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Die Sira des Propheten – Das inspirierende Leben unseres Propheten Muhammad (saw) Erleben Sie die tief bewegende, inspirierende Lebensgeschichte des Propheten Muhammad (saw). Dieses Buch ist eine spirituelle und emotionale Reise durch das Leben eines einzigartigen Mannes, der noch heute von Millionen Menschen geliebt wird. Mit einem schönen und gleichzeitig verständlichen Schreibstil führt Sie dieses Buch durch die Herausforderungen und Prüfungen der frühen Muslime unter der Führung von Muhammad (saw). Authentisch und detailgetreu erfahren Sie alles über Muhammads (saw) bescheidene Kindheit, seine jungen Jahre, die Verfolgung der Muslime in Mekka, die Nachtreise und die Himmelsfahrt (Isra und Mi'raj), die Hidschra, den Bau der ersten Moschee und wie Muhammad (saw) in Yathrib, das später Medina genannt wurde, den ersten islamischen Staat errichtete. Sie erleben die bewaffneten Konflikte mit feindseligen Stämmen, die göttliche Unterstützung der Muslime durch die Engel und die Offenbarungen, die Muhammad (saw) von Allah (swt) empfing sowie den Attentatsversuch auf den Propheten. Feiern Sie die triumphale Rückkehr unseres Propheten nach Mekka und kommen Sie mit auf die symbolträchtige, tief bewegende Abschiedspilgerfahrt des Herrn der Herzen. Das Vermächtnis, das Muhammad (saw) uns Muslimen hinterließ, ist ein zeitloser Schatz an Weisheit, Mitgefühl und unerschütterlicher Hingabe zu Allah (swt). Neben der detaillierten Erzählung seines einzigartigen Lebens bietet das Buch tiefe Einblicke in die Anfänge des Islam und in Muhammads (saw) Weisheit, sein Mitgefühl, seine Güte und seine unerschütterliche Hingabe zu Allah (swt). Um das spirituelle Verständnis zu vertiefen, sind authentische Koranverse zu den Offenbarungen, die Muhammad (saw) von Allah (swt) empfing, in das Buch integriert. Zahlreiche Suren aus dem Heiligen Koran werden mitsamt den Quellen aufgeführt. Ein Muss für jeden Muslim: Dieses Buch ist ideal, um den Islam und unseren Propheten Muhammad (saw) besser kennenzulernen und daraus zu lernen. Es ist ein wertvolles Werk, das in keiner muslimischen Bibliothek fehlen sollte. Ein wunderbares Geschenk: „Das Leben des Propheten Muhammad (saw)“ ist nicht nur ein wertvolles Buch für Muslime, sondern auch ein inspirierendes Geschenk für Nicht-Muslime. Es bietet eine tiefgründige und authentische Darstellung des Lebens und der Lehren des Propheten und lädt dazu ein, mehr über den Islam zu erfahren.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Originale Erstausgabe
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Vorwort
Dieses Buch beleuchtet das Leben unseres geliebten Propheten Muhammad (saw), dessen unendliche Weisheit, Güte und Rechtschaffenheit uns noch heute inspirieren.
Im Text finden sich immer wieder Verweise, die zusammen mit den Landkarten – eine der gesamten arabischen Halbinsel (Karte 1), eine von Mekka und seiner Region (Karte 2) und eine weitere von Medina (Yathrib) und der dazugehörigen Region (Karte 3) – bestimmte Aufenthaltsorte Muhammads (saw) anzeigen. Die Landkarten befinden sich auf den letzten Seiten dieses Buches.
Die verwendeten Abkürzungen werden in der folgenden Liste näher erläutert:
Allah (swt)
Transliteration: Subhanahu wa Ta‘ala.
Übersetzung: Gesegnet und gepriesen sei Er.
Muhammad (saw)
Transliteration: Sallallahu Alayhi wa Sallam.
Übersetzung: Allahs Segen und Frieden seien auf ihm.
Die treuen Gefährten und Ehefrauen des Propheten Muhammad (saw), wie Abu Bakr (ra)
Transliteration: Radiyallahu Anhu.
Übersetzung: Allah sei mit ihm zufrieden.
Andere Propheten, wie Ibrâhîm (as) oder Adam (as)
Transkription: Alayhis Salam.
Übersetzung: Friede sei mit ihm.
