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DAS THOMASEVANGELIUM ist eine erstaunliche Schrift mit himmlisch inspirierter Weisheit. Es wurde 1945 in der Nähe des Dorfes Nag Hammadi in Ägypten entdeckt und ist heute allgemein als das fünfte Evangelium bekannt. Es gilt als die wichtigste nicht-kanonische Schrift, die je gefunden wurde. Das Thomasevangelium besteht aus 114 wunderschönen Logien, die die heiligen mystischen Lehren Jesu Christi perfekt wiedergeben. Die Stimme Jesu ist ein inbrünstiger Aufruf an uns, aufzuwachen und hinter den Schleier der Illusion zu blicken, den der egoistische Verstand ständig erzeugt. Wenn es eine Kernbotschaft des fünften Evangeliums gibt die hervorgehoben werden sollte, dann ist es die konsequente Lehre Jesu, dass die Erleuchtung und die Erfahrung des Erwachens jedem von uns in jedem Augenblick zur Verfügung stehen. Es genügt, zu erkennen, wer wir bereits sind und immer gewesen sind. Im 108. Logion sagt Jesus: Wer von meinem Munde trinkt, wird mir ähnlich werden; ich selbst werde dieser Mensch werden, und die verborgenen Dinge werden im offenbart werden. Das fünfte Evangelium konzentriert sich also auf eine universelle Erfahrung des kosmischen Bewusstseins, die in den östlichen Kulturen Samadhi oder Satori genannt wird. Daher stimmen die Aussagen Jesu vollkommen mit dem überein, was die Mystiker, Weisen und Meister seit Tausenden von Jahren gelehrt haben. Dieser Leitfaden ist weit davon entfernt, ein akademischer Kommentar zu sein, sondern soll einen umfassenden und intimen Dialog mit dem Leser herstellen und all jenen eine Hilfe sein, die sich danach sehnen, die zeitlose Weisheit Jesu in ihr tägliches Leben zu integrieren.
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Seitenzahl: 384
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Dieses Buch ist von ganzem Herzen meinem Lehrer und Meister Samarpan gewidmet. Alles, was ich jetzt bin, verdanke ich seiner Gnade.
KUNDAN
Da das englische “You” sowohl “Sie” als auch “Du” bedeutet und wir alle eh hier und noch viel zu viel Trennung leben, haben wir uns natürlich für die Freundes-Form entschieden. Auch bedurfte es Ergänzungen der Logien 13, 44 und 61 (in {}).
DANKSAGUNGEN
(
Ein etwas anderes) VORWORT
EINFÜHRUNG
Ewiger Christus
Über diesen Leitfaden
Was ist wahres Zuhören?
WER IST JESUS?
Bringer des Lichts
Lasst die Sonne hereinscheinen
Ihr wisst nicht, wer ich bin!
Weder dies noch das
Feuer, Schwert und Krieg
DIE NATUR DES VERSTANDES
Das Herz trägt keine Verkleidung
Der Hochzeitsgast
Wer liegt im Sterben?
Der Verstand ist machtlos
Das Ego wird untergehen
Masken und Rollen
Folge nicht dem Verstand!
Die Beschneidung des Verstandes
Die Geschäftsmentalität
Männlich und Weiblich
Der Balken im Auge
WICHTIGE ANHAFTUNGEN
Warum suchen wir?
Der gierige Milchmann
Auf der Suche nach Aufmerksamkeit
Geld regiert die Welt
Was hast Du?
DER SPIRITUELLE PFAD
Die Schönheit des Lichts
Der Löwe und das Schaf
Wonach suchst Du?
Einen wahren Meister finden
Entdecke, wer Du wirklich bist!
Der Baum des Lichts
Vertrauen in den Meister
Keine Übung erforderlich
Das Ende der Suche
MEHR GESCHENKE FÜR DEN SUCHENDEN
Das Reich Gottes
Du kannst alles haben
Wo ist das Reich Gottes?
Die Kinder des Göttlichen
Was ist wahre Liebe?
Der Schritt über die Dualität hinaus
Über Rebellen und Außenseiter
LEBEN IM JETZT
Das allgegenwärtige Jetzt
Wann wirst Du Gott sehen?
Die Weisheit des Jetzt
Kultiviere Deine Bewusstheit!
Halte nicht an irgendetwas fest!
Entdecke den inneren Körper
Untersuche den gegenwärtigen Moment!
DIE TIEFSTEN GEHEIMNISSE
Universelles Licht
Die ganze Welt ist Deine Projektion
Alles ist Bewusstsein
Es gibt nur Einen
Alles durchdringende Gegenwart
Wie weit können wir gehen?
DIE WAHRHEIT TEILEN
Lieber Gott
Das Horoskop
Worüber reden sie?
Die Botschaft verbreiten
Was zu sagen bleibt
Über meine eigene Erfahrung
ABSCHLIESSENDE WORTE
Das mystische Ufer
ANHANG
Ausgewählte Leseempfehlungen
Das komplette Thomasevangelium
Jesus hat sein Leben für Dich gelebt – dann hat er sein Leben für Dich gegeben. Jetzt will er sein Leben durch Dich leben.
- JACQUELINE K. HEASLEY
Jeder von uns ist ein Gastwirt, der entscheidet, ob es Platz für Jesus gibt!
- NEAL A. MAXWELL
Zuallererst möchte ich meiner geliebten Frau Mecheale danken, die mich motiviert hat, diesen praktischen Leitfaden zu schreiben. Sie ist in einem streng katholischen Umfeld auf den Philippinen aufgewachsen und hat sich seit frühester Jugend Jesus und dem Göttlichen verschrieben. Als sie begann, die Weisheit anderer großer spiritueller Meister zu entdecken, kamen viele Schuldgefühle auf, weil diese neuen Perspektiven nicht in das starre Glaubenssystem passten, an dem sie so viele Jahre lang festgehalten hatte. Der folgende Kommentar wurde für sie geschrieben und sollte ursprünglich verdeutlichen, dass es keinen wirklichen Konflikt zwischen den Aussprüchen der Meister und den Lehren von Jesus Christus gibt. Die Worte mögen sich unterscheiden, aber die Botschaft bleibt im Grunde dieselbe. Ich freue mich, sagen zu können, dass Mecheales bedingungslose Liebe zu Jesus nach der Lektüre dieser Seiten noch erheblich gewachsen ist.
Vielleicht war das Leben selbst mein größter Lehrmeister. Meine Lebensgeschichte ist voll von Extremen, Höhen und Tiefen, Erfolg und Misserfolg, Ekstase und Depression. Es war Himmel und Hölle und es war einfach perfekt für mich. Meine fieberhafte Suche nach Erfüllung brachte mich allmählich mit der Weisheit vieler spiritueller Meister in Berührung, und ich schätze sie alle sehr.
