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Eine aufschlussreiche Klassenfahrt und eine schräge neue Freundin Das Planetarium. Ein gewöhnliches Ziel für eine Klassenfahrt führt zu ungewöhnlichen Erfahrungen für den Aliens Club. Nicht nur ist Yooom mit von der Partie, Penny's lebensfrohe Kindheitsfreundin, sie schafft es auch noch Cosmos ein schockierendes Geständnis zu entlocken. Was bedeutet diese Enthüllung für den Club? Und ist diese Geschichte wahr oder nur frei erfunden? Doch nicht alle können an diesem Spaß teilhaben. Während der Club auf Klassenfahrt ist, bleiben Fritz und seine Freunde zurück. Im Kampf gegen die Langeweile beschließen sie ihren eigenen Ausflug zu machen. Zumindest wenn es nach Suu und Fritz gehen würde. Mo hingegen scheint immer irgendwelche Pläne zu haben, auch wenn er bekanntermaßen der ultimative Stubenhocker ist. Scheint, als wäre es Fritz Aufgabe Mo dazu zu bringen, mit ihm und Suu mitzukommen. Zwei Ausflüge, mit unterschiedlichen Zielen und verrückten Enthüllungen. Wo das alles nur enden soll? Steig ein und finde es heraus!
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Seitenzahl: 151
Veröffentlichungsjahr: 2024
Von JUNIT
Illustrationen von Ralph-E
Dieses Buch beinhaltet Erwähnungen, sowie Darstellungen von Mobbing in der Schule, in Form von Verspottung aufgrund ungewöhnlicher Hobbys. Weiterhin beinhaltet das Buch Darstellungen der Tötung kleiner Tiere, sowie eine traumhafte Darstellung eines Amoklaufs an einer Schule.
Ein kleines Mädchen rennt in einem Haus herum, auf der Suche nach etwas. Es schaut in jeder Ecke, unter jedem Stuhl und auf jedem Tisch nach. Es ist sogar schon so weit gegangen, die Badezimmer mehrmals zu durchsuchen. Das Glitzern in seinen Augen verrät, wie ernst es seiner Jagd nachgeht.
„Ich habe es diesmal sehr gut versteckt“, sagt die Mutter des kleinen Mädchens. „Ich wäre überrascht, wenn du es findest, bevor die Sonne untergeht.“
Im Vergleich zu dem Mädchen sind die Haare der Mutter eher rosa und kürzer. Abgesehen davon könnten sie die gleiche Person sein, nur unterschiedlichen Alters.
Das fröhliche kleine Mädchen rennt weiter durch das Haus.
Der Vater der Kleinen öffnet den Kühlschrank, um sich einen Snack zu genehmigen. „Hey, warum liegt denn ein Kissen im Kühlschrank?“
Ohne ein Wort zu sagen, rennt das kleine Mädchen zu seinem Vater und reißt ihm den Gegenstand aus der Hand. Dann rennt es zurück zu der Mutter, den gesuchten Gegenstand in der Hand. Ein violettes, sternförmiges Kissen.
„Schau Mami! Ich habe es gefunden!“ Das fröhliche kleine Mädchen hält das Kissen hoch und strahlt eine ansteckende Freude aus.
„Nein, du hast es nicht gefunden“, witzelt die Mutter. Sie schaut zum Vater und lächelt.
Der Vater lächelt zurück. „Tut mir leid. Ich hätte den Rand halten sollen.“
Die Mutter schaut wieder zu dem kleinen Mädchen. „Naja, dieses Mal hattest du Glück, aber ich sollte dich wohl trotzdem dafür belohnen.“ Sie streckt ihre Hände nach den Achseln des Mädchens aus und attackiert. „Du weißt was passiert, wenn du das Kitzelkissen findest!“
Das kleine Mädchen lacht und weint zugleich. Es weint nicht, weil es traurig ist, oder es ihm weh tut. Es weint vor Freude. Es ist glücklich und hat Spaß.
***
Cosmos sitzt auf ihrem Bett und hält dasselbe Kissen in der Hand, wie an jenem Tag. Einen Moment später fängt sie an zu weinen. Diesmal ohne zu lachen. Sie weint nicht, weil sie fröhlich ist und Spaß hat. Dieses Mal weint sie vor Trauer.