Weitere Begriffserklärungen befinden sich im Glossar ganz am Ende dieses Buches. Wir wünschen eine lehrreiche, unterhaltsame und inspirierende Lektüre.
Einleitung
Vor langer, langer Zeit, in einer Welt, die ganz anders war als unsere heutige, lebte ein Mann, der die Geschichte verändern sollte. Sein Name war Muhammad (saw), und er wurde der letzte Prophet von Allah (swt). Die Geschichte von Muhammad (saw) ist eine voller Weisheit, Mut und unendlicher Güte. Sie beginnt in der Stadt Mekka, einem Ort in der Wüste, der heute zu Saudi-Arabien gehört (siehe 1. auf Karte 1).
In der Zeit, bevor Muhammad (saw) geboren worden war, lebten die Menschen in Mekka ganz anders, als wir das heute tun. Sie kannten die Botschaft von Allah (swt) nicht so, wie sie durch Muhammad (saw) zu uns kommen sollte. Viele beteten falsche Götter an und verehrten Götzen, statt an Allah (swt), den einen, wahren Gott zu glauben. Die Menschen waren oft ungerecht zueinander, und es gab viele Streitigkeiten in ihren Gemeinschaften.
Aber Allah (swt) hatte einen Plan, um den Menschen dabei zu helfen, den richtigen Weg zu finden. Es begann mit der Geburt eines besonderen Kindes, das in eine Welt voller Herausforderungen hineingeboren wurde. Doch es war dazu bestimmt, Hoffnung zu spenden und die Menschen zu führen. Dieses Kind war Muhammad (saw), der nicht nur die Herzen der Menschen in seiner Nähe, sondern die Herzen von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt berühren würde. Muhammad (saw) wurde in eine angesehene Familie geboren, aber er sollte bereits früh die Härten des Lebens kennenlernen. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wuchs er zu einem Mann heran, der für seine Ehrlichkeit, sein Mitgefühl und seine tiefe Liebe zur Gerechtigkeit bekannt war. Diese Eigenschaften würden ihm auf seinem Weg, der Bote Allahs (swt) zu werden, von unendlichem Wert sein.
Die Geschichte von Muhammad (saw) ist nicht nur eine Geschichte über die Vergangenheit. Sie ist die Geschichte des Islam, die uns auch heute noch viel lehrt. Sie zeigt uns, wie wichtig es ist, freundlich und gerecht zu sein, wie wertvoll Wissen ist, und dass der Glaube an Allah (swt) uns begleiten und durch die schwierigsten Zeiten helfen kann.
Wir begeben uns nun auf die aufregende Reise durch das Leben unseres Propheten Muhammad (saw) und entdecken, wie er von Allah (swt) auserwählt wurde, Seine letzte Botschaft an die Menschen zu überbringen. Es ist eine Geschichte voller Herausforderungen, Abenteuer, großer Erfolge und unglaublicher Errungenschaften, die die Welt für immer verändert haben.
Die Geburt und frühe Kindheit Muhammads (saw)
In einer stillen Nacht des Jahres 570, das später als das Jahr des Elefanten bekannt werden sollte, geschah etwas Wunderbares in der Stadt Mekka. Ein Junge kam zur Welt, dessen Leben und Taten die Geschichte der Menschheit prägen sollten. Sein Name war Muhammad (saw), und seine Geburt markierte der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte des Islam und der gesamten Menschheit.
Muhammad (saw) wurde in eine Familie der Quraisch geboren, einem angesehenen Stamm in Mekka. Sein Vater hieß Abdullah, der wiederum Sohn von Abdul-Muttalib war. Abdul-Muttalib war nicht nur ein besonders angesehener und respektierter Mann vom Stamm der Quraisch, sondern auch der Hüter der Ka`ba. Darüber hinaus konnte die Familie Abdul-Muttalibs ihren Stammbaum über die einstigen Propheten Isma‘il (as), dessen Vater Ibrâhîm (as), Nûh (as) bis hin zu Adam (as) zurückführen. Abdullah heiratete Amina, die Tochter eines der Führer des Quraisch-Stammes. Die beiden waren glücklich verliebt, und schon bald war Amina schwanger. Noch während ihrer Schwangerschaft hörte sie plötzlich eine Stimme, die sie dazu aufforderte, ihrem Kind den Namen Muhammad zu geben und ihn unter den Schutz Allahs, des einzigen Gottes, zu stellen.