Zu denen, die mich am meisten inspiriert haben, gehören Namen wie Sri Sri Ravi Shankar, Paramahansa Yogananda, Ramana Maharshi, Meister Eckhart, Ramesh Balsekar, Alan Watts, Ram Dass, Eckhart Tolle und Sri Swami Satchidananda.
Ich muss auch meinen tief empfundenen Dank an Integral Yoga Publications aussprechen (Satchidananada Ashram-Yogaville) für die freundliche Erlaubnis, einige der schönsten Weisheitsgeschichten © aus Swamijis wunderbarem Buch Enlightening Tales zu veröffentlichen. Ich bin sicher, dass Du sie gerne lesen wirst, denn sie sind spirituell inspirierend und gleichzeitig im besten Sinne unterhaltsam.
Außerdem möchte ich meiner Freundin Kathryn Phillips sehr für ihre himmlisch inspirierten Gedichte © danken, die diesem Buch so viel Anmut, Schönheit und Liebe verliehen haben.
Darüber hinaus muss ich Mooji meine Dankbarkeit aussprechen. Er ist nicht nur ein großer erleuchteter Meister, sondern auch ein begnadeter spiritueller Dichter und kreativer Künstler. Ich bin sehr glücklich, dass er mir die Erlaubnis erteilt hat, sein bemerkenswertes Gemälde „Der Prophet“ © als ansprechendes Covermotiv für diesen Ratgeber {in der englischen Originalfassung} zu verwenden!
Natürlich möchte ich auch meinen Meister und Lehrer Samarpan nennen, der mich seit mehr als zehn Jahren liebevoll anleitet. Ich schwinge tief in seinen Lehren mit, und der vorliegende Kommentar spiegelt daher zu einem großen Teil seinen einzigartigen Ansatz wider. Nichtsdestotrotz ist er auch sehr persönlich, da er die Frucht meiner lebenslangen Erfahrung als spirituell Suchender darstellt. Da ich als Wissenschaftler ausgebildet wurde, bin ich kein typischer Gläubiger. Aber allein durch die objektive Anwendung der empirischen Methode, wenn ich auf meine eigene Lebensgeschichte zurückblickte, war es für mich einfach zu erkennen, dass Samarpan offensichtlich die Wahrheit spricht. Viele Jahre lang habe ich wirklich zugehört und das hat mein ganzes Leben verändert. Ich kann niemandem sagen, wie dankbar ich für diesen Segen bin.
Zu guter Letzt muss ich mich vor der Großartigkeit von Jesus Christus selbst verneigen. Seine wunderbaren, weisen Worte zu trinken und über sie zu meditieren, ist reine Gnade. Meine täglichen Gespräche mit Mecheale waren beglückend, und Schritt für Schritt entfaltete sich das Ewige Christus-Bewusstsein auf magische Weise in unserem Wohnzimmer. Ich entdeckte Jesus als einen unschätzbar wichtigen Meilenstein in der Geschichte und der Evolution des kollektiven Bewusstseins, und ich erkenne dies dankbar als ein unergründliches Geschenk an.
KUNDAN
4. Juni 2014
Ein ganz herzlicher Dank geht ferner an meinen Freund und Bruder Frank Maria Stiefel, der sich intuitiv dazu bereit erklärte, die englische Version dieses Leitfadens ins Deutsche zu übersetzen. In fruchtbarer Zusammenarbeit hat er darüber hinaus auch noch ein inspiriertes Vorwort geschrieben und das Cover gestaltet – all dies ist ihm hervorragend gelungen!
Selbstverständlich fühle ich mich auch Franks Frau Xiao Liu verpflichtet, die ihre wunderschönen, kunstvoll konzipierten Gemälde für das Cover des vorliegenden Bandes zur Verfügung gestellt hat!
Dank und Anerkennung gebühren auch unserem lieben, gemeinsamen Freund Peter Ameer, der durch seine Intuition den eigentlichen Anstoß für diese Übersetzung gegeben hat.
KUNDAN
16. November 2024
Von Kathryn Phillips
In alten Zeiten vor langer Zeit
Trat ein gütiger, bescheidener Mann hierher,
Um liebevoll den Weg zu lehren
Um uns vor der Gefahr zu bewahren
Aus solcher Unwissenheit in dunkleren Tagen
Um uns zu retten und Erlösung zu bringen
In dringend benötigten Zeiten des Zorns
Seine reinen Worte der Weisheit
Der ‚Weg des Herrn‘
Der einzig wahre Weg zu sein
Er kam selbstlos
Um uns zu dienen, uns zu ‚erleuchten‘
Und uns ins Licht zu führen
Gnädig, mit seinem Mut
Reinheit, Integrität und Weitsicht
Ein Messias
Gesandt um uns zu ‚erwecken‘
Einfach um uns zu zeigen
Das Reich Gottes gehört allen
Allen Geschöpfen, ob groß oder klein
Und das ewige
‚Christus-Bewusstsein‘
wohnt in uns selbst
Denn wir sind alle eins
und eins ist wirklich alles
Und der Name dieses
hellen ‚leuchtenden Sterns‘
Unter all den ‚erleuchteten‘ Propheten,
Meistern und Mystikern
War ‚Jesus der ewige Christus‘
Niemand kann die Evangelien lesen, ohne die tatsächliche Gegenwart Jesu zu spüren.
- ALBERT EINSTEIN
Es ist nicht notwendig, eurem Meister auf der physischen Ebene zu begegnen. Der Meister ist nicht äußerlich.
