Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas - Sabine Giebken - E-Book

Das geheime Leben der Tiere (Meer) - Das Lied der Orcas E-Book

Sabine Giebken

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Beschreibung

Die Stimmen der Orcas. Ein Geheimnis unter den Wellen. Das Meer ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich. Komm mit auf eine Reise ins tiefe Blau! Echo ist der jüngste Orca in seiner Familie und muss noch Einiges von den Älteren lernen. Doch zum Glück bietet das weite Meer unendlich viele Möglichkeiten für ihn, sich zu beweisen. In einer Bucht trifft Echos Familie auf andere Orcas, deren Leitkuh ihnen eine geheimnisvolle Geschichte über verschwundene Walkinder erzählt. Warum nur wurden sie nie wieder gesehen? Und dann eines Nachts traut Echo seinen Augen kaum: Ein fremdes Orcamädchen schwimmt wie ein einsamer Schatten durchs Meer. Ob sie einer der verschwundenen Orcas ist? Das Meer ruft Erlebe die Wunder der Natur und das aufregende Leben der Tiere hautnah – diese realistische Kinderbuch-Reihe entführt Jungen und Mädchen ab 8 Jahren in die verschiedenen Lebensräume der Erde. Ob im tiefen Meer, im dichten Wald, in der eisigen Arktis oder im grünen Dschungel: In diesen Geschichten erleben Tiere wunderschöne, gefährliche und zugleich bewegende Abenteuer. - Kinderbuch meets Sachbuch: Eine sorgfältig recherchierte und stimmungsvolle Geschichte voller Spannung rund um Orcas. Alle Bände der Reihe "Das geheime Leben der Tiere" sind lose voneinander lesbar. - Atemberaubende Schwarz-Weiß-Illustrationen: Die detailreichen Bilder von Tobias Goldschalt lassen die Unterwasserwelt lebendig werden. - Faszinierende Tierfakten: Tauche in die Lebensräume der Tiere ein, lasse dich für die Vielfalt der Natur sensibilisieren und lerne viel Neues auf den Wissensseiten am Ende des Buches. - Leseförderung mit Antolin: Der Titel ist bei Antolin gelistet und fördert spielerisch die Lesekompetenz.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 133

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Für alle da draußen,

die sich für Orcas starkmachen

Inhalt

Anderswo

3 Monate später

Hier

Laut

Das Versteck der Könige

Ein neues Familienmitglied

Die Anderen

Die unsichtbare Linie

Das Steineritual

Die verschwundenen Orcas

Das Spiel des Lebens

Team Orca

Der Unterwasserwald

Allein

Fremde Freundin

Das falsche Team

Das neue Spiel des Lebens

Ein Menü in der Nacht

König gegen Orca

Der traurige Wal

Die verbotene Bucht

Abschied

Geisterstimmen

Familie

13 Jahre später

Hier

Wiedersehen

Das Geheimnis

Da draußen, im echten Meer

Anderswo

„Der Vogel“, sagte Mama. „Siehst du ihn?“

Aufgeregt schwamm das Orcamädchen neben ihre Mutter. „Natürlich sehe ich ihn!“

„Und kannst du ihn auch fangen?“ Mama glitt neben ihr durch das Wasser. Ganz ruhig. Ohne Wellen zu machen.

Das Orcamädchen beobachtete die schillernde Meeresoberfläche. Die Sonne malte helle Lichtflecken darauf. Nur der Bauch des Vogels zog wie ein kleiner Schatten hindurch.

Sie wusste, was zu tun war. Mama hatte es ihr oft genug gezeigt. Tauchen, aber nicht zu tief. Dann Anlauf nehmen … und plötzlich hochschießen!

Aber der Vogel steckte seinen Kopf ins Meer, gerade als sie auftauchte. Voller Schrecken breitete er seine Flügel aus und hob ab, genau in dem Moment, als sie zupacken wollte! Ihre Zähne verfehlten ihr Ziel um einen halben Flügelschlag.

Frustriert glitt sie zurück ins Meer.

„Das war gut“, pfiff Mama.

„Gar nicht!“ Das Orcamädchen drehte sich halb im Wasser, bis sie ihre Mutter ansehen konnte. „Ich habe es nicht geschafft.“

„Ich schaffe es auch nicht immer“, sagte Mama. „Wir versuchen es einfach wieder.“

Aber der Vogel kam nicht zurück. Auch seine Vogelfreunde nicht. Und das Orcamädchen wurde hungriger, je länger sie warteten.