Doch noch bevor Muhammad (saw) das Licht der Welt erblickte, verstarb sein Vater Abdullah. Amina und Abdul-Muttalib waren untröstlich über den Verlust, doch die kurz bevorstehende Geburt Muhammads (saw) schenkte ihnen Trost und neue Kraft.
Dann war es so weit: Muhammad (saw) erblickte am 12. Rabi‘ al-Awwal des islamischen Mondkalenders (Jahr 570) das Licht der Welt. Sein Großvater, dem Amina zuvor von der Stimme erzählt hatte, die sie während der Schwangerschaft vernommen hatte, brachte den kleinen Muhammad (saw) direkt zur Ka`ba – er ahnte, dass sein Enkel zu Großem bestimmt sein würrde.
Nach alter Tradition seines Stammes wurde Muhammad (saw), als er noch ein kleines Baby war, in die Wüste geschickt, um dort bei einer Beduinenfamilie des Stammes der Banu Sa‘d aufzuwachsen. Die frische Luft und die rauen Bedingungen der Wüste galten als gesund für Körper und Geist. Bei seiner Amme Halima und ihrer Familie lernte Muhammad (saw) die einfachen Freuden des ländlichen Lebens kennen und schätzen. Die Familie war sehr arm, kümmerte sich jedoch gut um den kleinen Muhammad (saw). Und als sie das Baby aufnahmen, geschah etwas Wundersames: Halima, deren Muttermilch zuvor kaum ausgereicht hatte, um ihren eigenen Säugling zu ernähren, hatte plötzlich mehr als genug für beide. Und auch die Kamelstute und die Ziegen gaben deutlich mehr Milch als vor der Ankunft des kleinen Muhammad (saw). Halima wurde klar, dass ihr Schützling ein ganz besonderes Baby war.
Muhammad (saw) lernte, wie wichtig Gastfreundschaft, Ehrlichkeit und die enge Verbundenheit mit der Natur sind. Diese frühen Jahre prägten seinen Charakter. Als Muhammad (saw) eines Tages mit anderen Kindern spielte, erschienen plötzlich zwei Engel in menschlicher Gestalt. Sie trugen strahlend weiße Gewänder. Die Engel packten Muhammad (saw) sanft, aber bestimmt, legten ihn auf den Boden, öffneten seine Brust und entnahmen sein Herz. Sie entfernten daraus einen schwarzen Fleck, der die Sünde und Neigung zum Bösen repräsentiert und den sie als Teil des Schaitans (Satans) bezeichneten. Danach wuschen sie sein Herz in einer Schale mit Zamzam-Wasser, einem heiligen Wasser aus einer Quelle in Mekka, aus der bereits viele Jahre zuvor der junge Prophet Isma‘il (as) getrunken hatte.
Nachdem die Engel Muhammads (saw) Herz gereinigt und wieder in seine Brust eingesetzt hatten, schlossen sie seinen Körper, ließen ihn unversehrt zurück und verschwanden. Die anderen Kinder, die das mitangesehen hatten, liefen erschrocken zu Halima. Sie berichteten ihr, dass Muhammad (saw) getötet worden sei. Erschrocken von dieser schlimmen Nachricht eilten Halima und ihr Mann zum Ort des Geschehens. Dort fanden sie Muhammad (saw) lebendig und wohlauf vor, wenn auch blass und etwas erschöpft von der Erfahrung, die er gerade gemacht hatte. Diese spirituelle Reinigung war ein Teil der Vorbereitung für seine zukünftige Rolle als Prophet Allahs (swt).
Seine Pflegemutter war jedoch besorgt und entschied, dass es wohl besser sei, Muhammad (saw) früher als geplant zu seiner Mutter Amina zurückzubringen. Also machte sie sich auf nach Mekka. Als Halima dann Muhammad (saw) seiner Mutter Amina übergab, erzählte sie von dem merkwürdigen Vorfall. Sie erklärte Amina, dass ihr Mann und sie das Ereignis als ominöses Zeichen gedeutet hatten. Sie fürchteten, dass etwas Übernatürliches oder gar etwas Böses den kleinen Muhammad (saw) bedroht hatte und sie sich deshalb dazu entschlossen hatten, ihn zu Amina zurückzubringen – schließlich hatten sie ihn in ihre Herzen geschlossen und waren darüber hinaus für das Wohlergehen ihres Pflegekindes verantwortlich.