- NEEM KAROLI BABA
Jesus ist im Hier und Jetzt lebendig
Das Thomasevangelium wurde 1945 in der Nähe des Dorfes Nag Hammadi in Ägypten entdeckt und ist heute unter Bibelforschern als das „5. Evangelium” bekannt Es gilt als die wichtigste nicht-kanonische Schrift, die je gefunden wurde. Im Gegensatz zu den meisten anderen Traktaten der so genannten Nag-Hammadi-Bibliothek ist das Thomasevangelium ein vollständiger Band – auch wenn gelegentlich einzelne Wörter fehlen. Einige bekannte Gelehrte der bemerkenswerten Forschergruppe „Jesus Seminar“ haben seine mögliche Quelle kürzlich auf 50-60 v. Chr. datiert – was es womöglich zum ersten und unverfälschtesten Evangelium machen würde, das je geschrieben wurde. Es ist eine wunderbare Sammlung von 114 Logien (vgl. Anhang), die dem lebendigen Jesus zugeschrieben werden, und es enthält keine Geschichten über die Jungfrauengeburt, die Auferstehung oder andere Wunder. Eine beträchtliche Anzahl dieser Logien findet sich in ähnlicher, wenn auch leicht abgewandelter Form in den kanonischen Evangelien wieder, aber viele von ihnen werfen ein völlig anderes und überraschendes Licht auf die Lehren Jesu. Das Thomas-Evangelium ist vergleichbar mit einer Auferstehung der zeitlosen Weisheit Jesu, und das folgende Logion klingt sogar wie eine Prophezeiung:
„Oftmals habt ihr gewünscht, diese Worte zu hören, die ich euch sage, und ihr habt keinen anderen, sie von ihm zu hören. Es werden Tage kommen, da ihr mich suchen und nicht finden werdet.“(38)
Über das Thomasevangelium sind schon viele anregende Bücher und Abhandlungen geschrieben worden. Das vorliegende Buch hat hoffentlich seinen eigenen Wert, denn es will in erster Linie einen lockeren und verständlichen Dialog mit dem Leser führen. Soweit dies möglich ist, werden die Dinge einfach, transparent und alltagstauglich gemacht. Es sind daher keine Vorkenntnisse erforderlich. Im besten Fall dient dieser Kommentar als nützlicher Leitfaden für das eigene Verständnis und geistige Wachstum.
Dieses kleine Buch ist natürlich keineswegs vollständig, und ich würde auch nie wagen zu behaupten, dass es das „letzte Wort“ über das 5. Evangelium ist. Manche Logien sind so unglaublich tiefgründig, facettenreich und vielschichtig, dass man über ein einziges einen ganzen Band schreiben könnte, ohne erschöpfend zu sein. Das bedeutet nicht nur, dass verschiedene Sichtweisen möglich und angebracht sind, sondern angesichts der paradoxen Natur der Wahrheit können sich völlig korrekte Interpretationen verschiedener Autoren manchmal sogar gegenseitig auszuschließen scheinen.
Wenn Du ein schneller Leser bist, wirst Du in der Lage sein, den gesamten Kommentar in wenigen Stunden zu lesen, aber das wäre nicht sehr hilfreich. Ich schlage stattdessen vor, höchstens ein Kapitel pro Tag zu lesen, und selbst das könnte zu viel sein. Lasse lieber zu, dass die Worte Jesu Tropfen für Tropfen in Dein Herz eindringen. Manchmal wirst Du Dich vielleicht langweilen und argumentieren: „Ach, das brauche ich nicht mehr. Das wurde doch schon einmal gesagt!“ Das ist jedoch nur der Versuch des Verstandes, vor der Wahrheit zu fliehen. Tatsächlich muss die Wahrheit immer und immer wieder gesagt und gehört werden. Sonst können wir uns nicht von der Illusion befreien. Jedes Mal, wenn Du still wirst und wirklich zuhörst, wird sich Dein Verständnis und Deine Aufnahmefähigkeit vertiefen. Jeder gute Lehrer weiß, dass der Lernprozess wesentlich dadurch gefördert wird, dass man sich ein und demselben Thema aus verschiedenen Blickwinkeln nähert. Genau das hat Jesus immer getan, und die meisten erleuchteten Meister lehren uns auf dieselbe Weise.
Außerdem kann die Wahrheit niemals vollständig „erkannt“ werden. Wie der berühmte Philosoph Sir Karl Popper betont, kann die Wahrheit nur angenähert werden, und der entsprechende Prozess der Annäherung hat per Definition kein Ende. Ja, theoretisch würde ein tiefes Verständnis einer einzigen Aussage ausreichen, um die Wahrheit vollständig zu erkennen. Aber mal ehrlich, bist Du dazu in der Lage? Ist irgendjemand dazu in der Lage? Ich bin es ganz sicher nicht.
Es kann auch passieren, dass Du mit einer erstaunlichen spirituellen Gipfelerfahrung gesegnet wirst und erkennst, dass es nichts anderes als göttliches Bewusstsein gibt. Das ist die Wahrheit. Dem kann nichts hinzugefügt werden, und Du wirst nie mehr derselbe sein wie vorher. Nichtsdestotrotz ist es eine einmalige Erfahrung und sie wird nicht für immer bleiben. Nach einer Weile ist sie nur noch eine verschwommene Erinnerung, die zum Bereich des Verstandes gehört. Um sie wirklich zu leben, muss die Wahrheit immer wieder aufgedeckt werden. Die bloße Erinnerung an eine vergangene Erfahrung reicht bei weitem nicht aus. Auf jeden Fall werden wir nie einen Punkt erreichen, an dem wir es „einmal für alle Zeiten verstanden haben“. Eine solche Einstellung führt unweigerlich dazu, dass wir neue mentale Konzepte entwickeln, die dann wiederum unsere direkte und unvoreingenommene Erfahrung der Wahrheit verschleiern würden.
Wahre Weisheit ist immer neu und frisch. Wenn Du im gegenwärtigen Moment still bleibst und nicht auf irgendwelche Kommentare des Verstandes hörst, wirst Du entdecken, dass die Wahrheit multidimensional ist. Jede Aussage offenbart einen neuen Aspekt des Ewigen, und das kann wirklich unterhaltsam sein. Die Ironie ist, dass sogar ein Hund weiser ist als der Ego-Verstand. Du kannst Tag für Tag denselben Spaziergang mit ihm machen und er wird sich nie langweilen. Das ist keineswegs auf seine „Dummheit“ zurückzuführen. Er kann seinen Spaziergang in vollen Zügen genießen, weil alle Tiere von Natur aus im Jetzt leben.
Schließlich sind Worte nur Worte. Sie sind niemals die Wahrheit, weil die Wahrheit nicht ausgesprochen werden kann. Anstatt also an einzelnen Worten oder Konzepten festzuhalten, versuche, einen frischen Geschmack des zugrundeliegenden Seins oder der Realität zu bekommen, auf die sie hinweisen! Du kannst damit rechnen, dass Dein Verstand sehr oft gegen das rebelliert, was hier gesagt wird. Er „weiß es natürlich besser“ und liebt es daher, Dich zu stören und zu verwirren, indem er gegen dieses und jenes argumentiert. Das ist normal und lässt sich auch nicht vermeiden. Schenke dem Verstand keine Aufmerksamkeit, denn er kann unmöglich etwas über die tiefen Geheimnisse der Existenz wissen. Er ist nur ein arroganter Narr, der verzweifelt versucht, weise zu sein.