Dafür kam jemand anderes vorbei. Gar nicht still und gar nicht vorsichtig. Zwei junge Seelöwen, die so in ihr Spiel vertieft waren, dass sie die zwei Orcas nicht bemerkten. Sie rieben ihre Bäuche an den Felsen und bissen sich gegenseitig in die Schwänze.

„Leichte Beute“, pfiff das Orcamädchen leise. „Oder, Mama?“

„Ja“, antwortete ihre Mutter. „Wenn man weiß, wie es geht. Dann ist es leicht.“

„Zeigst du es mir?“

Mama zögerte. „Das Meer ist zu flach dort. Es ist gefährlich.“

„Bitte!“ Das Orcamädchen schwamm einen Kreis um ihre Mutter. „Bitte, ich will es schaffen, unbedingt!“

„Dann sei besser still, kleine Jägerin“, pfiff die Mutter leise. „Sie können uns nämlich hören.“

Sie tauchten auf. Nebeneinander. Das Orcamädchen öffnete ihr Blasloch weit und atmete so viel von der frischen Luft, wie sie nur konnte. Sie schaffte noch keine so langen Tauchgänge wie Mama, also musste sie besonders tief einatmen. Dann schwammen sie in die Lagune hinein.

Die Seelöwen mussten ebenfalls auftauchen, um zu atmen. Das machte es leichter, ungehört zu bleiben. Das Orcamädchen spürte, wie aufgeregt sie war. Ihr erster Seelöwe! Diesmal würde sie es schaffen.

Ihre Mutter schwamm einen Halbkreis. So würde sie den Seelöwen den Fluchtweg abschneiden. Das Orcamädchen hatte bereits einen Sommer lang die großen Wale beobachtet, sie wusste, wie es ging. Sie wusste alles.

Noch einmal Luft holen. Zu den Seelöwen schwimmen, näher, immer näher, mit weichen Flossenschlägen, ohne dabei ein einziges Geräusch zu machen.

Dann der Überraschungsangriff!

Es klappte, wie es sollte. Die beiden Seelöwen erschraken so sehr, dass sie Rückwärtspurzelbäume machten. Flink, wie sie waren, wichen sie in zwei verschiedene Richtungen aus. Der eine rettete sich zwischen die Felsen.

Der andere schwamm genau auf ihre Mutter zu!

„Ja“, rief das Orcamädchen. „Wir haben ihn, wir haben ihn!“

Aber etwas stimmte nicht.

Das Meer war aufgewühlt und schaumig vom wilden Paddeln und Wirbeln. Irgendwo musste Mama sein und irgendwo musste der Seelöwe sein, blutend, verletzt oder betäubt vom Schlag ihrer kräftigen Schwanzflosse. Doch das Meer beruhigte sich und der Seelöwe war fort.

„Mama?“, rief das Orcamädchen und schwamm beunruhigt hin und her. „Wo bist du? Was ist los?“

„Bleib weg“, hörte sie die Stimme ihrer Mutter. „Komm nicht näher!“

Da spürte das Orcamädchen, was seltsam war. Der Grund war viel zu nah! Sie konnte die kratzigen Steine an ihrem Bauch fühlen, wenn sie durch das Wasser glitt. Und dann endlich sah sie ihre Mutter. Sie lag halb aus dem Wasser heraus, und sosehr sie sich auch abmühte und mit der Schwanzflosse schlug, sie kam nicht mehr vom Fleck.

„Mama“, rief das Orcamädchen wieder. Ängstlich diesmal. „Was ist mit dir?“

„Es ist zu flach“, antwortete ihre Mutter atemlos. „Bleib weg, hörst du? Schwimm zurück, dorthin, wo dein Bauch nicht den Grund berührt!“

„Aber ich will zu dir“, rief das Orcamädchen. „Ich will dir helfen!“

„Du … kannst … nicht … helfen.“ Die Pfiffe ihrer Mutter wurden immer schwächer. „Bleib … weg!“

Das Orcamädchen gehorchte. Sie schwamm zurück in tieferes Wasser, aber nur so weit, bis sie den Grund nicht mehr fühlte. Niemals würde sie ihre Mutter im Stich lassen! Also rief sie: „Ich habe es getan, hörst du? Hier bleibe ich. Ich warte so lange, bis du weiterschwimmen kannst. Ich bin hier, Mama!“

„Gut.“Die Stimme ihrer Mutter klang erschöpft. „Du hast alles richtig gemacht. Mit dem Seelöwen. Meine tapfere kleine Jägerin.“

„Mama“, rief das Orcamädchen. „Ruh dich aus! Ich warte. Ich schwimme nicht weg. Ich warte auf dich!“

Aber das Wasser verschwand aus der Lagune, je tiefer die Sonne sank. Das Orcamädchen musste immer weiter zurückschwimmen, um nicht selbst zu stranden. Als sie wieder zu ihrer Mutter blickte, sah sie, dass ihr großer Körper zur Seite gekippt war. Hell leuchtete ihr dicker weißer Bauch in die aufziehende Nacht.