Das sternförmige Kissen hat ihr einst Freude bereitet, sie glücklich gemacht. Doch nun ruft das Kissen lediglich Erinnerungen in Cosmos hervor. Keine traurigen Erinnerungen, sondern glückliche, wertvolle Erinnerungen.
Doch selbst glückliche Erinnerungen können manchmal die Ursache für Tränen der Trauer sein.
Heute ist ein wundervoller Tag. Vor wenigen Minuten forderte eine Ankündigung über Lautsprecher sämtliche Neuntklässler auf, sich für eine besondere Ankündigung in der Sporthallte zu versammeln. Ich habe keine Ahnung, was diese besondere Ankündigung sein könnte, aber das spielt keine Rolle. Was zählt, ist, dass ich den Geschichtsunterricht dadurch verpasse.
Geschichte ist für mich quasi die Anti-Mittagspause. Wenn Mittagspause das Beste ist, dann ist Geschichte das Gegenteil. Das Schlimmste. Deshalb ist es wie ein wahr gewordener Traum, legal schwänzen zu dürfen, auch wenn es nur um die letzten 15 Minuten geht.
Jep, ich bin glücklich und zufrieden damit. Glücklicher geht kaum.
„Hey, Rey.“ Day tippt mir auf die Schulter. „Schau mal, wer da auf die Bühne geht.“
Oh Junge. Scheint, als wäre mein Glück nur von kurzer Dauer. Mr. Mr. Makaka ist auf die Bühne getreten. Wird er etwa diese große Ankündigung machen? Wer auch immer sonst es hätte machen können, war wohl beschäftigt. Safe war er die letzte Wahl.
Er tippt das Mikrofon an und es macht ein lautes Geräusch. Dann fängt er an zu sprechen. „Hallo. Die meisten von euch kennen mich wahrscheinlich schon, aber trotzdem muss ich mich euch erneut vorstellen. Ich bin Mr. Makaka, und ich bin Mathelehrer an dieser sagenhaften Bildungseinrichtung. Freut mich, euch kennenzulernen.“ Er lässt die oberste Karteikarte seines kleinen Kartenstapels zu Boden fallen. „Jetzt, da das geklärt wäre, habe ich eine besondere Ankündigung zu machen. Es wird eine Exkursion zum Planetariumsmuseum geben. Alle Neuntklässler sind herzlich willkommen sich diesem ... lehrreichen Abenteuer anzuschließen.“
'Lehrreiches Abenteuer.' Da kommt es mir ja glatt hoch. Mr. Mr. Makaka klang auch nicht so, als wäre er sonderlich begeistert von dieser Bezeichnung. Wer auch immer das geschrieben hat, muss definitiv eine alte Frau gewesen sein. Die Geschichtslehrerin vielleicht?
Er lässt eine weitere Karteikarte fallen und beginnt von der nächsten zu lesen. „Ich bin mir sicher, ihr seid sehr aufgeregt über diese Neuigkeiten. Wie ihr seht, geht es mir so ähnlich.“ Er klingt literally, als wäre er am allerwenigsten begeistert. „Gut, das war es auch schon mit der Ankündigung. Jetzt geht heim, oder zu euren Clubs, oder was auch immer.“
Das war's? Wofür brauchte er überhaupt diese Karteikarten? War er zu faul, sich diese drei Punkte zu merken?
Alle in der Sporthalle schauen einander mit einem Gesichtsausdruck an, der sagt: „Ist es vorbei?“ Zur Antwort verlässt Mr. Mr. Makaka die Bühne und lässt sein gesamtes Publikum wenig begeistert zurück.
So viel zu dieser besonderen Ankündigung.
***
„Warum musste von allen ausgerechnet Mr. Mr. Makaka diese Ankündigung machen?“, frage ich. „Er ist wirklich die schlimmste Person, die man sich dafür hätte aussuchen können.“
„Ist ja nicht so, als hätten sie die ganze Welt zur Wahl gehabt. Natürlich musste es einer der Lehrer sein.“ Wick versteht so gar nicht, was ich meine.