Ich glaube nicht an die orthodoxen Lehren der Kirchen. Wenn Du also an dem festhalten willst, was der Vatikan oder eine andere christliche Kirche dogmatisch lehrt, lasse besser die Finger von diesem Buch. Es geht mir gewiss nicht darum, die religiösen Gefühle von irgendjemandem zu verletzen, und ich bin weder ein Prediger noch ein Missionar. Wenn Du Dich jedoch für einen aufrichtigen Wahrheitssucher hältst, der bereit ist, seine einprogrammierten Glaubenssätze über Bord zu werfen, dann könnte dieses Buch das Richtige für Dich sein. Vielleicht hast Du sogar Deinen Glauben verloren oder hast die Nase voll von all den Wundergeschichten und der Vorstellung, dass Jesus ein übermenschliches Wesen von weit über den Wolken ist. Auch in diesem Fall könntest Du motiviert sein, das folgende Buch zu entdecken und Deinen ganz eigenen Weg zurück zu Jesus zu finden.
Nimm es als eine Gelegenheit wahr, dem lebendigen Jesus zu begegnen und mit seinen wertvollen Lehren in Berührung zu kommen. Wenn Du seine erhebende Botschaft mit offenem Herzen empfängst, wirst Du seine ständige Gegenwart spüren und erleben und mit diesem geheimnisvollen Phänomen in Kontakt kommen, das Christusbewusstsein oder Heiliger Geist genannt wird. In diesem transzendenten Aspekt ist Jesus bereits tausende Male nach seinem physischen Tod auf die Erde gekommen, denn Jesus war das, was jeder erleuchtete Meister ist, und jeder erleuchtete Meister ist das, was Jesus war und immer noch ist: Ein vollkommenes Instrument der bedingungslosen Liebe und Gnade des Göttlichen. „Im Guru“, erklärt Sri Swami Satchidananda, „gibt es keine Unterschiede. Es sind nur die Körper, die unterschiedlich sind. Die Verwirklichung ist dieselbe.“
Es ist interessant zu sehen, auf welche Weise die etablierten Religionen die Wahrheit verfehlen. Die Juden warten immer noch auf den wahren Messias, und sie werden wahrscheinlich noch zehntausend Jahre warten. Einige orthodoxe Juden sehen in Jesus sogar ein Symbol für Aggression und einen gefährlichen Ketzer. Die Christen haben Jesus als den Messias angenommen, aber sie warten nun ewig auf eine Wiederkunft Christi in demselben Körper. Jesus hat uns jedoch nie aufgefordert, auf irgendetwas zu warten:
Seine Jünger sprachen zu ihm: „Wann wird die Ruhe der Toten eintreten, und wann wird die neue Welt kommen?“ Er sprach zu ihnen: „Was ihr erwartet, ist gekommen, aber ihr erkennt es nicht.“(51)
Die meisten Kirchen sind komplizierte politische Organisationen, und sie werden die Wahrheit nie verstehen. Sie sind nicht einmal gewillt, sie zu verstehen, weil sie sich selbst dienen, anstatt Jesus und der Wahrheit zu dienen. Und wann immer jemand wirklich aufwacht, gerät er oder sie in ernsthafte Schwierigkeiten. Dann werden sie normalerweise der Blasphemie beschuldigt und in manchen Fällen sogar aus der Kirche ausgestoßen. Zu seinen Lebzeiten hat Jesus immer wieder die Heuchelei der jüdischen Priester entlarvt, und heute würde er mit Sicherheit genau dieselben Worte an den Klerus der katholischen Kirche richten:
„Wehe den Pharisäern, denn sie gleichen einem Hund, der im Futtertrog der Rinder schläft; denn weder frisst er, noch lässt er die Rinder fressen.“(102)
Jesus hat wiederholt gesagt, dass das Reich des Vaters bereits auf der Erde ausgebreitet ist und dass wir es nicht sehen. Dennoch verlegen die meisten christlichen Kirchen das Paradies auf einen glückseligen Zustand nach dem Tod. Sie versetzen uns in einen lebenslangen Wartezustand und beteuern, dass dieses Leben im Grunde nichts anderes ist als eine Vorbereitung auf das, was später sein wird. Ist es vorstellbar, dass diese Päpste, Bischöfe und Priester uns darum beneiden, in diesem Leben Spaß zu haben? Ein Priester kann unsere Herzen berühren, wenn seine Worte einer lebendigen Erfahrung der Wahrheit entspringen. Aber wie ein toter Automat das zu verkünden, was in der Bibel steht, ist für alle langweilig.
Die Freude am Sein, wie sie von afroamerikanischen Gospelsängern so schön zum Ausdruck gebracht wird, ist weitaus inspirierender. Unsere Freude durch gemeinsames Singen dankbar zum Ausdruck zu bringen, ist eine äußerst ansprechende und uralte Form der Anbetung des Göttlichen. Jesus selbst hätte sicher seine Freude daran gehabt, denn er war ein hingebungsvoller Lebensgenießer. Er lachte, trank und aß gerne, und soweit wir wissen, verurteilte er nie sinnliche oder sexuelle Aspekte des Menschseins Aus den frühen Schriften der Kirche geht auch hervor, dass alle Apostel verheiratet waren – außer Johannes. Jesus sagt:
„Selig der Mensch, der gelitten hat, er hat das Leben gefunden.“58)
Dieses Leben sollte nicht nur mit harter und anstrengender Arbeit ausgefüllt sein. Es soll in erster Linie genossen werden. Die Philosophie des Tuns, des Erreichens und des Erfolges ist das vorherrschende Credo unserer egoistischen Gesellschaft. Früher oder später wird ein schmerzhafter Zustand der Verblendung die Folge unseres vergeblichen Bemühens sein, „jemand Besonderes“ zu werden. Vielleicht ist dies hilfreich, um unseren Weg zu ändern. Indem das Göttliche uns die Möglichkeit gibt, unser Leben freudig zu leben, überschüttet es uns mit seiner unendlichen Gnade. Durch unsere Körper sind wir perfekt ausgestattet, um diese wunderbare Schöpfung in jeder Hinsicht zu genießen. Wenn sich unsere Herzen weit öffnen, entdecken wir, dass das Leben wie das Paradies auf Erden sein kann. Hast Du Dich jemals gefragt, wie es kommt, dass Mutter Natur so unvorstellbar schön ist? Nun, die Antwort ist verblüffend einfach: Es liegt daran, dass die gesamte Schöpfung ein wunderbares göttliches Geschenk ist.