Amina zeigte Verständnis für Halimas Sorgen. Sie beruhigte sie, indem sie ihre Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass ihr Sohn eine besondere Bestimmung haben würde. Amina erzählte Halima, dass ihr eine Stimme während der Schwangerschaft verkündet hatte, dass ihr Sohn einmal eine wichtige und einzigartige Rolle spielen würde. Amina deutete die Ereignisse als Zeichen der besonderen Stellung ihres Sohnes und des Schutzes, den Allah (swt) ihm gewährte, und keinesfalls als etwas Furchterregendes.
Als Muhammad (saw) dann sechs Jahre alt war, unternahm seine Mutter eine Reise mit ihm. Sie wollte das Grab ihres verstorbenen Mannes Abdullah besuchen, der auf einer Handelsreise in Yathrib verstorben und dort begraben worden war (siehe 2. auf Karte 1).
Nachdem Amina und Muhammad (saw) einige Zeit in Yathrib verbracht hatten, begannen sie ihre Rückreise nach Mekka. Doch zunächst hielt das Schicksal weitere Prüfungen für den jungen Muhammad (saw) bereit. Auf dem Weg zurück nach Mekka erkrankte seine Mutter schwer und starb kurz darauf im Dorf namens Abwa, das in etwa auf halber Strecke von Yathrib nach Mekka liegt. Muhammad (saw) war nun vollständig verwaist und sein Herz trug die Narben tiefer Verluste. Zusammen mit den anderen Reisenden kam er schließlich in Mekka an. In seiner Traurigkeit fand er Trost und Schutz bei seinem Großvater Abdul-Muttalib, der ihn liebevoll bei sich aufnahm und für ihn sorgte.
Die Stellung seines Großvaters ermöglichte es, dass Muhammad (saw), obwohl er früh verwaist war, eine geschätzte und geachtete Position in der Gesellschaft Mekkas innehatte. Das war für verwaiste Kinder zu dieser Zeit oft nicht möglich. Doch dann musste der junge Muhammad (saw) den nächsten Schicksalsschlag hinnehmen. Nur zwei Jahre, nachdem Abdul-Muttalib seinen Enkel bei sich aufgenommen hatte, verstarb der alte, weise Mann. Nun übernahm sein Onkel Abu Talib die Rolle von Muhammads (saw) Erzieher. Abu Talib war der Führer des Banu Hashim Clans, einem Clan der Quraisch, und liebte Muhammad (saw) wie seinen eigenen Sohn. Er sorgte dafür, dass es ihm an nichts fehlte, obwohl seine Familie nicht besonders wohlhabend war.
Trotz dieser frühen Verluste und Herausforderungen wuchs Muhammad (saw) zu einem starken und mitfühlenden jungen Mann heran. Er spielte mit den anderen Kindern, lernte die Arbeit der Hirten und beobachtete das geschäftige Treiben in den Straßen von Mekka. Schon früh zeigte er ein tiefes Interesse für das Wohlergehen der Menschen um ihn herum und für die großen Fragen des Lebens.
Diese Jahre der Kindheit und Jugend legten das Fundament für den Mann, der Muhammad (saw) werden sollte. Sie schulten ihn in Geduld, Mitgefühl und Durchhaltevermögen – Eigenschaften, die für seine zukünftige Aufgabe als Prophet von immensem Wert sein würden. Allah (swt) bereitete Muhammad (saw) auf eine Weise vor, die niemand vorhersehen konnte. Doch all diese Vorbereitungen dienten einer ganz besonderen Mission, die die Welt auf positive Weise verändern sollte…
So beginnt die außergewöhnliche Geschichte von Muhammad (saw), dem letzten Propheten Allahs (swt). Seine frühen Jahre waren geprägt von Liebe, Verlust und ständigem Lernen. All das bereitete ihn auf den Weg vor, den Allah (swt) für ihn bestimmt hatte.
Die jungen Jahre von Muhammad (saw)
Nach den schweren Verlusten seiner Kindheit begann ein neues Kapitel im Leben von Muhammad (saw).