„Mama!“ Sie tauchte aus dem Wasser hoch, so weit sie konnte. „Wann kommst du endlich?“

Aber ihre Mutter war nicht mehr allein. Da waren Zweibeiner bei ihr. Viele Zweibeiner. Sie hatten ihre Mutter zugedeckt. Manche sangen. Und obwohl das Orcamädchen ihre Töne nicht verstand, spürte sie: Die Zweibeiner wollten helfen.

„Mama“, rief sie, wieder und wieder. „Ich bin hier, Mama. Ich lass dich nicht allein.“

Ihre Mutter hatte aufgehört, mit der Schwanzflosse zu schlagen. Sie lag sehr still. Dann kam das Wasser zurück. Der Mond zog es in die Lagune. Aber es kam zu schnell für einen zur Seite gekippten Körper.

„Mama“, rief das Orcamädchen. „Du darfst nicht liegen bleiben. Die Flut kommt. Du musst schwimmen!“

Die Zweibeiner sangen wieder. Und mitten in ihre seltsamen Lieder mischte sich die Stimme ihrer Mutter ein letztes Mal: „Sei tapfer, meine kleine Jägerin. Du wirst noch viele Seelöwen erlegen. Denk an mich, wenn du es schaffst! Aber denk auch an mich, wenn es dir nicht gelingt. Denn ich bin bei dir und zusammen versuchen wir es wieder.“

3 Monate später

Hier

Klick, klick, klick.

Das Bild, das in Echos Kopf entstand, zeigte eine gezackte Felsspalte, nur wenige Flossenschläge von ihm entfernt. Etwas bewegte sich darin. Etwas, das größer war als alle Fische, die Echo kannte. Er klickte noch einmal, aber das Bild änderte sich nicht.

„Mama“, rief Echo aufgeregt. „Komm schnell!“

Aber nicht seine Mutter kam angeschwommen, sondern die beiden jungen Orcabullen Phantom und Düster. Sie flankierten Echo und drängelten ihn ein Stück nach oben.

„Was hast du entdeckt, Kleiner?“, fragte Düster und sah selbst nach. Auch seine Klicks zeigten den Riesenfisch in seiner vollen Pracht.

„Ooooh, lecker“, meinte Phantom. „Ich jage ihn raus, du schnappst ihn dir, klar?“

„Genau so machen wir das“, stimmte Düster zu. Sie positionierten sich, einer hinter dem Zackenfels, einer ein Stück davor.

Echo tauchte schnell zum Atmen an die Oberfläche. Dann sah er zu, wie Phantom mit seiner Atemluft einen Wasserwirbel erzeugte und den Fisch damit erschreckte. Flink tauchte das Beutetier hinter dem Felsen ab, um sich ein neues Versteck zu suchen, eine neue Nische. Aber er wusste nicht, dass Düster schon auf ihn wartete. Verzweifelt versuchte er, dem Angreifer zu entkommen, er wurde sogar richtig schnell!

Düster aber war schneller.

Mit einem Happs schnappte er den Riesenfisch und schwenkte ihn hin und her, bis er aufhörte zu zappeln.

„Ihr habt ihn!“, rief Echo begeistert.

Düster und Phantom pfiffen sich anerkennend zu. Das machten sie immer. Echo versuchte, die Tonfolge zu imitieren, aber so richtig klappte es noch nicht.

„Und jetzt: Festmahl!“, freute sich Phantom und beäugte den Riesenfisch, der reglos aus Düsters Maul hing.

Auf einmal schob sich ein kräftiger Schatten zwischen sie. Es war Moom, die alte Leitkuh, und sie musste nicht einen Ton von sich geben. Beinahe sofort ließ Düster seine Beute los und glitt ein Stück zur Seite, um Platz zu machen. Geschickt fing Moom den Fisch mit ihrem Maul auf und teilte ihn mit ihren Zähnen. Das erste Stück schob sie Echo hin.