Wahrhaftig zu leben bedeutet, im gegenwärtigen Moment, im Hier und Jetzt, verwurzelt zu sein. Hier gibt es, wie wir später sehen werden, kein Urteil, kein Leid und keine Schuld. Im ewigen Jetzt finden wir subtile Freude, Frieden und Freiheit – Freiheit von unseren gesellschaftlich konditionierten Gedanken und Freiheit von der Gedankenkontrolle der Kirchen. Was werden die Kirchen tun, wenn ihre Anhänger beschließen, das Leben zu genießen, anstatt auf den Tod zu warten? Was geschieht mit der Macht der Kirchen, wenn die Menschen zu erkennen beginnen, dass es keine Sünder und keine ewige Hölle gibt und dass man schon jetzt ins Paradies kommen kann? Was ist, wenn all diese Gläubigen begreifen, dass sie geliebte Söhne und Töchter des Göttlichen sind, so wie Jesus es war? Was, wenn es ihnen dämmert, dass sie Gott sind, der in einem menschlichen Körper auf die Erde kommt, dass sie aufwachen und – wie sein Jünger Thomas – der Zwilling Jesu werden können?
Auf lange Sicht hilft es nicht, die Wahrheit zu verbergen, denn sie taucht auf natürliche Weise auf tausenderlei Weise auf – so wie das Thomasevangelium auftauchte, als es an der Zeit war, dass diese Lehren ans Licht kamen. Die heutige Welt ist einfach bereit für die Wahrheit. Zur Zeit Jesu und Buddhas war die Erleuchtung ein sehr seltenes Phänomen, und nur wenige spirituelle Lehrer erreichten ein Verständnis, das mit dem von Jesus vergleichbar war.
Obwohl Jesus neben Buddha und Sri Krishna der einflussreichste Meister aller Zeiten ist, hat er die Früchte seiner Erleuchtung nicht zu seinen Lebzeiten erlangt. Nur einige seiner Jünger – zum Beispiel Thomas oder Maria Magdalena – waren reif genug, die volle mystische Lehre zu empfangen. Deshalb sagt Jesus traurig:
„… Aber worum ihr mich in jenen Tagen fragtet und was ich euch nicht sagte, jetzt will ich es sagen, und ihr fragt nicht danach.“(92)
Heute wachen viele Menschen auf, und Tausende von erleuchteten Meistern wandeln auf dieser Erde. Sie alle sind in derselben Wahrheit verwurzelt, und was sie lehren, ist die Einheit des Seins, die allem zugrunde liegt, was sich manifestiert. Jesus hat nie behauptet, der Einzige zu sein, der die Wahrheit kennt (vgl. 12). Er betonte klar die Bedeutung eines lebendigen Meisters und sagte:
„… Möge unter euch ein weiser Mann sein. …“(21)
Viele erleuchtete Meister haben zu diesem Kommentar beigetragen. Wir lernen von ihnen, dass die Erleuchtung unsere wahre göttliche Natur ist und dass alles, was wir tun müssen, darin besteht, jetzt zu entdecken, wer wir bereits sind. Das ist genau das, was Jesus im Thomas-Evangelium lehrt, und es ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum der Vatikan diese Schrift immer noch als reine Ketzerei ablehnt.
Fühle Dich eingeladen, Jesus genau hier und jetzt zu begegnen. Lerne seine Lehren kennen und genieße die Lektüre des folgenden Kommentars, so gut Du kannst. Nimm nur das mit, was Dein Herz berührt, und lasse einfach beiseite, was Du nicht sofort akzeptierst oder verstehst. Schritt für Schritt die Wahrheit zu entdecken, ist wirklich spannend. Ein leidenschaftlicher Wanderer genießt die Natur vollkommen, während er wandert. Er versucht nicht fieberhaft, sein Ziel in der kürzest möglichen Zeit zu erreichen. Für ihn ist das Gehen des Weges ein lohnendes Ziel. Sei geduldig mit Dir selbst und genieße die Fahrt! Wie auch immer, dieses wunderbare Spiel namens Erwachen hat kein Ende. Mach Dich also bereit für das größte Abenteuer Deines Lebens. Werfe all Deine alten Überzeugungen, Sorgen und nutzlosen Pläne über Bord. Stelle Gott an die erste Stelle, denn Jesus selbst lädt Dich ein, mit ihm zu speisen und zu feiern. Er ruft definitiv Deinen Namen, also solltest Du besser zuhören, Dich entspannen, Spaß haben und aufwachen!
Lasst uns still sein, damit wir das
Flüstern Gottes hören können.
- RALPH WALDO EMERSON
Höre zu oder Deine Zunge wird Dich taub machen.
- INDIANISCHES SPRICHWORT
Jesus sprach: „… Wer Ohren hat zu hören, möge hören.“(21)
Im gesamten Thomasevangelium wird diese Ermahnung von Jesus immer wieder ausgesprochen. Sie wird im folgenden Text nicht wiederholt, aber man sollte sie sich vor jeder Lektüre in Erinnerung rufen. Wer mit den Worten der Weisen in Berührung kommen will, muss einen besonderen Perspektivwechsel vollziehen, denn die Wahrheit ist mit dem gewöhnlichen Verstand nicht zu erfassen. Was wir „Verstand“ nennen, ist in Wirklichkeit ein ernsthaftes Hindernis für ein tiefes Verständnis. Wie auch immer, ob geschrieben oder gesprochen, die Wahrheit bleibt so lange unzugänglich, bis sie Teil der eigenen Erfahrung ist. Wie Tau Malachi sagte: „Jedes Logion des Thomasevangeliums ist wie ein unendlicher Brunnen der Weisheit, in den man seinen Becher immer wieder eintauchen kann und der immer mehr Weisheit hervorbringt. Um jedoch wirklich zu hören und zu verstehen, muss der Verstand zum Schweigen gebracht und gereinigt werden.“
In Anlehnung an eine Unterscheidung, die der indische Weise Ramesh Balsekar eingeführt hat, können wir sagen, dass dieser „Bio-Computer“, den wir Verstand nennen, zwei verschiedene Funktionsweisen hat. Der arbeitende Verstand oder Intellekt ist ein wunderbares Gerät, das wir brauchen, um den Alltag zu bewältigen. Der funktionierende Verstand wird für jede Art von Handlung benötigt, die wir ausführen wollen. Ohne diesen erstaunlichen Werkzeugkasten könnten wir nicht überleben. Wir wären tatsächlich völlig verloren! Schaue Dir ältere Menschen an, die an Demenz leiden. Ab einem bestimmten Punkt werden selbst die einfachsten Aufgaben wie Zähneputzen, Essen oder sich anziehen zu einer enormen Herausforderung. Alles, was im Gedächtnis gespeichert war, verblasst allmählich, und nach einiger Zeit sind diese Menschen so hilflos wie Säuglinge. Dies geschieht, weil die Krankheit die Zellen und Nervenverbindungen zerstört, die für das genaue Funktionieren des Gehirns verantwortlich sind. Es spricht also nichts gegen dieses äußerst praktische Werkzeug, das man den Intellekt oder den arbeitenden Verstand nennt, sofern man es richtig einsetzt.
