukommen.
Day überrascht es, dass Rey die Mutprobe annimmt. "Oh, nice. Dann ist diese Mutprobe für dich vielleicht doch zu leicht. Naja, ich schaue mir mal ein paar der anderen Clubs an. Bis später."
"B-Bye ..." Wenig begeistert wendet Rey sich in Richtung des Aliens Clubs. Egal, wie sehr er es auch will, aus dieser Nummer kommt er nicht raus.
Mein Name ist Rey. Ich bin ein Mann vieler Talente, aber ich würde sagen, mein beeindruckendstes ist die Fähigkeit, mich jeder Mutprobe zu stellen, die man mir auferlegt. Nicht einmal wurde ich durch eine Herausforderung tatsächlich herausgefordert.
Doch heute soll sich das ändern.
Ich stehe vor einem Raum, in dem sich ziemlich sicher die seltsamsten Kids der gesamten Schule befinden. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich in diesem verrückten Club auffallen werde, wie ein bunter Hund.
Ich meine ehrlich, ich in diesem Club? Wenn wir mal ein paar Ereignisse in der Vergangenheit beiseitelassen, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich der coolste Typ hier bin. Ich habe zwar noch keine Freunde, aber das ist normal. Es ja erst der erste Tag an der High School.
Sag nichts! Ich weiß, dass der erste Schultag schon vorbei ist, und ich 'ne arschvoll Gelegenheiten hatte, Freunde zu finden. Es ist halt einfach nicht passiert, okay? Also hör auf mich zu nerven, dummes Gewissen!
Warum zögere ich eigentlich? Ich weiß, dass ich den Leuten in diesem Raum überlegen bin. Ich könnte einfach hereinspazieren und die Führung übernehmen. Ich glaube nicht, dass ich es in einem Club aushalten würde, in dem mich irgendeine Brillenschlange aus der Sonderschule herumkommandiert. Aber warum sollte ich mir über sowas Gedanken machen? Es wird schon nicht passieren.
Außerdem hat Day mir nur befohlen dem Club beizutreten. Er hat nicht explizit gesagt, dass ich bleiben muss. Wenn es also wirklich mies ist, kann ich einfach die Biege machen und meine Siegessträhne aufrechterhalten. Kein Grund sich Sorgen zu machen. Ich kann nicht verlieren.
Endlich greife ich nach dem Türknauf und drehe ihn, um die Tür zu öffnen und meinen großen Auftritt zu machen.
Ich betrete den Raum und es wird total leise.
Nur drei weitere Leute befinden sich hier. Naja, drei Leute und ein Sarg, aber den ignorieren wir einfach mal. Es sind ein Kerl und zwei Mädchen. Moment mal, zwei Mädchen? Warum würde auch nur ein Mädchen diesem ultra-lahmen Club beitreten wollen? Nicht, dass die auch eine Mutprobe machen müssen, oder?
Der erste, der sich mir zuwendet, ist der Junge. Er ist groß genug, dass ich nach oben blicken muss, um mehr als sein Kinn sehen zu können. Sonst scheint er ganz normal zu sein. Dieser Afro würde aber auch kaum jemandem außer ihm so gut stehen.
"Hallöchen. Mein Name ist Wick. Ich bin der weltberühmte Präsident des offiziellen August Academy Aliens Clubs. Freut mich, dich kennenzulernen." Wick streckt mir zur Begrüßung die Hand hin.
"Weltberühmt ...?" Ich schüttle ihm die Hand, aber selbst ich bin nicht leichtgläubig genug, um ihm seine absolut überzogene Begrüßung abzunehmen.
Ich meine, weltberühmt? Dieses Statement ist definitiv mit der weltgrößten Prise Vorsicht zu genießen.
Er ist immerhin der Präsident. Dann wird er wohl mein Konkurrent sein, wenn ich diesen Laden hier übernehmen will. Je nachdem, wie er sich anstellt, könnte ich vielleicht sogar verlieren. Ich muss nur auf die richtige Gelegenheit warten.
Oder vielleicht sollte ich meinen ganzen Plan vergessen. Er hat sowieso nicht viel Sinn gemacht. Überhaupt in diesem Club zu sein, ist schon belastend genug.