„Wir haben ihn gefangen“, sagte Düster und stellte sich im Wasser auf. „Hast du gesehen, Moom? Phantom und ich sind ein super Team!“

„Gut gemacht“, antwortete Moom ruhig. „Aber Echo hat ihn aufgespürt. Er ist auch ein Teil des super Teams.“

„Hm“, machten Düster und Phantom und tauchten gleichzeitig zum Atmen auf.

Moom zerteilte den Fisch in zwei weitere Teile. Immer ging das nicht, aber dieser Fisch war groß genug, damit sie alle etwas davon abbekamen. Hungrig machten sich Düster und Phantom darüber her.

Echo nahm sein Fischteil auf die Zunge und schluckte es genüsslich hinunter. Er hätte am liebsten noch mehr davon gegessen, so saftig und fettig war dieser Fisch. Dann fiel ihm etwas auf und er sah Moom erstaunt an. „Du hast nichts abbekommen“, pfiff er. „Und die anderen auch nicht!“

„Das macht nichts“, meinte Moom und glitt ein Stück durchs Wasser. „Weißt du denn, was du da gegessen hast?“

„Einen Lachs“, sagte Echo.

Moom stupste ihn zärtlich an. „Nicht irgendeinen Lachs. Den König der Lachse!“

„Den … König?“, fragte Echo verwirrt.

„Oh ja. Und ich weiß, wo wir noch viel mehr davon finden werden.“

Echo schwamm aufgeregt einen Kreis. „Wirklich? Und sind die alle so groß und so lecker wie dieser?“

Moom ließ sich von einem Wasserwirbel nach oben tragen und atmete. Echo folgte ihr, und als sie wieder hinabglitten, waren die anderen da, die ganze Orcafamilie: Mooms Töchter Nebel, Dunkel und Regen schwammen dicht nebeneinander. Unter ihnen tauchten Düster und Phantom, die beiden älteren Söhne von Nebel. Sie ärgerten ihre kleine Schwester Wind, indem sie ihr immer wieder den Weg abschnitten. Aber Wind wehrte sich und biss Phantom in die Fluke! Sie war nur ein kleines Stück größer als Echo. Trotzdem wusste sie immer alles besser. Dunkel hatte noch keinen Nachwuchs. Und Regen, seine Mama, hielt einen Lachs zwischen den Zähnen. Er baumelte schlapp aus ihrem Maul und war kleiner als Echos König, aber sie würde ihn trotzdem mit ihm teilen.

„Sie sind besonders“, antwortete Moom auf seine Frage und lenkte Echos Aufmerksamtkeit wieder auf sich. „Seit so vielen Waljahren schon kommen die Königslachse an diesen Ort zurück. Und seit ebenso vielen Waljahren folgen wir ihnen. Merk dir den Weg gut, kleiner Echo. Merk dir ihre Verstecke und wie du ihn gefunden hast. Sie sind wichtig für uns.“

Echo sah sich um. Er hatte nicht auf seine Umgebung geachtet. Er war Regen nachgeschwommen, so wie er es immer tat. Regen passte auf ihn auf. Immer. Solange Regen da war, musste er auch keine Fische fangen, denn Regen teilte ihren Fang mit ihm. Auch Moom passte auf, dass er immer zuerst etwas abbekam. Das Leben war leicht und angenehm, aber Echo spürte, dass sich eine Veränderung anbahnte. Er musste ein echter Teil des Teams werden. Auch wenn seine Rückenfinne noch viel kürzer war als die von Düster und Phantom.

Moom schwamm zu Dunkel. Das machte sie in letzter Zeit häufiger. Sie sah nach, ob es Dunkel gut ging, erst dann zogen sie weiter.

„Was ist mit Dunkel, Mama?“, fragte Echo, während sie wieder schneller durchs Wasser glitten. „Ist sie krank?“

„Aber nein“, pfiff Regen. „Sie wird schon bald ihr Kalb bekommen. Dann bist du nicht mehr der Jüngste!“

„Oh“, machte Echo. Ein Kalb! Das war eine tolle Neuigkeit. Er schwamm zur Oberfläche und machte vor lauter Freude einen Hüpfer über die Wellen.