Der denkende Verstand hingegen ist stark vom „Ego-Virus“ infiziert. Im Grunde ist die Wurzel des denkenden Verstandes der falsche Glaube, dass „ich jemand bin“, getrennt von der Welt und dem Göttlichen. Der denkende Verstand produziert daher ständig Unsinn. Als Ergebnis unserer Konditionierung füttert er uns mit Bergen von Gedanken, Vorstellungen, Phantasien und hässlichen Urteilen. Nicht selten produziert der denkende Verstand auch ein chaotisches und völlig bedeutungsloses „weißes Rauschen“ als Nachklang der jüngsten Erfahrungen. All dies ist reiner Müll, und dieser Müll muss beseitigt werden. Das Haupthindernis für ein tiefes Verständnis ist das unaufhörliche Geplapper, das aus dem sich ständig bewegenden Verstand kommt. Wenn wir später das Wort „Verstand“ oder „Ego-Verstand“ verwenden, beziehen wir uns meist auf diesen korrumpierten Teil unseres Bio-Computers.
Wie können wir also die Aussagen von Jesus verstehen? Müssen wir die rationale Logik des arbeitenden Verstandes benutzen? Tut mir leid, auch das funktioniert nicht, denn unser Bio-Computer kann nur in der relativen Welt funktionieren. Jedes Phänomen, das in der relativen Welt auftritt, ist von einem anderen Phänomen oder Objekt abhängig oder mit ihm verbunden. Dein Körperbau zum Beispiel hängt von Deinen Eltern ab, und deren Körper hängt von der Genetik Deiner Großeltern ab. Nichts in dieser relativen Welt existiert für sich allein; es existiert nur in Beziehung zu einem anderen Ding. Das nennt man das Gesetz der Kausalität und Interdependenz.
Das Göttliche hingegen hängt von nichts ab. Gott ist die absolute Wahrheit, die letzte Wirklichkeit. Gott ist alles und überall. Das Göttliche ist nicht „erschaffen“ worden. Es war schon immer da und wird immer da sein. Er hat keine Begrenzungen. Er hat keinen Anfang und kein Ende. Er ist jenseits von Raum und Zeit. Und Er ist weit jenseits des konventionellen Verständnisses. In der Tat kann die ultimative Wahrheit rational überhaupt nicht verstanden werden. Wie könnte der endliche Verstand das Unendliche verstehen? Das ist einfach unmöglich. Seit Tausenden von Jahren haben Philosophen versucht, diese unerreichbare Aufgabe zu bewältigen, und sie sind immer wieder gescheitert. Nur wenige haben wirkliche Weisheit erlangt und den Worten von Sokrates Beifall gezollt, der sagte: „Je mehr ich weiß, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiß.“ Jede „Erklärung“ der absoluten Wahrheit muss unvollständig sein. Gedanken, Sprache und geschriebene Worte sind völlig unzureichend, um die Wahrheit auszudrücken.
Warum also sollten wir dann überhaupt auf irgendwelche Worte der Weisheit hören? Nun, wir können den Worten Jesu vertrauen, denn sie kommen aus dem Mund des Erleuchteten. Die Aussprüche Jesu strahlen auf wunderbare Weise das Licht der Wahrheit aus. Sie weisen auf die absolute Wirklichkeit hin, die per Definition jenseits der begrenzten Reichweite des Intellekts liegt. Jesus spricht also nicht zu unserem Verstand, sondern zu unserem Herzen. Wir sind nicht in der Lage, die Wahrheit zu verstehen, aber die Weisheit unseres Herzens ist in der Lage, die Wahrheit mit Hilfe der Intuition zu erkennen und zu erspüren. Dieses Erkennen ist das, was wir tiefes Verstehen nennen können. Intuition ist die spontane Sprache des Universellen Verstandes oder des Quellverstandes. James Hilman sagt: „Sie ist klar, schnell und vollständig. Wie eine Offenbarung kommt sie auf einmal und schnell.“
Erlaube Dir, Dich sanft auf die ewige Weisheit von Jesus einzustimmen. Lese seine Worte nur, wenn Du Dich wirklich still und friedlich fühlst, damit Du nicht durch das Geplapper des Verstandes gestört wirst. Sei nicht enttäuscht oder frustriert, wenn Du nicht sofort die Bedeutung jedes Wortes erfasst. Die Entdeckung der heilig verankerten Wahrheit in den Worten Jesu erfordert eine gründliche Reinigung Deines konditionierten Geistes. Andernfalls werden sich Deine alten mentalen Strukturen in den Weg stellen und Deine Intuition behindern. Eigentlich muss die gesamte Festplatte Deines Bio-Computers komplett neu formatiert werden. Es ist natürlich, dass dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis er abgeschlossen ist. Es gibt also keinen Grund zur Eile.
Öffne Dein Herz und werde schwanger mit dieser schönen und inspirierenden Sammlung von Sprüchen! Sei bereit und willens, Deine beiden guten Ohren zu benutzen und wirklich zuzuhören. Wende Dich nach innen, ohne jede Vorstellung, und Jesus Christus selbst wird zu Dir sprechen! Allein dadurch, dass Du Dich immer wieder unschuldig den Worten Jesu aussetzt, wird Dein Erwachen unweigerlich geschehen. Aber bitte warte nicht darauf, dass es geschieht! Es wird sowieso geschehen und es wird von selbst geschehen – nur auf die richtige Weise und zur richtigen Zeit.
Von Kathryn Phillips
Unser Höchster Aufgestiegener Meister
Und Heiliger Sohn Gottes
Dessen Weisheit und Aufrichtigkeit
Es war, uns zu führen
Zur ‚Erleuchtung‘
Und lehrte uns das Gewahrsein
des „Göttlichen Bewusstseins“
Die ewige Stimme der Wahrheit
Deren reines Strahlen
Für immer so hell leuchten wird
Dessen freundliche Worte der Reinheit
Frieden, Vergebung und Liebe
Ewig bleiben
Und immer zu uns sprechen werden
Er ist unser wahrer ‚Bringer des Lichts
Erzählt von Sri Swami Satchidananda
Es war einmal ein kleines Mädchen, das nicht in der Sonne sein wollte, also sagte es: „Geh weg, Sonne, ich will Dich nicht haben!“ Sie ging hinein, schloss alle Türen und Fenster, setzte sich in die Dunkelheit und begann, die Sonne zu verfluchen: „Ich will Dich nicht mehr sehen! Wage es nicht, in mein Haus zu kommen!“
Nach einer Weile öffnete das kleine Mädchen langsam die Tür, aber die Sonne drängte herein. Das Mädchen schrie: „Nein! Raus!“ und schlug der Sonne die Tür vor der Nase zu. Wenig später öffnete sie die Tür erneut, und wieder kam die Sonne herein.