„Sie hätten einem Obdachlosen 'nen Zehner geben können und er hätte einen besseren Job gemacht“, sage ich.
„Naja, stimmt schon, dass eine Ankündigung für einen Schulausflug die Schüler eigentlich hypen sollte ...“ Day versucht wie immer nicht zu hart zu Mr. Mr. Makaka zu sein, aber selbst er merkt, was für eine schlechte Performance er an den Tag gelegt hat.
„Genau! Dass Mr. Mr. Makaka die Ankündigung gemacht hat, hat eher das Gegenteil von Hype ausgelöst.“
Ich beschwere mich zwar, aber eigentlich habe ich bereits beschlossen, mit auf diesen Ausflug zu gehen. So lange niemand sonst von einem 'lehrreichen Abenteuer' spricht, ist es definitiv besser als normal am Unterricht teilzunehmen.
„Tja, die Ankündigung an sich war zwar nicht das gelbe vom Ei, aber immerhin geht es um einen Schulausflug“, sagt Wick. „Und es geht sogar ins Planetariumsmuseum. Das ist doch wie für unseren Club gemacht.“
Es ist irgendwie sein Ding, random Sachen mit unserem Club in Verbindung zu bringen. Wahrscheinlich, weil er selbst nie auf Sachen kommt, die etwas damit zu tun haben.
„Wir erforschen Aliens, nicht Planeten und Sterne“, wirft Contra-Cosmos ein.
„Wie stellst du dir denn einen Schulausflug über Aliens vor?“, fragt Wick.
„Roswell, ganz einfach.“ Ros-was?
„Ja gut.“ Damit war die Frage für ihn beantwortet, aber ich verstehe es noch nicht ganz.
„Was ist Roswell?“, frage ich.
Warum schaut Cosmos mich so an? Und die bessere Frage ist ja, warum schaut Wick mich so an?
„Roswell, New Mexico“, sagt Cosmos. Und das hilft mir jetzt wie genau weiter? Sie seufzt und ignoriert meine vollkommene Verwirrung. „Ich denke, wir können diesen Ausflug trotzdem für uns nutzen.“
Ich werde daheim wohl selbst über Roswell nachforschen müssen.
„Siehst du? Das ist die richtige Einstellung.“ Wick freut sich über ihren Enthusiasmus, aber Cosmos juckt das Ganze gar nicht.
Kurz darauf erreichen wir den Clubraum. Der Offizielle August Academy Aliens Club. Wir sollten dieses lahme Schild vielleicht mal abnehmen. Die meisten Schüler machen vermutlich einen großen Bogen um diese Seite des Gangs. Damit man unter gar keinen Umständen auch nur ein bisschen mit dieser Gruppe assoziiert werden kann.
Wick öffnet die Tür und hält sie für uns alle offen, damit wir eintreten können. Direkt nachdem wir den Raum betreten, erwartet uns eine unschöne Überraschung.
„Mr. Mr. Makaka?“, frage ich. „Sie sind aber schnell hierhergekommen.“
Er sitzt an unserem Tisch, als wäre es das Natürlichste der Welt. Und auf dem Platz neben meinem. Ich bleibe besser stehen, bis er sich wegbewegt.
Da er mir wohl nicht antworten wird, stellt Penny selbst ihm eine Frage. „Warum schlafen Sie nicht?“ Gute Frage.
Ich schaue zu seinem Sarg, weit offen und unbemannt. Es gibt keinen offensichtlichen Grund, warum er nicht da drin liegt.
„Ist das wirklich so seltsam?“ Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück. „Ich bin gerade einfach nicht müde, das ist alles.“
W-Was? Mr. Mr. Makaka ist nicht müde? Das ... das gab es noch nie!
Ich gehe rüber zum Fenster und öffne es. Dann schaue ich mich gründlich überall um, nur um sicherzugehen, dass das Universum nicht komplett Kopf steht. „Was machst du da?“, fragt Mr. Mr. Makaka.