"Dann sind wir ja schon zu viert. Wie wäre es, wenn wir uns alle einander vorstellen? Ich bin mir sicher, das wird spaßig." Was soll diese seltsame Begeisterung? "Jede Person darf ihren Namen nennen, warum sie dem Club beigetreten ist, und einen Funfact über sich selbst. Ich hab das ja gerade schon gemacht. Wer will als nächstes?"
Das Einzige, was er davon genannt hat, war seinen Namen, aber ich glaube eh nicht, dass ich irgendwelche Funfacts von diesem Typen hören will.
Eines der Mädchen hebt die Hand und fängt an zu sprechen.
"Ä-Ähm, ich mache als nächstes." Sie stottert etwas. "Mein Name ist Penny und ich bin diesem Club beigetreten, weil er irgendwie cool aussah, denke ich. Ich habe noch nie einen Aliens Club gesehen und ich dachte, es wäre ganz lustig. Und ... ein Funfact über mich? Ähm, ich habe einen großen Bruder, und der ist cool. Zählt das als Funfact?"
Ist diese Penny schüchtern, oder was war das gerade? Ich habe das Gefühl, dass sie noch nie eine Konversation mit einem Menschen geführt hat.
Ihre Haare sind leuchtend gelb, und ihre orangenen Augen sind sogar noch heller. Ihre Haare sind ziemlich kurz und sie hat einen Pferdeschwanz an der Seite. Außerdem nervt es mich irgendwie, dass sie etwas größer ist als ich. Ich bin doch nicht der kleinste hier, oder?
"Oh, klar doch! Das zählt auf jeden Fall als Funfact", sagt Wick.
Bis gerade eben war er geistig vollkommen abwesend und hat Pennys gezackten Haaransatz angestarrt. Sieht aus, als wäre es ihr auch aufgefallen und es ist ihr ziemlich unangenehm. Und ehe du fragst, nein, er hat ihr sicher nicht ins Gesicht gestarrt. Es war ihr Haaransatz. Sie scheint es auch bemerkt zu haben.
"Oh, tut mir leid. Dein Haaransatz erinnert mich nur an jemanden aus der Mittelschule."
Und das ist wohl der endgültige Beweis.
Damit kann ich sagen, dass ich zu zwei Schlussfolgerungen gekommen bin.
Schlussfolgerung Nummer Eins: Wick hat seinen Mega-Weird Status auf Maximum. Schlussfolgerung Nummer Zwei: Penny hat sehr wahrscheinlich einen einzigen Freund und das ist ihr Bruder.
"Also, wer will als nächstes ...? Wie wäre es mit dir?", fragt Wick, während er das andere Mädchen ansieht.
Blondie denkt also "der Aliens Club wäre ganz lustig". Mal schauen, warum das andere Mädchen hier ist.
Sie steht auf und ich kann somit sehen, wie groß sie ist. Sie ist etwas kleiner als ich und hat langes, schwarzes Haar mit hübschen lila Augen. Und von ihrem Kopf steht so ein langes Teil ab. Wenn man das mitzählt, was wir hier nicht tun werden, dann ist sie ein klein wenig größer als ich. Aber was soll das für ein Ding sein? Sieht aus wie eine Haarsträhne. Oh, okay. Klar, es ist eine Haarsträhne.
"Mein Name ist Cosmos. Ich habe meine ganz persönlichen Gründe, diesem Club beizutreten, und die möchte ich euch nicht mitteilen. Es gibt auch keinen einzigen 'Funfact', von dem ich glaube, dass er es wert ist, geteilt zu werden."
Was hat die denn für ein Problem? Während ihrer gesamten Rede hielt sie es nicht für nötig, auch nur einem von uns in die Augen zu schauen. Hat sie irgendeinen Überlegenheitskomplex, oder was?
Oh, warte mal ‘ne Sekunde ...
Wie dem auch sei ... Das bringt mich zu zwei weiteren Schlussfolgerungen. Schlussfolgerung Nummer Drei: Mit Cosmos stimmt definitiv etwas nicht. Schlussfolgerung Nummer Vier: Jedes Mitglied dieses Weirdo Clubs ist ein absoluter Weirdo und ich habe kein Interesse je wieder mit ihnen zu reden.
Nicht, dass ich jetzt noch aus dieser Sache rauskommen könnte.