„Du freust dich“, rief Wind und tauchte neben ihn, „aber du weißt nicht, was das auch bedeutet. Bald bist du nicht mehr der Kleine! Und wenn das Kalb alt genug ist, wird Moom nicht dir das erste Stück Fisch abgeben, sondern ihm.“

„Na und?“, gab Echo zurück. „Ich finde mein eigenes Futter. Hast du nicht gesehen? Wir haben den König der Lachse gefangen!“

Wind drehte sich auf den Rücken. „Düster und Phantom haben ihn gefangen.“

„Aber ich habe ihn entdeckt. Zusammen sind wir ein super Team!“

Wind flitzte ein Stück voran. Es ärgerte Echo, dass sie immer ein bisschen schneller schwimmen konnte als er. Und ein bisschen länger tauchen. Sie war zwar auch ein bisschen älter, aber es ärgerte ihn trotzdem.

„Es wird Zeit, dass du dein eigenes Futter fängst“, hörte er Wind pfeifen.

„Hört auf zu streiten“, rief Nebel Echo und ihrer Tochter zu. Sie jagte Wind ein Stück durchs Wasser, aber nicht, um sie zu ärgern, sondern weil Wind dieses Spiel liebte. So konnte sie allen zeigen, dass sie die Schnellste war.

Echo tauchte nach oben. Sonnenstrahlen fielen ins Wasser und ließen die hellen Flecken der anderen schimmern. Es sah schön aus. Aber Echos Stimmung war trüb.

Da glitt jemand neben ihn und berührte ihn an der Flosse. „Echo“, pfiff Regen, „lass dich nicht ärgern. Es wird alles gut!“

„Hat sie recht?“, fragte Echo und drängte sich dicht an seine Mutter. „Muss ich mein Futter allein fangen, wenn das Kalb da ist?“

Regen stieß einen amüsierten Laut aus. „Allein? Sieh dich doch mal um – du bist nicht allein, Echo. Du wirst nie allein sein! Wir sind eine Familie. Wir alle sind Teil eines Teams! Aber du wirst stärker sein als das Baby. Deshalb musst du ihm helfen, bis es selbst seinen Platz einnehmen kann.“

„Und wenn ich es nicht schaffe?“, zweifelte Echo an sich. „Wenn ich nie so ein guter Fänger werde wie Düster und Phantom?“

„Das wirst du“, versprach Regen. „Deshalb sind wir hier.“

Laut

Sie schwammen ohne Pause, bis es finster wurde und das Meer ruhiger. Echo spürte, wie sich die Strömung des Wassers veränderte. Außerdem war es hier weniger kalt und somit konnte er länger tauchen. Die Felsen erhoben sich nun zu beiden Seiten seiner Flipper. Sie veränderten den Klang des Meeres und warfen die Stimmen der anderen schneller wieder zurück.

Die Dunkelheit ließ Tiere erwachen – kleine, verborgene Meereswesen. Aber vor Echo konnten sie sich nicht verstecken. Er sah die Welt nicht nur mit seinen Augen, er sah sie vor allem mit seinen Klicks. Er schickte sie aus ins Meer, und wenn sie zurückkamen, wusste er genau, wo die Felswand begann und wer sich darin verkrochen hatte. Auch die Krebse und Seeigel fand er, die sich in die Nischen drückten. Die Klicks waren wie ein Sonnenstrahl, der ins Wasser fiel und alles vor ihm in helles Licht tauchte.

Kalmare zogen vorbei. Ihre länglichen Körper formten immer neue Figuren im Wasser. Echo tauchte mitten in den Schwarm hinein und versuchte, einen zu fangen, aber die Kalmare waren zu flink und strömten über und unter ihm vorbei. Ein Stück weiter trafen seine Klicks auf einen Seestern, der sich an einen Felsvorsprung klammerte. Der Seestern hob einen Arm, als wollte er Hallo sagen, und Echo streckte ihm seine Flosse entgegen.

Dann entdeckte er etwas Neues. Etwas, das er sehr lange nicht mehr gesehen hatte: Meeresgrund. Ganz nah! Neugierig ließ Echo sich tiefer sinken, bis sein Bauch die feinen Vertiefungen streifte. Es fühlte sich kratzig an – und vertraut. Er war schon einmal hier gewesen, aber letztes Mal hatte er nicht aufgepasst, er war nur Regen nachgeschwommen. Diesmal würde er sich alles genau merken.

Wir alle sind das Team.

Ein Pfiff hallte durchs Meer. Regens Stimme und sie rief nach ihm! Sofort stieg Echo wieder auf und suchte in der Dunkelheit nach den anderen. Er fand sie, fand Regen und heftete sich an ihre Seite.

„Wir rasten hier“, verkündete Moom. „Dunkel ist erschöpft.“