Als Muhammad (saw) 12 Jahre alt war, durfte er seinen Onkel auf eine Reise nach Syrien begleiten. Abu Talib war erfahrener Händler, und für Muhammad (saw) bot diese Reise eine wertvolle Gelegenheit, Einblicke in das Geschäftsleben zu gewinnen und verschiedene Kulturen außerhalb der arabischen Halbinsel kennenzulernen. Für den jungen Muhammad (saw) war es die erste Handelsreise.
Als sie bereits einige Woche unterwegs waren, zog die Karawane an Busra, einer Stadt im heutigen Syrien, vorbei. Dort traf Muhammad (saw) auf Bahira, einen christlichen Mönch, der bekannt war für sein umfangreiches Wissen über die christlichen Schriften (siehe 3. auf Karte 1).
Der Mönch hatte die Karawane aufmerksam beobachtet, da ihm etwas Außergewöhnliches aufgefallen war: Einem der Reisenden schien eine Wolke die ganze Zeit über Schatten zu spenden, während die anderen durch die Hitze der glühenden Sonne ritten. Als die Karawane dann rastete, konnte der Mönch beobachten, dass ein Baum, unter dem Muhammad (saw) sich ausruhen wollte, sich vor ihm verneigte. Außerdem war dieser Baum nicht irgendein Baum – Bahira wusste, dass viele Jahre zuvor bereits andere Propheten unter ihm gerastet hatten. Er deutete all dies als klare Zeichen und zögerte nicht lange. Bahira ging auf die Karawane zu und lud alle Reisenden zu einem Mahl ein. Er wollte unbedingt mehr über die Person erfahren, die auf übernatürliche Weise vor der sengenden Sonne geschützt wurde.
Während des Mahls, das Bahira für die gesamte Karawane ausgerichtet hatte, nutzte der Mönch die Gelegenheit, um Muhammad (saw) näher kennenzulernen. Nachdem er bereits die außergewöhnlichen Zeichen wie die schattenspendende Wolke und das merkwürdige Verhalten des Baumes beobachtet hatte, suchte Bahira nach weiteren Bestätigungen für seine Vermutungen über Muhammads (saw) besondere Rolle. Er bat darum, Muhammads (saw) Rücken sehen zu dürfen, da er sich vergewissern wollte, ob er das besondere Merkmal trug, welches er zwischen seinen Schultern vermutete: das Siegel der Prophetenwürde, das in den Überlieferungen als Bestätigung für den letzten Propheten des Islam dient. Und tatsächlich! Genau zwischen seinen Schulterblättern entdeckte Bahira ein markantes Muttermal, zweifelsfrei das Zeichen, das er gesucht hatte.
Der Mönch wandte sich an Abu Talib. Er sagte ihm, dass er gut über seinen Neffen wachen und sicherstellen sollte, dass diesem nichts Schlechtes geschieht. Auch erzählte Bahira Muhammads (saw) Onkel, dass Muhammad (saw) für Großes bestimmt war und dass möglicherweise nicht alle Menschen dem Propheten Allahs (swt) wohlgesonnen waren – was es noch wichtiger machte, Muhammad (saw) zu beschützen. Abu Talib nahm die Worte des Mönchs ernst und passte noch besser auf seinen geliebten Neffen auf.
Muhammad (saw) lernt seine erste Ehefrau kennen
In den darauffolgenden Jahren arbeitete Muhammad (saw) für seinen Onkel und leitete zahlreiche Karawanenreisen. Diese führten ihn auf Kamelen durch die weite, unerbittliche Wüste zu entfernten Handelszentren auf und außerhalb der arabischen Halbinsel. Dort traf er auf Menschen verschiedenster Herkunft und Glaubensrichtungen. Diese Begegnungen erweiterten seinen Horizont und lehrten ihn viel über Toleranz, Geduld und die Vielfalt menschlicher Kulturen und Überzeugungen. Diese Erfahrungen waren für Muhammad (saw) besonders wertvoll. Sie schulten ihn in der Kunst der Kommunikation und des Verhandelns, stärkten seine sozialen Fähigkeiten und förderten seine natürliche Neigung zur Reflexion und zum tiefen Nachdenken über das Leben und über die Schöpfung Allahs (saw).
Ein ganz besonderer Moment in Muhammads (saw) jungen Jahren war seine Begegnung mit Khadija (ra), einer wohlhabenden und angesehenen Geschäftsfrau, die auch aus Mekka stammte. Khadija war beeindruckt von Muhammads (saw) Ruf als ehrlichem und zuverlässigem Karawanenführer und sie suchte jemanden, dem sie die Leitung einer ihrer Handelskarawanen nach Syrien anvertrauen konnte. Dies war eine Aufgabe, die sowohl Geschick als auch Integrität erforderte.