"Scheint, als wäre ich der letzte. Mein Name ist Rey und ich bin dem Club wegen einer Mutprobe meines Bruders beigetreten. Ein Funfact wäre, dass ich ein Mutproben-Meister bin. Es gibt keine Herausforderung, der ich mich nicht stelle. Ich habe schon Mutproben bewältigt, die so einfach waren, wie ein falsches Liebesgeständnis und so extrem wie ein olympischer Turmsprung. Deshalb war ich früher auch bekannt als 'Rey, der Mutproben-Master Rey'."
"Warum sagst du deinen Namen zwei Mal?", fragt Penny. Warum fragen das die Leute immer?
"Er ist wohl einfach dumm", antwortet Cosmos eiskalt. Vielleicht sollte ich diesen Spitznamen ruhen lassen.
"Das war jetzt nicht so nett, Cosmos", sagt Wick. Nicht so nett? Was soll das denn heißen?
Nachdem er jeden von uns einzeln angeschaut hat, ergreift Wick wieder das Wort. "Jetzt, da wir uns besser kennengelernt haben, was wollen wir als nächstes tun?"
Er ist doch der Club Präsident, oder nicht? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es seine Aufgabe ist zu sagen, was wir als nächstes tun. Vielleicht wäre es doch besser, wenn ich übernehme ... Nein, ich möchte nicht die Planung für diesen Club übernehmen. Wenn ich schon Arbeit machen soll, dann auch gegen Geld. Keine Freiwilligenarbeit für einen Club, in dem es um Aliens geht.
"In diesem Club geht es um Aliens, nicht? Ist es da nicht naheliegend, dass wir mit Alien-bezogenen Aktivitäten weitermachen sollten?" Cosmos starrt Wick an, als würde seine Antwort über Leben oder Tod entscheiden. Sie nimmt diese Alien-Sache unglaublich ernst. Damit ist sie aber auch allein, glaube ich.
"O ja, gute Idee." Ziemlich naheliegende Idee, Wick. "Hat jemand von euch Bücher über Aliens oder sowas?"
Auf welchem Planeten lebt Wick, dass er sich dachte, er könnte einen Aliens Club gründen, ohne eine Idee zu haben, was er damit machen soll? War ihm einfach nur langweilig oder so? Soll ich das ganze lustig finden?
"Warum um alles in der Welt würde irgendwer einfach so Bücher über Aliens mitnehmen? Wir müssen schon unsere ganzen Schulbücher herumschleppen. Mehr als das, und wir haben ein Leben lang Rückenprobleme vor uns." Was soll ich sagen, außer der Wahrheit? Keine normale Person nimmt mehr Bücher mit als nötig.
"Naja, ich kann nicht für dich sprechen, aber ich habe erwartet, dass irgendwer das schon tun würde", sagt Wick. Welch seltsame Erwartungen.
Mein Vertrauen in Wick als Clubpräsident kann mittlerweile nur noch in negativen Zahlen ausgedrückt werden. Mehr Mathe als das traue ich mir allerdings nicht zu.
"Ich habe ein Buch", sagt Cosmos und nimmt ein unfassbar dickes gebundenes Buch aus ihrem Rucksack.
Sie befindet sich jenseits von abnormal. Ein kleines unnötiges Buch ist ja nichts schlimmes, sie trägt allerdings ein riesiges unnötiges Buch mit sich rum. Ihre Körperhaltung wird nachhaltig geschädigt sein, selbst wenn sie dieses Buch nur heute bei sich hatte.
Von hier aus sieht ihr Rücken normal aus. Noch.
Sie legt das Buch auf den Tisch und erst dann bemerke ich auch seinen Titel.
Aliens gibt es doch! Echt Jetzt! Was soll das denn für ein Titel sein? Das klingt fast schon verzweifelt. Nicht nur fast, eigentlich sogar ziemlich verzweifelt. Wer auch immer sowas lesen würde, musste unfassbar verzweifelt sein, Beweise für die Existenz von Außerirdischen zu finden. Das gleiche trifft auf alle zu, die diesem Club mit genau dieser Absicht beigetreten sind.
Ich werfe Cosmos erneut einen Blick zu. Sie scheint es wirklich ernst zu meinen. Das kann doch nicht wahr sein.
Wenn wir hier bei ‚versteckte Kamera‘ sind, dann kann der gut versteckte Kameramann gerne rauskommen. Irgendwer? Nein? Mist. Ich habe echt gehofft, dass das alles nur ein schlechter Scherz ist.