„Sie sind nicht müde. Da musste ich erstmal nachsehen, ob nicht Schweine neuerdings fliegen können! Nicht, dass die Welt bereits dem Untergang naht!“ Jetzt, wo ich mich umschaue, sieht alles normal aus. Kein fliegendes Schwein weit und-
A-Autsch!
Ich falle zu Boden, und meine Stirn schmerzt wie verrückt. Was zur Hölle war das?
„Geschieht dir recht, Wurm.“ So wie mich Mr. Mr. Makaka ansieht könnte ich glatt meinen, dass es bei mehr als nur einer Beule bleibt.
„Seien Sie still, Mr. Mr. Makaka!“, rufe ich zurück.
Ich halte eine Hand gegen meine Stirn. Nicht nur tut es weh, ich glaube außerdem nicht, dass ich der Welt dieses neue Mal präsentieren möchte. Nicht, ehe ich weiß, wie es aussieht.
„Gut, dass du das Fenster geöffnet hast“, sagt Mr. Mr. Makaka. „Wäre blöd gewesen, wäre es kaputt gegangen.“ Ich hasse diesen Kerl.
Ehe ich die Chance für ein Comeback bekomme, bei dem dieser Lehrer nach seiner Mama gerufen hätte, klettert ein kleines Mädchen in Sportkleidung durch das offene Fenster. Ich könnte schwören, sie schon einmal gesehen zu haben, aber das hat nicht viel zu bedeuten, da wir eindeutig dieselbe Schule besuchen.
„Tut mir furchtbar leid! Ich wollte dich nicht ins Gesicht treffen, wirklich!“ Wenn ihr Ziel gewesen wäre, mich ins Gesicht zu treffen, hätte auch die Tatsache, dass sie ein Mädchen ist, sie nicht vor mir retten können.
Sie streckt eine Hand aus und ich ergreife sie. Cosmos steht direkt neben mir, sieht aber nicht so aus, als hätte sie vorgehabt, mir hochzuhelfen.
Das kleine Mädchen zieht mich wieder auf die Füße und schnappt sich dann einen Baseball aus der Ecke des Zimmers. Das war es also, was mich getroffen hat. Irgendwie würde ich mich gerne rächen, aber Baseballs verspüren keine Schmerzen. Das würde mich nur noch wütender machen.
„Du bist mit diesem Jungen aus einer anderen Dimension befreundet, oder nicht?“, fragt Penny die Besucherin.
„Äh, ja! Fritz! Kennst du ihn?“ Das Mädchen neigt den Kopf zur Seite.
Sie ist also mit diesem Verrückten befreundet. Wusste ich doch, dass ich sie von irgendwoher kenne.
„O nein, wir haben ihn nur hier und dort ein paar Mal gesehen, das war's ...“
Penny wird beim kleinsten Gespräch nervös. Dabei hat sie es angefangen.
„Ach, verstehe“, sagt das Mädchen. „Ich glaube ich habe mich euch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Suu. Ich bin in der Zehnten und Präsidentin des Baseball Clubs da draußen.“ Suu, hä ... Moment, dieses Mädchen ist älter als wir? Wieso Baseball - sie sollte Oberste Anführerin des Zwergenclubs sein.
Wick streckt ihr seine Hand hin. „Ich bin Wick, der weltberühmte Präsident des Aliens Clubs.“ Wann hört er auf sich selbst als 'weltberühmt' zu bezeichnen?
Suu sieht dementsprechend verwirrt aus. „Weltberühmt? Aliens ...? Naja, ähm, war nett euch kennenzulernen. Ich sollte wieder zu meinem Club zurück. Die warten sicher schon alle auf mich. Bye!“ Sie springt durch das Fenster zurück und joggt in Richtung des Baseballfelds.
Sieht aus, als hätte Wick sie abgeschreckt. Und das in Rekordzeit. Die meisten Leute lachen nur und bleiben dann noch für mindestens 30 Sekunden.
Ganz nebenbei zieht er seine ausgestreckte Hand zurück und steckt sie in die Tasche. Uff. Sie wollte nicht einmal seine Hand schütteln. Das Mädchen, das mit dem Typen befreundet ist, der meint aus einer anderen Dimension zu sein. Ich bin mir sicher, dass Mr. Präsident das erstmal sacken lassen muss. Falls das nicht eh schon geschehen ist, würde es jetzt endlich seine weltweite Berühmtheit in Frage stellen.