Das Mädchen schrie: „Was soll das? Schämst Du Dich nicht? Hast Du denn gar keinen Stolz? Ich schimpfe mit dir. Bist Du nicht beleidigt? Warum bleibst Du nicht weg? Warum willst Du in mein Haus kommen?“
Die Sonne lächelte und sagte: „Das ist meine Natur. Wenn jemand die Tür öffnet, gehe ich einfach hinein. Ich warte nicht auf Deine Einladung und lasse mich auch nicht von Deiner Schelte beleidigen. Alles, was ich brauche, ist eine offene Tür. Wenn die Tür offen ist, kannst Du mich nicht daran hindern, hereinzukommen, auch wenn Du mich nicht willst.
Jesus steht mit einem Fuß in der Menschlichkeit und mit dem anderen Fuß in der Göttlichkeit.
- SAMARPAN
Jesus wurde durch die Sockelbildung irrelevant, indem er nach oben getreten wurde.
- ALAN WATTS
Seine Jünger sprachen zu ihm: „Vierundzwanzig Propheten sprachen in Israel, und sie alle sprachen in dir.“ Er sprach zu ihnen: „Ihr habt den Lebendigen, der vor euch ist, ausgelassen und habt von den Toten gesprochen.“(52)
Jesus war sich sehr wohl bewusst, dass selbst seine Jünger ihren Meister nicht vollständig erkannten (vgl. 43, 59). Er sagt: „Ich stehe hier vor euch, und ihr redet von der Vergangenheit? Braucht ihr vierundzwanzig tote Propheten, um mich als den zu erkennen, der ich bin? Habt ihr keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu hören?“ Um mit einem Lehrer wie Jesus in Kontakt zu kommen, müssen wir im Hier und Jetzt verankert sein, sonst werden wir ihn verpassen. Die Jünger waren bereit, ihn als den Messias zu akzeptieren, aber die Akzeptanz kam vom Verstand. Sie analysierten die Schriften und stellten fest, dass Jesus dem angekündigten Messias sehr ähnlich war. Doch Jesus sagt: „Vergesst alles, was ihr gelernt habt. Kommt hierher ins Jetzt, denkt nicht nach, lernt nicht auswendig, analysiert nicht! Öffnet einfach eure Augen und seht!“
Jesus hat heute viele Millionen Anhänger in der ganzen Welt, aber nur wenige wissen, wer er wirklich ist und wofür er steht. Die meisten seiner Anhänger glauben an ein Zerrbild, das im Laufe der Jahrhunderte von Päpsten, Bischöfen und Priestern geschaffen wurde. Jesus war nicht der „einzig gezeugte Sohn Gottes“. Er war ein voll erblühtes menschliches Wesen, und wie jeder erleuchtete Meister hatte er seine Göttlichkeit erkannt. Wenn wir Jesus wirklich würdigen wollen, müssen wir beide Aspekte seines Wesens anerkennen. Als Mensch war er Teil dieser Schöpfung, als erleuchteter Meister war er eins mit Gott. Jesus bestand auf diesem Punkt. Deshalb sagte er:
… „Aus dem, was ich euch sage, erkennt ihr nicht, wer ich bin? Aber ihr seid wie die Juden geworden: denn sie lieben den Baum und hassen seine Frucht [καρπός], und sie lieben die Frucht und hassen den Baum.“(43)
Der Jesus, den die Kirchen verkünden, kommt von irgendwo aus dem Jenseits. Deshalb können wir ihm nicht folgen oder ihn als Vorbild für unser eigenes Erwachen nehmen. Wir werden nie so sein wie er, wie sie sagen, also bleibt uns nichts anderes übrig, als ihn auf einen Sockel zu stellen und als Herrn anzubeten. Das ist nicht das, was Jesus lehrte. Er sagte: „Sieh her, ich bin Du, und Du bist ich. Trinke meine Worte und erkenne die Wahrheit dessen, was Du wirklich bist. Entdecke das Licht in Dir und Du wirst sein wie ich!“ (vgl. 108) Mit dieser Aussage befindet sich Jesus vollkommen auf einer Linie mit den großen Meistern vieler verschiedener spiritueller Traditionen. Ein Erwachter hat nicht die Absicht, Dir Deine Unterlegenheit zu zeigen; er erinnert Dich ständig daran, dass er Gott ist und dass Du Gott bist.
Wenn das Ego stirbt, bleibt nur noch das göttliche Bewusstsein übrig. Erleuchtung ist die Erkenntnis, dass Du – als individueller Verstand – überhaupt niemand bist. Nur das Ego lässt Dich an die Illusion glauben, dass Du jemand bist, der vom Göttlichen getrennt ist. Schließe einfach die Augen, spüre Deinen inneren Körper und ruhe eine Weile. Dann schau, ob Du jemanden findest! Ist da jemand drin? Du magst einige Gedanken finden, die sich auf Deine „Vorstellung von Ich“ beziehen, aber das ist nur ein vorübergehendes Geschehen im Verstand. Diese Gedanken haben überhaupt keine Substanz. Die interessantere Frage ist: „Wer ist sich dieser Gedanken bewusst? Wer beobachtet diese Gedanken? Wer ist sich des Atems und der Körperempfindungen bewusst?“ Schaue genau hin, und Du wirst feststellen, dass dieser geheimnisvolle Beobachter oder Zeuge kein bestimmter Mensch ist, sondern reines, unpersönliches Gewahrsein. Und das ist es, was Du wirklich bist. Du bist Bewusstsein, Du bist Gewahrsein, Du bist das göttliche Licht in Dir.
Der historische Jesus ist tot und sein einzigartiger menschlicher Körper wird höchstwahrscheinlich nicht mehr reinkarnieren. Der kosmische Jesus jedoch, dieses „Christus-Bewusstsein“, ist immer lebendig im Hier und Jetzt. Wenn Du bereit bist, in tiefe Stille zu gehen, Dein Herz zu öffnen und den Worten Jesu zu lauschen, wird er mit Sicherheit bei Dir sein. Und wenn Du Dich aufrichtig nach einem spirituellen Führer sehnst, wird ein erleuchteter Meister in Dein Leben treten und Dich lehren. Jesus hat viele Gesichter und er erscheint in vielen verschiedenen Körpern, Lehren und mystischen Traditionen. Wenn Du so gesegnet bist, einen wahren, lebenden Meister zu treffen und Dich in ihn zu verlieben, triffst Du tatsächlich Jesus, denn beide sprechen genau die gleiche Sprache der Wahrheit.