Um Muhammads (saw) Eignung für diese Rolle zu testen und um sein Vertrauen zu gewinnen, entschied sich Khadija (ra) für einen ungewöhnlichen Schritt. Sie bot ihm an, eine Handelskarawane nach Syrien zu führen. Dafür gab Khadija (ra) Muhammad (saw) ein Gehalt, das doppelt so hoch war wie das, was sie anderen für diese Aufgabe gezahlt hätte. Außerdem stellte sie ihm ihren Diener namens Maysarah zur Seite, der aber auch den Auftrag hatte, Muhammad (saw) auf der Reise zu beobachten und Khadija (ra) alles über sein Verhalten und seine Geschäftspraktiken zu berichten. Khadija (ra) war eine rechtschaffene Frau und ihr waren Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sehr wichtig.
Muhammad (saw), der mittlerweile 25 Jahre alt war, nahm das Angebot schließlich an und zog mit der Handelskarawane nach Syrien. Während der Reise beeindruckte er Maysarah nicht nur durch sein Geschick und durch seine Fairness, sondern auch durch seine Art, mit Menschen umzugehen. Muhammad (saw) zeigte viel Geduld und stelle die wertvolle Fähigkeit unter Beweis, selbst in schwierigen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren und kluge Entscheidungen zu treffen. Maysarah wurde Zeuge von Muhammads (saw) außergewöhnlichem Charakter und seiner tiefen Spiritualität, einschließlich einiger außergewöhnlicher Vorfälle, die die besondere Rolle, die er einmal einnehmen sollte, andeuteten. Maysarah machte eine bemerkenswerte Beobachtung: Trotz der intensiven, unerbittlichen Hitze der Wüste blieb es in der unmittelbaren Nähe von Muhammad (saw) stets angenehm kühl.
Nach der Rückkehr von der Reise berichtete Maysarah Khadija (ra) von all dem, was er gesehen und erlebt hatte. Seine positiven Berichte über den jungen Karawanenführer Muhammad (saw) bestärkten Khadija (ra) nur in ihrem Eindruck von ihm als einem Mann von außergewöhnlicher Ehrlichkeit, Integrität und spiritueller Reife. Dieses tiefgreifende Vertrauen und die Bewunderung, die sie für Muhammad (saw) empfand, führten dazu, dass Khadija (ra) sich in ihn verliebte und ihm über eine Freundin einen Heiratsantrag machte. Muhammad (saw) brauchte nicht lange zu überlegen und akzeptierte. Er hatte für sie schon immer eine Kombination aus tiefem Respekt, Bewunderung und persönlicher Zuneigung empfunden. Khadija (ra) war in der Gesellschaft von Mekka für ihre Weisheit, Ehrlichkeit und Geschäftstüchtigkeit bekannt. Als erfolgreiche und unabhängige Geschäftsfrau genoss die Witwe hohes Ansehen, nicht zuletzt wegen ihrer Großzügigkeit und ihres Mitgefühls gegenüber den Armen und weniger gut gestellten Menschen. Diese Eigenschaften machten sie zu einer außergewöhnlichen Figur in der damaligen Gesellschaft Mekkas. Im Laufe ihrer Ehe bekamen Khadija (ra) und Muhammad (saw) insgesamt vier Söhne und zwei Töchter. Leider verstarben die Söhne noch im Kindesalter.
In der ganzen Stadt war Muhammad (saw) bereits bekannt für seine Aufrichtigkeit. Das war eine Eigenschaft, die in der Geschäftswelt von Mekka hochgeschätzt wurde. Diese Tugend, gepaart mit seiner freundlichen und mitfühlenden Natur, machten ihn zu einer geschätzten Persönlichkeit. Er kümmerte sich um die Armen und Bedürftigen und stand immer parat zu helfen, wo er nur konnte. Es gibt zahlreiche Überlieferungen, die berichten, wie er und seine Familie oft ihr eigenes Essen mit den Armen teilten. Auch hatte Muhammad (saw) ein besonders großes Herz für Waisen und Witwen, schließlich hatte er selbst die Erfahrung gemacht, geliebte Menschen zu verlieren.