„Sie sieht nett aus.“ Day wendet sich erneut unserem angeblichen Aufsichtslehrer zu. „Wie dem auch sei, Mr. Mr. Makaka, ich habe mich gefragt, wie es kommt, dass ... ausgerechnet Sie den Schulausflug angekündigt haben.“
Er ist nicht als Einziger neugierig.
„Ich habe die Ankündigung gemacht, weil der Ausflug meine Idee war.“ Mr. Mr. Makaka gähnt.
„War ... er? Nichts für Ungut, aber ... ach, egal.“ Wenn Penny es nicht schafft, es zu sagen, dann werde ich es tun.
„Mr. Mr. Makaka“, fange ich an, „Sie sind die letzte Person, von der ich mir vorstellen kann, dass sie auf die Idee kommt einen Ausflug zu machen. Sie haben bisher ja nicht einmal die andere Seite dieses Raumes betreten.“
„Da hast du recht“, seufzt er. „Ich bin überhaupt kein Abenteuer-Typ. Alle aus der Fakultät mussten einen Vorschlag für einen Ausflug einreichen. Ich wollte mir nicht wirklich Gedanken darüber machen, also habe ich einfach 'Weltall' hingeschrieben.“ Kennt seine Faulheit keine Grenzen?
„Wir gehen aber zum Planetariumsmuseum, nicht ins Weltall.“ Ich halte meine Hand immer noch gegen die Stirn wo ich getroffen wurde.
„Ach wirklich, Wurm? Eure wundervolle Rektorin hat meine Idee ausgewählt und sie etwas überarbeitet.“ Steht im Arbeitsvertrag, dass Ms. Sandarac immer als wundervoll bezeichnet werden muss? „Statt ins Weltall gehen wir ins Planetariumsmuseum, weil das die nächstrealistische Option ist. Das hat sie zumindest gesagt. Und dann wollte sie, dass ich die Ankündigung mache. Wie nervig.“
Der tut mir ja fast leid. Aber auch nur fast.
„Können Sie uns ein paar mehr Informationen über diesen Ausflug geben?“, fragt Wick. „Damit wir uns ordentlich vorbereiten können.“
Was glaubt er, was wir für Vorbereitungen treffen müssen?
„Ich kann euch sagen, dass es ein ziemlicher Krampf sein wird“, sagt Mr. Mr. Makaka.
„Jetzt bin ich müde. Ich lege mich schlafen.“ Es musste ja früher oder später passieren.
Wick begleitet unseren wundervollen Lehrer zu seinem Sarg, sagt ihm „Gute Nacht“ und kommt dann wieder zu uns zurück. „Also, wir gehen alle auf den Ausflug, oder nicht?“
Wir alle nicken. Abgesehen von Cosmos, aber als sie alle anderen nicken sieht, schließt sie sich an. Ich glaube nicht, dass sonst jemand ihr Zögern bemerkt hat.
„Wir bleiben auf diesem Ausflug beieinander, oder?“, fragt Penny. Ohne uns, kann ich mir vorstellen, wäre sie ein einsamer, unbeholfener Ausflügler.
„Klingt gut“, bestätigt Day.
Niemand widerspricht. Es gab auch keinen Grund dazu. Ist ja klar, dass wir während der Reise beieinanderbleiben. Ich meine, warum geht man auf einen Schulausflug, wenn man die ganze Zeit allein bleibt? Mit seinen Freunden Zeit zu verbringen, ist, was Schulausflüge ausmacht.