„Gebt acht auf den Lebendigen, solange ihr lebt, damit ihr nicht sterbt und versucht, ihn zu sehen, und nicht werdet sehen können.“(59)
Einen lebenden Meister zu finden, ist ein großes göttliches Geschenk, denn er oder sie wird Dir ungemein helfen, Licht in die Dunkelheit der Unwissenheit zu bringen. Wenn nicht, kannst Du immer noch auf den Lebendigen schauen, anstatt Deine Lebenszeit mit weltlichen Anhaftungen zu vergeuden oder nur darauf zu warten, dass der Himmel kommt. Gott ist immer hier, und Du kannst Ihm überall und in jedem Augenblick begegnen. Genieße diese wunderbare Schöpfung mit vollem Bewusstsein, und Du wirst das Göttliche sehen; suche nach dem Licht in Dir, und Du wirst das Göttliche finden. Werde wie ein Kind, putze Deine schmutzige Brille und schaue mit unschuldigen Augen. Du wirst erstaunt sein, wie viele Wunder sich in den einfachsten Dingen offenbaren. Das Leben selbst ist ein gewaltiges Wunder, das weit über jede wissenschaftliche Erklärung hinausgeht.
Bis zu einem gewissen Grad haben wir einige flüchtige und bruchstückhafte wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie Dinge geschehen, aber wir werden nie verstehen, warum sie so geschehen, wie sie geschehen. Der Versuch, eine Antwort auf die letztgenannte Frage zu finden, ist wie der Versuch, den Ozean in eine Tasse zu füllen. Die einzige vernünftige Schlussfolgerung ist: „Es ist, wie es ist, und es ist perfekt, so wie es ist.“
Es ist ein auffallender Aspekt unserer materialistischen Gesellschaft, dass Spiritualität nahezu irrelevant geworden ist. Unsere kulturellen Werte beruhen fast ausschließlich darauf, jemand zu werden, etwas zu erreichen und ein Maximum an vorübergehenden „Vergnügungen“ zu suchen. Die Kirchen hingegen verbreiten gerne die Botschaft, dass das Himmelreich irgendwo im Jenseits liegt. Warum sollten wir uns also so sehr anstrengen? Jesus jedoch gibt uns im Thomasevangelium eine radikal andere Perspektive. „Untersucht den gegenwärtigen Augenblick“, sagt er uns, „schaut hier und jetzt nach dem Licht, anstatt euer Erwachen immer weiter hinauszuschieben!“
Was Jesus uns hier sagt, ist, dass wir unsere gegenwärtige Lebenszeit nutzen müssen, um geistig zu wachsen und aufzuwachen. Dafür ist dieses Leben oder jede andere Inkarnation wirklich da! Es geht um nichts Geringeres als um den Sinn des Lebens!
Der Verstand kann bei größter Anstrengung nicht herausfinden, worum es in diesem Leben geht. Die begabtesten Wissenschaftler der Welt haben es nicht geschafft, auch nur eine Mikrobe zu erschaffen. Nach welchen Wundern willst Du also suchen, wo sich doch das größte Wunder ständig direkt vor Deinen Augen entfaltet? Anstatt verzweifelt zu versuchen, irgendetwas herauszufinden, komme einfach hierher ins Jetzt und verweile in stillem Staunen. Jesus wartet geduldig vor Deinem Haus. Willst Du wirklich, dass er draußen in der Kälte bleibt? Sei also sanft, öffne die Tür und lade ihn ein, in Dein Herz zu kommen.
Wir müssen über die äußeren Erscheinungen der Sinne und über die Konzepte des Verstandes hinausgehen und uns für die Realität des Christus im Inneren öffnen.
- BEDE GRIFFITH
Der Meister ist überall um Dich herum und in Dir.
- SAMARPAN
Jesus sprach zu seinen Jüngern: „Vergleicht mich, sagt mir, wem ich gleiche.“ Simon Petrus sprach zu ihm: „Du gleichst einem gerechten [δίκαιος] Engel [άγ̉ γελος].“ Matthäus sprach zu ihm: „Du gleichst einem weisen Philosophen.“ Thomas sprach zu ihm: „Meister, mein Mund ist völlig unfähig auszusprechen, wem du gleichst.“ …(13)
Petrus hat offensichtlich keine Ahnung, wer Jesus wirklich ist. Er hält ihn für einen „gerechten“ Moralisten oder einen Richter, der uns lehrt, was richtig und falsch, gut und böse, heilig und unheilig ist. Er ist immer noch stark an die Dualität von Sünder und Heiligem gebunden. Aber Jesus spricht nicht von Sündern, Engeln oder Heiligen, und er gibt uns keine neuen moralischen Regeln oder legalistischen Einschränkungen. All diese Regeln und Urteile über „richtig“ oder „falsch“ sind illusionäre Trennungen, denn die letztendliche Wirklichkeit kann nicht geteilt werden. Gott ist das Eine und die Schöpfung ist das Eine. Kann etwas in Trennung vom Göttlichen existieren? Nein, das ist nicht möglich, denn es gibt nichts außer Gott. Es hat also keinen Sinn, die eine Hälfte zu akzeptieren und die andere wegzuwerfen. Entweder ist alles in dieser Schöpfung heilig oder nichts ist heilig. Wir können jedoch leicht erkennen, dass die Aufteilung dessen, was von Natur aus ganz und heilig ist, ein inhärentes Merkmal des denkenden Verstandes ist. Jesus sagt es deutlich:
[Ein Mann sprach] zu ihm: „Sage meinen Brüdern, dass sie die Besitztümer meines Vaters teilen sollen mit mir.“ Er sprach zu ihm: „O Mann, wer hat mich zu einem Teiler gemacht?“ Er wandte sich seinen Jüngern zu und sprach zu ihnen: „Bin ich denn ein Teiler?“(72)
Jesus lehrte das EinsSein und setzte sich damit über jede Art von Moralkodex oder menschliche Institution religiöser Autorität hinweg. Seine Worte sind ein Aufruf zum Erwachen, eine Einladung, die Wahrheit in sich selbst zu finden, anstatt sich auf Regeln zu verlassen, die von jemand anderem aufgestellt, kontrolliert und sanktioniert wurden. Wenn man die Wahrheit entdeckt hat, braucht man keine Regeln mehr. Wenn man sich seiner selbst bewusst ist und sich selbst treu bleibt, weiß man einfach spontan, was im gegenwärtigen Moment angesagt ist.
Auf jeden Fall ist es unmöglich, ein bestimmtes Verhalten als „sündig“ oder „heilig“ zu bezeichnen oder zu definieren. Nehmen wir zum Beispiel ein armes, hungriges Kind, das in der örtlichen Bäckerei einen Laib Brot stiehlt. Würdest Du es wagen zu sagen, dass dieses Kind eine Sünde begangen hat?
Außerdem gab Jesus nie vor, ein Engel zu sein. Er war auf die schönste Art und Weise ganz und gar menschlich