REY TWOSON
Alter: „Ich bin vierzehn. Gebt mir zehn Jahre, und abgesehen davon, dass ich vierundzwanzig sein werde, werde ich eine weltbekannte Berühmtheit sein.“
Lieblingsfarbe: „Grün. Die Farbe von Gras. Und meinen Augen.“
Lieblingsform: „Quadrate sind ohne Frage die Nummer eins. Alle Seiten sind gleich lang, das perfekte Rundumpaket, genau wie ich. Moment, vielleicht hätte ich doch Kreis sagen sollen ...“
Besonderes Talent: „Ist zwar schon ein alter Hut, aber ich bin ein Mutproben-Meister. Früher nannte man mich auch- hey, wollt ihr nicht zuhören? Warum fragt ihr dann?“
Seit der großen Ankündigung (mit wenig Begeisterung) sind einige Wochen vergangen und es ging im Prinzip wie gewohnt weiter. Wir gingen zum Unterricht und trafen uns danach im Clubraum wie jeden Tag.
Jetzt sind es nur noch zwei Wochen bis zum Ausflug.
Day und ich haben unsere Formulare unterschreiben lassen und gezahlt, nachdem unser Lehrer sie ausgeteilt hat. Nicht, ehe Dad uns die Geschichte seines Schulausflugs mit unserer Mom erzählt hat. Scheinbar hat er ihr in der zehnten Klasse einen Antrag gemacht. Und er wundert sich, warum das Leben nicht mehr so rosig ist, jetzt wo sie erwachsen sind. „Wart ihr jemals auf Klassenfahrt mit diesem Tay da?“, fragte er. Wer auch immer dieser Tay da sein soll. Ich erinnere mich nicht daran, jemals jemandem mit diesem Namen getroffen zu haben und Day schien genauso verwirrt von dem Mystery Man zu sein. Naja, nicht dass das jetzt wichtig wäre, also sollte ich besser aufhören darüber nachzudenken.
Jetzt gerade sind wir alle im Clubraum versammelt. Alle bis auf Penny, wie es scheint. Sie ist öfter spät als pünktlich.
„Also, für wen habt ihr als Schülersprecher gestimmt?“ Wick ist aus irgendeinem Grund dabei ein Deck Karten zu mischen.
„Ich habe jedenfalls nicht für dieses super strenge Mädchen gestimmt“, antworte ich. „Das Letzte, was ich will, sind noch mehr Regeln und Bestimmungen.“
Wick hört auf zu mischen und schaut zu mir hoch. „Ich habe gefragt, für wen du abgestimmt hast, nicht für wen du nicht abgestimmt hast.“ Dieser Typ, ey.
Er lenkt den Großteil seiner Aufmerksamkeit wieder auf das Kartendeck und mischt es weiter.
„Ich habe bei den Reden nicht wirklich aufgepasst“, sage ich. „Das strenge Mädchen ist hervorgestochen, weil sie wirklich so schlecht war. Deshalb habe ich darauf geachtet, nicht für sie zu stimmen. Danach habe ich einfach random gewählt und meine Stimme abgegeben.“
„Du hast sozusagen einen Namen aus dem Ärmel gezogen“, sagt Cosmos, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen.
„Ähm, ja, kann man so sagen.“ Keine Ahnung, warum sie jetzt mit irgendwelchen Metaphern ankommen muss.
„Wer hätte gedacht, dass du so ein verantwortungsloser Wähler bist?“ Wick hört auf zu mischen und legt das Deck neben sich auf den Tisch ohne weitere Erklärung. Währenddessen hat Cosmos ihre Hand gehoben, als hätte sie nicht gemerkt, dass seine Frage rhetorisch gemeint war. Ich hätte nicht gedacht, dass sie auch mal so frech sein kann.
„Tatsächlich habe ich für das strenge Mädchen gestimmt“, sagt Day, komplett im Gegensatz zu mir.
„Warum?“, frage ich. „Leute wie du sind der Grund dafür, dass die falschen Personen in Machtpositionen landen.“ Hey, das klang echt smart, was ich gerade gesagt habe.
„Da stimme ich dir nicht zu. Sie war die einzige Kandidatin, die den Job ernst zu nehmen schien“, antwortet Day. „Wenn überhaupt, waren die anderen Kandidaten alle Paradebeispiele für Leute, die man nicht wählen sollte.“ Wow, das klang ja sogar noch smarter. „Die anderen haben ihre ganze Kampagne auf dem Versprechen aufgebaut, unsere Schulkantine zu verbessern.“
